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#121
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| Und ich mach einfach nur mein Ding. Ob mit oder ohne Ego. Ob - in den Augen anderer - nun gut oder böse, richtig oder falsch. Ob kontrolliert oder entfesselt. Wu wei eben (oder das, was ich darunter verstehe). Und ob es zu diesem Sein-Ding-Machen eine Alternative gibt, bezweifle ich letzten Endes sowieso. Goethe meinte dazu: "Du glaubst du schiebst, aber du wirst geschoben." Hirnforscher sehen das heute ebenso. Insofern ist das Ego wahrscheinlich eh nichts weiter als eine gigantische Illusion. Und wieso von etwas loszukommen versuchen, das es eh nicht gibt. ![]() Schönen Tach noch ![]() PS: Wer behauptet, er mache - nun ganz Ego-los - nur noch das, was eben getan werden muss, macht aus meiner Sicht auch nur das, was er will; er steht nur nicht dazu bzw. will sich den Anschein geben, dass das, was er macht, nur gut sein kann! Nichts aber auch gar nichts MUSS getan werden. Dahinter stecken stets vollkommen individuelle Wertungen. PPS: Und wenn es doch ein Ego gibt, was tritt dann zum Vorschein, wenn dieses Ego beseitigt wurde: ein neues Ego ![]() |
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#122
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| Ich denke, dass es für einen Menschen der in unserer Gesellschaft lebt gar nicht möglich ist sich vom Ich zu lösen, aber man kann sich sein Ego bewusstmachen und damit arbeiten, was für mich bedeutet das ich versuche die Sachen die ich als negativ empfinde ( vom Ego ausgelöst z.B. Eifersucht oder Arroganz) mich nicht kontrollieren lasse. Emotionen betrachten und selbst entscheiden in welche ich mich fallen lasse und welche ich nicht mein Handeln bestimmen lasse. Und da bin ich der festen Überzeugung das dieses möglich ist und denke dass ich da auch schon einen guten Schritt vorwärts gekommen bin. Für die Kampfkunst bedeutet das für mich, das ich z. B. Wut kanalisiere ich nutze die Energie für die Tritte Schläge und Würfe lasse sie aber nicht die volle Kontrolle über mich haben. Bleibe also klar im Geist um auf alles reagieren zu können und mich nicht auf einen Punkt zu fokussieren. Ich denke das Kampfkunst ein weltlicher Kompromiss ist, sprich wir die Kampfkunst betreiben sind noch nicht bereit ALLEINS zu werden (denn wer ALLEINS ist wird lieber verprügelt als jemand anderen zu verletzen der eigene Körper ist ja nur eine Hülle und Schmerzen nur ein Gedanke) wenn wir es wären würden wir mit dem Kampfsport aufhören (denke ich) und uns nur noch mit Meditation beschäftigen. Allerdings kann der Kampfsport eine Stufe auf dem Weg zur "Erleuchtung" sein. Denn das ist es meiner Meinung nach wenn man in letzter Konsequenz sein Ego loslässt ist man erleuchtet, oder kurz davor man liebt alles und sich als Individuum gibt es nicht mehr. Für mich ist diese Vorstellung ein wenig beängstigend, jedenfalls im Moment. Aber wenn es so einfach wäre da hinzukommen wären viele schon da angekommen. Aber Taiji hat mich mehr als alles andere darauf gebracht darüber nach zu denken, und dadurch war es mir überhaupt erst möglich mit meinem Ego zu arbeiten. Ich sage übrigens nicht das jeder nach Erleuchtung sucht der Taiji macht oder es will das ist Sache jedes Einzelnen in wie weit er sich auf diesen Pfad begeben möchte. Geändert von WuWei (26-03-2008 um 09:47 Uhr). |
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#123
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__________________ der tiefere Sinn der Kampfkünste |
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#124
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| Bist Du während des Kämpfens (Training?) wütend, oder speicherst Du Dir die Wutenergie irgendwo auf?
__________________ der tiefere Sinn der Kampfkünste |
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#125
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| Diese Erfahrung habe ich mal bei John Ding gemacht (Ich hab den Umkehrpunkt nicht bemerkt ) ![]() ![]()
__________________ der tiefere Sinn der Kampfkünste |
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#126
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| Darum sollte man das auch präziser fassen und nicht von "Egolosigkeit" sprechen, nur weil manche Leute gerne alles Schlechte als "Ego" bezeichnen, und alles Gute ist dann "nicht Ego". So einfach ist es nämlich nicht. Die Beschreibung von Nagual trifft hier des Pudels Kern, nämlich ob es beim Training und beim Üben um Status, Ehre, Rang geht, oder um positive Sachen. Ob man sich angegriffen und gekränkt fühlt, oder in anderen Lebensgefühlen verwurzelt Angriffe abwehren übt und die Emotionen einem tieferen Geist überlässt. Sich um des Lebens willen am leben erhalten, Gewalt verhindern, wichtige Dinge beschützen, und das auch noch unbewusst. Nicht "wenn er die Linke tief hält schlage ich die Rechte drüber und trete ans Knie, dann habe ich gewonnen, bekomme alle Frauen und den Pokal", sondern in die ähnliche Ebene wie Autofahren sinken (wobei leider viele Leute mit dem "Ego" fahren), und einleitende Manöver die Gefahr bedeuten ablenken dass sie ungefährlich werden, und dabei Möglichkeiten öffnen falls es nötig ist die Emotion die den Angriff auslöst zu treffen, zum Beispiel durch ans Kinn hauen. Es mögen wirklich unterschiedliche Hirnareale aktiv die Kontrolle ausüben, die würde ich aber gar nicht bezeichnen, und damit Tür und Tor für gefährliche Assoziationen öffnen. Ich falle auch in bestimmte Geisteszustände, wenn ich Kampf übe, und ich habe Probleme damit, wenn es um Sport geht, weil im Sport eben doch schnöde Triebe agieren wie gewinnen, sich toll fühlen. Man hat das eine mal "Ming" genannt, was ich erheblich richtiger als "egolos" empfinde, es ist aber auch nur ein Wort. Geändert von Klaus (26-03-2008 um 12:13 Uhr). |
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#127
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#128
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| während des Trainings bin ich nicht wütend, aber es kommt eine aggressive Energie auf die ich dann versuche dosiert in meinen Fali-Bewegungen zu entladen. Trotzdem bleibt mein Trainingspartner ein Freund und die Aggression hat nichts mit ihm als Person zu tun übernimmt also nicht die Kontrolle über mein Denken Geändert von WuWei (26-03-2008 um 15:09 Uhr). |
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#129
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| Zitat:
also bisher hielt ich mich ja für so egolos, dass ich meinen Senf hier nicht auch noch dazugeben muss ![]() Nee Quatsch, aber als ich eben las, dass bei Dir Wu Wei oder auch bei anderen Emotionen wie Aggressivität oder was auch immer auftreten, war ich wie vor den Kopf gehämmert, das kam mir einfach super fremd vor! Bei mir ist es einfach so, dass ich während des Trainings, ob alleine oder mit Partner, keinerlei Emotionen verspüre. Keine Wut, keine Aggression, nicht mal der Ehrgeiz, der früher bei Judoturnieren da war, zeigt sich. Ich lasse das einfach immer laufen und bin dabei einfach ein einem super relaxeten Zustand. Und das ist unabhängig vom Ausgang des Trainings, egal ob der andere mich nun 50 mal pusht oder ich ihn. Hinterher fange ich ab und an nachzudenken, warum bestimmte Sachen nicht optimal liefen oder freue mich auch über Sachen die eben gut liefen, aber während des Trainings ist da einfach nur das Training. Von daher behaupte ich jetzt mal, dass das Ego bei mir während des Trainings tatsächlich zurücktritt und sich im Anschluss erst wieder breit macht. Grüße Pilger
__________________ Wünsch Dir was, dann kriegst Du´s auch Geändert von pilger (26-03-2008 um 16:13 Uhr). |
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#130
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| Zitat:
warum trainierst du ? Warum machst du Pushhands ? |
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#131
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| Hauptgrund: -einfach aus Freude am Tai Chi Chuan als Inner Martial Art sonstige Gründe: -zur körperlichen und geistigen Entwicklung -zur Gesunderhaltung/zum Fitbleiben -zur Entwicklung von Leichtigkeit, Entspannung und Gelassenheit -zur Entwicklung von Konzentrationsfähigkeit -zum Kennenlernen und Kultivieren meiner Selbst und zum Kennenlernen des Anderen -zum Lernen, einsgerichtet zu sein -es ist eine tolle Möglichkeit, inneren Frieden zu wahren Grüße Pilger Edit: Weißt Du, das war auch nicht immer so, sprich die Emotionslosigkeit während des Trainings. In den ersten drei Jahren während meiner Praxis hatte ich einen unheimlichen Ehrgeiz, war sauer, wenn mich jemand durch die Gegend schubste, wurde gereizt, wenn neue Sachen nicht klappten, war unheimlich stolz, wenn die Sachen klappten usw. Von daher kannte ich es durchaus von früher, aber mittlerweile ist es mir fremd geworden. Soll also kein falscher Eindruck entstehen. ABER, im Lauf der Zeit hat sich das immer mehr gewandelt, so dass ich schließlich da gelandet bin, dass die Emotionen zumindest während des Trainings ausbleiben. Allerdings kann ich dies nachwievor längst noch nicht immer auf den Alltag anwenden. Ich bin nach wie vor recht eitel, oftmals recht euphorisch, manchmal etwas ungeduldig, ab und an etwas zornig und und und halt je nach Situation, allerdings alles längst nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren. Und das ist einfach schön. Das Leben wird dadurch viel einfacher! Grüße Pilger
__________________ Wünsch Dir was, dann kriegst Du´s auch Geändert von pilger (26-03-2008 um 19:55 Uhr). |
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#132
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#133
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| Danke, aber vielleicht hättest Du treffender schreiben sollen: "Herzlichen Glückwunsch zu diesem kleinen Teil des Lebens". Denn Emotionen SIND NICHT das Leben, sondern nur ein klitzekleiner Ausschnitt. Grüße Pilger
__________________ Wünsch Dir was, dann kriegst Du´s auch |
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#134
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| Stimmt, es gibt auch noch Gefühle - und natürlich eine Unzahl anderer Dinge. Die werden aber stets von Gefühlen oder Emotionen begleitet. |
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#135
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| Wenn man sich aber dann dummerweise mit diesen Gefühlen identifiziert, sprich zulässt, dass sich das EGO aufbläht, was nämlich das gleiche ist, sind sie wieder da, all die Probleme, die es ansonsten gar nicht gäbe. Schlauer ist es, die Gefühle einfach nur zu beobachten, festzustellen, dass sie da sind um sie dann wieder ziehen zu lassen. Man wird dadurch nicht zu einem emotionslosen Roboter, sondern das Leben wird lediglich viel einfacher und es stellt sich eine innere Zufriedenheit ein. Die Gefühle/Emotionen, nenne es wie Du willst sind also Teil des Lebens, aber sie sind eben nicht DAS Leben und sie sind auch nicht DU. Aber solange Erfahrungen in dem Bereich nicht da sind und man versucht, das ganze auf der intellektuellen Schiene zu begreifen, ist das einfach schwer nachzuvollziehen, weil sich das EGO immer wieder mittels des Intellekts in den Vordergrund schiebt. Grüße Pilger
__________________ Wünsch Dir was, dann kriegst Du´s auch |
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