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#1
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| Ich schmeiß das mal in die Runde rein: Wie steht ihr zu eurem Training? Es gibt ja viele unterschiedliche Zugänge, die man da haben kann. Egal ob als friedvoller Ausgleich, Arbeit mit dem Selbst, Ruhe zu erleben, ... Das frage ich euch jetzt, weil irgendwie Konflikte bei mir auftreten. Es gibt Zeiten, wo das alles gut und schön funktioniert mit dem Frieden, aber jetzt gibt's einfach immer mehr Situation, wo ich das verbissen angehe. Das geht teilweise schon in Aggresivität mit rein (schwankt aber stark, sowas wie Tageslaune) und da reicht das IMA Training einfach nicht aus bzw. kann ich dann nicht vernünftig mit dem Ruhe-Ansatz machen, der ja so wichtig ist. Gibt es also Möglichkeiten, diesen Ansatz auszuleben, ohne gleich zu aggresiv zu werden? Mir fällt da Ausgleichssport ein, aber zum Teil bin ich dann da einfach zu geputscht und mach mich selbst und (ganz selten ) auch andere kaputt. (nicht angenehme Spielweise, übertriebener Ehrgeiz,...) |
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#2
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| redest du von kampfsport? ( weil du irgendwas von spielweise sagst) |
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#3
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| Auch, aber mit Spielweise meinte ich mein Verhalten bei z.B. Fußball, Handball- Sportarten also, welche nichts direkt mit Kämpfen zu tun haben. |
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#4
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| Evtl. suchst du die Ruhe so dermaßen, dass es dich aggressiv macht?! Hör auf, dich zu irgendwas zu zwingen. Fertig.
__________________ Direktlink zur Spende für SOS Kinderdörfer: SOS Tai Chi Chuan |
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#5
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| Ich denke ich weiß, was du meinst. Training habe ich nur einmal die Woche, aber auf dieses Training freue ich mich auch 7 volle Tage, weil ich mich dort so auspowern kann, dass ich total erledigt, aber zufrieden mit mir selbst und der Welt wieder nach Hause gehen kann. Gerade wenn man so eine gewisse Abhängigkeit vom Training entstehen lässt und das so eine Bedeutung für einen gewinnt, dann will man alles richtig, wenn nicht gar perfekt machen. Geht was schief oder versagt man schlichtweg, dann kann das für einen ehrgeizigen Menschen schon ein Grund sein, agressiv zu werden. Diese Agression entsteht ja nicht aufgrund anderer, sondern weil man mit der eigenen Leistung nicht zufrieden ist bzw. schneller/besser/stärker als die anderen sein will. Wenn ich das Gefühl habe, beim Training eine echt schlechte Figur abgegeben zu haben, dann ärgere ich mich die 7 Tage bis zum nächsten Mal durch über mich...ich kann dir also nur raten, die Agression insofern einzudämmen, indem du dir einfach begreifbar machst, dass man nicht immer voll dabei sein und 100% geben kann. Sonst würde man auch gar keine Fortschritte sehen! ![]() Zu den Mannschaftssportarten kann ich dir nur sagen: entweder ist man ein Teamplayer oder nicht, ich bezweifel, dass man das ab einem bestimmten Alter bzw. Erfahrungsschatz überhaupt neu erlernen kann. Das hat was mit dem Charakter zu tun und mit den eigenen Eigenschaften, deshalb glaube ich, ist 'ne Einzelsportart schon gut für dich, wenn du sagst, dass dein harter Ehrgeiz beim Fußball etc. stören kann... Wenn du einen Ansatz suchst, deine Agressionen los zu werden, dann setz dich hin, horch in dich rein und frag dich, ob du echt um alles in der Welt darin nun der Beste sein willst oder es nicht reicht, an sich zu arbeiten, um mit Geduld und Ruhe zum Ziel zu kommen. |
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#6
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| Stimmt schon, vielleicht kommt das einfach mit dem Alter ![]() Mit dem Training geht's weiter, wenn jetzt auch mit weniger Wind in den Segeln.. |
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#7
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| Warum auch immer, ein paar psychologische Ansätze dazu gibts auch: Sowas hat oft tiefere Hintergründe, Selbstwertgefühl, Anerkennung, Bestätigung, oft Relikte aus der Kindheit, die mit leistungsbezogener Anerkennung oder fehlender Anerkennung zu tun haben. Oftmals auch eine Art Ersatz für fehlende Anerkennung/Erfolge in anderen Bereichen (das ist subjektiv, was Außenstehenden als Erfolg/Anerkennung erscheint, kann vom Betroffenen ganz anders wahrgenommen werden). Kann auch erziehungsbedingt sein, ein hoher Leistungsanspruch an sich selbst. Bevor dann jemand diese Muster loslassen und ruhig und gelassen einfach nur "sein Ding " machen kann, ist die Auseinandersetzung mit den Hintergründen und oft auch eine gewisse Bestätigung nötig, jemand will erst sehen "ich kann es" o.ä, bevor er "loslassen" kann. Trotzdem darf natürlich nicht alles zum Wettkampf werden, Reflektion über die Hintergründe ist sehr anzuraten, da es sonst nur schwer gelingt, solche Verhaltensmuster zu ändern. Und die können natürlich auch negativ ankommen bei anderen, die selbst dieselbe hohe Leistung nocht bringen können oder wollen. (in Teamsportarten ist es ja auch oft sinnvoller, einen Ball auch mal abzugeben...) Dieses Leistungsdenken ist ja an sich nichts Ungewöhnliches, wenn man bedenkt, daß wir heute in einer sehr leistungsorientierten Gesellschaft leben, die in der Kindheit schulische Rivalität um die besten Studienplätze etc. fördert und auch später Leistung und Erfolg bewußt ans Selbstwertgefühl koppelt, um möglichst viele effiziente und möglichst kritiklose Mitarbeiter zu bekommen. Zuviel Wettbewerb ist da dann allerdings auch unerwünscht, da Firmen meist von Teamwork der Mitarbeiter besser profitieren. Außerdem: gerade wer in der Kindheit erfahren hat, daß es auch riesig Spaß machen kann, sich mit anderen zu messen und/oder die eigene Power rauszulassen, dem fällt es natürlich schwerer als anderen, darauf zu verzichten. Geändert von scarabe (28-04-2011 um 09:13 Uhr). |
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#8
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| gerade für junge leute ist das IMA training schwierig. in den meisten schulen fallen "dynamische" komponenten wie anwendungsbezognes training oder gar sparring, szenariotraining u.ä. komplett flach oder werden selten bzw. nur durch kurzes vorzeigen abgehandelt. diese "spielwiese" ist aber für die jüngeren von sehr grosser bedeutung um das training und somit auch die motivaton im lot zu halten. |
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#9
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| Es gibt durchaus Menschen, die ihr Selbstwertgefühl aufpushen, indem sie an anderen ihr "Mütchen" kühlen. Vielleicht haben sie nie gelernt sich mit Worten auszudrücken. Diese Menschen fühlen sich zwar in dem Moment indem sie ihre Aggros an anderen auslassen stark und machtvoll, sind aber innerlich klein. Eine Frage an die Trainer: Wie kann ein Meister seinen Schülern beibringen, seine Agressionen auf eine positive Art zu kanalisieren ohne anderen zu schaden? Was kann der Kampfsport dazu beitragen? Kann ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt werden oder werden nur Einzelkämpfer ausgebildet? |
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#10
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| Wenn Konflikte auftreten, ist es sinnvoll, sich der Situation immer nur sporadisch, gelegentlich auszusetzen, und sich dazwischen viel Zeit zu geben dass etwas im Inneren daran arbeiten kann. Da geht es oft um ziemlich viel, und man weiss nicht wie gross das angelegt ist. Da sind öfter ziemliche Umwege nötig damit das sich sinnvoll verändert, mit dem Hammer bekommt man das nur kaputt aber nicht ganz.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#11
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| Mein "Mütchen" lasse ich zum Glück nicht gezielt auf andere los. Es ist einfach nicht schön, von anderen irgendwie niedergemacht zu werden oder mit Leuten zu reden, die im Mom. angepisst sind. Hat sicher jeder schon erlebt. Und zu diesen Aggressionen: Normalerweise bin ich ein ziemlich ruhiger Typ, das nur vorweg. Da gibt es aber so einen Schalter in meinen Kopf, der das ruckzuck beseitigt. Ich kann den nicht 100% willentlich ansteuern ("anfeuern" ist möglich, mit entsprechenden Gedanken, Musik, Bildern,...quasi ein semi-kompletter Switch). In bestimmten Zeiträumen (meistens paar Wochen) ist der Schalter aber überempfindlich, trifft es gut, denk' ich. Mach' ich dann Sport abseits KK/KS, wird bei einiger Erschöpfung das Programm gewechselt und läuft dann vor sich hin, bis ich wieder runterkomme. Selbst dann suche ich nicht eine konkrete Konfrontation oder mache andere runter, aber geputscht bin ich trotzdem und es kommt einfach zu Knubbeleien mit anderen. In der Zeit bin ich dann verbissen beim IMA-Training und zwinge mich sogar zu einigen Übungen (wie mir das jetzt deutlicher vor Augen steht), glücklicherweise ist das schon weniger als früher. Bin ich dann wieder am Boden, läuft alles rund und gezwungen wird nix, ich mach dann einfach. Vielleicht lösen sich da einfach ein paar Konflikte wie Klaus meinte, oder sowas. |
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#12
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| Qi Gong oder andere Arten von Körperarbeit mit gezielter Atmung können unterbewusst Emotionen lösen. Ich habe mich lange gegen diese Erkenntnis gewehrt, aber seit ich das erkannt habe, geht es mir um einiges besser! Grüße Ima-Fan |
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#13
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| Es kann natürlich auch sein, daß der normale Alltag irgendeine Form von Belastung oder ein Zurückstecken-Müssen beinhaltet, was dann eine Weile gelassen hingenommen oder "hineingefressen" wird, bis es irgendwann zuviel wird und der genannte Schalter switcht, so daß dann im Sport die angestauten Emotionen oder Aggressionen rausgelassen werden. Auf jeden Fall bewußt mit Frust umgehen, man soll sich selbst nicht antun, Emotionen zu verdrängen, nur, um gesellschaftlich kompatibler zu erscheinen, genausowenig, wie man sich selbst mit seinen Ansprüchen an kultiviertes Verhalten überfordern soll. Zu einem Menschen gehören nunmal auch Emotionen wie Frust, Wut, Aggression usw- und sie haben ihren Sinn, denn sie zeigen dem Betreffenden, daß an der Situation etwas nicht stimmt... Um sowas besser greifen/erfassen zu können, sind tatsächlich Qi Gong und Meditationstechniken sinnvoll- man muß aber bedenken, daß es eine Weile dauert, bis sie den gewünschten Effekt bringen und daß auch der Yang-Aspekt der Bewegung zum Menschen dazugehört, d.h., Auspowern ist ebenso wichtig! |
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#14
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| Gut, dann geht's jetzt weiter. Mal schauen was noch kommt ![]() |
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#15
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