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  #1  
Alt 04-07-2011, 09:58
Benutzerbild von Sundro
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Kampfkunst: Tai Chi Spielen - Daniel Grolle
 
Registrierungsdatum: 19.10.2006
Beiträge: 110
Standard Der Ernstfall

Hallo liebes Forum,


hier wird immer über den "Ernstfall" geschrieben und das gewisse Taiji-Prinzipien dann nicht mehr funktionieren würden.
Dieser Ernstfall kommt in meinem Leben nicht vor.
Deshalb frage ich mich was damit gemeint ist.
Wo erlebt ihr den Ernstfall?
Sucht ihr Situationen in denen der "Ernstfall" eintritt, z.B. Demos oder Fußball-Hooligan-Prügeleien?
Wenn ich z.b. Fliegenfischen übe, will ich auch irgendwann eine Forelle fangen.

Danke für ehrliche antworten ,das würde mir helfen die einzelnen Teilnehmer besser zu verstehen.

Sundro
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  #2  
Alt 04-07-2011, 10:36
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 01.11.2010
Beiträge: 136
Standard

Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Sucht ihr Situationen in denen der "Ernstfall" eintritt, z.B. Demos oder Fußball-Hooligan-Prügeleien?
Es gibt von Wolfe Lowenthal (CMC-Schüler) schöne autobiographische Berichte, wie er (Lowenthal, nicht CMC!) Ende der 60er Leute im Polizisten-Verprügeln ausgebildet und das dann auch auf Krawall-Demos vorgeführt hat.
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  #3  
Alt 04-07-2011, 10:37
bluemonkey
Gast
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Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
hier wird immer über den "Ernstfall" geschrieben und das gewisse Taiji-Prinzipien dann nicht mehr funktionieren würden.
Dieser Ernstfall kommt in meinem Leben nicht vor.
Deshalb frage ich mich was damit gemeint ist.
Taijiquan ist ursprünglich eine Kampfkunst.
Zum Curriculum von Chen-Taijiquan gehören Anwendungen und Selbstverteidigung.
Der Ernstfall ist in diesem Zusammenhang, dass mich jemand angreift und ich mich verteidigen muss.
Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass das passiert, sei mal dahingestellt, aber es ist nun mal Bestandteil der Kunst und ohne diese Ausrichtung kann man vieles nicht verstehen.

Geändert von bluemonkey (04-07-2011 um 10:50 Uhr).
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  #4  
Alt 04-07-2011, 10:57
Benutzerbild von Sundro
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Tai Chi Spielen - Daniel Grolle
 
Registrierungsdatum: 19.10.2006
Beiträge: 110
Standard

Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Taijiquan ist ursprünglich eine Kampfkunst.
Zum Curriculum von Chen-Taijiquan gehören Anwendungen und Selbstverteidigung.
Der Ernstfall ist in diesem Zusammenhang, dass mich jemand angreift und ich mich verteidigen muss.
Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass das passiert, sei mal dahingestellt, aber es ist nun mal Bestandteil der Kunst und ohne diese Ausrichtung kann man vieles nicht verstehen.
Was Taiji ursprünglich mal war ist Legende. Das heißt für mich es könnte auch ganz anders gewesen sein. Aber selbst wenn es so gedacht war spielt das heute keine Rolle mehr. Warum sollte ich was üben, was mit meinem Leben nichts zu tun hat.
Als Therapiemaßnahme bei unkontrollierten Aggressionen kann ich mir eine Kampfkunst gut vorstellen, obwohl für die betroffenen schlichten Gemüter, Boxen bestimmt besser wäre als Taiji. Es ist doch allemal besser die Möchtegern-Klitchkos hauen sich im Ring als auf der Straße.
Aber für uns zivilisierte Menschen kann ich in dieser Annahme, man müsste sich mit Taiji in einem Kampf auf Leben und Tod verteidigen können, nichts anfangen.
Meine Ernstfälle bestehen eher in Auseinandersetzungen mit meinem Chef, meiner Frau, meinen Kindern und in erster Linie mit mir selbst. Da ist die Struktur und die Durchlässigkeit, das Zurück geben der Kraft, die ich im Taiji, in Form und Partnerübungen (Pushhands) übe, ein große Hilfe.
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  #5  
Alt 04-07-2011, 11:15
Jochen Wolfgramm
Gast
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Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Was Taiji ursprünglich mal war ist Legende. Das heißt für mich es könnte auch ganz anders gewesen sein. Aber selbst wenn es so gedacht war spielt das heute keine Rolle mehr. Warum sollte ich was üben, was mit meinem Leben nichts zu tun hat.
Als Therapiemaßnahme bei unkontrollierten Aggressionen kann ich mir eine Kampfkunst gut vorstellen, obwohl für die betroffenen schlichten Gemüter, Boxen bestimmt besser wäre als Taiji. Es ist doch allemal besser die Möchtegern-Klitchkos hauen sich im Ring als auf der Straße.
Aber für uns zivilisierte Menschen kann ich in dieser Annahme, man müsste sich mit Taiji in einem Kampf auf Leben und Tod verteidigen können, nichts anfangen.
Meine Ernstfälle bestehen eher in Auseinandersetzungen mit meinem Chef, meiner Frau, meinen Kindern und in erster Linie mit mir selbst. Da ist die Struktur und die Durchlässigkeit, das Zurück geben der Kraft, die ich im Taiji, in Form und Partnerübungen (Pushhands) übe, ein große Hilfe.
Wieso sollte das Legende sein? Jede einzelne Bewegung und Technik im TJQ deutet darauf hin.?
Wenn Du oder besser ihr, mit diesen Inhalten nichts anfangen könnt bzw TJQ für euch heute anders definiert, dann nennt es doch einfach auch anders.
Wenn eine Gruppe Fußballer übereinkommt, das Tore schiessen den Wettkampfcharakter im Fussball zu sehr herausstellt, der Körpereinsatz zu brutal ist und daher Selbstverwirklichung im Zuspielen des Balles finden möchte, kann diese Gruppe das doch gerne machen. Aber sie sollten es dann nicht mehr Fussball nennen.

Um größere Klarheit zu schaffen: in meiner Taiji Gruppe sind auch die meisten nicht an Kampf mit anderen Interessiert. Das ist ok. Allerdings fange ich deswegen nicht an, diese Dinge im Tjq zu ignorieren und weg zu argumentieren. Ich unterrichte sie eben nur in Auszügen und eben nicht allen. Aber ich für meinen Teil bewahre diesen Ursprünglichen Sinn des Taiji und halte ihn enorm wichtig. Und zwar auch um das Taiji als Ganzen zu verstehen und ausüben zu können.

Alles andere ist nur Spielerei
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  #6  
Alt 04-07-2011, 11:34
Benutzerbild von WingChun77
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Kampfkunst: Karate / Tai Ji Quan / Wing Chun
 
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Beiträge: 869
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Hallo!

Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Hallo liebes Forum, hier wird immer über den "Ernstfall" geschrieben und das gewisse Taiji-Prinzipien dann nicht mehr funktionieren würden. Dieser Ernstfall kommt in meinem Leben nicht vor.
Deshalb frage ich mich was damit gemeint ist. Wo erlebt ihr den Ernstfall?
Du, jeder formt das TJQ nach seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten. Der Ernstfall wird nicht "erlebt" und er wird auch nicht "angestrebt". Schon gar nicht besteht der Ernstfall aus den "typischen" Kloppereien auf dem Jahrmarkt oder ähnlichen Massenveranstaltungen.

Der Ernstfall ist höchst individuell und wie ein "Blitz am blauen Himmel" kann er dich unvermittelt treffen, dabei den Leben verändern - so oder so. Der Ernstfall schafft einen Moment der Klarheit in deinem Kopf, dass sämtliche Zen-Lehrer eine Erektion hätten. Der Ernstfall ist ein Ideal, welches wir nicht kenne, aber auf welches wir im Moment des "daseins" reagieren müssen. Fatalerweise reagieren die meisten Menschen ohne KK-Erfahrung auf Grund ihrer Instinkte "besser", denn wir geschädigten

Um direkt auf deine Frage zu antworten:
Auch in meinem Leben kommt der Ernstfall eigentlich nicht vor. Ob dies nun daran liegt, dass ich derart dominant daher komme oder aber, dass ich präventiv die Fälle der Fälle umgehe, dies kann ich dir nicht sagen...

Lassen wir am Ende die Lateiner ran: "Si vis pacem, para bellum!"
(Frei: Wenn du Frieden willst, dann bereit dich auf den Krieg vor.)


LG

Günther
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"Wer den Applaus der Leute sucht, der wird deren Gefangener...!"
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  #7  
Alt 04-07-2011, 11:35
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Was Taiji ursprünglich mal war ist Legende. Das heißt für mich es könnte auch ganz anders gewesen sein. Aber selbst wenn es so gedacht war spielt das heute keine Rolle mehr. Warum sollte ich was üben, was mit meinem Leben nichts zu tun hat.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Taijiquan mal eine Kampfkunst war ist aufgrund der Quellenlage bei weitem größer, als dass es sich schon immer um ein Gruppenkuscheln gehandelt hat und die kämpferischen Inhalte im Nachhinein eingefügt wurden.
Wenn das nicht's mit Deinem Leben zu tun hat, dann ist das ja eventuell schön für Dich und Du musst ja auch nix üben, was Du nicht willst.
Tatsache ist, dass es auch heute noch aktuelle Praktizierende gibt, die sich mit Taijiquan durchsetzen/verteidigen können und das auch schon getan haben. Bei definierten Herausforderungen durch andere Kampfkünstler oder auch gegen informelle Angreifer.

Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Als Therapiemaßnahme bei unkontrollierten Aggressionen kann ich mir eine Kampfkunst gut vorstellen, obwohl für die betroffenen schlichten Gemüter, Boxen bestimmt besser wäre als Taiji.
Wow, gleich drei überhebliche Vorurteile auf einmal
Plato soll übrigens bei den Olympsichen Spielen im Pankration (Allkampf) erfolgreich gewesen sein

Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Es ist doch allemal besser die Möchtegern-Klitchkos hauen sich im Ring als auf der Straße.
Aber für uns zivilisierte Menschen kann ich in dieser Annahme, man müsste sich mit Taiji in einem Kampf auf Leben und Tod verteidigen können, nichts anfangen.
Kampf ist ein Teil der Zivilisation.
Natürlich kann das mancher Bildungsbürger in der Überflussgesellschaft verdrängen, da andere (Security/Polizei/Armee) für ihn den Kopf hinhalten bzw. die Kämpfe auf die psychische Ebene verlagert werden.

Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Meine Ernstfälle bestehen eher in Auseinandersetzungen mit meinem Chef, meiner Frau, meinen Kindern und in erster Linie mit mir selbst. Da ist die Struktur und die Durchlässigkeit, das Zurück geben der Kraft, die ich im Taiji, in Form und Partnerübungen (Pushhands) übe, ein große Hilfe.
Ich nehme an, das ist metaphorisch gemeint, mein Chef würde sich ganz schön beschweren, wenn ich ihn wegschubsen würde.
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  #8  
Alt 04-07-2011, 12:04
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Ziran Quanxue
 
Registrierungsdatum: 21.03.2009
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Beiträge: 381
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Hi Sundro,

ich finde deine pazifistische Lebenseinstellung sehr positiv und wenn der „Ernstfall“ bei dir keine Rolle spielt und in deinem Leben auch noch nie eingetreten ist, dann kannst du das als großes Glück empfinden!

Für mich sind solche „Ernstfälle“ leider durch einige Jobs im Sicherheitsbereich in früheren Jahren und dadurch, dass ich in einer Großstadt lebe, kein absolutes Fremdwort.
Und meine Lebensführung zieht mich ganz sicher nicht zu Hooligans oder in Kneipen oder bewusst in „Problemviertel“ mit entsprechend gewaltbereiten Klientel!!!

Meine Freizeit verbringe ich neben meinem Training lieber mit ausgedehnten Radtouren, Wanderungen und Tischtennis…ja, und trotzdem das jetzt evtl. sonderbar anmutet…ich betreibe meine KK "nur" als Kampf…und erst dann irgendwann als Bewegungskunst!
Dieses ganze pseudoesoterische Intern / Extern, jene und diese Energie so und so Geschwafel überlasse ich lieber anderen.

Wenn man KK betreibt, gehört der kämpferische Charakter nun mal dazu…nein, nicht nur dazu, sondern es ist der Kern des ganzen Themas.
Wenn ich das verleugne, dann ab zum Tanz, zur Körperarbeit, zu kreativen Handwerken…aber bitte nicht zum Neijia.
Es gibt so viele wunderbare Körper / Geist Erfahrungsmethoden, die nichts mit Trainingsmethoden für den evtl. „Ernstfall“ zu tun haben, warum also nicht das, warum muss es Taiji(Quan) oder was auch immer sein?

Aber du und Grolle seit wenigsten ehrlich. Ihr verkauft euer Taiji als "Spielen", dass machen viele andere Taijiler auch nur, doch die versuchen es ganz anders darzustellen.
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  #9  
Alt 04-07-2011, 12:15
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Kampfkunst: Anfänger im Taijiquan (Chen-Stil)
 
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Nur wer sich mit der Gewalt auseinandersetzt, kann im Notfall auch auf sie verzichten. Selbst wenn ich selbst nicht Gewalt ausüben will, gibt es immer genügend andere, die weniger Skrupel haben, mir oder anderen Gewalt anzutun. Gewalt liegt in der Natur des Menschen, sie zu ignorieren, halte ich für gefährlich. Und auch bei Dir, lieber Sundro, wird es irgendwo einen Punt geben, wo Schluß mit Deiner friedlichen Natur ist.
Sicherlich gibt es viele Legenden um Taiji, aber Yang Luchan wird seinen Beinamen "der Unbesiegbare" bestimmt nicht ohne Grund bekommen haben. Und wie schon im Thread "Zurück zur Kampfkunst" abgesprochen, stammen die Chens aus dem Militär.
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  #10  
Alt 04-07-2011, 12:26
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Ziran Quanxue
 
Registrierungsdatum: 21.03.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 381
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Zitat:
Fatalerweise reagieren die meisten Menschen ohne KK-Erfahrung auf Grund ihrer Instinkte "besser", denn wir geschädigten
@wingchun:

100% Zustimmung…die wirklich gefährlichen Leute sind diejenigen, die regelmäßig in der Kneipe sitzen und dort die Bereitschaft zeigen, in die Vollen zu gehen.
Oder die Jungs, die sich auf die dritte Halbzeit nach dem Spiel freuen…

Diese Leute haben leider die Bereitschaft und die traurige Fähigkeit ohne Zeitverzögerung von 0 auf 100 zu sein und die zögern nicht eine Sekunde einem den Schädel zu zertrümmern oder mit dem Gesicht auf der Bordsteinkante Socker zu spielen!

Aber das Taiji hat auch dafür die Lösung…man fühlt sich in den Gegner hinein, man haftet an ihm, man folgt ihm sanft…bis man im Krankenhaus wieder aufwacht.


Zitat:
Der Ernstfall schafft einen Moment der Klarheit in deinem Kopf, dass sämtliche Zen-Lehrer eine Erektion hätten.
Das war dein bester bisher
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  #11  
Alt 04-07-2011, 12:34
Benutzerbild von Heping
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Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Was Taiji ursprünglich mal war ist Legende. Das heißt für mich es könnte auch ganz anders gewesen sein. Aber selbst wenn es so gedacht war spielt das heute keine Rolle mehr. Warum sollte ich was üben, was mit meinem Leben nichts zu tun hat.
Ich fühle mich vor allem bei Taiji Jian (Schwert) und Chun Qiu Da Dao (Hellebarde) sehr harmonisch und führe die friedvollen Bewegungen in harmonischer Selbstvergessenheit aus. Dabei erscheint vor meinem geistigen Auge jeweils Engel und spielt Harfe… Oder gibt es noch einen anderen Grund für die Waffen im Taiji?
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  #12  
Alt 04-07-2011, 12:51
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Die Taijiquan-Prinzipien funktionieren unter allen Umständen, sonst wären es keine. Heisst aber nicht dass man immer fähig ist damit erfolgreich zu sein. Das Prinzip dass ich mich genauso schnell wie der Angreifer bewege bewirkt, dass mir das Prinzip VORGIBT mich rattenschnell zu bewegen wenn der Angreifer es tut. Ob ein beliebiger "Praktizierender" so fähig ist, steht auf einem anderen Blatt. Das hat aber nichts mit einem Prinzip zu tun, sondern mit individuellen Fähigkeiten. Eine Lusche die 10 Minuten in der Woche "Taijiquan" trainiert wird körperlich nicht auf einem Niveau sein um mit einem athletischen Typen mitzuhalten. Das hat nichts mit irgendeinem Prinzip zu tun, ausser mit dem Prinzip dass dem Körper "Wissen" egal ist, er muss in den Zustand kommen dass er athletisch die erwünschten Fähigkeiten bewältigen kann. Das erreicht man durch Training, nicht durch Diskussion bei ner Tasse Tee. Ich kann mich jetzt auch nicht bei nem Handballverein in der Bundesliga auf das Feld stellen, nur weil ich "weiss wie's geht".
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"Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)
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  #13  
Alt 04-07-2011, 12:52
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Zitat:
Zitat von Sundro Beitrag anzeigen
Wo erlebt ihr den Ernstfall?
Dass nur der Wehrhafte sich wirklich entscheidet, nicht zu kämpfen. Die anderen sind dazu gezwungen.

Dass die Freundlichen und Friedlichen nur andere Mittel anwenden als die schlichten Gemüter.

Es gibt Leute, Sundro, die sind beruflich mit Gewalt konfrontiert. Aber wahrscheinlich haben die diese Jobs auch extra genommen, um "Forellen" zu fangen.
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"bewegte Prinzipien" http://meinehp.com/bewegen/
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  #14  
Alt 04-07-2011, 12:55
Benutzerbild von Sundro
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Kampfkunst: Tai Chi Spielen - Daniel Grolle
 
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Zitat:
Zitat von WingChun77 Beitrag anzeigen
Der Ernstfall schafft einen Moment der Klarheit in deinem Kopf, dass sämtliche Zen-Lehrer eine Erektion hätten.
Da mußte ich als Zen-Schüler jetzt auch lachen.
Das was ich beim Zen lerne ist aber nicht das streben nach "besonderen" Situationen, Erleuchtung oder ähnlichem Zeugs. Es ist der Alltag um den es geht. Das nur so nebenbei.
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  #15  
Alt 04-07-2011, 12:59
Benutzerbild von Sundro
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Tai Chi Spielen - Daniel Grolle
 
Registrierungsdatum: 19.10.2006
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Zitat:
Zitat von Jochen Wolfgramm Beitrag anzeigen
Wieso sollte das Legende sein? Jede einzelne Bewegung und Technik im TJQ deutet darauf hin.?
Das mit der Legende nehme ich zurück.
Ich übe auch z.B die Abwehr eines Schlages zum Kopf, in der Form und im Pushhands, das gehört dazu, dafür war Taiji gedacht, da stimme ich zu.

Die Zielsetzung macht den Unterschied. Ich übe nicht um mich gegen körperliche Angriffe verteidigen zu können, sondern um die Taiji-Prinzipien nachvollziehbar zu machen. Das hat Auswirkungen auf meine Gesundheit, sowohl psychisch als auch physisch. Kann sein das das ein „Wasch mich aber mach mich nicht nass“ ist, ich bin da auch noch auf der Suche.

Aber ihr geht nicht zum Kloppen zum Fußball oder zur Demo, da bin ich beruhigt und der Thread kann beendet werden.
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