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#1
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| In einem Buch von Hirnforschern (leider vergaß ich den Titel), habe ich gelesen, dass die Neurowissenschaftler belegt haben, dass das Gehirn zwischen vorgestellten und echten Situationen nicht unterscheiden kann. Beides wird als aktuell und echt vom Hirn anerkannt. Darüber hinaus hat ein Psychologe das menschliche Lernverhalten untersucht und hat festgestellt, dass das Gehirn selbstständig lernt. Ein aktives Eingreifen sei nicht zwingend erforderlich, ja manchmal sogar hinderlich, was Lernprozesse angeht. Das Gehirn stellt selbst neue Zellen her und verbindet sie miteinander...das Gehirn lernt letzten Endes selbst. Wie kann man dieses Wissen in Bezug auf das Training anwenden? Zum einen ist mir klar, dass dahinter die Botschaft stehen könnte, einfach machen und nicht drüber nachdenken, zum anderen bin ich etwas unsicher, was das Vorstellen von Situationen angeht. Inwiefern kann es hilfreich sein, sich die TaiChi-Bewegungen zu visualisieren und ist es für einen selbst auch förderlich, sich zum Beispiel einen Gegner während der Bewegungen vorzustellen? Letztens hatte ich auch ein Gespräch mit einem Freund, der eine innere KK betreibt. Er meinte, dass das Kämpfen von alleine kommt. Wenn man sich erst richtig bewegt, kämpft der Körper von allein. Allerdings ist das dann kein Kämpfen im klassischen Sinne mehr. Liebe Grüße Euer J.T |
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#2
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| Also hätte ich in meinem Studium nicht gelernt, also quasi in den Lernvorgang eingegriffen, dann wäre es voll nach hinten los gegangen ![]()
__________________ Andere Töchter haben auch hübsche Mütter :-) |
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#3
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| Zitat:
Zum einen ist die positive Auswirkung von Bewegungsabläufen auf das Hirn eindeutig belegt. Des Weiteren basieren diese „vorgestellten“ Situationen auf erlebten. Fakt ist natürlich dass das Gehirn Informationen die es aufnimmt verarbeitet. Dies kann auch in einer Ruhephase wie zum Beispiel im Schlaf erfolgen. Dazu sind aber immer Informationen aus der Umwelt nötig. Die Schlussfolgerung kämpfen durch Phantasie zu erlernen ist falsch. Von alleine kommt da nix, außer vererbten Verhaltensmustern. Und mal ehrlich zeig mir mal den Kämpfer der ohne Gehirn an den Start geht… |
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#4
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| Ich denke, dass man von zwei Arten des Lernens sprechen kann. Da gibt es das Lernen, welches sich mit den Theorien und Abstraktionen menschlicher Ideen und Konzepte befasst, bei welchem man natürlich aktiv lernen muss. :-) Und dann gibt es noch das intuitive Lernen des Körpers, welches man zum Beispiel bei einem Kind findet, welches das Gehen lernt. Es passiert, ohne dass sich das Kind hinsetzt und bewusst das Fortbewegen lernt. Kann man diese Zweiteilung so stehen lassen? Der Lernpsychologe hat seine These bei Kindern überprüft. Es ging um zu viel Fernsehkonsum, welcher zur Folge hat, dass das Kind nicht mehr richtig lernen kann, da es verlernt, mit der Umwelt zu agieren und nicht in der Lage ist, die Reize (auditiv und visuell) zu verarbeiten. Er sagte, dass der Mensch von Geburt an über ein sehr großes Lernpotential verfügt und je mehr sich der Mensch in das selbstständige Lernen einmischt, desto schlechter lernt das Hirn selbstständig. Er vertritt die Meindung, dass der Mensch einfach probieren sollte und das Hirn in der Lage ist, zu entscheiden, welche Bewegungen passen und welche nicht. Über Bewegungen hinaus natürlich auch andere Verhaltensweisen. Der Fernsehr hemmt den Prozess, ebenso die Abstraktionen, die der Gegenstand des schulichen Lernens und des Lernens an Hochschulen sind. |
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#5
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| Zitat:
dieser soll sich dann mal in den Boxring trauen. Das gibt blaue Augen und ne blutige Nase. Körper bzw das Gehirn lernt durch Erfahrung und Visualisierung. Schließlich läuft ca. 80% über unsere Augen ab. Kennt es keinen Kampf, wird es verdammt schwierig werden. Nur weil man z.B. die teilweise guten Youtube Videos sieht, heißt es nicht, dass man das auch einfach nachtanzen kann!
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#6
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| Wenn der Körper durch Erfahrung lernt, müsste er auch in eine authentische Kampfsituation geführt werden, oder? Wenn der Körper zwar weiß, dass Form gut funktioniert und dass Partnerübungen auch gut laufen und vielleicht auch bisschen freies Kämpfen gut läuft, dann fehlt dennoch die Gewissheit, dass es im tatsächlichen Kampf auch gut läuft. Dem Gehirn fehlt dann ja quasi ein Baustein. Geändert von junger Tiger (23-02-2011 um 09:13 Uhr). |
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#7
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| Kannst Du zwischen vorgestellten und wahrgenommenen Ereignissen unterscheiden (falls nein, lass uns bitte wissen, wo Du wohnst - wir sorgen dafür, dass Du abgeholt wirst )? Was meinst Du, wer diese Unterscheidung vornimmt - Deine Fussnägel?
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#8
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| Zitat:
Aber was ist eine authentische Kampfsituation für dich? Türsteherschlägerei? Afghanistan? Kneipenschlägerei? Fakt ist, das kein Kampf gleich sein wird, insofern hätte man nie die Möglichkeit voll vorbereitet zu sein ![]() Daher bleibt nur: - Partnerübungen in unterschiedlichen Intensitäten mit immer unterschiedlichen Partnern - Sparring - Crosssparring Wie bereits erwähnt.. sich ein Video von Chen Bing oder Chen Ziqiang anzuschauen, darüber nachdenken und visualisieren bedeutet nicht, dass man genauso kämpfen kann (Ich fühle mich gerade an meine Kindheit erinnert, wo ich mir die Bruce Lee anschaute, und immer so kämpfen wollte wie er )
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#9
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| Zitat:
Hab noch nie gehört, dass man irgendwo Gehirnzellen gezielt verdrahtet hätte um bestimmte Inhalte im Gehirn zu verankern. Muskeln wachsen bei Belastung selbst, die Muskelfasern werden dicker und die Energiebereitstellung wird durch Training optimiert. Man muss lediglich die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Ein Knochen wächst von selbst wieder zusammen, man kann nur die Rahmenbedingungen schaffen, das das klappt (ruhig stellen, die Teile eventuell nahe zueinander bringen). Genauso ist es mit dem kognitiven Lernen, ich muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Günstig für neue neuronale Verbindungen wirken sich Wiederholung und starke Emotionen aus. Mit dem Bewusstsein überprüfe ich den Lernerfolg und korrigiere die Bemühungen (Rahmenbedingungen). Was heißt das für das Training? Hier ist nicht nur das Gehirn in den Lernprozess involviert, sondern der ganze Körper. Wenn ich nur in Gedanken Marathon laufe, dann wird das nicht viel bringen. Wenn ich etwas noch nie tatsächlich gemacht habe, dann kann ich es mir auch nicht korrekt vorstellen. ich muss die Bewegungsabläufe/Zustände genügend oft wirklich wiederholen, damit ich die entsprechenden Muster verstärke und der Körper die unbewusst abrufen kann. Dann überprüfe ich die Fortschritte bewusst und korrigiere die Fehler. Eigentlich klassisches KK-Training. So ähnlich wird es auch mit der ersten Schlägerei laufen. Das gilt aber nur eingeschränkt. Am Anfang (für längere Zeit) führt das Vorstellen von Kämpfen zu Verkrampfung. Darüber hinaus werden, zumindest im Chen, keine konkreten Techniken geübt, sondern Bewegungsgrundlagen/Ideen, die dann auf viele verschiedene Techniken übertragen werden können. Durch Vorstellung legt man sich wieder auf eine bestimmte Anwendung nach dem Schlüssel-Schlüssellochprinzip fest. Ab Stufe 4 auf der CXW-Skala kann man sich angeblich Gegner während der Form vorstellen. ![]() ![]() Geändert von bluemonkey (23-02-2011 um 09:40 Uhr). |
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#10
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| Ich sehe es ja ähnlich, bin halt nur durch diese Aussagen verwirrt worden. Möchte nun nicht den Eindruck hinterlassen, dass ich mit meinen Fußnägeln denke. Dass ein Kampf nie gleich sein wird, ist ein schöner Gedanke in diesem Kontext. Wenn jede Situation individuell ist, kann man sich nur in dem möglichen Rahmen vorbereiten. |
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#11
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| Ich würde eher sagen: nur am Anfang, solange es unbedingt nötig ist, um das erwünschte Körpergefühl zu erzeugen. Alles wie immer nur meine Meinung!
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#12
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| Das sind wohl unterschiedliche Ansätze: man kann einen bestimmten körperlichen Zustand (z.B. Lockerheit) lange üben, und hoffen, dass man den auch in Ausnahmesituationen behält, oder man begibt sich in Ausnahmesituationen und hofft, dass man dabei irgendwann den Körperlichen Zustand (Lockerheit) erreicht. Allerdings spricht das wieder gegen die These "Vorstellung = Wahrnehmung". Zumindest für mich persönlich sind zwar Träume ähnlich real wie Wahrnehmungen, aber gezielte Imaginationen bleiben dagegen doch sehr ungenau und blass. Mag aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. |
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#13
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| Daher werden im Taijiquan mehr Attribute geübt, als konkrete Techniken. Eventuell hat Dein Freund ja das gemeint. Jemand mit brutaler Kraft und der entsprechenden Psyche ist auch für einen geübten Kampfsportler ein schwieriger Gegner. Aber ein wenig Kampfähnlich sollte es schon sein. Ich habe z.B. Festgestellt, dass das üben von Chenstil-Formen meine Affnität zu Ellenbogenstößen in verschiedenen Variationen erhöht. Wenn mir da einer im "Ernstfall" reinläuft, dann wurde das sicher durch das Üben der Formen begünstig, weil bestimmte Bewegungsmuster nun mal drin sind. |
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#14
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| Mit dem Eingangspost wurde ich sofort an Spiegelneurone erinnert. Kurz zusammengefasst wenn ich sehe, wie ein Anderer eine Hand hebt, werden in meinem Großhirn Areale aktiviert, welche ebenfalls aktiviert werden würden, wenn ich die Hand gehoben hätte. Die Spiegelneurone sind nicht nur fürs Imitieren von Bewegungen gut, sondern zum Beispiel auch fürs Empfinden von Emotionen ... In diesem Artikel wurde zum Beispiel eine an der Uniklinik Lübeck entwickelte Methode vorgestellt, die sich auf die Spiegelneurone stützt. Schlaganfallpatienten wurde vorher die Reha-Bewegungen in Filmen gezeigt und danach kam die Reha. Die Reha-Ergebnisse scheinen gut zu sein, eine genaue Beurteilung wird aber nicht im Artikel erwähnt. Unterm Strich denke ich, dass dank den Spiegelneuronen reines Zuschauen hilft, aber bahnbrechend für KS/KK ist das auch nicht. Damit Sachen gut funktionieren müssen Bewegungen in das Kleinhirn eingeschliffen werden und das passiert nur durch viel aktives Üben! |
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#15
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| Zitat:
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