 |  | | Taijiquan, Qigong-Neigong Tuishou, Baguazhang, Xingyiquan Diskutiere Der goldene Yang Stil; Einer meiner ehemaligen Ausbilder sprach einmal darüber, dass er das Taijiquan erforscht. Heute denke ... | | 
02-05-2008, 22:56
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Tai Chi Chuan | | Registrierungsdatum: 01.09.2005 Ort: Saarbrücken
Beiträge: 22
| | Der goldene Yang-Stil Einer meiner ehemaligen Ausbilder sprach einmal darüber, dass er das Taijiquan erforscht. Heute denke ich ebenfalls, dass diese Erforschung notwendig ist, um zu eigenen Erkenntnissen zu kommen. Im Taijiquan ist diese Forschung vorrangig immer praktischer Art. Auch die Meister, von denen ich heute lernen darf, forschen immer weiter, um ihr Taijiquan zu verfeinern. Es ist hier sehr vorteilhaft, wenn ich einen Lehrer finde, der mich soweit bringen kann, dass meine eigene Forschung nach einigen Jahren Lehrzeit auf einem höheren Niveau ansetzen kann. Beim Taijiquan geht es in den seltensten Fällen darum, das Rad neu zu erfinden, sondern vielmehr darum, das Rad, den Ball und die Spirale zu studieren.
Als ich vor einigen Jahren das Konzept "der goldene Yang-Stil" entwickelte, war mein Hauptziel, den mir bekannten Yang-Stil nach Yang Chengfu durch die für mich neuen Erkenntnisse aus dem alten Chen-Stil des kleinen Rahmens zu reformieren, zu verfeinern, zu verbessern. In diese Arbeit hab' ich viel Zeit, Kraft und stundenlange Diskussionen mit befreundeten Praktikern investiert. Und aus meiner Sicht kann sich das Ergebnis bis heute durchaus sehen lassen (Siehe kurzes Video von 2006!). Heute würde ich diese Form aufgrund neuerer Erkenntnisse mit Sicherheit wieder etwas anders ausführen. Interessant finde ich, dass ich mit dem Erforschen der Yang-Form darin immer mehr die alte Chen-Form als Ursprung sehen konnte und mir dann sogar klar wurde, was wie im Laufe der Zeit verändert wurde. Manche Quellen behauten ja, dass Yang Luchan, keine Erlaubnis hatte, das Chen Taijiquan zu lehren, so dass er unter anderem eine neue Choreographie entwickelte.
Heute glaube ich, dass viel Mut dazu gehört, sich in ein traditionelles System einzufügen und sich über viele Jahre von dem Lehrer meiner Wahl formen zu lassen. Gleichzeitig respektiere ich, dass es immer wieder Praktiker geben muss, die ganz eigene Wege gehen, die neues probieren und entwickeln. Wofür ich allerdings wenig Verständnis habe, das sind Leute, die kaum die Basis des Taijiquan erfaßt haben und dann ernsthaft glauben, gänzlich auf eigene Faust große Erfolge erringen zu können. Diese schaden der Kunst mehr als sie nützen. Hier darf ich daran erinnern, dass eine realistische Lehrzeit bei einem traditionellen Lehrer bis heute mindestens zwischen 10 und 15 Jahren dauert, um ansatzweise in ein höheres Niveau des Taijiquan vorzudringen. Die meisten Schüler finden einen solchen Lehrer leider nicht oder hören spätestens auf halbem Weg mit dem Studium des Taijiquan auf. Einige Vergleichsfragen zum traditionellen Lehrer-Schüler-Verhältnis: Wie lange dauert eine gute Ehe? Wieviel Mut gehört dazu eine solche einzugehen? Was gebe ich dafür auf, und was kann ich gewinnen? Die antworten erklären im übertragenen Sinn, warum bei traditionellen Lehrern die Schüler langezeit geprüft werden, bevor der Lehrer den Schüler wirklich annimmt. Beide Seiten - Lehrer und Schüler - gehen ein Risiko ein. Doch: Wie wundervoll können die Ergebnisse sein, wenn es gelingt! | 
04-05-2008, 07:40
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: innerer Kram | | Registrierungsdatum: 08.07.2005 Ort: Rendsburg Alter: 29
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| | Schade, du fingst gut an, aber nur um am Ende die altbekannten Phrasen mit erstmal 10 bis 15 Jahre lernen und Risiko für den Lehrer Quatsch zu rezitieren. Diese Phrasen werden doch nur vorgeschoben, damit der Schüler bl0ß nicht schon nach Monaten oder Wochen konkrete Ergebnisse erwartet, sondern sich im Stillen immer wieder sagt: "Irgendwann, ja irgendwann, dann wird sich mein Meister erbarmen und mir endlich das echte Tai Chi zeigen. Ich muß mich nur würdig erweisen!! Nach nur 2 jahren kann ich damit ja noch nicht kämpfen können. Absoluter Quatsch.
Aber vielleicht habe ich das ja auch nur falsch verstanden. Welches Risiko geht denn der Lehrer ein? Und falls er das nicht tut, was ist dann das Erbebnis(für ihn und für den Schüler?)?
Gruß!
Sebastian | 
04-05-2008, 17:49
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Tai Chi Chuan | | Registrierungsdatum: 01.09.2005 Ort: Saarbrücken
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| | Hallo Sebastian,
meinen eigenen Lehrer hab' ich erst nach 15 Jahren Tai Chi Erfahrung gefunden. Und jetzt hoffe ich, dass wir genügend Zeit haben, damit ich alles von ihm lernen kann.
Wenn du über viele Jahre unterrichtest, weißt du, welches Risiko der Lehrer eingeht.
Ich habe übrigens nicht geschrieben, dass man erstmal 15 bis 20 Jahre lernen muß, sondern dass es insgesamt solange dauern kann, bis man das System komplett gelernt hat.
Wenn ich von "höherem Niveau" spreche, dann kommt es bei deiner Beurteilung darauf an, welches Niveau du kennen gelernt hast. | 
04-05-2008, 19:06
|  | KKB-Userstatus: Intermediate Kampfkunst: Taiji | | Registrierungsdatum: 20.02.2008 Ort: Wien Alter: 52
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| | Zitat von Mathieu Wenn du über viele Jahre unterrichtest, weißt du, welches Risiko der Lehrer eingeht.
| langsam machst du mich neugierig.
ich unterrichte gar nicht (ich lerne seit ca. 3 jahren). welche gefahr stelle ich denn für einen lehrer dar? | 
05-05-2008, 00:19
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: innerer Kram | | Registrierungsdatum: 08.07.2005 Ort: Rendsburg Alter: 29
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| | Hallo Mathieu,
Sorry, ich wollte dich nicht wirklich angreifen. Ist einfach ein Thema, das mich selbst sehr bewegt. Als jemand, der schon weit gereist ist um sich Lehrer anzusehen und auch als jemand, der unterrichtet.
Ich unterrichte, und vor allem Dinge, die ich mir selbst sehr hart erarbeitet habe. Das was für mich meist sehr lange gedauert hat, kann ich dann meist sehr viel direkter weitergeben. Dadurch habe ich mich in der Vergangenheit viel damit befasst, wem ich nun was beibringe. Dabei merkte ich sehr schnell, dass ich nicht dazu in der Lage bin, Wissen zurückzuhalten, ohne den anderen praktisch gleichzeitig blöd zu halten. Das wiederrum trennte mich dann von meinem Schüler/Freund. Das kann ich nicht aktzeptieren.
Wenn ich die Leute denn nun blöd halte, warum soll ich sie dann überhaupt (halbherzig)trainieren? Meist ist die Antwort finanzieller Natur.
Ich habe vor einiger Zeit beschlossen mich diesem ganzen Schei** zu entziehen und einfach ganz offen mit meinem Wissen umzugehen. Daher unterrichte ich alles was ich weiß. Ganz oder gar nicht. Keine Warteliste.
So ziehe ich den größten Nutzen aus dem Training, weil ich zusammen mit meinen Leuten auf dem Niveau arbeiten kann, auf dem ich mich gerade jetzt tatsächlich befinde.
Sorry, wieder sehr engagiert. Du hast sicherlich bessere Gründe Wissen zurückzuhalten. Oder ?
Gruß! | 
05-05-2008, 00:25
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: innerer Kram | | Registrierungsdatum: 08.07.2005 Ort: Rendsburg Alter: 29
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| | Zitat Mathieu: "Einige Vergleichsfragen zum traditionellen Lehrer-Schüler-Verhältnis: Wie lange dauert eine gute Ehe? Wieviel Mut gehört dazu eine solche einzugehen? Was gebe ich dafür auf, und was kann ich gewinnen? Die antworten erklären im übertragenen Sinn, warum bei traditionellen Lehrern die Schüler langezeit geprüft werden, bevor der Lehrer den Schüler wirklich annimmt. Beide Seiten - Lehrer und Schüler - gehen ein Risiko ein. Doch: Wie wundervoll können die Ergebnisse sein, wenn es gelingt!"
Auf das markierte bezieht sich meine Äußerung! Trotzdem würde auch ich gerne wissen, was du nun als Risiko empfindest.
Ich weigere mich mit jemanden zu trainieren, den ich noch nicht voll angenommen habe. Das ist Zeitverschwendung für mich.
Gruß!
Sebastian | 
05-05-2008, 08:17
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: taiji, wushu, kung fu | | Registrierungsdatum: 26.11.2007 Ort: Niedersachsen Alter: 47
Beiträge: 146
| | Zitat von tsange welche gefahr stelle ich denn für einen lehrer dar?
| Gute Frage, tsange, dem kann ich mich nur anschließen. Und andersherum: Könnte ein "falscher" Lehrer nicht auch ein Risiko für seinen Schüler darstellen?
Was die Meisterwahl anbelangt, ich beneide jeden, der hier frei wählen und jahrelang suchen kann. Allerdings sind wohl die wenigsten in der Lage, als lonesome cowboy durch die Lande zu ziehen, um den passenden Lehrer zu finden. Angesichts der vielfältigen Abhängigkeiten im real life (Partner/in, Beruf, Ortsgebundenheit, finanzielle und zeitliche Möglichkeiten) halte ich die Meister-Schüler-Beziehung für arg romantisch verklärt.
Ein Lehrer, der Wissen bewußt zurückhält, weil er seine Schüler dafür nicht für wert erachtet, ist für mich der Inbegriff von herablassender Überheblichkeit. Hinter sich so verhaltenden Lehrern verbirgt sich nicht selten ein machtgeiler Grandiositätsneurotiker. Diese Eliteschüler- und Auserwählten-Denke gepaart mit einem Spritzer Geheimwissen funktioniert leider nicht nur im asiatischen Kulturkreis ausgezeichnet.
Beware of the shifu  !
Grüße,
laoshu
__________________ Wenn die Klügeren immer nachgeben, haben die Dummen die Macht. | 
05-05-2008, 13:35
| | KKB-Userstatus: Intermediate Kampfkunst: Snake/IP-Taiji | | Registrierungsdatum: 02.06.2007
Beiträge: 254
| | Ist ja eighentlich jetzt schon alles ein bisschen offtopic, aber dennoch interessant.
Für mich gehört das Verhältnis Lehrer-Schüler durchaus zu den Künsten mit dazu. Klar, alle müssen leben und rechnen. Aber dennoch sollte es mehr als eine reine Geschäftsbeziehung sein. Ich finde, ein gutes, offenes Verhältnis öffnet beider Geister: man vertraut sich mehr an, gibt Fehler und Unkenntnis eher zu, stellt sich aufeinander ein, sucht gemeinsam neue Wege: darin steckt, so denke ich, Lernpotential.
In dem Sinne habe ich Glück gehabt und wie es scheint, mein Lehrer mit seinem endlich auch.
__________________ Follow the three wise men and get the holy grale in your hands! | 
05-05-2008, 22:05
|  | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Tai Chi Chuan | | Registrierungsdatum: 01.09.2005 Ort: Saarbrücken
Beiträge: 22
| | Wissen zurückhalten muss aus meiner Sicht nur jemand, der ein Limit hat. Ich gebe alles weiter, was ich weiß. Wenn mich dann jemand überholen sollte, dann empfehle ich ihn an meinen Lehrer. Und den einzuholen dürfte sehr schwer sein. Was ich allerdings erwarte, ist, dass auch ein solcher Schüler mich respektiert, weil ich ihm den Weg eröffnet und geebnet habe. Hier erwarte ich in besonderem Maße Solidariät und Loyalität. Damit meine ich zum Beispiel Mithilfe in unserem Lehrbetrieb.
Ich unterrichte seit 16 Jahren. In dieser Zeit habe ich schon viele Strohfeuer erlebt.
In meinem Unterricht gebe ich weiter, was ich weiß. Es sind allerdings eher wenige, die das alles aufnehmen können oder wollen. Wenn jemand wirklich will, fördere ich ihn/sie nach bestem Wissen und Können. Und genau diese Sorte von Schülern stellen ein gewißes Risiko dar, weil ich von Anfang an nie genau weiß, ob sie den Wert meines Unterrichts wirklich verstehen und ob sie dann auch längerfristig dabeibleiben. Viele steigen aus, wenn sie die lange Form gelernt haben, weil sie noch nicht verstehen, dass es dann erst anfängt.
Mein Risiko ist, dass ich ehrlich unterrichte und Herzblut hineinstecke und dass sich Schüler immer wieder charakterlich gesehen als nicht geeignet erweisen können. - Deshalb dauert es auch bei mir einige Zeit, bis ich einen Schüler wirklich annehme. Das ist ein gewißer Selbstschutz.
Was mich betrifft, hatte ich wohl wirkich großes Glück, dass ich selbst so einen vorbildlichen, aufrichtigen und fachlich excellenten Lehrer finden durfte. | 
05-05-2008, 22:21
|  | KKB-Userstatus: Professional Kampfkunst: Taijiquan | | Registrierungsdatum: 03.03.2007 Ort: Karlsruhe
Beiträge: 997
| | Zitat von Mathieu Mein Risiko ist, dass ich ehrlich unterrichte und Herzblut hineinstecke und dass sich Schüler immer wieder charakterlich gesehen als nicht geeignet erweisen können. - Deshalb dauert es auch bei mir einige Zeit, bis ich einen Schüler wirklich annehme. Das ist ein gewißer Selbstschutz.
|
Du nimmst aber schon Geld für Deinen Unterricht?
__________________ "Nur ein Dummkopf kämpft einen Kampf den er nicht gewinnen kann!"
Temüdschin | 
05-05-2008, 22:23
| | KKB-Userstatus: Beginner Kampfkunst: Taijiquan | | Registrierungsdatum: 02.02.2007 Alter: 25
Beiträge: 62
| | Zitat von Mathieu Wissen zurückhalten muss aus meiner Sicht nur jemand, der ein Limit hat. Ich gebe alles weiter, was ich weiß. Wenn mich dann jemand überholen sollte, dann empfehle ich ihn an meinen Lehrer. Und den einzuholen dürfte sehr schwer sein. Was ich allerdings erwarte, ist, dass auch ein solcher Schüler mich respektiert, weil ich ihm den Weg eröffnet und geebnet habe. Hier erwarte ich in besonderem Maße Solidariät und Loyalität. Damit meine ich zum Beispiel Mithilfe in unserem Lehrbetrieb.
[...]
In meinem Unterricht gebe ich weiter, was ich weiß. Es sind allerdings eher wenige, die das alles aufnehmen können oder wollen. Wenn jemand wirklich will, fördere ich ihn/sie nach bestem Wissen und Können.
| Den ersten Teil finde ich wirklich gut! Es gibt nicht viele Leute, die zugeben können/wollen, dass der eigene Schüler einen "besseren" Lehrer als einen selbst braucht, um weiter wachsen zu können.
Oft ist das angebliche Vorenthalten von Wissen(a la: "Du bist dafür noch nicht bereit") nur ein Verstecken des eigenen Unwissens.
Der zweite Teil ist genau das, was ich auch bei meinem Lehrer erfahre.
Ich finde, das ist genau die richtige Herangehensweise. Auf diese Art können Schüler, die schneller verstehen mit denen, die etwas länger brauchen im gleichen Kurs zusammen unterrichtet werden und alle haben etwas davon.
Es ist meines Erachtens nach nicht nötig, "Geheimnisse"(besser vielleicht: Wissen) vorzuenthalten, da nur der, etwas mit dem fortgeschrittenen Wissen anfangen kann, der soweit ist.
Man braucht also keine Angst haben, dass einer in drei Stunden alle "Geheimnisse" "klaut" und dann nie wieder kommt.
Diese ganze Geheimnisskrämerei ist IMHO vollkommener Schwachsinn, da -wie schon gesagt- jeder nur das Wissen aufnehmen kann, was er auch versteht. Ein Anfänger wird bei ganz anderen Sachen hellhörig bzw. kann diese umsetzen, als ein Fortgeschrittener.
__________________ 06.06. - 08.06. Yang Zhen He in Bielefeld. Tui Shou und Yang Stil-Langform! www.wu-yi.de
Wer in Wiesbaden Tui Shou machen möchte, kann sich sehr gerne an mich wenden! | 
05-05-2008, 22:35
| | KKB-Userstatus: Intermediate Kampfkunst: Ma-Tsun-Kuen Tai Chi Chuan, Family-Do | | Registrierungsdatum: 12.01.2006 Ort: Chemnitz Alter: 45
Beiträge: 362
| | Zitat von Spieler Ich finde, das ist genau die richtige Herangehensweise. Auf diese Art können Schüler, die schneller verstehen mit denen, die etwas länger brauchen im gleichen Kurs zusammen unterrichtet werden und alle haben etwas davon.
Es ist meines Erachtens nach nicht nötig, "Geheimnisse"(besser vielleicht: Wissen) vorzuenthalten, da nur der, etwas mit dem fortgeschrittenen Wissen anfangen kann, der soweit ist.
Man braucht also keine Angst haben, dass einer in drei Stunden alle "Geheimnisse" "klaut" und dann nie wieder kommt.
Diese ganze Geheimnisskrämerei ist IMHO vollkommener Schwachsinn, da -wie schon gesagt- jeder nur das Wissen aufnehmen kann, was er auch versteht. Ein Anfänger wird bei ganz anderen Sachen hellhörig bzw. kann diese umsetzen, als ein Fortgeschrittener.
| Volle Zustimmung.  | 
05-05-2008, 23:00
|  | KKB-Userstatus: Intermediate Kampfkunst: Taiji | | Registrierungsdatum: 20.02.2008 Ort: Wien Alter: 52
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| | Zitat von Mathieu Mein Risiko ist, dass ich ehrlich unterrichte und Herzblut hineinstecke und dass sich Schüler immer wieder charakterlich gesehen als nicht geeignet erweisen können.
| also das risiko, eine "schlange an seinen busen genährt zu haben", und daher die (für mich erstmal sehr seltsam anmutende) analogie zur ehe. es geht demnach um die gefahr, enttäuscht und verletzt - gar benützt und weggeworfen - zu werden.
vom unterrichten versteh ich nichts, aber was das geben und nehmen allgemein betrifft: gibt man nicht im grunde deshalb, weil man das selbst möchte und braucht? würde man es wirklich tun, wenn es vorrangig um eine belohnung ginge, die man sich von außen zurückerwartet?
meine großmutter hatte einen spruch "wenn dir jemand was schenkt, das du brauchen kannst: greif zu. entweder kams von herzen, dann machst du demjenigen eine freude. oder es war berechnend, dann geschieht ihm recht". so brutal hab ich das natürlich nicht befolgt, aber ich hab mir das andersrum gemerkt: wenn ich was schenke, ist es geschenkt, und kein kuhhandel. wenn ich was dafür kriegen will, meld ich das gleich an und bestehe darauf. dann gibt es keine enttäuschungen und keine unklarheiten. es erspart auch verwechslungen zwischen herzblut und verletzem stolz. und wenn jemand tatsächlich mal glaubt, mich "ausgenutzt" zu haben und meint, mich dafür auslachen zu können, halte ich das für sein problem.
als schüler, wenn man nicht ganz blöd ist, weiß man, dass man nur für die teilnahmezeit bezahlt und dass _guter_ unterricht immer ein sehr wertvolles geschenk ist und nur als freiwilliges geschenk funktioniert. aber ich denke, das muss auch für den lehrer bereichernd sein, ganz im gegensatz zu dienst nach vorschrift. oder? | 
05-05-2008, 23:40
|  | KKB-Userstatus: Professional Kampfkunst: Taijiquan | | Registrierungsdatum: 03.03.2007 Ort: Karlsruhe
Beiträge: 997
| | @Herzblut:
Die tibetischen Buddhisten haben die Angewohnheit aus buntem Sand in tagelanger hingebungsvoller (Herzblut?) Kleinarbeit solche wunderschöne Bilder und Mandalas zu gestalten.
Wenn sie damit fertig sind zerstören Sie die Kunstwerke.
Warum die das wohl machen Zitat von tsange als schüler, wenn man nicht ganz blöd ist, weiß man, dass man nur für die teilnahmezeit bezahlt und dass _guter_ unterricht immer ein sehr wertvolles geschenk ist und nur als freiwilliges geschenk funktioniert. aber ich denke, das muss auch für den lehrer bereichernd sein, ganz im gegensatz zu dienst nach vorschrift. oder?
| Ich bin irgendwie zu dem Eindruck gelangt, dass die meisten Leute Geschenke nicht zu schätzen wissen ("was nichts kostet ist nichts wert") und mit mehr Elan zum Unterricht gehen, wenn der entsprechend teuer ist  
__________________ "Nur ein Dummkopf kämpft einen Kampf den er nicht gewinnen kann!"
Temüdschin | 
05-05-2008, 23:56
|  | KKB-Userstatus: Intermediate Kampfkunst: Taiji | | Registrierungsdatum: 20.02.2008 Ort: Wien Alter: 52
Beiträge: 386
| | Zitat von bluemonkey Die tibetischen Buddhisten haben die Angewohnheit aus buntem Sand in tagelanger hingebungsvoller (Herzblut?) Kleinarbeit solche wunderschöne Bilder und Mandalas zu gestalten.
Wenn sie damit fertig sind zerstören Sie die Kunstwerke.
Warum die das wohl machen
| eben. was man von ganzem herzen macht, ist in sich eine bereicherung. wenn man zusätzlich noch dafür - z.b. mit besonders tief empfundenem respekt, vertrauen usw. - belohnt wird, ist das fein, aber nicht erforderlich, damit die bilanz ausgewogen ist.
Ich bin irgendwie zu dem Eindruck gelangt, dass die meisten Leute Geschenke nicht zu schätzen wissen ("was nichts kostet ist nichts wert") und mit mehr Elan zum Unterricht gehen, wenn der entsprechend teuer ist | die meisten? ich glaub, ganz soviele sind es nicht. und da gehts eher um geld als um das aus-sich-heraus-schenken.
da der mensch von irgendwas leben muss, muss sich der lehrer ohnehin seine zeit bezahlen lassen (sonst braucht er die, um anderweitig geld zu verdienen). wenn er die preise zu hoch ansetzt, kriegt er halt zur strafe diese besondere sorte kunden.  | |
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