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  #1  
Alt 26-01-2011, 13:46
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 24.08.2010
Beiträge: 33
Standard Hilfe: Suche nach wichtigen Tipps und Ratschlägen

Hey Leute,

ich möchte euch kurz meine Situation schildern.
Seit meinem 16 Lebensjahr trainiere ich diverse Kampfkünste. Jetzt bin ich 25 und bisher habe ich BBT und WT am eifrigsten trainiert. Nun ist es allerdings so, dass diese Kampfkünste, oder vielmehr die damit zusammenhängenden Vereine, verlassen habe. Ich möchte mich vielmehr den inneren Kampfkünsten widmen.

Leider ist es so, dass in meiner Gegend kein Lehrer für innere Kampfkünste vorzufinden ist. Ich habe vor zwei Monaten in einer Nachbarstadt bei einer Tai Chi-Lehrerin begonnen, bei welcher ich der Meinung bin, dass sie "mehr zu bieten" hat als das Wellness-Tai Chi. Sie kann die Bewegungen in Hinblick auf Kampfanwendungen erklären und versteht es auch, die Energie anderer zu erfühlen, sowie den Schwerpunkt beim Partner herauszufühlen. Sie würde gerne mit mir Push-hands trainieren, da sie selbst keinen Partner findet, der diese Seite des Tai Chi erlernen möchte.
Dass ich diese Frau gefunden habe, stimmt mich schon ganz froh...allerdings merke ich, dass ihr Tai Chi-Unterricht sich dem Begehr der Mehrheit anpasst, und die Mehrheit Menschen sind, die Tai Chi als Entspannungsübung betrachten.

Ich würde gern wissen, ob ihr mir ein paar Ratschläge erteilen könnt, wie ich "kampforientiert" üben könnte.

Gestern sagte sie mir, dass Kampfkunst nicht heißt, aus sich heraus zu gehen und jemanden zu schlagen, sondern bei sich zu bleiben und durch sich selbst in den anderen hineinhören...
Welche Möglichkeiten habe ich, Tai Chi als Selbstverteidigung zu üben, wenn nicht durch "Schläge und Tritte" (metaphorisch ausgedrückt)?

Sie meinte, dass es erstmal reicht, die Form zu lernen und dass sich dadurch automatisch der Körper entwickelt und auch in entsprechenden Reaktionen agieren kann.
Allerdings denke ich, dass dies auch geübt werden müsste, oder?

Könnt ihr mir weiterhelfen?

Liebe Grüße
J.T.
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  #2  
Alt 26-01-2011, 13:57
Benutzerbild von Klaus
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst:
 
Registrierungsdatum: 31.08.2001
Ort: NRW
Beiträge: 12.559
Standard

IMA ist Grundlagentraining. Jeden Tag vernünftig Formen, Grundübungen und Gerätetraining, halbe Stunde reicht. 1,5 Stunden täglich reicht für ordentliches Niveau, wenn man keinen Blödsinn "übt". Formen sehr langsam, dazu Stampfübungen, Lanzen schütteln, und Partnerübungen nach Lust.

Schmink Dir aber ab, dass man damit in der Lage ist, immer den "Kampf" zu suchen. Du kannst genauso wenig "mit IMA" jeden zusammenschlagen bei dem Du Lust darauf hast wie ein Tyson, der landet auch im Knast wenn der das macht.

Und bitte keine Nachfragen per PN nach den Supertricks wie man der Killer wird.
__________________
"Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)
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  #3  
Alt 26-01-2011, 14:09
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Taichi
 
Registrierungsdatum: 31.05.2008
Beiträge: 258
Standard

Hallo junger Tiger,

es ist eigentlich ganz einfach: Such dir einen Lehrer oder eine Lehrerin, die selbst Kampfkunst betreibt und auch beherrscht. Von ihm/ihr wirst du es auch lernen können. Wichtiges Indiz: Hat er/sie Schüler, die auch etwas können. Außerdem sollt der/die Lehrer im dirketen Kontakt mit dir problemlos zeigen können, wie Taichi als realistische Kampfkunst funktioniert.

Ich habe nicht das Gefühl, dass du das bei deiner jetzigen Lehrerin wirklich findest.

Aber ich halte es für illusorisch, dass dir hier im Forum jemand Tipps gibt, mit denen du dann ein Fighter nach IMA-Gesichtspunkten wirst. Gerade in den IMA ist meiner Meinung nach ein direkter Kontakt zu einem guten Lehrer absolut unerlässlich.

Wenn du konkrete Tipps für einen Lehrer möchtest, sag mal, wo du wohnst.

Lg, K.

Geändert von Kamenraida (26-01-2011 um 14:11 Uhr).
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  #4  
Alt 26-01-2011, 14:09
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 24.08.2010
Beiträge: 33
Standard

Danke, Klaus, für Deine Antwort.

Mir geht es ja nicht um irgendwelche Killer-Effekte. =)
Sondern nur um ein optimales Üben.

Ich habe das Gefühl, oder besser den Gedanken, dass der Aspekt der Kampfkunst in den Hintergund tritt und damit weiß ich nicht so recht umzugehen, weil in den beiden Kampfkünsten, die ich vorher trainiert habe, ging es eben nur am "Hauen".

Mein Bruder übt zum Beispiel sehr fleißig WT und ich merke zwar, dass er richtig gut geworden ist, aber ich merke auch, dass er aggressiver geworden ist.
Ich fürchte im Moment, dass ich "schlechter" werde, wenn ich nur die Tai Chi-Form und die Grundlagen übe und das kämpferische Element an zweite Stelle setze.
Ich habe Angst vorm Loslassen - mir fiel es verdammt schwer, mich damals vom BBT loszusagen, weil ich dachte, dass ich dadurch wieder schlechter werde...
:-(
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  #5  
Alt 26-01-2011, 16:35
Benutzerbild von scarabe
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
Registrierungsdatum: 11.08.2006
Ort: B
Alter: 45
Beiträge: 4.119
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nur mal so als kleinen Denkanstoß:

in der Inneren KK, wo auch INNERE Fähigkeiten- vom "Hören" bis zur Energiearbeit- wichtige Grundlage sind, wird man nicht besser, wenn man nur äußere Bestandteile übt, die sich in äußerer Bewegung ausdrücken (Punches, Kicks).
Zwar müssen diese auch geübt werden, denn letztendlich werden die inneren Fähigkeiten erst wirksam am Gegner, wenn man die äußere Bewegung zuschaltet- aber die Idee, eine innere KK erlernen zu können, indem man vor allem äußere Bewegung übt, ist am Thema vorbei.

Ein großer Bestandteil ist nunmal das geduldige Hören und Fühlen lernen, zu erkennen, wo der Schwerpunkt des Gegners ist, was dieser vorhat, wie es energetisch bei ihm aussieht- und natürlich seinen Körper so zu trainieren, daß auch die Tiefenmuskulatur gekräftigt wird, daß ein Teil der Alltags-Muskelkraft tatsächlich durch innere Kraft ersetzt wird/werden kann, Struktur aufgebaut und erhalten wird etc. Ihn anzufassen und durch die Hände sofort zu fühlen, wo im Körper er gelöst und wo angespannt oder blockiert ist- zu fühlen, ob er tatsächlich ruhig und gelöst ist oder das nur zur Schau trägt etc...

Sich mental und physisch so weit zu entwickeln, daß man damit sinnvoll arbeiten kann, dauert ein paar Jahre und das sollte einem auch bewußt sein. Da hilft nur Geduld und das Üben scheinbar langweiliger und zunächst in kämpferischem Sinne fragwürdig erscheinender Übungen, um diese Fähigkeiten langsam zu entwickeln. Ist ein bißchen wie mit einem Kind, dessen Entwicklung auch ihre Zeit braucht, ein paar Jahre überspringen geht nicht.
Bitter essen, das sich hier aber weniger in Schweiß und Körperlichem Schmerz zeigt, als in Geduld und diszipliniertem, konzentriertem Üben.

Dazu- wie oben erwähnt- kommt dann natürlich die Kenntnis kampfsporttechnischer Techniken, Punches, Kicks, Würfe, aber vor allem auch die Körperliche Fähigkeit, trotz Weichheit und Nachgiebigkeit die Struktur zu erhalten und Angriffe soweit umzuleiten, daß daraus eine wirksame Reaktion entstehen kann.

Jedoch: Genausowenig, wie man anfängt, bei einem Haus erst die Fassade und das erste OG zu errichten, macht es Sinn, sich gleich mit den für Anfänger oft "spannender" erscheinenden Fortgeschrittenenübungen zu befassen, eine solide BAsis ist Grundlage für weitere Entwicklung- fehlt sie, wird daraus nie wirklich effektive INNERE Kampfkunst, da die grundlegenden Fähigkeiten nicht oder nicht ausreichend entwickelt sind.

Was die Lehrerin betrifft, kann ich wenig sagen. Gut, daß sie die Anwendungen kennt. Es klingt nicht unvernünftig, wenn gleich sie im Pushen noch unerfahren zu sein scheint- was sie sagt und auch das Problem mit den Schülern kenne ich selbst- viele Leute kennen Taiji nur als Gesundheitsturnerei und quälen ihre Lehrer mit Anspruchslosigkeit, Unsportlichkeit und oft Faulheit. Wirft man sie aber alle hinaus, bleiben oft nicht genug Schüler übrig, um finanziell über die Runden zu kommen.
Sparrt man als Frau mit einem Mann und schmeißt ihn mal durch die Gegend, ist er meist schnell weg, hat man einen Partner, der kräftemäßig überlegen ist, läuft es oft auf technisch eher schlampiges Üben hinaus, hat man einen Frau als Partnerin, muß man aufpassen, daß man ihr nicht zu grob wird...
Man findet zwar auch als Frau Trainingspartner, mit denen man gut und trotzdem "mit spielerischem Ernst" üben kann, aber das ist schwer- denn neben charakterlicher Reife setzt es auch ein gewisses Können voraus, das jemand erst mal haben muß. Und, falls er besser oder weniger gut ist, auch seine Bereitschaft, trotzdem mitzumachen.

Als Frau bietet sich -kursbezogen- noch zusätzlich die Schwierigkeit, daß viele Jungs/Männer der Meinung sind, eine Frau sein nicht "stark" oder "hart" genug, um auch wikliche Kampfkunst vermitteln zu können. (Was hingegen gerade jene Quälgeister anzuziehen scheint, die sich eine Stunde gemütliche Unterhaltung mit gesundheitsfördernder Wirkung durch bloße Anwesenheit versprechen)

Männer lassen sich oft lieber von männlichen Lehrern von oft fraglicher kämpferischer Qualität ködern, insbesondere, wenn diese sich geschickt vermarkten, anstatt einfach mal eine Weile auszuprobieren, ob sie bei einer Frau nicht vielleicht genausoviel oder sogar mehr lernen können- denn wie wir alle wissen, gerade in der inneren KK kommt es nicht unbedingt darauf an, wer die größte Körperkraft hat- die in der inneren KK wichtige Intuition und die Fähigkeit, sensibel wahrzunehmen sind Qualitäten, die bei Frauen in der Regel mindestens so stark ausgeprägt sind, wie bei Männern- während Sportlichkeit und Technik Männern und Frauen gleichermaßen zugänglich sind!

Geändert von scarabe (26-01-2011 um 16:41 Uhr).
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  #6  
Alt 26-01-2011, 17:07
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan Yang-Stil
 
Registrierungsdatum: 28.06.2007
Beiträge: 131
Standard

Zitat:
Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
nur mal so als kleinen Denkanstoß:

in der Inneren KK, wo auch INNERE Fähigkeiten- vom "Hören" bis zur Energiearbeit- wichtige Grundlage sind, wird man nicht besser, wenn man nur äußere Bestandteile übt, die sich in äußerer Bewegung ausdrücken (Punches, Kicks).
Zwar müssen diese auch geübt werden, denn letztendlich werden die inneren Fähigkeiten erst wirksam am Gegner, wenn man die äußere Bewegung zuschaltet- aber die Idee, eine innere KK erlernen zu können, indem man vor allem äußere Bewegung übt, ist am Thema vorbei.

Ein großer Bestandteil ist nunmal das geduldige Hören und Fühlen lernen, zu erkennen, wo der Schwerpunkt des Gegners ist, was dieser vorhat, wie es energetisch bei ihm aussieht- und natürlich seinen Körper so zu trainieren, daß auch die Tiefenmuskulatur gekräftigt wird, daß ein Teil der Alltags-Muskelkraft tatsächlich durch innere Kraft ersetzt wird/werden kann, Struktur aufgebaut und erhalten wird etc. Ihn anzufassen und durch die Hände sofort zu fühlen, wo im Körper er gelöst und wo angespannt oder blockiert ist- zu fühlen, ob er tatsächlich ruhig und gelöst ist oder das nur zur Schau trägt etc...
(...)
Schöner Beitrag. Ohne Entspannung und andere innere Fähigkeiten ist es halt kein Taijiquan. Und das dauert, bis man's gelernt hat.

Man kann das übrigens auch ein halbes Jahr als Einstieg bei den hier so gerne geschmähten AOK- und VHS-Kursen lernen, wenn die Lehrer darin gut sind (und die gibt es dort auch, hatten wir letzt mal ein paar schöne Beispiele) und wenn man weiß, dass das nicht alles ist, was Taijiquan zu bieten hat. Nur mal so als Ergänzung.

In welcher Stadt bist du denn, du junger Tiger? Es gibt hier immer ein paar Tipps für eine passende Schule.
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  #7  
Alt 26-01-2011, 17:15
Benutzerbild von va+an
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Kampfkunst: Dao Wing Chun , Chen TaiJiQuan
 
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Beiträge: 1.846
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Zitat:
Zitat von junger Tiger Beitrag anzeigen
Hey Leute,

ich möchte euch kurz meine Situation schildern.
Seit meinem 16 Lebensjahr trainiere ich diverse Kampfkünste. Jetzt bin ich 25 und bisher habe ich BBT und WT am eifrigsten trainiert. Nun ist es allerdings so, dass diese Kampfkünste, oder vielmehr die damit zusammenhängenden Vereine, verlassen habe. Ich möchte mich vielmehr den inneren Kampfkünsten widmen.

Leider ist es so, dass in meiner Gegend kein Lehrer für innere Kampfkünste vorzufinden ist. Ich habe vor zwei Monaten in einer Nachbarstadt bei einer Tai Chi-Lehrerin begonnen, bei welcher ich der Meinung bin, dass sie "mehr zu bieten" hat als das Wellness-Tai Chi. Sie kann die Bewegungen in Hinblick auf Kampfanwendungen erklären und versteht es auch, die Energie anderer zu erfühlen, sowie den Schwerpunkt beim Partner herauszufühlen. Sie würde gerne mit mir Push-hands trainieren, da sie selbst keinen Partner findet, der diese Seite des Tai Chi erlernen möchte.
Dass ich diese Frau gefunden habe, stimmt mich schon ganz froh...allerdings merke ich, dass ihr Tai Chi-Unterricht sich dem Begehr der Mehrheit anpasst, und die Mehrheit Menschen sind, die Tai Chi als Entspannungsübung betrachten.

Ich würde gern wissen, ob ihr mir ein paar Ratschläge erteilen könnt, wie ich "kampforientiert" üben könnte.

Gestern sagte sie mir, dass Kampfkunst nicht heißt, aus sich heraus zu gehen und jemanden zu schlagen, sondern bei sich zu bleiben und durch sich selbst in den anderen hineinhören...
Welche Möglichkeiten habe ich, Tai Chi als Selbstverteidigung zu üben, wenn nicht durch "Schläge und Tritte" (metaphorisch ausgedrückt)?

Sie meinte, dass es erstmal reicht, die Form zu lernen und dass sich dadurch automatisch der Körper entwickelt und auch in entsprechenden Reaktionen agieren kann.
Allerdings denke ich, dass dies auch geübt werden müsste, oder?

Könnt ihr mir weiterhelfen?

Liebe Grüße
J.T.
Mit 25 bist du gut im Saft!
Du mußt aber für dich abwägen, was für dich gut/schlecht ist, und vor allem worauf du Bock hast!

Fighten? Dann such dir entsprechend einen Stil.
Gutes GongFu? Dann such dir einen guten Lehrer.

Eines darfst du nicht vergessen,
nicht der Stil entscheidet immer, sondern der Lehrer.
Wenn du gutes Basistraining bei deiner Lehrerin bekommst,
dann kannst du ne Weile bei ihr trainieren, und vielleicht später deinen Horizont woanders erweitern.

grüße
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  #8  
Alt 26-01-2011, 17:34
Benutzerbild von scarabe
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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Ja, genauso ist es, wenn das Basistraining gut ist, dann kannst Du dort ruhig eine Weile bleiben, mach ein paar Probestunden und hör auf Dein "Bauchgefühl".
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  #9  
Alt 26-01-2011, 18:37
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Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 24.08.2010
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Also "fighten" möchte ich nicht.
Ich habe gemerkt, dass sogenanntes Kampfkunst-Training oftmals das Thema verfehlt. Ich meine damit die sterile Dojo-Atmosphäre, in der "Kampf trainiert" wird. Das ist für mich zum Widerspruch schlecht hin geworden, daher habe ich auch beim BBT und WT aufgehört.
Beide Schulen vermitteln Prinzipien, wie man sich verteidigen kann, dann werden "Labor-Bedingungen" geschaffen, unter denen geübt wird. Da fehlt die Echtheit, die Intuition aus meiner Sicht.
Ich bin an eine Stelle gelangt, wo für mich nicht das Kämpfen im Vordergrund steht...da habe ich gemerkt, dass das Gras überall gleich grün ist. Egal, in welchem Dojo man ist: es ist und bleibt ein "Labor" und geht an der Realität häufig vorbei.
Daher kam ich zu dem Schluss, etwas zu üben, was für mich ist und aus mir heraus entsteht...denn ich bin kein "Labor". ;-)
Ich möchte etwas aus mir selbst heraus entstehen lassen, was zu einer ganzheitlichen Art entwickelt werden kann, über SV hinaus.
Im Prinzip ist es ja so, dass man 10, 20, 30 Jahre fleißig trainieren kann und man dann doch an einen kommt, der etwas unerwartetes tut und *schwupps* liegt man auf der Nase...
Um die Bibel zu zitieren: Wer das Schwert zieht, kommt durch das Schwert um.


Ja, ich fühle mich bei der Lehrerin wohl. Sie bildet sich auch vielseitig fort.
Die Grundlagen, denke ich, kann ich sicher bei ihr erlernen.
Ich bin nur durch das Forum hier etwas verwirrt worden, als ich in den verschiedenen Beiträgen die Abneigung gegenüber dem "Gesundheits"-Tai Chi wahrgenommen habe.
Ihr könnt mich gerne korrigieren, aber ich denke, dass Tai Chi Tai Chi ist. Auch wenn es verschiedene Schwerpunkte gibt, der Kern ist derselbe. Und man kann in seinem Körper selbst auf Erkundungstour gehen.

Vielleicht könnt ihr mir bei einer Sache helfen.
Und zwar sagte mir die Lehrerin, dass erst der Geist kommt und sich dann der Körper bewegt.
Wie kann ich mir das vorstellen, gerade in Hinblick auf die Vorstellungskraft?
Gestern hatte ich mit ihr über die Ballposition der Hände gesprochen und sie meinte, dass das eine gute energetische Position sei.
Soll man sich einen Ball zwischen den Fingern vorstellen?
Wenn ja, kann man diese "Übung" soweit treiben, dass man die Hände trotz Willen nicht mehr zusammenführen kann, weil der Ball dazwischen ist?

Wie kann ich die Vorstellungskraft richtig einsetzen?
Sie sagte mir, dass der Geist den Körper bewegt...das habe ich leider nicht verstanden.

Lg
J.T.
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  #10  
Alt 26-01-2011, 18:47
Benutzerbild von scarabe
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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Immer diese poetische Geheimniskrämerei!
Der Geist kommt immer zuerst. Jede Aktion entsteht aus einer Idee oder einem Impuls, genau das zu tun. egal, ob du beschließt, ein Haus zu bauen und das dann umsetzt, oder ob Du beschließt, den Arm zu heben. Zuerst ist Yi, die Absicht- bewußt oder unbewußt, dann erst folgt die Aktion. Selbst Reflexe werden aus dem Gehirn, also der Absicht heraus, gesteuert. (Umgekehrt kannst du durch den Geist auch Impulsbewegungen/Reflexe kontrollieren und bleiben lassen, auch hier steuert der geist den Körper)

Die Geschichte mit dem Ball ist eine uralte Qi Gong Übung. Mit der Zeit wirst du eine Art unsichtbarar Energie zwischen Deinen Händen fühlen, die einem Ball ähnelt. Diese kannst du so verdichten, daß es tatsächlich schwer fällt, sie zusammenzudrücken. Da aber alle Erklärung hier etwas merkwürdig klingt, schlage ich vor, Du machst einfach deine Übungen und wartest darauf, daß sich diese Qi-Phänomene bei dir einstellen, denn realistisch vorstellen kannst Du es Dir sowieso erst, wenn Du es auch mal gefühlt hast.

Ist ähnlich wie mit den Seidenfadenübungen, wenn Du irgendwann eingewebt bist in eine Art Netz feiner Energiebande, fühlt sich das einfach anders an, als wenn du einfach die Hände durch die Luft ziehst und hoffst, daß die Bewegung korrekt ist.

Gesundheitstaiji an sich- wenns richtig gemacht wird- ist nichts Schlimmes, nur eben kein vollständiges Taiji, weil ein erheblicher Teil einfach weggelassen wird. Leider nur nimmt es außerdem oft extreme Auswüchse an, die dann regelrecht contra die Kampfkunst Taiji wirken...

Geändert von scarabe (26-01-2011 um 18:53 Uhr).
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  #11  
Alt 26-01-2011, 20:36
Moderator
Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
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@Junger Tiger
Idealerweise schreibst Du noch, in welcher Gegend Du wohnst, dann gibt es vielleicht die ein oder andere Adresse als Tipp

Gruss, Thomas
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  #12  
Alt 26-01-2011, 21:15
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Kampfkunst: -
 
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Hallo,
ich wohne in Eisleben.
Mansfeld-Südharz...in der Nähe von Halle.

Ich weiß, dass es bei Leipzig mehrere Tai Chi-Schulen gibt, nur leider denke ich auch, dass es da viele Lehrer geben könnte, die mehr sagen als handeln.
Zumindest ist das meine bisherige Erfahrung...

In Halle bin ich bei Ulrike Hoffmann.
Taijiquan & Qigong Netzwerk Deutschland - Ulrike Hoffmann (pinkas)

habe zudem in Halle ein Training der ITCCA gefunden.
Allerdings weiß ich nicht, was ich davon halten soll..."authentischer Yang-Stil".
Das klingt mir etwas nach Dogmatik: "Wir haben das einzig Wahre"
Habt ihr da vielleicht Erfahrungen?
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  #13  
Alt 26-01-2011, 21:43
Benutzerbild von Hongmen
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Kampfkunst: INNERE KAMPFKUNST
 
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Zitat:
Zitat von junger Tiger Beitrag anzeigen
Hey Leute,

ich möchte euch kurz meine Situation schildern.
Seit meinem 16 Lebensjahr trainiere ich diverse Kampfkünste. Jetzt bin ich 25 und bisher habe ich BBT und WT am eifrigsten trainiert. Nun ist es allerdings so, dass diese Kampfkünste, oder vielmehr die damit zusammenhängenden Vereine, verlassen habe. Ich möchte mich vielmehr den inneren Kampfkünsten widmen.

Leider ist es so, dass in meiner Gegend kein Lehrer für innere Kampfkünste vorzufinden ist. Ich habe vor zwei Monaten in einer Nachbarstadt bei einer Tai Chi-Lehrerin begonnen, bei welcher ich der Meinung bin, dass sie "mehr zu bieten" hat als das Wellness-Tai Chi. Sie kann die Bewegungen in Hinblick auf Kampfanwendungen erklären und versteht es auch, die Energie anderer zu erfühlen, sowie den Schwerpunkt beim Partner herauszufühlen. Sie würde gerne mit mir Push-hands trainieren, da sie selbst keinen Partner findet, der diese Seite des Tai Chi erlernen möchte.
Dass ich diese Frau gefunden habe, stimmt mich schon ganz froh...allerdings merke ich, dass ihr Tai Chi-Unterricht sich dem Begehr der Mehrheit anpasst, und die Mehrheit Menschen sind, die Tai Chi als Entspannungsübung betrachten.

Ich würde gern wissen, ob ihr mir ein paar Ratschläge erteilen könnt, wie ich "kampforientiert" üben könnte.

Gestern sagte sie mir, dass Kampfkunst nicht heißt, aus sich heraus zu gehen und jemanden zu schlagen, sondern bei sich zu bleiben und durch sich selbst in den anderen hineinhören...
Welche Möglichkeiten habe ich, Tai Chi als Selbstverteidigung zu üben, wenn nicht durch "Schläge und Tritte" (metaphorisch ausgedrückt)?

Sie meinte, dass es erstmal reicht, die Form zu lernen und dass sich dadurch automatisch der Körper entwickelt und auch in entsprechenden Reaktionen agieren kann.
Allerdings denke ich, dass dies auch geübt werden müsste, oder?

Könnt ihr mir weiterhelfen?

Liebe Grüße
J.T.
Hi J.T.

Wenn Du es einrichten könntest mich in Hannover zu besuchen, könnte ich Dir ein paar interesssante Dinge beibringen!

Gruß
Hongmen
__________________
Schule für Innere Kampfkunst
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  #14  
Alt 27-01-2011, 02:33
Benutzerbild von Klaus
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Kampfkunst:
 
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ITCCA ist eher ein Caveat. Sieh Dir die Youtube-Videos an, das sollte aussagefähig sein.
__________________
"Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)
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  #15  
Alt 27-01-2011, 09:39
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Kampfkunst: Dao Wing Chun , Chen TaiJiQuan
 
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Zitat:
Zitat von junger Tiger Beitrag anzeigen
Und zwar sagte mir die Lehrerin, dass erst der Geist kommt und sich dann der Körper bewegt.
Wie kann ich mir das vorstellen, gerade in Hinblick auf die Vorstellungskraft?

Lg
J.T.
Nicht denken, einfach machen!
Natürlichkeit kommt nicht von nachdenken, sondern einfach machen.
Laß dich nicht verwirren, von Sätzen. Nimm es hin und vergiß es wieder. Wenn ne gewisse Prais hast, wirst du es dann verstehen.

Was das Kloppen angeht.. Erstmal muß man lernen, wie sich das gelernte unter "Laborbedingungen" anfühlt, damit du verstehst wie es funktioniert.
Wenn man sich ein Repertoire angeeignet hat, sollte man zum Sparring übergehen. Da wirst du sicherlich dann deine Stärken und Schwächen kennenlernen, und deine Stärken weiter ausbauen.

Grüße
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