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  #1  
Alt 06-03-2010, 22:24
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Kampfkunst: Ving Tsun Kung Fu
 
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Standard Die IMA - Struktur

Angeregt durch einige Beiträge in den letzten Threads eröffne ich einfach mal eine Diskussion zu diesem Thema. Es wäre nett, wenn auf Persönliches und Chi-Bälle, Dschinnis usw verzichtet werden könnte

Gruss, Thomas



Zitat:
Zitat von rudongshe Beitrag anzeigen
Innere Spannung für explosive Kraft und Integration des Körpers?
Xingyi Quan, Taiji Quan und Bagua Zhang , beinhalten alle drei ein gemeinsames Bewegungsprinzip. Alle diese Stile versuchen maximale Verdrehungen, Verdrillungen und Körperspannung auszunutzen um eine Spiralfederkraft zu entwickeln. Allerdings gehen dabei alle unterschiedlich vor und nur Xingyi Quan basiert auf so einer kompromislosen und massiven Kraftausübung . Auch nutzen abseits der Inneren Stile nicht alle Stile die ganzheitliche Kraft. Vielmehr werden dort verschiedene Körperteile integriert.Zum Beispiel im Shaolin Quan startet die Bewegung gewissermaßen bei der Faust, der der Arm folgt und am Schluss die Hüfte. Dadurch wird ein Faustschlag im traditionellen Shaolin Quan effizient.
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Geändert von T. Stoeppler (08-03-2010 um 18:36 Uhr). Grund: Einschub
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  #2  
Alt 07-03-2010, 14:58
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Kampfkunst: Ving Tsun Kung Fu
 
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Zitat:
Zitat von rudongshe Beitrag anzeigen
Voll und leer unterscheiden ist die erste Pflicht. Wo habe ich Spannung, wo nicht? Es geht nicht um den Wechsel von Spannung/Entspannung, sondern das Gelichzeitige nebeneinander. Die Spannung ist ungleichmäßig verteilt.
Für mich das eigentlich schwierige am Taijiquan.

Oder mit Bobs Worten: if the things move, that should'nt move, the things that should move, won't move.
Im Rahmen des korrekten öffnen und schließen zu erlernen, geht um das Wechselspiel von Spannung und Entspannung. Die Ausbildung der ganzheitlichen Kraft, bedeutet das die Kraft gleichmässig im Körper verteilt ist, dass man mit seinen Körper als Einheit aggieren kann.
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  #3  
Alt 07-03-2010, 15:37
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Zitat:
Zitat von Nananom Beitrag anzeigen
Im Rahmen des korrekten öffnen und schließen zu erlernen, geht um das Wechselspiel von Spannung und Entspannung. Die Ausbildung der ganzheitlichen Kraft, bedeutet das die Kraft gleichmässig im Körper verteilt ist, dass man mit seinen Körper als Einheit aggieren kann.
Das interpretieren wir anders
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  #4  
Alt 07-03-2010, 15:56
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Zitat:
Zitat von rudongshe Beitrag anzeigen
Das interpretieren wir anders
In den Inneren Stilen kann der Körper als ein System von Ventilen angesehen werden, deren korrektes Öffnen und Schließen einen ungehinderten Kraftfluss vom Boden zu den Fäusten zulässt. Je besser dies umgesetzt wird, desto effektiver ist die Kraftanwendung.Hier lernt man zuerst das korrekte Stehen bzw. die richtige Ausrichtung des Körpers am Boden, was man auch „Verwurzellung“, „Wiederstand suchen“ oder „Sinken-lassen“ nennen kann. Dazu müssen nach und nach viele Haltungsaspekte in die Körperstruktur integriert werden. Ist dies umgesetzt, ist eine Kraftanwendung möglich, die letztlich aus der Reibungskraft, die zwischen Fußboden und Fußsohle entsteht. Die Kraft kann vom Boden durch den Körper in den Gegner geleitet werden, da hierfür eine geeignete Körperstruktur ausgebildet wurde.Wichtig ist hier vor allem die richtige Spannung im Körper, aus der die Kraft herausgeholt wird.Um die Kraftentfaltung durch den Körper zu leiten muss man die Beine flexibel halten, den Rücken spannen und lockern, das Becken etwas nach vorne ziehen, die Schultern gesenkt lassen usw.
Die Technik wird ohne viel Muskelkraft durch die Umsetzung von Spannungs- und Entspannungstechniken etabliert. Die Kraft entwickelt sich aus einer speziell ausgebildeten Körperstruktur heraus.
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  #5  
Alt 07-03-2010, 17:51
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Zitat:
Zitat von Nananom Beitrag anzeigen
Ist dies umgesetzt, ist eine Kraftanwendung möglich, die letztlich aus der Reibungskraft, die zwischen Fußboden und Fußsohle entsteht. Die Kraft kann vom Boden durch den Körper in den Gegner geleitet werden [...] Die Technik wird ohne viel Muskelkraft durch die Umsetzung von Spannungs- und Entspannungstechniken etabliert.
Ja, so kann man es auch formulieren
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  #6  
Alt 07-03-2010, 22:47
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Der Boden erzeugt aber überhaupt KEINE Kraft. Kraft erzeugt nur Muskulatur, in der einen oder anderen Form. "Spannung" ist nichts anderes als Kontraktion von Muskulatur. Es ist nur wieder ein spezieller Weg, mit dem Muskulatur in optimale Nutzung von Möglichkeiten gebracht wird. Das Lernen von Struktur ist natürlich ein weiterer Kernbaustein, aber der alleine macht kein Bumm. Wofür macht man da wohl so viele Sachen mit tiefen Ständen die stark an der Kraft der Beine und der Belastung der Achillessehne arbeitet.
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  #7  
Alt 07-03-2010, 23:05
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Zitat:
Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
Der Boden erzeugt aber überhaupt KEINE Kraft. Kraft erzeugt nur Muskulatur, in der einen oder anderen Form. "Spannung" ist nichts anderes als Kontraktion von Muskulatur. Es ist nur wieder ein spezieller Weg, mit dem Muskulatur in optimale Nutzung von Möglichkeiten gebracht wird. Das Lernen von Struktur ist natürlich ein weiterer Kernbaustein, aber der alleine macht kein Bumm. Wofür macht man da wohl so viele Sachen mit tiefen Ständen die stark an der Kraft der Beine und der Belastung der Achillessehne arbeitet.
Es war die Rede davon, dass die Technik am Boden beginnt und auf einem einwirkende Kräfte in den Boden geleitet werden können.Wo wurde hier also erwähnt, dass der Boden Kraft erzeugt? Wo steht das Muskelkraft keine Rolle spielt? Im Gegensatz zu der eher physischen Muskelkraft wird in den Inneren Stilen eher eine Form der Strukturkraft ausgebildet, d.h. eine Kraft die durch eine bestimmte Körperstruktur ausgebildet wird.Daher wird von Anfang an mehr Wert auf die Ausbildung einer bestimmten Körperstruktur gelegt.Auch müssen gewisse Muskelregionen gestärkt werden, welche für eine spezielle Struktur essentiell sind.
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  #8  
Alt 08-03-2010, 17:24
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Kampfkunst: Taichi
 
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Hallo nanoman,

ich finde deine Ausführungen auch nachvollziehbar und das Bild mit dem System aus "Ventilen" finde ich stimmig - wobei sicherlich der Hauptaspekt darauf liegt, diese Ventile zu öffnen - und zwar auch und gerade unter Druck und bei Geschwindigkeit. D.h. die viel zitierte "Bodenlinie" dient nicht dazu, mich praktisch vom Boden aus gegen den Gegner zu stemmen, sondern meinen Körper zwischen Kontaktstelle und Boden so zu öffnen und zu lösen, dass ich Entwurzelung beim anderen erreiche - dann, und nur dann, kann ich die Ventile wieder schließen und sozusagen harte Kraft einsetzen.

Soweit so gut - hoffe ich. In deinem Statement Nr 17 aber schriebst du, dass die Inneren Stile versuchen, "maximale Verdrehungen, Verdrillungen und Körperspannung auszunutzen um eine Spiralfederkraft zu entwickeln".

Dies sehe ich allerdings vollständig anders. Eine geöffnete Struktur versucht gerade, Verdrehungen und Verdrillungen zu vermeiden, da sie den Kraft- bzw. Energiefluss verhindern. Hieraus resultiert unter anderem die erst einmal verkürzte "Reichweite" der inneren Stile, da auch eine Überstreckung eine ungewollte Körperspannung erzeugt.

Wenn ich dich richtig verstehe, sprichst du mit der "Spiralfederkraft" ein Konzept an, dass ich eher aus manchen Interpretationen von ing ung oder auch JKD kenne - Vorspannung, die dann, wenn der weg frei ist, mit einer Art Schnapp-Effekt in einen Schlag umgewandelt wird. Dies ist allerdings gerade das, was man im TCC meiner Meinung nach nicht macht.

Schönes Thema.
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  #9  
Alt 08-03-2010, 18:59
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Interessant fand ich eine Aussage im letzten WCTAG-Magazin (Meditation), in Zusammenhang mit der entwicklung des Dan Tien. Fajin ist demzufolge in fortgeschrittenem Zustand nicht mehr das "Peitschenhieb-artige" Freisetzen von Kraft in Punches etc, sondern mehr ein inneres Aufladen (Füllen des Dan Tien, vgl. bis es unter Druck steht) mit dem foglenden, blitzartigem entladen.

Daß das ohne ausreichendes Training, Kraft, Muskulatur, dem richtigen Verhältnis von Anspannung-Entspannung und Struktur nicht richtig umzusetzen wäre, erscheint logisch.

Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht (klappt leider noch nicht immer), daß es ein explosives Freisetzen von energie ist, vergleichbar mit "Kugeln", die man verschießt, anstatt die Energie langsam und gleichmäßig fließen zu lassen.
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  #10  
Alt 08-03-2010, 20:09
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Zitat:
Zitat von Kamenraida Beitrag anzeigen
Wenn ich dich richtig verstehe, sprichst du mit der "Spiralfederkraft" ein Konzept an, dass ich eher aus manchen Interpretationen von ing ung oder auch JKD kenne - Vorspannung, die dann, wenn der weg frei ist, mit einer Art Schnapp-Effekt in einen Schlag umgewandelt wird. Dies ist allerdings gerade das, was man im TCC meiner Meinung nach nicht macht.
Wie wird die Kraft denn dann im TCC erzeugt?

Wenn ich die Faust als Projektil ansehe, das ,,abgeschossen" wird, ist es für mich nur Schlüssig, dass eine Art von Vorspannung erzeugt werden muss?

Grüße Ima-Fan
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  #11  
Alt 08-03-2010, 20:14
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  #12  
Alt 08-03-2010, 21:09
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
Vorspannung ist Vorbereitung, und Vorbereitung kostet Zeit und verrät die Absicht.
Also ein Boxschlag hat für mich auch eine gewisse Art Vorspannung. Der erfüllt aber alle deine Anforderungen...

Grüße Ima-Fan
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  #13  
Alt 08-03-2010, 21:18
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Wenn ein Boxer eine Serie schlägt, füllt er dann zwischendurch sein Dan Tien auf, bis eine neue Entladung möglich ist? Man muss immer aus jeder Position zu jedem Ziel schlagen können, und nicht erst irgendwie die Gliedmaßen verdrehen oder eine Art Uhr aufziehen
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  #14  
Alt 08-03-2010, 21:25
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
Wenn ein Boxer eine Serie schlägt, füllt er dann zwischendurch sein Dan Tien auf, bis eine neue Entladung möglich ist? Man muss immer aus jeder Position zu jedem Ziel schlagen können, und nicht erst irgendwie die Gliedmaßen verdrehen oder eine Art Uhr aufziehen
Ich rede nicht vom Auffüllen des Dantien, sondern vom Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung bei der Bewegung.

Bei einer Links/Rechts Kombination profitiert die Rechte auch von einer stäkeren Vorspannung, durch die Linke und die damit stärker eingedrehte Hüfte.

Grüße Ima-Fan
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  #15  
Alt 08-03-2010, 21:30
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Zitat:
Zitat von IMA-Fan Beitrag anzeigen
Ich rede nicht vom Auffüllen des Dantien, sondern vom Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung bei der Bewegung.

Bei einer Links/Rechts Kombination profitiert die Rechte auch von einer stäkeren Vorspannung, durch die Linke und die damit stärker eingedrehte Hüfte.

Grüße Ima-Fan
Das ist aber etwas natürliches, und nichts worüber man salbungsvolle Abhandlungen schreiben müsste. Es geht gar nicht anders. Daher kann es sich nicht um ein Kennzeichen der IMA handeln.

Man bringt sich eben nicht in eine spezielle, verdrehte Situation, sondern man sorgt dafür, dass man aus jeder Position schlagen kann - auch der, die durch den vorhergehenden Schlag entstanden ist.
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