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#1
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| Angeregt durch einige Beiträge in den letzten Threads eröffne ich einfach mal eine Diskussion zu diesem Thema. Es wäre nett, wenn auf Persönliches und Chi-Bälle, Dschinnis usw verzichtet werden könnte Gruss, Thomas Xingyi Quan, Taiji Quan und Bagua Zhang , beinhalten alle drei ein gemeinsames Bewegungsprinzip. Alle diese Stile versuchen maximale Verdrehungen, Verdrillungen und Körperspannung auszunutzen um eine Spiralfederkraft zu entwickeln. Allerdings gehen dabei alle unterschiedlich vor und nur Xingyi Quan basiert auf so einer kompromislosen und massiven Kraftausübung . Auch nutzen abseits der Inneren Stile nicht alle Stile die ganzheitliche Kraft. Vielmehr werden dort verschiedene Körperteile integriert.Zum Beispiel im Shaolin Quan startet die Bewegung gewissermaßen bei der Faust, der der Arm folgt und am Schluss die Hüfte. Dadurch wird ein Faustschlag im traditionellen Shaolin Quan effizient.
__________________ "KUM APEM A, APEM BEBA" "GYE NYAME" Geändert von T. Stoeppler (08-03-2010 um 18:36 Uhr). Grund: Einschub |
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#2
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| Zitat:
__________________ "KUM APEM A, APEM BEBA" "GYE NYAME" |
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#3
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| Das interpretieren wir anders
__________________ "bewegte Prinzipien" http://meinehp.com/bewegen/ |
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#4
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| In den Inneren Stilen kann der Körper als ein System von Ventilen angesehen werden, deren korrektes Öffnen und Schließen einen ungehinderten Kraftfluss vom Boden zu den Fäusten zulässt. Je besser dies umgesetzt wird, desto effektiver ist die Kraftanwendung.Hier lernt man zuerst das korrekte Stehen bzw. die richtige Ausrichtung des Körpers am Boden, was man auch „Verwurzellung“, „Wiederstand suchen“ oder „Sinken-lassen“ nennen kann. Dazu müssen nach und nach viele Haltungsaspekte in die Körperstruktur integriert werden. Ist dies umgesetzt, ist eine Kraftanwendung möglich, die letztlich aus der Reibungskraft, die zwischen Fußboden und Fußsohle entsteht. Die Kraft kann vom Boden durch den Körper in den Gegner geleitet werden, da hierfür eine geeignete Körperstruktur ausgebildet wurde.Wichtig ist hier vor allem die richtige Spannung im Körper, aus der die Kraft herausgeholt wird.Um die Kraftentfaltung durch den Körper zu leiten muss man die Beine flexibel halten, den Rücken spannen und lockern, das Becken etwas nach vorne ziehen, die Schultern gesenkt lassen usw. Die Technik wird ohne viel Muskelkraft durch die Umsetzung von Spannungs- und Entspannungstechniken etabliert. Die Kraft entwickelt sich aus einer speziell ausgebildeten Körperstruktur heraus.
__________________ "KUM APEM A, APEM BEBA" "GYE NYAME" |
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#5
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| Zitat:
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__________________ "bewegte Prinzipien" http://meinehp.com/bewegen/ |
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#6
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| Der Boden erzeugt aber überhaupt KEINE Kraft. Kraft erzeugt nur Muskulatur, in der einen oder anderen Form. "Spannung" ist nichts anderes als Kontraktion von Muskulatur. Es ist nur wieder ein spezieller Weg, mit dem Muskulatur in optimale Nutzung von Möglichkeiten gebracht wird. Das Lernen von Struktur ist natürlich ein weiterer Kernbaustein, aber der alleine macht kein Bumm. Wofür macht man da wohl so viele Sachen mit tiefen Ständen die stark an der Kraft der Beine und der Belastung der Achillessehne arbeitet.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#7
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| Zitat:
__________________ "KUM APEM A, APEM BEBA" "GYE NYAME" |
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#8
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| Hallo nanoman, ich finde deine Ausführungen auch nachvollziehbar und das Bild mit dem System aus "Ventilen" finde ich stimmig - wobei sicherlich der Hauptaspekt darauf liegt, diese Ventile zu öffnen - und zwar auch und gerade unter Druck und bei Geschwindigkeit. D.h. die viel zitierte "Bodenlinie" dient nicht dazu, mich praktisch vom Boden aus gegen den Gegner zu stemmen, sondern meinen Körper zwischen Kontaktstelle und Boden so zu öffnen und zu lösen, dass ich Entwurzelung beim anderen erreiche - dann, und nur dann, kann ich die Ventile wieder schließen und sozusagen harte Kraft einsetzen. Soweit so gut - hoffe ich. In deinem Statement Nr 17 aber schriebst du, dass die Inneren Stile versuchen, "maximale Verdrehungen, Verdrillungen und Körperspannung auszunutzen um eine Spiralfederkraft zu entwickeln". Dies sehe ich allerdings vollständig anders. Eine geöffnete Struktur versucht gerade, Verdrehungen und Verdrillungen zu vermeiden, da sie den Kraft- bzw. Energiefluss verhindern. Hieraus resultiert unter anderem die erst einmal verkürzte "Reichweite" der inneren Stile, da auch eine Überstreckung eine ungewollte Körperspannung erzeugt. Wenn ich dich richtig verstehe, sprichst du mit der "Spiralfederkraft" ein Konzept an, dass ich eher aus manchen Interpretationen von ing ung oder auch JKD kenne - Vorspannung, die dann, wenn der weg frei ist, mit einer Art Schnapp-Effekt in einen Schlag umgewandelt wird. Dies ist allerdings gerade das, was man im TCC meiner Meinung nach nicht macht. Schönes Thema. |
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#9
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| Interessant fand ich eine Aussage im letzten WCTAG-Magazin (Meditation), in Zusammenhang mit der entwicklung des Dan Tien. Fajin ist demzufolge in fortgeschrittenem Zustand nicht mehr das "Peitschenhieb-artige" Freisetzen von Kraft in Punches etc, sondern mehr ein inneres Aufladen (Füllen des Dan Tien, vgl. bis es unter Druck steht) mit dem foglenden, blitzartigem entladen. Daß das ohne ausreichendes Training, Kraft, Muskulatur, dem richtigen Verhältnis von Anspannung-Entspannung und Struktur nicht richtig umzusetzen wäre, erscheint logisch. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht (klappt leider noch nicht immer), daß es ein explosives Freisetzen von energie ist, vergleichbar mit "Kugeln", die man verschießt, anstatt die Energie langsam und gleichmäßig fließen zu lassen. |
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#10
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| Zitat:
Wenn ich die Faust als Projektil ansehe, das ,,abgeschossen" wird, ist es für mich nur Schlüssig, dass eine Art von Vorspannung erzeugt werden muss? Grüße Ima-Fan |
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#11
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| Vorspannung ist Vorbereitung, und Vorbereitung kostet Zeit und verrät die Absicht.
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#12
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| Grüße Ima-Fan |
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#13
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| Wenn ein Boxer eine Serie schlägt, füllt er dann zwischendurch sein Dan Tien auf, bis eine neue Entladung möglich ist? Man muss immer aus jeder Position zu jedem Ziel schlagen können, und nicht erst irgendwie die Gliedmaßen verdrehen oder eine Art Uhr aufziehen ![]()
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#14
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| Bei einer Links/Rechts Kombination profitiert die Rechte auch von einer stäkeren Vorspannung, durch die Linke und die damit stärker eingedrehte Hüfte. Grüße Ima-Fan |
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#15
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| Zitat:
Man bringt sich eben nicht in eine spezielle, verdrehte Situation, sondern man sorgt dafür, dass man aus jeder Position schlagen kann - auch der, die durch den vorhergehenden Schlag entstanden ist.
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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