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  #121  
Alt 23-11-2009, 11:59
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von nagual Beitrag anzeigen
Im Vergleich zu typischen Qigong- oder Taiji-Übungen ist der Qi-Fluss bei einem Gewichtheber (relativ gesehen) blockiert. Er ist jedoch nicht so blockiert, dass die Gliedmaßen tot abfallen.
Also ist Qi-Fluss vorhanden.
Wenn ich davon ausgehe, dass der Gewichtheber als Profi die optimale Methode anwendet, muss ich davon ausgehen, dass auch der Qi-Fluss optimal ist, denn sonst wäre es nicht die beste Methode, mit der man bei internationalen Wettbewerben Erfolg haben könnte.

Dass ein guter Gewichtheber die optimale Methode anwendet ist nicht gesagt. Bis zur Erfindung der Flop-Technik meinten die Hochspringer sicherlich auch, die beste Technik anzuwenden.
Ich bin mir nicht sicher, ob nicht "äußere" Sportler von bestimmten inneren Methoden profitieren könnten.
Das von dir Gesagte impliziert jetzt, dass erhöhte Muskelspannung einen verringerten Qi-fluss mit sich bringt. Wenn das so ist, dann gilt das auch für Innere Kampfkünstler.
Ich nahm bisher an, dass es für eine bestimmte Bewegungsaufgabe einen optimalen Qi-Fluss (oder eine Annäherung daran) gibt, der gleichbedeutend ist mit einer effizienten Bewegung (Wirkung Pro Einsatz, was bei Maximalleistungen wie Gewichtheben bedeutet, größtmögliche Leistung bei maximalen Einsatz).


Zitat:
Zitat von nagual Beitrag anzeigen
Wenn Taiji-Leute eine geringere Muskelanspannung sowie "verstärkten" Qi-Fluss bevorzugen, so liegt das daran, dass sie keine Gewichte stemmen, sondern andere Zwecke verfolgen.
Jeder Sportler oder Bewegungskünstler (Tänzer etc), der auf funktionelle Kraft (Bodybuilder wären hier eine Ausnahme) wertlegt, wird versuchen, sich effizient zu bewegen, denn so kann er sein Potential am ehesten auschöpfen.
Ich weiß nicht, was für "Taiji-Leute" Du kennst, aber einer der von mir bevorzugten Lehrer (Meister) trainiert durchaus mit Gewichten.
CXQ, der Cheftrainer von Chenjiagou, hat damit sicherlich auch keine Probleme und ist mit Begeisterung die Kletterseile, die hier in den Turnhallen so rumhängen hochgeklettert, nur mit den Armen und die Beine im 90°-Winkel vor dem Körper gestreckt.
Die entsprechenden Übungsformen mit Geräten wie Ballform entwickeln durchaus Muskelkraft, allerdings eben funktionelle Kraft, so wie auch das bei den MMAlern nicht unbeliebte Kettlebell-Training.
Ich kann nicht behaupten, dass ich micht beim Pole-Shaking oder beim Pushen mit gleichwertigen Gegnern nicht anstrengen würde.
Wenn man sich das Video von Mario Napoli in Chenjiagou anschaut, sieht das auch nicht so easy aus, wie das, was er bei mehr sensitiven Übungen zeigt.
Wenn man sich Taijimeister in den dreißigern/vierzigern anschaut, dann sind das oft keine Wattebäuschchenwerfer.

Zitat:
Zitat von nagual Beitrag anzeigen
Ggf. kann hier der effektive Kraftoutput höher sein als es der Gewichtheber schafft. Oder der Gewichtheber bewegt sich kämpferischer Hinsicht insgesamt zu grob und ungeschickt, und kann sich nicht so gut an verschiedene Situationen anpassen, so dass eben der Kraftoutput hinsichtlich eines bestimmten Zwecke (Schlag, Push usw.) nicht das einzige Kriterium ist.
natürlich ist eine Kampsituation weitaus komplexer als Gewichtheben und es kommen weitaus mehr Einflussfaktoren zum tragen. Das ist besonders deutlich, wenn Waffen im Spiel sind, die die Bedeutung schierer Kraft gegenüber Geschicklichkeit klar herunterfahren.
Dennoch ist das Entwickeln großer Körperkraft, oder starker Schläge ein wesentlicher Anteil vieler Kampfkünste.
Ich habe bis jetzt Tajiquan nicht so erlebt, dass ich es als rein ausweichende Kampfkunst ohne direkten Krafteinsatz bezeichnen würde.
Die Berichte von Klaus deuten in eine ähnliche Richtung.

Für mich sind innere Methoden einfach Methoden, um bestimmte Dinge zu erreiche, kein Etikett, dass ich mir irgendwo aufkleben kann und dann sagen: "ich bin zwar nicht so gut wie dieser JKD-Typ oder nicht so stark wie dieser Gewichtheber, aber ich mache innere Arbeit, da geht es um Qi, das ist viel toller, hat zwar keine praktische Bedeutung, ist aber toller"

Geändert von bluemonkey (23-11-2009 um 16:05 Uhr).
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  #122  
Alt 23-11-2009, 14:19
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Zitat:
Zitat von T. Stoeppler Beitrag anzeigen
Ich sehe das genauso, deswegen empfinde ich die ganze Notwendigkeit zur Abgrenzung von "Internal" und "External" als irgendwie sinnlos.
Glaub's oder nicht, ich neige eigentlich auch zu der Meinung...

Für mich ist der Begriff "internal" eine bestimmte Brille oder Perspektive, die manchmal nützlich sein kann, um bestimmte wichtige Elemente einer Kampfkunst oder eine Trainingsmethode hervorzuheben. Aber der Begriff soll zu keiner allesbestimmenden oder allesbewertenden Ideologie werden. Wenn der Begriff einem nicht (mehr) hilft, das eigene Training oder den eigenen Unterricht auf wesentliche und produktive Elemente zu fokussieren, dann soll man ihn lieber lassen.

Immerhin: Was ich z.B. im Vid von Thomas sehe, ist für mich beispielhaft für eine körpermechanische Vorgehensweise, die man – warum nicht? – als "internal" beschreiben kann. Oder nennt es nicht "internal", ist relativ egal, aber aufschlußreich ist es auf jeden Fall....

Allgemein ab 3.30 zeigt er sehr klar, wie die 'gleiche' Bewegung entweder nicht gut funktioniert (3.50) oder auf einmal doch gut funktioniert (3.55), wenn er anstatt eine eher "2-dimensionale" Kraft zu benützen doch eine "3-dimensionale Kraft" einsetzt. Wie er gerade erklärt hat, sein hinterer Arm geht nach hinten in einer Kurve ("opening to the back"), während sein vorderer Arm spiralförmig nach vorne schiebt. Wie er den Schwert dort anfaßt/bewegt, könnte man in Tai Chi Chuan-Terminologie "splitting energy" (lieh-jin) nennen. Und dadurch bekommt der Schwert selbst eine ganz andere Wirkung. Gerade solche Körpermechanik, wo verschiedene Teile des Körpers sich (kreis- oder spiralförmig) in ganz verschiedene (und manchmal 'unwahrscheinliche') Richtungen bewegen, und dabei trotzdem eine sehr fokussierte und einheitliche Wirkung erzeugen, kenne ich von einigen Menschen, die sogenannte IMA’s machen.

TROTZDEM: das ist für mich sicherlich nicht das einzige, was wertvoll oder wichtig ist. Und vielleicht gibt es sowieso Karateka, Boxer, Volkstänzer oder Malergesellen, die das auch machen, auch wenn sie mir persönlich nicht geläufig sind. Was auch schön wäre. Also kein "internal" Snobismus, sondern nur eine Sichtweise, die einem helfen kann, um bestimmte wichtige Sachen zu erkennen und nachzumachen. Zum Beispiel, nicht so zu trainieren, daß man immer "besser" das eigene Gewicht einfach nach vorne oder dagegen wirft, sondern um unterschiedliche Richtungen im Körper zu aktivieren, um dadurch mit weniger Gesamtaufwand mehr zu erreichen.

Schöne Grüße,

Giles
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Geändert von GilesTCC (23-11-2009 um 16:35 Uhr).
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  #123  
Alt 24-11-2009, 09:48
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Für mich ist ein wesentliches Kriterium für "Nei Jia" die Harmonisierung der Bewegungen von innen heraus. Ergebnis ist dann eine Bewegung die "voll" sein kann und sehr kraftvoll, ohne steif und angespannt zu wirken.
Die Bewegungen sind flüßig und werden in der richtigen Weise vom Fluß getragen. Um dies zu erreichen, müssen viele Dinge beachtet und umgesetzt werden.
Aber das sind alles Dinge die an anderer Stelle schon besprochen und diskutiert wurden. In größerer Ausführlichkeit.
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  #124  
Alt 24-11-2009, 13:33
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Dazu kommt, dass diese Harmonisierung nicht etwa über ausführlichste Diskussion und Ablaufdiagramm auf einem Flowchart "gelernt" wird, sondern darüber, dass man seine besch***** einfachen Übungen schön täglich, auch gerne im Park, in der seit etwa dem 10. Jahrhundert bekannten Form (langsaaaaam) macht. Wie der Teufel will, lernt der Körper dabei, seine Bewegung gut zu synchronisieren. Insbesondere ist dies der Fall, wenn andere Leute dabei versuchen diese Bewegungen gemeinerweise zu stören, darum haben die Schweizer diese tolle Pushing-Hands-Praxis erfunden. Da muss man nicht mal wirklich viel bei denken.
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  #125  
Alt 24-11-2009, 19:07
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Dass ein guter Gewichtheber die optimale Methode anwendet ist nicht gesagt. Bis zur Erfindung der Flop-Technik meinten die Hochspringer sicherlich auch, die beste Technik anzuwenden.
Das mit dem Wechsel zur Flop Technik ist eine sehr große Ausnahme. ICh gehe einfach davon aus, dass die Weltspitze der jeweiligen Vertreter einer Disziplin in mindestens 999 von 1000 Fällen (verschiedener Disziplinen) die optimale Technik und das optimale Training bereits entwickelt hat. Natürlich kann man niemals das Gegenteil beweisen, aber dass es eine Qigong-Methode geben würde, die überraschender Weise plötzlich besser wirkt als 20 der heftigsten Dopingmethoden zusammen, ist so absurd wie ebenfalls theoretisch nicht widerlegbare Annahme, man müsse nur genug Hochsprung üben, um schließlich bis zum Mond springen zu können.
Zitat:
Ich bin mir nicht sicher, ob nicht "äußere" Sportler von bestimmten inneren Methoden profitieren könnten.
Natürlich können sie davon profitieren, aber nicht in einer Art und Weise, wie o.g., dass die absoluten Spitzenleistungen plötzlich nochmals deutlich nach oben geschraubt werden könnten. Man muss hier davon ausgehen, dass bei Profis derartige Qigong-Methoden bereits in den eben sportkulturell westlich gestalteten Aufwärm- und Vorbereitungsübungen enthalten sind.
Zitat:
Das von dir Gesagte impliziert jetzt, dass erhöhte Muskelspannung einen verringerten Qi-fluss mit sich bringt. Wenn das so ist, dann gilt das auch für Innere Kampfkünstler.
Das ist immer so, dass Muskelspannung und Qi-Fluss sich in gewissem Sinne widersprechen, also gegenläufige Mechanismen sind. Bei IMA-lern und normalen Sportlern, kein Unterschied.
Allerdings ist die Blockade des Qi-Flusses nur im Bereich ziemlich harter Muskelanspannungen wirklich relevant oder umgekehrt, das Verbot von Muskelanspannungen nur beim Wunsch nach extrem freiem Qi-Fluss, nötig.
Im großen Bereich dazwischen gibt es unterschiedliche Arten des Zusammenspiels, die meistens sehr konstruktiv sind, aber bei weitem nicht alle von IMAs im Stil des Taiji genutzt werden.
Zitat:
Ich nahm bisher an, dass es für eine bestimmte Bewegungsaufgabe einen optimalen Qi-Fluss (oder eine Annäherung daran) gibt, der gleichbedeutend ist mit einer effizienten Bewegung (Wirkung Pro Einsatz, was bei Maximalleistungen wie Gewichtheben bedeutet, größtmögliche Leistung bei maximalen Einsatz).
Das kann man IMO auch so sagen, allerdings bin ich der Meinung, dass man bei bestimmten extremen Aufgaben, z.B. Gewichtheben, dann zur Kenntnis nehmen muss, dass ein teilweise sehr blockierter Qi-Fluss wegen der Notwendigkeit der extremen Muskelanspannung der optimale Qi-"Fluss" ist.
Zitat:
Jeder Sportler oder Bewegungskünstler (Tänzer etc), der auf funktionelle Kraft (Bodybuilder wären hier eine Ausnahme) wertlegt, wird versuchen, sich effizient zu bewegen, denn so kann er sein Potential am ehesten auschöpfen.
Ich weiß nicht, was für "Taiji-Leute" Du kennst, aber einer der von mir bevorzugten Lehrer (Meister) trainiert durchaus mit Gewichten.
CXQ, der Cheftrainer von Chenjiagou, hat damit sicherlich auch keine Probleme und ist mit Begeisterung die Kletterseile, die hier in den Turnhallen so rumhängen hochgeklettert, nur mit den Armen und die Beine im 90°-Winkel vor dem Körper gestreckt.
Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten aus der WCTAG-Ecke, allerdings habe ich die Meisten seit ca. 10 Jahren nicht mehr gesehen.
Die Power, solche Kletterseile hoch zu klettern, hat der Mann sicherlich nicht durch das Praktizieren von Taiji-Handformen gewonnen.
Zitat:
Die entsprechenden Übungsformen mit Geräten wie Ballform entwickeln durchaus Muskelkraft, allerdings eben funktionelle Kraft, so wie auch das bei den MMAlern nicht unbeliebte Kettlebell-Training.
Ich kann nicht behaupten, dass ich micht beim Pole-Shaking oder beim Pushen mit gleichwertigen Gegnern nicht anstrengen würde.
Wenn man sich das Video von Mario Napoli in Chenjiagou anschaut, sieht das auch nicht so easy aus, wie das, was er bei mehr sensitiven Übungen zeigt.
Wenn man sich Taijimeister in den dreißigern/vierzigern anschaut, dann sind das oft keine Wattebäuschchenwerfer.

natürlich ist eine Kampsituation weitaus komplexer als Gewichtheben und es kommen weitaus mehr Einflussfaktoren zum tragen. Das ist besonders deutlich, wenn Waffen im Spiel sind, die die Bedeutung schierer Kraft gegenüber Geschicklichkeit klar herunterfahren.
Dennoch ist das Entwickeln großer Körperkraft, oder starker Schläge ein wesentlicher Anteil vieler Kampfkünste.
Ich habe bis jetzt Tajiquan nicht so erlebt, dass ich es als rein ausweichende Kampfkunst ohne direkten Krafteinsatz bezeichnen würde.
Die Berichte von Klaus deuten in eine ähnliche Richtung.

Für mich sind innere Methoden einfach Methoden, um bestimmte Dinge zu erreiche, kein Etikett, dass ich mir irgendwo aufkleben kann und dann sagen: "ich bin zwar nicht so gut wie dieser JKD-Typ oder nicht so stark wie dieser Gewichtheber, aber ich mache innere Arbeit, da geht es um Qi, das ist viel toller, hat zwar keine praktische Bedeutung, ist aber toller"
Insgesamt finde ich es gerade im Taiji-Bereich häufig nicht so toll, wie die Sachen eben konzeptioniert werden. Oft wird halt ständig von "ohne Kraft" usw. geredet, "Kraft" ist ein großes Tabu-Wort usw., und alles was damit zusammenhängt, muss dann anders benannt werden; wenn man dann bestimmte unlogische oder zweifelhafte Punkte anspricht, heißt es wie im Beispiel bei dir, dass Mr. soundso aber doch soviel Kraft/Power hat, dass er Seile hoch klettern kann, oder was auch immer, also ist dann doch eine relativ herkömmliche Art der Kraft eine wichtige Grundlage.
Daraus ergibt sich dann der Krampf, dass es unerträglich zu sein scheint, dass "jin" eben doch eigentlich nur Kraft/Power im allgemeinen Sinne ist, und sich die speziellen Aspekte lediglich im Zusammenhang mit konkreten Aufgaben oder Skills ergeben, und nichts anderes beschrieben wird.
Im Grunde nur, weil das Wort "Kraft" vorher mit großem Aufwand tabuisiert worden ist, und sich diese Tabuisierung kulturell sehr stark etabliert hat.

Das Ergebnis ist, dass die IMAs im Taiji-Bereich zu einem nicht unbedeutenden Teil zu einer Verbal-Kultur geworden sind, und zu jeder Demo, jeder Form und jeder Anwendung gleich eine ganze Reihe von Beteuerungen erfolgt, warum das Ganze "innerlich" ist, und "der Beweis ist, dass es innerlich ist" (was man prinzipiell nie beweisen kann, deswegen muss es ständig wiederholt werden; man kann es nicht beweisen, weil es lediglich eine Benennung ist, und Benennungen eben nur dadurch "wahr" werden, dass sie von allen akzeptiert werden), usw.

Wenn man bei Anwendungen einfach nur beschreiben würde, was da konkret einer macht, ohne dabei auf auf diffuse und allgemeine Begriffe zuzugreifen, wäre alles in Ordnung.
D.h. Sätze wie "diese Anwendung funktioniert, weil ich 'innere Kraft'/'jin' usw. anwende" oder "weil es innerlich ist", sind wertlos, weil dadurch nur die Angelegenheit, dass etwas funktioniert, irgendwie benannt wird, aber es wird nicht beschrieben, was tatsächlich passiert.
Wenn man beschreiben will, was tatsächlich passiert, muss man z.B. sagen, dass eine Anwendung funktioniert, weil die Muskelkraft, die die Skelettstruktur stabilisiert, ausreichend groß und die Motorik flexibel genug ist, damit eine technische Überlegenheit erreicht wird. Oder irgendwas anderes, was eben gerade tatsächlich passiert, je nach Anwendung.

Solange sich die Taiji- und IMA-Szene nicht in diese Richtung bewegen will, werden hier wie woanders noch 1000 Threads und Diskussionen stattfinden, warum was innerlich ist und was nicht.

Wenn man einfach den Wunsch hat, wirklich klar konzeptionieren zu wollen, was wirkt und funktioniert, wird man Erklärungen und Beschreibungen finden.
Der Wert solcher Beschreibungen basiert darauf, dass auf die zirkuläre Erkärungen im Stile von "es funktioniert, weil es innere Kraft ist" - "was ist innere Kraft?" "das was hier so toll funktioniert" verzichtet wird.
Es ist das Problem, dass viele in ihrem Denken in solchen Strukturen gefangen sind, und deswegen ein Bedarf nach endlosen "was ist nun wirklich internal-Diskussionen" erzeugt wird.
Und niemand will die Diskussionen zu Ende bringen, weil sich die konzeptionellen Unterschiede zwischen IMAs und anderen Sportarten und Bewegungskünsten letztendlich in Luft auflösen würden.
Die Unterschiede, die zwischen Neijia und Waijia bestehen, sind vorhanden, aber es sind prinzipiell gleichartige Unterschiede wie beispielsweise zwischen Gewichtheben und Turmspringen vorhanden sind.
Um solche Unterschiede macht auch keiner ein fürchterliches Gewese, sondern es sind einfach ganz normale Unterschiede zwischen irgendwelchen Sportarten und Bewegungskünsten.
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chin. "Jin"="physische Energie". Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Unsinn.
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  #126  
Alt 25-11-2009, 00:47
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Zitat:
Zitat von nagual Beitrag anzeigen
Natürlich kann man niemals das Gegenteil beweisen, aber dass es eine Qigong-Methode geben würde, die überraschender Weise plötzlich besser wirkt als 20 der heftigsten Dopingmethoden zusammen, ist so absurd wie ebenfalls theoretisch nicht widerlegbare Annahme, man müsse nur genug Hochsprung üben, um schließlich bis zum Mond springen zu können.
diese qigong methode gibt es. man nennt sie das "yiquan nach GM Yao Zhongxun"

nee spass beiseite ich finde jochen hat es ganz gut auf den punkt gebracht:

Zitat:
Zitat von Jochen Wolfgramm Beitrag anzeigen
Für mich ist ein wesentliches Kriterium für "Nei Jia" die Harmonisierung der Bewegungen von innen heraus. Ergebnis ist dann eine Bewegung die "voll" sein kann und sehr kraftvoll, ohne steif und angespannt zu wirken.
Die Bewegungen sind flüßig und werden in der richtigen Weise vom Fluß getragen. Um dies zu erreichen, müssen viele Dinge beachtet und umgesetzt werden.
da ist dann wohl üben angesagt wie schon gesagt um wirklich Innere Kraft zu erreichen ist hartes Üben über Jahre vonnöten...die wenigsten haben die Geduld dazu...da wird dann gern ergänzt, ausgetauscht, ersetzt, gewechselt, gezweifelt, gedacht, geredet, geschrieben etc.etc.

man muss halt die ver******* übungen machen ... jeden tag am prinzip bleiben...

ich finde ja gerade diese Innere Arbeit faszinierend, wenn ich was schnelles will muss ich andere Kampfkünste betreiben, IMA braucht viel Zeit und Geduld... aber wenn dann dieses Hammerfeeling da ist...hmmmm das ist unglaublich..alle Mühe hat sich tausendfach gelohnt...

für mich ist das völlig klar was Internal meint, aber es ist nicht wichtig...jeder soll machen was ihm gefällt :-)
ich habe alle Zeit der Welt.....

so jetzt muss ich aber nochmal ne Runde stehen, ein bisschen Shili machen und die Yilu durchlaufen ;-)

have fun

gr he
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www.yiquanclub.de
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Geändert von Hengli (25-11-2009 um 00:59 Uhr).
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  #127  
Alt 25-11-2009, 12:56
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Zitat:
man muss halt die ver******* übungen machen ... jeden tag am prinzip bleiben...

ich finde ja gerade diese Innere Arbeit faszinierend, wenn ich was schnelles will muss ich andere Kampfkünste betreiben, IMA braucht viel Zeit und Geduld... aber wenn dann dieses Hammerfeeling da ist...hmmmm das ist unglaublich..alle Mühe hat sich tausendfach gelohnt...

für mich ist das völlig klar was Internal meint, aber es ist nicht wichtig...jeder soll machen was ihm gefällt :-)
ich habe alle Zeit der Welt.....

so jetzt muss ich aber nochmal ne Runde stehen, ein bisschen Shili machen und die Yilu durchlaufen ;-)

have fun

gr he
In anderen Künsten (in sportlichen, kämpferischen oder sonstigen "künstlerischen" Künsten) muss man im Grunde ebenfalls jeden Tag üben.
Auch in anderen Künsten gibt es bestimmte "Hammerfeelings", die teilweise ähnlich ober teilweise anders sind als die typischen IMA-"Hammerfeelings".

Aber auch beim täglichen Üben besteht insbesondere bei IMAs die Gefahr, dass die Übungspraxis zu einer weitgehend totgelaufenen Routine wird, und zwar dann, wenn die Übungen unterhalb einer bestimmten Stimulierungsschwelle bleiben, oder nicht ernsthaft an den Fehlern gearbeitet wird.
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  #128  
Alt 25-11-2009, 13:28
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Zitat:
Zitat von nagual Beitrag anzeigen
wenn man dann bestimmte unlogische oder zweifelhafte Punkte anspricht, heißt es wie im Beispiel bei dir, dass Mr. soundso aber doch soviel Kraft/Power hat, dass er Seile hoch klettern kann, oder was auch immer, also ist dann doch eine relativ herkömmliche Art der Kraft eine wichtige Grundlage.
Hast Du wohl falsch verstanden, ich wollte darauf hinweisen, dass man heutzutage am angeblichen Ursprungsort von Taijiquan durchaus Gewichte hebt und schnöde körperliche Kraft trainiert, wohl auch Lauftraining macht, als Entgegnung auf Deine Bemerkung, dass es Taijiquan-Leuten mehr auf Qi-Fluss ankommt als auf Muskelkraft und diese sich im Zweifelsfall für ersteres auf Kosten der letzteren entscheiden würden.

Zitat:
Zitat von nagual Beitrag anzeigen
Wenn man bei Anwendungen einfach nur beschreiben würde, was da konkret einer macht, ohne dabei auf auf diffuse und allgemeine Begriffe zuzugreifen, wäre alles in Ordnung.
Das würde ich auch begrüßen. Allerdings scheint es vielen Praktikern schwer zu fallen, dies zu tun, siehe entprechende westliche Ansätze mit "ungebrochender Bewegung" oder "Faszienkraft"...
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  #129  
Alt 25-11-2009, 13:38
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Zitat:
Hast Du wohl falsch verstanden, ich wollte darauf hinweisen, dass man heutzutage am angeblichen Ursprungsort von Taijiquan durchaus Gewichte hebt und schnöde körperliche Kraft trainiert, wohl auch Lauftraining macht, als Entgegnung auf Deine Bemerkung, dass es Taijiquan-Leuten mehr auf Qi-Fluss ankommt als auf Muskelkraft und diese sich im Zweifelsfall für ersteres auf Kosten der letzteren entscheiden würden.
Du persönlich bist dann von dieser Kritik nicht direkt betroffen bzw. angesprochen, sondern es ist eher eine allgemeine Feststellung.

Die Sache mit dem Qi-Fluss versus Muskelkraft sehe ich so, dass es IMO häufig vorkommt, dass der Aspekt, dass sich Qi-Fluss und Anwendung von größerer Muskelkraft gegenseitig hemmen bzw. eben tendenziell gegenläufige Phänomene sind, dass also dieser Aspekt überbetont wird.
Weil die Gegenläufigkeit in den meisten Fällen nicht so schlimm ist, als dass die Anwendung sog. Muskelkraft wirklich so problematisch ist, wie das IMO häufig gesagt wird.
Wenn die Leute in Chen Jiagou das anders machen, dann sind sie von der Kritik natürlich nicht betroffen, aber dann liegt das Problem dort, wo diese Methoden der Trainingsergänzung nicht bekannt sind, sondern stattdessen explizit abgelehnt werden.
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  #130  
Alt 25-11-2009, 13:57
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Zitat:
Zitat von nagual Beitrag anzeigen
aber dann liegt das Problem dort, wo diese Methoden der Trainingsergänzung nicht bekannt sind, sondern stattdessen explizit abgelehnt werden.
Da (bei den Ablehnern) gibt es dann aber wieder zwei Gruppen:

die Leute, die Kraft als etwas negatives Ansehen ("Du schiebst ja mit Kraft")

und die Leute, die auf die klassischen Methoden des jeweiligen Systems setzen, und nur modernes Krafttraining ablehnen.
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  #131  
Alt 25-11-2009, 15:11
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  #132  
Alt 25-11-2009, 16:05
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Aber auch beim täglichen Üben besteht insbesondere bei IMAs die Gefahr, dass die Übungspraxis zu einer weitgehend totgelaufenen Routine wird, und zwar dann, wenn die Übungen unterhalb einer bestimmten Stimulierungsschwelle bleiben, oder nicht ernsthaft an den Fehlern gearbeitet wird.
Und deshalb ist es notwendig einen (oder mehrere) gute Lehrer zu haben, anstatt sich als Autodidakt den größten Blödsinn anzueignen und dann auch noch zu denken, mit der passenden Rhetorik und dem passenden Habitus könnte man die Leute alles glauben machen.
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  #133  
Alt 25-11-2009, 16:07
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Zitat:
anstatt sich als Autodidakt den größten Blödsinn anzueignen
Gibt es hier denn Autodidakten?
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  #134  
Alt 25-11-2009, 18:26
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wer weiß


wir sind gerade fertig bei CXW und ich habe folgenden (merkwürdigen) Erlebnisse gehabt:
erstens, daß mein Körper innerlich an einem gewissen Punkt so alle war, daß nicht mal mehr die einfachste Seidenweberübung ging, obwohl die Muskeln eigentlich noch halbwegs instand waren, aber irgendwie war das mit der Energie, die auch die ganze Zeit wirkte, relativ heftig und eine unbedingt interessante Erfahrung. Meine Hüfte sprang in alle Richtungen, nur blieb sie nicht da, wo sie sollte... am Tag vorher tat sie das bei fast derselben Korrektur noch ganz locker...

Auf die Frage, wie man denn zusätzlich die Beinkraft trainieren könnte kam aber das Übliche "Stehen" (klar, nicht nur für Muskelkraft), aber keine Tips für zusätzliche Übungen (ok, wir "sitzen" auch gern 90° an der Wand, aber nicht bei CXW.)

Heute durften meine Partnerin und ich dann die interessante Erfahrung machen, von CXW ordentlich gehebelt zu werden, was natürlich "sauweh" tut. Trotzdem fielen ihr und mir kurz darauf auf, daß die jeweils so malträtierte Hand plötzlich viel weicher und durchlässiger war, so daß wir uns ernsthaft überlegten, auch noch die andere Hand freiwillig dieser schmerzhaften Prozedur zu unterziehen. Jetzt, Stunden später, arbeitet sich gerade "etwas" durch meinen Unterarm und Ellbogen.
Was und wie auch immer, ich will gar nicht theoretisch beschreiben, was das ist und wie es funktioniert, aber es wirkt und es funktioniert und ich würde es definitiv den inneren Prozessen zuordnen.
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  #135  
Alt 25-11-2009, 19:57
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Das sind sich öffnende Kanäle, und da fliesst tatsächlich was durch.

Das mit dem an der Wand sitzen würde ich LASSEN, weil das die Muskeln in eine falsche Haltung trainiert. Lieber tatsächliche Sachen heben, oder extrem tiefe Stellung üben, mit Übergängen in andere.
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