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#1
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| Hallo, endlich ist es fertig, das Interview vom letzten Seminar mit Jan Silberstorff im Spätsommer 2007! Findet Ihr auf Taiji-Netzwerk - Startseite Viel Spass beim Lesen! Grüsse
__________________ Es ist so leicht wie es aussieht! ... wenn man das Prinzip verstanden hat ... www.taiji-netzwerk.de |
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#2
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| Nett zu lesen... Gruß!!!! ![]() |
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#3
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| Am Schluss läuft es darauf hinaus, dass er seine 90:10-Regel daran koppelt, dass man mehrere Stunden am Tag trainiert. 200 Stunden "anderes" im Jahr sind immerhin ca. 3-4x pro Woche jeweils mehr als eine Stunde "anderes", oder ca. 2x pro Woche 2h "anderes" Entspricht also ungefähr dem, was die meisten (und schon besonders engagierten) Hobby-KKler für ihr Taekwondo, Aikido, Eskrima etc. aufwenden. |
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#4
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| Ja, so sehe ich das auch, ich hab das Interview u.a. geführt, weil hier im Board eben viele Themen angesprochen wurden, und ich finde er hat damit einiges klargestellt. Es hat mich immer gewundert, warum man Neijia weniger trainieren sollen müsste, wie Weijia, das macht einfach keinen Sinn. Vielmehr denke ich es eher anders herum, wenn überhaupt. Und ich finde Jan hat es auf den Punkt gebracht: Es ist eine Frage des Anspruches, wieviel Training für einen richtig ist! Und noch wichtiger: Es ist ein Lebensweg, und dann kommt es auf die Zeit gar nicht an, weil sowieso das ganze Leben Training wird...
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#5
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| was 'training' ist und was nicht, entspricht oft vorstellungen, die man von anderen übernommen hat. wie kann eine fremde vorstellung authentisches 'inneres' sein - so wegen 'ima'? viele grüsse vakuum |
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#6
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| @Vakuum Das wissen wohl nur die die das Ziel auf Dauer verwirklicht haben. Gruß!!! ![]() |
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#7
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| gute fragen. lg |
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#8
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| Hallo, ich lese in dem Interview einen ganz klaren Hinweis, daß die Form fast alles enthält, was man zu üben hätte. Zitat:
Gruß BanYan |
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#9
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| Zitat:
Man kann statt der Form auch ein großes Set Seidenübungen o.ä. üben, das wäre praktisch die Form in kleine Teile zerstückelt. Kann auch Vorteile haben. Eine Form ist im Grunde ja auch nur eine Art Best-Of von aneinandergeketteten Einzelübungen, die irgendwer mal so zusammengestellt hatte, weil er das vielfach wiederholte Üben einer Figur nicht mehr nötig empfand, weil jede Figur eben schon sehr gut eingeübt war, aber durch die Aneinanderreihung dann verhindert werden kann, dass man was vergisst, und bestimmte Qualitätsaspekte trotzdem weiter verbessert werden können. |
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#10
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| Die Form enthält halt mehr Übergänge. Sonst wird es schwierig, alles ein bischen zu integieren. Was das "mehr ist besser" angeht, es stimmt schlicht nicht. Der Körper hat eine bestimmte Kapazität, sich an Belastungen anzupassen, und Resourcen zu bilden. Wird diese in angemessenem Rahmen ausgeschöpft, dann bringt mehr Training nicht unbedingt mehr Resourcen oder mehr Leistung. Wo die Menge an Belastung liegt, mit der man optimale Ergebnisse, oder einen bestimmten Reiz erreicht (z.B. mit 20% Einsatz 90% Ergebnis zu bekommen spricht manche Leute schlicht sinnvoll an), kann man ohne Untersuchungen schlecht sagen. Und damit meine ich seriöse biochemische Untersuchungen, und nicht "der sowieso hat gesagt". Die deutschen Biathlethen haben zu einem bestimmten Zeitpunkt zum Beispiel schlicht übertrainiert, und sind der Weltspitze hinterhergefahren, weil sie im Wettkampf platt waren. Nach medizinischen Untersuchungen hat man das Programm dann reduziert, und die Leute an ihre individuelle Leistungsgrenze geführt, über Laktatuntersuchungen, und weitere Blutwerte. Und voila, schon laufen die in der Weltspitze, auf breiter Front. Gegenbeispiele: Franziska van Almsick und Sandra Völker. Beide von inkompetenten Trainern mit Programmen die bei anderen Athleten funktionieren weil die mit Produkten der Firma Balco nachgeholfen haben völlig übertrainiert, gehen beim wichtigsten Wettkampf ihrer Karriere bei Olympia mit Zeiten baden die sie sonst im Training mit Badelatschen schwimmen. Vorher mit moderatem Training kommt ein Weltrekord raus. Geändert von Klaus (05-10-2007 um 13:20 Uhr). |
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#11
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| Zitat:
Ich finde sowieso, dass durch die ganze Handhabung der ineinanderfließenden Figuren und die prinzipienorientierte relative Beliebigkeit der Bewegungen viel an Inhalt verschwimmt und teilweise auch neue "Inhalte" entstehen, die eigentlich nie von jemandem bewußt da rein gebracht worden sind. Das muss man nicht negativ sehen, viele sehen gerade dies ja auch als besondere Qualität. Die Geschichte solcher Ideen, wie und wann und warum sie in eine Form rein kamen, finde ich dennoch interessant. |
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#12
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| Hallo, Zitat:
Dort steht Formentraining ganz hoch "im Kurs". Ich praktiziere Yang-Stil und auch dort wo ich lerne, wird darauf Wert gelegt, daß die Figuren nicht hintereinander weg "geschludert" werden oder ohne "Qi" gemacht werden. Es gilt, die Bewegungen "nach Vorschrift" und Prinzipien zu machen, damit die Form ihren Zweck erfüllt. Ich lese aus dem Interview, daß das genauso für die Chen-Form gilt. Gruß BanYan |
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#13
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| Zitat:
wenn eine form das wichtigste zur selbstverwirklichung-erkenntnis-verteidigung etc. ist, dann erkläre mir im einzelnen warum? hongmen
__________________ Schule für Innere Kampfkunst |
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#14
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| Um nochmal historisch zu beleuchten: Es gab praktisch keine Vorübungen (Qigong) für Chen-Taiji. In anderen Stilen, da sie ja jünger sind (wenn man den meisten Entstehungsgeschichten glaubt...), bin ich mir nicht sicher. Daher haben die Leute damals auch einzelne Bewegungen der Form herausgepickt und die stundenlang geübt. --> Alles ist in der Form. Für mich bedeutet das, das die Form alle Prinzipien enthält, die in diesem Stil geübt werden (sollen/können). Es macht durchaus Sinn einzelne Prinzipien zu vertiefen, indem man sie explizit anhand einer Bewegung in der Form herauspickt und dann speziell vertieft. Das heißt auch nicht, dass man eine Form nach der anderen Stupide runterläuft! Vielmehr wechselt man die Aufmerksamkeit auf verschiedene Aspekte pro Form, pro Abschnitt oder Figur. Das kann bedeuten: Unterschiedliche Tempi, unterschiedliche Tiefe, unterschiedliche Aufmerksamkeit (keine bewußte Konzentration, auf Dantien, oder auf Hände, Füße etc.) Form bedeute für Jan übrigens quasi auch Seidenübungen und Stehende Säule, denn dies sind die heutigen "Voraussetzungen" für die Form. indirektes Zitat: Die Seidenübung dient zur Schaffung der Struktur, die im Taiji notwendig ist. Sie stellt den Energiekreislauf her. Die Seidenübungen dienen dazu die Struktur der Stehenden Säule in Bewegung zu erproben und umzusetzen. Außerdem enthalten die Seidenübungen einige der wichtigsten Bewegungsgrundabläufe aus der Form. Die Form ist dann die Synthese aus anspruchsvoller Bewegung und Struktur. Eine Mischung aus Kochbuch zur "Anwendung", Kraft- und Koordinationsschulung und Qigong.
__________________ Es ist so leicht wie es aussieht! ... wenn man das Prinzip verstanden hat ... www.taiji-netzwerk.de |
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#15
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| Zitat:
Von Schludern habe ich auch nicht geredet. Was die Meinungen von JS und CXW betrifft, so schätze ich das so ein, dass sie halt eher (oder auch) aus kulturellen Gründen Wert darauf legen, dass sich die Leute an die Vorgaben halten, die in ihrer Linie gepflegt werden, und wenn CXW halt will, dass man zu bestimmten Zwecken seine Versionen der Formen so und so läuft (d.h. Yilu langsam, Erlu schnell und explosiv etc.), dann machen die das halt so, und sagen, dass wäre der Sinn der Sache. Dass die Form heutzutage als die Quelle der Informationen gilt, ist ja eine Sache, die nicht immer so war. Wenn man jetzt Seiden- und sonstige Qigong-Übungen als aus der Form extrahierte Übungen betrachtet, die dementsprechend hinsichtlich der jüngeren Historie "Abweichungen" oder Veränderungen sind, ist das eine Sache. In der älteren Historie sind die Formen aber mal aus einzelnen Übungen und Ideen zusammengesetzt worden, die man heutzutage nicht mehr genau kennt, sondern wo man nur so ungefähr vermuten kann, wie das evtl. mal ausgesehen haben könnte. Zu dieser Zeit, als die Form noch klarer eine Aneinanderreihung von Einzelübungen waren, werden die Übergänge teilweise (!) eine geringere Bedeutung gehabt haben, weil man wohl davon ausgehen muss, dass so eine Aneinanderreihung auch "Sinnbrüche" enthalten kann, d.h. die Form enthält z.B. drei Figuren, die zueinander gehören (wegen passender Anwendungsideen), und dann beginnt eine neue Sequenz von wieder drei zusammengehörigen Figuren. Zwischen Figur 3 und 4 ist also eine Aneinanderkettung entstanden, die zunächst sinnfrei war, und heutzutage sieht es so aus, dass auch dieser Übergang als potenziell sinnhaftig angesehen wird, also als wenn die Anwendungsideen auch hier zusammengehören würden oder könnten. |
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