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#1
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| Würde gerne noch mal einen „Sammel-Thread“ aufmachen, ähnlich wie der von Herrn Stoeppler bezüglich der wichtigsten Taichi-Skills. Mich interessiert, welche Modelle innerer Bewegung ihr übt, bzw. in Eurem Stil unterrichtet werden, bzw Ihr lehrt. Beispiele folgen gleich. Zuvor: Dies ist eine Frage nach der Theorie. Ich möchte die Modelle zunächst nicht bewerten, also auch nicht, ob sie praxistauglich/überflüssig/albern/ zu theoretisch sind. Ich finde es interessant zu sehen, was es gibt. Ich hoffe, andere auch. Beispiele: -Die ITCCA (als Yang-Stil nach Yang Sauchung / King Hung Chu) bietet ein ausführliches Modell, in dem basierend auf der Zentrumsbewegung verschiedene Spiralen geöffnet bzw. geschlossen werden (Arme/Beine/Hals). Das ganze wird dann mit einem Atemmodell kombiniert. -CC Chen hat sein Three Nails-Modell, in dem verschiedene Punke im Fuß zur Basis aller möglichen Körperbewegungen werden. -Im Chen-Stil gibt es die Grundbewegung: Energie vom Zentrum in die Extremitäten bzw. zurück, verbunden mit einer Kombination aus Körpergewichtung und Rotation. Was gibt es noch? Bzw. wer kann obiges ergänzen, etc. Noch ne Bemerkung Ich denke, es kann durchaus hilfreich sein, ein „Modell“ innerer Bewegung zu haben, um sie zu lernen und sie zu unterrichten. Hoffe, das finden auch andere interessant. Ich wäre dankbar, wenn sich die üblichen Witzchen in Grenzen hielten. |
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#2
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| Zitat:
Yin ist der Part wo die "innere Bewegung" stattfindet. Da ist von aussen nicht zu sehen. Grüße, Karl-Heinz ps. bin jetzt aus KKB ganz raus. |
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#3
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| Innere und äußere Bewegungen - da muß, mit meinem Vorredner, erst einmal eine Definition her. Niemand bewegt seinen Körper ohne Muskulatur und Schwerkraft. Fechtergruß
__________________ Jung Ritter lere / got lip haben frawen io ere / So wechst dein ere - stahlaufstahl.de |
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#4
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| Beide Anmerkungen - von LHBF und Richard - sind interessant, aber nehmen imho schon Bewertungen vor. Auch im Inneren Boxen bzw im TTT wird beispielsweise mit Konzepten wie Auflehnen/Spannungszuständen/Spiegelneuronen/Ideokinese gearbeitet. So etwas meine ich. "Innere Bewegung" meint nichts als das, was in den inneren Stilen eben gelehrt wird. Ich möchte sammeln und bestimmt keine Diskussion über Innere/Äußere KK. Ist ein Versuch. Wenn nicht, dann halt nicht. |
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#5
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| Ich finde das eine gute Idee für den Thread, und werde nach Kräften dafür sorgen, dass er clean und on-topic bleibt. Also kein: Internal/External Mist, kein "Mein Kung Fu ist besser" oder "MMA macht auch innere Bewegung" oder so etwas. Gruss, Thomas
__________________ Der Gott, der Eisen wachsen ließ / der wollte keine Knechte Drum gab er Säbel Schwert und Spieß / dem Mann in seine Rechte |
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#6
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| Grundsätzlich arbeite ich mit den Drei Zinnoberfeldern - die aber nur ein Muster sind, um seine Aufmerksamkeit innen zu sammeln. Hier ist die innere Bewegung nur Yi. Der Kleine und Große Himmelkreislauf hingegen sind als Meridiane bekannt und dienen in allen mir bekannten Taiji Stilen als Grundlage - wenn mit innerer Bewegung der Fluß des Qi gemeint ist. Sie dienen als Grundlage des gesamten Gong Fu wie TCM. Obschon vom Karmen und Thomas angemahnt, ***Edit - Danke, aber wie bereits selbst erkannt OFF TOPIC und daher entfernt - Thomas*** Fechtergruß
__________________ Jung Ritter lere / got lip haben frawen io ere / So wechst dein ere - stahlaufstahl.de Geändert von T. Stoeppler (12-12-2011 um 13:46 Uhr). Grund: Off Topic |
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#7
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| Unser System hat eine Besonderheit, die Meister Huang in die 37er-CMC-Kurzform und in einige Pushing-Hands Übungen gebracht hat: Wir üben beim Übergang zu vielen Positionen in der Form explizit das "Aufladen" und "Freisetzen" von "innerer Kraft". Das heißt vom Körperablauf, z.B. zur Peitsche: Hüfte ist zur Ecke gedreht, Füße zeigen zu den Wänden, Gewicht unter den Füßen gleich verteilt und bleibt auch so. Hüfte nimmt beim Drehen Fuß ein kleines Stück mit und den Rest den Weges dreht die Hüfte weiter zur Wand und man sinkt rein. Anschließend folgt das Release / Fajin vom Fuß hoch durch Druck aus dem hinteren Bein und sinken in die vordere Hüfte, ohne das diese hoch kommt, bis in die Fingerspitzen. Diese Aufladen-Release Vorgänge sind eigentlich eine Krücke, damit Anfänger, aber auch Fortgeschrittene, verstehen, worum es beim Fajin in unserem System geht und wie man effektiv an die "innere Kraft" gelangt. Diese Bewegungen werden am Anfang sehr ausgeprägt geübt und immer feiner bis es beim Aufladen irgendwann nur noch ein "mentales" Sinken ist. Das wiederum wird in der, später erlernten, 48er Huang-Form betont. Zusätzlich werden diese Vorgänge auch im Pushing-Hands geübt. Das Schwierige dabei ist vor allem das stetige Loslassen und entspannen, vor allem in den Armen / Schultern und im unteren Rücken beim Release. Dachte mir, dass dieser Ablauf eher außergewöhnlich ist und hier gut reinpasst .Viele Grüße Shenming |
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#8
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| Hi, ich schreib hier auchmal was, obwohl ich nicht wirklich weiß, ob ich den Kern der Sache damit treffe: Im I Liq Chuan wird versucht letztlich alle Bewegung auf das Wechselspiel von "Kraft projezieren/abgeben" vs. "Kraft aufnehmen/absorbieren" zu reduzieren. Als eines der zentralen Hilfsmittel gibt es das Prinzip "2 to 1, 1 to 2". Hierbei konzentriert man sich auf die Beziehung der eigenen Füße zum Kontaktpunkt mit dem Partner/Gegner und auf die Beziehung des Kontaktpunkts mit dem Partner/Gegner zu dessen Füßen. Absorbieren bzw. Projezieren bedeuten eine Verringerung bzw. Vergrößerung des strukturellen Abstands zwischen den genannten Punkten. Diese Bewegung muss nicht äußerlich sichtbar sein! Man arbeitet hier auch mit Mikrobewegungen, die z.B. die Intensität des Kontakts regulieren können. Mann klingt das theoretisch... Versteht irgendwer, von was ich rede?
__________________ Scuola d'Armi Tigre di Giada - Waffenschule Jadetiger La Superba - Duellkunst italienischer Tradition in München Geändert von Jadetiger (12-12-2011 um 17:42 Uhr). |
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#9
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| Danke für die interessanten Antworten. Das Thema scheint ansonsten kein großes Interesse zu finden, vielleicht ist die Fragestellung aber auch unklar. Oder das Bedürfniss, den immer gleichen Disput über Inneres vs Äußeres zu führen, ist einfach größer. Geändert von Kamenraida (30-12-2011 um 19:31 Uhr). |
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#10
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| Ein Modell ist eben von Definitionen abhängig, weil es immer eine Abstraktion ist. Fechtergruß
__________________ Jung Ritter lere / got lip haben frawen io ere / So wechst dein ere - stahlaufstahl.de |
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#11
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| Allen Tai Chi Stilen gemeinsam ist sicherlich die Spirale. Wie das jetzt konkrekt in der Umsetzung aussieht, ist dann wieder unterschiedlich. Beim Yang-Stil hat man, wenn man Kraft freisetzen will, eine Überdrehung des Körpers mit anschließendem Zurückdrehen. Gleichzeitig soll die Kraft für dieses Spiralisieren aus dem Dan Tian schießen; mein Lehrer sagt immer, man explodiert innerlich in alle Richtungen. z.B. bei "Knie streifen, Stoß" dreht man den Körper anfangs mit der Stoßrichtung mit, vollendet man den Schlag jetzt, dann dreht man den Körper entgegen der Stoßrichtung. Hört sich unvorteilhaft an, aber dadurch erhält man diese Spirale und den Peitscheffekt. |
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#12
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| Interessant an diesem Thread finde ich, dass hier den Leuten wohl die Worte fehlen! Es gibt ja auch nicht die "Modelle" innerer Bewegung. Sowas wird nur Individuell erfahren und Umgesetzt. Es ist eher ein Feeling als ein beschreibbarer Prozess! Warum gibt es denn nur so wenige, die Internal arbeiten? Gäbe es das oder die Modelle, könnten es alle! Gruß Hongmen
__________________ Schule für Innere Kampfkunst |
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#13
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| Allgemein ist es eine Idee, unbewusste alltägliche Bewegungssteuerungen umzubauen, so dass diese nicht mehr ungewollt hervortreten - und auch nicht mehr von einem Gegenüber erkannt und - ebenso unbewusst - gespiegelt werden. Gruss, Thomas
__________________ Der Gott, der Eisen wachsen ließ / der wollte keine Knechte Drum gab er Säbel Schwert und Spieß / dem Mann in seine Rechte |
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#14
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| Natürlich ist das ganze unbewusst und nur mit dem gewissen Feeling machbar. Bewusst dauert das zu lange, wenn man "es" denn mal braucht. Was man aber _versuchen_ kann, ist, diese Gefühle in Worte zu fassen und daraus ein Modell zu machen. Dieser Prozess (Bewusstsein -> Unterbewusstsein) fängt ja nicht zufällig irgendwann von alleine an. Man hat da irgendwelche Bewegungen, die macht man und dann spürt man da was. Dann bekommt man was neues gesagt; jetzt spürt man mehr, nachdem man das bisschen geübt hat. Am Ende hat man durch das ganze Spüren ein Gefühl mit eben jenem Bewegungsmodus und den Bewegungen verknüpft, und sobald man dieses Gefühl abruft kommt die Bewegung. Welche Dinge man da ins Hirn einspeisen muss und den Prozess davon, plus was dieser Prozess bewirkt; wie er sich im Körper äußert... das wäre dann doch unser Modell, oder nicht ? (wie das aussieht bei extremen gefahrsituationen, keine ahnung. da müssen andere leute ran, ich kann nur raten.) |
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#15
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| Noch mal grundsätzlich: Natürlich muss der Körper es letztendlich lernen - und Modelle sind eher für den Kopf. Darum sage ich bewusst, dass es hier um Theorie geht. Aber auch: Wenn man im Unterricht die Leute voreinander stellt und drücken lässt, ist es schon sinnvoll, ihnen auch eine Idee zu geben, was sie eigentlich tun sollen - außer eben einfach nur zu drücken. Bisher haben wir (in Kurzform): -Körperbewegung mit Energievorstellung verbinden ("3 Zinnoberfelder") -Aufladen/Freisetzen -Spiraliges Bewegen (ich stimme zu, das kommt in allen Stilen vor) -Feinsteuerung, die Gegenreaktion beim anderen nicht auslöst -Kontrolle des Muskeltonus und der Knochen-/Skelett-Ausrichtung -Hollow the chest and raise the back (Das ist einer der "13 Punkte des Yang Cheng fu") Geändert von Kamenraida (02-01-2012 um 17:06 Uhr). |
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