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#1
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| Hi Leute Ich habe eine Frage an euch, es ist vielleicht eine bisschen blöde Frage aber ich stelle sie trotzdem. Werden die Muskeln beim Qi Gong angespannt? Danke schon mal für die Antworten. ![]() |
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#2
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| Bei manchen ja, aber dann steht das dabei. Und man macht selten Bewegungen während man sich anspannt, meistens sieht die Anweisung so aus dass man in einer bestimmten Reihenfolge einatmet, anspannt, ausatmet und eine Bewegung macht. Eine Qigong-Übung die Kraft erzeugen soll, erst recht innere Kraft, bei der man sich anspannt und dann bei gehaltener Spannung bewegt ist Quatsch, oder auch schlecht. Eine Verballhornung alter Übungen die Leute auch damals nicht gelernt, sondern nur beobachtet und falsch verstanden haben. So hart muss ich das formulieren. Sinn machen kann es für kurze Zeit, in angespanntem Zustand kurz eine Bewegung zu machen, da es entspannend wirkt, aber das macht man wirklich nur kurz, bis der Effekt eben einsetzt. Eine Fehlspannung einzuspeisen die Muskelfasern entgegen der Funktion einsetzt, irritiert nicht nur die Koordinierung der Muskelfasern, sondern trainiert diese auf ein anderes Spektrum als das in dem sie wirklich arbeiten. Das KANN keine physiologisch sinnvoll arbeitende Muskulatur erzeugen. Es ist besser als Nichts wenn man sich nicht bewegen kann, um Muskelabbau zu vermeiden. Für permanent trainierende Leute ist das Blödsinn.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#3
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| Man muss die Ebene der Intention und die Ebene der physikalisch-biologischen Realität unterscheiden. Das eine ist quasi die Innenansicht, das andere die Außenansicht. Wenn man sich Übungen "von außen" anschaut, ggf. auch mit Messgeräten zur Messung des Muskeltonus, dann wird man bei kaum einer Übung feststellen, dass die Muskelfasern überall komplett schlaff bleiben (das wäre auch nur im Liegen ansatzweise möglich). Ebenso kann es vorkommen, dass der Muskeltonus sogar an solchen Stellen ziemlich hoch sein kann, wo es in der Übung explizit heißt, dass man "entspannen" soll. Hinsichtlich der Frage muss man aber bei der Perspektive von außen sagen, dass auf jeden Fall Muskeln angespannt werden, d.h. nicht ständig ein maximal niedriger Muskeltonus vorhanden ist, oder die Regel wäre. Bei der Perspektive "von innen" muss man unterscheiden zwischen der Instruktion und den tatsächlichen Empfindungen, die ein Praktiker hat. Die Empfindungen sollten natürlich i.d.R. den Vorschriften der Instruktion angeglichen werden, trotzdem kann es vorkommen, dass eine gewisse Divergenz unvermeidbar und auch korrekt ist. So kann beispielsweise die Instruktion lauten, dass man die Oberschenkelmuskeln bei einer (tiefen) Stehübung entspannen soll, aber weil dies natürlich bei einem tiefen Stand nur eingeschränkt möglich ist, werden gewisse Empfindungen eines deutlichen Muskeltonus stets übrig bleiben, egal wie intensiv man sich um ein Entspannungsgefühl bemüht. In diesem Fall ist die Wahrnehmung der übrig gebliebenen Spannung völlig korrekt. Man kann die Ausgangsfrage nun so verstehen, ob es Qigong-Übungen gibt, bei denen es in der Instruktion bereits lautet, dass man bestimmte Anspannungen intendieren und umsetzen soll. Derartige Übungen gibt es, allerdings unterscheiden sich diese Intentionen meistens recht deutlich z.B. von der Intention eine schwere Hantel zu heben. Wenn man eine schwere Hantel hebt, kommt es meistens dazu, dass sich die Schultern anheben und der Schulter-Brustbereich verhärtet und eine recht unnatürliche Struktur einnimmt. Solche Arten der Anspannung gibt es in Qigong-Übungen praktisch NIE (aber man kann ja nie wissen, oder man könnte sich jetzt willkürlich so eine etwas absurde Übung ausdenken..). Relativ typisch sind aber Anspannungen, die mit gewissen Gefühlen und Ideen des Streckens und Haltens einhergehen, man denke z.B. an die Übung aus den Brokaten, bei der Bogen gehalten wird. Hier sind die Schultern auch deutlich abgesenkt, was dieser Art der Verkrampfung beim Stemmen schwerer Hanteln verhindert und von vornherein entgegen wirkt. Die Probleme bei solchen Fragen ergeben sich meistens dadurch, dass die verschiedenen Ebenen und Perspektiven in unsachlicher Weise vermischt werden, und die korrekte Trennung nicht beachtet wird. Zusammengefasst: Man kann stets die folgenden Ebenen unterscheiden: - Instruktion (verbal oder auch bildlich als Foto oder Film, bzw. kombiniert, oder auch sich ergebend aus allgemeinen Prinzipien und Leitideen, die im Wissens eines "Meisters" vorhanden sein sollten) - Innenansicht, d.h. was ein Praktiker tatsächlich fühlt und je nach Situation intendiert, subjektiv anstrebt und "tut". - Außenansicht, d.h. buchstäbliche Beobachtung, die eine andere Person vornimmt, Messung mit Messgeräten usw. Wenn man hier Filmaufnahmen und Beschreibungen von außen ergänzt, kann sich zur Instruktionsebene ein Kreis schließen, aber man darf nicht vergessen, dass dieser Kreis die subjektive Ebene, also die Innenansicht wieder mit einschließen muss. D.h. die Instruktion darf nicht so verstanden werden, dass es nur darum gehen würde, eine bestimmte Außenansicht zu erzeugen, also ein Bild, was von außen korrekt aussieht. Wenn man diese Ebenen sauber trennt und dementsprechend die Instruktionen als in erster Linie für die Innenansicht versteht, lösen sich die meisten Probleme beinahe von selbst auf. Man muss natürlich ungefähr wissen, wie unterschiedlich verschiedene Qigong-Übungen ggf. sein können, und welche Merkmale nie oder immerhin 99,999%-nie vorkommen. Also dass man z.B. bei einer Qigong-Übung ein Volkslied singen soll, das kommt zu 99,999% oder mehr NIE vor, dass man bestimmte Muskeln anspannen soll, das kommt schon öfter als sagen wir 1% vor.
__________________ chin. "Jin"="physische Energie". Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Unsinn. |
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#4
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| Vielleicht bin ich mit einer schlanken Antwort auch in 99 von 100 Fällen gut dabei: In der Regel dürfte es kontraproduktiv sein, Muskeln anzuspannen, die man für die aktuelle Bewegung nicht braucht. Bei sehr anstrengenden schwierigen Übungen, wie z.B. der stehenden Säule, ist es essentiell Anspannungen zu lösen. Denn erst durch das Lösen unnötiger Muskelspannungen kann man das Gefühl, das man für solch eine Übung braucht maximieren. Ein verkrampfter Muskel 'klemmt' dir ein wenig das Gefühl und vielleicht auch die Versorgungsenergie anderer Muskel etwas ab. Bei diversen langsamen Qi-Gong Bewegungen ist ja auch nicht nur das Aktivieren der beteiligten Muskeln wichtig um die Bewegung zu erreichen, sondern auch das Feedback deiner Sensorik. D.h. ein sich Beobachten und Hineinhören in die Bewegung und damit auch ein Beobachten, welche Muskeln gerade angespannt sind oder nicht. Man soll diese Bewegungen damit auch 'erforschen' und aufmerksam sein, was denn der Körper dabei macht. Darum ist hier ein Maximieren des Gefühls auch eine gute Sache. (Im Gegensatz zum Runterbiegen tausender Liegestütze beim Millitär, wo man eher versucht den Kopf so gut es geht zu deaktivieren um nicht mitzubekommen was da gerade so abgeht) |
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#5
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| wobei die antwort von klaus in dieser absolutheit nicht korrekt ist...im hung stil gibt es ganze (chi kung)formen, die unter sehr starker anspanung vollführt werden (vor allem tid sin kuen). ob das sinnvoll ist, muss jeder selber beurteilen |
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#6
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#7
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| Oh gott, man kann auf eine einfache Frage auch einfach antworten und muss nicht eine seitenlange Abhandlung liefern, die den Fragesteller erschlägt ![]() Es gibt Qi Gong Sets, in dem es durchaus Übungen gibt (Ba Duan Jin zB) wo die Muskeln angespannt werden. Auch IN der Bewegung. Die ausnahmslose Entspannung gehört ins Reich der Mythen, genau wie die ausnahmslose Anspannung. Yin und Yang. Es gibt für alles seine Zeit (und seine Übung). |
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#8
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| ..... wobei bestimmte Bewegungsmuster unter bewusster stärkster Anspannung durchaus auch gefährliche innere Blutungen bewirken können, wie mir bekannte Taiwaner aus der Übung einer ganz harten Yijinjing-Variante berichten. Ist sicher nicht für jedermann gedacht, da braucht es gute Anlagen aus dem früheren Himmel! |
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#9
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__________________ 我愛廣府話 Geändert von Freier Geist (16-04-2011 um 22:45 Uhr). |
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#10
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| Sanchin Kata würd mir noch einfallen....... YouTube - SANCHIN KATA by MORIO HIGAONNA oder mal nach Dynamic Tension googeln Gruss
__________________ http://www.youtube.com/watch?v=txbj1...eature=related |
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#11
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| Kommt darauf an, was man unter Qigong versteht ... aber beim Shili kann man in puncto Spannung ziemlich weit gehen ...
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#12
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| Zitat:
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#13
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__________________ 我愛廣府話 Geändert von Freier Geist (16-04-2011 um 22:44 Uhr). |
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#14
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| Jede Bewegung, wo der Agonist und Antagonist stark gegeneinander arbeiten ist neuromuskulär unfunktionell. Je nach Zielsetzung (Training des Bindegewebes oder zur Gelenkstabilisierung oder eben als "Packing" im Qi Gong) kann man das machen, oder eben zur Entspannung im Nachhinein (PIR). Die meisten etablierten Systeme, die mit sowas arbeiten, haben entweder nur Muskelgruppen isoliert, oder machen so eine Spannung nur kurzfristig (Systema übrigens auch). Die Hung Gar Iron Wire Form ist auch nicht durchgehend "hart", da wechseln sich viele Elemente ab. Die Sanchin Kata im Karate.. also die hab ich so und so gesehen, und das eine "so" ist einfach nur längerfristig ungesund. Alle Muskeln anspannen, und sich dabei bewegen bzw durch eine Form laufen finde ich Quatsch, dafür ist der Bewegungsapparat nicht gedacht, das Herz-Kreislaufsystem und das Organsystem auch nicht. Gruss, Thomas
__________________ Der Gott, der Eisen wachsen ließ / der wollte keine Knechte Drum gab er Säbel Schwert und Spieß / dem Mann in seine Rechte |
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#15
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| Zitat:
) Aber ich kenne die so, das sich dabei nicht bewegt wird. Es wird nur gegengehalten , also Spannung aufgebaut, eine Weile gehalten und wieder lösen... usw.LG |
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