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#16
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| Qigong mit Imagination (klappt ja auch beim autogenen Training) und Vorstellungs-/Geistesschulung. (Allerdings ist es utopisch detaillierte Körpervorgänge mit dem Bewußtsein zu steuern. Man kann durch üben allerdings einen Gesamtzustand erlernen, der dann aktiv eingenommen wird: Man lernt den ganzen Körper lösend durchzugehen, durch langes Üben kann man dann irgendwann ans Lösen denken und alles passiert auf einmal.) Mein Lehrer nennt das, "den Steuermann trainieren" oder auch "zehn kleine Tiger kontrollieren" Die Tiger sind ein Bild für die Fähigkeiten, die man sich durch das Training erwirbt. Da ist es besser, die Tiger kontrollieren zu lernen, solange sie noch klein sind, und vielleicht ein bißchen am Fuß knabbern. Sind die erwachsen, ist es zu spät und gefährlich. Der Weg zur Freiheit führt über Disziplin.
__________________ Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? (Lk 6,40) |
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#17
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| Meiner Meinung nach ist die Frage "mit oder ohne Vorstellung" zu radikal gestellt, und könnte deswegen ungünstige (ich will nicht sagen falsche) Antworten provozieren. Ich verstehe die chinesische Herangehensweise bzw. Mentalität so, dass der Mensch eben über die geistigen Funktionen Vorstellung, Intention, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeiten (alles Elemente des trivialen, unmystischen und sehr einfach zu übersetzenden Alltagsbegriffs "Yi", z.B. einfach auch als Bewusstsein übersetzbar), und diese kann man logischerweise nicht abstellen, sondern lediglich in verschiedener Art nutzen. In diesem Sinne kann es keine Qigong-Übungen ohne Vorstellung geben, sondern lediglich Übungen, in denen die Anweisung lautet, diesen Bereich leer zu lassen. Dieses kann eine eher harte Regel sein, d.h. dass man radikal jegliche aufkommenden Bilder, Gedanken usw. wie ein Wachmann vertreiben soll, oder es ist eine eher lockere Idee, d.h. dass der Kern der Übung einfach nicht darin besteht, sich z.B. rotes Wasser im Dantian vorzustellen, sondern es existiert auch keine Regel, was man sich anstelle des roten Wassers vorstellen soll, sondern die Sache ist teilweise auch offen gelassen. D.h. Normalerweise stellt man sich dort nichts vor, aber falls man mal zufällig an rotes Wasser denkt, falls es passt, ist das auch ok. Dies alles sind aber mögliche Varianten, was für Qigong-Übungen es alles geben kann (wie sicherlich jedem bekannt), und es kommt dann darauf an, dass man auch entdecken kann, WARUM es evtl. sinnvoll sein kann, eine Übung eher so oder eher so zu machen. Evtl. kann es wichtig sein, dass man Vorstellungen mit Wachmann-Mentalität streng beiseite schieben soll, und evtl. kann es wichtig sein, dass man hier eben keine Wachmann-Mentalität entwickelt. Der konkrete Sinn von Qigong-Übungen besteht einerseits in einem bestimmten Zweck, d.h. z.B. Lösen von Blockaden und Anreichern von Qi im Körper usw., andererseits sind Qigong-Übungen auch Übungen, deren Funktionslogik sich in einem bestimmten Selbstzweck entfaltet. Dies ist auch eine spirituelle Herangehensweise, weil der Sinn der Qigong-Übung darin liegt, dass der Geist (das Spirituelle) in der Übung eine Möglichkeit erfährt seinen eigenen geistigen Sinn zu finden und zu pflegen. Einfach ausgedrückt könnte man sagen, es sind also Übungen für geistigen Spaß oder geistiges Wohlbefinden, allerdings knüpfen die Begriffe "Spaß" oder "Wohlbefinden" eine Verbindung zu eben den hervorgerufenen emotionalen Zuständen (Spaß oder Wohlbefinden), aber das ist nicht, was der Geist in den Übungen suchen oder finden soll, und die Übungen sind auch sinnvoll, wenn großartige Spaß- oder Wohlfühl-Aspekte ausbleiben. D.h. man lernt, sich in der Art der Qigong-Übungen zu konzentrieren, und der Effekt soll sein, dass es der Geist als den (zumindest teilweisen) Sinn seiner Existenz (also sozusagen der Sinn des Lebens, tatsächlich) erfährt, eben diese Übungen zu machen. Der Sinn liegt einmal darin, dass es es logischerweise eine erfüllende Sache für das Bewusstsein sein muss, wenn es seiner selbst bewusst wird, und darüber hinausgehend, in der Stärkung und Stabilisierung dieser Funktion, d..h nutzbar für andere Zwecke, also auch für den Rest des Lebens, eben den alltäglichen, nicht-spirituellen Teil des Lebens, der dadurch eben auch spirituell angereichert wird. In diesem Sinne müssen immer sämtliche Funktionen des Geistes, des Bewusstseins usw. in die Übungen mit einbezogen werden, und irgendwelchen strengen oder bewusst weniger strengen Regeln unterworfen werden. Daraus ergibt sich die konkrete Übung. Die Regeln der verschiedenartigen konkreten Übungen sind ja bekanntlich immer wieder anders kombinierbar, d.h. man verändert ein Detail, und hat dadurch eigentlich sofort wieder eine neue Übung (z.B. einmal mit sehr konkreter Vorstellung, einmal mit lockerer Vorstellung, einmal mit Vorstellungen verboten; einmal Füße zusammen, einmal Füße schulterbreit, usw.). Die Regeln ergeben sich aber oft aus einer inneren Logik der Übung, und ein Verständnis dieser Logik erlaubt es dem Praktiker, die Frage danach selbst zu beantworten, ob sinnvollerweise konkrete oder unkonkrete, strenge oder lockere Art und Weisen des Einsatzes der bildlichen Vorstellung genutzt werden. Vorstellung, Intention, Aufmerksamkeit sind Aspekte, die in einander übergehen, d.h. es kann keine Vorstellung ohne Aufmerksamkeit geben, es kann keine Intention ohne Vorstellung, und Intention führt immer zu Aufmerksamkeit. Das ganze ist ein Ding, was man auch Bewusstsein nennen kann, und im Chinesischen heißt es Yi, und ist genau das, was man zum Autofahren und Lesen benutzt. Qigong-Übungen sind vom Wesen her Übungen, die mit dem Bewusstsein=Yi ausgeführt werden, deswegen ist diese Bereich immer locker oder streng reglementiert. |
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#18
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| Hallo! Zitat:
Der Stille
__________________ http://www.taichi-koeln.de |
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#19
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| Wieso musst man sich beim "Bogen spannen" etwas vorstellen, eine Übung bei der man den Oberkörper dehnt und ausserdem einen einzigen langen Atemzug machen soll ? Das alleine ist anspruchsvoll und bewirkt etwas, nämlich die Lunge zu bearbeiten. Hat mit Qi NICHTS zu tun, in dem Sinne "etwas" wohin zu lenken. Das gleiche gilt für andere der daoistischen Heilübungen, da bewegt und dehnt man irgendetwas, oder massiert eine Region, und atmet dabei furchtbar langsam ein und aus was die Lunge trainiert. |
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#20
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| Das ist ganz einfach und wenn man die Übung mal richtig gemacht hat, weiss man auch warum: durch die Intention wird nicht immer nur allein Qi zum fliessen gebracht. Durch Yi werden Bewegungen und Übungen mit Leben gefüllt und einfach besser ausgeführt oder richtiger. Wenn ich mir bei der Übung "Bogen spannen" einen Bogen vorstelle, fällt es auch Anfänger sofort leichter die Hände richtig zu halten, den Ellbogen in die richtige Position zu bringen etc etc. Dadurch wird der von Dir, Klaus, beschriebene Effekt überhaupt erst erzielt. Übe ich ohne Intention, verbleibt es meisst bei Bewegungen im sogenannten "Wohlfühlbereich" und ich erreiche keine Dehnung und keine Beübung der Lungenfunktion ... Später dann, wird es eben bei dieser Übung weiterhin sinnvoll, auch den Pfeil in der Vorstellung abzuschiessen um so dass Qi tatsächlich bewegen zu können ... |
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#21
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| Das sehe ich genauso wie du, Mantis. Dieses Bild des gespannten Bogens kann als Leitlinie genutzt werden, damit sich die innere Logik der Übung entfalten kann, und die Übung daher nicht nur als eine Aneinanderreihung von Haltungsregeln darstellt, sondern die Qualität der Übung und die erlaubten Variationen sich eben durch die Aufrechterhaltung des Vorstellungsbildes ergibt. Der gespannte Bogen ergibt als Konsequenz, dass man bestimmte Muskeln die ganze Zeit recht deutlich angespannt halten muss, während man andere Muskelbereiche durchaus entspannen darf und soll. Ohne ein Bild bei der Sache wird es undeutlich, welche Muskeln das jeweils sind. Jemand der die Übung jedoch jahrelang gemacht hat, braucht so ein konkretes Bild irgendwann nicht mehr, und kann sich einfach die Übung vorstellen und die Übung von der Vorstellung der Übung leiten lassen. Entscheidend ist meiner Meinung nach immer, dass die Beziehung der Vorstellungsbilder bzw. intentionalen Leitlinien mit dem Rest der Übung in einer korrekten Beziehung steht. |
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#22
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| Zitat:
Ich stimme aber auch zu, daß erst mal die Bewegungen einigermaßen sitzen müssen, bevor man anfängt, irgendeine Absicht einzubringen- aber das Ego hat keine Chance, wenn man ganz in der Übung aufgeht und seine Absicht, die ja der Konzentration teils sehr ähnlich ist, schließlich auch noch einbringt. Ich war dadurch gerade in der Anfangszeit vollkommen bei mir und bei den Übungen, da hatte das Ego wirklich keine Chance. Abgesehen davon- wie will man Neigong machen ohne Absicht- das Beispiel vom kleinen Energiekreislauf war gut, das geht ja nun ohne Absicht gar nicht... Geändert von scarabe (07-05-2008 um 20:02 Uhr). |
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