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#136
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| Moin, ja, ich weiss, das Thema ist schon endlos breitgetreten worden. Allerdings habe ich den Thread komplett gelesen, und auch den anderen, auf den hier verwiesen wird, und ich finde die Position, die ich mir zu dem Thema erarbeitet habe, noch nicht zufriedenstellend dargestellt. Ich versuche mal, aus meiner Sicht Antworten zu geben, und würde mich sehr über Feedback freuen. Zitat:
Dazu vielleicht ein Beispiel, das ich aus dem Buch "Taijiquan - The art of nurturing, the science of power" entnommen habe. Dr. Yang, witzigerweise ein Chen-Stylist, hat in China bei Feng Zhiqiang Taiji gelernt, und in den USA eine wissenschaftliche Karriere gemacht. Er ist also vermutlich einer der wenigen, die sowohl mit den internen Kampfkünsten, ihrer kulturellen Herkunft, sowie der westlichen Wissenschaftstradition auskennen. Und er führt, nachdem er ausführlich auf die von dir skizzierten biomechanischen Grundlagen der internen Kampfkünste eingegangen ist, daoistische Meditationstechniken als essenziellen Bestandteil des Taijiquan auf. Nun ist es erwiesen, daß Meditation es erlaubt, Einfluß auf Körpervorgänge zu nehmen, die ansonsten unbewußt ablaufen. Die westliche Medizin kennt den zugrundeliegenden Effekt unter dem Namen "Biofeedback" (dessen Existenz unumstritten ist, wohl aber dessen therapeutischer Nutzen). Man kann das leicht ausprobieren, indem man seinen Finger auf eine Pulsader legt, und sich dann auf die Frequenz des Herzschlags konzentriert: es gelingt recht schnell, durch entsprechende Fokussierung den Puls zu beschleunigen oder abzubremsen. Ähnliches wurde bei der Meditation nachgewiesen, es erfolgt eine sogenannte "relaxation response" durch Hemmung bzw. Stimulation des Sympathikus und Parasympathikus, Systemen des vegetativen Nervensystems, die sonst nicht der bewußten Steuerung unterliegen und die Aktivität und Ruhe im Körper steuern. Was das mit Kämpfen zu tun hat, ist recht leicht zu erklären. Die natürliche Reaktion des Körpers in Gefahrensituationen ist die sogenannte "flight-or-fight"-Reaktion. Entweder man friert also ein und kann sich nicht mehr bewegen (schlecht in einer Kampfsituation), oder man verliert die Kontrolle und tobt los (auch schlecht, man verliert das Bewusstsein für die Situation und die Kontrolle). Diese Reaktion wird vornehmlich durch die Ausschüttung von Adrenalin, gesteuert durch den Sympathikus verursacht. Die Theorie von Dr. Yang besagt nun, daß die Meditation im Taiji dazu dient, die Kontrolle über diese Vorgänge soweit zu erlangen, um in einer Gefahrensituation hellwach, entspannt und bereit zum Agieren und Reagieren zu werden. Entsprechende Hinweise finden sich zuhauf in den Taiji-Klassikern, da ist dann von "äußerer und innerer Zentrierung" die Rede. Äußere Zentrierung ist dabei die korrekte Körperstruktur, innere Zentrierung bewegt sich auf dem beschriebenen Gebiet, Boris Becker würde von "mental gut drauf" reden. Wohlbemerkt, es gibt keine Experimente, die diese Theorie bestätigen oder widerlegen. Aber sie qualifiziert sich insofern als wissenschaftlich, als daß sie nicht im Widerspruch zur bekannten Faktenlage steht, und vor allem falsifizierbar ist. Weiterhin gibt es andere Forschungen, die darauf hindeuten, daß durch Meditation interessante Effekte im Körper erzielen kann. So wurden Untersuchungen an tibetischen Mönchen vorgenommen, die mit speziellen Meditationstechniken ihre Körpertemperatur ausreichend erhöhen konnten, um nasse Laken an kalter Luft zu trocknen. Interessanterweise gibt es neben dem Sympathikus und dem Parasympathikus noch ein weiteres wichtiges vegetatives Nervensystem: das enterische Nervensystem. Das sitzt im Darm, also ungefähr im Dantien. Und es steuert unter anderem den gastrointestinalen Blutfluss, der Darm kann nämlich je nach Auslastung jede Menge Blut speichern. Und Blut ist ja bekanntlich Träger von Sauerstoff und Blutzucker, und damit von Energie im streng wissenschaftlichen Sinne. Das ist jetzt eine wilde Spekulation meinerseits, aber vielleicht gibt es für "das Qi vom Dantien in die Extremitäten leiten" ja eine physiologische Basis? Meiner Meinung nach sind die internen Künste zu absolut überwiegendem Teil gut abgestimmte Feinmotorik, Kinematik, inverser Kinematik, plus entsprechender Verdrahtung in den Reflexen. Da ist aber schon noch ein Rest, von dem ich denken würde, daß es schändlich wäre, ihn zu vernachlässigen. Als Bild würde ich einen gut ausgebildeten Konzertpianisten nehmen. Klar sind seine Fingerbewegungen komplett biomechanisch erklärbar. Aber beim Spielen eines Stückes eine Emotion zu transportieren, das ist etwas, was auf dieser Ebene sehr schwierig zu analysieren ist, wenn nicht gar unmöglich, was aber zweifelsohne als Fertigkeit erlernbar ist und stattfindet. Zitat:
Ich habe für mich persönlich die Entscheidung getroffen, daß ich nicht bereit bin, an Magie zu glauben. Und trotzdem begegne ich dem, was mir über das Qi erzählt wird, mit einem gewissen Respekt und nehme es ernst. Im schlimmsten Falle bewirkt es gar nichts, dann verliere ich nichts. Und im besten Falle handelt es sich um subtile Trainingstechniken, die einfach noch nicht ausreichend verstanden und erforscht sind, und die hilfreich sind. Das wichtigste bleibt aber nach wie vor: üben, üben, üben. Zum Abschluß noch ein Detail, um die Beteiligten auf beiden Seiten hinreichend zu verwirren: es ist belegt, daß teure Placebos besser wirken als billige. ![]() |
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#137
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| @ Andreas23 Guter, differenzierter Beitrag! Das Hauptproblem sind und bleiben für mich die Prioritäten. In den IMAs, wie wir sie heute kennen, wird meines Erachtens großenteils das Pferd vom ******* aufgezäumt. Bei den Boris Beckers und den Konzertpianisten war das nicht der Fall: bei Ihnen kam der Zuckerguss gen Ende. Der Rest war überwiegend "harte" körperliche Arbeit - sehr konkret, mechanisch und die Fortschritte überprüfbar. Gruß Freier Geist
__________________ 成 王 敗 寇 Geändert von Freier Geist (02-07-2009 um 10:56 Uhr). |
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#138
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| Zitat:
nur so zur Anmerkung: es gibt noch eine dritte Möglichkeit: man haut ab Zitat:
.Es geht nicht um Kontrolle, sondern um das Einüben eines bestimmten Zustandes, der dann auch in Extremsituationen automatisiert abgerufen werden kann. Ziran! ![]() Das Qi selbst spürt man nicht. Für mich ist das ein pragmatischer phänomenologischer Zugang, der zum nicht durch wissenschaftliche Theorien ersetzt werden kann. Es geht nicht darum, die Welt zu erkären, sondern darin zurechtzukommen. Zitat:
die erste Erklärung führt einem allerdings über die korrekte äußere Bewegung hinaus. ![]()
__________________ Unsere tiefsten Ängste sind Drachen vergleichbar, die unsere tiefsten Schätze bewachen Rainer Maria Rilke Geändert von bluemonkey (02-07-2009 um 11:32 Uhr). |
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#139
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| Wer sagt denn dass da nichts fliesst ? Schon mal von Blut, Lymphe und dergleichen gehört ? Wie bitte schön kommt denn bei Dir ATP in die Muskeln ? Über eine wissenschaftliche Dissertation, getrieben von einem Apparat den man sich an den Arm tapet ? Man muss nur überhaupt nichts davon wissen oder dran glauben, das passiert auch wenn man nicht weiss dass im Körper Blut zirkuliert in dem was drin ist. Diese Korinthenkackerei mit "wir haben aber ein WISSENSCHAFTLICHES Weltbild, so! Ben Gurion!!!" ist das genaue Gegenteil einer entspannten, trainingszentrierten Herangehensweise die sich an konkreten Übungen und Ergebnissen orientiert. Da wird sich vorher einer zerlabert dass man bloss auf gar keinen Fall an Qi glauben oder denken darf, sonst funktioniert es nicht. Und man muss wissenschaftliche Werke schreiben, nur zu lesen ist viel zu wenig.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein Arsch zu sein." (Descartes) Geändert von Klaus (02-07-2009 um 13:41 Uhr). |
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#140
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| Zitat:
Allerdings: Was hat Qi mit Magie zu tun? Man kann ja stundenlang darüber diskutieren, wie der Begriff Qi nun überhaupt halbwegs treffend ins Deutsche übersetzbar ist. Man kann sicher auch lange darüber diskutieren daß das was in China traditionell mit Qi erklärt wird halt eine Erklärungsversuch/Konzept - wie auch immer man es nennen will - ist bzw. war, der Dinge umfasst die mit heutiger Wissenschaft sicher anders erklärt werden bzw. erden würden. Aber daß Qi irgendwas mit Magie, mit Zauberei oder mit faulen Tricks zu tun hätte wäre mir neu. Ich denke daß ist etwas was maximal manche Leute aus (ablehnender) westlicher Sichtweise dort rein interpretieren. Ich denke auch nicht das ein Chinese sagen würde daß man an das Qi "glauben" muß (weshalb der Placebo-Effekt-Vergleich IMO auch nicht so richtig passt), für die ist das denke ich (bzw. so wie ich es bisher selber mitbekommen habe) wirklich eher eine Erklärung für bestimmte Dinge die im Körper ablaufen, daran muß man nicht extra glauben oder nicht glauben, weil die so oder so ablaufen. Wie gesagt, ich denke man muß diese Erklärungen nicht immer wörtlich nehmen, immerhin ist die ganze Theorie dahinter ja schon ein paar Jährchen alt. Natürlich klingen Aussagen wie bspw. "das Qi füllt sich im Dantien, läuft dann über und dringt in die Knochen ein und macht sie hart wie Stahl" (so in etwas stand es bei Cheng Man Ching) nicht wörtlich nehmen. Aber muß ich das? Klar würde man heute vielleicht eher sagen "Taiji bzw. Qigong können sich positiv auf Stoffwechselvorgänge auswirken, und so kann der Körper bei regelmäßigem Training besondern gut Calcium verwerten, was gut für die Knochen ist" - keine Ahnung ob das so stimmt, aber das wäre eine Erklärung wo sicher keine mit "Magie" oder "muß man an sowas glauben" ankommen würde. Die Chinesen haben das halt mit dem recht universellen und umfassenden Begriff Qi erklärt, entstanden in einer Zeit wo die Wissenschaft nun mal noch nicht so weit war. Ich jedenfalls kann gut damit leben das das immer noch so erklärt wird, auch wenn ich weiß daß es in manchen Dingen sicher nicht mehr "State of the Art" bzw. "State of Science" ist. Letztlich muß man es doch eh "tun", und sich nicht zu sehr an theoretischen Erklärungen aufhalten. Wenn ich meine Übungen korrekt ausführe und die entsprechenden Resultate erziehle ist es doch ziemlich Wurst ob mit das, was da passiert ist, mit einer hochmodernen wissenschaftlichen Abhandlung erklärt wurde, oder über die Art und Weise wie es die Chinesen mit ihrem "Qi-Ansatz" traditionell erklären, oder ob es mir gar nicht großartig theoretisch erklärt wird. Allerdings denke ich, wen man sich bewust gegen etwas sperrt, weil man die ganzte Zeit im Hinterkopf hat das man mit diesem "Qi-Hokuspokus" und "Esoterik-Zeuchs" nix zu tun haben will, kann einen daß schon ausbremsen. Daher denke ich, man kann sich damit beschäftigen, man kann daß auch außen vor lassen, aber man sollte nicht unbedingt eine bewuste "Anti-Haltung" annehmen. |
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#141
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| Ich kann bei dieser Diskussion mal wieder nur darauf herumreiten, dass diese ganzen "Glaubensfragen" zum allergrößten Teil darauf basieren, dass das chinesische Vokabular und Begriffsverständnis schlecht und falsch übersetzt wird. Diese falschen und schlechten Übersetzungen erzeugen dann erst den Zusammenhang mit "Magie" und Aberglaube usw., und erst dadurch entstehen dann unsinnige Glaubensfragen. Hier wird dann aber über den "Glauben" diskutiert, ob man diesen falschen Übersetzungen anhängen müsse. Das ist eben immer wieder diese durchs Dorf getriebene "Qi-Sau".. Wenn man zur ursprünglichen Bedeutung des Wortes "Qi" zurückkehrt, lösen sich viele Fragen von selbst. "Qi" bedeutet (das ist teilweise auch vom Schriftzeichen abhängig) auch Dampf, und gehört z.B. auch zum Wort für "Auto" = Qiche = Dampfwagen, wobei das mit dem Dampf wohl eine grobe Ungenauigkeit im Sinne Ottomotor=Dampfmaschine ist. Ich übersetze "Qi" jetzt mal als "Lebensdampf", "Lebensatem" = überhaupt "Lebendigkeit" = "biologischer Lebensprozess", womit im Deutschen nämlich dieser Fremdwortcharakter entfällt. Es ist wieder mal dieser Fremdwortcharakter, den es im Chinesischen nicht gibt, der suggeriert, da würde irgendwas superspezielles mit einem Spezialwort bezeichnet. Wenn man jetzt im Deutschen fragt, ob man an den "Lebensdampf" glauben müsse, wird die Sache unsinnig, wenn man unter "Lebensdampf" eben die biologischen Prozesse und die dazugehörigen subjektiven Empfinden (wie Kribbeln usw.) versteht. "Dampf" ist auch als Hinweis auf die geistige Kompontente und die Komponente des Atems zu verstehen. Der chinesische Begriff "Qi" ist diffus und allgemein, eben genauso wie z.B. das deutsche Wort "Lebensdampf" im Sinne von "biologischer Lebensprozess". Die Frage, ob man an biologische Lebensprozesse, die mit "Lebensdampf" bezeichnet werden können, glauben müsse, ist unsinnig. In diesem Sinne bleibt für die IMA einfach die Frage, inwieweit der chinesische Begriffskult aus der Sache herausgelöst werden kann. IMO, theoretisch ja, aber es ist nicht einfach, und IMO eher mit Nachteilen behaftet, als das es irgendwas bringt. _________________________ EDIT: Ich will sagen, dass sich der chinesische Begriff "Qi" vor allem auf etwas bezieht, dessen Existenz völlig offensichtlich ist, und gar nicht abgestritten werden kann, denn "das Leben", d.h. biologische Lebensprozesse, gibt es nun mal. Diese Lebensprozesse sind mit allerlei "Begleitumständen" versehen, und das sind dann halt die tausend "Qi-Phänomene". Weil die eigentliche Basis der Bedeutung vom Qi-Begriff eben absolut allgemein, unbestreitbar, selbstverständlich und (für Chinesen) auch offensichtlich ist, bleibt keinerlei Diskussionsspielraum für etwas, an das man glauben könnte oder nicht. Eben aufgrund dieser Allgemeinheit bleibt der Qi-Begriff im westlichen Sinne inhaltsleer und damit weitgehend wertlos.
__________________ Jin=motorisches Kraftpotenzial. Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Blödsinn. Geändert von nagual (02-07-2009 um 17:36 Uhr). |
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#142
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| So ist es. Wobei, in der TCM ist es durchaus sinnvoll diesen Begriff und insbesondere die Klassifizierungen von Problemen zu verwenden, da darauf sowohl Diagnose als auch Behandlung basiert. In der CMA ist es egal ob man etwas als Qi bezeichnet das man MERKT, oder als irgendwas anderes, oder überhaupt nicht. Es ist schon vorher da, und es geht darum dass es entsteht und sich entwickelt. Wenn ein Fussballer sagt er fühlt sich "frischer", dann kommt ja auch kein Korinthenkacker daher und erklärt "Frische gibt es nicht ! Das ist ein höherer Sauerstoffgehalt im Blut ! Scharlatan!!!".
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein Arsch zu sein." (Descartes) |
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#143
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| Ich hatte es bisher immer so verstanden, das erstmal in der Form darum geht, Qi zu sammeln bzw. kultivieren. Qi selbst ist neutral und wird geführt vom Geist. Der Körper folgt. Wenn man einfach trainiert, kann man glauben was man will. Man sollte nur auf einiges gefaßt sein, damit man alles mitbekommt bzw. ein wenig vorbereitet ist, was passieren kann. Den Gegner nicht unterschätzen (-aber auch nicht überschätzen-). Also man kann auf alle Ideen verzichten, denn TCC ist eine Erfahrungs-Kunst. Also ist alles selbst erfahrbar bzw. überprüfbar. Qi-sammeln als auch TCC verändert den Körper dahingehend, das er vitaler und beweglicher wird. Qi selbst spürt man am Anfang nicht, aber seine Wirkung. Qi sammeln funktioniert nur so, das der Körper aufnahmefähig bzw. durchlässiger wird, um die Energie z.B. aus der Erde aufzunehmen. Im Kampf ist es Ziel, so kämpfen zu können, das man auf die Attacke des Gegner schon die Abwehr bereit hat. Im Prinzip beinhaltet der Angriff schon die (richtige) Abwehr. Wenn man soweit ist, das beim Angriff die Abwehr provoziert wird, die zu ihm gehört, dann hat wohl einiges erreicht. Und das ist nicht mit Muskelkraft oder Härte zu erreichen. Mit der Zeit wird man nicht umhin kommen, sich mit Fragen zu beschäftigen wie, was ist alles Energie? Und was ist eigentlich ein Kampf? Worauf beruht das Prinzip des Kampfes? Ich denke, es ist gut ein Konzept von Chi oder Energie zu haben, es hilft die verschiedenen Phänomene zu deuten. Wie man diese Energie benennt, ist uninteressant. Es kann sein, das solche Fragen auch erst nach längerem Üben interessant werden. Es sind sinnvoll, sich selbst und die Veränderungen die während des Trainings und seitdem man die Kampfkunst übt, ein wenig zu beoachten. Dies bringt mehr als jedes Buch oder Erläuterung. Jeder sollte ein wenig wissen, dass TCC auch als Meditation in Bewegung bezeichnet wird, also auch der Erweitung des (Alltags-) Bewußtseins dient. Und eine Bewußtseinserweiterung geschieht am ehesten durch die Öffnung von Wahrnehmungsbereichen. Und wenn man sich vorstellt, das man den aufgenommen Energiestrom von der Erde nicht nur fühlt, sondern auch durch die Meridiane z.B. der eigenen Hand strömen sieht - das ist doch schon mal was- oder? Also - nix glauben, wovon man sich nicht selbst überzeugt hat - ist die beste Einstellung, um im TCC klarzukommen. Aber dazu gehört eine aufmerksame Wahrnehmung und wache Registration der eigenen Körpervorgänge als auch der eigenen Sinneswahrnehmungen. Eine kogniviter Vor-"eindruck" hilft allerding, dass die eigene Erfahrung reflektierbar(er) wird. Und man nicht blind durch alles stolpert. Und man sollte den Gegner nicht unterschätzen. Vielleicht ist ja einiges dran an diesen Qi-Konzepten. |
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#144
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| Sowas hier würde ich mal als prototypisches Beispiel für mit Qi begründetem Hokuspokus bezeichnen. Und wenn man sich mal umguckt, findet man nicht gerade wenige, die ähnlichen übernatürlichen Unsinn glauben. Die Konfrontation mit der Realität endet dann halt oft so. |
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#145
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| Und das kann natürlich auf gar keinen Fall eine Satire im japanischen Fernsehen sein, so vonwegen Handschuhe tragen und sich künstliche Narben auf das Gesicht malen.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein Arsch zu sein." (Descartes) |
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#146
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| Zitat:
Viele grüße, SHin
__________________ "One persons suffering is nothing,compared to the suffering of many" from Hero |
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#147
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| Daher ist der Verdacht naheliegend, dass der arme Kerl tatsächlich ein gutes Beispiel darstellt. Andere mit solchen "Fähigkeiten" sind schlau genug, im eigenen Kreis zu bleiben, oder ehrlich genug, zu sagen, unter welchen Umständen das funktioniert und dass man tunlichst einen handfesten "Plan B" in der Hinterhand braucht. Oder eben weise genug, niemandem diese Fähigkeiten zu zeigen.
__________________ Unsere tiefsten Ängste sind Drachen vergleichbar, die unsere tiefsten Schätze bewachen Rainer Maria Rilke Geändert von bluemonkey (10-07-2009 um 15:44 Uhr). |
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#148
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| Und was man auch immer gerne sieht ist, wie "Wei Qi" aus dem Bereich Heilung, emotionale Übertragung oder Hokuspokus in einen Topf geworfen wird mit dem Qi-Modell der TCM oder dem aus mechanischen IMAs wo man jemandem vor den Ballon haut.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein Arsch zu sein." (Descartes) |
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#149
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| Zitat:
Zitat:
So , sowas hat dann irgendwann mal wer gelehrt bekommen oder zumindest teilweise gelehrt bekommen, oder er hat es irgendwo aufgeschnappt, vielleicht in alten Texten drüber gelesen oder was auch immer. Aber den wahren Sinn und richtige Erklärungen hat er nie erhalten und seine Ausbildung hat bis dahin nie gereicht. Also reimt man sich seine eigenen Dinge eben zusammen und sowas kommt dabei raus... Viele grüße, Shin
__________________ "One persons suffering is nothing,compared to the suffering of many" from Hero |
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#150
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| Zitat:
Nur sind die meisten davon intelligent genug, nie eine Herausforderung mit jemandem, der nicht gehirngewaschen ist, anzunehmen... |
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