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#1
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| gestern bin ich durch einen tipp hier im forum auf www.blacktaoist.com gestoßen, wie auch immer man zur verbindung kungFu HipHop/Popkultur steht, ich habe insbesondere einen clip gefunden den ich mir jetzt immer wieder und wieder angeschaut habe: es handelt sich um baguazhang, praktiziert von dem 73(!) Jahre alten Meister Ma Chuan Xu. ich kann nicht genau sagen, warum ich das video so faszinierend finde, aber vielleicht habt ihr ähnliches im netz gefunden, das euch so beeindruckt hat.
__________________ "Umgekehrt gilt (auch): Ihre Körperhaltung beeinflusst das Denken." Eric Franklin |
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#2
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| Man darf bei diesem Video nicht vergessen, daß der Mann das seit 50 Jahren macht, und daß er nicht mehr so extrem in die Bewegungen eingehen muß, und trotzdem was davon hat. Als normaler Praktizierender sollte man es nicht so hoch stehend machen, da kann man schon richtig reingehen, um sich eine Basis zu bilden. |
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#3
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| vielleicht ist es das ! in den anderen videos die ich kenne ist das gehen viel tiefer, aber trotzdem habe ich das gefühl, das bei ihm "viel mehr" da ist.
__________________ "Umgekehrt gilt (auch): Ihre Körperhaltung beeinflusst das Denken." Eric Franklin |
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#4
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| @Cherubin: schade, dass du (wie du sagst) nicht genau sagen kannst, warum dir das Video gefällt. Sind es denn eher die ästhetischen Aspekte, oder sind es bestimmte qualitätive Sachen? Kennst du Unterschiede zu anderen Bagua-Stilen bzw. -Vorführungen und gefällt dir diese hier aus einem bestimmten Grund "besser", oder "gerade auch diese besonders gut"? @alle: Kennst sich jemand mit diesem Bagua-Stil näher aus? Was wird in der Form ausgedrückt und demonstriert? Wie unterscheidet sie sich von anderen Bagua-Stilen? Werden mit den (Arm-)-Bewegungen bestimmte Techniken gezeigt oder andere Dinge gemacht (Prinzipien? welche? Trainingseffekte ganz bestimmter Armbewegungen?) Warum wurde die hier gezeigte Schrittarbeit gewählt und welchen Zweck hat sie? Welchen Charakter/welche Schwerpunktprinzipien haben die Anwendungen, die zu dieser Form passen bzw. gehören würden? Hat Ma Quanxu in seinem Leben (mutmaßlich) hauptsächlich Formen in dieser Weise trainiert, um seine Fähigkeiten zu erlangen (abgesehen von tieferen Stellungen), oder evtl. sehr häufig auch andere Methoden (Kreislaufen so wie zu Beginn der Form oder auch anders?) ? (Da natürlich kaum jemand wirklich erfahren können wird, was Ma Quanxu in seinem Leben genau gemacht hat, anders herum gefragt) Was und wie sollte man trainieren, um diese Qualitäten zu erreichen? Hat Ma Quanxu auch Fähigkeiten, die zu seinem Bagua-Stil gehören, die in dieser Form nicht gezeigt oder angedeutet werden? Was wird nur angedeutet, und was wird ganz deutlich gezeigt? Das sind jetzt nur ein paar Fragen, die mir dazu eingefallen sind. Sicher ist es auch interessant, ähnliche Fragen zu anderen Formen, Demos und Stilen zu stellen, insofern auch als allgemeine Anregung gedacht.
__________________ Jin=motorisches Kraftpotenzial. Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Blödsinn. |
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#5
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| ich finde die art der bewegungen und ausführung einzigartig, es ist einfach "schön", läßt aber auch erahnen, dsas mehr dahinter steckt.. zu bagua weiß ich nur wenig, aber es gibt schon diverse topics und links dazu hier im forum, falls allerdings noch jemand speziell dieses video kommentieren kann wär ich recht dankbar ![]() grüße, cherubin
__________________ "Umgekehrt gilt (auch): Ihre Körperhaltung beeinflusst das Denken." Eric Franklin |
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#6
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| http://www.chinafrominside.com/ma/bagua/machuanxu.html Es ist der Liang Zhen Pu Stil, über Li Ziming, einer der wenigen die direkt neben Tung beerdigt wurden. Er hat wohl viel in sehr niedrigen Ständen Circle-Walking ohne Patterns gemacht. Also einfach für ein paar Stunden im Kreis in sehr tiefer Grundhaltung. Ich weiß nicht worauf Du hinauswillst mit was da demonstriert wird. Da werden keine Techniken gezeigt, da werden schnelle Drehbewegungen, Richtungswechsel und dergleichen mit Rotation im Oberkörper kombiniert. Mit diversen Drehrichtungen, grösser und kleiner werden Rotationen, hoch und runter gehen, beidseitigen, einseitigen Bewegungen usw. Das geht auf den Körper, die Knie, Füsse, und Wirbelsäule, athletikbildend, und ist die Basis für spätere "Anwendungen" der Grundmuster. Um auf alles einzugehen, bräuchte man ziemlich lange. Was man gut sieht ist daß er es nicht langsam macht, allerdings flüssig. Er kommt mir aber nicht mehr so fit wie noch vor ein paar Jahren vor. Um dahin zu kommen sollte man einfach so trainieren wie er das vormacht, nur ein bischen tiefer oder länger (also richtig hoch und runter gehen wo er es nur andeutet). Er geht im Interview bereits darauf ein, daß das nur Sinn macht wenn man quasi das Qi bereits geweckt hat. Dafür gibt es Vorübungen, und wenn man keinen Unsinn macht dann sollte es relativ zügig dahin gehen daß man das Kribbeln ständig hat, und die Bewegungen mit Jing getrieben werden. Frag mal Thomas Stoeppler wie lange es gedauert hat. Das was man nicht sieht weil es schlicht und einfach nicht im Clip vorkommt sind die Partnerübungen die man logischerweise braucht. |
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#7
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Mein Eindruck ist, dass dieser Bagua-Stil z.B. dem von Sun Zhi Jun oder von Liu Jingru recht ähnlich ist (beides Cheng-Stil), und damit sogar kombiniert werden könnte, aber ich weiß natürlich nicht, inwieweit diese Praktiker das ebenso sehen. Bei Jarek steht, dass Ma Chuanxu Schüler von Li Ziming gewesen ist, und Liang-Stil gelernt hat. Vom Liang-Stil kenne ich sonst nur die Videos von Zhang Quanliang, die ja recht reichhaltig sind. Von Li Ziming habe ich gehört, dass er viel für die "Bagua-Community" getan haben soll, indem er viele Praktiker und verstreute Traditionen an einen Tisch gebracht haben soll, und dadurch Bagua-Traditionen auch wieder zusammengeflossen seien, die vorher getrennt waren.
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#8
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#9
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| Zitat:
Ist es der Sinn, ähnlich wie im Taiji Kräft aufzunehmen und zu absorbieren, sind es gänzlich andere Methoden, Kräfte abzuleiten, alles solche Fragen, wie sich Stile voneinander unterscheiden können. Bei Anwendungen können ja abgesehen von konkreten Techniken bestimmte "Kampfphilosophien" o.ä. verfolgt werden, mich interessiert einfach, wie sehr man den Anwendungscharakter aus der Form erkennen kann, z.B. gehört zu den Anwendungen eine gleiche Art von Schrittarbeit, wie werden die Schritte mit den Armbewegungen in der Anwendung kombiniert, gibt es da Vorschriften, Leitlinien, oder alles relativ beliebig, wenn es nur Sinn macht und funktioniert?
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#10
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| Bagua Zhang Curriculum wuji.com The curriculum taught here is from the lineage of Cheng, Ting-hua, a disciples of the founder of Pa Kua Chang. New members will be carefully guided through the progression of the system beginning with the chi kung. The various forms and movements are expected to be well memorized before moving on to the next form. Before being permitted to advance on to the next form the instructor will be looking for consistency in basic body structure and movement. It is not the intent of this club to teach quickly, rather I feel it's more important to completely understand the why and how of the current form and movement taught. Understanding of the forms is displayed by consistent: balance, control, and proper execution of the movements. BASIC PRINCIPLES: stretch naturally keep entire body connected spine like a flame waist like a lake chest and mind empty shoulders down elbows hanging wrists sitting tongue to roof of mouth arms forms cresant moons all movements smooth TRADITIONAL CHI KUNG Yang Dan Tui Mo / Pushing the circle Tsai Yang Bai Bing Universe within your sleeve Two peaks pierce the heavens Walk the Wuji (8) Qi Ling Rubs Earth hands floating on water lifting up the clouds single palm snake palm bear palm monkey offers fruit heaven and earth palms dragon palm Protect the Heart Oneness with the Tao Figure 8 Wuji Yin Yang ZHAN ZHUANG Monk lifts bowl Pushing the mountain Lifting the mountain Dragon dives into the sea Lion opens mouth Black bear back hat Phoenix looks at the sun Praying monk LINKING INNER PALMS EIGHT MOTHER CHANGES single palm change back palm change double palm change twisting snake behind the body change three shooting palms gridning palm change spinning palm hcange combined palm change LINKING FORM LINKING FORM 2 Single palm change Back palm change Double palm change Back palm change Double palm change Single palm change EIGHT SINGLE PALMS LINKING FORMS 3,4 24 ANIMAL PALMS Chi-ling Pushes Down the Earth Lion Holds Ball Black Bear Back Hat Phoenix Folds Wings Monkey Holds Cauldron Snake Slithers in the Grass Cloud Dragon Leaf Palm Rooster Plays Pi Pa Chi-Ling Supports The Mountain Lion Pounces On Ball Bear Carries The Sun And Moon Phoenix Raises Wings Monkey Pushes The Ball White Snake Spits Out Tongue Lazy Dragon Dives Into The Sea Rooster Pecks At Food Chi-ling Lifts the Heavens Lion Rolls Ball Bear Pierces sky and earth Phoenix Extends Wings Monkey Offers Fruit Snake Smashes the Grass Coiling Dragon Overturns Palm Rooster Looks for Food LINKING 24 PALMS LINKING FORMS 5 EIGHT BACK PALMS EIGHT DOUBLE PALMS EIGHT ELBOWS EIGHT FISTS EIGHT BACK FISTS EIGHT STRIKING PALMS FIVE ELEMENTS PALMS DRAGON PALM LIANG I CHUAN 64 PALM CHANGES Tui Dai Toh Ko Ling Diao Ban Tsuan ROLLING HAND KNIFE CYCLONE KNIFE CONTINUOUS TURNING SWORD DRAGON SWORD BAMBOO STAFF 1&2 NEEDLES CRESANT KNIVES TUISHOU & SANSHOU Shi Hwa Chang Circling Shooting palm - Back gate -front gate -Center gate -Pull back Snake Palm Tea Cups Pien Hwa Chang Yao Chang Rolling Palms Ta Chang Lifting Palms Toh zhang Gwa Chang Face to Face Pull down Short form Body Trace Double slap Weaving Hands Monkey Offers Fruit Single palm Double Palm FA JIN Shake the earth Yin Yang Ta Chang Shooting palms Pi Chang Meteor Shatters Earth Whipping drills Fierce Tigers Leave Cave FOOTWORK & STEPPING Snake, Lion, Crane steps Kobu - Paibu Hook step, Open step Walking: line - square - trigangle - octagon - figure 8 - serpentine - circle KICKS 4 corners - tam tui - stomping - knee lifts - heel stomps - foot hooks MISC. WARM UPS Swimming Dragon Finger Ripples Tea Cups Lifting Clouds Fountain Rise Drill Fall Overturn Back Palm Coiling Snake Twisiting Snake Eight directions Shooting palms Snake Wraps willow Tiger Comes out of Cave Walking Across Skybridge LINKING FORM 3 snake palm change tiger comes out of the cave shooting palm snake spits out tongue remove helmet dragon rolls around monkye offers fruit bear palm piercing heaven and earth back palm change shooting palm griding body palm inside hawk palm change snake palm LINKING FORM 4 single palm snake change follow through change hawk change monkey offers fruit monkey palm change monkey offers fruit eagle flaps wings lion palm turning body palm change dragon flying amoung clouds eagle piercing the sky LINKING FORM 5 walkng monkey monkey holds caudron monkey pushes ball monkey offers fruit monkey hands from tree monkey hands paws monkey looks to rear FLOWING CHANGES single palm change follow through palm double palm snake palm ovetruning body palm spinning body palm turning body palm swooping body palm LINKING FORM OLD EIGHT CHANGES single palm change lion palm change snake palm change bear palm change dragon palm change phoenix palm change rooster palm change chi-ling palm change monkey palm change LINKING OLD EIGHT PALMS wuji - Yin Yang - Joh gung Lion - Lion holds Ball - Snake Bear - Black Bear Back Hat - Dragon, Phoenix - Phoenix in clouds - Rooster, Chi ling - Lion Rolls Ball – Monkey SHANG TUNG EIGHT PALMS Single Palm Phoenix Faces East Double Palm Change Dragon Flying Amoung clouds Eagle Flaps Wings Tiger Comes Out of Cave Monk Offers Fruit Spinning Palm Change PRACTICE SUGGESTIONS The inner palms should be practiced at least once a day. Next proceed to the second lining forms. Inner awareness and understanding is where Pa Kua skill comes from, not just doing the forms. Center, breathe deeply and work on smoothess. Seek emptiness, controlled steps, light footwork. Movements light but not floating, rooted but not heavy, strong but not stiff, relaxed but not limp. Dieses hier ist ein Überblick über ein zumindest ansatzweise vollständiges Bagua-System. Es handelt sich um Cheng-Stil, also den bekanntesten aller Bagua-Stile, wie er am häufigsten auf Demo-Videos auftaucht. Die VCDs von z.B. Sun Zhi Jun oder Liu Jingru sind ja auch soweit bekannt, daher kann eigentlich jeder mit gewisser Vorbildung so einen Stil erlernen. Die ganzen Figuren enthalten ja zum größten Teil Tiernamen, und beziehen sich damit wohl auf die Tierstile, die in die Entwicklung des BaguaZhang mit eingeflossen sind. Die Tiere verkörpern ja bestimmte Charaktereigenschaften und Techniken, wie dies ja auch in den "Nicht-Bagua"-Tierstilen in ähnlicher Form der Fall gewesen ist. z.B. ist die Arbeit mit dem Rücken, mit Drehungen und Anlehnen immer schon Bär gewesen (soweit ich weiß), auch schon vor dem Beginn der offiziellen Bagua-Historie. Einzelne Tierfiguren verkörpern daher immer bestimmte Prinzipien, und auch bestimmte Gruppen von Techniken, und auch bestimmte Kampfphilosophien. Hier werden in verschiedenen Bagua-Stilen sehr unterschiedliche Schwerpunkte gewählt, manche interessieren sich vielleicht auch nicht mehr dafür. Vom Cheng-Stil wird gesagt, dass es hauptsächlich Dragon-Bagua ist, daher sind die ganzen anderen Tiere nur in einzelnen Techniken angedeutet. Vielleicht ist diese Version des Cheng-Stil-Bagua auch einfach ein Gemisch aus allen Tieren, letztendlich schwer herauszufinden. Aber solche Dinge werden letztendlich immer in den ganzen Spiralen und Kreisbewegungen angedeutet, und die große Frage ist immer (zumindest für mich), wie gehen verschiedene Praktiker und Stilvertreter damit um. Aus diesem Grund habe ich gefragt, wie es bei Ma Chuanxu aussieht.
__________________ Jin=motorisches Kraftpotenzial. Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Blödsinn. Geändert von nagual (04-08-2005 um 21:10 Uhr). |
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#11
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| Ich wäre vorsichtig mit der in dieser Zeit beliebten Legendenbildung. Keiner kann sagen ob jemand, der 47 verschiedene Systeme von 13 verschiedenen Lehrern gelernt hat, den Anspruch erhebt das sei alles ein ganz großes vollständiges Bagua. Ich glaube irgendwie nicht daß Tung soviel Zeit hatte, irre viele verschiedene Übungen auszubaldowern. Da ist viel von allen Systemen mit bei, die die Leute vorher praktiziert haben. Insbesondere Shaolin ist ziemlich umfangreich, weil es für jede Entwicklungsstufe einige Übungen gibt. Außerdem gibt es die Praxis, aus Basisbewegung sich eigene Ausdrucksformen zu geben, die einem spontan kommen. Daraus kann man leicht reichlich viele neue Übungen machen, was ja auch so erwünscht oder erwartet wurde. Die Mystifizierung mit "Charakter" von Tieren ist mir ein extremer Dorn im Auge, das wird sich auch nie ändern. Es gibt sicher Möglichkeiten, Variationen des Jing-Einsatzes mit solchen Charakteren zu klassifizieren. Ich kann jemanden mit Dutzenden von Schlägen eindecken, oder einen durchdringenden Angriff machen. Oder zwischen Light und Solid wechseln, auch mittendrin. Das sind nur keine mystischen, sondern ziemlich praktische Dinge. Der Akzent kommt aus einem selbst, nicht vom "Tier". Man kann diskutieren ob machen damit geholfen ist, sich das nicht intuitiv sondern ausdrücklich zu erarbeiten. Was Ma angeht, was der Mann alles gemacht hat muß man ihn wohl selbst fragen. Mir fallen auch Dinge nicht mehr ein die ich mal gemacht habe, obwohl ich einigermassen noch weiß daß es mal was in der Richtung gegeben hat. Lustigerweise listet er "Cui" als Hsing-I-typisch, allerdings, mir ist irgendwie in der Erinnerung daß ich sowas auch gemacht habe, da wurde auch explizit von Cui gesprochen. Geändert von Klaus (04-08-2005 um 22:20 Uhr). |
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#12
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| In den Bewegungen werden durchaus bestimmte Verfahren oder generische Möglichkeiten angelegt. Meistens durch überlange Bewegungen die "in Wirklichkeit" viel kürzer ausfallen, oder die die grundlegenden Richtungen von Jing angeben, sprich, die Technik hat als Anfang eine Bewegung der linken Hand zum ziehen oder leiten, steigendes Jing, auf der anderen Seite nach vorne gehen, penetrierende Aktion. Da gibt es Wickelmanöver, also um den Körper herumgreifen, das ähnlich dem Taiji ausfallende Manipulieren der Arme, penetriereden Schrittbewegungen während man die Arme bindet oder den Arm an sich drückt um Hebel zu kreieren. Oder Bewegungen die was mit allen instinktiven Bewegungen zu tun haben, die ein Mensch macht um das Gleichgewicht zu halten. Ich denke nicht daß man das alles in ein paar Sätzen zusammenfassen kann oder sollte. |
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#13
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| Zitat:
Für mich stellt der Charakter eine Kombination einer relativ einfach zu verstehenden Mentalität sowie die Bevorzugung von bestimmten Techniken oder Prinzipien dar, die man sich natürlich komplett ausdrücklich erarbeiten muss. Das ist ja auch das Problem, das ich mit solchen Bagua-Stilen wie den hier in diesem Curriculum habe, weil die ganzen Tiere nur durch einfache Figuren angedeutet werden, so dass eine Erarbeitung damit nicht mehr möglich ist. Dann ist vielleicht besser, das alles zu vergessen, oder nur noch sehr im Hintergrund zu halten, und sich auf den eigentlichen Charakter des Gesamtbildes zu konzentrieren. Der Charakter des Cheng-Stils ist aber trotz der Variationen zwischen den verschiedenen Cheng-Stilen ziemlich homogen, und nicht so vielfältig und allumfassend, wie das durch die Figuren mit den Tiernamen angedeutet werden. Man kann es daher als einen einzigen Tierstil auffassen, was ja im Cheng-Stil der Drache sein soll. Eine andere Idee zu den Tieren ist ja, dass die Tiere einfach nur die Persönlichkeit des Menschen wiederspiegeln sollen, und jemand sich aufgrund von Körperbau, Geschmack, Persönlichkeit z.B. am besten mit Drache identifizieren kann, der ist halt Drache, egal welchen Tierstil er praktiziert, ob ein Bagua-Tier oder ein Shaolin-Tier. Andere Tiere zu erlernen, also sich durch das Erlernen der Techniken und Verhaltenweisen zu erarbeiten, würde quasi eine künstliche Persönlichkeitswandlung bedeuten, die man nur eingeschränkt durchführen kann, weil jeder Mensch persönliche Grenzen hat. Deswegen braucht man sich beim Erlernen eines weiteren, nicht ganz zur eigenen Persönlichkeit passenden Tieres nicht künstlich um alles bemühen, sondern man kann bestimmte Besonderheiten auch ein bisschen vernachlässigen, weil sie eben nicht richtig zu einem passen (sämtliche Techniken und Bewegungsregeln muss man natürlich möglichst optimal umsetzen, aber man braucht nicht künstlich zu schauspielern etc., weil das Kräfte absorbiert und daher nachteilig ist). Wenn man diesen Tierstil aber dann an jemand anderen weitergibt, bei dem die Persönlichkeit passt, derjenige kann dann den Tierstil wieder zur vollen Entfaltung bringen. Insofern würde es reichen, die ganzen Tierstile im Wesentlichen einfach als Technik- und Prinzipiensammlung zu verstehen. Prinzipien sind hier nicht so superumfassend gemeint wie z.B. das Taiji-Prinzip, sondern eher z.B. so etwas wie "Ellenbogenstöße" oder "Greif- und Ziehtechniken". Es geht nicht darum, diese Ansätze zu den Tierstilen so anzunehmen und zu verfolgen oder generell abzulehnen, sondern einfach darum, sie zu kennen und sich bewußt im Feld dieser Ideen zu bewegen.
__________________ Jin=motorisches Kraftpotenzial. Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Blödsinn. Geändert von nagual (05-08-2005 um 10:48 Uhr). |
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#14
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| Zitat:
Das generelle GongFu-Level ist von dem eher "Cui" oder eher "nicht-cui" z.B. Taiji-Charakter ja völlig unberührt und es hat auch nichts mit der generellen Fa Jin-Fähigkeit zu tun. Die Beschreibung/Übersetzung von "cui" mit engl. crisp wurde mir nicht nur mit z.B. einem knackigen Apfel verdeutlicht, sondern auch z.B. mit einem Keks oder einem hartgetoasteten Stück Brot, welches mit einem Geräusch zerbricht, quasi aufplatzt und viele Krümmel herumspritzen. Es geht darum, dass innere Kampfkünste auch einen zum Taiji gegenläufigen Charakter haben können, ohne deshalb weniger innerlich oder "Neijia" zu sein. Die Widersprüchlichkeit bezieht sich dabei nicht darauf, dass jemand nicht etwas beides nicht beherrschen oder gut darin sein könne, sondern dass man es nicht gleichzeitig anwenden kann. Wenn man in diesem Sinne "cui" ist, dann muss man bei der anderen Seite Abstriche machen und umgekehrt. Supergeschickte Leute mögen vielleicht noch schnell und unberechenbar hin- und herwechseln können, aber zunächst geht es darum, diese Konzepte als gegenläufig zu verstehen und zu akzeptieren.
__________________ Jin=motorisches Kraftpotenzial. Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Blödsinn. |
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#15
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| Gleichzeitig kann es nicht gehen. Entweder man "zieht", also leitet um, nimmt Balance, und kaum Einfluss, aber spielt mit der Bewegung, oder man lässt Kraft einfliessen, und es wird solide, und ein bischen "krachend". Es kann sich aber abwechseln. Und man muß sich zwischendurch auch nicht vorstellen "jetzt bin ich dieses Tier", "ach ne, jetzt das". Das meinte ich mit Mystik. Fest einen Eimer umzutreten ist fest einen Eimer umtreten, nicht "der Löwe" oder was auch immer. Es ist nicht unbedingt verkehrt sich im Training einen Löwen vorzustellen, weil es emotional in die entsprechende Richtung leitet. Es geht aber auch ohne Löwe. Der Unterschied zwischen Cui und Pao ist der Moment indem das Jing feuert, bei Cui ist es etwas vor dem Kontakt, damit gibt es einen starken Pralleffekt, schmerzhaft, schockend. Man "läuft schon gereizt rum". Pao ist nach dem Kontakt, oder mit Kontakt, man ist in der Masse, und dann feuert es, wodurch es nur ein fester Stoß oder Schlag ist. Derjenige "fliegt rum", oder es ist ein grosser Druck, ist aber nicht so verletzt. Das eine fühlt sich ein wie mit einem schweren Sack geschlagen zu werden, das andere wie mit einem Brett. |
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