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  #1  
Alt 03-11-2011, 09:41
Benutzerbild von Richard22
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Kampfkunst: Historisches Fechten, Taiji, Ing Un, To Te
 
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Standard Seidenübungen/ Cansi Gong

Nach einigen interessanten Diskussionen hier im Forum habe ich großes Interesse daran zu erfahren wozu Ihr Seidenübungen/ Cansi Gong durchführt.

Ich teile Jans öffentlich geäußerte Ansicht, daß Seidenübungen/ Cansi Gong die grundlegenste und wichtigste Übung im Taiji ist.

Nur, warum ist das so?

Ich freue mich auf Antworten,

Fechtergruß
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  #2  
Alt 03-11-2011, 11:22
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Hmmm...,

da frage ich mich:

Was ist mit den Stilen, die nicht genau diese Seidenfaden-Übungen haben?

Alles "falsches" Tai Chi??

LG
Pilger


Edit: Das ist keine Provokation. Aber ich habe halt schon mit Menschen aus den unterschiedlichsten Stilen geübt. Manche aus Chen (die täglich Seidenfaden-Übungen machen), viele nicht aus Chen. Gute und schlechte gab´s überall, unabhängig, ob diese Übungen durchgeführut wurden oder nicht.

Daher interessiert es mich auch ganz persönlich, warum man so eine verallgemeinernde Aussage treffen kann oder ob sie sich nur auf den Chen Stil bezieht.
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Geändert von pilger (03-11-2011 um 11:25 Uhr).
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  #3  
Alt 03-11-2011, 14:26
Benutzerbild von Richard22
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Naja, die machen in der Regel Qigong/ Daoyin.

Schaue Dir doch mal die Yang-Stil Qigong Dinger an - alles verkapptes Seidengeübe.

Genauso wie Yang Chengfus's Form eine verkappte Chen Form ist (das meiste wurde einfach gewendet/ gespiegelt. Aber es finden sich in der Yang Form auch eine Menge Reformbemühungen - ansonsten wäre sie wertlos, was sie aber nicht ist.

Aber ich möchte wirklich wissen, warum ihr Seidenübungen macht!

Falsches Taiji? Gibt es sowas?

Was macht den Taiji zu Taiji?

Etwa die Seidenübungen? Oder etwas anderes?

Fechtergruß
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Geändert von Richard22 (03-11-2011 um 14:29 Uhr).
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  #4  
Alt 03-11-2011, 15:26
Benutzerbild von pilger
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Dank dir

mehr soll´s dann von mir hierzu auch gar nicht sein, denn ich gehöre zu der Daoyin-Fraktion und kann daher hier nicht mitreden

Grüße
Pilger
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  #5  
Alt 03-11-2011, 18:26
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Geändert von Kamenraida (04-11-2011 um 11:44 Uhr).
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  #6  
Alt 03-11-2011, 21:12
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Grasping Sparrow´s Tail - Typisches Chan Si Gong.

Chansijin (zumindest sowas in der Art) sollten über kurz oder lang alle Taijiler haben.

Gruss, Thomas
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  #7  
Alt 03-11-2011, 23:22
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So sah es Chen Xin in seinem Werk "Chen Shi Taijiquan Tu Shuo":

Zitat:
Die Seidenübungs-Methode des Taijiquan beinhaltet verschiedene Methoden des Abwickelns (sinnbildlich des Seidenfadens), vorwärts und rückwärts, links und rechts, aufwärts und abwärts, nach innen und nach aussen, klein und gross; direkte Rotation (Shun) und entgegengesetzte Rotation (Ni). Die Methoden sind von überragender Wichtigkeit wenn Yin (Aufmerksamkeit) und Jin (Vorbau) Techniken gebraucht werden. Für Beide arbeitet der Taumel (Spindel) in einer abwickelnden Form, ohne dass es eine Rolle spielt, welche Sorten der Anwendungen oder Positionen einbezogen werden. Wenn das Abwickeln einmal angefangen hat, beginnen Yin und Yang aufeinander einzuwirken, ihre ursprüngliche Beschaffenheit ändernd. Taijiquan-Praktizierende mögen äusserlich wirken als wären sie körperlich schwach, aber wegen dem Ausdruck der inneren Gemütsverfassung (Shen-yun), drücken sie sowohl harte wie weiche Qualitäten aus, die zu gleichen Teilen nach Belieben eingesetzt werden können, oder aufgrund von Situationen wie ein Faustkampf. Nicht-Praktizierende werden werden es mühsam finden, schwierige Taiji-Positionen nachzuahmen, wie zum Beispiel die lockere und abgesenkte Schultern zu gebrauchen oder nach unten gesenkte Ellbogen, die eher das Verhalten einer Jungfrau andeuten, im Gegensatz zur erwarteten agressiven tigerhaften Position eines Gegners.
Die Hände des Übenden müssen in wie in Balance funktionieren, so als ob du etwas in deinen Händen abwiegst, um das Gewicht des Gegenstands zu fühlen. So ähnlich ist auch die elementare Absicht der Praxis in den Kampfkünsten im kultivieren der Fähigkeit das Gewicht zwischen dir und dem Gegner auszubalancieren, auch mit Herz und Geist, so dass du der Situation entsprechend reagieren kannst, vorwärts oder rückwärts, langsam oder schnell. Eine Person, die fähig ist, die sichtbaren Gewichte und die unsichtbaren Faktoren mit ihren Händen zu erkennen und ihre Bewegungen und das Gewicht daran anzupassen, ist bekannt, magische Hände zu besitzen.
Sagt doch eigentlich alles.
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  #8  
Alt 04-11-2011, 04:24
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Zitat:
Zitat von Richard22 Beitrag anzeigen
Ich teile Jans öffentlich geäußerte Ansicht, daß Seidenübungen/ Cansi Gong die grundlegenste und wichtigste Übung im Taiji ist.

Nur, warum ist das so?
Wie kannst du Jans Ansicht teilen und nicht wissen warum das so ist? (Du fragst hier nach, also gehe ich davon aus, dass du dir nicht sicher bist)

Zitat:
Daher interessiert es mich auch ganz persönlich, warum man so eine verallgemeinernde Aussage treffen kann oder ob sie sich nur auf den Chen Stil bezieht.
Hast du ein Link zu einem Artikel wo bisschen die Yang Methode erklaert wird?
Yang entstand doch aus dem Chen, wieso sollten die alles ueber Bord werfen was dort gelehrt wird. Evtl ueben sie nicht gerade 'diese' Uebungen aber in der Form sollte es doch gemacht werden, sonst ist es wirklich irgendwie verkapptes Taiji. (soweit ich es verstehe, aber ich laufe nur die 24er und auch schon mit deutlichem Chen Einfluss)

YS
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  #9  
Alt 04-11-2011, 09:55
Benutzerbild von pilger
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Zitat:
Zitat von Yangshuo Beitrag anzeigen
Hast du ein Link zu einem Artikel wo bisschen die Yang Methode erklaert wird?
Yang entstand doch aus dem Chen, wieso sollten die alles ueber Bord werfen was dort gelehrt wird. Evtl ueben sie nicht gerade 'diese' Uebungen aber in der Form sollte es doch gemacht werden, sonst ist es wirklich irgendwie verkapptes Taiji. (soweit ich es verstehe, aber ich laufe nur die 24er und auch schon mit deutlichem Chen Einfluss)

YS
Nein sorry, hab ich nicht, da ich weder Chen- noch Yangstil übe, sondern den weniger bekannten Exoten mit Namen Li-Stil
Wir haben sehr viele Daoyin Übungen und einen weiteren Qigong-Stil innerhalb des Systems, der sich Kai Men nennt. Kai Men heißt ungefähr übersetzt "Tür öffnen" bzw "Tor öffnen". Das bezieht sich auf den Körper sowie auch auf den Geist und schafft wichtige Grundlagen für die Kraft, das Rooting und die Flexibilität.

Yang und Chen kenne ich nur durch diverse Trainingspartner.

Viele Grüße
Pilger
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  #10  
Alt 04-11-2011, 12:10
Benutzerbild von Richard22
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Ich frage hier öffentlich, weil mich Eure Sichtweisen interessieren. Warum sollte ich sonst fragen?

Hallo Heping,

"Wenn das Abwickeln einmal angefangen hat, beginnen Yin und Yang aufeinander einzuwirken, ihre ursprüngliche Beschaffenheit ändernd."

"Taijiquan-Praktizierende mögen äusserlich wirken als wären sie körperlich schwach, aber wegen dem Ausdruck der inneren Gemütsverfassung (Shen-yun), drücken sie sowohl harte wie weiche Qualitäten aus, die zu gleichen Teilen nach Belieben eingesetzt werden können, oder aufgrund von Situationen wie ein Faustkampf."

"Eine Person, die fähig ist, die sichtbaren Gewichte und die unsichtbaren Faktoren mit ihren Händen zu erkennen und ihre Bewegungen und das Gewicht daran anzupassen, ist bekannt, magische Hände zu besitzen."

Hast Du hier irgend eine Erklärung gefunden (außer Allgemeinplätzen oder schlichter Desinformation)?

Hallo Yang,

ich teile Jans Ansicht zum Cansi Gong, aber ich kenne keine Erklärung von ihm, warum es so ist. Ich habe seine beiden sehr guten Bücher gelesen.

Hallo Pilger,
"Tür öffenen" ist ein üblicher China KK-Begriff für einen taktischen Verhalt. "Tor öffnen" klingt für mich eher wie typische China-Metaphysik. Was darf es denn jetzt sein?


Fechtergruß
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Geändert von Richard22 (04-11-2011 um 12:14 Uhr).
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  #11  
Alt 04-11-2011, 12:30
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Imo ist das etwas das man mit der Zeit versteht wenn man Taiji macht.
Eine Meditationslehrerin in Thailand hat das so beschrieben: 'wie willst du jemandem erzaehlen wie sich eine Verbrennung anfeuhlt, auch wenn er weiss was 'heiss' ist. Man muss sich verbrennen damit man es versteht.' Im Bezug auf die Meditation heisst das ganz einfach, du musst meditieren damit du die Vorgaenge kennenlernst (und nicht nur ein bisschen).
Im Bezug auf Taiji heisst das, du musst die Uebungen machen.

Beucher lesen hilft also imo nicht weiter, wenn man nicht zur gleichen Zeit auch die Uebungen macht.

Allgemeinplatze oder Desinformation? Ist es was A sagt oder was B versteht?


YS
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  #12  
Alt 04-11-2011, 12:41
Benutzerbild von Richard22
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Hallo Yang,

ich bin 45 und meditiere (Kriya und Hatha-Yoga) seit 18, Taiji sein Anfang Zwanzig. Ich haben schon Nächte durch meditiert.

Deine Erklärung ist keine, es sei denn "Magie" ist für Dich eine Erklärung. Oder "Ausdruck der inneren Gemütsverfassung und Faustkampf". Oder "Yin und Yang wirken aufeinander ein" (was sie nunmal als Gegensätze ständig tun).

Wiki:
"Desinformation ist die gezielte Verbreitung falscher oder irreführender Informationen. Motivation der Desinformation ist meist die Beeinflussung der öffentlichen Meinung bzw. von Gruppen oder Einzelpersonen, um ein bestimmtes politisches oder wirtschaftliches Anliegen des Verbreitenden zu unterstützen."

Wir tippen hier von der grundlegensten Übung des Taiji.

Gerade Berufslehrer sollten eine Erklärung parat haben.

Fechtergruß
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  #13  
Alt 04-11-2011, 13:55
Benutzerbild von pilger
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Zitat:
Zitat von Richard22 Beitrag anzeigen
Hallo Pilger,
"Tür öffenen" ist ein üblicher China KK-Begriff für einen taktischen Verhalt. "Tor öffnen" klingt für mich eher wie typische China-Metaphysik. Was darf es denn jetzt sein?


Fechtergruß

Such dir einen aus
Kai Men kann wohl für beides stehen, wie mir gesagt wurde. Ich beherrsche diese Sprache nicht im Ansatz und mir ist das auch nicht wirklich wichtig, was genau mit dem ein oder anderen Begriff so alles typischer oder auch untypischerweise gemeint sein kann. In dem Fall ist es einfach eine Art des Qigong. Für mich ist es nur wichtig, die Übungen zu machen. Und dabei stelle ich fest, dass sie tatsächlich die ein oder andere "Tür" in mir öffnen

That´s it
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  #14  
Alt 04-11-2011, 14:07
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Zitat:
Zitat von T. Stoeppler Beitrag anzeigen
Grasping Sparrow´s Tail - Typisches Chan Si Gong.

Chansijin (zumindest sowas in der Art) sollten über kurz oder lang alle Taijiler haben.

Gruss, Thomas
Den Vogel... ist eine Bewegungssequenz aus der Yang-Form. Das Chan Si Gong/Jin ist ein Bewegungsprinzip. Darum macht diese Aussage keinen Sinn. Entweder gehorcht die ganze Form dem Prinzip, oder keine.

Im Yangstil gibt es die unterschiedlichsten Interpretationen davon, was mit dem Seidenweberprinzip gemeint ist. Im Chen ist die Sache eher klar, weil es durch RS-Übungen zum Curriculum gehört.
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  #15  
Alt 04-11-2011, 14:12
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Zitat von Richard22 Beitrag anzeigen
Hallo Heping,

"Wenn das Abwickeln einmal angefangen hat, beginnen Yin und Yang aufeinander einzuwirken, ihre ursprüngliche Beschaffenheit ändernd."

"Taijiquan-Praktizierende mögen äusserlich wirken als wären sie körperlich schwach, aber wegen dem Ausdruck der inneren Gemütsverfassung (Shen-yun), drücken sie sowohl harte wie weiche Qualitäten aus, die zu gleichen Teilen nach Belieben eingesetzt werden können, oder aufgrund von Situationen wie ein Faustkampf."

"Eine Person, die fähig ist, die sichtbaren Gewichte und die unsichtbaren Faktoren mit ihren Händen zu erkennen und ihre Bewegungen und das Gewicht daran anzupassen, ist bekannt, magische Hände zu besitzen."

Hast Du hier irgend eine Erklärung gefunden (außer Allgemeinplätzen oder schlichter Desinformation)?
Ich verstehe die meisten Deiner Posts ja auch nicht, wieso sollst Du also meine verstehen

Ich finde, wenn man die blumige Darstellungsweise der damaligen Chinesen mal aussen vor lässt, kann man durchaus etwas ableiten: Strukturen bilden, Spiralkraft zu nutzen lernen und anderes.
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