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#16
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In 50 Jahren werden die Meister von vor 30 Jahren nicht mehr sein. Gruß Hongmen
__________________ Schule für Innere Kampfkunst |
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#17
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| Aber es wird neue Meister geben...
__________________ Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel. (Konfuzius) |
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#18
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Im übrigen: Ist das Glas halbvoll oder halbleer?! Es kann schon sein, dass einiges an altem Wissen verloren gegangen ist oder dass die Leute früher auf eine Art gelebt und trainiert haben, die wir nicht mehr wollen und können. Einerseits. Andererseits können Traditionen auch beengen und beschränken. Die Möglichkeiten, die wir dank Reisefreiheit, Internet, Globalisierung haben, sollte man auch nicht unterschätzen - wenn man sie nicht überbewertet und verantwortlich nutzt. Außerdem wäre doch schon einge Menge gewonnen, wenn wir das, was heute noch da ist, nun erhalten, pflegen, fortführen. Außerdem bleibe ich dabei: Heutzutage kann man, allein hier in Deutschland zwischen Yang, Chen, Sun, Lee, Zhaobao, Modern Style, Taijidao, Wu, Chinese Boxing und was weiß ich alles wählen - ein ungeheurer Reichtum, der so vor zwanzig Jahren nicht da war. Es kommen Meister nach Deutschland, die das noch vor kurzem bestimmt nicht für möglich gehalten hätten. Was zurzeit alles angeboten wird, ist bestimmt nicht alles toll. Aber es sind eben auch Perlen darunter. Oder nicht? |
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#19
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Durch das "Überangebot" werden die "Feinkostläden" von den "Supermärkten" verdrängt. Du verstehst was ich meine? Gruß Hongmen
__________________ Schule für Innere Kampfkunst |
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#20
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| In Taiwan sieht es auch nicht rosig aus. Die letzte Generation der guten alten Typen findet kaum einheimischen Nachwuchs. Hier ist man gewöhnlich auf dem Karriere-Trip, wer quält sich da schon in der Hitze, wenn man klimatisiert armchair worrior sein kann. Bei Luo Dexiu etwa findet man schon mehr Ausländer ernsthaft trainieren als Taiwaner. Fürs Festland sehe ich genau umgekehrte Tendenzen: Viele wollen Bodyguard werden, oder sonst wie mit CMA ihren Lebensunterhalt erwerben, das Interesse ist also da. Aber was öffentlich, staatlich und durch die bekannten Schulen verbraten wird, hat mit Traditionellen Künsten oft nur noch wenig zu tun. BJJ in Beijing dagegen ist voll in! Gute ältere Lehrer gibt es dort zwar noch viele, wird aber zunehmend schwieriger die zu finden, und wenn man sie findet, heißt das noch lange nicht, dass sie einen Westler sofort was ordentliches unterweisen. Auf dem Land und auch in Städten muss man oft erst längere Zeit präsent sein und sich bewährt haben, ehe man an das Eingemachte rankommt. Es gibt aber auch dort ein paar weiße longtime residents, die die alte Schule durchlaufen, etwa in Xi'an oder Shanxi etc. |
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#21
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Ich denke das die wirklichen Könner, den Humbug der mit den IMA´s heutzutage getrieben wird auch beobachten und deshalb wieder vorsichtiger geworden sind. Gruß Hongmen
__________________ Schule für Innere Kampfkunst Geändert von Hongmen (04-09-2010 um 22:58 Uhr). |
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#22
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__________________ 我愛廣府話 Geändert von Freier Geist (16-04-2011 um 18:21 Uhr). |
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#23
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| wie schon erwähnt liegt es an uns, den leuten zu vermitteln , dass TaiJi nicht nur gesundheitssport ist...natürlich ist die kämpferische umsetzung (je nach stil) nicht immer für jeden gleich ersichtlich...aber die umsetzung/anwendung weiterzugeben ist an uns...und wie hier auch schon mal erwähnt wurde liegt es an uns das ganze so rüberzubringen, dass es eben nicht nur gesundheitssport ist...ohne hier werbung machen zu wollen, glaube ich dass Ismet Himmet in der richtung was macht, wobei ich ihn jetzt nicht persönlich kenne...hab halt nur die videos gesehen...glaube aber , dass er das mit der umsetzung ganz gut macht... ich persönlich übe eben den Yang Stil, da lassen sich die formen ja auch schon prima umsetzen, wenn man sich mal drübert gedanken macht...also lautet die maxime für alle ,die nicht nur den gesundheitssport sehen, nicht rumsitzen und stur die formen wiederholen, sondern sich eben auch mal gedanken drüber machen...denkt mal drüber nach...
__________________ Kung Fu ist nicht kämpfen; Kung Fu ist nicht zu kämpfen;"It's a long way to go" www.chingwu-kampfkunst.de |
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#24
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| Mal im Ernst, wofür ist es wichtig, dass die Leute hier "mit Taiji kämpfen lernen" ? Das ist Freizeitsport, und Gesundheitsgymnastik. Wer das ernsthaft trainiert, bekommt auch ernsthaft, im Vorbeigehen, Fähigkeiten. Die bis ins Letzte auszureizen damit man viele Männer am Stück kurzfristig plattmachen kann, mag früher, oder in manchen Situationen, wünschenswert sein. Dürfen tut man kaum, und so häufig ist das auch nicht. Ansonsten müsste man ja auch den tatsächlichen Zweck propagieren, zum Beispiel "mit Taijiquan keine Angst mehr in der Schule", und Schülern beizubringen sich mit entsprechenden Dingen gegen zudringliche Querulanten zu wehren. Tut das einer ? Wenn nicht, wofür der Lärm dass Trainingsmethoden nicht mit der Intensität ausgeführt werden wie das mal nötig war, als die Polizei im Dorf man selbst gewesen ist. Das ist schon lange her.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#25
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| Keine Ahnung, wo das hingeht. Je mehr ich mich mit Taijiquan befasse, umso simpler erscheint es mir. Zum Beispiel interpretiere ich zur Zeit geschätzte 80% der 10000 verschiedenen Anweisungen und Beschreibungen als Blickwinkel auf eine einzige simple Sache. Ich glaube, Taijiquan wird viel zu kompliziert erklärt und gelehrt und am eigentlichen vorbei - ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt. Die vielen Formen und Übungen haben sicher ihren Sinn. Aber wenn man den Sinn begreift, kann man sich eventuell reduzieren auf das wesentliche. Das was man tun muss, ist ganz einfach. Dafür braucht man nicht viel Theorie fürchte ich. Was sich daraus dann entwickelt, ist natürlich vielfältig beschreibbar. Die Ursache ist einfach, die Auswirkungen (evtl.) vielfältig. Aber in den Texten wird beides vermischt. Aber das sind natürlich immer nur wandelnde Erkenntnisstände bzw. Reflexionen aus der eigenen Praxis. Mag also sein, das ich mich irre. Liegt auch vielleicht an der "Einfachheit" "meines" Stils. Und Übersetungen aus dem Chinesischen sind immer besonders heikel. Das weiß ich alles. Auch die Gefahr der Projektion durch das "konstruktivistisch" arbeitende Gehirn ist mir bewusst. Körperlich ergibt sich für mich halt ein gefühlter zusammenhang. Aber auch das kann Projektion sein. Nur der Eindruck verdichtet sich seit einiger Zeit, weil ich mich auch in anderen Text -Traditionslinien außer Yang bestätigt sehe und auch schon Anregungen praktisch probiert habe, die sich dann im Grunde als korrekt erwiesen. Ich teste das grad aus (Selbstversuch). Insofern liegt die Zukunft in 50 Jahren eventuell in der Reduktion auf das Wesentliche? Ich zietiere mal Hongmen "Ihr wisst, was ich meine?" ![]() Grüetzi Edit: Ich meine damit nur das Grundsätzliche der eigenen Bewegung, ob im gehen, ausweichen, greifen, ableiten, schlagen, stoßen, ziehen und so weiter. Leider ist da nicht das fühlen, interpretieren, kleben und manipulieren inbegriffen, was ich sehr schätze. Ich fürchte man hat vieeeeeeel zu wenig Partnerarbeit in allen möglichen und nötigen Variationen und zu viel detailreiche Formarbeit.
__________________ Früher: "Bewegt sich der Gegner, bin ich schon da." Heute: "Bewegt sich der Meister, verharre ich." Geändert von rudongshe (09-09-2010 um 10:48 Uhr). |
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#26
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Zitat:
Zitat:
Picasso konnte auch handwerklich hervorragend malen, Van Gogh eher nicht. |
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#27
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Letztendlich genügt es erst mal für längere Zeit, die Prinzipien zu kennen und die Bewegungen dementsprechend aufzubauen. Warum das so ist oder anders und welche Gesetzmäßigkeiten dahinter stecken, ist für die Ausführung erst mal sekundär. (Vgl. ich aknn auch prima autofahren, ohne im Detail zu wissen, wie ein Motor funktioniert) Man kann etwas Einfaches, das früher auch wenig gebildete Menschen klar erfaßten, auch in komplizierte, endlos lange und vielfältige Theorien packen. Während des Trainings dann aber in komplizierte biologische oder physikalische Theorien abzuschweifen und zu versuchen, die Formen mit dem Verstand gut hinzukriegen, funktioniert nicht richtig. Es ist immer noch der Körper als Ganzes, der (intuitiv) erfassen muß, wie es sich gut anfühlt und richtig geht. Und gerät gerade durch Loslassen des peniblen Denkens in einen gelösten Zustand , der dies ermöglicht. Nicht, daß nicht auch Theorie ok wäre, aber es darf nicht angehen, daß eine körperlich ausgeführte Kampfkunst ein theoretisches Wissen mit sich schleppt wie ein geistiger Beruf- sonst bekommt man nur viele Taiji-Theoretiker, die dann aber in der Praxis wenig hinkriegen, was eindeutig am Kern des Ganzen vorbeigeht. Wichtiges Basiswissen und was Taijiquan etwa ist, sollte natürlich schon von Anfang an mit-vermittelt werden. Das ausschweifende theoretische Wissen mag als Ergänzung hinzunehmen, wer den praktischen Teil gut beherrscht, nicht umgekehrt. Was die vielen Formen betrifft: Eine Kampfkunst erfordert nun mal gute Körperbeherrschung und die wird in den Formen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aufeinander aufbauend, unterrichtet. Diese Vielseitigkeit gibt es in jedem Kampfsport. Sie auf das Wesentliche zurückführen zu wollen, ist zwar ein löblicher Gedanke, birgt bei Übertreibung aber auch die Gefahr mit sich, daß das Ganze auf Kosten der motorischen Fähigkeiten geht. Denn was nicht regelmäßig geübt wird, geht schnell verloren und kann dann auch nicht mehr effektiv angewendet werden. Es liegt also am Einzelnen, welches Niveau er anstrebt. Im Chen Taiji z.B. würde es für die Gesundheit und basis KK-Skills auch genügen, nur die Laojia Yilu mit zugehörigem Seidenfaden und Tuishou zu praktizieren. |
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#28
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| Einfach (simple) ist eins, leicht (easy) ist etwas anderes. Das ganze Leben ist schliesslich "einfach". Vor allem, ein glückliches Leben führen zu können ist eigentlich "einfach". Es hängt von ganz wenigen, einfach zu definierenden Sachen ab. Aber "leicht" ist es meistens nicht, wie wir wissen... ![]() Daher muß man oft langer und hart an "einfachen" Sachen arbeiten, um sie in der Praxis umzusetzen. Hat man mehr oder weniger verstanden, was wichtig ist, liegt die meiste Arbeit daran, die ganzen zwangsneurotischen Drumherums allmächlich wegzulassen. So auch beim Lernen von Tai Chi. .
__________________ Do not give up the near in order to seek the far. |
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#29
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| Ein Lehrer von mir sagte mal: Taichi ist einfach, nur reinzukommen ist schwer. Dennoch bleibt eventuell die Frage der Gewichtung von Partnerarbeit.
__________________ Früher: "Bewegt sich der Gegner, bin ich schon da." Heute: "Bewegt sich der Meister, verharre ich." |
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#30
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| Nein, das habe ich auch nicht gemeint. Das richtige Umsetzen finde ich schon schwierig. Schwierig genug. Deswegen eben meine Überlegung, warum nicht direkt am kern anzusetzen.
__________________ Früher: "Bewegt sich der Gegner, bin ich schon da." Heute: "Bewegt sich der Meister, verharre ich." |
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