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  #1  
Alt 09-05-2011, 10:11
Benutzerbild von lucutus
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan
 
Registrierungsdatum: 14.06.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 27
Question TaiJi Stil : Eine Definition bitte

Wir haben die traditionellen Familien Stile:

Chen
Yang
Sun
Wu Yuxiang (alter Wu)
Wu (Quanyou (neuer Wu)

Und viele, viele neue.

Was macht einen Stil aus, dass man ihn einen eigenen Stil nennen darf?
Jeder Mensch führt die Bewegungen anders aus - auch wenn es die gleiche Form darstellen soll.
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  #2  
Alt 09-05-2011, 10:55
Benutzerbild von wudangdao
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Wudang Quan
 
Registrierungsdatum: 28.11.2006
Ort: München
Beiträge: 382
Standard

Zitat:
Zitat von lucutus Beitrag anzeigen
Wir haben die traditionellen Familien Stile:

Chen
Yang
Sun
Wu Yuxiang (alter Wu)
Wu (Quanyou (neuer Wu)

Und viele, viele neue.

Was macht einen Stil aus, dass man ihn einen eigenen Stil nennen darf?
Jeder Mensch führt die Bewegungen anders aus - auch wenn es die gleiche Form darstellen soll.

Traditionell, nicht traditionell.. Einen eigenen Stil benennen dürfen, nicht dürfen.. etwas weniger schwarz und weiß und dafür mehr Farbe in unser Leben! Wer mag es denn nicht schön bunt?

P. S. Es gibt natürlich nicht nur Familienstile.

Grüße
wudangdao
__________________
www.wudangpai.de
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  #3  
Alt 09-05-2011, 11:04
KKB-Userstatus: Professional
Kampfkunst: Ma-Tsun-Kuen Tai Chi Chuan
 
Registrierungsdatum: 12.01.2006
Ort: Berlin
Alter: 49
Beiträge: 977
Standard

Die Grenzen sind fliessend. Genau wie in der Musik, der bildenden Kunst, der Religion usw. usw. Zum Teil zumindest ist die Entscheidung, einen neuen Stil zu benennen, eher politisch oder ideologisch oder auch kommerziell geprägt. Jedoch nicht immer. Manchmal findet eine unaufhaltsame Evolution statt und es ist irgendwann unvermeidlich zu sagen, 'das ist jetzt ein neuer Stil'. Manchmal macht jemand einen klaren Schnitt oder Bruch, und ruft (mit Berechtigung oder nicht) einen neuen Stil ins Leben.

Das Kontinuum bleibt. Man kann es so oder so aufteilen. Verschiedene Kulturen und Sprachen teilen sogar die Farben des Spektrums unterschiedlich auf...

Viele Grüße,

Giles
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  #4  
Alt 09-05-2011, 12:42
Benutzerbild von Ahasver
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan, Chen-Stil nach Chen Xiaowang
 
Registrierungsdatum: 13.07.2005
Ort: Norderstedt
Alter: 42
Beiträge: 149
Question Wie weit ist das Taijiquan im Abendland?

Zitat:
Zitat von lucutus Beitrag anzeigen
Was macht einen Stil aus, dass man ihn einen eigenen Stil nennen darf?
Jeder Mensch führt die Bewegungen anders aus - auch wenn es die gleiche Form darstellen soll.
Hallo Lucutus!

Ich habe da mal eine Zusatzfrage:

Gibt es eigentlich auch einen Taijiquan-Stil (oder mehrere), dessen Ursprung nicht das "Reich der Mitte" ist?

LG
Jörg
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  #5  
Alt 10-05-2011, 06:37
Benutzerbild von lucutus
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan
 
Registrierungsdatum: 14.06.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 27
Standard

Zitat:
Zitat von wudangdao Beitrag anzeigen
Traditionell, nicht traditionell.. Einen eigenen Stil benennen dürfen, nicht dürfen.. etwas weniger schwarz und weiß und dafür mehr Farbe in unser Leben! Wer mag es denn nicht schön bunt?

P. S. Es gibt natürlich nicht nur Familienstile.

Grüße
wudangdao
Je bunter umso schöner

Und ganz richtig, es gibt nicht nur Familienstile und genau das ist mein Thema. Eine Definition für den Stil kann ich nicht finden.

Am Ende ist es nur Marketing und wie es so schön heißt alles Ausdrucksformen der selben Sache.

Danke für die Kommentare
Jan
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  #6  
Alt 10-05-2011, 06:40
Benutzerbild von lucutus
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan
 
Registrierungsdatum: 14.06.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 27
Standard

Zitat:
Zitat von Ahasver Beitrag anzeigen
Hallo Lucutus!

Ich habe da mal eine Zusatzfrage:

Gibt es eigentlich auch einen Taijiquan-Stil (oder mehrere), dessen Ursprung nicht das "Reich der Mitte" ist?

LG
Jörg
Moin Jörg,

Frage wäre dann, was ist Taijiquan? Wenn Du bei der Definition drin hast, dass es aus China sein muss, war es das.

Bis dann
Jan
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  #7  
Alt 10-05-2011, 11:00
Benutzerbild von Ahasver
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan, Chen-Stil nach Chen Xiaowang
 
Registrierungsdatum: 13.07.2005
Ort: Norderstedt
Alter: 42
Beiträge: 149
Standard

Zitat:
Zitat von lucutus Beitrag anzeigen
Moin Jörg,

Frage wäre dann, was ist Taijiquan? Wenn Du bei der Definition drin hast, dass es aus China sein muss, war es das.

Bis dann
Jan
Hi Jan,

Taijiquan ist eine innere Kampfkunst, deren Wurzeln das Wu Shu Chinas sind. Durch diese Definition ist nicht bestimmt, wo die Äste und Zweige und Blätter des Baumes sprießen.

Trotzdem ist mir kein Taijiquan-Stil des Westens bekannt. Kannst du mich eines besseren belehren?

LG
Jörg
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  #8  
Alt 10-05-2011, 12:59
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: LHBF, Sun Taijiquan, Inneres Boxen
 
Registrierungsdatum: 21.12.2010
Ort: Düsseldorf
Alter: 59
Beiträge: 61
Standard

Nicht chinesische Stile

Lei Gong Nei Quan: Torstens Inneres Boxen
Tan Tien Tschüan: TAN TIEN TSCHÜAN - Inneres Boxen
Shayuquan: Shayuquan index
__________________
Sun Taijiquan - Liu He Ba Fa
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  #9  
Alt 10-05-2011, 13:11
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Taichi
 
Registrierungsdatum: 31.05.2008
Beiträge: 258
Standard

Ich denke mal, die "großen" Stile gehen einfach auf die Familien- bzw. Clanstrukturen in China zurück.

Gerade beim Yangstil - der spätestens mit YCF, eigentlich aber schon früher - den Rahmen der Familie verlassen hat, macht die Bezeichnung "Yang-Stil" ja auch wirklich kaum noch Sinn, weil sich völlig unterschiedliche Sachen im einzelnen darunter finden.

Heute sind es ja eher einzelne Lehrer, die vielleicht so prägend sind, dass sie eben so etwas wie einen eigenen Stil kreieren - ist dann eine Frage der Persönlichkeit, ob sie dem Kind ihren eigenen Namen geben.

Nicht-chinesische Stile? Ich hätte auch an TTT gedacht, wobei Shayuquan und Leigong ja Derivate sind.

Und der Grolle-Stil in Hamburg.

Und der Ip Family Style ist zum Beispiel in Amerika erfunden worden ;-)
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  #10  
Alt 10-05-2011, 13:48
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan Yang-Stil
 
Registrierungsdatum: 28.06.2007
Beiträge: 131
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Zitat:
Zitat von LHBF Beitrag anzeigen
Nicht chinesische Stile

Lei Gong Nei Quan: Torstens Inneres Boxen
Tan Tien Tschüan: TAN TIEN TSCHÜAN - Inneres Boxen
Shayuquan: Shayuquan index
Warum haben die dann chinesische Namen?
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  #11  
Alt 10-05-2011, 13:53
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan Yang-Stil
 
Registrierungsdatum: 28.06.2007
Beiträge: 131
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Zitat:
Zitat von Kamenraida Beitrag anzeigen
Ich denke mal, die "großen" Stile gehen einfach auf die Familien- bzw. Clanstrukturen in China zurück.

Gerade beim Yangstil - der spätestens mit YCF, eigentlich aber schon früher - den Rahmen der Familie verlassen hat, macht die Bezeichnung "Yang-Stil" ja auch wirklich kaum noch Sinn, weil sich völlig unterschiedliche Sachen im einzelnen darunter finden.

Heute sind es ja eher einzelne Lehrer, die vielleicht so prägend sind, dass sie eben so etwas wie einen eigenen Stil kreieren - ist dann eine Frage der Persönlichkeit, ob sie dem Kind ihren eigenen Namen geben.

Nicht-chinesische Stile? Ich hätte auch an TTT gedacht, wobei Shayuquan und Leigong ja Derivate sind.

Und der Grolle-Stil in Hamburg.

Und der Ip Family Style ist zum Beispiel in Amerika erfunden worden ;-)
Nun, auch der Chen-Stil hat die Familie längst verlassen - oder ist das ganze Dorf eine einzige Familie? Und die Dörfer drumherum? Machen die nicht auch Chen-Stil-Taijiquan?

Grolle ist noch im Rahmen des Yang-Stils, würde ich sagen, sehr Cheng man-ching, das Ganze. Und Bob Boyd beruft sich ja vehement auf Ip Tai Tak, der ihm als Einzigem die letzten Geheimnisse verraten haben soll - ist also auch Yang-Stil.

Da müsste man dann klären, was Stil und was Unterarten sind.
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  #12  
Alt 10-05-2011, 14:32
Benutzerbild von Heping
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Wushu
 
Registrierungsdatum: 09.11.2004
Beiträge: 487
Standard

Eine Definition sollte weniger auf der Herkunft, dafür mehr auf Prinzipien beruhen:

- Begegne der Härte des Gegners mit Weichheit
- Deine Kraft wird von Innen heraus generiert (chin. Kampfkünste: aus dem Dantian)
- Greife an während Du defensiv bist und sei defensiv während Du angreifst
- Beschütze Dich selbst, während Du angreifst
- Besiege den Gegner anstatt besiegt zu werden
- Locke den Gegner ins Leere und leite Kraft und Angriff zurück
- Weiche Attacken aus und entwickle Kraft schnell

Diese Prinzipien gelten aber nicht generell nur für Taijiquan. In Kombination mit der Herkunft lässt sich aber schon eine relativ eindeutige Definition ableiten.
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  #13  
Alt 10-05-2011, 15:08
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Taichi
 
Registrierungsdatum: 31.05.2008
Beiträge: 258
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Zitat:
Zitat von Hanspeter Beitrag anzeigen
Nun, auch der Chen-Stil hat die Familie längst verlassen - oder ist das ganze Dorf eine einzige Familie? Und die Dörfer drumherum? Machen die nicht auch Chen-Stil-Taijiquan?
.
Einerseits hast du natürlich recht. Andererseits: Viele oder vermutlich sogar die Mehrheit der Chen-Stylisten (gerade hier in Deutschland) dürfte direkten oder indirekten Kontakt zu einem lebenden Familienvertreter haben.

Das lässt sich vom Yang-Stil nun wahrlich nicht sagen. Das fallen mir nur die ganz wenigen ein, die sich auf Yang Zhenduo oder auf Yang Ma-Lee (Die Tochter von YSC) berufen. Eine verschwindende Minderheit.

Insgesamt ist die "globale" Verbreitung und auch die Verästelung des Yangstils einfach viel fortgeschrittener als beim Chen, schon allein aus historischen Gründen (das Wirken CMC im Westen, etc.). Diesen Prozess erleben wir im Chen gerade erst.

@ Heping: Eine prinzipiengestützte Diskussion, finde ich, bringt uns in dieser Frage überhaupt nicht weiter. Das, was du schreibst, würden vermutlich ALLE TC-Stile und auch die meisten sonstigen Stile für sich reklamieren.

Wenn man über "Stile" spricht, denke ich, muss man das erst einmal einfach in der historischen Entstehung, in der Selbstdefinition und vielleicht noch im äußeren Erscheinungsbild der Formen betrachten.

Ein gutes Beispiel ist Matsunkuen - die nennen sich zwar nicht so, sind aber eindeutig dem Yangstil zuzuordnen. Ein Blick auf die Form genügt dazu. Auch historisch von der Entstehung ließe es sich eindeutig belegen.

Das alles ist wertfrei und letztlich ja nur spannend für Leute, die sich halt für die Geschichte und die Weiterentwicklung der Stile interessieren.
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  #14  
Alt 10-05-2011, 15:33
Benutzerbild von Heping
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Wushu
 
Registrierungsdatum: 09.11.2004
Beiträge: 487
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Zitat:
Zitat von Kamenraida Beitrag anzeigen
@ Heping: Eine prinzipiengestützte Diskussion, finde ich, bringt uns in dieser Frage überhaupt nicht weiter. Das, was du schreibst, würden vermutlich ALLE TC-Stile und auch die meisten sonstigen Stile für sich reklamieren.
.
Stimmt, ich habe mich zu sehr vom Thread-Titel leiten lassen (manchmal lohnt sich das Lesen des ganzen Threads tatsächlich, ist aber während der Arbeit zeitraubend ), aber in Kombination mit Herkunft und Geschichte doch zu gebrauchen.
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  #15  
Alt 10-05-2011, 16:37
KKB-Userstatus: Professional
Kampfkunst: Ma-Tsun-Kuen Tai Chi Chuan
 
Registrierungsdatum: 12.01.2006
Ort: Berlin
Alter: 49
Beiträge: 977
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Da taucht jetzt auch die Frage auf, ob man einen Stil durch den (sehr) groben Rahmen einer bestimmte Form definiert. In dem Sinne: die Form hat xx Bilder und nach "Böser Onkel schaut grimmig drein" kommt "Das rosa Nashorn tanzt auf dem Tisch". Die eigentlich Ausführung/Übergänge/Anwendungsideen usw. können dabei sehr unterschiedlich sein! Oder mehr durch die Körpermechanik oder das Gesamtpaket an Übungen?

Zitat:
Zitat von Kamenraida Beitrag anzeigen
Ein gutes Beispiel ist Matsunkuen - die nennen sich zwar nicht so, sind aber eindeutig dem Yangstil zuzuordnen. Ein Blick auf die Form genügt dazu.
Siehe meine Bemerkung oben. Der MTK-Stil hat sich ganz ungeniert für seine Formen bei dem Yang-Stil bedient . Allerdings ist die Kurzform symmetrisch aufgebaut und kommt (prinzipiell) bei keinem anderen Stil vor. Der schnelle Form ebenfalls. Und der Langform unterscheidet sich in seinen Übergängen und Ausführung so sehr von der "normalen" Yang-Stil daß, laut der Meinung von etlichen Yang-Stilern, er "vollkommen anders" ist und grundsätzlich neu gelernt werden muß.

Zitat:
Auch historisch von der Entstehung ließe es sich eindeutig belegen.
Aha, das klingt spannend. Der "Diebstahl" der Langform beiseite, könntest du da ein bißchen mehr erzählen?

Zitat:
Das alles ist wertfrei und letztlich ja nur spannend für Leute, die sich halt für die Geschichte und die Weiterentwicklung der Stile interessieren.
Richtig

Schöne Grüße,

Giles

PS. Bin ein großer Fan von (manchen Vertretern von) Yang-Stil. Wie auch von (manchen Vertretern) von anderen Stilen.
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