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#1
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| Hi, in letzter Zeit, so kommt es mir vor, wird Taijiquan von vielen immer mehr als reines Add-On gesehen. Sprich als Zusatz Attribut des Weichen, Gesunden, Stützenden, aber nicht mehr als eigenes. Ich frage mich inwiefern wird das Taijiquan gerecht und hat das überhaupt einen wirklichen Nutzen? Ich selbst betreibe auch Qi-Gong und 2 Kurzformen, ich gebe es zu, aber ich behaupte auch nicht ich betreibe ansatzweise eine IMA. Für mich kommt das ganze so daher, als ob ich sage ich mache Boxen zur Ergänzung, springe aber nur Seil, oder mache nur Sandsack. Wird das dann dem Boxen gerecht, bzw mache ich dann Boxen und kann erwarten ich bekomme die entsprechenden Attribute eines Boxers? Siehe Taijiquan und co. Wenn ich nur ne Form laufe, habe ich dann wirklich aufeinmal die tollen geheimnis vollen IMA-Kräfte die nahtlos in meine harten Sachen übergehen, oder bleibt da nicht eine Lücke? Es fällt mir wie gesagt ganz extrem bei Taijiquan auf. Beim Rest der KK Welt würde keiner auch nur Ansatzweise so denken. Grüße Ima-Fan |
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#2
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| das liegt vermutlich daran, daß Taijiquan von allerlei Leuten betrieben wird: Von Kampfsportlern zum Ausgleich, also als Add on- deren Schwerpunkt liegt in ihrem anderen Kampfsport von Leuten, denen anderer Kampfsport zu anspruchsvoll ist als etwas, was sie auch hinkriegen- wobei deren Taiji da aufhört, wo es hart oder schwierig wird (also kaum je richtiges Sparren, eher gemütlich Form und ein bißchen Stehmeditation). Trotzdem sind sie überzeugt, jetzt Wunder wie wehrhaft zu sein. von Leuten, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen, die dann hören, sie machen Kampfkunst und denken, sie können jetzt auch kämpfen und dann- endlich eine Hand voll ernst zu nehmender Leute: alternde Kampfsportler anderer Künste, die zu Taiji wechseln und ernsthaft trainieren oder die paar wenigen, die einigermaßen sportlich sind, noch nicht extrem alt und bereit, sich dem Taiji als Kampfkunst zu widmen und es entsprechend intensiv und umfangreich zu trainieren, auch wenns manchmal anstrengend oder hart wird. Tschuldigung, ist vielleicht etwas spitz ausgedrückt, aber sicher nicht zu weit weg von der Wahrheit... |
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#3
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| Einerseits ist es so, dass Taiji und die meisten anderen IMA eine Form- und Basisübungsbasierte Übungsmethodik darstellen, und es schließlich der Sinn der Sache ist, darauf aufbauend sich schließlich den konkreten Verwendungszweck anzueigenen, ob das dann Wettkampf oder SV ist, usw. Zitat:
Ein gewisser Fehler liegt vor, wenn Leute IMAs als "Add Ons" zu irgendwelchen Wettkampfsportarten oder typisch äußeren KKs betreiben wollen. IMAs sind IMMER als absolute Grundlagen für alle möglichen KK-Ideen konzipiert, und deswegen sollten stets die Wettkampfsportarten oder "äußeren KKs" (z.B. SV-Anwendungstraining a la Ju Jutsu usw.) als "Add On" für inneres Zeug betrachtet werden. Das erfordert die Logik der Sache, und die Idee, das umgekehrt zu betrachten, entspricht der Lücke des Verständnisses, bzw. ist ein Ansatz, die IMAs auf das Weichheitsklischee und entsprechende Anwendungsideen zu reduzieren.
__________________ chin. "Jin"="physische Energie". Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Unsinn. |
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#4
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| Ich würde auch eher von Grundlage, denn von Add-on sprechen. Grundsätzlich ist es oft so, dass den anderen Kampfkünsten etwas fehlt. Wenn man beactet, dass es sehr schwierig ist eine TJQ Schule zu finden, die alles, was im TJQ enthalten sein sollte, beinhaltet, dann kann eine Mischung von Stilen schon die nächstschlechteste Lösung sein. Ich denke da zum Beispiel an Sparring/Freikampf und Selbstverteidigungstechniken. |
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#5
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| Du sprichst bestimmt auch mein Thema in Bezug auf Muay Thai (ich möchte dazusagen, das ich warscheinlich eher LL VT machen werde) an. Mir ging es aber hauptsächlich um den Spassfaktor, weills ja so oft heisst man soll das machen was einem Spass macht, und mir würde es aufjedenfall mehr Spass machen sowohl stupides Muay Thai drill training wie auch tiefgehendes intensives Taijiquan (das ich für komplett halte) zu betreiben. Daraus ergab sich meine Frage ob die beiden Systeme zusammen machbar sind. Grüße Ling |
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#6
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| IMA-Fan, das klingt ja fast, als würdest Du IMA als eine Art Ersatzreligion betreiben. ![]() Einen wirklichen Nutzen hat es für mich aber. Der Entspannungseffekt, die Übung des Gleichgewichts und der Körperhaltung, Muskeltraining, das stärkere Bewußtsein für die Mechanik der Bewegungen - das kann ich alles gut gebrauchen. ![]() Tai Chi bietet mit seiner Bewegungsschule eine stark optimierte Nutzung der aufgewandten Muskelkraft. Daran ist nichts geheimnisvolles, alles blanke Physik, die nur hinter veralteten abergläubischen Hokuspokusformeln vernebelt wird. Läßt man den Hokuspokus beiseite (bzw. nimmt ihn als interessanten historischen Ursprung), ist es immer noch genauso spannend und verlockend. Logisch: Es ist ja auch immer noch dieselbe KK. Eine Heckler und Koch bleibt doch auch eine HK, ganz egal, ob ich das Magazin verhexe oder mir eine geballte Ladung Chi in den Schaft hineinatme. ![]() |
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#7
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| Zitat:
aber bieten die IMAs im Orginal denn nicht genug Anwedungs-Ideen? Bzw sind die vielleicht genauso konzipiert, dass sich die gebildeten Strukturkräfte besser enfalten könne, als bei Anwendungen aus dem Ju-Jutsu z.B? Ich würde es dann eher wie Fei-Li sehen. Weil hier teilweise die Härte fehlt, wird das ganze auf weich reduziert und dann wird die ,,nächst-schlechteste" Lösung in Form von Anwedung/SV aus einer anderen Branche heran gezogen. Betonung ist aber auf nächst schlechteste". Das Optimum sollte doch sein, dass ich was eigenes habe, was auch keine Ergänzung braucht und erst recht nicht als Ergänzung gesehen werden sollte, weil es Außenstehende, als unvollständig wahrnehmen? Ich sehe es übrigens nicht als negativ an, wenn Leute in Taijiquan ein Add-On sehen, denke das liegt einfach an dem überwiegend präsentierten Bild siehe scarabes Posting... Ich zweifel wie gesagt nur am Erfolg. Grüße Ima-Fan |
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#8
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| Ich finds schön für dich, dass du ,,Tai Chi" machst, aber hier geht es vorallem darum: Warum sollte ich ausgerechnet einen Bruchteil von ,,Taijiquan" machen, wenn ich schon was anderes mache und inwiefern kann ich mir davon was versprechen? Ich kann auch normale Gymnastik/Krafttaining machen, oder Yoga und ähnliches. Aber die sagen auch net sie sind eine Kampfkunst. Siehe mein Boxbeispiel: Wenn ich nur Seil hüpfe und gegen den Sandsack haue bin ich dann ein Boxer und kann ich nur ansatzweise damit rechnen seine ,,physikalischen" Attribute zu haben? Grüße Ima-Fan |
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#9
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| Die Idee von "Tai Chi als Add-on" wurde, glaub ich, als Erster von "Freier Geist" formuliert. Ich für meinen Teil mache Tai Chi Chuan und nehme meine Add-ons hin und wieder aus anderen Kampfkünsten bzw. -sporten bzw. Bewegungskünsten. ![]() Keiner hat die Weisheit gepachtet... Schöne Grüsse, Giles
__________________ Do not give up the near in order to seek the far. |
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#10
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__________________ 我愛廣府話 Geändert von Freier Geist (16-04-2011 um 18:04 Uhr). |
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#11
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__________________ 我愛廣府話 Geändert von Freier Geist (16-04-2011 um 18:04 Uhr). |
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#12
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![]() Was versprichst Du Dir denn davon? Und mit Tai Chi bleibt man in Bewegung, braucht weder Geräte noch Musik, kann sich an der frischen Luft aufhalten... Abgesehen davon mag ich die Bewegungen, die ich bisher da gesehen habe. Das meiste sah mir recht solide aus. Nicht so'n Rumgehopse. ![]() Dein ,,Taijiquan" wird Dich nicht zum Krieger machen. Und all die anderen KKs hier auch nicht. Es ist in jedem Fall ein ziviler Sport mit kriegerischem Ursprung und mehr nicht. Man kann damit Übungskämpfe machen, man kann darauf eine SV-Schule aufbauen. Muß man aber alles nicht. Die Bogenschützen zielen heute auch nur noch auf Scheiben, statt Bürgerwehr zu spielen. Werden sie damit dem Bogenschießen gerecht? Wen interessiert das? ![]() Letztlich betreiben wir hier alle nur moderne Varianten von Bodenturnen und Balztanz. Und da machen den hier versammelten Leuten KKs einfach mehr Spaß als Sackhüpfen und Aerobic, oder? Jeder zieht sich aus den KKs das heraus, was er braucht und mag. Dem einen reichen Faustschläge und Tritte für den Ring, dem anderen eine elegante Bewegungsschule, wieder andere wollen nur möglichst nahe an die SV heran. Das ist normal, niemand kann alle Möglichkeiten nutzen oder gar beherrschen. Ob das einer KK gerecht wird, ist die völlig falsche Frage. Ob es dem jeweiligen Menschen gerecht wird, was er da treibt, ist wichtig. Im Zentrum muß immer der Mensch stehen. |
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#13
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| Also ich habe ein wenig bei Taji reingeschnuppert und die Trainer gefragt, was alles trainiert wird. Der umfangreichste Trainingsplan war beim Chen-Taiji und der bestand aus Qigong-Übungen, stehender Säule, Seidenfadenübung, Formenlaufen und Push-Hands. Für mich ist das unvollständig, weil das Kämpfen fehlt. Als gute Grundlage oder als Add-On kann man das sicher verwenden, aber wie soll man die entwickelten Attribute im Kampf einsätzen können, wenn man nicht ans Kämpfen herangeführt wird? |
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#14
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| zuerst ist eine Spassfrage es ist ja nicht so dass man sich eine kampfkunst sucht um ihr gerecht zu werden quasi als Lebensaufgabe sondern weil diese einem Spass macht und die wenige Freizeit sinnvoll fuellt. ausser man ist ein freak (esoteriker und auf hartz4 oder jungerbe) oder lebt davon. das ist auch eine Zeitfrage Taichi ist eine KK die geraume Zeit in Anspruch nimmt. man moechte vielleicht schnellere fortschritte in SV, Fitness oder sonstwas machen und geht simultan ins Fitnessstudio zum Boxen, falls man genuegend Zeit hat. JJ technisch zweitbeste loesung naja kommt drauf an was man zurgrundlage macht will man lernen z.b. uke im optimum ohne grossen Kraftaufwand zu boden werfen oder gilt dabei noch ein optimaler energiefluss und strukturelle harmonie als mindeststandart. schaut man sich dann allerdings diese taichi demokaempfe an die hier auch irgendwo im board rumfliegen, wird einem schnell klar das dieser hohe ansatz auch bloss unter laborbedingungen erreicht werden kann und nicht in freier wildbahn. das bringt einen dann zum letzten punkt und der mag dem einem oder anderen taichi puristen die pipi ins auge stroemen lassen, taichi ist so komplett und unzureichend wie fast jede andere kampfkunst. Und bei den Trainingsmoeglichkeiten in der Breite, also der realen Unterrichtsstrukturen die man meist vorfindet sogar sehr unzureichend. Da muss dann fuer den ders moechte im Bereich SV Fitness, Trainingserlebniss geaddet werden oder taichi ist das addon also im unterrichtsprogramm der schule wo ich taichi trainiere gibt es sowohl eine recht knackige SV, ordentliches Kontakttraining als auch die Schwerpunkte wofuer taichi ueblicherweise bekannt ist. aber bei zweimal die woche 3 stunden training muss auch der lehrer schwerpunkte setzten. Falls er taichi als komplette also auch real einsetzbare kampfkunst unterrichten moechte und auf ordentlich kondition und kontakt baut, leidet natuerlich der hohe anspruch an die inneren disziplinen im vergleich zu einer taichi schule sich ausschliesslich auf diese verlegt. die loesung ist einfach und in 3 schritten zu erreichen. um taichi wirklich gerecht zu werden muss man nur kompromisslos sein: haus verkaufen scheiden lassen und ab in wudang gebirge ![]() Geändert von ISM Combatives (30-04-2010 um 16:18 Uhr). |
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#15
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| Zitat:
Frage mich ob AddOn das richtige wort ist, geht es nicht eher um die moeglichkeit oder nichtmoeglichkeit einer nahtlosen, verinnerlichten einheit(schaffenden)lichen integration von Attributen? Sehe das mit der absoluten Grundlage aehnlich. die starken betonung von Koerperlicher und Geistiger Selbstbezogenheit und Selbstaufloesung der IMAs ergeben die moeglichkeit Information ueber Wirklichkeiten der eigenen Psyche und Koerperstruktur zu erfahren welche dann Quasi als Kerninformation auch fuer andere Aufgaben zur Verfuegung stehen. Geändert von ISM Combatives (30-04-2010 um 20:16 Uhr). |
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