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Taijiquan, Qigong-Neigong Tuishou, Baguazhang, Xingyiquan Alles zum Thema "Neijia" sowie gesundheitsorientierte Bewegungskünste



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  #1  
Alt 01-07-2012, 15:09
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Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
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Standard Taijiquan wie es sein sollte ;)

Also angesichts der Vielzahl an Threads, die immer wieder zum "was ist/ was war/ was sollte Taijiquan sein" wurden, werde ich jetzt diesen Dauerbrenner-Thread aufmachen.

Die Fragestellung kann zwar in diesem Leben nicht einvernehmlich geklärt werden (das sollte jedem klar sein) aber man kann ja drüber reden. Ich werde daher einige Beiträge dieses Inhaltes in den anderen Threads hier hin verschieben, damit die dort nicht zugemüllt werden.

Gruss, Thomas




Zitat:
Zitat von Richard22 Beitrag anzeigen
Taiji war mal eine lebenige Überlieferung, das Feuer wurde weitergegeben, eine lange Zeit lang.

Heute wird die Asche herumgereicht und es gibt einige, die aus der Asche ein Geschäft gemacht haben.

Das ist eben der Weg, den alles im Leben nimmt, Kommen und Gehen.

Man sieht es dran, daß anstatt Inhalt und Beiträge Häme und müssiges Getippe den Vorrang haben.

Fechtergruß
Zitat:
Zitat von Kamenraida Beitrag anzeigen
Ersetze Taichi durch Historisches Fechten. Ein paar Leute machen etwas nach, das sie noch nie gesehen haben, dessen Tradition völlig ausgelöscht ist, und das sie sich durch ein paar historische Bücher zusammenphantasieren ...

Oder mal anders: Wenn Taichi so geschrottet ist, wie du denkst, dann leg doch bitte ein paar Blumen aufs Grab und spar dir das Rumgespucke.

Oder noch besser: Geh ein paar Schritte auf dem Weg, anstatt ganz vorne zu stehen und zu unken, dass er verloren sei.
Zitat:
Zitat von Heping Beitrag anzeigen
Wer so penetrant wie Du oder Dein Bruder im Geiste betont, dass nur sie eine Ahnung haben was Taiji und innere Kampfkünste haben und wir anderen entweder keine Ahnung haben oder aus Asche Geld machen, muss nicht überrascht sein, wenn er nicht mehr ernst genommen wird.
Zitat:
Zitat von Richard22 Beitrag anzeigen
Super, das wir hier einer Meinung sind!

Historisches Fechten - ein guter Vergleich.

Wir forschen im Historischen Fechten und bauen es Schritt für Schritt auf, was mühsam ist. Dazu bemühen wir Archäolgen, Sprachforscher und natürlich Historiker.

Im Taiji ist eine solche Bemühung genauso notwendig und erfolgt möglicher Weise auch. Ansätze von einigen Sinelogen gibt es ja bereits (Ranne/ Milanowski).

Wenn ihr Cheng Man Ching oder Chen Xiaowang Kommentare zum Taiji lest, könntet ihr erkennen, das auch diese es so sehen - Taiji ist auf dem absoluten Tiefpunkt seiner historischen Entwicklung.

Wie sollte es auch anders sein - wie im Historischen Fechten - es ist heute nicht mehr übliche sich mit Blankwaffen zu bekämpfen.

Zuerst muß Forschung her - nicht Asche und Selbstbeweihräucherung.

Waffen müssen reproduziert werden - die Blankwaffen aus heutiger Chinesischer Produktion haben eher LARP-Charakter.

Forschung zum metaphysischen, schamanistischen, taktischen und letztlich praktischen Bereich muß her - da gebe ich Euch vollkommen recht.

Quellen sind verfügbar - viel Arbeit wartet.

Kamen und Hep - KK ist vor allem eine Frage des Bewußtseins.

Fechtergruß
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  #2  
Alt 01-07-2012, 15:43
Simplicius
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Um das Ganze etwas konkreter zu gestalten, hier noch eine "Früher war es besser"-Kritik an dem, was man heutzutage so sieht, die wenigstens auf konkrete Skills eingeht und sich nicht in Worthülsen erschöpft. :

Zitat:
Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
Ich frage mich, was aus dem guten alten TAIJIQUAN-Skill geworden ist, dass man sich als nicht so extrem guter Taijiler plötzlich mittendrin leicht werdend fühlt und Schritte macht die man gar nicht wollte. Martin Bödicker konnte das später zum Beispiel, um mal einen ganz exotischen Chinesen aufzufahren. Von Ma Jiangbao oder Yueliang ganz zu schweigen. Ich kann mich dem Glück dass Leute richtig reinhauen nicht so recht anschliessen. Schön wenn man es kann, und ich mache das ähnlich, aber ich kann das ganz high levellige schlicht nicht (gut genug) und muss(te) mich damit begnügen rumzuschubsen. Wenn aus Taijiquan Judo wird, ist es verloren, dann haben wir Judoquan. Auch wenn man dieses Niveau erst mal beackern muss bevor man an die High-Level-Sachen intensiver rangeht.
Zitat:
Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
[...] Macht Sinn, da [Anmerkung des Zitierenden: "Judoartiges Gerangel"] muss man durch, aber was mich stört ist, das als "High Level" zu verkaufen. Es ist nicht high level. Es ist Ming Jin, offensichtliche Kraft, auch wenn es innere Kraft ist. Die man übrigens nicht leicht von äusserer unterscheidet, wenn man nicht selbst geschubst wird oder angefasst. High level fängt da an wo kleine Wirkungen dazu führen dass der andere die Kontrolle verliert, und "obvious force" nimmt man da wo man sie nötig hat (als Schutz). Ich habe das an mir auch mal erlebt, EIN mal, als drei Leute auf dem Boden lagen die ich kaum berührt habe, und die mich angemeckert haben ich soll "die Schei$$e sein lassen". Und der Gag ist, ich weiss nicht wie ich das gemacht hatte, das war einfach zu kurz dass ich mich mit sowas in der Tiefe beschäftigt hatte. Es interessiert mich nicht mehr so, aber ich sage halt gern was ich weiss wenn ich es sehe.

Ich würde mich freuen wenn ich mehr Leute sehe die sich erst a) mit ming jin beschäftigen, aber dann b) weiter gehen. Ich bekomme auch einen Fön wenn ich geringe Mengen innerer Kraft eingesetzt habe, und mein wachsweiches Gegenüber jammert "ey nicht so fest". Aber von da nach oben ist noch viel Platz, der den Unterschied ausmacht zwischen Stil A und B. Ich hämmere Leute lieber aus dem Spiel, aber ich behaupte nicht dass ich da Taiji betreibe. Das andere Spiel sollte nicht verloren gehen, davon dass man den Leuten erzählt diese Art Rangelei wäre das obere Ende der Fahnenstange. Gut, letzen Endes ist es auch egal. Ist nur so ne Respektsgeschichte. Die Toten können sich nicht mehr wehren.
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  #3  
Alt 01-07-2012, 16:48
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Vielleicht sollte man erstmal klären welches Taiji ? Das von Zhang San Feng ?Das von Lü Dong Bing ?Oder eben Chen Shi Taiji ?

Es gibt mehre Taiji sowie es auch mehre Bagua gibt. Speziell im Zusammenhang mit Taiji ist das noch nicht ganz klar wie ich finde.


Liebe Grüße,
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  #4  
Alt 01-07-2012, 16:58
Simplicius
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Zitat:
Zitat von shin101 Beitrag anzeigen
Vielleicht sollte man erstmal klären welches Taiji ? Das von Zhang San Feng ?Das von Lü Dong Bing ?Oder eben Chen Shi Taiji ?
wenn Du etwas konkretes über das Taijiquan der beiden erstgenannten weißt, dann kannst Du es ja hier posten.
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  #5  
Alt 01-07-2012, 19:35
Benutzerbild von scarabe
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Im Sommer kommt ein Interview von Chen Ziqiang raus, in dem er auf diese Fragen u.a. eingegangen ist.
Er betont dabei deutlich, daß intensives Formentraining und das Schaffen von soliden Grundlagen, u.a. durch Stehende Säule, unumgänglich sind als Vorbereitung für Körper und mentale Fähigkeiten für den Kampf, der wiederum Arbeit an Routinen und das beherrschen zahlreicher Wurf- Schlag- und weiterer Techniken erfordert, bis alles zu einer wirklichen Einheit und gutem kämpferischem Skill zusammengesetzt werden kann.
Auch: gutes Gongfu für gutes Taiji

Letztendlich ist Taiji also dann so, wie es sein soll, wenn der Praktizierende auch alle Inhalte des Taiji praktiziert und keine Abkürzungen sucht, sondern mit Geduld und Einsatz an seinem Skill arbeitet, sowohl äußere, als auch innere "Techniken" betreffend.

Das Hauptproblem heute sind meiner Beobachtung nach diese Faktoren:

Fehlende Geduld, Fast-Food-Mentalität, der Wunsch, abzukürzen und sich mit den Bestandteilen, deren Sinn ein relativer Anfänger logischerweise nicht erkennen kann, nicht ausreichend auseinanderzusetzen. (Besonders Stehende Säule und Form, bei anderen Kampf)

Zu starke Orientierung an bekannten anderen, äußeren Kampfkünsten und dadurch einseitige Beurteilung von wichtigen Taiji- Lerninhalten

Die Eso-Welle, die den Kampfaspekt als zu brutal empfindet oder meint, jemand kann den Weg der Techniken umgehen und gleich mit "Qi-Effekten" Leute zum Hüpfen bringen

Unsere Mentalität, was in weiten Kreisen zur Folge hat, daß wir nach kaum 20 Jahren"im Geschäft" meinen, es besser zu wissen oder zu können als die, die es erfunden haben. Dabei aber vergessen, daß es auch noch andere Blickwinkel gibt, die dann Schwächen aufzeigen, von denen wir gar nicht wissen, daß man darauf achten müsste....
(Übrigens nicht nur im Taiji, ich habe das vorher auch schon in zwei anderen Sportarten beobachten können.)

Daraus ergibt sich dann die Frage, wer kann beurteilen, was richtiges Taiji ist- und da gibts die eindeutige Antwort:
- die Chenfamilie, die es entwickelt haben und in mehreren hundert JAhren intensiver damit befasst waren, als sonst irgendwer auf der Welt
-die Yangfamilie
- die entsprechenden Personen anderer Stile
- und natürlich unsere deutschen Forumsteilnehmer ;-)
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  #6  
Alt 01-07-2012, 19:41
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Kampfkunst: Xing Yi
 
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Zitat:
Zitat von Simplicius Beitrag anzeigen
wenn Du etwas konkretes über das Taijiquan der beiden erstgenannten weißt, dann kannst Du es ja hier posten.
Also um so mehr ich mich mit Nord Shaolin beschäftige, nicht nur die Geschichte lerne, viele verschiedene Techniken etc.. sehe und auch einen Teil selber davon übe sehe ich Shaolin im Chen Shi Taiji, speziell in den alten Formen.

Ich habe davor eine Unzahl an Sachen über Wudang gesehen und auch selbst vorgeführt und teilweise erklärt bekommen und ich finde das 13 Taiji was sich dort noch direkt auf Zhang San Feng ableitet ist nicht das selbe ist, es hat nicht Mal eine Ähnlichkeit zu den verwendeten Positionen, mal davon abgesehen das beides eben Taiji genannt wird.
Ich sehe im Chen Shi eben eher ein Shaolin Soft Fist wie Lohan 13 Gong/Rou Quan, das entweder so schon gestartet wurde oder sich eben in diese Richtung entwickelt hat.
Das Lü Dong Bin Taiji, habe ich bisher nur einmal gesehen und wenn man nicht wüßte das es das ist würde man denken es wäre einer der vielen Taiji die man halt so kennt.
Es ist auch unterschiedlich von den anderen.

Was die Sache aber problematisch macht, irgendwo hängen manche Systeme doch zusammen, also entweder eben da sie unter falschen Namen laufen (was aus verschiedenen Gründen nicht unüblich ist ) irgendwo was gemixt wurde was zu der Annahme führt das man diese Systeme vesucht zu vereinheitlichen. Das hört sich ein bißchen wiedersprüchlich an aber ich finde das versteht man wenn man sich die Einzelnen Formen anschaut.



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  #7  
Alt 01-07-2012, 20:02
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Früher gab es das große Angebot der heutigen Zeit nicht; außerdem liegen Shaolin und Chenjiagou nicht weit auseinander.
Ich denke aber, die guten Kämpfer sind sich auch damals nicht nur im Krieg begegnet und haben sich intensiv ausgetauscht, was u.a. von Chen Wangting ja auch bekannt ist. Es ist also kein Wunder, daß es da Ähnlichkeiten gibt, zumal Chen Taiji ganz am Anfang sowieso noch mehr Sprünge und "Kungfu-artige" Bewegungen beinhaltete.

Aber auch heute noch ist es doch in den verschiedenen Kampfkünsten so, daß ein Körper nun mal ein Körper ist und viele Techniken werden in sehr ähnlicher Form auch in verschiedenen Kampfkünsten verwendet. Taiji, Judo, Aikido, Ringen, Jiu Jutsu usw.... oder nimm Kicks in Sanda, Taekwondo, Karate etc.... das menschliche Bein hat eben nur bestimmte Möglichkeiten, zuzutreten, die kommen dann auch überall auf ähnliche Weise vor.

Ist doch auch logisch, die Anatomie ist bekannt und manche Einwirkungen funktionieren eben besonders gut, das haben im Lauf der Zeit auch alle herausgefunden.
Noch deutlicher wirds bei Hebeln: Nenne es Hapkido, Allkampf, Selbstverteidigung, Qinna oder sonstwie- ist letztendlich immer dasselbe Wirkprinzip, nur auf anderem Weg angewendet
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  #8  
Alt 01-07-2012, 21:13
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Und auf unterschiedlichem Weg gelehrt. Das Endergebnis ist aber oft das selbe(/ähnlich).
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Ich kann dir zeigen wie Du es tun musst- Und du wirst es vergessen. Ich kann es dir zeigen- Und du wirst mich kopieren. Nur wenn du es selbst tust- Wirst du wirklich verstehen.
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  #9  
Alt 01-07-2012, 22:55
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Zitat:
Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
Früher gab es das große Angebot der heutigen Zeit nicht; außerdem liegen Shaolin und Chenjiagou nicht weit auseinander.
Ich denke aber, die guten Kämpfer sind sich auch damals nicht nur im Krieg begegnet und haben sich intensiv ausgetauscht, was u.a. von Chen Wangting ja auch bekannt ist. Es ist also kein Wunder, daß es da Ähnlichkeiten gibt, zumal Chen Taiji ganz am Anfang sowieso noch mehr Sprünge und "Kungfu-artige" Bewegungen beinhaltete.

Aber auch heute noch ist es doch in den verschiedenen Kampfkünsten so, daß ein Körper nun mal ein Körper ist und viele Techniken werden in sehr ähnlicher Form auch in verschiedenen Kampfkünsten verwendet. Taiji, Judo, Aikido, Ringen, Jiu Jutsu usw.... oder nimm Kicks in Sanda, Taekwondo, Karate etc.... das menschliche Bein hat eben nur bestimmte Möglichkeiten, zuzutreten, die kommen dann auch überall auf ähnliche Weise vor.

Ist doch auch logisch, die Anatomie ist bekannt und manche Einwirkungen funktionieren eben besonders gut, das haben im Lauf der Zeit auch alle herausgefunden.
Noch deutlicher wirds bei Hebeln: Nenne es Hapkido, Allkampf, Selbstverteidigung, Qinna oder sonstwie- ist letztendlich immer dasselbe Wirkprinzip, nur auf anderem Weg angewendet
Zu einem großen Teil kann ich dir zustimmen. Im Falle von Hap Ki Do gibt es da die Verbindung zu Aikido und die Verbindung zu Aikido liege zb. unter anderem beim Bagua.
Um dein Beispiel aber noch näher aufzugreifen Mal ein paar Shaolin Soft Sets:

Shaolin Rou Quan Yi Lu
https://www.youtube.com/watch?v=lskXBOfCIMA

Shaolin Rou Quan 少林柔拳
https://www.youtube.com/watch?v=al4hkrYn2M0

Luohan 13 Gong
https://www.youtube.com/watch?v=2B6Ay0EE7zk

Shaolin Chan Yuan Gong 少林 禪圓功 or 禅圜功
https://www.youtube.com/watch?v=8fJy0V-ZiEs

Shaolin Rou Xing Chui - 少林柔形捶 - demo by Gao Dejiang
https://www.youtube.com/watch?v=lZZcJsl8r1E


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  #10  
Alt 02-07-2012, 09:13
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Kampfkunst: Historisches Fechten, Taiji, Ing Un, To Te
 
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Ich finde es super, sich ernsthaft Gedanken über dieses Thema zu machen.

Empfehlen kann ich dazu Nabil Ranne's "Wiege des Taiji". Ein klasse Ansatz, was die Geschichte angeht.

Was wir brauchen, wie ich eingangs tippte, sind Sinelogen. Was ist historisch, was ist eine spätere Dreingabe, was reine Erfindung?

In China haben wir Stile, die Romanhelden als ihre Gründer nennen - wir dürfen einfach nicht übersehen, daß die Chinesen eine andere Kultur haben, als die unsere - und deswegen andere Gewichtungen setzen.

Es ist auch klar, daß Formen nur Wissensspeicher sind.

Formen sind toll - aber eben nur Vehikel, kein Selbstzweck.

Also müssen die Bewegungen der Formen aufgedröselt werden.

Chen Wangtings Kumpel Li Jiyu hat, wenn man den Aufzeichnungen Glauben schenkt, für das Ableben aller Shaolin-Mönche gesorgt, die ihm militärisch zu gefährlich waren - das sich die Jungs damals freizügig austauschten halte ich eher für unwahrscheinlich - genauso wie sich heute Profiboxer nicht unbedingt austauschen, weil sie gegeneinander kämpfen müssen. Oder Militärs - jeder hält eher gemein, was er macht und was er übt.

Wir hingegen brauchen Forschung und Quellen - wir haben den Vorzug uns nicht gegenseitig an die Gurgeln gehen zu müssen.

Ein gutes Beispiel ist die Stehende Säule - wann kam sie in das Taiji? Das Spiel der Fünf Tiere (um 200 nach unserer ZR) scheint die historische Wurzel der Übung zu sein, da kommt als eines der Tiere der Bär vor (Bär, Elch, Affe, Vogel und Tiger). Auch Dschuang Dsi erwähnt Bar und Vogel als Übung - da wissen wir einfach noch zu wenig. Hat Chen Wangting die Stehende Säule geübt? Ist die Stehende Säule ein Dreingabe von Chen Xiaowang?

Fechtergruß
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Jung Ritter lere / got lip haben frawen io ere / So wechst dein ere - stahlaufstahl.de
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  #11  
Alt 02-07-2012, 13:09
Benutzerbild von Klaus
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Ach was, so sollte Taijiquan in Vollendung sein:

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"Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)
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  #12  
Alt 03-07-2012, 01:04
Simplicius
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Ach, die unbesiegbaren alten Männer gab es auch im Judo:

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  #13  
Alt 03-07-2012, 05:40
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Zitat:
Zitat von Richard22 Beitrag anzeigen

Was wir brauchen, wie ich eingangs tippte, sind Sinelogen. Was ist historisch, was ist eine spätere Dreingabe, was reine Erfindung?
Die können uns auch nur wiedergeben was die letzen 112 sehr turbolenten Jahre China überlebt hat. Gibt ja weiterhin nur Vemutungen und Schätzungen was in der Kulturrevolution alles an Menschen, Kultur und Wissen verlorengegangen ist und die sind ja nicht gerade gering.

Zitat:
In China haben wir Stile, die Romanhelden als ihre Gründer nennen - wir dürfen einfach nicht übersehen, daß die Chinesen eine andere Kultur haben, als die unsere - und deswegen andere Gewichtungen setzen.
Ganz erlich, nimms nicht gegen dich gerrichtet. Aber für mich ist das moderne Arroganz die der Maoistisch/Lenistischen(Chinesische Ausgabe des Kommunismus) Propaganda die nur zu gern Traditioneles Kung Fu zu einem Einheitsvolkssport machen würde, in der die Tradition und alles was damit hinzugehört als ein verstaubtes Relikt der Vergangenheit darstellen würde
nur gelegen kommt.

Das ist unsere Moderne Weltanschaung geprägt von Wissenschaft die uns sagt was existieren darf und was nicht. Und als solches hatten Chinesen wie alle anderen Völker übrigens auch nichts besseres zu tun als sich ihren stinklangweiligen Tagesablauf damit zu versüssen sich Mystische Ahnhelden auszudenken, selbst ihre Staatliche Geschichtsschreibung voll mit Übernatürlichem zu Würzen usw. Weil man die letzen 5000 Jahre eben nichts besseres zu tun hatte.. Nur wir sind es erst heute die uns nicht belügen, wo es nur um die Wahrheit geht und die Geschichte so sehen können wie sie wirklich ist. Quasi das hoch der Menschlichen Zivilisation....


Zitat:
Chen Wangtings Kumpel Li Jiyu hat, wenn man den Aufzeichnungen Glauben schenkt, für das Ableben aller Shaolin-Mönche gesorgt, die ihm militärisch zu gefährlich waren - das sich die Jungs damals freizügig austauschten halte ich eher für unwahrscheinlich - genauso wie sich heute Profiboxer nicht unbedingt austauschen, weil sie gegeneinander kämpfen müssen. Oder Militärs - jeder hält eher gemein, was er macht und was er übt.
Verstehe deine Argumentation seh ich aber nicht ganz so. Generell war man sicher vorsichtig, aber ich finde das es auch genug Belege gibt die zeigen das es auch Leute gibt die sich vertraut haben. Man spricht nicht umsonst von "Gong Fu Brüdern " und Schwestern

Allein in der Shaolin Geschichte gibt es genug Aufzeichnungen über Austausch und sei es nur Zhao Kuanyin der bevor er Kaiser wurde und noch Soldat war sich mit Shaolin austauschte von ihnen wohl so Sachen wie Rou Quan lernte und dafür Hong Quan an sie weitergab woraus sich auf irgendeineweise (sei es nun durch ihn selbst oder seine Berater ) dann Taizu Chang Quan formte.

Auch Shaolin an sich ist für mich ein klarer Beweiß das es viel Austausch gab, da ab einem gewissen Punkt in der Geschichte das meißte Material von außen kamm, nachdem nach mehren Dynastien (Tang und Song zb.) ein großer Wissensverlust von statten ging.

Sie eben dieses Hong Quan bzw. Da Hong Quan was sich wiederrum auf Liu Biu Jia(6 Step Frame) ableitet und scheinbar schon vor Tang Dynastie im Millitär geübt wurde. Hong Quan, Taizu Chang Quan, Da Hong Quan findet man wiederrum mit Lohan Quan vermischt in vielen der später neu geordneten Shaolin Formen wieder.

Auch findet man in verschiedensten Stilen immer iweder bis fast in die Gegenwart Belege dafür. Sei es in Bei Shaolin die zb. Taiyu Jian haben was eine Wudang Form ist die von einem Revolutions General kam(1911)

Sei es im 5 Pattern Hung Gar die eine Affenstock Form haben die vielleicht durch Yang Wu Lang(meine ich war es) ins System kamm oder zb. Hong Quan Formen die es in Wudang gibt und denen man ansieht das sie da auch nicht erst seit gestern sind.

Auch in Hongkong zeigt sich das sehr deutlich bei der Tang Lang Quan Linie nach Chiu Chuk Kai, die eine Vielzahl von Formen asmiliert haben. Südliche Mantis Linien haben zb. mit der Hilfe der Weng Chun Familie eine Holzpuppenform entwickelt.

Und und und.. Finde es gibt viele solche Belege für regen Austausch. Glaube das ist einer der Gründe warum selbst jetzt noch nach all dem Dreck der letzen 100 JAhre soviel überlebt hat und es scheint schon viel verschwunden zu sein..


Liebe Grüße,
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  #14  
Alt 03-07-2012, 10:07
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Wie Tai Chi sein sollte, ist erstmal überhaupt keine Frage des Stils. Was macht Tai Chi aus, wäre eine bessere Frage? Und da haben wir ganz klare Prinzipien. Wer diese Prinzipien beherrscht, macht Tai Chi, egal wie es sich äusserlich darstellt. Im Wandel der Zeiten bleiben die Prinzipien unumstößlich. Das Äussere sollte sich verändern können bzw. muss sich verändern können!

Es ist sogar möglich, dass ein dogmatischer Stil eher die persönliche Erforschung der Tai Chi Prinzipien behindert. Natürlich ist es notwendig erstmal einen bekannten Stil zu erlernen. Aber letztendlich kann man Tai Chi nur meistern wenn man es individualisiert.

Bedenkt, es waren immer nur einzelne Personen die eine Tai Chi Richtung kreiert haben. Da haben sich nicht 100 Delegierte zusammengesetzt und bestimmt „Das ist Tai Chi!“

Die ersten Erfahrungen wurden auch nur an auserwählte Personen weitergegeben, die zum Teil wieder IHREN Stil schufen. Und so weiter.

Heute ist Mainstream Tai Chi zum Massensport geworden. Es wird immer wichtiger eine Form exakt zu beherrschen oder einen reglementierten Wettkampf zu gewinnen.

Von der Kunst des schnellen, effektiven Tötens darf man in Tai Chi Kreisen gar nicht mehr reden. Und das Tai Chi sich für die meisten zu einem Wellnesssport gewandelt hat, zeigt mir besonders, dass das Wesen von Tai Chi nicht mehr gekannt wird.


Gruß
Detlef
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  #15  
Alt 03-07-2012, 12:02
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Zitat:
Zitat von Hongmen Beitrag anzeigen

Es ist sogar möglich, dass ein dogmatischer Stil eher die persönliche Erforschung der Tai Chi Prinzipien behindert. Natürlich ist es notwendig erstmal einen bekannten Stil zu erlernen. Aber letztendlich kann man Tai Chi nur meistern wenn man es individualisiert.

Wer wirklich Ahnung von Taiji hat und es wirklich beherrscht, braucht nicht mehr viel zu individualisieren. Ein paar Bewegungsdetails vielleicht, aber nicht im außen, indem Knie instabil eingeknickt werden usw (nur als Beispiel), sondern aus dem Innen kommend, weil halt der Druck der inneren Energien (oder das, was wissenschaftlich zwar nicht erforscht ist, sich aber für den geübten Praktizierenden so anfühlt) den Körper noch etwas mehr hierhin oder dahin haben will, um die Bewegung noch stabiler (von innen heraus) und effektiver zu machen. Oder vielleicht, wie zB Zhu Tiancai mit seinen Kurzformen zum Üben von Fajin-Bewegungen, ein paar ergänzende Bewegungsabläufe, um das Zusammenspiel innen-außen und die Kraftübertragung noch effektiver üben zu können.

Leider ist es für den Laien nur schwer zu unterscheiden, wer ein so weit fortgeschrittener WIRKLICHER Meister ist und mit Berechtigung individualistert und wer nur in unentwickeltem Zustand zu bequém ist, um weiter bitter zu essen und hartnäckige Grenzen zu überwinden, sich deshalb einredet, der Stil habe nicht mehr zu bieten und anfängt, Ahnungslosen irgendwelche "Stilblüten" als gekonnte Weiterentwicklung zu präsentieren.
Diese Leute machen oft auch sich selbst etwas vor oder wissen es nicht besser, weil kein guter meister in reichweite ist, der ihnen weitere Anleitung geben könnte und weil es ab einem nicht allzuweit fortgeschrittenen Stadium praktisch keine Möglichkeiten der Selbstschulung mehr gibt, die ohne Zutun eines Meisters sinnvoll enstchlüsselt werden können..

Ein gutes Beispiel ist zum Beispiel das oft gesehene, schwungvolle "Herumschwänzeln mit dem Rumpf, oder Herumwedeln mit Armen und Schultern oder das Hin- und Herschwingen und Einknicken der Knie- dieses Bedürfnis verschwindet, sobald der Körper äußerrlich beweglich und trainiert, sowie die typische Taiji-Muskulatur (Tiefenmuskulatur) nach einigen Jahren entwickelt und innerlich durchlässig und geöffnet ist, denn dann fließt die Energie einfach durch und erfordert gar kein Anheben oder großartiges Herumfuchteln mehr. (auch wenn Laien vor allem durch diese schwungvoll-fluffigen Geschichten oder tiefe Stände mit schlimm nach vorne gekipptem Rumpf und hochgezogenen Schultern usw. oft leichter zu beeindrucken sind, als durch einen offenen, gesunkenen, in sich zusammengeschlossenen, stabilen Körper.)

Was auch oft vorkommt ist die falsche Interpretation von Bewegungen, deren Anwendungen nicht bekannt sind und die dann in leicht abgeämndertem Zustand als Eigenkreation präsentiert werden, jedoch reine Retortenzüchtungen sind, deren kämpferischer Hintergrund nur noch Makulatur ist.
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