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  #1  
Alt 13-10-2011, 18:32
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Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
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Standard Taijiquan spezifische skills

Ich möchte diesen Thread als Diskussionsplattform dafür erstellen, welche Skills (zu deutsch - Fähigkeiten/Qualitäten) Taiji-Typisch herausgebildet werden, bzw vorhanden sein sollten. Und dann ggf noch, wie sie geübt werden, bzw welche Übungen welche Resultate bringen.

Ich möchte das auf prüfbare, hands-on definierbare Begriffe reduzieren. Also nicht sowas wie "Energie/Chi fluss" oder so etwas.

Wer hat, kann gerne ein Video dazu posten, mit exakter Zeitpunktangabe(!) wo welcher Skill zu sehen ist bzw geübt wird. Es müssen keine Grossmeister sein - tatsächlich wären mir brauchbare "Normalpraktiker" lieber.

Ebenso wäre es nett, wenn ach so schlaue Forenuser auf Kommentare wie "Das gibts im Boxen oder Judo auch" verzichten würden. Ich hätte gerne etwas Taijiquan-Spezifisches.... Stilrichtung egal.

Gruss, Thomas

P.S.
Ich habe selbst ein gewisses Interesse an der Diskussion und werde mich bemühen, den Thread nach obigen Angaben sauber zu halten (Ich lösche kommentarlos Blödsinn, Sticheleien, Spitzfindigkeiten, Herumkritisieren etc - keep it clean) - damit die "alten Hasen" evtl auch mal mitschreiben möchten
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  #2  
Alt 13-10-2011, 23:22
Benutzerbild von Klaus
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Kampfkunst:
 
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Standard

Ich denke, das einzig einigermassen Spezifische ist, wirklich wie Rauch zu werden. Also nicht zu greifen, da is nix. Spezifische Bewegungen gibt es nicht. Präferenzen wie rund genau man den Rücken macht sind spezifisch für Personen, bestenfalls Stile, aber nicht "typisch" für Taijiquan.

Interessant ist, dass diese Diskussion ja aus dem Hochziehen der Schulter in Formen entstanden ist. Eigentlich ein klares No-no, habe ich es probiert, und es hat einen Effekt den man auch gezielt in Kauf nehmen kann. Man macht es in Anwendungen einfach anders, als in der Form, weil es in der Form diese Muskeln stimuliert. Ob das Nachteile hat, lasse ich mal dahingestellt, könnte durchaus im Rahmen sein, und hinzunehmen. Formen sind eben in erster Linie eine Stimulationsarbeit, und nicht Auswendiglernen von "Techniken". Man braucht dann aber Übungen in denen man es nicht tut.

Wenn man konsequent so vorgeht, ist "lead to emptiness, then attack" typisch für Taijiquan. Ich kenne allerdings kaum Leute die das so gut können dass es Sinn macht, um das zu können muss man ein sehr hohes Niveau an Jin-Skills erworben haben. Muss man aber im Alltag nicht, man kann ja solange das nicht klappt immer noch gleich mit dem Basis-Peng reinhalten wie im Xingyi, oder mehr direkt Ringen mit Pengjin-Unterstützung. Aber dafür müsste man das ebenfalls erstmal an- und hinnehmen. Böse Kraft, ganz ganz böse.
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  #3  
Alt 14-10-2011, 00:01
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Kampfkunst: Homeopathic defense
 
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Nicht unbedingt Taiji-Spezifisch, aber von großem Nutzen.

Aktivierung der Füße, also nicht einfach "platt" auf den Füßen stehen. Beweglichkeit der Taille trainieren. Ich meine Taille, nicht Hüfte.
Trainingstipp habe ich keinen, es kommt auf die Beschäftigung mit den jeweiligen Körperteilen an.
Resultat: Erzeugung von Bewegungsenergie.
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  #4  
Alt 14-10-2011, 03:24
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Kampfkunst: Ip/snake-Style TaiChiChuan
 
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Beiträge: 1.007
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Hallo Thorsten,

brauchbar und stilübergreifend?

Die korrekte Schulterposition hinten und gelöst sind m.M. enorm wichtig und enorm schwer.

Die größtmögliche Lockerheit der Arme - das geht am besten durch Feedback in verschiedenen Situationen.

Fühlen.

Klaus erwähnte lead to emptiness then attack. Breaking body balance than attack.
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  #5  
Alt 14-10-2011, 07:06
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Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
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Nur um das in der Richtung zu halten:
(wo irgendwelche Schultern stehen und wie/wo man so alles spüren und locker sein kann ist hier völlig ohne Belang. Ich hätt gern mal was Produktives.)

@Klaus
"Wie Rauch werden" -> "lead to emptniess"
"Lead to emptiness + Jin Skills" -> Attack.

Kann man das so Stehen lassen?

@Traumfänger
"Bewegungsenergie erzeugen" -> durch lösen der Tallie und Aktivieren der Füsse.

Welche Bewegungenergie meinst Du, wie manifestiert die sich im Taiji? Welche Fähigkeit, die wir von bekannten/weniger bekannten Taiji-Könnern kennen ist gemeint?

@Rudongshe
"Break body balance then attack."
Sinnvolle Fähigkeit, aber ist dafür die Lockerheit der Arme wichtig? Bzw ist das Taiji-Typisch?

Gruss, Thomas
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  #6  
Alt 14-10-2011, 07:51
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Wo die Schulter steht ist nicht ohne belang. Was bringt mir eine tolle Schrittarbeit mit geloester Taille und jin skills, wenn ich den anderen in die Leere laufen lasse, dann aber die Kraft aus den Beinen nicht uebertragen kann weil meine Schulter an der falschen Stelle ist.

Imo ist das ein Schmelztiegel. Das sind keine einzelnen Skills, es gehoert alles zusammen.

Als Faehigkeit wuerde ich definieren: Steuerung des eigenen Koerpers (Koordination, selbststaendiges aufloesen von Verspannungen) das koennen die wenigsten ohne Training. (z.B. bekommt ein Bekannter oefters mal Cortisone Spritzen fuer seine Schulter-Nackenverspannungen, er kann das nicht kontrollieren, bzw. weiss nicht wie man sinkt, qi zum Dantian bringt oder einfach wie er seine Schultern richtig halten sollte etc.)
Ganzkoerperbewegung, alles bewegt sich koordiniert, dazu braucht es einen Energiefluss, ohne geht das nicht. Auch das braucht Training, die Wenigsten koennen ohne Training einen Energiefluss erzeugen der stark genug ist um ein Glas Wasser zu heben.
Fajin, kraftvolle Anwendung aller Elemente fuer Kampfanwendung (versuch mal fajin mit der Schulter oben, oder einer verrosteten Tallie oder ohne jin skills, geht nicht) Braucht auch Training.
Rooting, also die Ausrichtung des Koerpers, genaue Positionen und kraefitige Beine etc. Braucht auch Training, koennen die wenigsten einfach so.

lead to emptiness und break body balance ist nicht wirklich Taiji spezifisch, das kennt man in fast allen KKs. Geht auch eher in die Kategorie Schmelztiegel, das wird durch eine korrekte Koerpermechanik ermoeglicht, ist aber eher Teil der Taktik und Strategie. Nichts muss, alles kann, je nach Situation.

Ob das oben genannte Taiji spezifisch ist, naja, jedenfalls der approach wie Taiji zu dem Ziel kommen will ist Taiji spazifisch. Form und Pushhands.

Daneben sollte man den Gesundheitsaspekt nicht vergessen wenn man Taiji spezifisch sein will. Die Uebungen foerdern den Energiefluss und wer so durchflutet ist dass er stundenlang trainieren moechte und nicht muede wird, der wird auch wissen wieso so viele alte ein Stueck davon ab haben wollen.
Imo ziemlich Taiji (IMA) spezifischer 'skill' dies hervorzurufen.


YS

Geändert von Yangshuo (14-10-2011 um 08:21 Uhr).
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  #7  
Alt 14-10-2011, 08:12
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Dao Dao ist offline
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Kampfkunst: Taijiquan, Baguazhang, Xingyiquan, Waffen, Neigong
 
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Hallo Thomas,

ganz speziell haben mich in einem Workshop von Zhu Tiancai zwei Prinzipien überzeugt.
Zhu konnte einerseits/gleichzeitig ziemlich nachgiebig sein und war trotzdem voller Power und Struktur.
Damit meine ich im erst genannten nicht nur das quasi bekannte weich und nachgiebig, ganz speziell habe ich sehen können das der Lehrer und Großmeister bei Demonstrationen nicht zu hebeln war in den Armen/Händen. Da wo die meisten von uns sinken oder steigen mit schmerzverzertem Gesicht legt Zhu mit seiner freien Hand sich selber noch mehr Hebel an um zu zeigen, dass hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist Sehr überzeugend seine interne Fähigkeit durchlässig zu sein und alle Spannungen zu lösen. Seine Gelenke, die gehebelt wurden zeigten dabei eine sehr wächserne Farbe.
Power und Struktur habe ich in der Form genauso wie in der Anwendung mit ihm gespürt. Wir waren damals in München in der Schauspielschule im 2 oder 3 Stock am Form üben. Beim Mörser war sein Stampfen so gewaltig das der ganze Boden spürbar vibriert hat. Die teilnehmenden 20-25 Taijiler haben da nur ein müdes Stampfen mit wenig Vibration hinbekommen.
In den Anwendungen war Zhu so kraftvoll und klarer Strukur das für wirklich jeden spürbar war, mit welch einem großartigen Lehrer und Meister er es hier zu tun hatte.
Also für mich waren Flexibilität und Struktur hier sichtbar.
Weiß jetzt nicht genau Thomas, ob du hier nach speziellen Anwendungen suchst oder nach überprüfbaren Prinzipien.
Hoffe meine Antworten gehen in deine gesuchte Richtung?!
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Liebe Grüße Dao
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  #8  
Alt 14-10-2011, 10:55
Benutzerbild von scarabe
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Das ist jetzt halt ein bißchen blöd, wenn man nichts über Energiefluß schreiben darf, denn letztendlich gehts bei Taiji zu einem erheblichen Anteil auch genau darum.
Spiralenergie- in vielen Schriften erwähnt als wichtige Grundlage- wollt Ihr sie aus dem Taiji entfernen, weil sie von Vielen weder gefühlt noch verstanden wird?

Gerade Zhu Tiancai mit seinen Kreisen ("Taiji is round") arbeitet sehr in diese Richtung und wer das eine Weile gemacht hat, wird feststellen, daß irgendwann nicht mehr der Mensch die Kreise macht, sondern die Kreise als eine Art Energie den Menschen/die Arme etc bewegen. Selbst beim Stehen kreisen die Arme dann oft von selbst weiter, wenn man sie läßt. Wenn auch phsikalisch oder biochemisch vielleicht anders erklärbar, es fühlt sich an wie spiralige Energie und deswegen paßt der Ausdruck 100%ig.

Schwer, wenn man also beim Beschreiben, was gutes Taiji ausmacht, da aufhören soll, wo es eigentlich erst richtig losgeht. Bzw. wenn man das nicht als Energiefluß o.ä. bezeichnen darf, denn ein treffenderer (und kürzerer) Ausdruck wurde darüf meines Wissens bisher nicht gefunden. Taiji ist eben mehr als nur Bewegung und eine Aneinanderreihung von Techniken, es geht darum, im Inneren "unheimliche" Potentiale zu bearbeiten und zu entwickeln - wer das vernachlässigt, dreht Taiji wieder mal durch den Wolf, bzw. nimmt dem Taiji eine weitere wichtige Eigenschaft.

Was nun Großmeister Zhu betrifft, bin ich ihm dieses Jahr in Chenjiagou begegnet. Ich kann nur sagen, daß er gerade was Energien betrifft, ein enormes Potenzial hat, das sich nicht allein auf die körperliche Arbeit beim Taiji beschränkt- es wirkte über den ganzen Hof, erst kam die Energie, dann tauchte Meister Zhu auf...
kein Wunder, daß in München der ganze Boden gewackelt hat, im Tempel z.B. hat man die Egergie seiner Zeremonie noch am Tag danach deutlich gefühlt.

Anstatt so etwas als nonexistent abzustreiten, sollten wir uns vielleicht wieder ein bißchen mehr auf unsere menschlichen (angelegten) Fähigkeiten besinnen und an ihnen arbeiten, damit wir sie wieder nutzen können, anstatt sie brach liegen zu lassen und nur fremder Technik zu vertrauen. Die Wissenschaft ändert ihre Meinungen ja auch laufend, was heute als neueste Entdeckung gilt, aknn morgen schon wieder verworfen werden, weil man wieder etwas entdeckt hat, was heute noch nicht berücksichtigt war... Genau genommen alles andere als vertrauenserweckend, oder?

Was die Beschreibung von Zhu Tiancai betrifft: Solche erfahrungen haben wir auch mit CXW gemacht (u.a.), diese Großmeister entwickeln mit der Zeit Fähigkeiten, die wirklich beeindruckend sind.

@ Thomas: Wenn jemand die Schultern bis zu den Ohren hochziehen würde, dann würdest Du dem ja vermutlich auch eine Bedeutung beimessen und klar erkennen, daß da etwas nicht stimmt. Und etwas, das nicht stimmt, ist eben auch schon in den Anfängen falsch, d.h., eine hochgezogene Schulter tut etwas, was sie nicht sollte. Dadurch kann außerdem die Struktur leiden und zuletzt ist es bei einer hochgezogenen Schulter nicht mehr möglich, die Muskeln so zu entspannen, wie es sich gehört. Und dann- leider im Chen-Lehrplan enthalten: die Gelenke zu öffnen.... und dann wären wir beim Energiefluß.
Wenn man Haltungsfehler korrigiert- und das wird wohl keiner ablehnen- wo trifft man dann die entscheidung, was man durchgehen läßt und was nicht?

Geändert von scarabe (14-10-2011 um 22:32 Uhr).
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  #9  
Alt 14-10-2011, 11:33
Benutzerbild von scarabe
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Na ja, es gibt Vieles auch in anderen Stilen, Verwurzelung z.B. oder das oben erwähnte "lead to emptiness".
Jeder Stil ist ein Gesamtpaket an Skills, die entwickelt werden müssen und wird umso "perfekter", je besser die Inhalte beherrscht werden und der Übende sich entwickelt hat.

Das Schöne ist ja, daß man diese og. "intuitiven Fähigkeiten" durch verschiedene Übungen- Stehen, Tuishou etc. wirklich entwickeln kann. Angelegt sind sie ja in uns allen, nur mehr in unserer rationalen, technologisch entwickelten Zeit mehr oder weniger verschüttet.
Ob man diese Intuition- na ja, eigentlich ist es eine feinere Wahrnehmung als heute üblich (so, wie manche ja auch besser hören als andere, viele Tiere besser als Menschen)- dann nutzt, um Energien zu fühlen (z.B das el. Zirpen, wenn mal wieder alle W-Lans im Haus volle Pulle laufen) oder, um den Gegner besser zu fühlen- was man heilend oder kämpferisch-destruktiv nutzen kann- das bleibt einem ja selbst überlassen.
Im Chen Taiji ist ja klar beschireben, wozu z.B. Ting Jin gut ist oder die Spiralenergie...
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  #10  
Alt 14-10-2011, 12:57
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Zitat:
Zitat von rudongshe Beitrag anzeigen
...Klaus erwähnte lead to emptiness then attack. Breaking body balance than attack.
Hallo zusammen,

in meiner Erfahrung ist es so, dass wenn jemand tatsächlich in die Leere geführt wurde (also auf diese überraschende und in dem Moment nicht nachvollziehbare Weise, weil der andere nicht "da" ist, wo er "sein sollte"), er dann eben auch als Folge davon in der Regel aus seinem Gleichgewicht stolpert/purzelt/fällt.
Und dann braucht es im Idealfall nur noch ein recht kleines Maß an Power, um ihn zu attackieren. Was natürlich nicht heißt, auch mehr Power rein geben zu dürfen, sofern entsprechende Power vorhanden.

Daher finde ich das SEHR Tai Chi spezifisch. Wenn auch andere Stile das na klar auch haben können

Breche ich nur jemandes Gleichgewicht, z.B. ausschließlich mit roher Kraft, dann ist das zwar schön, aber nicht unbedingt sooo Tai Chi spezifisch.

Von daher finde ich Klaus' Aussage : "Leading to emptiness and then attack" SEHR Tai Chi spezifisch.

Viele Grüße
Pilger
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  #11  
Alt 14-10-2011, 13:36
IMA-Fan
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Hallo Thomas,

ich finde die Idee zu diesem Thread sehr schön, weil sich vieles festdiskutiert hat! Wollte nur vor ab fragen, ob wir ihn vielleicht nicht nur auf Taijiquan, sonder auch noch auf Bagua/Xing Yi ausweiten könnten? Ich glaube so viele Vertreter dessen haben wir hier nicht, als das es den Rahmen sprengen würde?

Zitat:
Zitat von T. Stoeppler Beitrag anzeigen
Ich möchte das auf prüfbare, hands-on definierbare Begriffe reduzieren. Also nicht sowas wie "Energie/Chi fluss" oder so etwas.
Den Absatz musst du fett und farbig markieren, weil es schon wieder genau so los geht

Zitat:
Zitat von Yangshuo Beitrag anzeigen
Wo die Schulter steht ist nicht ohne belang. Was bringt mir eine tolle Schrittarbeit mit geloester Taille und jin skills, wenn ich den anderen in die Leere laufen lasse, dann aber die Kraft aus den Beinen nicht uebertragen kann weil meine Schulter an der falschen Stelle ist.
Wenn wir das jetzt unter Ausrichtung des Körpers / Struktur zusammenfassen bekommen wir ein viel greifbareres Konstrukt. Die korrekte Ausrichtung der Struktur, in diesem Fall der Schulter, lernt man NUR AM MANN/OBJEKT. Tuishou und das Schlagen/Schubsen/Drücken gegen einen nachgebenden Wiederstand sind der Weg dort hin. Das beste Feedback gibt aber immer noch der Partner. An dem lernt man ,,vorsichtige" Tiefenwirkung.

Zitat:
Zitat von Yangshuo Beitrag anzeigen
Als Faehigkeit wuerde ich definieren: Steuerung des eigenen Koerpers (Koordination, selbststaendiges aufloesen von Verspannungen) das koennen die wenigsten ohne Training.
Das ist das Ziel jedes erfolgreichen Sportlers. Das Auflösung von antagonistischer Spannung ist auch in der modernen Trainingslehrer Standart.

Zitat:
Zitat von Yangshuo Beitrag anzeigen
Ganzkoerperbewegung, alles bewegt sich koordiniert, dazu braucht es einen Energiefluss, ohne geht das nicht.
Und schon geht es los Ganzkörperbewegung ist auch Ziel jedes Sportlers. Bitte mal einen Baseballpitcher oder Basketballer beobachten. Aber auch in der bunten KK Welt ist das ein Attribut wie man es allgemeiner nicht formulieren könnte.

Zitat:
Zitat von Yangshuo Beitrag anzeigen
Fajin, kraftvolle Anwendung aller Elemente fuer Kampfanwendung (versuch mal fajin mit der Schulter oben, oder einer verrosteten Tallie oder ohne jin skills, geht nicht) Braucht auch Training.
Rooting, also die Ausrichtung des Koerpers, genaue Positionen und kraefitige Beine etc. Braucht auch Training, koennen die wenigsten einfach so.
Jetzt werden wir zumindest IMA/Taijiquan spezifisch. Ich schlage vor wir führen alle mal zusammen aus, wie man Fajin und Rooting im Tai Chi entwickelt.

Zitat:
Zitat von Yangshuo Beitrag anzeigen
lead to emptiness und break body balance ist nicht wirklich Taiji spezifisch, das kennt man in fast allen KKs.
Also die Beispiele oben von dir waren viel allgemeiner. "Lead 2 emptiness then attack" hat wenigstens einen konkreten Strategischen Bezug, welcher an ein essentielles Kernattribut (Skill) des Taijiquan gekettet ist und dieses nennt sich Ting Jin. Das wiederum wird im Tuishou und diversen Parnterübungen entwickelt. Es stimmt natürlich, dass die Aufnahme/Umleitung von Kraft nicht für Taijiquan gepachtet wurde.


Zitat:
Zitat von Yangshuo Beitrag anzeigen
Daneben sollte man den Gesundheitsaspekt nicht vergessen wenn man Taiji spezifisch sein will. Die Uebungen foerdern den Energiefluss und wer so durchflutet ist dass er stundenlang trainieren moechte und nicht muede wird, der wird auch wissen wieso so viele alte ein Stueck davon ab haben wollen.
Imo ziemlich Taiji (IMA) spezifischer 'skill' dies hervorzurufen.
Da ist er wieder der Fluss Müssen wir jetzt wieder unzählige Videos von Leuten aus externen KK im hohen Alter posten? Gesundheit schreiben sich viele auf die Fahnenstange. Nicht alle, aber mehr als viele. Das ist für mich nicht Tai Chi spezifisch, weil Tai Chi nicht im Ansatz gesünder ist, als andere, korrekt ausgeführte traditionelle Kampfkünste.




Hi Dao!

Zitat:
Zitat von Dao Beitrag anzeigen
ganz speziell haben mich in einem Workshop von Zhu Tiancai zwei Prinzipien überzeugt. Zhu konnte einerseits/gleichzeitig ziemlich nachgiebig sein und war trotzdem voller Power und Struktur.
Wenn wir das nicht Hebeln unter Nachgiebigkeit zusammenfassen, wäre eine interessante Frage wie das gezielt trainiert wird?


Zitat:
Zitat von Dao Beitrag anzeigen
Power und Struktur habe ich in der Form genauso wie in der Anwendung mit ihm gespürt. Wir waren damals in München in der Schauspielschule im 2 oder 3 Stock am Form üben. Beim Mörser war sein Stampfen so gewaltig das der ganze Boden spürbar vibriert hat.
Würde hier sagen Struktur, Fajin, Dantienbewegung/-rotation.



Zitat:
Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
im Tempel z.B. hat man die Egergie seiner Zeremonie noch am Tag danach deutlich gefühlt.
Den musste ich einfach mit rein nehmen


So zusammenfassend:

Ich nehme mal hier ein par Videos darunter vor allem Chen Yu. Er ist für mich der Chen Meister, welcher diverse Skills am deutlichsten/klarsten auf Video zeigt! Ich werde aber auch noch andere Beispiele einstreuen. Chen Zhonghua ist z.B ebenfalls jemand der ebenfalls sehr pragmatisch zeigt, was Sache ist.

Struktur/Ausrichtung des Körpers und daran gekettet Rooting/Uprooting:

Die sieht man am besten wo viel Kraft wirkt und sie nicht einbricht. Im Taijiquan kommt das angesprochene blitzschnelle Wechseln von Voll und Leer hinzu kombiniert mit einer schnellen Struktur Veränderung, was z.B im Uprooting resultieren kann.

Folgendes Video ist ein Musterbeispiel:

Chen Yu Applications Lesson - YouTube


Uprooten sieht man z.B ganz deutlich hier gefolgt von einer kräftigen Portion Jin:

Wu style tui shou - YouTube

Jin/Fajin/Dantienpower:

Chen Yu clip - YouTube

Einfach mal durch schauen. Man sieht da vieles in Kombination!

So kann man Fajin trainieren, wenn auch Anfangs nicht in der Häufigkeit und Intensität.

Chen Zhonghua Fajin - YouTube


Ich hänge später vielleicht noch Sachen dran, keine Zeit mehr und der Rest kann wieder fröhlich diskutieren

Grüße Ima-Fan
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  #12  
Alt 14-10-2011, 13:48
Benutzerbild von scarabe
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Hab hier was aus einem CXW-Interview mitreinkopiert, der Rest ist hier:
Kungfu Magazine: Magazine Feature Article

Explosive Power

One of the unique characteristics of Chen taiji is explosive power or fajin (發勁). Fajin literally means to "issue strength" or "emit power." It's a dynamic motion that can't really be caught on film. It's too fast and too explosive. It happens in the blink of an eye and can be felt more than seen. "For fajin, we say 'yi yi xing qi (the mind directs the qi). Qi must have no blockage. It must flow through your entire body. Beginners can't get the energy out. You can only get it out after a lot of time spent practicing. Beginners only get 40 to 50% out. After some practice, they can get 70 to 80%. Eventually it's 200%. We say it takes three years for a small success and nine years for the complete course. But now, people only practice for very short periods and only a few times a week, so they can't really achieve much. As for Yang style taiji, after it went to Beijing to be taught to the royal family, they took the fajin out. Those people are lazier. They didn't want to learn that. They just wanted to cultivate taiji for health. So they made it slower."

According to Grandmaster Chen, fajin is all about releasing the energy from the body. He believes a practitioner must achieve a state of naturalness, what the Chinese refer to as ziran, and that this state must be carried through each and every movement for optimal performance. "All moves must follow ziran," states Chen. "Everything must be unblocked. If you have that foundation, then everything flows. Your mind must be quiet, and your body must be balanced with the earth. You must keep this foundation, even when you fight.

"Why release energy from the body? If you follow your energy and release it, you'll only benefit. There are no bad effects. When you have an explosion of energy, it increases your heartbeat and blood circulation. It improves your metabolism. If you follow this to your own ability, there's no problem. You'll get a good workout. But some people try to fajin without really following the flow of energy. They just want fajin. This is no good. Then you might hurt yourself."

Geändert von T. Stoeppler (14-10-2011 um 18:21 Uhr). Grund: Textvergeudung entfernt.
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  #13  
Alt 14-10-2011, 14:03
Benutzerbild von Shenming
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Zitat:
Zitat von pilger Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

in meiner Erfahrung ist es so, dass wenn jemand tatsächlich in die Leere geführt wurde (also auf diese überraschende und in dem Moment nicht nachvollziehbare Weise, weil der andere nicht "da" ist, wo er "sein sollte"), er dann eben auch als Folge davon in der Regel aus seinem Gleichgewicht stolpert/purzelt/fällt.
Und dann braucht es im Idealfall nur noch ein recht kleines Maß an Power, um ihn zu attackieren. Was natürlich nicht heißt, auch mehr Power rein geben zu dürfen, sofern entsprechende Power vorhanden.

Daher finde ich das SEHR Tai Chi spezifisch. Wenn auch andere Stile das na klar auch haben können

Breche ich nur jemandes Gleichgewicht, z.B. ausschließlich mit roher Kraft, dann ist das zwar schön, aber nicht unbedingt sooo Tai Chi spezifisch.

Von daher finde ich Klaus' Aussage : "Leading to emptiness and then attack" SEHR Tai Chi spezifisch.

Viele Grüße
Pilger
Richtig, dem kann ich nur zustimmen. Oder eben, wenn der Gegner ins Leere fällt, er es bemerkt bevor er das Gleichgewicht ganz verliert, sich zurückzieht und man ihm folgt und so nur geringe Kraft benötigt, um ihn in selbiger Richtung aus der Balance zu kriegen. Empfinde dies auch als einen elementaren Teil vom Tai Chi. Aber eben nur als einen von Vielen!

Viele Grüße
Shenming
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  #14  
Alt 14-10-2011, 14:29
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Wie will man diese Frage beantworten, ohne in die üblichen endlosen Diskussionen zu verfallen?

Vielleicht so: Indem wir Taichi einfach mal als Black Box nehmen und darauf verzichten, nach den Inneren Prinzipien zu schauen.

Sondern einfach nur: Was ist nach außen sichtbar/spürbar und was unterscheidet dann Taichi von anderen KK.

Darum:

-Gegen Druck stehen bleiben können durch Verwurzelung
-Sich an die Bewegungen des anderen andocken können (durch Sensitivität und Kleben)
-den anderen durch INNERE Emptiness aus dem Gleichgewicht bringen
-den anderen durch inneres lösen aprooten

Da gibt s bestimmt noch ein paar Sachen, die i taichi-spezifisch sind, und die Leute aus anderen KK große Augen machen lassen, wenn man sie das spüren lässt.

Natürlich gibt es daneben noch Dinge, die man ebenfalls im Taichi können sollte, die aber nicht ganz so typisch sind.

Z.B. Fajin: Das ist nur in der inneren Körperorganisation taichi-typisch. Mit Wumms zuhauen können auch andere

Soll heißen: im besten Falle trainiert Taichi alle Fähigkeiten - aber nicht alle sind dann taichi-typisch (und darauf zielt die Frage ab, oder?)
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  #15  
Alt 14-10-2011, 17:03
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Fajin ist überhaupt nicht taiji-spezifisch, aber in der Ausprägung durchaus speziell in Leuten die fähig zu dieser motorischen Aktion sind zu finden. Baji, Xingyi usw. machen genau den exakt gleichen Fajin. "Hart zuhauen" ist nicht das gleiche, und irgendein Zucken ist auch kein Fajin nur weil der Exponierende ein Kostüm trägt. Am ehesten merkt man selbst dass eine Aktion "anders" ist.

"Spielen" mit bestimmten Elementen ist am ehesten in Taijiquan zu finden, eben das nicht zerstörerische das der Kontrolle dient. Der Wechsel zwischen Strom und Leere, der Leute deren Balancekräfte zu langsam sind zappeln lässt. Die Taijiquan-Leute haben möglicherweise mehr damit gespielt und sich beschäftigt was man so alles machen kann, andere waren stärker fokussiert das gleich richtig doll einzusetzen dass man den anderen überfährt. Vielleicht sollte man das beibehalten, dass man sich spielerisch damit beschäftigt. Man sollte aber nicht unterschätzen wie gut andere ebenfalls damit umgehen können.
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