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#16
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| Hi Klaus, was ich meinte, war auch nicht, dass klassische Systeme irgendwie ineffektiv sind...ganz im Gegenteil! Mir ist bisher wenig effektiveres als z.B. XingYi begegnet... All diese Systeme (inkl. Taiji, XingYi, Bagua,....) sind nur für ganz andere Situationen entwickelt worden, als sie heute mitunter anzutreffen sind. In der Regel ist das Ziel ja immer den anderen innerhalb kürzester Zeit kampfunfähig zu machen... und das teilweise mit sehr drastischen Mitteln. Für Schlachtfeldsituationen und wirklich eskalierende Übergriffe sicherlich das absolute Optimum. Nur wann trachtet dem durchschnittlichen Normalbürger schon mal jemand nach dem Leben??? Ein anderes Problem ist die Rechtsprechung... spiele ich als wirklich gut trainierter Kämpfer (z.B. des XingYi) meine Fähigkeiten voll aus, könnte ich sehr leicht juristische Probleme bekommen... Ich fühle vielleicht die aggressive Intention von jemanden und erkenne seinen Angriff zu frühzeitig, dass für Außenstehende (ZEUGEN!) noch gar nichts zu sehen ist.... dann kann es so aussehen, als ob ich den anderen Angegriffen hätte... sehr dumm gelaufen... Ich bekomme zwar keinen auf die Nase, bin aber nachher vorbestraft oder wandere sogar in den Bau... Um solche Problematiken kümmern sich die meisten klassischen Künste nicht wirklich... Außerdem gibt es ja viele Gefährdungssituationen, die in den meisten klassischen Künsten gar nicht trainiert werden. Im einfachsten Fall trainiert man Hand to Hand Combat, im schon etwas besseren die Verteidigung gegen Waffen oder vielleicht sogar die Verteidigung mit Waffen... aber ich gestehe, dass ich (außer im Training :-) ) schon länger nicht mehr im Alltag mit einem Schwert, einer Hellebarde oder einer vergleichbaren Waffen angegriffen worden bin... ;-) Zeitgemäße Angriffsformen, wie z.B. E-Schocker, Taser, Pfefferspray oder sogar Schusswaffen (oder sogar die Verteidigung mit diesen Waffengattungen) werden hingegen wohl nur äußerst selten thematisiert Nun, da ich ein äußerst friedliebender Zeitgenosse bin kann ich ganz gut damit leben... Für die Ultra-Hardcore-Realisten in der SV Szene dürfte es aber etwas zu wenig sein. Lg Taiji |
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#17
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| Nur weil man einen klassischen Stil macht, heisst das doch nicht dass man sein Gegenüber gleich ausschalten muss! Bis jetzt reichte es bei mir (Türe oder Ordnungsdienst) immer aus, wenn ich einen Agressor meine "Kraft" spühren lies. Wenn sie sehen das es aussichtlos ist, dann gehen sie von selber wieder oder werden ganz braf. Mit Waffen sieht es natürlich etwas ander aus- da giebt es keine Kompromisse mehr. Aber gegen das, was ich bis jetzt in bezug auf Messer erlebt habe, giebt es keine möglichkeit ohne schnitte davon zu kommen- aber hauptsache man lebt noch! Dass gieng ratzfaz- einer unserer Leute hatte einen Stich in den Sack abgekrieg, beim anderen floss auf einmal Blut den Arm runter ohne dass wir in der Menge überhaubt ein Messer zu Gesicht bekommen hätten! Es giebt da sehr hinterhältige Metoden (und Messersysteme), die ich bis dahin noch gar nicht kannte und gegen die man auch nicht viel ausrichten kann. Aber als ich dann sah wer der Uebeltäter war- die Pfeife hatte sich beim schnellen zuklappen der Klinge selber geschnitten , flog er in die Laterne und machte ein Nickerchen. Also sogesehen mache ich natürlich auch Bagua für meine Gesundheit. |
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#18
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| Hehe. Silvan, wird im Bagua eigentlich auch der Kampf mit und gegen Messer gelehrt? |
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#19
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| Zitat:
Messerabwehr habe ich leider keine Clips gefunden, haben aber eine gewisse ähndlichkeit mit dem, wass ich auch schon mal von einem Aikido Meister gesehen habe. |
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#20
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| Der Clip scheint nicht mehr zu lauffen? ![]() |
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#21
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| Nee, der läuft leider nicht mehr. |
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#22
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| Bisher habe ich Tai Chi 4 Mal in unangenehmen Situationen auf der Strasse eingesetzt, um mich oder anderen zu 'verteidigen'. (Immer in der U-Bahn, komischerweiser). Einmal, als jemand in dem U-Bahn-Abteil anfing, mit einem Messer zu "spielen" und andere Passagiere einen Schreck bekamen. Einmal, als jemand mich fragte, ob ich ein Messer im Bauch bekommen möchte (war diesmal noch kein Messer zu sehen). Einmal, als ein Typ fing an, mich zu schubsen, weil er meinte, ich hätte seine Frau gerade eine Treppe hinuntergestossen (war eine Verwechselung, möchte ich betonen!). Und einmal (sehr spät abends, alleine) als ein türkischer Jugendgang mich ins Visier nahm und anfing, mich einzukreisen. Und um die Liebhaber der "goiler Geschichten" sofort zu enttäuschen: Jedes Mal ging das ohne (weitere) Körperkontakt gut aus - Gott sein dank - und zwar hauptsächlich mittels Körpersprache und, in allen Fällen ausser dem letzten, relativ besonnenen Zureden. Und ohne Egoverlust, weder für mich noch für den anderen. Dies hätte ich in früheren Jahren, vor meiner Tai Chi-Zeit, nicht so hinbekommen. Meiner Meinung nach wird "Selbstverteidigung im Ernstfall" viel zu schnell mit Kampftechnik gleichgesetzt. Natürlich muss die Bereitschaft dazu - wenn alles andere scheitert - im Hintergrund sein, aber was man in den inneren KKs auf körperlicher Ebene lernt, ist genauso auf der kommunikativer Ebene anwendbar. Peng und Lü können auch hier zum Einsatz kommen. Peng = eine deutliche Grenze zu setzen, aber zugleich offen für Impulse zu bleiben, ohne sich zu verhärten. Lü = Energie an sich vorbei leiten zu lassen, "abgleiten" zu lassen, ohne jedoch die eigene Mitte bloß zu stellen oder sich "krumm zu machen". Und ich rede hier nicht von tra-la-la und rosarote Wolken. Wenn die Techniken wirklich als Kampfkunst geübt werden - und nur dann - können sie auch diese kommunikative Wirkung entfalten. Und das IMHO ist die allerbeste Selbstverteidigung. schöne Grüsse, Giles |
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#23
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| Deswegen setzte ich "Kraft" in Anführungs und Schlusszeichen. Man muss einfach zu überzeugen wissen. ![]() |
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#24
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| HI! Da ich die Kampfkunst schon immer geliebt habe, versuche ich auch das Tai Chi unter den Aspekten der SV zu üben. Auch wenn zugegebenermaßen der Aspekt der Anwendungen in unserer Schule sehr kurz kommt. Ich habe die Form jedoch mit anderen Personen "auseinandergenommen" und viel Literatur studiert, um die Anwendungen der Bewegungen zu begreifen. Und außerdem habe ich begonnen, mit einem Kungfu´ler und Tai Chi´ler außerhalb der Schule die Form "anwendungsbezogen" umzusetzen. Und sowie in unserer Schule "Pushhands" geübt wird, bin ich der erste der damit anfängt und der letzte der damit aufhört, auch wenn Pushhands sicher nicht gleich SV ist, man aber doch sehr gut die verschiedenen "Kräfte" spüren und erfahren kann. Mag sein, dass ich auf diesem Weg sehr sehr lange brauche, aber irgendwann werde ich so weit sein. Abgesehen davon muss ich sagen, dass sich meine Einstellung zum kämpfen seit Tai Chi unheimlich stark geändert hat, ich bin viel viel friedvoller geworden, ich war zwar nie ein Schläger, habe aber früher Herausforderungen auf der körperlichen Ebene sehr viel schneller angenommen, als dies heute der Fall ist. Heute ist die körperliche Konfrontation auch bei aggressivem Verhalten von einem Gegenüber nur das allerletzte Mittel. Bis dann Pilger |
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#25
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| Hi Pilger Du machst es genau richtig! Am Ende wirst Du auf diesem Weg mehr verstanden haben, als jemand der von seinem Lehrer immer alles vorgekaut bekommen hat- und meint, dass dieses Wissen ausreicht. Du erfährs auf diese Weise das Taiji auf eine ganz besondere art, und es steckt sehr viel Liebe, Leidenschaft und Arbeit dahinter. Solche Schüler kann man sich nur Wünschen. |
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#26
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| Hallo Silvan, Danke für die motivierenden Worte. Pilger |
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#27
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| früher haben wir taichi sv mäßig trainiert,das ist dann so als wenn man versucht eine karate kata für die sv umzusetzten,natürlich ist das taichi viel flüssiger und weicher aber es funktioniert wnn man es wirklich gut umsetzten kann (ich kann es nicht ) ! |
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#28
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| Ich denke Taiji als Kampfsport ist wie bei jeder SV-Art Im Ernstfall könen die wenigsten eine Technik unter Stress umsetzen. Allein das Prinzip des Loslassens und Sinkens ist da eine Herausforderung. Mir geht es so, dass wenn einer auf mich losgeht (Schreck) verkrampft sich der Körper. Die Taji-mäßige Reaktion wäre locker und entspant bleiben usw. Wer kann das? Aber es heute nicht können heißt nicht es nie zu lernen. Nur sowas kann man nicht durch bewußte Bewegungen erlernen. Es muss einafch kommen. Ich denke die Faktoren: Aufmerksamkeit, reagieren statt agieren, etc. - die im Taiji geschult werden helfen auch sich zu verteidigen. Gruß Thomas |
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#29
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| Hallo Leute, ich muss schon sagen, ihr eiert ziemlich rum: Keiner hat den Mut zu sagen, dass TCC nix mit SV zu tun hat. Selbst Karate könnt ihr vergessen, wenn du einem Streetfighter gegenüber stehst. Karate hat sehr formalisierte Block-Angriffs Techniken, jeder Streetfighter ist schneller. Und beim TCC stehst du viel zu nah am Gegner: der reinste Selbstmord! Viele verwechseln SV mit Application. Auch PushHands haben nichts mit (Wett)kampf zu tun. Sie sind lediglich eine fortgeschrittene Partnerübung (!!). Geändert von opendoor (25-04-2005 um 23:39 Uhr). |
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#30
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| Zitat:
*kickboxengeh*
__________________ 'Just because the rythm is slow, that don't mean that you can't flow' - Prince Fleaswallows Geändert von Hokum (26-04-2005 um 12:38 Uhr). |
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