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  #1  
Alt 24-10-2010, 12:27
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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Standard vastus medialis- netter Artikel

geht zur Zeit auf einer Mailingliste herum, interessiert vielleicht den ein- oder anderen:

Inside Kung-Fu Magazine - Tai Chi’s Hidden Muscle
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  #2  
Alt 24-10-2010, 13:50
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Netter Artikel, allerdings meint er glaube ich nicht den M. vastus medialis, wenn ja, sollte er noch einmal in ein Anatomiebuch gucken.
Alles, was er zu dem Muskel schreibt, trifft er auf den M. ileopsoas zu, der die untere Wirbelsäule und das Becken mit dem Oberschenkel verbindet.

Könnte es sein, dass da ein Übersetzungsfehler vorliegt? Der M. vastus medialis entspringt an der Innenfläche des Oberschenkelknochens und strahlt in die Patellarsehne ein, und die Kniescheibe. Da er zum Quadriceps zählt, kann man ihn auch nicht einzeln ansteuern und seine Funktion ist auch durch die anderen Köpfe abgedeckt.

Wie gesagt, auf den Iliopsoas tifft alles zu, was Chen beschreibt, beim Vastus medialis passt eigentlich gar nichts.

Grüße

Kanken
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  #3  
Alt 24-10-2010, 13:56
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Das:

Zitat:
The part that’s visible is the smallish, teardrop-shaped mass just above the knee, on the inner thigh.
beschreibt doch eindeutig den Vastus medialis, oder nicht?

Es ist also ein Verständnisproblem seitens des Autors, kein Übersetzungsproblem
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  #4  
Alt 24-10-2010, 14:03
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ich war auch schon etwas verwirrt und habe meine lückenhaften Anatomiekenntnisse aufgefrischt, aber er scheint tatsächlich den Muskel an der innenseite oberhalb der Kniescheibe zu meinen. Wobei der obige Hinweis auf die Bedeutung des unteren Rückens in diesem Gesamt-Zusammenhang sicher nichts schaden kann, denn viele Menschen, die in diesem Bereich nicht gelöst genug sind (oder eine Muskelschwäche haben), leiden ja bekanntermaßen auch gerne mal an Knieschmerzen.
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  #5  
Alt 24-10-2010, 14:44
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Der M. iliopsoas sitzt aber nicht am unteren Rücken ... er verursacht dort höchstens evtl. Probleme
Wenn schon ein Teil des Quadrizeps einen Einfluss auf die Hüfte hat, dann der Rectus femoris.
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Geändert von Trinculo (24-10-2010 um 14:54 Uhr).
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  #6  
Alt 24-10-2010, 17:01
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
Der M. iliopsoas sitzt aber nicht am unteren Rücken ... er verursacht dort höchstens evtl. Probleme
Wenn schon ein Teil des Quadrizeps einen Einfluss auf die Hüfte hat, dann der Rectus femoris.
Der Illiopsoas setzt auch an den Querfortsätzen der Lendenwirbelkörper an.

Gruss, Thomas
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  #7  
Alt 24-10-2010, 18:48
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Ja, aber er verläuft VOR der Wirbelsäule Ich weiß, dass Du das weißt - für alle anderen das hier zur Illustration:

Musculus iliopsoas - DocCheck Flexikon
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  #8  
Alt 24-10-2010, 19:47
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@Trinculo
Naja, der psoas hat eine ganz klare Funktion für die LWS Bewegung von daher versteh ich Deine Aussage nicht so ganz..?

Aber wurscht - zum Artikel selbst - ich finde es funktional/anatomisch natürlich verkehrt, den vastus medialis als "Motor" zu bezeichnen, aber mit der Aussage - ich zitiere:

"So, how do you learn to do that (or teach someone else)? The vastus medialis is a good place to focus."

kann ich mich anfreunden. Zumal er auch von den "inner thigh" Muskeln (Also damit dann auch Adduktoren und eben den Illiopsoas) spricht. Das ist funktionell gerade für Taijiquan und auch Bagua essentiell, dafür gibts schliesslich das lower basin training.

Es gibt eine ganze Reihe kinästetischer "Hilfspunkte" im Körper für verschiedene Bewegungen, den Ansatz des vastus medialis für den unteren Bogen/Kwa find ich grad gar nicht so verkehrt... ist etwas zum Ausprobieren.

Gruss, Thomas
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  #9  
Alt 24-10-2010, 19:50
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Leute, was nutzt ein Anatomiestudium, dadurch wird das Taiji in der Praxis nämlich auch nicht besser. Wenn jemand sagt, unteren Rücken entspannen und Kniebereich nicht verkrampfen, hilft das in der Praxis viel mehr....
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  #10  
Alt 24-10-2010, 19:55
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Zitat:
Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
Leute, was nutzt ein Anatomiestudium, dadurch wird das Taiji in der Praxis nämlich auch nicht besser.
Das kann ich Dir aus meiner Erfahrung ganz klar sagen: es hilft. Man erlangt dadurch ganz klar ein verbessertes kinästhetisches Empfinden. Das ist eben nützlich.

Gruss, Thomas
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  #11  
Alt 24-10-2010, 20:19
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Das mag schon sein, aber wer zu perfektionistisch in seinen Übungen versucht, bestimmte Muskeln herauszufühlen, verliert dabei allzu leicht das Gesamtziel und seine Gelöstheit und Lockerheit (außer weit Fortgeschrittene).
Im allgemeinen habe ich festgestellt, daß die allzu perfekten Theoretiker durch diesen Anspruch in der Praxis eher gebremst, als gefördert wurden, während die, die mit mehr Lockerheit und etwas mehr "Wurstigkeit" rangingen, oft schneller genau da landeten, wo sie hin wollten. Es mag Ausnahmen geben, aber diese Beobachtung habe ich oft gemacht.
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  #12  
Alt 24-10-2010, 20:20
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Zitat:
Zitat von T. Stoeppler Beitrag anzeigen
@Trinculo
Naja, der psoas hat eine ganz klare Funktion für die LWS Bewegung von daher versteh ich Deine Aussage nicht so ganz..?
Ich meinte nur, wenn jemand vom unteren Rücken spricht, meint er nicht den Iliopsoas

Zitat:
Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
Leute, was nutzt ein Anatomiestudium, dadurch wird das Taiji in der Praxis nämlich auch nicht besser. Wenn jemand sagt, unteren Rücken entspannen und Kniebereich nicht verkrampfen, hilft das in der Praxis viel mehr....
Nope, die Praxis zeigt, dass bei derartigen Anweisungen bei 100 Testpersonen 100 verschiedene Ergebnisse entstehen
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  #13  
Alt 25-10-2010, 01:16
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ob sie aber den Muskel xy genau herausfühlen und entspannen können?
Mir gelingt das zwar bei Vielen, aber ich mach das Ganze ja auch nicht erst seit gestern- aber alle Muskelfäserchen erwisch ich auch nicht bewußt...
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  #14  
Alt 25-10-2010, 08:30
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
Wenn schon ein Teil des Quadrizeps einen Einfluss auf die Hüfte hat, dann der Rectus femoris.


tatsächlich bin ich sogar der Meinung, dass der Rectus Femoris, um Spannung aus der Hüfte/Leiste zu nehmen, zumindest im Chentaijiquan bewusst entspannt wird, wodurch sich die Belastung auf die knienahen Muskeln Vastus Medialis und Vastus lateralis verstärkt. Eventuell ist die Belastung dieser Muskeln aufgrund des Zugwinkels sogar größer, als die Entlastung des Rectus Femoris.
Dazu kommt, dass durch die Entspannung des unteren Rückens und der aufrechten Position der Wirbelsäule, die vordere Oberschenkelmuskulatur zusätzlich belastet wird (vergl. Hackenschmidtkniebeuge vs. normale Kniebeuge).
Für den Adepten fühlt sich dass dann so an, als ob die Spannung aus der Hüftregion weggenommen wird, aber die Belastung auf die Oberschenkel, insbesondere in Knienähe und die Anstrengung deutlich verstärkt.

Grundsätzlich bin ich jedoch immer skeptisch, wenn isolierte anatomische Strukturen als der Schlüssel zum Taijiquan angepriesen werden, seien es einzelne Muskeln oder Brustwirbel. Natürlich gibt es Tore und Schaltstellen, dennoch ist das Zusammenspiel des Ganzen letztlich ausschlaggebend.
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  #15  
Alt 25-10-2010, 12:09
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Stimme zu, ist ja auch logisch, körperlich betrachtet (und paßt außerdem viel besser zur Gesamtphilosophie des Taiji).
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