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#1
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| EDIT - Da der alte Thread in stellenweise sinnfreies (aber offenbar erwünschtes) Blabla ausgeartet ist, habe ich mir die Mühe gemacht, die zielführendsten Posts (verständlicherweise die meisten davon Trinculo) herauszupicken und hier, für jeden sichtbar, in einen geschlossenen Thread zu stellen. Gruss, Thomas Wenn ich mich recht entsinne, hast du geschrieben, bei euch sei man nach ca. 1,5 Jahren durch mit dem vollen Programm und dann auch "kampffähig". Bei welcher Unterrichtsfrequenz? Und wer lehrt das in Deutschland wo? Gruß Freier Geist
__________________ 我愛廣府話 Geändert von T. Stoeppler (01-07-2009 um 17:39 Uhr). Grund: Hinweis der Moderation hinzugefügt |
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#2
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| Gelehrt wird das z.Zt. in Deutschland nirgends ... und auch anderswo sieht es mau aus.
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#3
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| Zitat:
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#4
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| Nach dem Durchlaufen des kompletten Trainings hast Du alle Voraussetzungen, um im Kämpfen schnell besser zu werden. Das passiert dann ziemlich proportional zum Aufwand an Sparring und freiem Üben. Du kannst auch nach den "1,5 Jahren" (ich lass das mal einfach so stehen, wir wissen ja, wovon wir reden) beliebig an Deinen Attributen wie Reaktionsfähigkeit, Agilität und Explosivkraft feilen, aber es ist nicht sinnvoll, hier erst 99,9999% errreichen zu wollen, bevor man tatsächlich mit kämpferischem Training beginnt. Fängst Du zu früh mit dem freien Sparring/Kämpfen an, ohne die Grundlagen entwickelt zu haben, dann verfällst Du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in schlechte Gewohnheiten, die Du nur schwer wieder los wirst: unnötige Muskelanspannung, schlechte Koordination, fehlende Einheit des Körpers bei der Kraftgenerierung, Bewegung startet nicht in allen Körperteilen gleichzeitig, etc.
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#5
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| Das obige Beispiel war mein konkreter Fall, und entsprach dem mir Möglichen. Sicherlich macht man schnellere Fortschritte, wenn man die Möglichkeit hat, seinen Lehrer öfter zu sehen. Die wesentlichen Inhalte des "Yiquan 2.0" (eigentlich mehr als Witz gedacht ) sind simpel, es geht darum, Grundlernziele quasi als körperlichen Gefühlszustand zu speichern:- Entspannung - Anspannung - Ausrichtung an einer Kraftlinie - plötzlicher Bewegungsimpuls usw. Diese Ziele werden einzeln und in allen möglichen Kombinationen geübt. Hat man das Prinzip verstanden, kann man es auf alle Übungen übertragen. Es gibt kein Curriculum an durchnumerierten Abfolgen. Die Idee ist, eine verlustfreie Übertragung von Wissen zu ermöglichen, das NICHT auf dem Weg durch eine "Lineage" mutiert. Der Lehrer kann z.B. per Video neue Varianten einer Übung zeigen, aber er kann auf diesem Weg nicht sicherstellen, dass sie wirklich richtig ausgeführt werden. Das muss schon vorher gesichert werden, im 1:1 Training, wo "von Hand" überprüft werden kann.
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#6
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![]() Ich war zu der Zeit insgesamt 10 Tage bei Timo, und zwar allein, und morgens bis abends. Da kannst Du 'ne ganze Weile in Deine VT-Schule gehen, bis Du auf das gleiche Maß an direkter, individueller Trainingszeit kommst Außerdem ist das Unterrichtssystem des "Second Course of Yiquan" gerade darauf ausgelegt, möglichst früh möglichst viel Verantwortung in die Hände des Schülers zu legen. Er lernt von Anfang an, seinen Lernerfolg selbst zu überprüfen, und nicht den Lehrer zu kopieren. Da ist nix mit "Meister zieht die Augenbraue hoch, schiebt den Ellbogen zwei Zentimeter nach links, die Hüfte eine Daumenbreite nach hinten und dreht den Fuß um 20° nach außen" ![]()
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#7
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| Mir geht es nicht vorrangig um innere KK, dazu ist es erst quasi "im Nachhinein" gekommen. Ich habe nie gezielt nach inneren oder chinesischen Künsten gesucht. Ich habe nach etwas gesucht, was meine Bewegungsqualität deutlich verbessert, habe dann Systema und verschiedene innere Sachen ausprobiert, und bei Timo hat es dann sofort "Klick!" gemacht. Und zwar, weil ich sofort alles verstanden habe, was ich in den Übungen gemacht habe, und wofür es gut ist. Weil die Fortschritte fühl- und verstehbar waren, weil auch ein athletischer Hintergrund gegeben war, und kein mystischer. Ich sage das alles, damit jemand mit ähnlich gelagerten Bedürfnissen sich darin wiederfinden kann, nicht um Leute mit anderen Ansichten zu bekehren. Übrigens bin ich das allererste Mal mit der Absicht nach Finnland geflogen, Timo zu widerlegen Ich hatte seinen Artikel "On the current state of Yiquan" gelesen, und dachte mir "Was für ein eingebildeter Schnösel!"![]()
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#8
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![]() Es gibt noch drei weitere Blogs von Schülern: Faik Bilalovic (Martial art science) Gustavo Castilhos (Martial Reality - Realidade Marcial) Lee Salzman (http://tootense.blogspot.com/) Und um noch etwas mehr zu provozieren: Gustavo hatte über ein Jahr lang NUR per Video gelernt ... und er war erstaunlich gut, als ich ihn dann persönlich kennengelernt habe ![]()
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find Geändert von Trinculo (23-06-2009 um 14:47 Uhr). |
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#9
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| Zitat:
Es trainiert die Grundvoraussetzungen des Kampfes, der Stil ist dann das Add-on ![]() Mir ist klar, dass ich mich langsam wie jemand vom Pahuyuth anhöre, aber ich kann nichts dagegen tun ![]() Ich versuch mal, ein bisschen klarer zu werden, und beschränke mich aufs Standup-Kämpfen: das Ziel von Yiquan ist die Entwicklung von Hunyuan Li. Dieser blöde Begriff ist sehr schwer zu übersetzen, daher versuche ich's mal so: "explosive Ganzkörperkraft, die blitzschnell die Richtung wechseln kann". Das kann man dann beliebig einsetzen, als Punch, Schulterstoß, Zug, Tritt, Parieren, whatever. Schlagen ist einfach: meine Hand geht von hier nach da. Da ist, wo ich treffen will, hier ist, wo sie mich normalerweise schützt. Mit dem Abwehren ist es ähnlich: ich lerne im Tuishou, Kraft zu brechen. Wie ich das dann einsetze, bleibt mir überlassen: mit dem Unterarm, mit dem Ellenbogen, garnicht ... Die Sichtweise von Yiquan ist: es gibt keine "richtige" Antwort, es gibt nur Vor- und Nachteile einer bestimmten Vorgehensweise, und derer muss ich mir bewusst sein. Wichtig ist natürlich die Ökonomie der Technik. Und unter diesem Gesichtspunkt sind natürlich die Vorgehensweisen, die sich im heutigen MMA aus dem Zusammentreffen unterschiedlichster Stile gebildet und bewährt haben, ganz vorne mit dabei. Na ja, ein paar Jahre Ninjutsu, ein paar Jahre WT, ein paar Jahre Weng Chun, je ein Systema und ein Taiji-Seminar ![]()
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#10
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| Moin, um mal wieder bissi das Thema Yiquan anzuschneiden stell ich gleich mal ein par interessens Fragen ![]() 1) Mir kam es so vor, als ob manche Yiquan Leute sich irgendwie explosiv nach vorne pushen. Abgestoßen vom hinteren Bein. Ist das im Yiquan so gängig, oder fällt man eher in den Schritt, ohne vom hinteren Bein abzustoßen? 2) Welcher Zhan Zhuang Position wird im Yiquan der größte kämpferische Nutzen zu geschrieben? 3) Es wird immer davon geredet besonders auf kurzem Raum möglichst stark Kraft zu entfalten. Aber wie sieht es aus, wenn ich jetzt aus der Distanz agiere? Ändert sich da etwas an meiner Vorgehensweise in Sachen Körpermechanik? |
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#11
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| Disclaimer: Ich spreche hier nur für mich, und das, was ich trainiere ![]() ) ... und zwar aus anatomischen Gründen, nicht weil Wang Xiangzhai es gesagt hat ![]() ![]() In der SV können diese Schläge sehr nützlich sein, da man aus scheinbar harmlosen Distanzen viel Schaden anrichten kann ![]()
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find Geändert von Trinculo (25-06-2009 um 11:48 Uhr). |
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#12
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| Gibt es in deinem Yiquan taktische Empfehlungen? Wenn ja, kannst du ein paar Beispiele machen? Gruß Freier Geist
__________________ 我愛廣府話 Geändert von Freier Geist (25-06-2009 um 13:45 Uhr). |
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#13
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| Die wichtigste taktische Empfehlung ist, den Angriff des Gegners im Ansatz zu zerstören ... das höchste Ziel sozusagen. Natürlich muss man auch für den Fall gewappnet sein, dass dies nicht klappt, d.h. die "Parierreflexe" müssen stimmen. Ansonsten wiederhole ich mich: Yiquan versucht nicht, einen möglichst exotischen Sonderweg zu kreieren, sondern sich auf das zu konzentrieren, was unabhängig von spezifischen Stilen ist. Was allen Arten des Kämpfens gemeinsam ist. Die überhaupt möglichen Taktiken sind bekannt, auch Bruce Lee hat sie schön aufgelistet. Man kann dem Gegner die Initiative rauben, man kann ihn zu Angriffen verleiten, man kann ihn ermüden ... ist natürlich nicht alles unbedingt 100% SV-relevant - falls gleich jemand protestiert ![]()
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#14
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| Zitat:
Das Yiquan hat natürlich wie alle anderen menschlichen Schöpfungen eine zeitliche Entwicklung durchlaufen. Je später, desto freier, und desto weiter weg from Xingyiquan, das Wang Xiangzhai ursprünglich gelernt hatte. Das kann man durchaus (wieder einmal) mit JKD vergleichen: am Anfang noch nahe am Wing Chun, und dann sukzessive weniger.Generell sind das moderne Boxen und Thaiboxen ebenfalls diesen Weg gegangen - kaum "stilistische" und folkloristische Elemente, so funktional wie möglich.
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#15
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| 100% Zustimmung!
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