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  #211  
Alt 30-06-2009, 10:29
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
Wie gesagt, das Beispiel war aus dem Silat. Allerdings wird durch diese Art des Schlagens die Impulsdauer zwangsläufig kurz. Hinreichend, aber nicht notwendig
Das Ziel sollte aber doch nicht sein, die Dauer der Impulsübertragung möglichst kurz zu halten, sondern eher den gesammten zu übertragenden Impuls in möglichst kurzer Zeit zu übertragen.
(oder auch nicht, siehe Schwabbelmasse)

Wenn ich mit dem Finger auf die heiße Herdplatte fasse, dann ist die Impulsdauer auch sehr kurz, wird aber die Herdplatte wenig beeindrucken.
Wenn Du auf eine Wand zuläufst, mit der Zielsetzung, diese so kurz wie möglich zu berühren, und dann die Richtung zu wechseln, wirst Du vor der Wand wahrscheinlich schon abremsen.
Wenn Du durch die Wand hindurchlaufen willst, dann ist die Impulsdauer wahrscheinlich höher, aber wahrscheinlich auch der Schaden, den Du anrichtest.


Bei einem Stoß sollte man nicht nur die Impulsbilanz betrachten, sondern auch die Energiebilanz.
Die Bewegungsenergie ist proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit.
Daher ist eine Kugel von 100g und 1000 km/h zerstörerischer als eine Kugel von 100.000g und 1 km/h, obwohl sie den gleichen Impuls hat, aber die tausendfache Energie.
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  #212  
Alt 30-06-2009, 10:36
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Das Ziel sollte aber doch nicht sein, die Dauer der Impulsübertragung möglichst kurz zu halten, sondern eher den gesammten zu übertragenden Impuls in möglichst kurzer Zeit zu übertragen.
Ja, genau. Wie gesagt, möglichst steiler Impuls.

Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Wenn ich mit dem Finger auf die heiße Herdplatte fasse, dann ist die Impulsdauer auch sehr kurz, wird aber die Herdplatte wenig beeindrucken.
Das war wie gesagt nur ein Beispiel dafür, dass man nicht unnötig "nachschiebt" Wie gesagt, man stellt sich beim Schlagen keine heißen Herdplatten vor Man konzentriert sich überhaupt nicht auf das Zurückziehen, das passiert von ganz alleine.


Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Wenn Du auf eine Wand zuläufst, mit der Zielsetzung, diese so kurz wie möglich zu berühren, und dann die Richtung zu wechseln, wirst Du vor der Wand wahrscheinlich schon abremsen.
Wenn Du durch die Wand hindurchlaufen willst, dann ist die Impulsdauer wahrscheinlich höher, aber wahrscheinlich auch der Schaden, den Du anrichtest.
Ja, deshalb hatte ich auch geantwortet, dass eine allzukurze Dauer, die zur Wirkungslosigkeit führen würde, nicht passieren kann: der Körper braucht schon eine gewisse Minimaldauer, um seine Kraft abzugeben, gewisse Grenzen kann man biologisch nicht unterschreiten.
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  #213  
Alt 30-06-2009, 11:10
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Zitat:
Zitat von mantis.wilm Beitrag anzeigen
Hallo Oliver,

Gleichzeitigkeit? Das widerspräche der "Kette". Also einem blitzschnellen "Nacheinander". Oder?
Ich sprach von einer Kontraktionskette, gleichzeitig nicht nacheinander.
Nacheinander ginge wahrscheinlich auch, aber dann sind die Kraftentladungen wohl eher peitschenartig, ohne großartige Statik.
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  #214  
Alt 30-06-2009, 11:18
bluemonkey
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Ich denke unter "Fajin" wird in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliches verstanden.

im hier vorliegenden Kontext (YQ 2.0) ist wohl eine maximale, gleichzeitige Kontraktion aller an einer Bewegung beteiligten Muskeln kontraktion gemeint.


Wobei ich glaube, dass zur Koordination einer längeren Bewegung über eine Kette von Gliedern mit unterchiedlicher Masse auch gehört, dass die Kontraktionen aufeinander getimt sind und nicht einfach nur gleichzeitig maximal agieren (was allerdings wohl schwer wahrnehmbar sein dürfte).
(Ich hab mal irgendwo gelesen, dass gute Golfer mit einem weiten Abschlag sich nicht von Beginn mit maximaler Geschwindigkeit bewegen, sondern mehr hintenraus beschleunigen.)
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  #215  
Alt 30-06-2009, 11:40
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
...
Mein persönlicher Eindruck war, dass der Körper durch diese sehr "zuckenden" Schläge stärker geschockt wird, man verkrampft sich instinktiv, was die Schlagwirkung noch erhöht. Muss wohl so eine Art propriozeptive Reizüberflutung sein. Aber wie gesagt, ich will da nicht zu sehr verallgemeinern.

Ein Aspekt (zumindest wird es bei uns im Chen Stil so erklärt) was den Unterscheid zwischen der Wirkung von einem "normalen" Schlag und einen "Fajin-Schlag" angeht ist der, daß der Schlag nicht als ein Treffer auftrifft, sondern wie eine Welle/Serie in den Körper des Gegners eindringt, quasi mehrere Impulse hintereinander. Der erste Treffer "bricht" die "Verteidigung" (durch angespannte Muskel) des Gegners, die nachfolgenden Impulse können dann tiefer eindringen.
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  #216  
Alt 30-06-2009, 11:40
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
zum Dritten muss im Moment der "Explosion" entlang der Kraftlinie ("Jin-Pfad") Maximalkontraktion herrschen, sonst gibt ein Glied nach
Ist eine solche Überlegung nicht der Grund für das Kime in manchen Karate-Stilen?

edit: allerdings werden da auch "unnötige" Muskeln angespannt

Geändert von bluemonkey (30-06-2009 um 11:44 Uhr).
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  #217  
Alt 30-06-2009, 11:45
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Ist eine solche Überlegung nicht der Grund für das Kime in manchen Karate-Stilen?
Den Begriff kenne ich nur oberflächlich, aber nach Lektüre Deines Links entdecke ich sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede:

1. Beim Fali wird nichts willkürlich angespannt, und man trainiert es auch nie so, dass man absichtlich bestimmte Muskeln anspannt. Wie sollte man auch so schnell die richtige Auswahl treffen?

2. Es werden nicht alle Muskeln angespannt, auf keinen Fall die Antagonisten.

3. Die Muskeln werden auch nicht einfach angespannt, um den Körper quasi einzufrieren, sie kontrahieren alle, um den Körper in Schlagrichtung zu bewegen, also in Richtung des Schlagvektors. Es ist also keine isometrische Kontraktion, sondern eine konzentrische
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  #218  
Alt 30-06-2009, 11:59
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Fei Long Beitrag anzeigen
Ein Aspekt (zumindest wird es bei uns im Chen Stil so erklärt) was den Unterscheid zwischen der Wirkung von einem "normalen" Schlag und einen "Fajin-Schlag" angeht ist der, daß der Schlag nicht als ein Treffer auftrifft, sondern wie eine Welle/Serie in den Körper des Gegners eindringt, quasi mehrere Impulse hintereinander. Der erste Treffer "bricht" die "Verteidigung" (durch angespannte Muskel) des Gegners, die nachfolgenden Impulse können dann tiefer eindringen.
Übt Ihr das auch so?
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  #219  
Alt 30-06-2009, 12:16
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Trinculo Beitrag anzeigen
und zum Dritten muss im Moment der "Explosion" entlang der Kraftlinie ("Jin-Pfad") Maximalkontraktion herrschen, sonst gibt ein Glied nach
Ich hab nachgedacht:

ein Ausstrecken des Armes ist zusammengesetzt aus der Rotation des Oberarmes um das Schultergelenk und der Rotation des Unterarmes im Ellenbogengelenk.
Die Geschwindigkeiten dieser Rotationen müssen aufeinander abgestimmt sein, damit eine geradlinige Bewegung rauskommt.
Da die Hebel-, Massen- und Muskelverhältnisse für die Winkelverkürzung Oberarm/Torso und Unterarm/Oberarm höchstwahrscheinlich unterschiedlich sind, ist nicht anzunehmen, dass tatsächlich einfach gleichzeitig eine Maximalkontraktion in allen beteiligten Muskeln stattfindet (allerdings eine Kontraktion, die die maximale Kraft/Geschwindigkeit entlang der Kraftlinie erzeugt).
Wenn Ihr allerdings mit der Streckvorstellung arbeitet, dann macht das Gehirn schon den Rest.

Geändert von bluemonkey (30-06-2009 um 12:19 Uhr).
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  #220  
Alt 30-06-2009, 12:19
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Ich hab nachgedacht:
Das ist immer ein Fehler

Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Da die Hebel- und Muskelverhältnisse für die Winkelverkürzung Oberarm/Torso und Unterarm/Oberarm höchstwahrscheinlich unterschiedlich sind, ist nicht anzunehmen, dass tatsächlich einfach gleichzeitig eine Maximalkontraktion in allen beteiligten Muskeln stattfindet.
Das macht er Körper von ganz alleine. Wenn Du Deine Arme über den Kopf streckst, und jemand eine schwere Langhantel in Deine Hände legt, kontrahieren die richtigen Muskeln flugs wie von Zauberhand

Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Wenn Ihr allerdings mit der Streckvorstellung arbeitet, dann macht das Gehirn schon den Rest.
Ja, machen wir - Vorstellung im Sinne von zugrundeliegender Idee, nicht im Sinne aktiver Imagination
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  #221  
Alt 30-06-2009, 12:21
Bessa-Wissa
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Ist eine solche Überlegung nicht der Grund für das Kime in manchen Karate-Stilen?

edit: allerdings werden da auch "unnötige" Muskeln angespannt
Ist Kime nicht in jedem Karatestil enthalten? P.S bin Leihe
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  #222  
Alt 30-06-2009, 12:24
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Bessa-Wissa Beitrag anzeigen
Ist Kime nicht in jedem Karatestil enthalten? P.S bin Leihe
Ich meinte mal gehört zu haben, dass es nicht überall praktiziert wird, aber da gibt's ja ein anderes UnterForum (selbst wenn ich Karate praktiziert hätte, wüsste ich nicht unbedingt, ob Kime überall praktiziert würde)
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  #223  
Alt 30-06-2009, 12:26
Bessa-Wissa
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Zitat:
Zitat von bluemonkey Beitrag anzeigen
Ich meinte mal gehört zu haben, dass es nicht überall praktiziert wird, aber da gibt's ja ein anderes UnterForum (selbst wenn ich Karate praktiziert hätte, wüsste ich nicht unbedingt, ob Kime überall praktiziert würde)
Es wird dort bald einen Thread bezüglich dessen geben
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  #224  
Alt 30-06-2009, 12:26
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Geändert von Freier Geist (17-04-2011 um 00:20 Uhr).
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  #225  
Alt 30-06-2009, 12:26
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Hier bitte weiter mit Yiquan
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