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Muay Thai, Muay Boran, Krabi Krabong Informationen und Diskussionen über die thailändischen Kriegskünste Muay Boran und Krabi Krabong sowie den Nationalsport Muay Thai



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  #1  
Alt 31-08-2017, 21:44
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Muay Thai
 
Registrierungsdatum: 31.08.2017
Beiträge: 4
Standard korrekte Technik Jab

Hallo zusammen,

ich war jetzt ein paarmal beim muay thai Training und es macht mir viel Spaß.
Bei "uns" im Sportverein ist es so, dass Anfänger und Fortgeschrittene zusammen trainieren. Es gibt keine Technikschule vor dem Spiegel, sondern das Training besteht daraus, dass der Trainer Kombinationen aus 4-6 Aktionen vorführt und erklärt, worauf zu achten ist. Dann trainiert jeder mit einem Partner. Der Trainer geht rum korrigiert und gibt Tipps.
Ich selbst würde gerne zu Hause ein wenig Schattenboxen üben und hänge beim Jab. Eigentlich das einfachste was es gibt, aber auf youtube finde ich ca. 10 Erklärungen die alle leicht abweichen.
Es geht schon los mit der Grundstellung. Ist die rechte Verse (Linksauslage) immer in der Luft? Ist die rechte Hand direkt am Kinn oder ein paar cm vor der Wange? Mal soll die Führhand den ganzen Schlag durch gedreht werden, dann nur am Ende kurz vor dem Einschlag. Mal gehört ein kleiner Schritt nach vorne zu der Jab Technik, mal dient der Schritt nur zur optionalen Schlagverlängerung. Mal wird der rechte Fuß dabei gedreht, mal nicht.
Eine Art "offizielle" Technik finde ich nicht. Deswegen weiß ich nicht was die Frage hier bringt, ich probiere es mal.
Natürlich kann ich auch beim nächsten mal den Trainer fragen aber ich würde gerne hier in dem Forum mit euch in den Dialog treten um vielleicht später auch noch die ein oder andere Frage zu stellen

Danke!
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  #2  
Alt 31-08-2017, 22:34
Benutzerbild von Magni
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Jiu Jitsu/Muay Thai
 
Registrierungsdatum: 03.06.2015
Ort: NRW
Alter: 26
Beiträge: 721
Wink

Hi Ronen. Ich arbeite deine Fragen einfach mal der Reihe nach ab.
Beim Jab bleiben beide Füsse auf dem Boden, der Körper wird nur minimal eingedreht.
Sobald du zum Schlag ausholst drehst du die Faust ein. Dabei ist die rechte Faust immer direkt am Kinn.
Den Step nach vorne führst du aus um die Distanz zum Gegner zu überbrücken, das kann man ruhig mit ins Training einbauen. Der rechte Fuß wird dabei allerdings nie eingedreht.

Edit.: Du kannst auch deinen Trainer fragen, der wird dir bestimmt besser weiterhelfen können als ich oder jemand anderes im Internet.
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Wir nennen Frieden, was doch nur Lethargie vor dem Tode ist, und ich fürchte, wir erwachen nur zu unserm Ende.-Johann Gottfried Seume-
Was fällt, das soll man auch noch stossen.-Friedrich Nietzsche-

Geändert von Magni (31-08-2017 um 22:37 Uhr).
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  #3  
Alt 01-09-2017, 14:37
Benutzerbild von marq
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Kampfkunst: Glory & UFC fanboy
 
Registrierungsdatum: 07.07.2002
Beiträge: 20.825
Standard

Zitat:
Zitat von Magni Beitrag anzeigen
Beim Jab bleiben beide Füsse auf dem Boden, der Körper wird nur minimal eingedreht.

Sobald du zum Schlag ausholst drehst du die Faust ein. Dabei ist die rechte Faust immer direkt am Kinn.
das stimmt nicht so. den jab kann man in verschiedenen bewegungen oder im stand ausführen, so dass nicht immer beide füsse bei de ausführung am boden sind. die eindrehung des körpers ist von der jeweiligen distanz und der stärke des jabs abhängig

die faust wir erst im letzten 1/3 eingedreht , die rechte faust dient der deckung und liegt bei einem einzelschlag am kinn oder wird vor das kinn geschoben.

Geändert von marq (01-09-2017 um 15:53 Uhr).
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  #4  
Alt 01-09-2017, 15:21
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Registrierungsdatum: 27.05.2002
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Beiträge: 8.011
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Zitat:
Zitat von Magni Beitrag anzeigen
Sobald du zum Schlag ausholst ...
Sobald du beim Jab zum Schlag ausholst, ist Dein Gegner entweder weg oder haut Dir eine rechte Gerade über Deinen Jab
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Krav Maga in Mönchengladbach
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  #5  
Alt 01-09-2017, 18:08
Benutzerbild von -KINGPIN-
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Was ist ein Jab? ...
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„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“
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  #6  
Alt 01-09-2017, 18:09
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Beiträge: 1.251
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Zitat:
Zitat von ronen36 Beitrag anzeigen
Es geht schon los mit der Grundstellung. Ist die rechte Verse (Linksauslage) immer in der Luft?
Geht beides. Kommt auch auf den jeweiligen Stil, die Situation und den Kämpfer an, hat alles seine Vor- und Nachteile; doch das muss Dich noch nicht interessieren. Ich persönlich würde Dir am Anfang empfehlen, immer mit dem hinteren Fuß auf den Ballen zu stehen und eher schreitend oder federnd gleitend als marschierend zu arbeiten.

Zitat:
Zitat von ronen36 Beitrag anzeigen
Ist die rechte Hand direkt am Kinn oder ein paar cm vor der Wange?
Die Deckung liegt (insbesondere als Anfänger) direkt am Kinn an! Lass Dir einfach mal ein paar harte Schläge und Tritte auf die Deckung geben, wenn sie nicht am Kopf anliegt und die Frage erübrigt sich - merkst Du auch, wenn Deine Handschuhe bei der Doppeldeckung nicht am Kopf anliegen .


Zitat:
Zitat von ronen36 Beitrag anzeigen
Mal soll die Führhand den ganzen Schlag durch gedreht werden, dann nur am Ende kurz vor dem Einschlag.
Am Ende - im letzten Drittel, wenn nicht sogar noch später. Im Boxen oft so spät, dass Du sogar „versuchst“, Deinen Daumen nach unten zeigen zu lassen. Tipp fürs MT: Je später Du eindrehst, desto leichter lässt sich ein Clincheingang verstecken oder ein schlechter Schlag zu einem Eingang uminterpretieren. (Arbeitest Du mit einer Führhand, deren Handfläche Richtung Gegner/Partner zeigt, gilt natürlich etwas anderes.)

Zitat:
Zitat von ronen36 Beitrag anzeigen
Mal gehört ein kleiner Schritt nach vorne zu der Jab Technik, mal dient der Schritt nur zur optionalen Schlagverlängerung.
Grundsätzlich gehört zur Technik kein Schritt, allerdings solltest Du dringend lernen, wie man Techniken im Pass- oder Diagonalgang - und das während Du Dich in jede Richtung bewegst - schlägt. Du kannst sie mit dem Schritt üben, allerdings würde ich zwischendurch auch ein paar Mal im Stand (ohne Bewegung) üben, da ich immer wieder feststellen muss, dass viele dann ihr Gleichgewicht - aus welchen Gründen auch immer - verlieren und Du Dich besser auf die Arbeit der Hüfte, des Oberkörpers (Rumpfs) und der Schulterpartie konzentrieren kannst. Es gibt auch nicht nur einen Schritt nach vorne, sondern auch nach hinten, links, rechts usw. .

Zitat:
Zitat von ronen36 Beitrag anzeigen
Mal wird der rechte Fuß dabei gedreht, mal nicht.
Im Boxen kann man es machen, wobei der rechte Fuß (beim Linksausleger) nie (nach innen) eingedreht wird, während Dir das Eindrehen des linken Fußes diverse Vorteile bietet. Wenn es ums MT geht, drehst Du weder den linken noch den rechten Fuß (stark) ein und arbeitest lediglich bzw. primär mit Hüft-, Schulter- und Oberkörperbewegungen.

Deshalb der Tipp:
Bei Jabs oder (harten) Geraden mit der Führhand nie das vordere Bein eindrehen - oder zumindest nur selten bei einzelnen Akzenten. Sonst hast Du spätestens mit einem guten (Low-) Kicker riesen Probleme. (Beim Haken sehe ich es weniger eng, empfehle allerdings auch sehr, auf sein Bein aufzupassen.) Generell gibt es genug Unterschiede zwischen dem (olymp.) Boxen und dem Boxen im MT, das sollte Dir immer bewusst sein, wenn Du versuchst Techniken oder Ähnliches aus dem Boxen zu übertragen. In diesem konkreten Fall gilt: Du willst dem Gegner nicht die Rückseite Deines Oberschenkels präsentieren und Dich gleichzeitig in eine Position bringen, aus der Du den Kick (und andere Aktionen) kaum blocken oder anderweitig agieren kannst.


Zitat:
Zitat von ronen36 Beitrag anzeigen
Natürlich kann ich auch beim nächsten mal den Trainer fragen aber ich würde gerne hier in dem Forum mit euch in den Dialog treten um vielleicht später auch noch die ein oder andere Frage zu stellen

Danke!
Dein Trainer wird Dir sicherlich helfen können, sofern er selbst eine technische Ausbildung durchlaufen hat - die man im Boxen leider deutlich häufiger findet als im MT - und ich finde es wichtig, dass Du ihn fragst. (Für Fragen und einen Austausch ist das Forum da, alles richtig gemacht .)


LG

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  #7  
Alt 01-09-2017, 20:11
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Kampfkunst: Jiu Jitsu/Muay Thai
 
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Zitat:
Zitat von Eskrima-Düsseldorf Beitrag anzeigen
Sobald du beim Jab zum Schlag ausholst, ist Dein Gegner entweder weg oder haut Dir eine rechte Gerade über Deinen Jab
Ich denke du weisst was ich meine. Hab mich ein bisschen unglücklich ausgedrückt, das gebe ich zu.

Ich drehe die Faust schon zu Beginn leicht ein, ist wohl bei jedem anders.
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  #8  
Alt 01-09-2017, 22:31
Benutzerbild von marq
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Zitat:
Zitat von Magni Beitrag anzeigen
Ich drehe die Faust schon zu Beginn leicht ein, ist wohl bei jedem anders.
dann machst du was falsch
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  #9  
Alt 02-09-2017, 10:42
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Kampfkunst: Jiu Jitsu/Muay Thai
 
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Zitat:
Zitat von marq Beitrag anzeigen
dann machst du was falsch
Tja, man lernt halt nie aus. Ich persönlich komme damit jedoch besser klar. Beim Stand scheiden sich ja auch die Geister, ich bevorzuge einen festeren.
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  #10  
Alt 02-09-2017, 12:03
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nein . du machst die technik einfach falsch. wie das mit dem stand ist, wurde bereits ausreichend erläutert
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  #11  
Alt 02-09-2017, 15:22
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Kampfkunst: Thaiboxen, Tae Kwon Do
 
Registrierungsdatum: 03.07.2011
Alter: 53
Beiträge: 104
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Das man sich dermaßen zoffen kann wegen so eines Schlages ...

Ich schreib mal, wie ich das mache:

Beide Füße auf dem Boden. Außer ich steppe gerade oder bewege mich sonst wie. Den Hacken nehm ich nur hoch, wenn der betreffende Fuß gerade hinten ist und ich mit der Faust auf der Seite schlage. Das kann auch mal links sein, obwohl ich Rechtshänder bin. Aber zu wechseln ist im Kampf immer mal eine gute Idee.

Ich persönlich halte beide Fäuste soweit möglich ungefähr auf Schläfenhöhe. Nach einem Schlag (egal was mit Faust oder Ellenbogen) geht die Faust auch sofort wieder hoch zur Deckung.

Die Faust drehe ich eigentlich während der gesamten Vorwärtsbewegung. Jedenfalls beim Jab.

Drehen tu ich mich beim Jab wenig bis garnicht. Richtig reindrehen nur beim Straight.

Ach so, wegen der Frage zwischendurch: Jab ist der Schlag mit der Führhand. Also mit der Faust, die vorne ist, die Seiet, wo auch der Fuß vorne steht. In der man nicht ganz so viel Kraft hat wie mit der Schlaghand, deren Schulter wie der Fuß auf der Seite hinten ist.

OK, manches mache ich vielleicht anders als andere. Aber beim Thai Boxen gibt es ja schließlich auch nicht so starre Regeln wie beim Karate oder Tae Kwon Do, wo jeder Millimeter eines Standes oder einer Bewegung exakt vorgeschrieben ist.

JanX
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  #12  
Alt 02-09-2017, 16:14
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Kampfkunst: Turnen
 
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Beiträge: 355
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Zitat:
Zitat von JanX Beitrag anzeigen
Das man sich dermaßen zoffen kann wegen so eines Schlages ...



Ich schreib mal, wie ich das mache:



Beide Füße auf dem Boden. Außer ich steppe gerade oder bewege mich sonst wie. Den Hacken nehm ich nur hoch, wenn der betreffende Fuß gerade hinten ist und ich mit der Faust auf der Seite schlage. Das kann auch mal links sein, obwohl ich Rechtshänder bin. Aber zu wechseln ist im Kampf immer mal eine gute Idee.



Ich persönlich halte beide Fäuste soweit möglich ungefähr auf Schläfenhöhe. Nach einem Schlag (egal was mit Faust oder Ellenbogen) geht die Faust auch sofort wieder hoch zur Deckung.



Die Faust drehe ich eigentlich während der gesamten Vorwärtsbewegung. Jedenfalls beim Jab.



Drehen tu ich mich beim Jab wenig bis garnicht. Richtig reindrehen nur beim Straight.



Ach so, wegen der Frage zwischendurch: Jab ist der Schlag mit der Führhand. Also mit der Faust, die vorne ist, die Seiet, wo auch der Fuß vorne steht. In der man nicht ganz so viel Kraft hat wie mit der Schlaghand, deren Schulter wie der Fuß auf der Seite hinten ist.



OK, manches mache ich vielleicht anders als andere. Aber beim Thai Boxen gibt es ja schließlich auch nicht so starre Regeln wie beim Karate oder Tae Kwon Do, wo jeder Millimeter eines Standes oder einer Bewegung exakt vorgeschrieben ist.



JanX


Ich schliesse mich dieser ausführung an

Bezüglich des Schrittes kommt es auf die Distanz an.
Generell kann man aber immer etwas "tippeln" allein um beine/hüfte/rumpf zu aktivieren
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  #13  
Alt 02-09-2017, 18:38
Benutzerbild von Macabre
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Kampfkunst: ...boxing
 
Registrierungsdatum: 07.02.2005
Beiträge: 1.481
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Ich steh beim Jab(Normalauslage) mit dem rechten, hinterem Fuss auf dem Ballen, allein schon aus Mobilitätsgründen..

Und beim Jab mache ich (fast) immer einen kleinen Ausfallschritt, manchmal ist es auch nur ein kurzes Fussanheben..

Eindrehen der Faust auch eher im letzten Drittel/Viertel des Schlages..

Es gibt auch einen Unterschied zwischen einem Jab, oder einer "Powergerade" mit der Führhand...
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Suckers try it, but I don't buy it.
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  #14  
Alt 02-09-2017, 21:17
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Kampfkunst: -
 
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Beiträge: 1.251
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Zitat:
Zitat von JanX Beitrag anzeigen
Das man sich dermaßen zoffen kann wegen so eines Schlages ...
Wieso denn zoffen? Ist doch bis jetzt lediglich ein informativer Austausch .

So ist’s mir ehrlich gesagt deutlich lieber als ich es in manchen Clubs gesehen habe, frei nach dem Motto: „Hau ihm einfach irgendwie auf die Schnauze.“ Eine gute technische Ausbildung war noch nie ein Nachteil.

Wie viele Sportler machen sich darüber überhaupt Gedanken oder fragen sich, warum sie etwas schlagen, wie sie es machen? Schau Dir mal am Sandsack oder den Pratzen an, wie viele Wettkämpfer überhaupt kein Distanzgefühl haben, wie vielen Kämpfern ein sicherer und stabiler Stand vollkommen egal ist. Hauptsache der Schlag knallt und bevor man stumpfes Bewegen oder eine gute Grundschule lernt, haut man lieber möglichst hart auf Pratzen, das bringt ja mehr. Dass man viel härter Schlagen kann, wenn Stand und Technik stimmen (und dabei noch weitere Vorteile genießen darf), interessiert oft wenig...

Ein guter Boxer öffnet einem dann schnell die Augen, wenn er mit Schlägen aus Distanzen trifft, aus denen er (nach eigener Meinung) nicht treffen sollte/könnte. Dazu kommt dann noch das bessere passive Deckungsverhalten und wenn es blöd läuft, geht’s einem wie mir, als ich an einen Boxer geraten bin, der auch nach >10 Jahren noch täglich am Jab feilt und dieser lockere Jab hat mehr gestört und Schaden angerichtet (ohne, dass ich durch kam) als bei anderen die Schlaghand...

Ich persönlich finde es schade, wenn man sich damit nicht auseinander setzt oder ich wieder mal das typische „Ist doch egal, wie ich es mache. Hauptsache es trifft.“ kommt - wobei sich der letzte Teil nicht explizit auf Dich bezieht . Die hören dann meist auf sich zu verbessern und ich persönlich sehe keine Gründe, warum man Tipps oder Hilfe nicht annehmen sollte, wenn sie die Schläge verbessern.

Vieles ist irgendwann eine Frage des Kampfstils, nur erwarte zumindest ich von meinen Anfängern, dass sie alle dieselbe Grundschule durchlaufen haben und beherrschen, bevor sie damit anfangen. So ist mir z.B. der Stand auf dem Ballen aufgrund der besseren Mobilität und Agilität - gepaart mit der Möglichkeit schneller im Angriff und der Verteidigung zu agieren, weniger zu telegraphieren und dem noch nicht geschulten Auge - anfangs sehr wichtig und auch, dass die Deckung erst in der Nah- oder Clinchdistanz hochrutscht, um härtere gerade Schläge und Seitwärts- wie Aufwärtshaken (ohne den Schwung aus dem Arm zu holen bzw. die Faust fallen zu lassen oder lassen zu müssen) zu ermöglichen usw. Auch erwarte ich anfangs ein ständiges Arbeiten des Oberkörpers und Kombinationen, die Akzente enthalten und 3 Ebenen abdecken. Genau so wie ich die Phasen des Angriffs oder ein Verständnis der Phasen erwarte und die Distanz bewusst verlassen, gehalten oder verändert werden soll. Lieber beherrscht oder lernt er es in dieser Art als dass er von Anfang an wie Schluck Wasser oder unverletzlicher Rambo auf flachen Füßen durch die Halle schlappt, zu spät reagiert, da die Füße flach auf dem Boden sind - und das Gewicht auf dem ganzen Fuß - die Deckung so weit oben ist, dass er für Haken erst einmal die Hand fallen lassen muss oder so weit vorne, dass er für Haken und Tritte offen ist bzw. unten, dass er Ellenbogen und Clincheingängen nichts entgegenzusetzen hat oder beim Blocken von Highkicks den Nacken nicht schützt, den Block beim Jammen nicht schließt, dass fintierte Kicks nicht geblockt werden, bei Blocks von Kicks nicht auch noch mit der anderen Hand Druck aus dem Kick genommen wird oder er jeden Lowkick blockt (oder frisst) etc., mitten in der Schlagdistanz des Gegners stehen bleibt, ohne sich zu bewegen oder zu agieren, einzelne Aktionen schlägt und im Prinzip einen schwerfälligen Sandsack auf zwei Beinen darstellt. (Es geht mir hier auch nicht um die Perfektion, sondern lediglich die Grundzüge bzw. das Verständnis des Sportlers, wer das nicht hat, braucht nicht einmal über "seinen" Stil oder situationsbedingtes Handeln nachzudenken.)

(Am Rande: Ein Jab ist für mich weniger ein Schlag als eine Art zu schlagen. Ich kann auch mit der Schlaghand „jabben“ oder (was ich sehr oft und gerne mache) einen Frontkick wie einen Jab nutzen. Ähnlich wie eine rechte Gerade nicht immer ein Cross ist.)



Zitat:
Zitat von Magni Beitrag anzeigen
[...]
Einfach mal ein paar Gedankengänge und Ausführungen zu dem Thema Eindrehen am Anfang des Schlags - vielleicht hilft es Dir (oder anderen) es ein Bisschen nachzuvollziehen und ich bin - sofern die Zeit da ist - kein Freund vom typischen unbegründeten „Das macht man halt so, weil’s richtig ist“:
(Stell Dich seitlich vor einen Spiegel und schlage langsam, während Du erst am Ende des Schlags die Hand eindrehst und den Ellenbogen nicht aktiv nach oben, sondern nach vorne bewegst und das nächste Mal drehst Du die Faust ein, sobald die Hand nach vorne geht; dann siehst Du sofort, was ich meine . Was Du machst, bleibt weiterhin Dein Ding .)

Drehst Du direkt am Anfang des Schlages die Faust, hebt sich Dein Ellenbogen direkt zu Beginn und öffnet die (Körper-) Deckung, bevor Dein Schlag eine Gefahr darstellt oder Dich Dein Arm noch schützen könnte. Im MT (aufgrund der anderen Deckung und den weiter „ausgebreiteten“ Ellenbogen, in der Tritt- und teilweise noch in der Schlagdistanz) ist es weniger problematisch als im Boxen, allerdings immer noch eine gern genutzte Angriffsfläche - mit anderen Worten: Es wird erst dann ein Problem, wenn der Gegner (oder sein Trainer) diesen Fehler erkennt, man kann sich natürlich auch auf sein Glück verlassen und hoffen, dass nichts passieren wird.
(Ein - von der Wirkung her - ähnlicher und leichter zu erkennender Fehler wäre das Fallenlassen der Deckung (bzw. Schlaghand) beim Schlagen eines Jabs, nur dass Du nicht Dein Kinn, sondern Deine Rippen offenbarst.)

... und falls Du darüber nachdenkst: Nein, der Schulter-Kinn-Kontakt wird durch das frühere Eindrehen nicht früher hergestellt bzw. ist es so marginal, dass die negativen Effekte deutlich überwiegen.

Drehst Du direkt zu Beginn Deines Schlages die Faust ein, kann ich ohne Gefahr - direkt beim Ansatz Deines Schlags oder auf gut Glück - harte Kicks zu den Rippen treten und muss weder einen spitzeren Winkel wählen noch laufe ich Gefahr, Deinen Arm oder Ellenbogen zu treffen oder muss den Schlag erst meiden, blocken, die Distanz verkürzen etc. Im Prinzip ist es eine Einladung, eine Kombination zu eröffnen oder einzelne, unvorbereitete und harte Kicks (oder sollte ich verkürzen auch Knie) zu landen, ohne viel fürchten zu müssen, da durch das frühere Eindrehen auch Schlagwirkung verloren geht. Mir persönlich bzw. meinem Spiel entsprechend ermöglichst Du damit ebenfalls einen ziemlich dominanten Clincheingang ohne erst Deinen Ellenbogen/Arm nach oben parieren und den Schlag abwarten zu müssen - da ich unter Deinen Ellenbogen laufen kann, bevor Dein Schlag ausgeführt ist - und in diesem seitlichen Clinch kann ich Dich nach Herzenslust mit Knien zu den Beinen, dem Kopf, der Herzspitze, dem Brustbein und dem Solarplexus eindecken oder über Deinen Rücken werfen, während sich mein linker Unterarmknochen in Deinen Hals drückt, die Hauptschlagader (hoffentlich) etwas einengt - oder einfach nur verdammt unangenehm ist - und Du mich nicht wirkungsvoll schlagen kannst, da mein Kopf (inkl. der kompletten rechten Seite) nicht einmal in Reichweite oder für Dich zugänglich ist. Das heißt, ich habe mindestens ein paar Aktionen Zeit, bis Du Dich befreit oder mich blockiert hast.

(Klar, das mag evtl. bei einem D-Klasse Kämpfer, Anfänger oder Freizeitsportler nicht von Interesse oder Relevanz sein, muss nicht klappen oder könnte auch funktionieren, wenn man „richtig“ schlägt - eigentlich erschwerst Du es mir durch die richtige Technik nur etwas (bzw. im Falle des Eingangs deutlich) und es ist kein Unterschied wie Tag und Nacht, nur sind es Einladungen, die Du aussprichst und ich dankend annehme. Außerdem bin ich ein Freund davon, es gleich richtig zu lernen und das sind Punkte, die einen Vorteil im Ring bedeuten können, ähnlich wie ein gut geschultes Distanzgefühl. Richtig genutzt und gezielt eingesetzt, kann auch das Eindrehen des linken Beins und die dadurch gewonnene Härte und Reichweite einen enormen Vorteil bedeuten, nur ist das Risiko größer, während es sich beim späteren Eindrehen des Schlages lediglich um einen technischen Punkt handelt, der deutlich mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt. Selbstverständlich kann man dieses Problem - wie auch viele weitere Probleme, die Deckung betreffend - mit Erfahrung kompensieren, nur sollte das mMn nicht das Ziel sein.)
Eine gute technische Ausbildung ist mMn sehr wichtig, wer anderer Meinung ist, darf gerne beispielsweise bei Trainern trainieren, wie ich sie vor einem Jahr in der anderen Ecke stehen hatte und die einzigen „Tipps“ sinngemäß waren: „Hau ihm endlich Deine Fäuste in die Fresse und schlag härter.“ Der Kämpfer hatte interessanterweise (unter anderem) dasselbe (technische) Problem und niemand frisst gerne über Runden harte Kicks in die Rippen, nur um im Gegenzug mal ein paar halbherzige Jabs zu landen und der Kämpfer wusste nicht einmal, wieso er die jedes Mal gefressen hat... Der Tipp wurde auch von unserem Kämpfer nach der ersten Runde super umgesetzt - es war offensichtlich, dass der Gegner sich während der Runde nicht um- oder auf Begebenheiten einstellen oder an sie anpassen konnte - und war/ist relativ einfach gewesen: Sobald er einen Jab schlägt oder sich der linke Arm bewegt, kommt ein harter Kick zum Körper - wären nur alle Tipps so leicht umzusetzen . (Während der Runde kam aus der anderen Ecke nur das Gebrüll, endlich die Kicks zu blocken und sich nicht immer treffen zu lassen .)

(@TE: Noch zum Schritt: Es gibt viele unterschiedliche Arten zu schlagen. Du kannst während, vor oder nach der Bewegung bzw. dem Schritt schlagen, Du kannst Dich in den Schlag fallen lassen oder Dich mit dem Schlag schieben, Du kannst fest stehen und den Druck aus dem Boden in den Schlag oder die Bewegung packen, Du kannst aus verkürzter Distanz im Rückwärtsgang schlagen, Du kannst - im Rahmen des aktiven Verteidigens - vor-, mit- oder nachschlagen und noch vieles mehr. Du musst Dich auch fragen, was der Jab bewirken soll, soll er die Sicht versperren, den Rhythmus stören, von anderen Schlägen ablenken oder sie vorbereiten, möchtest Du damit nur die Distanz austesten, eine Finte vorbereiten oder vielleicht sogar (Schlag-) Wirkung erzielen oder möchtest Du nur provozieren, vielleicht sogar eine Einladung aussprechen und eine Falle aufbauen. All das solltest und wirst Du im Laufe der Zeit lernen.)

LG

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  #15  
Alt 02-09-2017, 22:26
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Zitat:
Zitat von JanX Beitrag anzeigen
Das man sich dermaßen zoffen kann wegen so eines Schlages ...
Du hast noch keinen richtigen Zoff in diesem Forum erlebt!
(Das Wt Unterforum ist dein Freund)

Aber zurück zum Thema.
Ich habe einfach für mich herausgefunden, dass ich den Schlag wesentlich präziser setzen kann, wenn ich die Faust schon früher eindrehe.
Jedoch muss ich sagen, dass Narexis durchaus Recht hat, was das Öffnen der Deckung im Rippenbereich angeht. Ich habe beim Sparring aber nie Probleme damit gehabt, was daran liegen könnte, dass ich nur mit "D-Klasse Kämpfern" trainiere, oder aber daran, dass der auf den Jab direkt eine andere Aktion folgt, und dem Gegner somit keine Zeit bleibt, diese Lücke in meiner Deckung auszunutzen. Dabei bin ich mir durchaus darüber im klaren, dass das Sparring kein Wettkampf ist.

@Narexis Erstmal danke ich dir für deine ausführliche Antwort. Ich werde mir deine Tipps zu Herzen nehmen, und es mal so probieren wie du es beschrieben hast. Man lernt ja nie aus und da ich auch mal an Wettkämpfen teilnehmen möchte, kann es nicht schaden, wenn ich grundsätzlich mehr an meiner Technik arbeiten.
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