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#196
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| My heart goes shalalalala … @Ps3ud0nym: Was dich von vielen unterscheidet lieber Ps3ud0nym ist die Tatsache dass du dich nicht als Experte ausgibst, sondern von vielen als solcher benannt wirst. ![]() „Ich habe mich nie als Experte dargestellt und kann auch Fehler zugestehen.“ Hallo, wir führen eine öffentliche Diskussion. Warum hast du es nötig noch separat auf dein korrektes und beispielhaftes Verhalten hinzuweisen? Traust du den Lesern nicht zu das selber zu bemerken? ![]() „Bei dir bin ich mir da nicht so sicher.“ Das ist ziemlich genau das was ich von dir als meinen unmittelbaren Diskussionspartner und Experte erwarte! ![]() „Aber macht ja nichts - jeder macht Fehler, auch wenn es der ist, den selbigen zu vertuschen.“ Sieh selber, du bist für mich ein sehr gefährlicher Dummsteller. ![]() Ich sehe dich irgendwo zwischen „Ruh Mag“ (Viel Wissen) und „Tau Hou Ngu“ (Alter Schlangenkopf). Was meinst du? Was ist zutreffend? (Das war der 50:50 Joker. Willst du noch das Thai-Expertenpublikum befragen oder noch jemanden in Thailand anrufen?) ![]() Dein Argument und deine Korrektur zwischen Mau (betrunken) und Mua (durcheinander bringen) ist nicht das was ich als themenspezifische Beantwortung gemeint habe… sondern.... Dein eigenes Zitat hier irgendwo im Board: „Hallo, will jetzt nicht klugscheissern, sondern nur etwas korrigieren, weil ich in so ner Beziehung etwas perfektionistisch bin.“ Daher… 1. Bin ich tatsächlich betrunken? (Mau Rue Plau) 2. Wie kann ich denn wissen dass deine Hinweise nicht für dich gelten? Alles Klar ? ![]() Noch ein Zitat von dir: „Du wirst in ganz Thailand nirgends so viele hübsche Frauen auf einmal sehen wie dort auf dem Campus.“ Für meinen eventuellen „biologischen Ausgleich“ benötige ich „technische Daten“, „Beschaffungsanleitung“ und „wirtschaftliche Faktoren“ von dir … Bitte! Bitte! Bitte! ![]() Hey seid ihr alle eingefroren, oder was? Ich sauf hier bei 34° und Regen fast ab! Ich beneide euch…. Immerhin könnt ihr aufs Glatteis laufen... ![]() … shalalalala just for youuuhuuu... LG Tyler |
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#197
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| Nur so 'n kleiner Tipp. Ich bin nicht 85. Tao Hua Ngu fällt also wohl flach. ![]() Zitat:
__________________ "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." ~ André Gide |
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#198
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| Shalalalala…. @Ps3ud0nym: Willst du mich verunsichern Ps3ud0nym? Du bist wohl eine Art Kun Paen des 21. Jahrhunderts. … Gut zu wissen! „Nur so 'n kleiner Tipp. Ich bin nicht 85.“ So wie dein alter in deiner Threadangabe steht (Alter: 85)! Soll ich annehmen du steigst bei mir ein und sagst hinterher du seist verheiratet? .. Na Danke! „Ich schrieb was von sehen. Nichts von anfassen.“ Ich verstehe nicht wie du das meinst. Ich wollte nur eine Antwort haben. ![]() Ich meine es ist ein bisschen wie beim Fallschirmspringen... Ziehst du die Reißleine zu früh, dann hast du einen zu kurzen Spaß. Ziehst du die Reißleine zu spät dann war es dein letzter Spaß. (Als Thailänder sollte man schon was von Reiß verstehen, gelle? … Reißmehl, Reißsuppe, Reißleine...) ![]() „Ich vermute mal die sind eh "out of your league", du Schlingel.“ Hast du denn gar kein Taktgefühl? Denk mal an Vogelgrippe! Schließlich sind thailändische Hühnchen auch manchmal nicht ohne, oder? … Aaach soooo … Du willst alleine futtern, ohne zu Tyle(r)n. Ich kann für dich aufpassen! Bin schneller da, muss nicht erst auftauen, nicht erst 50°C Temperaturdifferenz überwinden und hab nur 250Km Distanz bis dort hin. So … wann bekomme ich meine Antwort? (Reow Reow) Bitte! Bitte! LG Tyler aka Srieh TanonchaiPS.: Hey ich mache Muai Duekdammban! ... Mit Moh Mah am Anfang und nicht mit Koh Kwai! ... und was machst du? ... Muai Boran? ![]() Geändert von Rylet (24-01-2006 um 22:35 Uhr). |
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#199
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| Das Training als Pahuyuth-Kampfkünstler - Teil 8 In den folgenden Tagen denkt man viel darüber nach ob man über seinen Schatten springen kann und noch mal ganz von vorne als Gelbgurt starten soll. Vielleicht ist Pahuyuth gar nichts für einen und man verschwendet nur seine Zeit damit, weil man sich erst durch die basics durchbeißen muss. Andererseits lockt dieses tiefgehende Verständnis für die Dinge die man schon kennt. Endlich mal verstehen was man da eigentlich macht und noch viel besser werden, als man eh schon ist. Man hat bereits einen weiten und erfolgreichen Weg als Kampfsportler zurückgelegt und gibt ungern alles auf um wieder zwischen den Anfängern zu stehen. Man kaut an seinem eigenen Ego herum, während man darüber nachdenkt wie Sandmann das damals hinbekommen hat. Immerhin hatte er bereits ein eigenes „underground gym“ mit einer Menge Schülern und hat einfach so alles hingeschmissen um als Gelbgurt Pahuyuth zu lernen. Es schmerzt sich einzugestehen, dass man vielleicht schon ein verdammt guter Thaiboxer ist, aber ein blutiger und namenloser Anfänger im Pahuyuth… Anmerkungen:
Man macht das menschlichste was einem in dieser Situation möglich ist: Man verschiebt die Entscheidung und geht erstmal zu einem weiteren Probetraining… Es ist Dienstag und man spürt immer noch ein wenig den Muskelkater vom letzten Freitag. Die goldene Nachmittagsonne durchflutet den Aufenthaltsraum als man die Pahuyuth Schule betritt und die anderen Schüler begrüßt. Alle scheinen bereits von der „Autoaktion“ gehört zu haben und man wird zunächst besorgt gefragt ob denn alles in Ordnung sei. Nachdem man versichert hat, alles gut überstanden zu haben fragt ein Grüngurt ob man die eigene Version der Geschichte auch hören dürfe. Es ist einem erstmal ein wenig peinlich und man versucht das Thema künstlich runter zu spielen, bis man merkt dass er vorrangig Wissen will wie der technische Ablauf und die Positionierung der Akteure aus dem eigenen Blickwinkel heraus funktionierte. … Anmerkungen:
Bevor man mit dem Erzählen loslegen kann poltert der Dienstags-Kursleiter in den Aufenthaltsraum und verkündet: „Gentleman! … Umziehen bitte!… Wir haben heute Großes vor! … Start in fünf Minuten!“ Der Kursleiter stellt sich freundlich als Vorsitzender vor und bittet einen sich gleich umzuziehen weil heute ein Leistungstest anstünde und die Formulare noch ausgefüllt werden müssen. „Wie? Testamentsvordrucke, oder was?“ denkt man sich und Vorsitzender fragt wann man denn zuletzt gegessen habe. Dieses Mal war man schlauer und habe in den letzten Stunden vor dem Training nichts gegessen. Der Kursleiter nickt und sagt man könne den Test mitmachen. Man eilt in die Umkleide und als man im Trainingsraum erscheint füllen die Anderen bereits kleine Zettel aus. Man stellt sich wieder vorne zur Rechten des Trainers auf und Vorsitzender reicht einem ein eigenes Formular und einen Kugelschreiber. „Hier kommt dein Name rein und dort das Datum und die Uhrzeit“ sagt Vorsitzender und man schaut ihn fragend an. Er erklärt, dass heute „zur Feier des Tages“ ein „Leistungsqualifikationsmaßstab der Klasse Null“ anstünde und man diese Angaben braucht damit er den Test abnehmen könne. Die Augen werden größer während man ihm zuhört und Vorsitzender sagt lachend: „Formulare! Formulare! Von der Wiege bis zur Bahre!... Willkommen in Deutschland!“… Anmerkungen:
Man füllt den Zettel aus und bemerkt drei Linien für Unterschriften. Vorsitzender erklärt dass man eine Unterschrift vor und eine direkt nach dem Leistungstest machen solle um zu sehen ob der Leistungstest abgenommen werden kann. Die dritte Linie soll für ihn sein um den Test gegebenenfalls für bestanden zu erklären… Anmerkungen:
Vorsitzender erklärt dass man die Kästchen unter den Übungen frei lassen soll um dort die Anzahl der gemachten Wiederholungen hinein zu schreiben und lässt die Kursteilnehmer zum Aufwärmen in die Hocke gehen. „Willkommen im Telekolleg Pahuyuth!... Thema Heute: Die wunderbare Welt des Leistungsqualifikationsmaßstabes der Klasse Null!“ sagt er grinsend und zeigt die erste Übung… Anmerkungen:
Die erste Übung sind Situps nach Pahuyuth Art. Man liegt flach auf dem Rücken mit den Händen hinter dem Kopf und rollt dann den Oberkörper nach oben. Man bringt den Kopf schwunghaft beugend nahe an die Knie und schlägt dann mit den Ellenbogen einmal nach links und einmal nach rechts aus. Die Knie bleiben auf dem Boden. Danach geht man wieder in die Rückenlage und hat eine von 75-100 Wiederholungen geschafft. Die Hände berühren niemals den Boden und die Ellenbogen bleiben immer weit auseinander erklärt Vorsitzender und wird von einem eilig herannahenden Grüngurt unterbrochen. „Darf ich mitmachen? Heute ist der 29. … ich muss!... Freitag soll ich zu Fuß!“ sagt der Graduierungsträger und Vorsitzender weist ihm einen Zettel reichend einen Platz zu… Anmerkungen:
Vorsitzender nimmt eine Stoppuhr auf und fragt mit sanfter, verständnisvoll gesenkter Stimme ob irgendwer noch irgendwelche letzte Worte von sich geben möchte. Alle schauen ihn wortlos an. Vorsitzender nickt und beginnt den Test mit einem krachenden: „AAAACHTUNG! …. ICH WILL FÜNFUNDSIEBZIG BIS EINHUNDERT STÜCK IN FÜÜNF MINUTEN VON EUCH SEHEN … MAACHT!!!… Anmerkungen:
Man ballert voller Ehrgeiz los. Die ersten zwanzig stellen kein wirkliches Problem dar, obwohl sich der Bauchmuskelkater vom Freitag noch bemerkbar macht. Vorsitzender tritt heran und hält den Unterarm über die sich leicht anhebenden Beine. „Mach lieber ein paar weniger, aber dafür ganz saubere.“ Spricht er mit ruhiger, gesenkter Stimme. „Ohne Arme, nur aus dem Bauch heraus.“ Man probiert es und die Übung wird plötzlich viel schwieriger. Nach der vierzigsten Wiederholung macht sich ein bleiernes Gefühl in den Bauchmuskeln breit und man denkt: „…eeeeinundviiierzig …. Zweeeeiundviiierzig…“ Anmerkungen:
Kurze Zeit später ruft Vorsitzender: „STOP! EINE MINUTE PAUSE! … tragt bitte ein wie viele ihr habt“ Stolz trägt man eine große 85 in das Kästchen unter der ersten Übung ein und fühlt sich gut. Man hat sich noch nicht verausgabt und ist sich jetzt einigermaßen wach. Schnell zeigt Vorsitzender die nächste Übung. Es sind Kniebeugen mit aneinander gelegten Handrücken und man soll 75-100 in fünf Minuten machen. Bevor man viel darüber nachdenken kann ist die Pause vorbei und man fängt an Kniebeugen zu machen. Anmerkung:
Nachdem man 100 schnelle Kniebeugen geschafft hat stellt man sich hin und wartet. Vorsitzender fragt: „Und schon hundert runtergerissen?“ Man nickt mit durchschimmernder Selbstverliebtheit, weil man als erster fertig wurde und das Gefühl hat ein ziemlich harter Hirsch zu sein und gut trainiert zu haben… „Na dann mach einfach weiter.“ Sagt der Kursleiter und man stutzt, weil man eigentlich eine Belobigung für seine Leistung erwartet hätte. Vorsitzender erklärt freundlich dass bis zur Pause durchaus noch etwas Zeit sei und man immerhin zum trainieren und nicht zum rumstehen gekommen sei. Man pumpt also weiter… Anmerkung:
Die Zweite Pause ist erreicht und man trägt 157 Kniebeugen ein. Man fühlt sich körperlich gut angewärmt und hochmotiviert den Test voll durchzuziehen. Vorsitzender erklärt dass nun zwei Übungen hintereinander kämen, man beim Kommando „Wechsel“ sich die erreichte Anzahl der Wiederholungen merken solle und ohne sie aufzuschreiben in die nächste Übung wechselt. Die erste Übung sind komische Liegestütze mit verdrehten Händen und gespreizten Beinen. Vorsitzender sagt man solle die Hände am Anfang erstmal nur so weit drehen, dass die Fingerspitzen nach außen zeigen und nicht bis ganz nach hinten. Die Übung danach ist ein alter bekannter vom vergangenen Freitag. Man liegt auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen und schlägt die Ellenbogen über die Körpermitte. „Na wenn das alles ist!“ denkt man sich und schüttelt noch mal die Beine aus… Anmerkung:
Die erste Übung bricht einem beinahe das Genick. Die Handgelenke schmerzen unter der ungewohnten Anstrengung und man hat gerade mal 40 Wiederholungen geschafft als Vorsitzender den Wechsel verkündet. Die zweite Übung geht etwas leichter von der Hand und man schafft vor Wut schnaubend über 130 knallharte Wiederholungen. Die darauf folgende dreiminütige Pause braucht man wirklich und man ärgert sich darüber bei der ersten Übung nicht alle hinbekommen zu haben. „Die muss man wohl einfach speziell üben. Die haben die auch schon öfter gemacht!“ denkt man sich und gähnt unwillkürlich. Vorsitzender kündigt an dass nach der Pause noch mal zwei Übungen hintereinander kommen werden. Die erste ist ein in-eine-Art-Ringerbrücke-heben von der man lediglich 60-75 Wiederholungen machen müsse, ohne jedoch die Schultern zwischendrin abzusetzen. Danach käme im Wechsel die wohlbekannte Halteübung mit den angewinkelten Beinen bei der Bischof am letzten Freitag auf den Bäuchen herumturnte. Diese Position müsse man mindestens drei bis fünf Minuten durchhalten und Vorsitzender werde die Zeit ansagen, falls jemand zwischendrin absetzt… Anmerkungen:
Keuchend und grunzend macht man mit den Gelbgurten zusammen die erste Übung. Immer wieder versagt die Oberarmmuskulatur und man fällt einige Zentimeter krachend zu Boden. „Der schafft mich nicht…MICH NICHT!“ denkt man sich innerlich fluchend und zieht die Beine etwas näher heran. Nach den vorgegebenen fünf Minuten hat man erst 40 und eine leichte Frustration macht sich in der Magengrube bemerkbar. Nach dem Wechsel beginnt man die Halteübung bereits mit leicht angewinkelten Knien, die vom Vorsitzenden liebevoll geradegezogen werden. Bereits nach wenigen Sekunden beginnen die Beine zu zittern. Man beißt die Zähne wutschnaubend zusammen und denkt sich: „VERDAMMTE SCHEISSE! … ICH HAB IN THAILAND TRAINIERT! .. Ich KANN so was“… Anmerkung:
Als Vorsitzender „STOP! … Schreibt auf wie viele ihr habt!“ ruft krachen die Beine der Gelbgurte auf den Boden. Nachdem man ein paar Sekunden so liegen geblieben ist rollt man sich vorsichtig auf die Seite und greift mit zittrigen Händen zum Leistungstestzettel. Man muss einen Moment darüber nachdenken wie viele Wiederholungen man in der ersten Übung geschafft hat und schreibt 47 auf. Nachdem man gemerkt hat dass es das falsche Kästchen war streicht man die 47 durch und trägt die Zahl in das richtige Kästchen ein… Anmerkung:
Nachdem Vorsitzender die letzten drei in Folge zu absolvierenden Übungen gezeigt hat verbringt man den Rest der Pause mit herumsitzen. Eigentlich kommt einem die Pause viel zu lang vor und man würde gerne alles schnell hinter sich bringen, Vorsitzender ermahnt jedoch zur Ruhe… Anmerkungen:
Die letzten drei Übungen bringen den Begriff „Leistungstest“ erschreckend auf den Punkt. Zuerst müht man sich fünf Minuten lang ab mit den Füßen an der Wand 60 bis 75 Liegestützen zu machen. Immer wieder rutschen die schweißnassen Füße an der Wand herunter. Wenn man die Hände weiter nach vorne nimmt um sich gegen die Wand zu drücken schafft man kaum die Arme einzuknicken. Setzt man die Hände direkt unter einen, dann fehlt einem die Kraft sich fest an die Wand zu stellen. „WECHSEL!“ brüllt Vorsitzender und die Gelbgurte springen von der Wand auf. Die Zweite Übung ist im stehen, wobei die Fäuste an den seitlich ausgestreckten Armen nach vorne, dort in der Luft gestoppt und wieder zurückgeschlagen werden, ohne jedoch nach hinten „durch zu schwingen“. Tränen unverholener Wut schießen einen in die Augen als man auf Vorsitzenders leise gesprochenen Hinweis hin versucht die Arme wieder auf Schulterhöhe zu bringen, weil einem sonst die Deckung beim Boxen später fehlt. „ICH KANN THAIBOXEN VERDAMMT NOCHMAL!“ schreit man innerlich und zerrt verzweifelt die Arme irgendwie etwas höher. Keuchen, Grunzen und ächzen welches bis hin zu lautstarken Knurren und schreien anschwillt durchdringen den Trainingsraum, als die Gelbgurte mit verzweifelten bis wütenden Gesichtern die vorletzte Übung machen… „WECHSEL!“ brüllt Vorsitzender und man lässt die Arme sinken. Man weiß einen Moment lang nicht mehr welche Übung jetzt dran war. Vorsitzender zeigt sie mit herumbaumelnden Stoppuhrbändchen vor. „ARME HOCH! KNIE BIS ZUR BRUST! SPANN STRECKEN!“ erinnert er den Kurs. Bereits nach wenigen Sekunden des von einem Fuß auf den anderen Springens verliert man das Bewusstsein für seine Umgebung. Alles was einem noch im Kopf beschäftigt ist der Rhythmus des auf und ab der Knie. Nach einigen Sekunden hat der gesamte Kurs einen gemeinsamen Takt gefunden und die im Abendlicht leuchtende feuchtwarme Luft im Trainingsraum trägt diese Melodie weit über den Moment fort bis zurück in das tiefe, unendliche grün des thailändischen Dschungels. Man ist in einer Art Trancezustand stets an der Kippe die Besinnung zu verlieren oder vielleicht doch noch aufzuhören. Es gibt nichts mehr. Keine Zeit, keinen Raum. Nur der Moment existiert während die Musik des rhythmischen Polterns der Füße auf dem Boden durch die Luft vibriert… Anmerkung:
„STOP!“ ruft Vorsitzender und reißt einen zurück in die Realität. „Schreibt auf wie viele ihr habt und vergesst die Unterschrift nicht!“ Sagt er und man hat das Gefühl gedanklich mit Vollgas gegen eine Wand gefahren zu sein. Man sinkt völlig geschafft auf die Knie und beginnt mit lahmen Armen den Zettel auszufüllen… Als alle sich beruhigt haben nimmt Vorsitzender dem Grüngurt und einem der älteren Gelbgurte mit seiner Unterschrift die Tests ab und zeigt den anderen wo genau die Fehler in den Übungen waren. Danach verkündet er die Pause und die Gelbgurte taumeln von der Trainingsfläche. „Das war dein erster Leistungstest. Heb den Zettel gut auf! Es ist eine schöne Erinnerung daran wie man angefangen hat!“ sagt er und klopft einem anerkennend auf die Schulter. „Der Anfang?“ Denkt man sich und stellt ernüchtert fest: „Ich bin ein Anfänger!“… - Fortsetzung folgt - LG Tyler |
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| und, geht es hier auch mal weiter??? Ich meine, wenn die Geschichte mit dem nächsten Teil noch etwaas dauert, dann doch bitte eine kleine Diskussion. Wir (also mehr als ich) schauen hier jeden Tag nach einem neuen Thread/Posting und...nichts, keine News, nothing. Ich hoffe, bald mehr lesen zu können. @Alle Ich wüsste noch gerne, wie ihr in euren Sportschulen Techniken erlernt und wie euer Konditionstraining aussieht???? Danke im voraus für die Erweiterung meines Horizontes Gruss doremi |
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| Das Training als Pahuyuth Kampfkünstler - Teil 9 Der erste Leistungstest ist vollbracht und mit dem LQM-Zettel in der Hand wankt man von der Trainingsfläche. Zuerst geht man in die Umkleide um die Wasserflasche zu holen. Dort steckt man mit zittrigen Händen den LQM-Zettel in ein Nebenfach seiner Brieftasche und trinkt vorsichtig ein paar Schlucke Wasser. Danach schleppt man sich abgekämpft aber euphorisch in den Aufenthaltsraum, wo Ajarn Santhas gerade an die Heizung gelehnt Kaffee trinkt und mit einem der Schwarzgurte über die anstehende Reparatur des Wasserboilers redet. Man stellt die Wasserflasche beiseite, bleibt in geduckter Haltung vor ihm stehen und hebt ehrfürchtig die Hände um den Herrn Lehrer stilecht thailändisch zu Grüßen: „Sawadee Kraaab Ajarn Santhas Kraaaab!“… „Ey, Junga!“ sagt Ajarn Santhas ernst. „Ich bin Lehrer und kein Gott!“ Man schaut ihn misstrauisch an, weil man überlegt, ob er einen vielleicht prüfen wolle. Immerhin war man in Thailand und man weiß dass es dort üblich ist einem Lehrer mit Demut und großem Respekt zu begegnen. „Ja, Ajarn Santhas Kraab!“ sagt man mit noch weiter geduckter Haltung. Der Schwarzgurt lacht und fragt ob man versuche Schleimpunkte zu sammeln. Ein warmer Strom plötzlicher Peinlichkeit steigt von der Magengrube bis zu den Kapillargefäßen der Wangen auf und sorgt für ein noch röteres Gesicht, als man es ohnehin vom Leistungstest hat… Ajarn Santhas erklärt, dass es absolut keinen Sinn mache ihn anzubeten oder ihm mit kriechender Demut zu begegnen, nur weil er ein bisschen „Bokki Bokki“ könne. Er sei Lehrer und als solcher in erster Instanz ein ganz normaler Mensch, wie man selber auch. Die Eigenschaft, die ihn zum Lehrer mache sei der Vorsprung an Wissen und er würde sich sehr darüber freuen, wenn man sich dementsprechend Verhalten würde und ihm aufrecht begegnet, anstelle sich unnötig klein zu machen. Viel sinnvoller, so sagt er, sei es wäre es wenn man ihn als Lehrer und nicht als eine Art Gottheit sehen würde. Man möchte jetzt gerne im Boden versinken, aber der Hausmeister legt noch einen oben drauf und erklärt, dass man sich darüber hinaus gerade in Deutschland befinde und hier ein ganz normales Händeschütteln, oder ein ebenso normales „Hallo!“ völlig ausreicht um „Guten Tag!“ zu sagen. „Wenn du rumdücken willst dann geh zum Schuldirektor“ sagt Ajarn Santhas und deutet auf den Schwarzgurt neben ihm. Er lächelt freundlich und reicht einem, sich selbst als „Euro Rüsi“ vorstellend die Hand… Anmerkungen:
In der zweiten Kursstunde zeigt Vorsitzender die Geheimnisse und Prinzipien der „Kurven“, also der kurvenförmigen Faustschläge. Prinzipiell entdeckt man für sich nicht allzu viel neues, aber als Vorsitzender erklärt dass alle Schlagtechniken, insbesondere die Kurven als Messerangriffstechniken benutzt werden können wird man hellhörig und hakt nach. Immerhin hat man einige Tage zuvor einen Messerkampf „aus nächster Nähe“ erleben können und die Erinnerung ist noch frisch… Anmerkungen:
Nach dem Training sitzt man noch eine Weile an der Schwelle zum Trainingsraum herum um den anderen Schülern beim Training zuzusehen. Einige der Schüler boxen und andere üben Drehtechniken mit langen Stöcken. Einer der Grüngurte hat soeben sein Messer fallen lassen und pumpt seine Liegestützen, während Ajarn Santhas nebenan zwei Fan Dab Schülern ein paar neue Gedankenanstöße und Trainingsaufgaben gibt. Vorsitzender kommt aus dem Aufenthaltsraum und setzt sich zu einem an die Schwelle. „Was los? Ist dir langweilig?“ fragt er und man weiß nicht wie man darauf antworten soll. Einerseits findet man es schon verdammt interessant den anderen zuzusehen und im Kurs vieles „von der Pike auf“ gezeigt zu kriegen, andererseits vermisst man jetzt schon die Möglichkeit alles gleich im Sparring zu testen und sich richtig auszutoben. „Wie lange braucht man eigentlich bis man Grüngurt ist und boxen darf?“ fragt man etwas abschätzig und Vorsitzender scheint sofort zu verstehen worauf man hinaus will. „Ist doof so ohne Sparring, oder?“ fragt er und erklärt dass es völlig von einem selber abhinge. „Entweder du gehst fleißig zum Kurs und trainierst dort hart und machst immer ganz artig was dein Trainer sagt … dann dauert es sehr sehr lange. Oder du trainierst zusätzlich die Gelbgurttechniken außerhalb der Kurszeiten und lässt bittest die älteren Gurten dir Sachen zu zeigen die du üben kannst … dann wird es sehr schnell gehen.“ Man ist ein wenig verwundert über derartige Methoden und Vorsitzender erklärt, dass man möglichst bald lernen sollte sich selber zu trainieren. Entweder man will etwas haben, dann sieht man zu wie man es bekommt, oder man lässt es einfach bleiben und stagniert in seiner Entwicklung. „Es ist dein Training! Mach was draus! Die Schule steht dir als Schüler immer zur Verfügung und du kannst alle hier fragen, wenn du was wissen magst. Das ist dein besonderes Vorrecht als Gelbgurt!“ erläutert der Vorsitzende und fügt augenzwinkernd hinzu: „Frag Sandmann, ob er dir hilft. Er wird bestimmt nicht Nein sagen.“… Anmerkungen:
Einige Wochen später. Man trainiert zwar immer noch als Anfänger im Gelbgurtkurs, aber versucht sich das Ganze als eine Art Zusatzaktivität zum bisherigen Thaiboxtraining vorzustellen. Das macht es leichter durchzuhalten und man stellt sich den Aufenthalt bei den Pahuyuth Leuten als eine Art vertiefende Spezialschulung zu dem was man eh schon kann vor. Der Muskelkater ist nicht mehr ganz so schlimm wie am Anfang und weil Vorsitzender sagte, dass man dadurch schneller weiterkommen würde, hat man beschlossen nach den Kursstunden ein wenig weiterzuüben und vielleicht noch einen dritten Tag dazu zu nehmen. Man will schnellstmöglich aus dem Kurs raus, daher hat Sandmann sich bereit erklärt wöchentliche Leistungstests mit einem zu machen und die Techniken regelmäßig zu korrigieren. Man hat mittlerweile alle zwölf Gelbgurtschlagtechniken im Kurs gelernt und sich von Sandmann Hand-, Fußstellung und die Begrüßung zeigen lassen, damit man den ersten Technikblock vollständig hat. Mittlerweile hat man auch einen eigenen von Euro Rüsi maßgeschneiderten Trainingsanzug und das anfängliche Gefühl in einem Jutesack herumzurennen hat sich auch bereits gelegt. Nachdem man eine Weile herumprobiert hat schafft man es nun auch ohne Hilfe seinen Gurt zu binden… Anmerkungen:
Man kennt nun alle zwölf Schlagtechniken und freut sich endlich zu den Abwehrtechniken zu kommen. Sandmann wollte die Techniken nicht vorweg nehmen, weshalb er mit einem nur die Schlagtechniken durchgegangen ist. Man ärgert sich darüber und fühlt sich ein wenig künstlich zurückgehalten, wodurch man aber von trotzigem Ehrgeiz gepackt wird und eine gewisse Eigeninitiative entwickelt. Nachdem man nächtelang die Pahuyuth Website auf den Kopf gestellt hat will man endlich wissen wozu einige der Techniken da sein sollen. Ein paar davon sehen „Artverwandt“ mit dem aus was man bereits kennt, andere hingegen wirken dermaßen abstrakt, dass man sich beim besten Willen nicht vorstellen kann jemanden im Kampf damit zu begegnen, zumal man dabei nicht mal in der Grundstellung steht… Anmerkung:
Er lässt erstmal den Gelbgurt in der Luft und mit Zeitlupengeschwindigkeit einen Geraden Faustschlag durchführen und vergewissert sich kurz dass der Gelbgurt die Technik beherrscht. Danach stellt er sich vor ihn und lässt ihn erklärend den gleichen Faustschlag mit gleicher Geschwindigkeit noch mal durchführen. Er dreht seine Schulter und die Faust „schleicht“ an seinem Kopf vorbei. „Wenn ich keinen Bock drauf habe mich erwischen zu lassen, dann weiche ich aus.“ Erklärt er und deutet einen gut sitzenden Kurvenfaustschlag zur Schläfe des Gelbgurtes an. Danach lässt er sich noch mal mit der gleichen Technik „angreifen“ und zeigt den gleichen Kurvenfaustschlag mit jeweils einer umleitenden, einer blockenden und einer konternden Technik. „Es kommt immer auf die Situation drauf an und auf das was ihr könnt und vorhabt“ schildert der Weißgurt sein Vorgehen und gibt einen kleinen Einblick in, die verschiedenen Vor- und Nachteile seiner Abwehrarten und was er damit in der Fortfolge erreichen könnte. „Später werdet ihr lernen wann, wo und wie man was einsetzt um welchen Effekt zu erzielen. Das ist die Kunst und jeder von euch wird seine ganz eigene Kunst machen.“ Prophezeit er und bittet einen etwas älteren Gelbgurt nach vorne… Anmerkungen:
Die Technik des Abends scheint erstmal recht simpel. Man steht mit schulterbreiten Beinen, dreht seine Schultern um etwa 90° und zieht seinen Kopf aus der „Schusslinie“. Die Arme verbleiben dabei nahe am Körper an den Beinaußenseiten. Man empfindet diese Technik definitiv nicht als etwas besonders wertvolles und nachdem man sie ein paar Male geübt hat wird es einem zu eintönig. Man hört gelangweilt auf und schaut den anderen Schülern beim Training zu. Bischof geht reihum und korrigiert die Technik bei den Gelbgurten. Als er bei einem ankommt und sich die Technik zeigen lässt, dreht man sich ziemlich lustlos rein und Bischof fragt was los sei. Frustriert einen derartigen Anfängermist, der eh nicht wirklich funktioniert gezeigt zu bekommen sagt man ihm ganz direkt, dass man würde so nie im Leben abwehren würde. Immerhin seien die Arme unten und man habe somit keine Deckung mehr. Wie soll man so Boxen können? Das habe man anders gelernt. Die Arme müssen immer oben bleiben. Bischof nickt und bittet darum diese Frage mal laut für den Kurs zu stellen. „Na toll!“ denkt man sich. „Jetzt krieg ich noch Ärger weil er Techniken zeigt, die nicht funktionieren.“ Man erklärt den anderen Gelbgurten, dass man der Ansicht sei es würde viel effizienter sein die Arme hochzunehmen um mehr Deckung zu haben und die Übung nicht stimmen kann. Bischof dankt einen zunächst für die berechtigte und sinnvolle Fragestellung. Danach befragt er die anderen Gelbgurte zu ihrer Meinung. Der erste Gelbgurt probiert unsicher beide Varianten aus und sagt vorsichtig dass er den Einwand schon ganz sinnvoll fände. Der Zweite Gelbgurt stimmt dem ohne weitere Probe zu und man fühlt sich angenehm bestätigt. Einen winzigen Moment lang hat man das Gefühl das Lehrsystem des Pahuyuth aus den Angeln heben zu können, bis ein etwas älterer Gelbgurt anmerkt, dass man keinesfalls die Arme in der Schusslinie haben sollte wenn man einem Schwerthieb oder so ausweicht. „Häh?“ denkt man sich und hält „Ausweichen gegen Schwert“ für eine ziemlich Lebensmüde Idee. Bischof lässt das erstmal im Raum stehen und erkundigt sich weiter. Der nächste Gelbgurt sagt, dass man doch die Arme überall hinnehmen könne wo man möchte, sofern man eben nicht das Schwert abbekommt. Der Kurs lacht, Bischof akzeptiert das erstmal und befragt den letzten Gelbgurt. Dieser ist der Meinung, dass man auf jeden Fall die Arme schnellstmöglich hochnehmen sollte sofern man gerade nichts Besonderes vorhat um Deckung zu gewährleisten. Bischof nickt und attestiert allen Gelbgurten einen gesunden Verstand, weil alle Recht hätten und keiner auf die Idee gekommen ist diese Frage für „falsch“ zu halten, weil die Technik nun mal so sei... Bischof lobt einen für das kritische Hinterfragen und fragt seinerseits, ob denn schon eine passende Antwort dabei gewesen wäre. Man grinst und antwortet, dass man eigentlich immer noch auf seine Antwort warte. Bischof zieht ein breites, einen für das Ertappen anerkennendes, Grinsen und beginnt zu Erklären. Die Abwehrkenntnistechniken funktionieren sehr wohl, sofern die Situation es hergibt. Man könnte die Techniken daher erstmal munter vor sich hin üben und vielleicht auch mal erfolgreich zur Anwendung bringen, aber viel weiter käme man vermutlich wenn man die dahinter liegenden Wirkungsprinzipien verstünde. „Stell dich mal in die Grundstellung.“ Sagt er und man baut sich wie gewohnt auf. Nach einer Nanosekunde des Überlegens stellt man fest, dass es die frühere Grundstellung war und korrigiert die Körperhaltung in die von Sandmann gezeigte Position. Bischof stellt sich vor einem und korrigiert noch beiläufig die Armhaltung während er erklärt: „Eines der Prinzipien dieser Basistechnik ist doch, dass man den Kopf aus der Schusslinie nimmt indem man seine Schultern dreht, oder?“ Man denkt kurz nach und stimmt dem zu. Bischof stellt sich vor einem und nimmt ebenfalls die Grundstellung ein. Die anderen Gelbgurte treten etwas näher um besser sehen zu können und Bischof bittet einen eine langsame Gerade zu schlagen. Weil man es nicht anders gewohnt ist, fällt die Gerade ein wenig zu schnell aus und sie verfehlt Bischofs wegzuckenden Kopf nur um Millimeter. „Fast!“ sagt Bischof etwas von der Geschwindigkeit überrascht und lässt einen den Schlag noch mal gaaanz langsam vorführen, damit alle sehen können was er macht. In dem Moment als die Faust seinem Gesicht näher kommt dreht er seine bereits ausgerichteten Schultern bis sie in einer Linie auf einen zeigen. Kurz bevor die Faust sein Gesicht trifft, zieht er leicht den Oberkörper nach hinten, während seine Arme in der Grundstellung verbleiben und die Faust bewegt sich sauber an ihm vorbei. „Im Prinzip ist es die Basistechnik und so wendet man sie später im Muai Thai an“ erklärt der Kursleiter und deutet mit der vorderen Hand einen Faustschlag zum Brustkorb, knapp unter dem Schlagarm an. „Es geht nicht darum eine Technik technisch völlig richtig zu machen, sondern die jeweiligen Prinzipien so zu benutzen, wie die Umstände es erfordern.“ Sagt Bischof und erkundigt sich neugierig ob man so eine Anwendung vielleicht schon kennt oder mal gemacht hätte. Man bejaht erkennend und Bischof versichert sich, dass die Frage beantwortet sei, was man nach kurzem Nachdenken ebenso bestätigt. Der Kursleiter bedankt sich für die Hilfe beim Zeigen und wendet sich auffordernd dem Kurs zu: „Um die Prinzipien zu verinnerlichen muss man aber die Basistechnik studieren. Wenn ihr die aus dem FF könnt, dann habt ihr später weniger Probleme. Übt daher die Basistechnik bis sie bis zum erbrechen langweilt und dann etwa doppelt so lange weiter!“ sagt der Weißgurt und lässt die Gelbgurte die Technik weiterüben. Mit dieser Erklärung kann man sich innerlich ein wenig zufrieden geben und fängt probeweise an die Ausweichtechnik ganz langsam und aus verschiedenen Positionen heraus zu machen um seinen Körper dabei genau beobachten zu können…. Anmerkungen:
Nachdem Bischof eine Weile die Technik von den Gelbgurten durchexerzieren lassen und dabei immer wieder Detailkorrekturen durchgeführt hat zieht er sich Boxhandschuhe an. Er geht reihum und lässt die Gelbgurte zur Probe bei einem scheppernden „ACHTUNG! MACH!“ seiner Faust ausweichen. Es ist ziemlich schwierig und man hat viel Mühe gleichzeitig darauf zu achten korrekt auszuweichen ohne zu wackeln und dabei die Arme unten zu lassen. „Denk ans Schwert.“ Sagt beruhigend Bischof und gibt einem geduldig die Möglichkeit weiterzuüben bis man gekonnt mit der Basistechnik ausweichen kann…. Nach dem Kurs legt man eine kurze Pause ein um etwas zu trinken und nimmt sich danach die Schlagtechniken vor. Ein anderer Gelbgurt fragt ob er mitmachen könne und man übt die Techniken gemeinsam. Man korrigiert sich gegenseitig, tauscht Tipps aus, albert herum und hat eine Menge Spaß. „Der Tag hat sich echt gelohnt.“ Denkt man sich und der Gelbgurt fragt: „Ey sach ma. Kannste eigentlich schon Aufsprung und so?“… - Fortsetzung folgt – LG TylerGeändert von Rylet (01-02-2006 um 18:21 Uhr). |
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| tyler es ist interrasanter mit deinem wissen andere zu motivieren anstelle sie zu demontieren oder PLAI TAMIN Geändert von Plai_Tamin (04-02-2006 um 01:57 Uhr). |
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#203
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| Zitat:
Apropos,sagt dir der Satz von Fermat etwas ?Er hat seinen Satz selbst bewiesen,den schwierigen Beweis aber selbst zerstört,quasi seine Kollegen und die Welt 'zappeln' lassen.Erst im letzten Jahrhundert,hunderte Jahre später konnte diesen einen Satz ein englischer Mathematiker namens Andrew Wiles nachweisen. gruesse |
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#204
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| @SeraphiM Alle anderen bitte Beitrag überspringen, hat nichts mit dem Thema zu tun :-) ...obwohl es hier nicht rein gehört, kann ich mir eine Stellungnahme nicht verkneifen: Zufall ??? Ich dachte bisher immer ein mathematischer Beweis,wäre Beweis genug. Falsch gedacht, obwohl es Sinn machen würde. Einstein hatte ja wohl sein Modell vorgestellt und mathematisch soweit bewiesen wie möglich, so wie es halt sein "muss". Nur reden wir hier von einem Thema, welches die meisten Menschen nicht erfassen können, selbst Physikexperten etc. können es meist nicht. Und solche Leute musste er "überreden/überzeugen" (zuvor galten ja "vereinfachte Regeln"). Um seine Theorie zu erklären, musste er Dimensionen und Faktoren neu einführen, da ist ein mathematischer Beweis nicht mehr so "einfach" (ein)zu sehen (bzw. zu führen ) wie in der Uni. Das "rein zufällig" alle seine Vorhersagen stimmen soll heissen, für Einstein war es ja kein Zufall, der hat es ja vorhergesagt, mittels seines Models. Für "alle" anderen zeigt sich dadurch, wie Recht er hatte und was das überhaupt bedeutet, was Einstein damals so von sich gab. Gruss doremi |
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#205
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| Wo is die Fortsetzung? Rylet wirst du etwa alt ? ![]() |
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#206
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| So, Leute! Tut mir echt leid, dass ich das alte Thema wieder aufwärme, aber ich wurde sozusagen "drum gebeten". Es geht also immernoch um die gute alte Wettkampfdiskussion... Dazu gleich mehr. Vorher wollt ich noch kurz Rylet loben(hab ich, denk ich, noch nicht), weil die Texte echt schön zu lesen und jeder von uns wohl gerne in einer Pahuyuth-Schule wäre... Musste mal gesagt werden So jetzt aber zum Thema(ist aus einer Antwort-PM von mir rauskopiert): Ich kann deine Einstellung nach wie vor nachvollziehen. Aber nur darauf bezogen, welche Erfahrungen du selbst mit Wettkämpfen gemacht hast. Will sagen: In Thailand, wenn Geld im Spiel ist kann das ja nur schief laufen. Genauso, wenn man Wettkämpfe als Möglichkeit sieht, in der Gesellschaft "aufzusteigen". Ich selbst meinte aber Wettkämpfe, wie sie hier in Deutschland im Amateurbereich üblich sind. Klar kann man mal vom Kampfrichter falsch bewertet werden, auch wenn man z.B. aus dem "falschen Gym" kommt. Aber im Großen und Ganzen sehe ich die ganze Problematik, wie du sie genannt hast hier in Deutschland nicht. Man steigt hier nicht in der Gesellschaft auf, wenn man was gewinnt. Auf der Straße kann dir keiner die Deutschen Meister der letzten Jahre nennen, egal in welchem Verband oder welcher Gewichtsklasse - außer, die waren öfter im TV... Kurzer Nachtrag dazu: Rylet/Tyler, da du selbst Wettkämpfe bestritten hast, hast du eben deine Entscheidung bewusst getroffen - aber, diese Frage muss sein: Um deine Entscheidung(keine Wettkämpfe) zu treffen, musstest du dafür nicht eben genau die Wettkämpfe bestreiten, die du hinter dir hast? Es mal erleben, diese Erfahrungen machen? So, wie ein Kind erstmal die heiße Herdplatte berühren muss? Das ist jetzt also ne Frage nach dem Lernverständnis eines Pahuyuth-Schülers: Vertraut man "blind" seinem Lehrer, oder soll man hin und wieder auf die Schnauze fallen - um dann mit der Hilfe des Lehrers und der anderen Schüler wieder aufzustehen? Gehören Wettkämpfe nicht schon allein deswegen in die Ausbildung eines Kampfkünstlers? PS: Hat es einen Grund, dass Pahuyuth.de schon seit ca. 2000 nimmer aktualisiert wurde? Zumindest Teile davon. Und, auch wenn ich mich wohl blöd anstelle: Ich finde die Trainingsübungen nicht! Hilfe! Die Seite ist für mich bissle ungewohnt... Geändert von Sportler (07-02-2006 um 01:33 Uhr). |
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#207
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| @Sportler, Respekt, absolut prima Beitrag. So sehen es bestimmt viele Leser. Wegen den "nötigen" Wettkämpfen: Ich denke es geht vielleicht nicht unbedingt darum, an einem Wettkampf teilzunehmen. Will nicht eher jeder sich ausprobieren und sehen wie gut er ist, als Mensch/Mann/Frau? Ein Soldat will ja auch irgendwann mal (meist) kämpfen, ein Schachspieler mal Schach gegen jemanden spielen, jeder Übende will ja mal sehen, wo er steht, oder? Es gibt ja auch andere Situationen, wo ein Kämpfer sieht, wie gut er ist. Und wenn ein Kämpfer unbedingt mal wieder seine Grenzen wissen will, dann findet er bestimmt schnell jemanden, z.b. auch in der gleichen Schule, der ihm schnell zeigen kann, dass er noch einiges nicht weiss/kann...:-) Damit ist der Wettkampf wieder überflüssig, wenn auch oft reizvoll, stimmt ihr da zu? Gruss doremi |
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#208
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#209
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#210
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| erstmal für die Hungrigen... ![]() Das Training als Pahuyuth Kampfkünstler - Teil 10 „Was soll ich können?“ fragt man verwirrt. „Na Aufsprung zum Beispiel“ antwortet der Gelbgurt und wedelt irgendwas andeutend mit den Händen neben dem Kopf herum. „Zeig mal!“ sagt man neugierig und der Gelbgurt geht in die Hocke. Lautlos rollt er auf den Rücken, wo er die Hände neben den Kopf auf den Boden packt, die Beine ran zieht und sich mit einer schnellen Aufklappbewegung vom Boden abstößt. Kraftvoll, Elegant und Anmutig springt er vom Boden auf, fliegt elfengleich durch die Luft … und klatscht wie ein nasser Sack mit dem flachen Rücken auf den Boden. … „Ja… kann ich!“ Sagt man trocken und der Gelbgurt lacht. „Vorführeffekt“ erklärt er und probiert es gleich noch mal. Einige Versuche später verliert er zwar immer noch das Gleichgewicht und taumelt unsicher herum, aber er schafft es annähernd in die Hocke. Man will es auch mal ausprobieren und lässt sich die Technik zeigen… Anmerkungen:
Die nächsten Wochen verbringt man mit intensiven Studien der Abwehrkenntnisse im Kurs, dem Wiederholen der Schlagtechniken und dem Üben des mittlerweile „gottverdammten“ Aufsprungs. Man übt ihn zuhause, in der Schule, einfach überall. Immer wieder landet man unsanft auf dem Rücken und ärgert sich. Es funktioniert nicht mal richtig wenn Sandmann dabei Hilfestellung gibt. „Das kommt mit der Zeit. Dein Körper muss sich erst koordinieren lernen“ sagt er, wofür man ihn am liebsten auf den Mond schießen würde. Man hatte nie wirkliche Koordinationsprobleme und sieht nicht ein warum man sie ausgerechnet jetzt da sein sollten. Man will es schaffen und übt verbissen weiter… Es ist mittlerweile Herbst, das Muskelkaterproblem verbessert sich zusehends und die Techniken werden, mit Ausnahme des Aufsprungs, langsam etwas sicherer. Zwar korrigieren Sandmann und gelegentlich auch die Kursleiter immer noch an einem herum als wäre man ein Anfänger, aber man hat nach einigen sehr harten Frustmomenten und sogar Wutausbrüchen begriffen, dass Pahuyuth Kampfkünstler anscheinend den Anspruch haben alles „auf den Millimeter“ genau zu machen. „Das Unterscheidet uns von vielen. Manche Sportler sagen wir sind zu pedantisch und über manche Sportler sagt man sie seien zu schlampig. … Ist irgendwie beides richtig. Kommt halt drauf an was man will.“ sagt Vorsitzender gesagt und man fühlt sich wieder ein bisschen innerlich angekratzt. Man will Pahuyuth lernen, aber unterliegt oftmals gefühlsmäßigen Schwankungen. Sparring hat immer Spaß gemacht und vermisst es ebenso, wie das befreiende Austoben am Sandsack. Eigentlich ist man mit dem Üben der Techniken ziemlich gut ausgelastet, aber die Schienbeine „jucken“ manchmal ein wenig… Der Abwehrkenntnisblock ist mittlerweile vollständig und das von Vielen ersehnte Sicherheitswissen beginnt. Man lernt Fallen und Rollen ohne Matten auf dem harten Schulboden und muss viele blaue Flecken und Schürfwunden einstecken bevor eine Technik auch nur annähernd funktioniert. „Das ist Lehrgeld.“ Heißt es und Bischof versichert dass alle Techniken bei jedem funktionieren sofern man sie intensiv übt und ein bisschen auf seinen Körper anpasst. „Wenn es weh tut, dann machst die Technik falsch.“ sagt er jedes Mal und bevor man etwas entgegen setzen kann zeigt einem genau woran es hakt…. Anmerkungen:
Man sitzt auf einem wackligen Holzstuhl und Ajarn Santhas steht in einigem Abstand vor einem. In seiner Hand befindet sich ein Messer und alle anderen Gelbgurte sehen zu was passiert. Bischof hat die Übung eben vorgemacht. Einfach den rechten Fuß weit nach rechts setzen, Hintern von der Sitzfläche lösen und mit einer Affenrolle nach vorne rollen. Nichts weiter, nur eine simple Affenrolle. „AAKTUNG!“ ruft Ajarn Santhas, während er das Messer hochnimmt. Die Scheiben bersten fast als er „MACH!“ brüllt und auf einen zu springt. Im Schein der Neonröhren an der Decke blitzt das Messer grell auf und man denkt unwillkürlich an die Sache mit den Autodieben. Der Körper verkrampft und man bleibt völlig steif auf die Klinge starrend sitzen. Der Kopf ist leer. Das Messer rast auf einen zu. Das Rauschen in den Ohren wird lauter. „WEG!“ denkt man sich, aber schafft es nicht sich zu bewegen. Man sitzt da, wie ein Reh auf der Landstraße und weiß nicht mehr wo links oder rechts ist und auch nicht wohin man eigentlich soll. Man würde gerne reagieren, aber hat völlig vergessen wie. Dass Messer jagt wie ein Fallbeil herab. Man realisiert dass man doch irgendwie reagieren muss und man versucht panisch irgendwo hinzukommen. Links? Rechts? Wohin? Einige Zentimeter vor dem sicheren Treffer stoppt Ajarn Santhas mit ruhiger Hand das Messer…. Anmerkungen:
„Ruhig Junga! Nicht aufregen!“ sagt der Rotgurt und positioniert einen wieder auf dem Stuhl. „Gleich nok mal!“ Sagt er mit auffordernder Stimme und plötzlich steigt ein wenig Angst in einem hoch. Man stellt in diesem bemerkenswerten Augenblick mit schlichtweg faszinierender Klarheit fest, dass man gerade auf einem ollen, wackligen Holzstuhl sitzt, ein komischer Thailänder vor einem steht und einen gleich mit einem Messer angreifen wird, wobei er verlangt das man mit einer komischen Rollübung wegrollt, die man heute erst ein paar Mal geübt hat. Man atmet ein Mal tief durch und versucht sich zu konzentrieren. „Naja.“ Denkt man sich. „Irgendwann muss man ja mal damit anfangen. … Besser hier, als auf der Straße.“… Anmerkung:
Der Knall des die Sitzfläche durchbohrenden Messers erfüllt die gesamte Schule. Man kommt gerade noch rechtzeitig weg und kann sich polternd abrollen. Zwar tut einem noch ein wenig die Schulter weh, weil man falsch aufgekommen ist, aber zumindest wäre man im Ernstfall noch am Leben. Das kleine Erfolgserlebnis tut gut und man spürt eine anspornende Euphorie, während man sich eilig wieder in die Reihe stellt um gleich noch mal dranzukommen. „Gut Junga!“ sagt Ajarn Santhas, zieht das Messer aus dem Stuhl heraus und lässt den nächsten Gelbgurt Platz nehmen… Einige Tage später. Es ist Ende Oktober und das Wetter in der Stadt ist wirklich mies. Der eiskalte Regen prasselt in der Dunkelheit dieses unwirtlichen Nachmittags auf einen hernieder als man aus dem Auto steigt. Schnell flüchtet man sich in den Hauseingang der Schule und betrachtet einen Moment lang die verschwommenen Lichter der Straße. Man hat das Gefühl die Farben der Häuser würden von dem Gewitter weggeschwemmt werden und nur noch ein kränkliches nasses Grau an den Fassaden zurücklassen. Es ist Mittwoch und man hat sich trotz des Unwetters vorgenommen die 30 Übungen zu machen. Man öffnet die wuchtige Stahltür zur Schule und betritt vorsichtig den wie immer gut geheizten Aufenthaltsraum. Es ist zappenduster und niemand scheint da zu sein. Nur das kleine zerbeulte Radio in der Ecke spielt leise Musik, während der Regen von draußen gegen die Scheiben hämmert. Man zieht die nasse Jacke aus und will sie wie üblich auf einen der Tische legen. Der Tisch fehlt jedoch und man nutzt ein kurzes Aufblitzen des Gewitters um sich zu orientieren. Bis auf den Tisch und ein paar herumstehende Kaffeetassen sieht alles normal aus. Es ist zwar ziemlich Dunkel, aber man beschließt sich erstmal so gut wie es geht umzusehen bevor man das Licht anmacht. Wer auch immer das Licht ausgemacht hat, wird seine Gründe dafür haben und man traut dem ganzen nicht. Die Situation erweckt ein leicht ungutes Gefühl in einem. Man fühlt sich wie in einem dieser Filme wo dann plötzlich das Licht angeht und alle „Happy Birthday!“ rufen. Nur das man heute gar nicht Geburtstag hat. Vorsichtig und darauf bedacht keine lauten Geräusche zu machen tastet man sich durch den Aufenthaltsraum. Es blitzt. Leises Poltern und gedämpfte Stimmen sind zu hören, als man sich dem Trainingsraum nähert... Kurz vor der Tür zum Trainingsraum stolpert man über einen herumliegenden Schuh. Die Augen haben sich noch nicht richtig an die Dunkelheit gewöhnt und man muss sich sehr anstrengen überhaupt etwas sehen zu können. Man geht in die Hocke und ertastet einige herumstehende Schuhe. „Da scheint wohl jemand zu trainieren.“ denkt man sich und öffnet die Tür zum Trainingsraum. Leises Poltern und ein paar vertraute Stimmen dringen durch den Türspalt. „Was machen die hier? Ne schwarze Messe, oder so?“ Es blitzt und für einen kurzen Moment glaubt man im Schein des Blitzes einen der anderen Schüler über den Tisch aus dem Aufenthaltsraum fliegen zu sehen… Anmerkung:
Man bleibt verwundert an der Schwelle zum Trainingsraum stehen und schaut so gut es geht durch das Dunkel hindurch den älteren Schülern beim Training zu. Es sind Ling Lom Grüngurte, die unter Anleitung von Ajarn Santhas Fall- und Rolltechniken im Dunkeln üben. Sie scheinen sich den Tisch aus dem Aufenthaltsraum geholt zu haben und springen nacheinander mit Affenrollen hinüber… Anmerkung:
Ajarn Santhas rückt den Tisch an eine der Wände und zeigt den Schülern die nächste Übung. Er springt aus dem Stand auf den Tisch. Katzenhaft weich landet er mit dem Fußballen auf der Vorderkante des Möbelstücks, hält kurz inne und stößt sich rückwärts vom Tisch weg ab. In der Luft dreht er seinen Körper herum bis er mit dem Kopf voran in der Luft liegt und die Arme dem Boden entgegenstreckt. Er landet auf den Händen, rollt lautlos über Brust, Bauch und Oberschenkel ab und springt weich in die Hocke. Ein furchtsames Raunen der Schüler ist zu hören und der erste wird „zu Tisch“ gebeten. … Anmerkungen:
Es ist Freitag und somit wieder mal Gelbgurtkurszeit. Man stellt sich wieder an seinen gewohnten Platz zur Rechten des Kursleiters. Anstelle von Bischof gibt heute Lustkiller den Kurs und zwei neue Gesichter kommen dazu. Ein Mann und eine Frau. Sie tragen beide weiche Kickboxhosen und haben Handtücher und Springseile dabei. „Die werdet ihr nicht brauchen“ sagt Lustkiller und bittet die beiden die Sachen irgendwo in die Ecke zu legen. Lustkiller steht wie eine aus Carrara Marmor gemeißelte preußische Feldherrenstatue zwischen den beiden Reihen und deutet mit einer offenen, aber sehr direkten Handbewegung auf die Gelbgurte zu seiner Rechten. „Könnt ihr n bisschen rücken?“ sagt er ohne jedwede Gesichtsregung und man macht mit den anderen ein paar Schritte nach rechts. Die beiden neuen stellen sich links von einem auf und der Kurs beginnt… Anmerkungen:
Nach Luft schnappend rappelt man sich vom Boden auf. Man kann kaum noch richtig stehen, ein Blackout kündigt sich mit einem leichten Tunnelblick an und man spürt kaum noch seinen Körper. Lustkiller macht seinem Namen alle Ehre und zeigt im harten preußischen Drillton die nächste Übung. „WENN ICH ZÄHLE EINS, DANN GEHT IHR IN DEN LIEGESTÜTZ UND HALTET! WENN ICH ZÄHLE ZWEI DANN KOMMT IHR WIEDER HOCH! …“ Der Kickboxer hat sich bereits übergeben und seine Freundin ist ziemlich grau im Gesicht. „Die haben genau den richtigen Tag erwischt.“ denkt man sich und springt bei Lustkillers „AAAACH-TUNG!!“ in die Liegestützausgangsposition… Anmerkung:
Die Übung läuft bereits eine Weile und man hat das Gefühl gleich sterben zu müssen, während Lustkiller ein schnelles, unnachgiebig hartes Staccato an Kommandos herausfeuert. Anmerkungen:
„EINSZWEIEINSZWEIEINSZWEI!!!“ schallt es wummernd durch den Raum und man sieht wie Tränen auflodernden Zornes und verzweifelten Durchhaltewillens aus den Augen des Mädchens laufen. Ihr Freund murmelte eben noch etwas von Badewannen voller Eiswasser und Zitronenscheiben. Jetzt liegt er nur noch auf dem Boden und zuckt nicht Mal mehr zusammen, wenn Lustkiller donnernd weiterzählt und man sich selbst mit zittrigen Armen in den nächsten Liegestütz zwingt. „ZWEI!“ Die Arme des Mädchens brechen weg und sie landet mit dem Gesicht auf dem Boden. „EINS!“ Zitternd versucht sie sich aufzustützen, bricht aber jedes Mal zusammen. Sie stößt ein Geräusch aus das wie eine Mischung aus einem wütenden Schnauben und dem Beginn eines Wein- und Schreianfalls klingt. „ZWEI!“ Man schaut zu ihr rüber und als man ihren Blick kreuzt erschrickt man plötzlich. In ihren von tobendem Ehrgeiz gepackten Augen sieht man etwas dass man dort nicht erwartet hätte. Man sieht sich selbst. … - Fortsetzung folgt - LG TylerGeändert von Rylet (07-02-2006 um 21:25 Uhr). |
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