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#1
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| Hallo miteinander, nachdem ich vor längerer Zeit schon mal einen kleinen Bericht über mein Eskrima Training in Kiew verfasst hatte, wollte ich den Interessierten, die mal in Stockholm sind auch ein paar Eindrücke von meinem Training dort weitergeben. Die Informationsmöglichkeiten innerhalb Deutschlands zu FMA Veranstaltungen und Trainingsmöglichkeiten sind ja relativ gut. Im Ausland wird’s dann aber immer etwas schwerer, vor allem wenn es um Erfahrungsberichte geht ![]() Letztes Jahr war ich für 6 Monate an der KTH Stockholm und hab mich natürlich nach den vorhandenen FMA-Trainingsmöglichkeiten vor Ort umgeschaut. Nach einer kleinen Internetrecherche konnte ich folgendes finden.
Da Fabian Tell von Stockholm Bladearts ziemlich schnell antwortete und die anderen nichts von sich hören ließen (mit Ausnahme von Johan Skålberg, den ich über facebook kontaktiert hatte, der aber zu der Zeit kein Trainingsangebot in Stockholm hatte) fiel meine Wahl schnell auf Atienza und Sayoc Kali. Zu Beginn fand das Training noch in den KTH Hallen direkt an der Uni statt (perfekt für mich), mittlerweile haben Fabian, Jiro und Jonathan jedoch ein „richtiges“ Dojo in der Västmannagatan 52 im Untergschoss (google maps) in einer ehemaligen Tanzschule, was allerdings auch nicht weit von der Uni ist. Da Kampfsport (besonders FMA) in Schweden wohl noch nicht so „konsensfähig“ wie hier ist, hängt an der Tür bestimmt immer noch das Logo der alten Tanzschule. Um reinzukommen muss man die Klingel neben der Tür bedienen. Üblicherweise konnte man zweimal pro Woche für etwa 2,5 Stunden trainieren. Das Training war dabei je zur Hälfte unterteilt in Atienza (erste Hälfte) und Sayoc (zweite Hälfte). Atienza Im Atienza Teil wird das Trainingsprogramm etwa vierteljährlich geändert. Gerade als ich ankam hatten sie mit Stock angefangen. Als weitere Alternativen hätte es wohl noch Klinge und improvisierte Waffen (z.B. Tennisball im Socken ) gegeben. Keine Ahnung, ob es auch einen WaLo Teil gegeben hätte. Die Stöcke hatten im Atienza etwa eine Länge von etwa 90cm und einem Durchmesser von 3cm (Stöcke werden im Training gestellt), wodurch sie schwerer sind als meine gewohnten Stöcke (etwa so schwer wie ein Axtstiel). Zum Aufwärmen haben wir dann mit diesen Stöcken Autoreifen bearbeitet (Figure 8 usw.) und die Stick Evolution (Drill) geübt. Im Anschluss ging‘s dann mit Softsticks und Pratzenarbeit weiter, wobei verschiedene Block-Konter Geschichten durchgespielt wurden. Als Alternative dazu haben wir auch öfters bestimmte Teile der Stick Evolution isoliert und dafür Konter und/oder Variationen geübt. Zum Ende des Trainings gab‘s dann nochmal ein bisschen Sparring mit Softsticks, um die geübten Bewegungen auch unter Druck umzusetzen. Im Großen und Ganzen ne schöne runde Sache. Die Techniken blieben dabei eher simpel im Bewegungsablauf und wurden durch häufige Wiederholung an den Pratzen oder im Sparring gut eingeschleift.Sayoc Im Anschluss gab‘s dann immer das Messertraining. Als Besonderheit am Rande sind dabei die Waffengürtel anzumerken, die dort von allen getragen werden. Ich fand das anfangs etwas merkwürdig und hielt das eher für nen Marketinggag. Mir wurde das dann aber einleuchtend erklärt, was der Vorteil davon ist:
Besonders das Erkennen eines Ziehvorgangs fand ich interessant, da ich es eher kenne, dass das Messer irgendwo am Boden liegt und sobald man dazu wechseln will man erst mal hin geht und es aufhebt. Der Ziehvorgang wird dann meistens beim Training vernachlässigt. Trainiert haben wir dann das vital template „3 of 9“ (YouTube - Sayoc 3 of 9 Vital Template) . Dabei handelt es sich um einen Drill, bei dem ein bewaffneter Angreifer einen waffenlosen Verteidiger angreift. Ziele sind dabei ausschließlich vitale Punkte. Das wurde dann auf links, rechts und auch mit zwei Messern trainiert und wie schon bei der Stickevolution einzelne Elemente isoliert und mit Kontern oder Variationen trainiert. Allgemein So viel erst mal zu den Trainingseinheiten. Trainingszeiten entnehmt ihr bitte der Homepage (http://bladearts.com/), da sich diese bestimmt ändern können. Für mich als Student hat ein Semester (6 Monate) Training 1900 SEK gekostet, was etwa 30€ pro Monat entspricht. Dafür konnte ich dann alle Einheiten besuchen. Es ist allerdings auch möglich weniger zu zahlen und dann nur zum Sayoc oder Atienza zu gehen. Aber mal ehrlich: Wenn ihr eh schon da seid, dann lasst euch nix entgehen und macht das volle Programm. Für Schweden ist das absolut günstig! Fabian und Jiro sind zwei äußerst kompetente Trainer, die natürlich wie nahezu jeder Schwede exzellentes Englisch sprechen und euch super betreuen, da die Gruppe eh etwas klein ist (es waren maximal 8 Leute da zu meiner Zeit). Außerdem hatten sie mich zu Beginn sogar noch darauf hingewiesen, dass es neben ihrer noch andere FMA Schulen in Stockholm gibt, die ich mir auch noch anschauen könnte. Von Konkurrenzdenken und Platzhirschgehabe war da absolut nichts zu spüren. Wie mir Johan Skalberg auch kürzlich mitgeteilt hat wird in Ihrer Schule jetzt auch noch Kali Sikaran (nach Johan Skalberg ;-) ) angeboten. Also kann ich ohne Bedenken behaupten, dass das DIE Adresse für FMA in Stockholm ist. Allerdings müsst ihr im Sommer (Juli, August) aufpassen, da Schweden dann in einen kollektiven Sommerschlaf verfällt. Das gilt für nahezu ALLES und JEDEN! Cafes, Discos und auch so gut wie alle Sportmöglichkeiten. D.h. es ist schon mal normal wenn dann 2 Monate kein Training ist. Wobei ich auch sagen muss, dass Fabain und Jiro zu der Zeit in ihr neues Dojo umgezogen sind und das renovieren und ausstatten mussten. Deshalb hat’s sicher auch länger gedauert bis das Training wieder los ging. Wenn ihr also Fragen zum Training dort habt oder euch dieser Bericht genützt hat, dann lasst doch ne kurze Nachricht hier. Schöne Grüße Matthias Edith sagt: Die Links zu Stockholm Bladearts waren falsch Hab's verbessert!Geändert von watzenlunger (23-02-2011 um 18:13 Uhr). |
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#2
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| Sehr interessanter Bericht - vielen Dank. Auch den Bericht aus Kiew fand ich super. Hier allerdings: Laufen die immer mit einem Messergürtel durch die Gegend oder sind die vitalen Punkte nur während des Trainings geschützt? Der zweite Punkt leuchtet jedoch ein - so habe ich das auch erklärt bekommen. Marketingtechnisch geschickt ist es trotzdem :-) Grüße Christian |
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#3
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| die haben die meisten vitalen punkte unterhalb der gürtellinie? ![]() |
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#4
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| soviel blade awareness ist aber nur nötig, wenn man tatsächlich 10 messer im gürtel hat. ich würde ziehen u.ä. nur mit einem trainieren. findet sich leichter. muss man also nicht so viel üben, wie mit 10 verschiedenen... ![]() sayoc ist m.e. messertechnisch nicht mehr zu toppen. aber dieser gürtelkram... 3of9 hab ich über krishna vom warriors eskrima (&sayoc) kennengelernt und mach das gelegentlich auch im eigenen training. da reicht mir auch ein, bzw. beim beidhändigen ausführen halt 2, messer. |
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#5
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statt mehrerer Messer könnte man ja auch einen Werkzeuggürtel mit Hammer, Schraubenzieher usw. tragen also hab ich mir den Kommentar erspart, um nicht zu den "Ja aber ich hab doch nie einen Stock dabei"-Leuten zu gehören ![]() |
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#6
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| eigentlich hat man immer mindestens einen Stock oder ein Messer dabei, denn entweder geht man gerade zum FMA-Training oder kommt von dort^^ |
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#7
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| Zumindest die bei denen es nicht affig aussieht ein Messer zu tragen. Messergurt am Hals wär ja auch etwas seltsam Sonst hatte Jiro aber z.B. noch eine Art Brustholster bei dem sich die Messerscheide etwa auf Höhe des Solar Plexus befindet.Zum Thema "blade awareness": Auch wenn jemand nicht 10 Messer einstecken hat, weiß ich ja nicht zwangsläufig wo er sein Messer hat. Im Training weiß ich meistens, dass und wo er eines hat. Durch die Vielzahl der Messer und deren Position erhöht sich dann trotzdem wieder der Überraschungseffekt. Wobei es im Sayoc ja aber eh mehr darum geht den Messerführenden zu trainieren und weniger den Verteidigenden. Insofern würden dann auch wieder weniger Messer reichen, das stimmt. |
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#8
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#9
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| Ich vermute mal der hat einen ganz lapidaren Grund der Messergürtel vielleicht erleichtert er auch das Vorführen verschiedener Messertechniken er braucht nicht immer ein Messer weg legen ein anderes holen unsw. mit Messer 1 sieht es so aus mit Messer 2 so oder so gibt ja auch zu den verschiedenen Messer verschiedene Möglichkeiten der Anwendungen . Das so nebenbei die verschiedenen Zieh Möglichkeiten geübt werden sollte auch ein Grund sein . Wie gesagt Vermute ich das mal ![]()
__________________ Es gibt kein schöneres Geräusch als das Zähneknirschen eines Kumpels.:o) |
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#10
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| Jo, seh ich auch so. Mal nebenbei an die Mods: Wieso werden denn hier die Wortsilben "a l l " und "c h u n" editiert? Edit: Jetz is wieder alles normal. Danke! Geändert von watzenlunger (25-02-2011 um 10:06 Uhr). |
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#11
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| keine ahnung. es gibt hier ein programm, dass dort als "problematisch" abgespeicherte wörter sofort unkenntlich macht. das hat ja jetzt schon wieder funktioniert und ich weiß gar nicht, was du da ursprünglich stehen hattest. ist halt ne maschine, kein mod. ![]() jetzt wäre es fast aufgeflogen: wir sind in wirklichkeit roboter. ![]() |
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#12
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| Erstmal: schöner Bericht, Watzenlunger! Der in den Alltag übertragene Messergürtel von heute: Mobiltelefon, MP3 player, Portemonnaie, Tempotaschentücher, Digitalkamera, Schlüsselbund ...aeh mist, ich komm nicht auf 10. ![]() (man sieht ausserdem, dass onlineshoppende Leute mit Iphone ohne Schnupfen hier stark benachteiligt sind ![]() )
__________________ --- Arnis in Bremen --- solo baston / doble baston \ / espada y daga \ , unarmed •• improvised weapons §%# |
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#13
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![]() Cooler Bericht übrigens, danke! |
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#14
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#15
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| Ich habe auch mal als zusätzliche Erklärung gehört, das ein Gegner potentiell auch mehr als ein Messer haben kann. Mit dem Gürtel kann also der "Kampf" weitergehen, wenn das Messer zu Boden geht oder es kann ein zweites Messer ins Spiel kommen. Kann man sicherlich auch anders trainieren, als mit dem Gürtel, aber jeder wie er mag ![]()
__________________ “Everybody's got plans...until they get hit.” Mike Tyson |
![]() |
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