| Umfrageergebnis anzeigen: Wie wichtig sind euch Tradition, Kultur und Geschichte bei den FMA? | |||
| Ist alles essenziell. | | 11 | 19,30% |
| Ist alles unwichtig. | | 7 | 12,28% |
| Ist relevant, aber nur peripher. | | 26 | 45,61% |
| Ist mir egal. | | 9 | 15,79% |
| Ich will nur Tradition. | | 2 | 3,51% |
| Ich will nur Geschichte. | | 1 | 1,75% |
| Ich will nur Kultur. | | 1 | 1,75% |
| Teilnehmer: 57. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen | |||
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#1
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| Ich habe diese Aussagen gelesen in einem anderen Thread hier (tjakalele). Wie seht ihr das? Sind euch "philippinische" Traditionen und Kulturen, die philippinische Geschichte wichtig beim Erlernen dieser Stile? (Es soll eine Umfrage werden mit mehreren Antwortmöglichkeiten. Falls ich das nicht hinkriege bitte ich um Hilfe. Danke.) P.S. Bitte kein Bashing. Verschiedene Leute können verschiedene Meinungen haben. Aber eine Diskussion ist durchaus willkommen.
__________________ 对我来说中华人民共和国是亚洲人的国家。我爱中国,我爱吕宋岛。我也爱卡提浦南政党与中国的中国共产党。ᜋ ᜇᜋᜒᜅ᜔ᜐᜎᜋᜆ᜔ᜉᜓ|| ~ᜄᜓᜇᜒ~ |
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#2
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| Ist mir komplett egal. Ich hab keinerlei Verbindungen zu den Philipinen, lediglich der Trainer meines Trainers hat da vor langer Zeit sein Handwerk gelernt. Inzwischen is das was ich trainier mMn sehr sehr deutsch. |
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#3
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| na, wie du dir wohl denken kannst, halte ich natürlich die geschichte und "tradition" der kks die ich betreibe und der ethnien, die sie hervorbrachten und derjenigen die sie heute benutzen (einschließlich der kulturell bedingten anpassungen) für was sehr wichtiges und interessantes. aber um einen stil zu erlernen? nein. ist eigentlich völlig unwichtig. körpermechanik ist körpermechanik. konzept ist konzept. funktional ist funktional (bezogen auf praktische anwendbarkeit im konfliktfall). schön ist schön (immer eine mischung aus individuellem "geschmack" und kulturell geprägten "aufmerksamkeiten" für bestimmte "geschmackswahrnehmungen" sozusagen). man kann sehr wohl die kk an sich vom kulturellen umfeld der kk trennen. und das zu tun ist voll legitim. das "drumherum" ist m.e. ne sache des persönlichen interesses. das mag jeder handhaben, wie er will. allerdings sollte man, wenn man sich gedanken über technische und taktische eigenheiten eines stils macht, immer auch im kopf behalten, dass es oft mehrere wege gibt, ein grundkonzept praktisch umzusetzen und das dieses WIE (weniger das WAS) auch durch viele faktoren beeinflusst ist, die nen kulturellen, sozialen (klingenwaffen leisten können, waffen nur für nen bestimmten stand / ne bestimmte kaste usw.) oder aber auch geographischen (matschiges reisfeld, sandiges terrain, felsige steigungen statt glatter asphalt usw) oder sonstigen hintergrund haben kann. ich find die themen toll. aber das ist nur ne persönliche vorliebe. wenn man damit übertreibt, läuft man gefahr, so manchen zu langweilen, der sich dafür einfach nicht interessiert. praktisch: vielleicht sollte man solche themen eher in extra-threads packen oder in solche, die grundsätzliches behandeln, als sie überall "reinzudrücken", wo sich grad die gelegenheit ergibt. das hängt aber auch davon ab, was hier an feedback auf deine frage kommt. bin sehr gespannt. ich hab übrigens nicht abgestimmt, da mehrfachnennungen nicht möglich waren. wie unterscheidest du eigentlich zwischen kultur und tradition? das ist mir schleierhaft. ![]() Geändert von amasbaal (26-04-2011 um 21:08 Uhr). |
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#4
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| Ich halte das Verständnis der Kultur aus der die jeweilige Kampfkunst für sehr wichtig; es gibt sonst unweigerlich Mißverständnisse. Leider weiß ich sehr wenig über die philippinische Kultur aber ich lerne gerne und ein erster Augenöffner war mein Besuch in Manila... Gaoli, ich hoffe unser nächstes Treffen steht unter einem besseren Stern, sprich ich bin gesund und habe mehr Zeit; dann werde ich Dich mit Fragen löchern :-) Grüße Christian |
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#5
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| Ich weiß nicht ob ich jetzt schon was schreiben soll oder noch warten soll. Ich fass mich kurz. Ich würde mich über weitere Beiträge freuen. Traut euch ![]() @Asgar: Amasbaal hat ja auch Recht. Technik ist Technik. Das andere ist das andere. @Amasbaal: Zitat:
Interesse ist vielleicht auch schwer wenn etwas so weit weg ist. Eigentlich ist das Wort sehr logisch... Kann man das noch ändern?Ja, da habe ich für mich eine sehr doofe Definition, die für mich aber funktioniert. Z.B. Viele Leute mögen japanische Manga & Anime. Sie hören deswegen immer japanische Popmusik & sagen sie lieben Japan & wüssten (verdammt, Konjunktiv ist schwer) alles. Aber wenn man sie fragt, kennen sie sich nur in diesem Teilbereich aus. So, dieser Teilbereich ist für mich persönlich "Kultur". "Tradition" hat für mich oft auch was mit Wissen über Gesten (Handschütteln, verbeugen, Glas anstoßen usw.), Religion, traditionelle Kleidung ("Trachten", oder?) Musik, Geographie, Literatur usw. zu tun. Also, wie Kultur nur umfassender, globaler. @Eskrima-Düsseldorf: ![]() Grüße Christian[/QUOTE]
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#6
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| Ich hab mir mal die Prüfungsordnung von Modern Arnis (DAV) angeschaut, da steckt auch Landeskunde, Kultur und Geschichte drin.
__________________ "And if I die before I wake, I pray the lord my soul to take" |
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#7
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| Zitat:
kultur ist das tradierte wissen und die dazugehörigen verhaltensmuster einer eingrenzbaren gemeinschaft, wozu auch unbewußtes "wissen", bis hin zu situativ angemessenen körperlichen reaktionen und "haltungen" und zb."emotionales" wissen dazugehört. es sind also nicht nur rein kognitve strukturen von belang. es wird zwar häufig auch von "materieller" kultur gesprochen (wenn es zb. um kleidung, werkzeuge/waffen, speisen usw. usf. geht) aber genaugenommen sind das ja nur produkte, deren produktion von kulturellen aspekten beeinflusst ist (ästhetisches empfinden, wissen über material, herstellung und funktion, symbolische bedeutung des gegenstandes, wertzuschreibung des gegenstandes usw. usf.), nicht aber "kultur". kultur ist was nicht wirklich fassbares - kein ding oder ereignis oder handlung, sondern die bedeutung von dingen, ereignissen, handlungen, die durch soziale und historische prozesse in ständigem wandel ist. die tradition ist da eher etwas starres, eine art blueprint dessen, was zu befolgen ist, damit man in einer kontinuität steht. die tradition ist halt die art und weise wie zb. ein tanz aufgeführt werden muss, damit er als wiederholung des "korrekt überlieferten" originals erkannt wird und damit alte muster (auch des denkens und der wertzuschreibungen und bedeutungszuschreibungen, die automatisch bei bestimmten symboliken "hochkommen") schon fast auf ritualisierte art lebendig hält. die kultur wäre da eher der "hintergrund", das warum der art und weise des tanzes. tradition ist sichtbar und fassbar, kultur nicht. die wird erst durch die tradition oder durch konflikte um die befolgung oder nicht mehr befolgung von traditionen in ihrer WIRKUNG sichtbar. man sagt, dass etwas als traditionell bezeichnet werden kann, wenn eine innovation oder umdeutung entsprechend gefestigt ist. i.d.r. wird da einfach ein zeitraum festgelegt, in dem die jüngste generation der gruppe keinen einfluss mehr auf die generation der "traditionsbegründer" haben kann, wenn letztere also verstorben ist. tradition beginnt also sozusagen frühestens ab der 3. oder 4. generation, die ein bestimmtes verhalten kontinuierlich fortgeführt hat und dies dabei nicht IM KERN verändert hat. eine bestimmte lineage eines fma stiles mit "tradition" müsste nach dieser definition also mindestens 75 jahre alt sein und seine grundlegenden konzepte und methoden, sowie seine, ihn ausmachenden speziellen techniken nicht wesentlich geändert haben, um als "traditionell" durchzugehen. wenn man das zb. grob vereinfacht auf die sprachwissenschaften überträgt, dann ist die semantik eine frage der kultur und die grammatik und das vokabular eine frage der tradition, bzw. der sprachlichen handlung, auf die man sich geeinigt hat, um strukturen zu haben, die ein "verstehen" erst ermöglichen. nur lässt sich eben semantisches erst durch grammatisches und das vokabular ausdrücken. ohne handlung kann ich nichts kulturelles erkennen oder zum ausdruck bringen, ohne kultur wäre keine SINNVOLLE (mit bedeutung versehene) handlung möglich. und das betrifft dann sämtliche bereiche menschlichen lebens, die allesamt aufeinander wirken und sichge genseitig beeinflussen - es ist eben ein holistischer und prozesshafter kulturbegriff. aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht in völlig theoretisches abdriften. hier ist ja immer noch die sache an sich im vordergrund: die praxis der fma und ganz konkrete dinge, die im umfeld der fma passieren. in letzter zeit gleitet das selbst mir doch allzu sehr in eine art akademischen debattierclub ab. das interessiert echt nicht jeden. mir ist halt nur wichtig, dass wir uns einigen wovon wir eigentlich reden (deshalb auch meine bemühungen den ein oder anderen begriff unddie dazugehörigen worte zu klären. ich schlage vor, dass wir diesen thread künftig nicht nur für die umfrage nutzen, sondern auch für derartige themen. dann werden die anderen threads nicht allzu sehr durch derart theoretisches "gestört". ich kann gut nachvollziehen, dass das den ein oder anderen nervt, will aber auch nicht auf so was völlig verzichten. Geändert von amasbaal (27-04-2011 um 09:07 Uhr). |
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#8
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| Ich finde die Geschichte und Kultur bzw. Tradition im Rahmen der FMA wichtig. Das ist allerdings ein Teil, der im normalen Training eher am Rand vorkommt - vieles erschliesst sich da eher durch Gespräche oder wird "nebenbei" vermittelt. Man braucht die Informationen sicherlich nicht, aber manchmal ist es halt schön ein bisschen Hintergrundwissen zu haben. Ob das damit anfängt wieso man sich verbeugt oder wieso einige philippinische Waffen diese "Pistolengriffe" haben oder wieso manche Stile trappen und andere eher checken oder clippen...der Übergang von der "Technik" zur "Tradition" kann da manchmal auch fliessend sein. PS: Ich hab auch nicht abgestimmt, weil micht keiner der Punkte so direkt angesprochen hat. Waren alle zu "Top oder Hop" |
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#9
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| Tradition und Kultur sind für mich schon interessant, haben aber keinen unmittelbaren Bezug zu meinem Training. Ausserdem kann ich nicht entscheiden, ob die Traditionen, die uns hier präsentiert werden, authentisch sind. Nachdem was man so hört und liest, besteht diese Unsicherheit aber auch auf den Philippinen selbst. Die Beschäftigung mit der Geschichte und (Sub-)Kultur der Kampfkünste ist daher mMn immer auch sehr spekulativ, zum Glück hat das tatsächliche Training da schon mehr Substanz ![]() Gruß, uwe |
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#10
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| Ich persönlich finde die Geschichte bzw. die Tradition einer KK/KS sehr interessant. Beim Arnis de Mano Deutschland e.V. und beim Modern Arnis - Mano Mano Organisation Deutschland gibt es zu den Prüfungen einen Theorieteil in dem rudimentäres Wissen auch abgeprüft wird. Zum reinen technischen Erlernen einer KK/KS ist es meines Erachtens aber von untergeordneter Bedeutung.
__________________ Um das Mögliche zur erreichen, musst du das Unmögliche versuchen! |
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#11
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| Um noch was klar zu stellen ich sprach auch wirklich von Tradition/Traditionen wie zB ich muss einen grün-rotweiss,-lila-beige farbenen kimonoähnlichen Anzug tragen, weil Meister xyz es vor 300 Jahren in der Schlacht vom Komtal getragen hat usw..Der geschichtliche Kontext und Lebensumstände und ich nenne es mal "Matrialausstattung" der "Kämpfer" um zu verstehen wie welche "Technik" anzuwenden ist oder anwendbar ist, finde ich hingegen essentiell (zB. Sinn und Unsinn von sehr scharfen Schnittwaffen und Techniken gegen Vollharnisch), wenn ich als Trainer wirklich vertsehen will, was ich da warum wie unterrichte! Gruß |
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#12
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| Werte und Tradition, gibt es die heute noch? Oder sind diese mittlerweile sukzessive verloren gegangen? In früheren Zeiten stand die Bezeichnung "Bothoan" für eine Universität des Lebens. Bothoans waren besondere Schulen, in denen man den Umgang mit den Waffen erlernen konnte. Die Schüler wurden hiefür fortwährend harten Prüfungen unterzogen. Bei Nichtbestehen einer prüfung wurden sie aufgefordert, die Schule umgehend zu verlassen. Die Bothoanmitglieder stellten in sich selber eine große Familie dar und setzten sich füreinander ein. Des weiteren lernten sie Disziplin und Demut. Beides waren unverzichtbare Forderungen, um in der Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Nur wer Durchhaltevermögen, innere Stärke und Gehorsam bewies, konnte die nächsten Prüfungen bestehen und war in der Lage, später selbst zu unterrichten. Entnommen aus dem Buch von Gunnar Siebert. Leider war ich noch nicht im Mutterland und kann dessen keine Aussage treffen, ob o.g. Betrachtungen noch bestehen? Denke aber, eher nicht...... |
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#13
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| Ich finde die Geschichte und die Traditionen ebenfalls sehr wichtig und interressant, da sie für ein besseres Verständnis sorgen und sie einfach ein Teil einer KK sind, den man nicht einfach wegschneiden sollte. Wie weiter oben bereits gesagt gibt es im Modern Arnis auch theorethische Prüfungen, so wurde ich bei meiner letzten Prüfung z.B. über die Besatzungszeit auf den Philipinen gefragt und fand das ich auch voll ok so ![]() Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich total dagegen bin Tratitionen wie die Kleidung so beinhart durchzusetzen, dass wenn jemand z.B. das richtige T-Shirt vergessen hat nicht mittrainieren darf (zugegeben: einen solchen Verein würde ich auch niemals besuchen), denn schießlich gehts ums Training und nicht darum wie man aussieht! Im Endefekt finde ich die Tratitionen zu kennen und zu respektieren wichtig, aber es sollte dennoch nicht über dem Training stehn ![]() |
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#14
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| So dann auch von mir. Mir persönlich sind Traditionen und Kultur egal. Wen das interessiert, das soll sich damit beschäftigen, kämpferisch hat das für mich keine Aussage und keine Bedeutung für das hier und jetzt. LG Birdsegg |
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#15
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