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  #1  
Alt 16-11-2005, 11:07
Benutzerbild von justy
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate (Goju Ryu)
 
Registrierungsdatum: 21.09.2005
Ort: Kiel
Alter: 27
Beiträge: 143
Standard Angst im Dunkeln?!

Hallo ihr Lieben,

ich muss mal irgendwo ein bisschen Frust loswerden und da es sich in meinen Augen um ein eher frauenspezifisches Problem handelt, poste ich es hier.

Es regt mich tierisch auf, dass ich als Frau nicht nachts von a nach b laufen kann, ohne dabei Angst zu haben. Mag sein, dass ich da durch Medienberichte etwas übersensibilisiert bin, aber bei mir geht das teilweise so weit, dass mich die 5 Minuten Fußweg von meiner Stammdisco nach Hause dermaßen aufregen, dass ich, zu Hause angekommen, erstmal wieder runterkommen muss.

Irgendwie läuft die Angst immer mit, betrunkene Psychopathen, die einem hinterherlaufen, der Klischee-Vergewaltiger hinter dem nächsten Busch etc

Da frag ich mich doch, in was für einer Welt ich eigentlich lebe, dass ich mich nicht ruhig und friedlich draußen bewegen kann, ohne dass mir solche Gedanken kommen. Ich finde es frustrierend!

Es ist nicht so, dass ich paranoid bin oder unter Verfolgungswahn leide, nur der Gedanke, dass etwas passieren könnte bleibt trotzdem im Hinterkopf.
Ich gehöre dankenswerter Weise nicht einmal zu dem Mädels, denen schon was Ernstes passiert ist (abgesehen von ein paar Irren, die dann aber glücklicherweise nur da auftauchten, wo ich nicht alleine war).

Wie erlebt ihr das? Geht es euch damit besser, weil ihr eine Kampfkunst trainiert? Glaubt ihr, dass ihr so eine Situation durch eure Fähigkeiten lösen könntet? Was macht ihr, wenn euch Jemand tatsächlich folgt? Gleich Freund(e)/Polizei anrufen? Abwarten? Schneller gehen??

Ich achte eigentlich darauf, nachts nicht allein unterwegs zu sein (ärgert mich ebenfalls, dass ich mir da immer was organisieren muss/abhängig bin), wenn es dann doch mal vorkommt, habe ich das Handy in der Tasche und den Schlüssel in der Hand (irgendein SV-Kurs:"Ziehen sie dem Angreifer ihren Schlüssel durch die Augen" Oo), gehe den schnellsten Weg und achte sehr auf meine Umgebung.

Liebe Grüße und danke fürs Lesen, Justy
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  #2  
Alt 16-11-2005, 11:45
Benutzerbild von sTaRfiGHt
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Kickboxen, mit MT angefangen
 
Registrierungsdatum: 12.10.2005
Ort: Bayern/Landshut
Alter: 32
Beiträge: 569
Standard

OHHHH jaaa ich kenn das nur ZU gut, sag ich dir!!! Bei mir geht auch ständig die Angst mit.
ok ich kann zwar gute Kicks austeilen und gut ausweichen ect. kann auch ein paar Selbstverteidigungssachen aber ich schätz mal das das nicht all zu viel nutzen muss/kann
deshalb renn ich nur noch mit Tränengas in der Tasche rum wenn ich weiß ich bin allein unterwegs... ist zwar auch keine Wundermittel aber verschafft mir doch etwas mehr Sicherheit. Das und das Wissen das ich mich auf gewisse Weise doch wehren kann und zur Furie Nr.1 werden kann, erleichtern mir das Leben (oder den Weg im Dunkeln) schon sehr Alles natürlich so lange wie mein Kontrahend keine Waffen wie Messer oder so einstecken hat *auweia* das wär Horror und keiner hätte mich je so schnell laufen sehen

Mir ist es leider schon 2x mal (und beinahe ein 3tes Mal) passiert das ich in eine etwas brenzliche Situation gekommen bin. DAS wünsch ich echt KEINER!!!!!
__________________
Wo käme man hin, wenn jeder fragte wo käme man hin? Und keiner ginge um zu sehen, wohin man käme wenn man ging ...???
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  #3  
Alt 16-11-2005, 11:52
Benutzerbild von Dahaka
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Kyokushinkai karate
 
Registrierungsdatum: 21.10.2005
Ort: Österreich, Burgenland
Alter: 25
Beiträge: 1.642
Standard

Zitat:
Zitat von sTaRfiGHt
Mir ist es leider schon 2x mal (und beinahe ein 3tes Mal) passiert das ich in eine etwas brenzliche Situation gekommen bin. DAS wünsch ich echt KEINER!!!!!
Erzähl mal! Mich interesieren solche Geschichten!!!

Musst aber nicht wenn es dir was ausmacht!

Gruß
Dahaka
__________________
Paul "Nothing but a good workout" "No Pain no Gain" "OSU" :)
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  #4  
Alt 16-11-2005, 12:00
Benutzerbild von sTaRfiGHt
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Kickboxen, mit MT angefangen
 
Registrierungsdatum: 12.10.2005
Ort: Bayern/Landshut
Alter: 32
Beiträge: 569
Standard

kann das bischen anschneiden, aber erst nach Mittag, gell
__________________
Wo käme man hin, wenn jeder fragte wo käme man hin? Und keiner ginge um zu sehen, wohin man käme wenn man ging ...???
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  #5  
Alt 16-11-2005, 12:17
Benutzerbild von Baphomet
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: kickboxen, muay thai
 
Registrierungsdatum: 05.10.2004
Beiträge: 1.199
Standard

ich kenn das problem nur zu gut, vor allem wo bei mir noch hinzukommt dass ich in der dunkelheit nicht sehr gut sehe. ich fahr auch nur äusserst ungern auto wenn es dunkel ist, weil meine augen mit der dämmerung mich immer mehr im stich lassen

also den schlüssel in der jackentasche in der hand zu halten, das finde ich normal. auch deswegen weil uns schon in der schule eingebläut wurde, schlüssel immer schon vorkramen wenn man noch unter menschen ist, damit man dann alleine vor der haustür nicht erst lange suchen muss.

wenn ich alleine unterwegs bin, bin ich halt extrem wachsam, mehr als sonst. ich registriere jedes geräusch, ich sehe mir bewusst jeden menschen in meiner umgebung an, ich drehe mich öfters um und bin besonders in alarmbereitschaft wenn neben mir ein auto langsamer wird oder hält.
angst nenne ich das nicht, einfach nur alarmbereitschaft, und das finde ich ziemlich normal. ich glaube auch nicht dass es nur frauen so geht.
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  #6  
Alt 16-11-2005, 12:21
Benutzerbild von whizkid
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate
 
Registrierungsdatum: 30.07.2004
Ort: Köln
Alter: 30
Beiträge: 186
Standard

Ich hab dieses Problem nicht. Ich weiß allerdings nicht, ob's daran liegt, dass ich schon mit knapp 11 Jahren mit KK angefangen habe. Kann auch sein, dass es daran liegt, dass ich früher überbehütet wurde. Ich mein, mit 16 vom Training abgeholt zu werden, wo die Halle im gleichen Block ist und ich vll 5 Minuten unterwegs war, fand ich schon sehr übertrieben. Ich wohne in einer Gegend, die nicht unbedingt zu den besten gehört, wobei es ein paar Ecken weiter noch schlimmer ist. Aber ich hab kein Problem damit, nachts um 01:30 noch zu Fuß ne halbe Std. oder länger nach Hause zu stapfen, weil kein Bus mehr fährt. Und körperlich bin ich mit Sicherheit den meisten unterlegen. Ob ich Technik so anwenden könnte, dass sie wirksam ist, musste ich zum Glück noch nicht ausprobieren. Ich will allerdings auch nicht, dass dieser Fall mal eintreten wird. Deshalb bin ich aber noch längst nicht übervorsichtig und laufe nicht mehr alleine durch die Straßen.
__________________
Greetz whiz
Veränderungen öffnen neue Wege. Ob die besser oder schlechter sind, zeigt die Zeit.
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  #7  
Alt 16-11-2005, 12:31
inaktiv
Kampfkunst: die 'Moderation' in diesem Board ist unter aller Sau
 
Registrierungsdatum: 06.08.2003
Beiträge: 596
Standard

Zitat:
Zitat von justy
Da frag ich mich doch, in was für einer Welt ich eigentlich lebe, dass ich mich nicht ruhig und friedlich draußen bewegen kann, ohne dass mir solche Gedanken kommen.
In deiner eigenen Welt. Und da würde ich auch anfangen, an deinen Ängsten zu arbeiten.

Sat1-News und Bildzeitung sind nur ein sehr verzerrender Spiegel der Realität ...

... Autofahren ist richtig gefährlich im Vegleich zu manch anderem.
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  #8  
Alt 16-11-2005, 12:36
Benutzerbild von Schlagdraufundschlus
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Krav Maga, Kickboxen
 
Registrierungsdatum: 17.06.2005
Beiträge: 490
Standard

Der von den Medien gern zitierte "Vergewaltiger, der aus dem Gebüsch springt" ist deutlich seltener als der nette Verwandte, der sich irgendwann als Vergewaltiger entpuppt. Auch ist die Dunkelziffer bei solchen Delikten viel höher, weil frau sich schämt, Verwandte/Bekannte anzuzeigen.

In sofern ist die Gefahr nachts auf der Straße wohl geringer als z.B. auf einer Party.

Wachsamkeit ist ja ne feine Sache, aber wenn man permanent Angst hat, nur weil's dunkel ist, dann sollte man mal daran arbeiten.
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  #9  
Alt 16-11-2005, 12:37
Benutzerbild von Ulf1
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Pencak Silat (Si Ge Pi)
 
Registrierungsdatum: 16.11.2005
Ort: Berlin
Alter: 41
Beiträge: 8
Standard Angst mal anders betrachtet

Hallo,

zum Thema Angst sollte man (frau) zwei Aspekte als Kampfsportler mit in Betracht ziehen.

Zum Einen ist die Angst eine natürliche Schutzfunktion unseres Körpers. Diese soll die Kräfte und Aufmerksamkeit in Situationen die bedrohlich werden können mobilisieren. Das ist ja schon mal gut – jetzt muss nur noch entschieden werden ob Angriff oder Flucht.

Zum Anderen, wenn man Kampfsport als Lebensweg betrachtet lernt man viel über den Menschen und seine Funktion. So lernt man als Sportler seine Grenzen und Kräfte einzuschätzen. Leider vergessen wir dieses wenn wir die Matte verlassen sehr gerne. Z. B. würde niemand auf die Idee kommen, nach einem zehn Stunden Arbeitstag (evt. mit Überstunden, sehr lauter Beschallung und schlechten Lichtverhältnissen, keiner richtigen Pause, usw.) um ein Uhr nachts zu trainieren und einen sehr guten Gegner um kurz vor zwei um ein vollkontakt Freikampf bitten. Nach der Disco macht man wahrscheinlich niemanden an, aber die Situation in der man ist scheint nicht gerate günstig zu sein.

Durch den Weg des Kampfsportlers hat sich auch der Lebensrhythmus geändert. Jetzt regeneriere ich nachts und habe mehr Spaß (und Kraft) zu den anderen Tageszeiten.
Wenn Müdigkeit und das Gefühl von abgespannt zu sein Einzug halten, dann kommt die Phase der Ruhe und Meditation. Das sollte man auch jeden Tag immer wider so üben. Denn das richtige Maß zu finden ist eine Lebensaufgabe.

Mein persönlicher Lebensweg heist seit zwanzig Jahren daher Silat.
http://www.silatberlin.de

Gruß

Ulf

Geändert von Ulf1 (16-11-2005 um 12:43 Uhr).
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  #10  
Alt 16-11-2005, 14:11
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: American Football&Krafttraining ( Taekwondo Adé :)
 
Registrierungsdatum: 12.11.2004
Alter: 25
Beiträge: 496
Standard

ich sag ja immer carpe noctem

okay spaß beiseite:

also ich bin kein psychologe und ich weiß nicht inwiefern man / phobien bekämpfen kann... als ich noch klein war hatte ich auch angst im dunkeln... mir hat es aber mit zunehmendem alter geholfen mich öfter damit zu konfrontieren... diverse nach hause märsche nach partys etc. mittlerweile macht mir dunkelheit nichts mehr aus... will sagen ich hab eigentlich den weg der schock-therapie gewählt. klar, dass man sich unwohl fühlt wenn man mitten in der nacht in nem wald steht oder so... aber fürn anfang wärs doch vielleicht ganz sinnvoll ( vor allem für die damen ) sich nen begleiter für den nach hause weg zu suchen! irgendnen gentleman wird sich da doch finden oder nicht

lg rakki
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  #11  
Alt 16-11-2005, 14:25
Benutzerbild von Mirasol
Moderator
Kampfkunst: :)
 
Registrierungsdatum: 26.03.2005
Ort: Am Strand :)
Alter: 30
Beiträge: 1.558
Standard

Ich bin glaub ich eher etwas zu ruhig und zu wenig ängstlich...
Aber das hat bei mir definitiv nichts mit dem Kapfsport zu tun, denn das war ich schon immer!
Aber ich passe trotzdem auf, daß ich mich nicht leichtsinng verhalte, d.h. ich meide kleine Gassen ohne viele Lichter und passe auch immer auf, daß niemand direkt hinter mir geht. Das Gefühl mag ich nämlich überhaupt nicht Falls doch, dann stelle ich mich meist unter eine Straßenlaterne und lasse die Person vorbeiziehen, wobei ich dann oft mein Handy nehme und so tue, als würde ich telefonieren. Außerdem gehe ich immer direkt an der Straße, und nicht an der Seite mit Büschen.
Es gab mal eine Situation, in der hatte ich Angst, aber da wurde ich auch ziemlich blöd angesprochen.
Und falls ich doch mal ein ganz schlechtes Gefühl schon davor haben sollte, dann meide ich die Situation von vorneherein!

Viele Grüße,
Lazygirly
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  #12  
Alt 16-11-2005, 14:37
Benutzerbild von justy
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate (Goju Ryu)
 
Registrierungsdatum: 21.09.2005
Ort: Kiel
Alter: 27
Beiträge: 143
Standard

Hallo ihr Lieben,


Zitat:
also ich bin kein psychologe und ich weiß nicht inwiefern man / phobien bekämpfen kann... als ich noch klein war hatte ich auch angst im dunkeln...
Rakki,

*g* Angst im Dunkeln habe ich so auch nicht, ich mag die Nacht und auch die Dunkelheit, wegen der Ruhe und weil sich das Leben von ganz anderen Seiten zeigt, als tagsüber. Ich fand die Überschrift für den thread irgendwie passend und hab mir ansonsten keine weitergehenden Gedanken gemacht
Ich denke auch nicht, dass es sich um eine Art Phobie oder Paranoia handelt, die ich wegtherapieren kann, indem ich den Weg in Begleitung gehe, denn in Begleitung habe ich keine Angst... fühle mich auch garnicht als potentielles Opfer.

Ulf1

Zitat:
Durch den Weg des Kampfsportlers hat sich auch der Lebensrhythmus geändert. Jetzt regeneriere ich nachts und habe mehr Spaß (und Kraft) zu den anderen Tageszeiten.
Wenn Müdigkeit und das Gefühl von abgespannt zu sein Einzug halten, dann kommt die Phase der Ruhe und Meditation. Das sollte man auch jeden Tag immer wider so üben. Denn das richtige Maß zu finden ist eine Lebensaufgabe.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich Dich richtig verstehe? Wenn Du damit sagen willst, dass es an sich besser ist, nachts zu schlafen, anstatt zu feiern, dann gebe ich Dir gerne Recht. Das weiß ich und ich denke auch nicht, dass ich es bis an meine Grenzen übertreibe, dennoch bin ich zarte 20... da gewinnt auch mal die Unvernunft.

Falls die Aussage so gemeint war, löst sie das eigentliche Problem auch nicht, nämlich die Tatsache, dass Man(n)/ Frau in manchen Situationen mit Angst/ erhöhter Wachsamkeit (gutes Stichwort, danke Baphomet) reagiert, die in meinem Gerechtigkeitsempfinden nicht so besetzt sein sollten.

Subjekt,

Zitat:
In deiner eigenen Welt. Und da würde ich auch anfangen, an deinen Ängsten zu arbeiten.

Sat1-News und Bildzeitung sind nur ein sehr verzerrender Spiegel der Realität ...

... Autofahren ist richtig gefährlich im Vegleich zu manch anderem.
Das ist das Problem: Ich lebe eben nicht in _meiner Welt, ich teile diese Welt (Gott sei Dank) mit dem Rest der Menschheit.
Es ist auch nicht so, dass ich mich irgendwie stark mit diesen Themen auseinandersetze, den Fernseher hab ich beispielsweise abgeschafft .
Trotzdem ist das Bewusstsein da, dass ich im Zweifelsfall nur dadurch, dass ich als Mädchen auf die Welt gekommen bin, die "A****karte" habe, nachts, draußen, alleine... und das macht mich maßlos wütend.

Ich glaube, das Autofahren ist ein super Beispiel: Das ist eine Situation, die erst einmal ICH kontrolliere, da bin ich verantwortlich, gut, irgendein Freak könnte richtig Mist bauen und dann erwischt es mich, aber davor habe ich keine Angst, das ist dann in meinen Augen wahrhaftig dumm gelaufen...
Wenn Du allerdings Auto fährst, sagt Dir Niemand: Mensch Mädel, nachts alleine auf der Straße auto gefahren, klar hast Du da das Risiko...
Dass ich nicht alleine rumlaufen soll (geh nicht mit dem Mann mit den Bonbons...) wird mir aber von Kind auf immer wieder gesagt. Da hängt es dann wirklich nur noch davon ab, ob man dem Bekloppten eines Tages begegnet, oder nicht- nichts da mit Kontrolle... wenn der ein Messer hat, dann ists vorbei...

Womit wir wieder bei der Lebensrealität wären, wo ein Sexualstraftäter auch gerne mal in die Psychiatrie eingewiesen wird (bestenfalls), wo er dann ein halbes Jahr Maltherapie macht

Ich finde es einfach ungerecht, es macht mich wütend...

Bevor jetzt ein schiefer Eindruck entsteht: Ich bin an und für sich kein ängstlicher/panischer/hysterischer Mensch, denke nicht 24/7 über solche Dinge nach und es belastet mich auch nicht. Ich freue mich auch über Beiträge à la "locker bleiben", möchte aber dennoch versuchen, klar zu machen, wie ich über solche Situationen denke/ damit umgehe.

Liebe Grüße und danke für die vielen Antworten, Justy
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  #13  
Alt 16-11-2005, 15:11
Benutzerbild von Ulf1
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Pencak Silat (Si Ge Pi)
 
Registrierungsdatum: 16.11.2005
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Alter: 41
Beiträge: 8
Standard Angst im Dunkeln?!

Hallo justy,

Zitat:
Das weiß ich und ich denke auch nicht, dass ich es bis an meine Grenzen übertreibe, dennoch bin ich zarte 20... da gewinnt auch mal die Unvernunft.
Einer der wesendlichen Unterschied zwischen Kampfsport und anderen Sportarten (z. B. Fußball) ist, wenn du einen Fehler machst oder unaufmerksam bist, tut es gleich und dann auch noch dir selber weh.
Aus der Sichtweise eines vollkontakt Kampfsportlers kann man da sagen, dann erhöhe doch einfach die Intensität.
Als ich zwanzig war bin ich auch in der Morgendämmerung nach hause gekommen. Aber da war ich noch fitt. Nebenbei gesagt auch gut in Selbstverteidigung ausgebildet.
Wenn das nicht der Fall gewesen wäre hätte ich jemanden gesucht und gefunden der ein Auge auf das hat was geschieht.
Z. B. hat man mir nur von meinem 18 berichtet – mein Anteil war das ich mich mit guten Freunden (denn ich vertrauen konnte) umgeben habe. Dann kann man mal über die Stränge schlagen.
Das Leben ist keine Spielwiese (sieh Dir doch die teilweise noch natürliche Tierwelt an).

Ich verstehe das junge Menschen ausgelassen und spontan (natürlich auch unabhängig) sein wollen.
Aber mit 18 trägt man nicht nur die juristische Verantwortung für sein handeln sonder sollte sich so verhalten das man mit den Konsequenzen dann auch leben kann.

Gruß

Ulf
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  #14  
Alt 16-11-2005, 15:29
Benutzerbild von Schlankili
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Kampfkunst: Kickboxen & ab und zu etwas grappling
 
Registrierungsdatum: 20.07.2005
Ort: Nähe Hannover
Alter: 38
Beiträge: 388
Standard

@Justify:

Also erst einmal denke ich nicht, das Du als Frau, oder gerade Frauen Nachts bedrohter sind als wir Männer. Nur ist die Bedrohung eine andere. Bei uns Männern ist es weniger der der im Gebüsch auflauert (Dessen wahrscheinlichkeit mEn ziemlich gering ist), sondern eher die besoffenen Typen die auf Stunk aus sind. Ich denke sogar, das das Risiko für einen Mann gesamt gesehen in Schwierigkeiten zu kommen höher ist.

Leider steigt die Gewaltbereitschaft hierzulande deutlich an und ich frage mich (wie auch schon in anderen Threads), was sich so manche Leute dabei denken.

Unterm Strich ist ein klar, Nachts alleine unterwegs sein ist gefährlich, aber täglich tun wir etwas gefährlicheres als Nachts durch die Straßen gehen, wie z.B. schon das zitierte Autofahren. Und wenn Du jetzt wieder denkst, hier habe ich alles in der Hand, dann kann ich Dir sagen, das ich bereits in einen sehr schlimmen Unfall verwickelt war, in denen ebenso ein Spinner Amokgefahren ist! Es gab damals für uns gar keine, aber auch überhaupt gar kein Chance in das Geschehen einzugreifen. Da ist bei einem nächtlichen Überfall die Chance des Eingreifens, bzw. des Davonkommens deutlich höher.

Und bevor jetzt jemand fragt, nein, ich möchte bitte nicht ins Detail gehen, was damals bei dem Unfall geschah.... Denn da persönliche Leid meiner Familie gehört nicht hierher, nicht in die Öffentlichkeit.

Aber auch wenn sich jetzt alles nach Friede Freude Eierkuchen anhört, denke ich, das es gut ist Nachts wachsamer zu sein. Einfach auf vieles zu achten und sind es auch noch so "unwichtige" Details. Dazu gehört auch, das das eine natürliche Reaktion des Menschen ist. Wenn jemand zu dicht hinter einem geht, einem zu nahe kommt, etc. all das sind Empfindungen, die uns seit viele Jahrtausenden das Überleben gesichert haben. Der Mensch ist immer erst mal vorsichtig gegenüber neuen Gesichter... wenn auch häufig im Unterbewusstsein.

Gruß,

Schlankili
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  #15  
Alt 16-11-2005, 15:35
Benutzerbild von justy
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Kampfkunst: Karate (Goju Ryu)
 
Registrierungsdatum: 21.09.2005
Ort: Kiel
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Beiträge: 143
Standard

Hallo Ulf,

ich befürchte, ich stehe immer noch etwas auf dem Schlauch, im Bezug auf Deine Aussage zum Thema, könntest Du das eventuell nochmal konkretisieren?

Willst Du mir sagen, dass ich nicht feiern soll? Dass ich nicht alleine rumlaufen soll oder dass ich SV lernen soll, um meine Sicherheit gewährleisten zu können? Oder vielleicht garnichts davon

Du sprichst von (Selbst)-Verantwortung, wie ich finde, an diesem Punkt zu Unrecht- sicher, ich muss die Verantwortung für mich und mein Handeln tragen, das tue ich auch, ich lebe in einer eigenen Wohnung, manage mein Studium (so gut es eben geht) etc

In der von mir beschriebenen Situation ist es aber mit Eigenverantwortung/ Kontrolle vorbei... und ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass mich das arg aufregt, ich habe grundsätzlich nicht die Möglichkeit, solche Situationen zu kontrollieren, da im Falle eines Falles die Aktion ja vom Anderen ausgeht. Das Argument, dass ich ja nicht allein nachts herumlaufen müsse ist durchaus richtig, da gehe ich garnicht gegen an und versuche auch, dahingehend verantwortlich zu handeln... was mich so stört ist, dass das überhaupt notwendig ist (vermutlich eigentlich naiv-idealistisches Denken... leider).

Liebe Grüße, Justy

PS.: Falls Du darauf hinauswillst, dass ich nicht um 5 Uhr morgens, völlig BETRUNKEN alleine rumlaufen soll: Das tue ich grundsätzlich nicht... und wenn ich mal einen mehr trinke, dann _nur in Gesellschaft von Leuten, die auf mich achtgeben.
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