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__________________ Si vis pacem, para bellum -römisches Sprichwort, Cornelius Nepos |
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| Jarp ![]()
__________________ "Wenn du dir Mühe gibst, kannst du selbst genauso gefährlich wie jeder andere sein, der dir über den Weg läuft... oder noch gefährlicher." Capitán Diego Alatriste y Tenorio - Vivere militare est! |
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#49
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| Ja, mir auch. Und dann ist mir noch die Fr. Lawless aufgefallen. Die kommt wohl auch nicht mehr los vom Altertum, die Gute! ![]() |
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| Naja, vor kurzem war sie ja noch bei den Zylonen. Und Blond! ![]()
__________________ Rock´n Roll above all ! Chris bamboozle: Warum darf Lars hier eigentlich reinspammen und sich aufführen wie ein Grundschulkind? |
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| Achso, na ja, da bin ich nicht up-to-date was sie angeht... ![]() |
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#52
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| Zitat:
Auch wenn ich mich damit gleich weiter unbeliebt mache: Junkelmann wird von ernsthaften Geschichtswissenschaftlern in vielen Punkten nicht so ernst genommen. Auch wenn seine Ausführungen immer noch Meilen besser sind als das was diese beiden Filme hier zeigen, ist manches was Herr Junkelmann an Thesen aufstellt arg konstruiert. Und auch Junkelmann mischt immer wieder mal verschiedene Epochen, wenn auch wesentlich subtiler und für den Laien nicht so einfach zu erkennen wie in diesen Filmen hier. Zur Ausgangsfrage des Threads frage ich mich, wie man etwas lehren will, über das man viel zu wenig weiß?! Außer Allgemeinplätzen und mit viel Phantasie aufgestellten Thesen kann man in diesem Bereich eigentlich nichts aufstellen. Geändert von Warjag (21-11-2009 um 11:40 Uhr). |
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#53
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| Ich glaube die Videos sollen gar keine authentischen Rückschluss zulassen, sondern einfach nur die klassische Hoplitenausstattung gegen die klassische Legionärsausstattung zeigen. Natürlich kennt man den Hintergrund dieses Spaßkämpfchens nicht näher, wahrscheinlich wollte man damit gar keine nähere Aussage herbeiführen. Der Vergleich mit dem Versuch Söldner des 30jährigen Krieges vs Wehrmachtssoldaten hinkt auch stark, denn zwischen diesen beiden Epochen und der Ausrüstung liegen mehr Welten, als zwischen einem Hopliten und einem Legionär (unabhängig davon, dass beide sich unter etwas anderen Umständen auf dem Schlachtfeld durchaus begegnet sind, die Griechen haben damals den Römern ihr Land ja nicht ohne Gegenwehr überlassen ).Was die Meinungen "ernsthafter Geschichtswissenschaftler" über Junkelmann anbelangt, da ist ja bekannt, dass es Querelen gibt. Wer aber auf welcher Seite nun Recht hat, sei mal dahin gestellt. Auf der einen Seite haben wir einen Experimentalarchäologen, dessen Experiemente viel theoretisches praktisch belegt haben, auf der anderen Seite die klassischen Historiker, die meines Wissens nach entweder gerne über Experimentalarchäologen lästern oder umgekehrt deren Ideen aufgreifen und ebenfalls praktischer arbeiten als früher. Ich meine, wir haben eben Leute, die sich lieber stundenlang das Bildchen auf der Vase anschauen, andere wollen eben austesten, wie evt. das dort gezeigte praktisch umsetzbar sein könnte. Beides hat seine Berechtigung, beides arbeitet am besten Hand in Hand. Und wenn es nach einigen dieser "theoretischen ernsthaften geschichtswissenschaftler" geht, dann haben viele davon äußerst seltsame Ansichten zur praktischen Anwendung historischer Kampfkünste, während Laien-Rekonstrukteure sich die Mühe gemacht haben, alte Fechtquellen zu transkripieren, zu rekonstruieren und zu praktizieren. Keine Ahnung, woher die Auffassung kommt, dass Junkelmanns Experimental-Versuche arg konstruiert wären, zumindest decken sich viele seiner Erkenntnisse (gerade was die Grundlagen anbelangt) mit denen anderer Experimental-Wissenschaftler, die unabhängig von ihm ihre Forschungen betreiben (also bezüglich der Gladiatur). Die geteilten Meinungen liegen vornehmlich in den Details. Zu guter Letzt finde ich es nicht weiter nennenswert, ob es Sinn macht etwas zu rekonstruieren oder nicht. Traditionelle KKler behaupten immer noch, man können KK nicht aus Büchern lernen, die historischen Fechter beweisen immer wieder auf´s Neue das Gegenteil. Auch die Rekonstruktion antiker Kampfweisen sind - wenn auch prozentual weitaus schwieriger - einen ganzen Schritt vorangekommen, wenn sie auch weit spekulativer bleiben, als spätere Epochen mit definitiven Schriftquellen und Fechtanleitungen. Aber dennoch bleibt doch da der Reiz. Warum sollte man auf die eigene Rekonstruktion antiker Kampftechniken nicht vertrauen, aber auf die Lehren eines angeblich existierenden Meisters irgendwo aus Asien, dessen Techniken angeblich seit XYZ bis heute überliefert sind? Der Punkt ist doch, dass diese Art der Arbeitsweise seine Rechtfertigung hat, solange man im Bewusstsein bleibt, dass es nur sepkulativ, eine Ahnung von der Realität und eben eine mögliche Interpretation ist. Das hat mit Phantasie nicht viel zu tun, auch wenn es da sicherlich zahlreiche Leute gibt, die meinen, weil sie eine Versandhaus-Rüstung tragen und ein Schaukampfschwert schwingen, könnten sie einen authentischen Eindruck historischer Kampfkunst erfahren und wiedergeben.
__________________ "Wenn du dir Mühe gibst, kannst du selbst genauso gefährlich wie jeder andere sein, der dir über den Weg läuft... oder noch gefährlicher." Capitán Diego Alatriste y Tenorio - Vivere militare est! |
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#54
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| Zitat:
Den die hier gezeigte Legionärsausrüstung war beispielsweise den größten Teil der Zeit des römischen Reiches nicht vorherrschend sondern im Gegenteil eine sehr spezielle Ausrüstung die nur einen geringen Teil der Zeit des römischen Reiches in Verwendung war.Zu dieser Zeit kämpfte Rom beispielsweise gegen die Daker oder die Parther, nicht aber gegen Hopliten. Das römische Reich existierte viele Jahrhunderte lang und die Bewaffnung der Legionäre veränderte sich in dieser Zeit zum Teil drastisch. Es ist zum Beispiel wenig bekannt, daß die Legionäre anfangs selbst als Hopliten bewaffnet waren und erst in der Zeit des Latinerbundes und während der Kämpfe gegen die Samniten in Italien sich die Bewaffnung der Legionäre an die der Italischen Bergvölker anpasste. Selbst gegen die Karthager im Ersten Punischen kämpften die meisten Legionäre noch mit der Lanze, mit einem Ovalen Schild und ohne Rüstung. Zitat:
Zu der Zeit in der dieser Hoplit hier angesiedelt ist, hätte der Legionär keine Rüstung (oder allenfalls ein Kettenhemd was jedoch nur ein sechstel bis ein achtel der Truppen besaß), einen größeren Ovalen Schild, ein Langes Schwert und mit einem Anteil von zwei drittel bis drei viertel der Truppen eine Lanze. Zitat:
Zitat:
Sogar selbst Junkelmann hat etliche wertvolle Informationen aus seinen Versuchen gewonnen die von den gleichen Geschichtswissenschaftlern die ihn kritisieren als sehr wertvoll für die Geschichtsforschung eingeordnet wurden. Das ändert aber nichts daran, daß Junkelmann beispielsweise einfach Epochen mischt und Ausrüstungsgegenstände aus völlig verschiedenen und getrennten Zeiten einfach durcheinander wirft. Und das ist unwissenschaftlich. Zitat:
Zitat:
Das ändert aber nichts daran, daß diese Rekonstruktionen unwissenschaftlich sind. Ich habe überhaupt nichts dagegen wenn man solche Thesen in den Raum stellt, aber man sollte sich eben davor hüten zu behaupten, dies sei tatsächlich eben die echte damalige Kampfweise. Nur weil etwas heute funktioniert darf man nicht fälschlicherweise rückfolgern, daß es damals auch so gemacht wurde. Was mir also bei Leuten wie Junkelmann fehlt ist, daß sie ihren Ausführungen ein Aber hinzufügen, nämlich Aber: wir wissen es nicht, es handelt sich hierbei um eine Interpretation. Es könnte so gewesen sein, es könnte aber auch anders gewesen sein. Geändert von Warjag (21-11-2009 um 12:30 Uhr). |
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#55
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| Warjag du erwartest etwas was hier zu keiner Zeit in den Raum gestellt wurde. Meie Ambition war es als privatperson möglichst viel über antike mesopotamisch, ägyptische Kampfesweisen herauszufinden und darauf und meinem allgemeinen Wissen Rekonstruktionsversuche zu starten die aber keinerlei Wissenschaftliche Ansprüche haben. Dazu habe ich auch weder die Qualifikation noch die finanziellen Möglichkeiten.
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#56
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| Ich erwarte gar nichts. Ich habe nur mein Urteil über Herrn Junkelmann abgegeben und dieses begründet. Darüber hinaus habe ich einige Ausführungen zu den besagten Filmen mit der abstrusen Darstellung eines Kampfes eines Hopliten gegen einen Legionär gemacht. Wenn du etwas über antike Kampfweisen heraus finden möchtest, und davon ausgehend Rekonstruktionsversuche starten willst, dann will ich dir gerne nach besten Kräften dabei helfen. Dann möchte ich dir aber gleich voran stellen, daß auch in der Antike die Kampfweise nicht luftfrei im Raum stand, was insbesondere bedeutet, daß sie abhängig war von der jeweiligen Zeit und dem jeweiligen Gegner gegen den man Kämpfte und von ganz bestimmten Umständen und Faktoren. Das ist hier ja in den Ausführungen zu den Gladiatoren schon genannt worden. Das gilt aber ebenso für den Kampf im militärischen Bereich. Beschließend noch speziell an dich gerichtet: Ehleed neree mongoloor zuv bicheed surchaachee. |
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#57
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| Ich kann kein Mongolisch übersetz das doch mal ![]()
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#58
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| reenactor.Net, THE Online, Worldwide Home of Living History Forums - Ancient Periods main Guide: Entertainment/Reenactment [Archäologie Online] Wenn ich dich recht verstanden habe, bist du an einer Darstellung Altgriechischer Kampftechniken interessiert. Dazu müsste man zunächst mal definieren was genau du mit Altgriechisch meinst? Welchen Zeitraum genau und welchen Teil Griechenlands genau meinst du? Wenn du auf die Kampfweise als Hopliten hinaus willst, dann gab es auch bei diesen im Laufe der Zeit deutliche Veränderungen. Die Hopliten in der Zeit vor den Perserkriegen kämpften anders als die Hopliten im Krieg zwischen Athen und Sparta oder die Hopliten zur Zeit Alexanders des Großen. Sowohl die Ausrüstung wie auch die Kampfweise veränderte sich. Über die Hopliten hinaus gab es eine ganze Reihe weiterer Truppengattungen bei den Griechen, daher ist die Verkürzung der altgriechischen Kampfweise auf die Phalanx ebenso verfälschend wie die Reduzierung der Hopliten auf einen beschränkten Typus. Wenn man sich mit Altgriechischer Kampfweise beschäftigt dann ist es vielleicht zudem ganz interessant zu wissen, daß diese Kampfweise auch die Italiker und die frühen Römer massiv beeinflusste ebenso wie die Protokelten in Mitteleuropa. Gerade in der Zeit von der Urnenfelderzeit bis zur Hallstattzeit kam es zu einer massiven Beeinflussung der Kampfweise der Mitteleuropäischen Völker durch die Griechen. Und umgekehrt gab es auch eine Beeinflussung der Griechen über den Balkanraum aus Mitteleuropa hinaus Das reicht sogar weit über die Bewaffnung und Kampftechnik hinaus auch in den Bereich der Befestigungsanlagen hinein. Ein schönes Beispiel dafür ist die Heunischenburg, eine protokeltische Befestigungsanlage in Bayern. Hier mal ein paar Verknüpfungen die für dich vielleicht interessant sein könnten: "Der Salzherr von Hallstatt" Rekonstruktionsversuch eines Hallstattzeitlichen Kriegers. Bronze Age Center Griechen: Ancient Greek Hoplite Reenactment Viele Links zu weitere Gruppen index Für die Kelten der La Tene Zeit: LES AMBIANI: Troupe de Gaulois - Reconstitution protohistorique Histoire vivante 1er siècle avant JC Die Keltentruppe Carnyx Freundeskreis Keltischer Ringwall Otzenhausen Les LEUKI Keltenmuseum Heuneburg (Freilichtmuseum) und Heuneburgmuseum in Hundersingen Gde. Herbertingen Da du noch den Mesopotamischen Raum erwähnt hast, dort wird die Quellenlage noch viel dünner. Wir haben aber beispielsweise von den Persern und Assyrern (und anderen) viele Darstellungen von Soldaten auf Wandreliefs. Auch bei Kämpfen. Man könnte davon ausgehend zumindest für die Perser und die Assyrer durchaus eine Interpretation im Rahmen einer Living History Darstellung geben. Was zum eigentlichen Problem führt, nämlich der typischen Rekonstruktion solcher Antiker Kampftechniken mittels der modernen Logik: Man argumentiert: es funktioniert so, also haben die es sicher so gemacht. Wie leicht man dadurch auf eine falsche, weil historisch inkorrekte Spur kommt zeigen beispielsweise wieder die beiden Filme die ich hier schon kritisiert habe: Ein Beispiel von gleich mehreren in diesen Filmen: Man sieht bei einem der beiden Filme wie der Legionär mit seinem Schild mit der unteren Schildkante einen Stoß nach vorne gegen den Hopliten ausführt. Dazu reisst er seinen Schild hoch und stößt dann mit der Schildkante nach vorne. Tatsächlich gibt es sogar zwei Darstellungen von Gladiatoren, die genau diese Technik zeigen. Also haben wir es scheinbar mit einer echten Antiken Kampftechnik zu tun. Tatsächlich aber ist dem nicht so. 1 nur weil Gladiatoren diese Technik verwendeten heißt das nicht, daß Legionäre dies auch taten, wir finden keine Darstellung eines Legionärs der so etwas tut und in den militärischen handschriften die erhalten sind wird der Stoß mit dem Schild auf eine andere Weise, nämlich mit dem ganzen Schild einfach nach vorne beschrieben 2 waren die Schilde der Gladiatoren höchstwahrscheinlich leichter als die Militärschilde und was man definitiv sagen kann ist, daß die modernen Rekonstruktionen die bei diesem Legionär hier auch Anwendung finden in Wahrheit leichter sind als die wenigen Originalschilde die gefunden wurden. Mit einem schwereren Schild geht diese Technik aber nicht mehr so leicht von der Hand. 3 macht sie im Gruppennahkampf und erst recht im Massennahkampf keinen Sinn, und die Legionäre waren gerade eben auf diese Kampfweise spezialisiert. Im Einzelkampf raubt sie nun einiges an Kraft und macht die eigene Deckung auf. Das ist eine spektakuläre und optisch gefällige Technik die deshalb vielleicht von Gladiatoren verwendet wurde, aber die im Militär höchstwahrscheinlich keine Anwendung fand. Selbst im Kampf bei aufgelöster Formation stand man ja nicht Mann gegen Mann nur 1 zu 1 sondern es waren immer mehrere Kämpfer da. Ein solches Hochheben des Schildes und schon hat man von einem zweiten Kämpfer eventuell einen Lanzenstoß im Körper usw Kurzum, diese Technik ist für einen reinen Zweikampf, einen Kampf 1 zu 1 einsetzbar, aber sie ist im militärischen Rahmen und im Kampf von mehreren gegen mehrere nicht sinnvoll. Trotzdem sieht man überall Freizeitlegionäre (auch in Deutschland allenorten) die genau diese Schildtechnik vorführen (zuletzt beispielsweise vor meinen Augen mal wieder in Aalen) und dann erklären, daß sei die historisch belegte und durch Darstellungen von römischen Kämpfern erwiesen authentische römische Kampftechnik. Stattdessen sollten sie sagen: es gab diese Technik wohl bei einigen Gladiatoren. Für das Militär ist sie de facto ausschließbar. Genau so etwas meine ich mit den Problemen die die Rekonstruktion Antiker Kampftechniken mit sich bringt, das man zum einen sehr schnell Dinge behauptet und macht die schlicht und einfach falsch sind, zum anderen das wir viel zu wenig insgesamt wissen. Beides zusammen nun in Kombination führt einfach zu einer Darstellung Antiker Kampftechniken die eben reine Phantasie ist und mit der echten Kampfweise in der Antike sehr oft kaum etwas zu tun hat. Dann ist man nicht besser oder anders einzuordnen als das was man in 300 gesehen hat. Beschließend vielleicht ganz interessant und sehr kostenextensiv ist der Einsatz der Schleuder. Das ist eine Kampftechnik die tatsächlich sehr viel mit Technik zu tun hat und die zugleich sehr anspruchsvoll und interessant ist. http://www.slinging.org/ http://www.pipeline.com/~jburdine/page2.html Wenn du dich mit Antiken Kampftechniken beschäftigen willst, dann finde ich die Schleuder ideal. Ich selber schleudere auch, und es ist einfach genial wenn man es erst mal kann. Und es ist definitiv auch eine Altgriechische Kampftechnik, auch wenn die besten Schleuderer in der Antike von den Balearen kamen. Geändert von Warjag (22-11-2009 um 20:53 Uhr). |
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#59
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| Ich will noch ein Beispiel bemühen, wobei ich mit eine der Buchempfehlungen für dich heraus greife: Fighting Techniques of the Ancient World 3000 B.C. to 500 A.D. : Equipment, Combat Skills, and Tactics: Amazon.de: James R. Ross, Rob S. Rice, Phyllis G. Jestice: Englische Bücher Wir sehen auf der ersten Seite gleich eine Darstellung der Schlacht von Pydna durch Peter Conolly. Nun ist Conolly definitiv ein anerkannter Historiker. Aber betrachten wir das Bild mal genauer: Ganz unten rechts der Ecke sieht man ein Pilum, dessen Eisenschaft sich regelrecht um zwei Sarissen herum gewickelt hat. Auch wenn die Pilenschäfte sich verbiegen konnten, auf eine solche Weise kann sich ein Pilum definitiv nicht in einem echten Kampf verbiegen. Die Schwerter die die römischen Legionäre führen sind fast alle einem einzigen Schwertfund aus Spanien nachempfunden. Also der berühmte Gladius Hispaniensis?! Tatsächlich ist dieses Schwert von Iberern und nicht von Römern geführt worden. Und es gab in Iberien verschiedene Schwerttypen. Auch wenn dieses kurze iberische Schwert den späteren kurzen römischen Schwertern ähnelt ist es gerade eben nicht römisch. Die Römer führten zu dieser Zeit Schwerter von Keltiberischen Typ, also aus Nordiberien. Diese waren deutlich länger. Die Römer tragen also auf diesem Bild viel zu kurze Schwerter. Mittig Links sieht man nun einen Legionär der gleich zwei Metalllbeinschienen trägt. Dafür gibt es keinen einzigen historischen Beleg. Die meisten Legionäre tragen wiederum einfach Brustplatten. Das soll sie wohl Altrömischer Aussehen lassen. Tatsächlich aber hatte sich das Kettenhemd zur Zeit der Schlacht von Pydna schon durchgesetzt und die Legionäre müssten hier eigentlich Kettenhemden tragen. Usw usf Und das ist jetzt noch eine Rekonstruktion eines Historikers dessen außergewöhnliches Wissen bezüglich der römischen Kriegsführung völlig unbestreitbar ist. Zur Living History der meisten Römergruppen ist es von dort aus noch ein deutlicher Schwund. |
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#60
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| Warjag, du erzählst viele Sachen, die hinlänglich bekannt sind und über die ja gar keiner streiten will. Deine Meinung zu Junkelmann kann ich dennoch nicht teilen, zumindest bezogen auf seine Gladiatoren-Arbeit kann ich da keine unwissenschaftliche Arbeit erkennen, wie du sie titulierst. Das Experiment gehört zu Wissenschaft, der Nachbau von korridierten Vorlagen ist legitim, wenn man rekonstruieren möchte, wie das Fundstück höchstwahrscheinlich ausgesehen hat. Die Interpretation solcher Rekonstruktionen, wie auch der Fundstücke an sich, ist genauso wie bei Texten und Bildquellen immer spekulativ und muss mit einem "wir gehen davon aus" oder "vermutlich" belegt werden. Wenn also jemand anhand von diversen Vorlagen eine römische ballistae nachbaut, dann ist dies doch auch nicht unwissenschaftlich. Und wenn derjenige dann von seiner Rekonstruktion gewisse Schlussfolgerungen ausführt, wie der Einsatz im Kampf evt. sinnvoll gewesen wäre, so bleibt diese spekulative Arbeit dennoch nicht unwissenschaftlich in meinen Augen. Letztendlich klingt das für mich, als hieltest du jedweden Rekonstruktionsversuch für überflüssig, weil zu ungenau. Natürlich darf man von der Rekonstruktion nicht 100%ig die absoluten Wahrheit herleiten, da gebe ich dir ja Recht. Aber die Rekonstruktion ist ein Teil der Geschichtswissenschaften in denen die Theorie einem Praxistest unterzogen wird. Das hat in meinen Augen seine Berechtigung. Junkelmanns Gladiatoren-Rekonstruktion fußt auf verschiedenen Punkten: 1. Bild- und Textquellen, sowie Skulpturen und anderen Darstellungen der Gladiatur 2. den Fundstücken gladiatorischer Ausrüstung 3. der Rekonstruktion dieser Fundstücke 4. der Benutzung dieser Rekonstruktion unter Berücksichtigung der Quelleninterpretationen 5. die Bestätigung oder Verwerfung dieser Interpretationen durch das Experiment Natürlich müssen diese Versuche immer wieder aufs Neue überprüft werden. Junkelmann gibt aber doch selbst zu, dass seine Auslegung der Gladiatorenkämpfe nicht der Wahrheit letzter Schluss ist. Und was die Möglichkeiten des menschlichen Körpers bestimmte Techniken und Gerätschaften zu benutzen anbelangt, so sind diese ohnehin eingeschränkt, ergo kann man oftmals eben davon ausgehen, dass der Mensch von früher es in etwa genauso gemacht hat. Ansonsten würde ich mich fragen, wie es heute Wissenschaftlern denn sonst möglich ist, gewisse historische Bautechniken, Schmiedekunst und anderes Handwerk zu rekonstruieren. Das ist nur meine Kritik an deiner Kritik ![]() Ansonsten muss sich der Threadsteller selbst eben fragen, was er genau machen will: Eine authentische historische und puristische Rekonstruktion oder eine historisierte moderne Kampfart entwickeln? Beides hat seine Berechtigung.
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