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#91
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| nein Manchu oder Mandschu sind ein tungusisch jurtschischer Volksstamm Geändert von Zunte (15-02-2010 um 15:45 Uhr). |
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#92
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| Die sich wie von den Mongolen abheben ? Ich dachte bis jetzt dass "Mongolen" ein Überbegriff für die Reitervölker in der und um die Mongolei ist. Die Manchu haben soweit ich das in Erinnerung habe von ihren Brüdervölkern die die Eroberung vorgenommen haben das "Mandat" bekommen, weil da keiner hin wollte. Ich mag mich natürlich auch irren.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#93
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| Ich dachte auch, dass die Mongolei der damaligen Zeit vn der Mandschurei getrennt werden kann. Aber andererseits... von welcher Zeit sprechen wir überhaupt??? Weil cih dachte, das die Mongolen, welcher ihre "grosse Zeit" so im 13. Jahrhundert hatten.... und die Mandschuren, welce 3 Jahrhunderte später zu Werke gingen.... nicht viel miteinander zu tun haben. Aber ich habe ein mehr als Laienahfter "Verständnis" der Geschichte...... |
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#94
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| Zitat:
Mandschu und mongolen sind zwar entfernt verwandt aber ungefähr in dem Maße wie Franzosen und Ukrainer. Wärend der Qing Dynastie welche bekanntlich eine Mandschu Dynastie war wurden auch große mongolische Gebiete erobert und Kulturell überprägt ähnlich wie es ein paar Jahrhunderte vorher durch die Tibeter geschehen ist, welche letztenendes druchaus mit Gewalt den Lamaismus dort verbreiteten und den vorher vorherschenden Tengrismus als auch das Nestorianische Christnetum bekämpfen. |
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#95
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| Allgemein: Hier ist eine Seite über traditionelles Asiatisches Bogenschießen: ATARN Home Page Zunte: Zitat:
Desweiteren sind die Funde spärlich. Und es ist bei vielen dieser Funde sogar fragwürdig, ob sie wirklich von dieser Schlacht herrühren oder nicht aus ganz anderen Zeiten stammen. Zitat:
http://www.mandarinmansion.com/antiq...es/manchu1.jpg Zitat:
Zitat:
Desweiteren förderten die Mandschu den Lamaismus in der Mongolei extrem stark so daß ohne die Herrschaft der Quing der Lamaismus in der Mongolei nie diese Bedeutung erlangt hätte. Die Nestorianer waren allerdings schon vor der Ausbreitung des Lamaismus in der Mongolei verschwunden. Und der Tengrismus überlebte durchaus paralell dazu, und verschmolz schlußendlich mit dem Lamaismus mongolischer Prägung. Klaus: Zitat:
Die Mandschu stammen beispielsweise nicht aus der Mongolei, sondern aus den Gebieten Östlich der Mongolei. Im Gegensatz zu den Mongolen waren sie nicht reine Nomaden sondern Halbnomadisch. Sie waren desweiteren viel stärker von der Chinesischen und teilweise von der Koreanischen Kultur beeinflußt als die Mongolen. Die Mongolen hassen übrigens heute die Manchu bzw betrachten sie sehr negativ, aufgrund der Herrschaft der Quing Dynastie über die Mongolen die sich für die Mongolen sehr negativ ausgewirkt hat. Während dieser Zeit haben die Mongolen (wie die Nordchinesen auch) einige Kulturelemente von den Mandschu übernommen, insbesondere den Bogen der Mandschu. Die heutigen mongolischen und chinesischen Bögen sind in Wahrheit Tungusische Bögen, also Bögen der Mandschu. Die ursprünglichen mongolischen Bögen sahen anders aus. Der Begriff Mongolen ist zudem kein Überbegriff für verschiedene Völker. Ethnische Minderheiten in der heutigen Mongolei wie beispielsweise die Tuviner oder Kasachen werden weder als Mongolen bezeichnet noch als solche wahrgenommen. In der Frühzeit der Quing Dynastie kam es allerdings zu Heiraten und Vermischungen zwischen Ostmongolischen und Mandschurischen Adelsfamilien. Es kam aber nicht zu einer Vermischung von Mongolen und Mandschu sondern das beschränkte sich auf bestimmte Adelige Familien der Ostmongolen. Kraken: Zitat:
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#96
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| Toller Beitrag danke. Kannst du mir sagen wann und warum das nestorianische Christentum aus der Mongolei verschwand? Zitat:
Oder das Mogulnreich welches ein Nachfolgereich mongolischer Eroberungen war. |
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#97
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| Nun waren die Timuriden eine Sammlung von Turkvölkern während sich die Moghuln auf Indo-Iranische (Afghanische) Stämme stützten. Daher haben diese Reiche mit den Mongolen genau genommen nur soviel zu tun, als das ihre Oberschicht sich von der Abstammung und Legitimation her auf die Mongolen berief. Demgegenüber hatten auch die Echten Mongolen noch eine bedeutende Geschichte nach Chinggis Khan. Auch nach der Vertreibung der Yuan aus China griffen die Mongolen aus den Kerngebieten China kurze Zeit später wieder massiv an. Selbst zur Hoch-Zeit der Ming Dynastie plünderten die Mongolen regelmäßig ganz Nordchina und belagerten sogar die Hauptstadt der Ming. Zu dieser Zeit entstand eine starke Trennung zwischen West- und Ostmongolen. Beide Reiche gerieten in einen Bürgerkrieg gegeneinander, aus dem die Westmongolen siegreich hervor gingen. Die Westmongolen (heute sind von ihnen nur einige sehr kleine Gruppen in der Mongolei übrig) errichteten daraus folgend ein sehr großes Steppenreich in Zentralasien, paralell zum Aufstieg der Mandschu. Dieses Reich der Westmongolen umfasste neben der Mongolei auch den Westen des heutigen China, Kasachstan, und Tibet sowie Teile Afghanistans usw Die Westmongolen gerieten dann in einen Krieg gegen die Mandschu bei dem die Quing Dynastie sich mit den Ostmongolen verbündete. Der Krieg dauerte lange und wurde mit äußerster Heftigkeit geführt, anfangs sah es sogar oft so aus, als ob die Westmongolen die frühen Quing besiegen würden. Wäre es dazu gekommen, hätte es die ganze Quing Dynastie im weiteren nicht gegeben, China wäre wieder unter Mongolische Herrschaft gefallen statt unter die Herrschaft der Mandschu. Die ganze Weltgeschichte wäre im weiteren anders verlaufen. Durch Verrat und durch das Überlaufen der Stämme der Khalkha zu den Mandschu gelang es diesen allerdings die Westmongolen zu besiegen. Daraufhin erfolgte ein gewaltiger Völkermord an den Westmongolen der von diesem Teil der Mongolen nur geringe Reste übrig ließ. Die Mandschu rotteten die Stämme der Westmongolen fast vollständig aus um sie als Gefahr dauerhaft auszuschalten. Dazu eine Buchempfehlung: China Marches West: The Qing Conquest of Central Eurasia: Amazon.de: Peter C. Perdue: Englische Bücher Der Sieg der Mandschu über die Westmongolen ist bis heute Bedeutsam da er Völker wie die Mongolen, Tibeter und die Uiguren unter die Herrschaft der Quing und damit unter die Herrschaft Chinas brachte. Zitat:
Der Verlust des Yuan Reiches, der Bürgerkrieg in der Mongolei, die Auslöschung der Nestorianer in Zentralasien durch die Timuriden und der dadurch bedingte Verlust jedweden Kontaktes nach Westen und dadurch des Zusammenhalt der Nestorianischen Kirche lösten einen Niedergang aus der dann zum Ende dieser Religion in der Mongolei führte. Die Nestorianer waren in der Mongolei zudem an die Mongolischen Städte gebunden, auf dem Land bei den Nomaden waren sie höchstwahrscheinlich nie stark vertreten. Genau genommen gibt es sogar überhaupt keinen Beleg dafür, daß es Nestorianer außerhalb der mongolischen Städte gab. Die frühen Ming fielen aber selbst am Anfang ihrer Herrschaft wiederum oft in der Mongolei ein um die ständigen Angriffe der Mongolen irgendwie zu bekämpfen. Dabei zerstörten die Ming die Städte in der Mongolei. Auch die Hauptstadt Karakorum wurde von den frühen Ming erobert und zerstört. Diese Auslöschung aller Städte in der Mongolei in dieser Zeit dürfte auch ein entscheidender Faktor sein, da damit der größte Teil der Nestorianer in der Mongolei mit vernichtet wurde. Geändert von Warjag (19-02-2010 um 18:42 Uhr). |
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#98
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| So spannend die letzten Beiträge auch sind, bitte bleibt beim Thema.
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#99
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| Ich find's gut wenn Beiträge mal so sachlich sind. ![]()
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#100
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| Um Gothes Willen ich auch! ![]() Wenn Interesse besteht, kann ich den Thread ja 'ausmisten' und die nicht zum Thema gehörigen guten Beiträge in die Bibliothek packen.
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#101
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![]() ![]() ![]()
__________________ Don't pee on my back and tell me it's rainin'. |
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#102
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| Hier gibt es sogar einen Strang zu mongolischen Kampfkünsten, eventuell dort? Mongolische Kampfkünste |
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#103
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| Der Artikel über den Leinenpanzer ist so lala. In der Tat werden Panzer aus Leinen mehrfach (aber eher selten) in diversen antiken Texten erwähnt. Das war es dann aber auch schon, es gibt keinerlei Angaben zu Konstruktion, Eignung, verwendeten Materialien oder so. Pausanias schreibt einmal in einem Reiseführer von Leinenpanzern, die in einem Tempel als Weihegeschenk aufgehängt seien, daß solche Panzer ja anders als Metallpanzer nicht für den Krieg, sondern nur die Jagd geeignet seien. Na ja, auch die antiken Autoren waren eben subjektiv. Es ist stark umstritten, ob Leinenpanzer überhaupt geleimt waren. Einen antiken Hinweis dazu gibt es nicht. Spätere Leinenpanzer aus verläßlicher dokumentierten Zeiten waren jedenfalls nicht geleimt, sondern meist gesteppt. Steppungen lassen sich z.B. an griechischen Vasenbildern (der visuellen Hauptquelle) kaum entdecken, daher kam jemand (Peter Conolly als erster, soweit ich weiß) auf die Idee, sie seien geleimt worden. Nichts Genaues weiß man nicht, man kann alle möglichen Meinungen vertreten. Alexander trug übrigens bei der erwähnten Schlacht einen persischen Beuteleinenpanzer, das macht Plutarch ganz deutlich. Zuggewichte antiker Bögen sind unbekannt. Man kann aus bestimmten Schilderungen entnehmen, daß Pfeile Panzer manchmal durchschlagen konnten, manchmal nicht. Na ja. Zuggewichte mittelalterlicher Bögen sind weitgehend ebenfalls unbekannt. Bögen von der Mary Rose (manche nennen solcherart Bogen englische Langbögen, obwohl die gar nicht so außergewöhnlich lang waren) lagen 450 Jahre im Wasser, man kann die Bögen nicht mehr vermessen, sondern muß auf das Zuggewicht zurückrechnen. Die einen Experten kommen auf typische Zuggewichte um 80 bis 100 lbs (1 lbs = ca. 0,454 kg), andere auf Gewichte von 140 bis 180 lbs. Ich halte die zweite Ansicht für richtig. Sorgfältige Rekonstruktionen erhaltener Kriegspfeile ergeben Gewichte um die 100 g. Um die verläßlich überlieferten Schußweiten von Kriegsbögen mit diesen schweren Pfeilen zu erzielen, muß das Zuggewicht der verwendeten Bögen um die 150 lbs oder mehr gelegen haben. Solche starken Gewichte können auch heutige Schützen erwiesenermaßen ziehen, wenn sie entsprechend trainiert sind. In der Antike dürften sehr viel geringere Zuggewichte üblich gewesen sein. Der Kriegsbogen des 15. Jhr. stellt sozusagen die Krönung und den Endpunkt des (einfachen) Bogens dar und war an eine physikalische Grenze gestoßen, die noch von Menschen bewältigt werden konnte und hat letztlich den Wettlauf mit der Rüstung verloren. Recurvebögen, wie die asiatischen Hornbögen, oder moderne Compoundbögen, brauchen etwas weniger Zugkraft, um vergleichbare Leistungen zu bringen, da sie die Federenergie des Bogens besser nutzen. So viel mehr an Leistung kommt aber auch nicht raus. Abschließend hoffe ich mal, daß die antiken Leinenpanzer etwas besser gegen spitze und scharfe Geschosse schützten als Kevlarwesten. Es ist schließlich nicht die Aufgabe von Aramid und Co., Pfeile aufzuhalten. Geändert von Tiju (02-03-2010 um 14:37 Uhr). |
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#104
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| Zur Frage der Schutzwirkung von Leinenpanzern und Stepprüstungen könnte man noch die Erfahrungen der Konquistadoren in Mittelamerika anfügen. Diese gaben sehr oft nach kurzer Zeit ihre Metalrüstungen auf und trugen dann einheimische Stepppanzer da die Schutzwirkung dieser Rüstungen gegen die Pfeile der Indianer ausreichend war, die Rüstungen aber zugleich viel leichter waren. Zitat:
Die bekannten Darstellungen von Alexander sind ja allesamt lange nach seinem Tod entstanden und zeigen eher überhöhte Idealbilder als die Realität. Zitat:
Item müssten die Zuggewichte in der Antike ebenfalls hoch gewesen sein. Ich würde außerdem die Bögen in der Antike nicht als Technologisch geringer entwickelt bezeichnen. Der Bogen (Langbogen) des 15 Jahrhunderts war gewiss nicht der Höhepunkt und die Krönung der Entwicklung des Bogens. Das waren genau genommen einfache Holzbögen die technologisch wesentlich einfacher waren als die Kompositbögen die in der Antike Verwendung fanden. Aber mal zum direkten Vergleich ein paar Daten: Ein typischer Eibenholzlangbogen des 15 Jahrhunderts mit 193 cm Länge verleiht einem schweren Pfeil mit ca 75 g bei einem Auszug von 82 cm eine Anfangsgeschwindigkeit von 53 m/s. Ein 140 cm langer Tatarischer Bogen verleiht nun einem gleich schweren Pfeil bei einem Auszug von ebenfalls 82 cm eine Geschwindigkeit von 51 m/s. Der Eibenholzlangbogen ist also trotz seiner deutlich größeren Zugkraft genau genommen Ineffizienter. Die Langbögen des 15 Jahrhunderts hatten zwar sehr große Zugstärken, waren aber in der Übertragung ihrer Leistung auf den Pfeil ineffizienter als die Reflexbögen anderer Völker mit deutlich weniger Zugkraft. Warum nun der Vergleich mit einem Tatarischen Bogen? Weil dieser sehr weitgehend dem spätrömischen-antiken Typen gleicht. Aus der römischen Antike haben wir zwar keine komplett erhaltenen Bögen, aber wir können trotzdem Aussagen über das Zuggewicht machen. Erstens handelte es sich um Kompositbögen, und wir haben beispielsweise viele Endversteifungen von Bogenarmen gefunden von denen man rückfolgern kann wie stark die Bögen waren. Diese Versteifungen der Bogenarme die man gefunden hat beweisen, daß man zugstarke Kompositbögen in der Spätantike kannte. Die Bögen waren in der Antike zudem oft Assymetrisch gebaut um sie vom Pferd aus besser einsetzen zu können wenn der Bogen insgesamt länger war. Auch diese Assymetrie und die größere Länge der Bögen die damit für Reiter handbar wurde zeigen klar auf, daß man zugstarke Bögen verwendete. Zum anderen haben wir Pfeile und viele Pfeilspitzen. Die auffallend schwer sind. Darüber hinaus hat man in Ägpyten Antike Bögen gefunden. Zum einen aus der Zeit vor den Römern, zum anderen aber auch zumindest einen halben Bogen aus der römischen Zeit. Ein Kompletter Bogen aus der römischen Antike ist zudem in Syrien gefunden worden. Dieser Bogen war Assymetrisch, ungefähr 150 cm lang und hatte ein Zuggewicht von ungefähr 80. Zur Durchschlagskraft von Pfeilen gegenüber Panzern sollte man noch bedenken, daß Pfeilspitzen die Energie des Pfeiles auf einen sehr kleinen Punkt hin konzentrieren. Daher ist die Energie des Pfeiles oder die Leistung des Bogens für die Frage ob ein solcher Schuß einen Leinenpanzer durchdringen kann nachrangig der Frage der Form der Pfeilspitze. Auch ein sehr starker Bogen wird mit einem schweren Pfeil einen Leinenpanzer eventuell nicht durchschlagen, wenn die Pfeilspitze breit ist und flach. Und ein weniger kräftiger bogen kann denselben Panzer durchschlagen wenn die Pfeilspitze dünn und spitz ist. Wichtig ist auch der Pfeilschaft. Wenn nämlich der Pfeil beim Aufprall bricht, dann schlägt er auch viel schlechter durch. Wenn man also Rüstungen wie Leinenpanzer durchschlagen will, dann braucht man einen Pfeil mit einem sehr stabilen Schaft und einer kleinen Spitze. Der Bogen selbst aber braucht aber dann keine so große Zugkraft zu haben. Die entscheidende Frage ist der tatsächliche Druck an der Pfeilspitze je qcm. |
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#105
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| Ich kann Dir im wesentlichen zustimmen. Ein einfacher Bogen (wie z.B. die englischen Bögen) ist einem Recurvebogen immer unterlegen. Entweder schießt er den Pfeil bei gleichem Zuggewicht weniger schnell, oder man kann einen Recurvebogen bei geringerem Gewicht genauso schnell machen. Dazu kommt noch die geniale Horn-Sehnen-Konstruktion vieler alter Recurvebögen. Der englische Bogen war imho insofern die "Krönung" einfacher Bögen, als die Abflachung des Griffteiles und der Wurfarme genau das Optimum aus einer einfachen Holzkonstruktion herausholten und außerdem extrem starke Zuggewichte benutzt wurden (was natürlich an den Bogenschützen lag). Pfeilgewichte von 100 g aus der Antike sind mir nicht bekannt. Hast Du da eine Quelle für? Die z.B. bei den Griechen und Römern verwendeten Spitzen legen eher Gewichte um die 40 bis 60 g nahe, aber es mag auch schwerere gegeben haben. Daraus kann man aber nicht ohne weiteres auf die Stärke der Bögen schließen, da man nicht verläßlich weiß, auf welche Entfernung mit welchen Pfeilen geschossen wurde. Vegetius nennt zwar 600 Fuß (glaube ich) als Entfernung von Übungszielen, aber man kennt nicht das dabei zugrunde gelegte Pfeilgewicht. Nach Xenophon scheinen die berühmten kretischen Bogenschützen jedenfalls um 400 v. Chr. recht schlappe Bögen benutzt zu haben, da sie weder mit den persischen Bogenschützen noch den persischen Schleuderern mithalten konnten. Der für die Gruppe von M. Junckelmann rekonstruierte römische "Sassaniden"bogen aus dem 2./3. Jhr n. Chr, hatte ein Zuggewicht von 80 lbs (36, 3 kg), vielleicht meinst Du den? Man kann ja Funde niemals direkt ausmessen, dazu ist das Material zu sehr mitgenommen, daher muß man rechnen und/oder rekonstruieren. Da ist natürlich die Unsicherheit infolge verschiedener Interpretationen nicht klein. Jemand, der mir mal einen Hornbogen gebaut hat, schätzte die Stärke kleinasiatischer Kompositbögen im Schnitt nur auf 50 bis 60 lbs, einen neuerdings gefundenen sehr gut erhaltenen skythischen Bogen auf 45 lbs. Kann man sicher auch anders sehen. Der erwähnte 80 lbs Recurvebogen schießt einen 50 g Pfeil bei optimalem Abschußwinkel maximal 188 Meter weit. Damit bleibt er weit unter der Leistung von englischen Kriegsbögen, bei denen regelmäßig mit 100 g Pfleilen auf 220 Yards (ca. 200 Meter) Wirkungsschießen geübt wurde, d.h. die äußerste Reichweite war noch erheblich größer. Der von Dir erwähnte Pfeil von 75 g vom Tartarenbogen verschossen hätte eine Anfangsenergie von 98 Joule, was für einen Pfeil schon enorm viel ist. Der 50 g Pfeil vom rekonstruierten römischen Kompositbogen erreicht gerade mal 62 Joule. Die rekonstruierten englischen Kriegsbögen um 150 lbs erzielen dagegen Pfeilenergien um 150 Joule. Alle Pfeile haben übrigens eine sehr hohe Querschnittsbelastung und Energiedichte und sind daher gute "Durchschlager". Das mit Alexanders Rüstung weiß ich im Moment auch nicht genau, ich müßte mal nachschauen. |
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