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  #1  
Alt 07-02-2008, 12:28
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Kampfkunst: Historische Europäische Kampfkünste
 
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Standard Atemschule im Systema

Zitat:
Zitat von Andreas Weitzel Beitrag anzeigen
Von mir aus können wir auch über andere interessantere Aspekte von Systema diskutieren, z.B. Atemschule oder Faustkampf
Zitat:
Zitat von Jörg B. Beitrag anzeigen
Ich wäre SEHR dafür!
Ich bin auch dafür!

Alles Anfängerfragen:

Worauf muss ich achten und was sollte ich üben?
Gibt es etwas, was man auf jeden Fall abstellen muss, was vielleicht sogar gefährlich ist und gibt es etwas, was jeder Mensch sowieso instinktiv richtig macht, aber für bessere Leistung geübt werden muss?

Und mich persönlich würde noch eine Basis-Übung interessieren, die ich solo, am besten unbewaffnet, für mich allein durchführen kann.

Das wär' 'nen Traum! Besten Dank!
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  #2  
Alt 07-02-2008, 12:50
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Standard

Es gelten folgende Grundregeln, die die Atmung betreffen, im Systema :
- man soll ununterbrochen atmen (das bedeutet, auch dann, wenn man "keine Luft kriegt");
- man soll durch die Nase einatmen (so bekommt die Luft ihre richtige Feuchtigkeit und Temperatur und wird gereinigt) und durch den Mund ausatmen (so wird man den überdruck im Körper los);
- man soll die Atemfrequenz dem Grad der Belstung anpassen (je größer die Belastung, desto kürzer und schneller wird geatmet);
- jede Bewegung bzw. Bewegungsabfolge soll sowohl beim Einatmen, als auch beim Ausatmen ohne Qualitätsverluste und zusätzliche Belastung ausgeführt werden können;
- jede Bewegung bzw. Bewegungsabfolge soll auch beim Anhalten der Luft (sowohl nach dem Ein-, als auch nach dem Ausatmen) ohne Qualitätsverluste und zusätzliche Belastung ausgeführt werden können...

Für den Anfang müßte es reichen

Gruß
Andreas
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  #3  
Alt 07-02-2008, 12:58
Benutzerbild von M.Hampel
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Kampfkunst: Historische Europäische Kampfkünste
 
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Zitat:
Zitat von Andreas Weitzel Beitrag anzeigen
Für den Anfang müßte es reichen
Das ist in der Tat einiges... wow.

Zitat:
Zitat von Andreas Weitzel Beitrag anzeigen
- man soll ununterbrochen atmen (das bedeutet, auch dann, wenn man "keine Luft kriegt")
Dazu bräuchte ein Beispiel. Wie soll das gehen? "Keine Luft kriegen" ist ja auch ein weites Feld. Druck auf Brustkorb oder Hals, Zuhalten von Nase und Mund, da wird es doch sicher Unterschiede geben. Wie darf man sich das Weiteratmen unter solchen Bedingungen vorstellen?
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  #4  
Alt 07-02-2008, 13:03
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Zitat:
Dazu bräuchte ein Beispiel. Wie soll das gehen? "Keine Luft kriegen" ist ja auch ein weites Feld. Druck auf Brustkorb oder Hals, Zuhalten von Nase und Mund, da wird es doch sicher Unterschiede geben. Wie darf man sich das Weiteratmen unter solchen Bedingungen vorstellen?
Ich meinte eher Situationen, in denen wir uns selbst im Weg stehen. So halten wir die Luft bei jeder Belastung an oder fangen an, sehr ungleichmäßig zu atmen: Beim Nachdenken, beim Heben von Gewichten, beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto, beim Sprinten, bei Angst- und Wutausbrüchen usw. Diese Beispielreihe kann man unendlich lang fortsetzen.

Gruß
Andreas
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  #5  
Alt 07-02-2008, 13:26
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Hm nicht schlecht danke
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  #6  
Alt 07-02-2008, 13:29
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Ok stimmt, solche Situationen bei denen einem die Luft weg bleiben kann, die gibt's ja wirklich zur Genüge.

Und diese fünf Grundregeln werden im Training immer wieder überprüft oder werden die auch speziell trainiert, quasi als eigene Unterrichtseinheit oder Übung?
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  #7  
Alt 07-02-2008, 20:38
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Man gewöhnt sich während des Trainings dran, UND es gibt spezielle Übungen, wo man das "weiteratmen" Prinzip vertieft. Irgendwann wird das zur Natur.

Gruss, Thomas
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  #8  
Alt 07-02-2008, 23:26
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Zitat:
Zitat von T. Stoeppler Beitrag anzeigen
Man gewöhnt sich während des Trainings dran, UND es gibt spezielle Übungen, wo man das "weiteratmen" Prinzip vertieft. Irgendwann wird das zur Natur.
Das stimmt. Wir haben Spezialübungen, bei denen verschiedene Arten der Belastung simuliert werden. Und dann wird das Gelernte bei anderen Übungen, deren primäres Zieletwas anderes als die Atemschule ist, angewendet. Mit der Zeit gewöhnt man sich, richtig zu atmen.

Gruß
Andreas
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  #9  
Alt 08-02-2008, 07:49
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was bringt denn die atemschule?

Zitat:
- man soll ununterbrochen atmen (das bedeutet, auch dann, wenn man "keine Luft kriegt");
- man soll durch die Nase einatmen (so bekommt die Luft ihre richtige Feuchtigkeit und Temperatur und wird gereinigt) und durch den Mund ausatmen (so wird man den überdruck im Körper los);
- man soll die Atemfrequenz dem Grad der Belstung anpassen (je größer die Belastung, desto kürzer und schneller wird geatmet);
das ist ja eigentlich ein natürlicher zustand. was bedeutet hier der begriff überdruck und warum kann man den nicht mit dem ausatmen durch nase los werden?

Zitat:
- jede Bewegung bzw. Bewegungsabfolge soll auch beim Anhalten der Luft (sowohl nach dem Ein-, als auch nach dem Ausatmen) ohne Qualitätsverluste und zusätzliche Belastung ausgeführt werden können...
worin besteht hier der sinn? bei belastungern ist es für mich natürlich auszuatmen. ich glaube mein punch / tritt / schlag würde beim einatmen nicht die power bekommen, wie als wenn ich ausatme.
genau wie beim gewichte stemmen.
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  #10  
Alt 08-02-2008, 11:19
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@ KidStealth:

Zitat:
das ist ja eigentlich ein natürlicher zustand. was bedeutet hier der begriff überdruck und warum kann man den nicht mit dem ausatmen durch nase los werden?
Ja, das ist eigentlich ein natürlicher Zustand. Aber das Wort "eigentlich" sagt bereits alles. Genau in diesem Zustand befinden wir uns meistens nicht. Wir halten oft, zu oft die Luft an. Wir unterbrechen unsere Atmung. Wir atmen unregelmäßig. Bei Belastungen fangen wir an, durch den Mund einzuatmen (Zunge raus, Luft rein), zu hyperventilieren und sonstwas. Und die Atemfrequenz ist meinsten alles andere als angepasst an die Belastung.

Mit dem Überdruck meine ich die Verspannung der Muskulatur.

Zitat:
worin besteht hier der sinn? bei belastungern ist es für mich natürlich auszuatmen. ich glaube mein punch / tritt / schlag würde beim einatmen nicht die power bekommen, wie als wenn ich ausatme.
genau wie beim gewichte stemmen.
Die meisten halten die Luft an. Und es ist schön, wenn man ausatmet, während man sich belastet (schlägt, tritt usw.). Was ist, wenn man von jemandem belastet wird (bekommt einen Treffer auf Solarplexus o.ä.), und man ist selbst gerade beim Einatmen?

Gruß
Andreas
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  #11  
Alt 08-02-2008, 14:48
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Zitat:
Zitat von KidStealth Beitrag anzeigen
worin besteht hier der sinn? bei belastungern ist es für mich natürlich auszuatmen. ich glaube mein punch / tritt / schlag würde beim einatmen nicht die power bekommen, wie als wenn ich ausatme.
genau wie beim gewichte stemmen.
Das ist der Punkt. In Systema wird versucht, die Atmung von der Bewegung zu trennen (das Prinzip findet man in anderen Kampfkünsten wieder, beispielsweise in manchen internen chinesischen KKs wie Dacheng Quan, oder im Shaolin-Drachen). Wenn Kraftentwicklung zwangsläufig mit Ausatmen gekoppelt ist, heisst es, dass du 50% der Zeit nicht gescheid Kraft entwickeln kannst.
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  #12  
Alt 08-02-2008, 15:42
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Wie kann man sich die Lösung des Problems vorstellen?

Ist es so einfach, dass man im Training z.B. einfach nur die Luft anhält, wenn man schlägt? Ich bräuchte schon wieder ein etwas konkreteres Beispiel...
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  #13  
Alt 08-02-2008, 15:57
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Zitat:
Zitat von Kat' Beitrag anzeigen
Das ist der Punkt. In Systema wird versucht, die Atmung von der Bewegung zu trennen (das Prinzip findet man in anderen Kampfkünsten wieder, beispielsweise in manchen internen chinesischen KKs wie Dacheng Quan, oder im Shaolin-Drachen). Wenn Kraftentwicklung zwangsläufig mit Ausatmen gekoppelt ist, heisst es, dass du 50% der Zeit nicht gescheid Kraft entwickeln kannst.
ich glaube das ist arg theoretisch (belehre mich ruhig eines gegenteils), ich habe bisher bei niemanden einen leistungseinbruch feststellen können nur aufgrund des einatmens. selbiges habe ich auch noch nicht bei mir feststellen können.

grundsätzlich ist jeder erfahrene kämpfer in der lage im kampf die benötigte power zu bringen. besonders da wir nicht systema anwender eine technik auf unsere art des atmens abgestimmt haben.

auch belastungen z.b. am sandsack bei denen ein und ausgeatmet wird, erkenne ich keinen leistungsabfall.

was nicht heißt das es mit eurer atemtechnik besser geht. nur kann ich es mir so grad nicht vorstellen. ich muß wohl mal bei euch reinschauen.
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  #14  
Alt 08-02-2008, 22:11
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(Auch wenn Andreas vielleicht mehr dazu schreiben möchte...)

Die Idee des "Weiteratmens" gehört eben zu der Grundkonzeption. Man versucht grundsätzlich, immer eine optimale Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit aufrecht zu erhalten, indem man kein Anhalten im eigentlichen Sinne zulässt.

Das ist eben auch dann der Fall, WENN man augenscheinlich nicht mehr weitermachen kann, z.B. durch einen harten Treffer kurzzeitig gelähmt ist oder der Bewusstlosigkeit nahe oder irgendwo runterfällt und sich durch die Erwartung des Aufpralls "hart" macht.

Das soll eben vermieden werden, und die angepasste Atmung ist eben *ein* Teil dieser Idee.

Eine Bewegung auf diese Art und Weise aufrecht zu erhalten hat noch vielschichtigere Effekte.

Gruss, Thomas
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  #15  
Alt 08-02-2008, 23:12
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Danke, Thomas! Du hast es sehr gut und richtig erklärt. Jetzt brauche ich nichts mehr zu schreiben
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