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#1
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| Hi, da schon öfters bemängelt wurde, dass hier abseits von Systema zu wenig los ist, dachte ich mir ich starte mal nen Thread bezüglich eines meiner lieblings Themen ![]() Ich leg mal direkt los! Schlagtechnik: Was mich interessieren würde, mit wieviel Dampf wirklich zu geschlagen wurde. Einerseits hört man, dass zum Schutz der Hand weniger hart hingelangt wurde und das eine andere Technik für optimale Kraftübertragung von Nöten war. Trotz der scheinbaren Effektivität hatten die Kämpfe öfters utopische Rundenzahlen. Im Kontrast dazu steht modernes Bareknuckel Boxen, wo die Sache doch recht schnell zu Ende geht. Dort findet man auch eher die moderne Variante aus dem Boxen. Die Variante im alten Bareknuckle Boxen wird jedoch gerne als gute in Sachen SV preisgegeben, aber ich frage mich ehrlich wie effektiv sowas war, wenn Leute sich damit 40 Runden aufwärts auf die Birne geben konnten, mit einem Regelwerk, das weit aus mehr erlaubte. Klar es wurde anders angezählt, die Kämpfer konnten sich besser erholen und schienen allgemein harte Hunde gewesen zu sein, aber war die Schlagtechnik wirklich schon das optimale für den nackten Faustkampf, oder jediglich in eine zurück gebliebene Form des Faustkampfes? Grüße Ima-Fan |
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#2
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| Es wird schon richtig hingelangt - mit guter Struktur und Handhaltungen die dem Risiko für die Hand Rechnung tragen. Stichwort 'vertical fist'. Dazu werden noch besonders empfängliche Ziele attackiert. Die Rundenzahlen kommen unter anderem daher zustande, dass eine Runde endet sobald ein Boxer mit mehr als beiden Füßen den Boden berührt. Danach kann der Sekundant dem Boxer auch helfen, wieder an den 'scratch' zu kommen - bzw. einen Boxer da hinbringen, der selber gar nicht mehr dahin kommt. Da das Publikum Wetten auf den ein oder anderen Boxer abgeschlossen hat, möchte es auch, dass dieser Boxer alles nur Mögliche zur 'Verteidigung' dieser Wetteinsätze tat. Er musste schon wirklich glaubwürdig kampfunfähig sein, damit die Wettenden akzeptierten, dass sie ihre Einsätze verloren haben. Ansonsten bestand die Gefahr, dass die vermeintlich Betrogenen auf den Boxer losgingen. Mit dieser Motivation zieht sich der Kampf schon mal etwas in die Länge. Gruß Stefan |
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#3
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| Zitat:
also ein Niederschlag/Ausrutscher/was auch immer heißt Rundenende, egal wann das geschieht => keine festen Rundenzeit wie im heutigen Boxen? Also wenn der Boxer kaum noch gradeaus schaun kann, bringt in der Sekundant in seine Ecke, macht ihn wieder wach und weiter gehts??
__________________ Don't pee on my back and tell me it's rainin'. |
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#4
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| ne frage:weiss man wie lange diese rundenpause ging,bzw was in dieser erlaubt wurde?und wie wurde eig trainiert? |
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#5
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| Hallo David u. rollkick! Ja bei dem London-Prize-Ring-Regeln geht eine Runde immer so lange, bis einer oder beide Boxer am Boden sind (d.h. mit irgendeinem anderen Körperteil als den Füßen). Niederschlag und ausrutschen können die Runde genau so beenden wie freiwilliges Hinknien. Andererseits kann man seinen Gegner noch ein Weilchen oben halten und weiter bearbeiten, auch wenn er nicht mehr selbstständig stehen kann. Oder man sorgt dafür, dass er, wenn er schon fällt, wenigstens richtig hart fällt. Oder man fällt selber noch auf ihn drauf. Die Pause war i.d.R. auf 30 Sekunden begrenzt. Ansonsten guckst du hier: London Prize Ring Rules ? Wikipedia und bei den davon abgehenden Links. Muffler (Polsterhandschuhe) gab's schon recht früh - vor Anwendung der Queensberry-Regeln wurde im Wettkampf aber ohne Handschuhe geboxt. Ergo, Muffler kamen beim Training zum Einsatz. Gruß Stefan |
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#6
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| Zitat:
kannst du das etwas genauer erklären, oder nen Link dazu? Gerade bei den Regeln bin ich nicht so gut informiert. Wie erklärst du dir die relativ kurzen Zeiten bei heutigen Kämpfen? Schlicht durch das Reglement? Grüße Ima-Fan |
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#7
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| Kurze Zwischenfrage: Auf Wikipedia lese ich gerade diesen Satz "In Deutschland besteht die Möglichkeit, solche Kämpfe legal unter Aufsicht der Polizei und nach vorheriger Anmeldung durchzuführen." im Bezug auf Bareknackle Boxen. Ist das wahr ? Kann ich mir kaum vorstellen. Ansonsten sehr spannendes Thema. |
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#8
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| könnte die "kurze"(jeder der selber gekämpft hat weiss das 3min extrem lang sein kann )rundenzeit heutzutage daran liegen,das man gemerkt hat,das nach einer gewissen rundenzeit,die leistung abbaut?und man den zuschauern immer "spannende"runden präsentieren möchte?! |
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#9
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| wenn ich mir diese alten vids anschaue sieht das aber auch nciht sehr technisch aus mehr nach sinnlosen draufhauen... ist die technik erst später "verbessert" worden oder irre ich mich??? keine ahnung |
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#10
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#11
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| Evt. standen den damaligen Pugilisten auch einfach bessere, technische Mittel gerade in der Defensive zur Verfügung, als mancher Kämpfer heute hat. Die meisten modernen barenknuckle-fights werden ja nicht gerade von Profi-Boxern ausgeführt, man siehe sich nur einige der Gipsy- und Kimbo-Fights an, da sind teilweise technische Voll-Nulpen dabei. Könnte also sein, dass ein Prizefighter von damals eben als "Profi" in Sachen blanke Faust einfach härter im Nehmen war bzw. über eine bessere Defensive verfügte, die speziell auf diese Kämpfe ausgerichtet war. Ich weiß nicht, wieviele moderne Boxer z.B. wüssten, wie sie aus einem Chancery-Hold rauskommen. Da die "Mufflers" im Training auch nicht gerade Wattebäuschchen waren, war Trainingsziel der Pugilisten nicht nur entsprechende Faustabhärtung zur Schlaghärte, sondern sicherlich auch die Nehmerqualitäten. Des Weiteren waren Körpertreffer oft als Angriffsziele bevorzugtes Ziel, allein schon, da die blanke Faust auf der einen Seite entsprechend härtere Wirkung hatte, auf der anderen Seite man mit seinen Knöcheln nicht bis in alle Ewigkeit zu 90% auf den harten Kopf des Gegners schlagen konnte, irgendwann sind alle trainierten Fäuste mal mürbe. Nicht umsonst die Hammerfaust und Backfist-Techniken im Repertoire. Soweit ich weiß, hat man besonders in der späten Phase eines Prizefights versucht, den Gegner mehr zu werfen, um die eigenen Fäuste zu schonen, und mit dem Wurf Schaden anzurichten (und gleich wieder eine Rundenpause zu bekommen). Mit Körpertreffern erzielt man allerdings auch nicht so leicht KOs, weswegen die Kämpfe sicherlich auch noch mal lange dauern konnten, zumal wenn man sich alte Bilder von den Pugilisten anschaut, waren die ziemlich körperlich fit, die konnte einige Körpertreffer einstecken.
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#12
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| Zitat:
aber auch der Kimbo Kampf war noch im Minuten Bereich. Wenn ich da teils Stunden Angaben höre, frag ich mich was die da gemacht haben. Das die Puglisten vom Training her ein hohes Niveau hatten daran zweifel ich nicht, aber dass die ,,Körper" soviel besser abgehärtet waren, daran schon eher. Also ob sie wirklich so viel mehr nehmen konnten...? Zumindest ihre Fäuste haben sie abgehärtet, damit die net so schnell dahin waren. Das Technische Niveau finde ich sehr schwer einzuschätzen. Es war jedoch kein wildes Geprügel, dass kann man in verschiedener Lektüre nachsehen, dass man sich ernsthaft mit Strategie und Technik befasste. Wenn man heutige Boxprofis Bareknuckle kämpfen lassen würde denke ich, dass die Kämpfe ebenfalls, trotz technisch hohem Niveau, nicht lange dauern würden. Länger als so mancher denkt, aber sicher nicht im selben Maße wie mit Handschuhen. Grüße Ima-Fan |
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#13
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| Was die Kampfeslänge angeht, kann ich auch nur spekulieren, die Punkte die bisher angeführt wurden, klingen alle plausibel, aber doch unzureichend. Möglicherweise unterliegen die Kampfberichte manchmal auch einer gewissen Übertreibung? Schließlich kamen mir Kämpfe auch schon "stundenlang" vor ![]() Was die Abhärtung des Körpers anbelangt: Man schaue sich mal die Kyokushin-Wettkämpfe an, bei denen ja nur auf den Körper geschlagen werden darf mit den Fäusten. Da fliegen die Fäuste ziemlich, ich denke, dass da manch Untrainierter schon früher zusammengebrochen wäre. Oder Muax Thai-Kämpfe, bei denen der Körper sehr harte Beintreffer hinnehmen muss und doch aushält. Will sagen, ich denke schon, dass der Körper durch entsprechende Muskulatur gut "gepanzert" werden kann, um harte Treffer länger hinzunehmen, als untrainierte Körper. Was das technische Niveau angeht, so denke ich, dass die alten Kämpfe da einen schon recht hohen Standard hatten, immerhin waren das Profi-Kämpfer, die für Geld kämpften und einige davon waren nicht nur mit den Fäusten, sondern auch mit Waffen geschult, was ein gewisses Niveau und Qualität allkgemein voraussetzt. Möglicherweise erscheint uns einiges rauh und brutal im Vergleich zu heutigen Boxkämpfen, aber dem liegt ja nun auch das andere Regelwerk zugrunde und das ist so, als setze man modernes Boxen mit Muay Thai oder MMa gleich, grob ausgedrückt. Ich weiß nicht, inwieweit heutige Boxprofis in bareknuckle-fights schneller oder länger kämpfen würden. Punkt ist ja, dass die Boxhandschuhe und Tape eine weit größere Schlagkraft zulassen, als die blanke Faust, aber die größere Auftrefffläche der Handschuihe im Vergleich zur blanken Faust, ein geringeres KO-Potential hat. Was also passieren würde, wenn moderne Profiboxer plötzlich bareknuckle kämpfen würden? Keine Ahnung, von schnellem KO über gebrochene Fäuste bis hin zu einer "stundenlangen" Boxerei sehe ich da viele Möglichkeiten, die kein Pauschalurteil zulassen.
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#14
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| wäre wirklich mal interessant einen "profi" bareknuckle boxen zu sehen.....wird aber wohl nicht passieren,allein des geldes wegen....ne frage:gab es irgendeinen bareknuckle boxer der dann erfolgreich ins damalige profiboxen gewechselt ist? |
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#15
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| Nu ja - als modernes Beispiel würde mir eben Kimbo Slice einfallen, der von der Straße zum MMA ging. Allerdings nicht so erfolgreich... Wird der nicht gerade von Bas Rutten trainiert? Weiß jemand, ob der da besser geworden ist? |
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