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#1
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| So, nach dem sich hier hoffentlich doch so manche beruhigt haben oder auch nicht, möchte ich einen Therad eröffnen. Hier wird hoffentlich DISKUTIERT und nicht einander was vorgeworfen. Zuerst möchte ich einen paar Kleinigkeiten feststellen. 1. ich zweifle nicht an der hist. europ. Kampfschule und an dem wie gut und erfolgreich sie war, sondern an den Methoden und Überzeugungen mit welchen an sie heute herangegangen wird. 2. Was ich hier oder auch wo anders mache betrifft nur mich und niemanden sonst. Auch nicht die Moderation dieses Forumsbereiches. Jetzt zu dem Thema: - Ich werde mich bemühen, auch wenn es nicht einfach wird, auf hysterische (ich meine jetzt die Leute, nicht die Szene) Reaktionen nicht zu reagieren. ( Obwohl es so fiel Spaß macht )- Würde gerne allgemein abwertende oder auch zweideutige Bezeichnungen, ganz egal ob „Schwertballet“ oder andersrum „Gedresche“ „Genozid“ u.s.w. vermeiden und möchte es auch gerne anderen empfehlen, sonst kommt man nicht weiter. Zuallererst möchte ich dem Security antworten und hoffe es entsteht ein produktives Gespräch dabei. Wer sich anschließen möchte – habe nichts dagegen. Hysterische Personen bitte nach Möglichkeit von beiden Gesprächsseiten ignorieren. Security, natürlich gebe ich dir Recht dass es überall auch gute Leute gibt. Oder ich versuche es mal anders auszudrücken, es gibt Leute die wirklich bemühen sich gut zu sein. Inwieweit sie es wirklich erreichen – das ist eben die Frage. Zu deinen Beispielen: Master Newmans Ritter – ist mir unbekannt. Zu dem habe ich nur das hier YouTube - Old School UCC Concept Trailer 2 gefunden. Der Kerl hat sicher was drauf, aber was genau – kann ich nicht beurteilen. Es hängen auch ein paar MA-Waffensimulatoren auf der Wand, aber ich sehe davon keinen Gebrauch. Zu den TheRealGladiatores – da habe ich nur einen Forum gefunden. Aber der Name klingt mir schon irgendwie bekannt. Kannst du vielleicht mir ihre Internetseite verlinken? Aber Hammaborg kenne ich und sie sind allgemein anerkannt. Ich würde keineswegs da was sie machen als etwas Schlechtes bezeichnen. Doch mein Weg ist das nicht. Schau mal, es ist doch allgemein bekannt (oder sollte auch bekannt sein) dass Roland trainierte eine Weile Escrima. Es ist ja dir sofort aufgefallen. Auch wenn das kein Escrima ist, existiert immer noch eine Basis im Roland, die auf das was er jetzt tut einen Einfluss nimmt. Du hast das sofort gesehen. Ich habe von Escrima wirklich wenig Ahnung, doch sehe es genau so wie du. Deswegen habe ich deinem Beitrag applaudiert. Doch das wichtigste dabei ist, es ist mir ganz egal wie viel von Escrima der Roland in seine Interpretationen einbezieht. Ob viel oder wenig, währe das falsch, währe er nicht weiter gekommen als andere. Aber er ist weiter, und somit liegt er wohl am Original etwas näher. Und jetzt kommen wir zu dem wichtigsten Punkt. Nämlich, der Gebrauch des Schwertes und des Bucklers wird seit wie vielen Jahren nicht mehr praktiziert? Warum? Und vor allem warum versuchen wir etwas zu rekonstruieren was man seit längerer Zeit einfach nicht mehr braucht? Das gibt jetzt absolut keine Bewertung dem Buch, oder dem Können der Leute die das Buch geschrieben haben oder so gekämpft haben. Aber kämpfen wir so? Nein. Brauchen wir so zu kämpfen? Auch nein. Ist das für uns überlebenswichtig? Auch nein. Also werden wir das original nie übertreffen, aber auch nie erreichen. Weil wir es einfach nicht mehr nötig haben. Das soll jetzt auf keinem Fall die Abwertung der Hammaborgs Gruppe ihrer Arbeit sein. Aber leider bleibt die Tatsache bestehen dass ganz egal was sie machen oder versuchen, sie werden nur ein Original interpretieren den niemand mehr kennt. Wenn es wirklich Spaß macht, kann ich es absolut nachvollziehen. Doch die Herangehensweise hat diese in meinen Augen wichtigste schwäche – es bleibt eine Interpretation. Es gibt auch andere Aspekte, aber diese ist jetzt in meinen Augen die wichtigste. Deswegen wähle ich persönlich einen anderen weg. Bitte kommentiere erst das, bevor wir weiter gehen. Mit freundlichen Grüßen. EDIT: Noch was: Wie es die Unbeteiligten evtl. schon mitgekriegt haben, bin ich kein gewöhnlicher Mensch der mit den mittelalterlichen Waffen was zu tun hat. Den Umgang mit dem Schwert betrachte ich als eine Kampfsportart mit Vollkontakt und betreibe diese auch so. Falls jemand aus der Szene der Kampfsportler dazu irgendwelche Fragen hat – ich stehe zu eurer Verfügung.
__________________ Ein guter Sportler muss nicht zwangsweise guter Kämpfer sein, aber ein guter Kämpfer ist zwangsweise auch guter Sportler. Forum ist ein Ort für den Erfahrungsaustausch, nicht die Bühne für Snobs. Geändert von Garin (03-03-2011 um 15:29 Uhr). |
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#2
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![]() Wieso üben Leute Iaido und ziehen Schwerter? Ich betreibe FMA und muss sagen, dass ich den Kampf mit Stöcken, anderen Waffen oder auch ohne noch nie "gebraucht" habe. Aber es gibt mir trotzdem was ![]() Mit der Argumentation sprichst Du Dich gegen so ziemlich jede KK aus, die nicht im sportlichen Wettkampf praktiziert wird oder die sich auf SV spezialisiert hat... |
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#3
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| Zitat:
Meine persönliche Meinung ist - nur eine gesunde Mischung aus KK und KS führt zum Erfolg. Zu viel KK – nicht selten bleibt nur die Form übrig. Beispiele dafür gibt es genug. Zu viel KS – und entscheidend wird nicht das was auf der Matte gerade passiert, sondern die Strichliste in den Händen der Schiedsrichter. Die meist respektierten KK und KS Richtungen und auch die meist respektierten Personen sind immer die Mischung. Sie können durchaus die eine oder andere Seite mehr mögen oder lieb haben, trotz dem bleiben sie eine Mischung.
__________________ Ein guter Sportler muss nicht zwangsweise guter Kämpfer sein, aber ein guter Kämpfer ist zwangsweise auch guter Sportler. Forum ist ein Ort für den Erfahrungsaustausch, nicht die Bühne für Snobs. |
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#4
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| Hi zusammen, Zitat:
Ich denke, dass jeder Historische Fechter.... naja... jeder selbstkritische Historische Fechter ... weiß, dass er nie an das Original herankommen wird. Ist das schlimm? Ich habe viele Jahre auch div. KK betrieben, bevor ich zum HF kam. Und interessanter weise ist mir erst dort bewußt geworden, alles was ich vorher betrieben habe, war eine Interpretation. Mein Trainer hat das interpretiert, was ein Trainer ihm vorher beigebracht hat und und ich habe diese Interpretation interpretiert... äh, du weißt was ich meine. Klar, bei der einen KK gibts weniger, bei der anderen KK gibts mehr an Interpretation. Hey, ich glaub hier gabs bereits einige Threads dazu in diversen Foren. Aber egal, zurück zum Thema. Ja, HF ist eine Interpretation. Wobei sich viele Leute Mühe geben, nahe an das zu kommen, was es vielleicht früher einmal gewesen ist. Manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg. Soll man deswegen "aufgeben" und sagen, es hat keinen Zweck, das HF zu rekonstruieren? Und zwar zu rekonstruieren mit einem Buch auf der Bank, der Fechtmaske auf dem Kopf und dem Schwert (ggf. andere Waffe)? Meine Meinung ist ganz klar: Nein. |
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#5
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| Axel, von Aufgabe spricht hier doch keiner! ![]() Aber wenn du als historischer Fechter gibst ehrlich zu dass du betreibst eine Interpretation, bzw. eine Rekonstruktion… Und, wie auch der Icewing schreibt, auch die Kavallerie nimmt so rapide ab… Ist das jetzt eine Kampfkunst oder eine Rekonstruktion dieser? Warum wird so gerne und ausführlich über die Gefährlichkeit dieser diskutiert, obwohl wir doch nur von einer Interpretation ausgehen, die wir im Normalleben nirgendwo anwenden können? Das ist jetzt keineswegs die Abwertung der Beschäftigung. Aber übertreibt man da nicht einwenig im Bereich der Selbsteinschätzung?
__________________ Ein guter Sportler muss nicht zwangsweise guter Kämpfer sein, aber ein guter Kämpfer ist zwangsweise auch guter Sportler. Forum ist ein Ort für den Erfahrungsaustausch, nicht die Bühne für Snobs. |
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#6
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| Ich versuche einen anderen Ansatz: Eine Kampfkunst erlerne ich nur durch Verstehen. Verstehen tue ich das, wenn ich Begreife, was mir ein Lehrer beizubringen versucht. Bei den HFechtern ist es nur so, die Lehrer sind tot, bis auf ihre Hinterlassenschaften. Also versuche ist das, was es noch gibt, zu verstehen. Für mich ist es kein Widerspruch, das die Kampfkunst rekonstruiert werden muss, sondern es macht das ganze für mich spannender (und schwieriger ).Ich sage jetzt etwas, das meine Meinung ist bzw. eine Erfahrung, die ich gemacht habe. Historisches Fechten - so wie es mir beigebracht wurde (von jemanden, von dem ich viel halte) hat für mich mehr mit Kampfkunst zu tun als viele Budosportarten, die ich vorher durchlaufen bin. In vielen anderen Kampfsportarten haben die Leute sich ach für toll gehalten und Märchen aufgetischt. Bei den HFechtern habe ich ein ganz anderes Verständis für Kampf entwickelt. Zitat:
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#7
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| Man sollte tatsächlich nicht den Fehler machen und sich selbst und die eigene KK oder den KS zu ernst nehmen, denn es bleibt bei den meisten eine Freizeitbeschäftigung. Die kann zwar zur Passion werden, zum wichtigen Lebensinhalt und begleitende Unterstützung im geistigen Zusammenhang, für KK wie FMA, MMA, Judo oder Kendo gilt dies ebenso, aber im Bezug auf hist. KK bleibt im besten Fall auch eine Leistung in Sachen wissenschaftlich-geschichtlicher Aufarbeitung. Selbst die alteingesessene Wissenschaftsgemeinschaft erkennt die Arbeit vieler “Laien“ inzwischen als große Unterstützung an. Das mancher Kampfkünstler und –sportler sich und seine Disziplin viel zu ernst nimmt, das gilt nicht nur für den europ. Sektor oder hist. Fechten, sondern für Kampfkunst/-sport im Allgemeinen auch. Da gibt es SV-Trainierende, die sich für Sergeant Badass persönlich halten, FMAler die außer FMA alles für Pussysch… halten, Judoka denen alles abseits von Olympia gefakted vorkommt oder Kendoka, die denken sie seien die japanischsten Japaner unter allen damals und heute lebenden Samurai. Freizeitninja, Freizeitritter, Freizeit-MMAler, es gibt immer und überall viele, die sich zu ernst nehmen. Dies beweist sich schon durch die vielen Streitereien virtueller Art, die hier im KKB das Spektrum beherrschen. Aber so sind die Menschen nun mal. Ich persönlich verstehe nicht, warum man für Hasstiraden soviel Mühe aufbringt, nehme mich aber in meiner negativen Beurteilung nicht außen vor, leider haben viele Menschen die Tendenz ihre eigene Sache Großzureden durch das Kleinreden anderer Sachen. Menschliche Schwäche ist das wohl, ein Egoproblem, dass mit dem Kampf an sich gar nicht viel zu tun hat. Was also ziehe ich für mich für Schlüsse? 1. Trainiere, was dir Freude und Nutzen bringt. 2. Kümmere dich nicht um das, was dir nicht gefällt oder unnütz erscheint. 3. Verschwende nicht deine Zeit in sinnlosen Endlosdiskussionen im Internet. 4. Halte immer deinen Horizont offen für Neues und Anderes. 5. Nimm dich selbst nicht zu ernst und trainiere lieber härter.
__________________ Cha togar m' fhearg gun dìoladh - Nemo me impune lacessit www.cateransociety.com - www.kampfkunstschmiede-kostheim.de |
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#8
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| Ich bin leider technischer Laie und kann daher meine Kommentare nicht direkt in Deinen o.g. Text einfügen, daher im Folgenden die Kommentierung Deiner Anmerkungen mit Anführungsstrichen: Zitat: “Security, natürlich gebe ich dir Recht dass es überall auch gute Leute gibt. Oder ich versuche es mal anders auszudrücken, es gibt Leute die wirklich bemühen sich gut zu sein. Inwieweit sie es wirklich erreichen – das ist eben die Frage.“ Antwort: Das ist immer eine sehr individuelle Frage. Ich würde nie von mir behaupten, gut zu sein. Ich beherrsche nämlich nur einen ganz kleinen Teilbereich des Latosa-Escrimas. Was Gut und was Schlecht ist, das hängt sehr von der persönlichen Schwerpunktsetzung ab. Je nach Trainingsform/Sparringsform entwickelt man ganz andere Eigenschaften/Stärken. Ich würde mir niemals anmaßen, den Vertreter A meines Stils, der z.B. mit Schwert und Rüstung Ritter spielt schlechter einzuordnen als den Vertreter B, der Musashi spielt (auch das Katana wird in meinem Stil ja unterrichtet) oder den Vertreter C, der mit leichten Stöcken Turnier-Fechter spielt oder den Vertreter D, der mit dem Kampilan Lapu Lapu spielt und sich im Dschungel versteckt oder den Vertreter E, der nur die empty hands spannend findet. Manche sind verdammt schnell, andere haben eine perfekte Fußarbeit, andere vernichtende Power. Die wenigstens (das sind Bewegungsgenies und die gibt es genetisch bedingt nur selten) können gleichzeitig wie die Zehnkämpfer in verschiedenen Escrima-Disziplinen wirklich top sein. Mir persönlich reicht es schon, die Hälfte der fünf Grundschläge einigermaßen zu beherrschen. Aber eines kann man m.E. schon erwarten, und zwar von jedem Waffenkämpfer, egal welcher Stil: Wenigstens ein durchschnittliches Maß an Balance/Power/Speed/Focus/Transition. Wer ohne jedes Gleichgewicht herumfuchtelt, der kann m.E. auch kein vernünftiger Schwertkämpfer sein. Und auch wer nicht wenigstens ein klein wenig Schnellkraft hat und einigermaßen den Focus hat, den/die eigenen Waffenarm(e) und den Kopf zu schützen, kann m.E. kein vernünftiger Schwertkämpfer sein. Tradition interessiert mich NULL, mich interessiert nur die ganz elementare Logik jedes Waffenkampfes, völlig stilneutral betrachtet. Zitat: „Zu deinen Beispielen: Master Newmans Ritter – ist mir unbekannt. „ Antwort: EWTO-Akademie Eppingen EWTO-Akademie Eppingen EWTO-Akademie Eppingen Du musst dabei eines bedenken: Das hohe Alter von Master Newman. Trotz seines Alters immer noch eine super Power-Körpermechanik und super Balance. So etwas gefällt mir. Wenn in dem Alter mein Escrima auch nur annähernd so gut aussehen würde, dann wäre ich froh. Zitat: „Zu den TheRealGladiatores – da habe ich nur einen Forum gefunden. Aber der Name klingt mir schon irgendwie bekannt. Kannst du vielleicht mir ihre Internetseite verlinken?“ Antwort: YouTube - Fechten mit dem langen Schwert Gefällt mir: Die fünf Konzepte werden beachtet. Freundschaftlicher Umgang miteinander, mit das Wichtigste im Schwertkampf, da jeder mal gewinnt und auch mal verliert, ist auch deutlich erkennbar. Unter Freunden braucht man keine Schutzausrüstung. Unter Feinden Schwertkampf zu trainieren kann ich keinem empfehlen, denn ein stumpfes Schwert ist genauso tödlich wie ein scharfes, wenn es den Kopf trifft und mit gebrochen Armen kann man schlecht im KKB schreiben, wenn die Sekretärin krank ist. Zitat „Doch das wichtigste dabei ist, es ist mir ganz egal wie viel von Escrima der Roland in seine Interpretationen einbezieht. Ob viel oder wenig, währe das falsch, währe er nicht weiter gekommen als andere. Aber er ist weiter, und somit liegt er wohl am Original etwas näher.“ Antwort: Hammaborg gefällt mir sehr gut, das habe ich ja schon geschrieben. Die fünf Konzepte (Balance, Power, Speed, Focus, Transition) sind gut entwickelt. Technischer Kleinkram interessiert mich nicht. Zitat „Und jetzt kommen wir zu dem wichtigsten Punkt. Nämlich, der Gebrauch des Schwertes und des Bucklers wird seit wie vielen Jahren nicht mehr praktiziert? Warum? Und vor allem warum versuchen wir etwas zu rekonstruieren was man seit längerer Zeit einfach nicht mehr braucht? Das gibt jetzt absolut keine Bewertung dem Buch, oder dem Können der Leute die das Buch geschrieben haben oder so gekämpft haben. Aber kämpfen wir so? Nein. Brauchen wir so zu kämpfen? Auch nein.Ist das für uns überlebenswichtig? Auch nein. Also werden wir das original nie übertreffen, aber auch nie erreichen. Weil wir es einfach nicht mehr nötig haben. Das soll jetzt auf keinem Fall die Abwertung der Hammaborgs Gruppe ihrer Arbeit sein. Aber leider bleibt die Tatsache bestehen dass ganz egal was sie machen oder versuchen, sie werden nur ein Original interpretieren den niemand mehr kennt.“ Antwort: Das sehe ich diametral anders. 1) Es ist mir völlig egal, welche Waffen und Schilde jemand im Training nutzt. Es ist mir auch egal, welche Regeln andere Waffenkämpfer fürs Training und Sparring verwenden. Entscheidend ist für mich nur, dass man erkennen kann, dass sich die Waffenkämpfer VORHER überlegt haben, welche kampfrelevanten Eigenschaften jeweils gefördert werden sollen und dass bei jedem Trainings-Spiel oder Sparrings-Spiel wenigstens ein bisschen Balance/Power/Speed/Focus/Transition und Logik erkennbar sind. Es macht durchaus Sinn, auch mal mit ungewöhnlichen Waffen zu trainieren. Es macht durchaus Sinn, auch mal mit einer nachteiligeren Waffe gegen eine vorteilhaftere Waffe anzutreten, um den Grad der Herausforderung zu steigern. Bei Schwert und Buckler arbeiten beide Körperseiten super zusammen, es ist ein gutes Training für die Explosivität, Gleichgewichtsbeherrschung, Präzision etc. Von mir aus kann man als Schwert auch eine Plastikflasche mit Wasser nehmen und als Schild eine Pratze, das ist mir VÖLLIG egal. Die Konzepte zählen, Techniken/Waffenarten/Schilderarten sind nur Schall und Rauch. Wenn ich es schaffe, mit Schwert und Buckler meinen Gegner im Sparring aus dem Gleichgewicht zu bringen, dann habe ich gute Chancen, dass mir das auch ohne Waffen bei einer Kneipenschlägerei gelingt: Vorwärtsdruck ist ein universelles Konzept. Und wenn ich auf einer dunklen Straße meinen Aktenkoffer als Schild nutzen kann, während ich dem Messerangreifer meinen Mont Blanc Füller in das Ohr steche, dann ist das auch ein universelles Konzept. Ein Waffenkampfsystem sollte auch unbewaffnet funktionieren, sonst hätte ich keine Lust darauf, es zu trainieren. Wer mit dem Schwert oder Stock hart zuschlagen kann, der kann auch unbewaffnet ordentlich zuschlagen, zumindest so, dass es für die SV reicht. 2) Wir können mit Nachdenken fast jedes Original übertreffen. Die Ritter hatten von den Methoden des Krafttrainings, die wir heute kennen, keine Ahnung. Die Ritter hatten keine exzellenten Orthopäden/Physiotherapeuten, nach dem ersten Knochenbruch oder den ersten Zahnschmerzen wurde es eng. Die Ritter hatten nicht die Auswahl unter hunderten Lehrer hunderter verschiedener Waffenkampfstile. Wir können uns heute weltweit austauschen und weltweit andere Stile kennenlernen, persönlich oder über Internet. Wir können überall die besten ihrer Spezialdisziplinen treffen, das konnte früher niemand. Die Sparringstreffs früher waren wohl auch nicht mit Waffenkämpfern aus ganz Deutschland besucht, die Mittelalter-Turniere galten jedenfalls wohl eher als ungesund aus orthopädischer und neurologischer Sicht. Die Regeln der Mittelater-Turniere hatten jedenfalls wohl nicht den Ippon-Gedanken, den gute moderne Waffenturniere heutzutage durchaus berücksichtigen, wer einen schlechten Schmied und eine schlechte Rüstung hatte, der hatte eben Pech. 3) In einem Punkt gebe ich Dir Recht: Wir können nur die alten Bücher interpretieren. Ob wir die Techniken so und in dem Kontext ausführen, wie sie ursprünglich damit gemeint waren, das wird immer fraglich bleiben, aber das ist m.E. auch egal. Entscheidend ist, ob die Schwert-Techniken für den Menschen des 21 Jahrhunderts funktionieren, nicht ob sie für einen 155 cm großen 45 kg schweren Mittelaltermann mit Zahnschmerzen, dessen Lebenserwartung eher kurz war, funktioniert haben. Die alten Kendo-Meister sind teilweise in ihren Spezialgebieten noch mit über 80 hervorragend, die Ritter wurden wohl eher selten 80 und konnten eher selten viele Jahrzehnte Lebens- und Kampferfahrung sammeln. Zitat: “Wenn es wirklich Spaß macht, kann ich es absolut nachvollziehen. Doch die Herangehensweise hat diese in meinen Augen wichtigste schwäche – es bleibt eine Interpretation. Es gibt auch andere Aspekte, aber diese ist jetzt in meinen Augen die wichtigste. Deswegen wähle ich persönlich einen anderen weg.“ Antwort: Mein Verständnis von meinem Waffenkampf, dem Latosa-Escrima, ist, dass bei jedem Fortgeschrittenen die persönliche, individuelle Interpretation dem Waffenkampf immanent ist. Ich bin weder so schnell wie Emin Boztepe noch so gebaut wie Master Newman. Daher sieht meine individuelle Interpretation von den Konzepten meines Großmeisters auch wieder ganz anders aus. Du siehst das als Schwäche. Ich sehe das als Stärke meines Stiles, weil wir keine Klone sind, sondern sehr individuelle Auslegungen wählen. Die Basis, die fünf Grundkonzepte und eine Handvoll Basis-Schläge, die versuchen wir schon alle zu berücksichtigen, aber ein Stil mit dem Schwerpunkt auf „Konzepte“ lässt denklogisch stets weit mehr Freiräume als ein Stil mit dem Schwerpunkt „Techniken. Deine o.g. Aussagen verstehe ich so, dass Du Deinen Schwertlehrer möglichst genau zu kopieren versucht. Das finde ich in den ersten Jahren auch völlig OK, irgendwann solltest Du m.E. aber auch Deinen ganz eigenen Weg gehen und auch Deine Schüler nachdem sie die Basics Deines Stiles beherrschen ihren eigenen Weg gehen lassen, abhängig von den individuellen Stärken und Schwächen. Am Wichtigsten ist u.a. Humor, da stimme ich meinen Vorrednern 100% zu. Nur wer über sich selbst lachen kann, zeigt, dass er geistig in der Lage ist, die Vogelperspektive einzunehmen und sich auch selbstkritisch zu betrachten. Denn jeder Schwertkämpfer hat neben Stärken auch Schwächen, die er nur erkennen kann, wenn er sich und seinen Stil nicht allzu ernst nimmt. Beste Grüße |
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#9
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vom fechtmeister Fiore wissen wir weiters dass er seine werke schreiben lässt nachdem er 50 jahre erfahrung in seinem gewerbe hat und es auf reisen erlernte, unter anderem von einem fechtermeister names "johannes der Deutsche" (ist das Liechtenauer?). 5 mal musste er scharf gegen neidische Meister kämpfen und bestand, unzählige adelige führt er auf die von ihm für das duell vorbereitet wurden - eine hand voll davon wurde von forschenden historischen fechtern durch andere quellen bestätigt. dass man im mittelalter nicht aus dem eigenen dorf kam ist murks, viele deutsche vergessen die tradition der wanderjahre die noch vor dem ersten weltkrieg rege praktiziert wurde. gruß, hans. |
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#10
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| Ein Video von 30 Sekunden reicht mir schon. Manche sagen ja, man könne auf einem Video fast nichts sehen. M.E. sieht man schon nach wenigen Sekunden eines Videos fast alles. Ist aber auch wieder so eine Frage der individuellen Sichtweise. Beste Grüße |
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#11
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In welchem Alter hat er denn seine 5 echten Kämpfe gehabt, bei 50 Jahre Erfahrung? Mit 70 gegen einen 30jährigen? Mit 50 gegen einen 15jährigen? 5 echte Kämpfe: Respekt, das muss ein guter Mann sein. Die philippinischen Großmeister, die auf den Philippinen Touristen gegen Dollar bar auf die Hand unterrichten, die berichten teilweise von über 100 Death Machtes (und das wird natürlich von anderen Escrimadoren bestätigt, aber nicht des schnöden Mammons, sondern der Liebe zur Wahrheit wegen), und das bei unter 50 Kilogramm und 1 Meter 50 Körpergröße. Wie bei uns im Mittelalter, wer sich mal ein mittelalterliches Bett anschaut, wundert sich, wie man da reinpassen kann. Die guten Leute in meinem Stil haben 300 Straßenkämpfe oder mehr, ab 500 Straßenkämpfen ist man in der Vin-Diesel-Straßenkämpfer-Liga. Aber nur verdammt wenige kommen dahin. "50 Jahre Erfahrung": Meine Meinung: Die meisten guten Leute sind wahrscheinlich im Mittelalter in der Schlacht gestorben, nach ein paar Kämpfen ist fast jeder auch mal schwer verletzt/alt/krank und die medizinische Versorgung war nicht allzu gut bei Wundinfektionen. Die, die Kriege/Kämpfe überleben, das sind oft die Drückeberger. Ist aber auch wieder eine philosophische Frage. Hier mal cooler japanischer Schwertkampf, der mir gefällt, weil da beide versuchen, am Leben zu bleiben und nicht blind in den Gegner rennen, was man beim Sport-Schwertkampf leider sehr oft sieht: YouTube - Niten kendo sparring Das ist auch super: http://www.youtube.com/watch?v=mjT4J...el_video_title Ein Schwerkampf sollte nach Fum oder höchstens Fumfum oder allerhöchstens Fumfumfum erledigt sein. Mehr als drei Schläge ist Gefuchtel. Beste Grüße Geändert von Security (03-03-2011 um 22:33 Uhr). |
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#12
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| Japp. ![]()
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#13
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| Nimm es einfach als Ironie/Humor/Anspielung. Man sollte nicht alles so Ernst sehen. Beste Grüße |
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#14
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| @Security Bisserl Beschäftigung mit der Materie würde nicht schaden, wenn man so den Mund aufmacht. Zitat:
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#15
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| Ich verstehe Ironie nicht besonders gut, sorry.
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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