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#1
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| Hallo und gleich mal entschuldigung zu meiner "dummen" Frage. Ich komme aus einer ganz anderen Ecke hier in Board, aber rein interessehalber habe ich zum Fechten mal ne Frage. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Degen einem Säbel und einem Florett; bzw. was ist ein Rapier? Danke schon im voraus für die Antworten.
__________________ "Hast du schon mal im grauen Mondlicht mit dem Teufel getantzt?" |
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#2
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| Florett = Reine Übungswaffe, mit der auch die grundlegenden Prinzipien des klassischen Fechtens (ab 17. Jhd.) gelehrt werden. Reine Stoßwaffe, heute Trefferzone nur Oberkörper ohne Kopf und Arme. Degen = die 'entschärfte' Version des Duellschwertes, mit schwerer (früher nur in der Stichtiefe begrenzter) und recht steifer Klinge. Ebenfalls reine Stoßwaffe, Trefferzone heute der ganze Körper mit (bei guten Lehrern) Konzentration auf den Waffenarm. Säbel = aus dem Duellsäbel entwickelte 'entschärfte' Version dieser Waffe mit heutzutage leider zu flexibler Klinge. Hieb- und Stoßwaffe; heutige Trefferzone gesamter Oberkörper inkl. Kopf. Rapier = In der Renaissance aufkommender einhändiger Schwerttyp mit langer Klinge und mehr oder weniger komplexem Gefäß, primär eine Waffe zur zivilen Selbstverteidigung und für Duelle. Anfänglich für Hieb und Stoß gleichermaßen geeignet, entwickelte sich das Rapier bis zum Ende des 17. Jhd, zur fast reinen Stoßwaffe; der Ur-Ur-Ur-Großvater des modernen Degens.
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#3
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| Hallo Jörg, Zitat:
Grüße Träumerin |
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#4
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| Übungssache. Ich kenne jemanden, der seine Stiche mit dem Schwert so perfekt dosieren kann, daß ein T-Shirt als Schutzkleidung regelmäßig ausreicht. Gruß
__________________ http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de ...sie kommen auch hinter deinen Schild |
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#5
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| Träumerin, schon mal was vom 'point d'arret' gehört? Hierbei wird der Spitze der Klinge eine mit drei scharfen, aber nicht allzu langen Metalldornen versehene Kappe durch in Leim/Wachs getränkten Faden befestigt, ein Übungsgefecht mit solchen Waffen und freiem Oberkörper (ohne Maske) ist schon *verdammt* nahe an einem echten Duell. Gasmann, geht's noch? So einen hahnebüchenen und lebensgefährlichen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Ein T-Shirt ist NIEMALS ein wie auch immer gearteter Schutz gegen eine auch nur einigermaßen spitze Klinge! Es braucht mit einer nicht mal unbedingt spitzen Klinge nur etwa 1 - 2 bar Druck, um die Haut zu durchdringen und danach wird die Klinge nur von Knochen gestoppt. In Dijon wurde letztes Jahr jemand bei einer ähnlich idiotischen Sache ein 'schaukampftaugliches' Rapier durch den Oberarm gestochen; er hat den Stich nicht mal registriert. Klingen verletzen Fleisch, immer. Deshalb haben sich Menschen irgendwann so was wie Rüstungen bzw. heutzutage Schutzkleidung ausgedacht. Aber die waren warscheinlich nicht so gut wie Dein Bekannter. "Oh Herr, lass viel Gras wachsen, es gibt soviele Rindviecher auf der Erde!"
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#6
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| Unsinn??? Willst du damit sagen, daß es riskant ist? Oder willst du damit sagen, daß es unmöglich ist, eine schaukampftaugliche Klinge im Stoß zu kontrollieren? Bei ersterem stimme ich zu, letzteres muß ich aufgrund eigener passiver (Ziel) Erfahrungen vehement bestreiten. Gruß
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#7
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| Ersteres. Es ist nicht 'riskant', es ist lebensgefährlicher Blödsinn.
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#8
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| @Gasmann: Schwerttraining nur im T-Shirt - naja. Ich kann mir vorstellen daß es geht mit Schwerten wo hauptsächlich auf Hieb gefochten wird und mit der nötigen Vorsicht, dh. ohne Körperkontakt. In Ninjutsu haben wir oft sowas gemacht allerdings mit Katana-artigen Waffen oder Boken. Nur - aus Sicherheitsgründen kann man da natürlich nicht richtig kämpfen sondern eher Bewegungsabläufe üben, was ja auch durchaus seine Berechtigung hat. Degen oder Florettfechten nur im T-Shirt - nun gut ich gebe zu, habe ich auch schon mal gemacht. Und mir ist prompt die Klinge dabei abgebrochen. Gott sei dank habe ich es sofort bemerkt, aber es war reine Glückssache, daß meinem Trainingspartner nichts passiert ist. Auch eine Florettklinge ist, wenn abgebrochen, spitz und nicht mehr besonders biegsam. Mein Fazit: Nie wieder mit einem Menschen fechten, der aus welchen Gründen auch immer, keine vernünftige Schutzkleidung angezogen hat. @Jörg: Arret-Spitzen, schon mal gehört, wußte aber nicht was es bedeutet. Wo kann man Fotos davon sehen? Grüße Träumerin |
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#9
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| Zitat:
Zitat:
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#10
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| Zitat:
__________________ But if they tell you that I've lost my mind Baby it's not gone just a little hard to find |
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#11
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| Zitat:
![]() Viele Grüße, Trinculo
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#12
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| ... so ich habe auch mal gegoogelt zum Thema Arret-Spitzen. Besonders aufschlußreich fand ich das hier: http://encyclopedia.jrank.org/EMS_EUD/EPEE.html Also Arret-Spitzen waren / sind Versuche, Treffer mit dem Degen feststellen zu können, als es noch keine elektrischen Melder gab. In den USA offenbar wieder sehr beliebt bei nicht-elektrischen Degen-Wettkämpfen. Hat jemand hierzulande schon mal Erfahrungen mit diesen Arret-Spitzen gemacht? Angeblich sollen sie schwer zu montieren sein. Mir ist auch noch nicht klar, wie das funktionieren soll. Meine Degen haben vorne ein Schraubgewinde wo die elektrische Spitze aufgeschraubt wird. Ob es auch Pointes d'arret zum Aufschrauben gibt? Nachtrag: Habe mal weiter gegoogelt und das hier gefunden: http://sports.groups.yahoo.com/group...3?viscount=100 Beantwortet eigentlich die meisten Fragen. Grüße Träumerin Geändert von Träumerin (12-05-2006 um 22:10 Uhr). |
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#13
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| Zitat:
![]()
__________________ Cha togar m' fhearg gun dìoladh - Nemo me impune lacessit www.cateransociety.com - www.kampfkunstschmiede-kostheim.de |
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#14
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| Zitat:
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Viele Grüße, Trinculo
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#15
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| .... so .... habe mal ein bißchen recherchiert. Es gab noch eine verschärfte Variante zu den Pointes d'arret: Die Degenspitze wurde freigelassen, aber in einer gewissen Entfernung wurde auf die Klinge eine Schraubenmutter angebracht, was angeblich einen Durchstich verhindern sollte. Die Franzmänner haben so ihre Duelle gefochten, bei Angelegenheiten die nicht ganz so ernst waren. Mich würde einmal interessieren, hat vielleicht jemand (ein Sammler) eine Klinge mit einer solchen Vorrichtung? "Eine besondere Art des Scheinduells ist der dienstliche Zweikampf der Unterofficiere in der französischen Armee. Während der gemeine Soldat das Recht hat, seinen Beleidiger gegebenen Falls zu fordern, diese Forderung aber dem Regimentscommandeur zur, freilich niemals versagten, Genehmigung zu unterbreiten hat, besteht für die Chargirten die Pflicht des Zweikampfs, obgleich man dieser Verpflichtung nicht immer nachkommt. Ist aber eine diesbezügliche Meldung erfolgt, so wird die Angelegenheit dienstlich behandelt, und zwar selbst gegen den Willen der Betheiligten, die sich vielleicht längst ausgesöhnt haben. Da es sich beider hier in Rede stehenden Art von Zweikampf meist nur um eine leere Form handelt, so müssen Tötungen oder schwere Verletzungen natürlich möglichst vermieden werden. Zu diesem Zweck wird auf der üblichen starken dreikantigen Klinge in gewisser Entfernung von der Spitze ein Schraubengewinde, auf das eine Schraubenmutter gesetzt wird, angebracht, um so ein zu tiefes Eindringen der Waffe und ein Durchbohren des Körpers zu verhindern. Die Anwendung dieser Schutzvorrichtung stammt aus den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Bei Festsetzung der Duellbedingungen wurde damals immer bestimmt, ob der Degen mit oder ohne aufgeschraubte Platte gebraucht werden sollte. Der Zweikampf geht unter Aufsicht eines Leutnants vor sich. Die Parteien bringen je zwei Zeugen mit Ausserdem werden der Regimentsarzt und der Fechtmeister des betreffenden Bataillons hinzugezogen. Gefochten wird bis zum Fließen von Blut, jedoch sind die erlittenen Verletzungen der Natur der Sache nach nur ganz ungefährlich. Sobald Blut geflossen ist, wird das von den Zeugen aufgenommene Protokoll von dem Officier unterschrieben, und der Ehrenhandel ist beendigt. Man kann diese Art von Zweikampf nur als Comödie bezeichnen und muß bedauern , daß etwas Derartiges in der französischen Armee officiell eingeführt ist." aus: Axel Vorberg, Der Zweikampf in Frankreich, Leipzig 1899, S.60. .... allerdings glaube ich nicht, daß die Verletzungen immer "so ganz ungefährlich" waren Grüße Träumerin |
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