Kampfkunst-Board



Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 29-12-2007, 15:36
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Langes Schwert der deutschen Schule
 
Registrierungsdatum: 05.01.2007
Beiträge: 113
Standard Einschneidige Waffen/Messer

Hallo!

Da ich noch ein relativer Laie auf dem Gebiet der einschneidigen Schwerter bzw. Messer (keine Säbel) bin, möchte ich mich in diesem Bereich weiter informieren.
Grundsätzliche möchte ich fragen, wo genau der Vortel bei solchen Waffen liegt.
Quasi: warum benutzt man eine einschneidige Waffe, wenn man ein Schwert haben kann, das Hau und Stich miteinander vereint?
Welche wurden hauptsächlich benutzt und in welchem Bereich.

Desweiteren würde ich mich über Literaturangaben freuen, sofern es spezielle Literatur gibt, die sich nur auf einschneidige Waffen bezieht. Bisher kenne ich nur die DVD von den Ochsen übers Messer und eben die Fechtbücher ( beides noch nicht durchgearbeitet).

Über Antworten würde ich mich freuen.
Mit Zitat antworten
Quicklinks
  #2  
Alt 29-12-2007, 23:50
Benutzerbild von Gasmann
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Schwert, Doppelsäbel
 
Registrierungsdatum: 16.02.2005
Ort: Ludwigshafen/Rhein
Beiträge: 375
Standard

Der große Vorteil war juristischer Natur: Nicht alle Stände durften Schwerter ("Waffen") tragen. Lange Messer waren rechtlich gesehen "Messer".

Eine kurze Rückenschneide ist technisch gesehen völlig ausreichend, um den Gegner damit zu erledigen.

Wenn man eine Waffe auch als Werkzeug einsetzt, wie es mit Falchions und Faschinenmessern gemacht wurde, ist eine zweite Scheide eher hinderlich.
__________________
http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de
...sie kommen auch hinter deinen Schild
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 30-12-2007, 14:41
gesperrt/gebannt
Kampfkunst: .
 
Registrierungsdatum: 21.01.2007
Beiträge: 1.004
Standard

ein stumpfer Rücken mindert auch die Verletzungsgefahr, außerdem benutzt man eh nur eine Seite ...
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 30-12-2007, 14:47
Benutzerbild von Der Contraveganer
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Fighting-Do
 
Registrierungsdatum: 19.02.2006
Beiträge: 247
Standard

Das ist so nicht richtig. Bei Schwertern spricht man von der langen und der kurzen Schneide. Die lange weißt uaf den Gegener. Wenn man einen Säbel in die Hand nimmt, dann versteht man auch, woher die Begriffe lang udn kurz kommen. In der Deutschen Schule (Liechtenauer/Meyer) wir ddie kurze Schneide sehr oft eingesetzt (so genennate Meisterhaue) auf der HP von Dreynschlag, kann man sich als Laie ganz gut darüber informieren. Siehe "Zwerchhau" /"Krumphau"/...
__________________
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 30-12-2007, 22:19
Moderator
Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
Registrierungsdatum: 10.12.2004
Ort: Nahe Bonn
Alter: 28
Beiträge: 993
Standard

Zitat:
Zitat von Baltasar Beitrag anzeigen
Quasi: warum benutzt man eine einschneidige Waffe, wenn man ein Schwert haben kann, das Hau und Stich miteinander vereint
WENN man ein Schwert haben kann, würde man eins nehmen, ausser man hat eine ebenso qualitativ hochwertige einschneidige Waffe.
Das Messer war im allgemeinen die "Bauernwehr" d.h. einfacher herzustellen und trotzdem noch furchtbar effekiv.

Zur kurzen Schneide:
Ein Langes Messer hat auch eine kurze Schneide (okay, die ist sehr kurz) und einen spitzen Ort; in der Messerfechtlehre wird beides dem Langen Schwert ähnlich eingesetzt.

Später bei der entwicklung des Kavalleriesäbels waren Kamptechniken mit der kurzen Schneide eh unpraktikabel, also wurde die kurze Schneide komplett weggelassen.

Zur Fechtkunst:
Das Messer gilt als Vorläufer der Fechttechniken mit dem Langen Schwert, und daher gibt kaum elementare Unterschiede. Praktisch alle Langschwert Techniken kann man auf das Messer übertragen, ausser vielleicht die Nachreissen am Schwert, die gehen mit längeren Waffen einfach besser.

Gruss, Thomas
__________________
Erschrickstu gern/keyn fechten lern
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 31-12-2007, 08:59
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Langes Schwert der deutschen Schule
 
Registrierungsdatum: 05.01.2007
Beiträge: 113
Standard

@ Gasmann
Das ist ja genau der Punkt. Auch "Unterschichten" durften Schwerter benutzten, taten dies, aus mir nicht bekannten Gründen aber nicht immer.

@ T.Stoeppler
Was heißt "wenn"? Unterschied sich ein Schwert vom Preis her so deutlich von einem Langen Messer?
Das kann ich kaum glauben, denn im SPäMi waren Schwerter nachweislich recht günstig bzw. ist deren Aufbau ja nur geringfügig anders als bei Messern.

Ist der Unterschied nicht eher in der Klingengeometrie zu suchen, die eine unterschiedliche Schnittkraft erlaubt?
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 31-12-2007, 14:47
Benutzerbild von Gasmann
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Schwert, Doppelsäbel
 
Registrierungsdatum: 16.02.2005
Ort: Ludwigshafen/Rhein
Beiträge: 375
Standard

Zitat:
Ist der Unterschied nicht eher in der Klingengeometrie zu suchen, die eine unterschiedliche Schnittkraft erlaubt?
Auf die Ausgangsfrage (einschneidig vs. zweischneidig) bezogen: nein

Die Einschneidigkeit erlaubt jedoch gewisse Klingenformen mit vom Schwert abweichender Trefferwirkung. Zum Beispiel der Schnitt beim Säbel oder der hackende Hieb beim Falchion.

Zitat:
ein stumpfer Rücken mindert auch die Verletzungsgefahr, außerdem benutzt man eh nur eine Seite ...
Im Systema gibt es ein paar Techniken, bei denen man sich mit einer zweischneidigen Klinge böse weh machen kann.
__________________
http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de
...sie kommen auch hinter deinen Schild
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 31-12-2007, 15:07
Moderator
Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
Registrierungsdatum: 10.12.2004
Ort: Nahe Bonn
Alter: 28
Beiträge: 993
Standard

Baltasar,

Natürlich ist es einfacher ein "Messer" herzustellen! Es muss ja auch nicht qualititativ besonders hochwertig sein. Eine lange, schlanke zweischneidige Hieb- und Stichwaffe stellt eben einfach gewisse Anforderungen an den Schmied und den Stahl.

Es gab/gibt natürlich auch "Messer" deren Qualität sehr gut ist.

Von der Schnittwirkung hat man bei dem Messer den Vorteil des etwas längeren Schneidekeils, der ist aber praktisch gesehen ohne Relevanz - ausser man möchte eben z.B. Jagdwild zerteilen, da ist man mit einem Messer deutlich besser dran.

Gruss, Thomas
__________________
Erschrickstu gern/keyn fechten lern
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 31-12-2007, 19:43
Benutzerbild von noppel
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Da fuck?! eskrimo... arktischer stockkampf...
 
Registrierungsdatum: 12.11.2006
Ort: novij prospekt
Beiträge: 3.576
Standard

gepanzertes wild auf 2 beinen...
__________________
learn thai the easy way
you can call me 'cookie'
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 01-01-2008, 18:51
Benutzerbild von Gasmann
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Schwert, Doppelsäbel
 
Registrierungsdatum: 16.02.2005
Ort: Ludwigshafen/Rhein
Beiträge: 375
Standard

Zitat:
Natürlich ist es einfacher ein "Messer" herzustellen!
Hab jemanden gefragt, der selbst schmiedet. Er konnte das nicht bestätigen. Am schwierigsten sei es, die Klinge gerade zu bekommen.
__________________
http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de
...sie kommen auch hinter deinen Schild
Mit Zitat antworten
  #11  
Alt 01-01-2008, 22:12
Moderator
Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
Registrierungsdatum: 10.12.2004
Ort: Nahe Bonn
Alter: 28
Beiträge: 993
Standard

Gasmann,

(Ich stand selbst schon stundenlang in einer Schmiede und bin mit den Schwierigkeiten diesbezüglich hinreichend vertraut.)

Das Messer heisst nicht umsonst "Bauernwehr" bzw der Vorläufer des Langen Schwertes und ist nicht umsonst in seiner Gänze einfacher konstruiert. Das Gehilz, die Auswichtung, der Stahl kann etwas weniger gut sein etc. Es ist eben eine einfache, funktionale Waffe.

ABER um ein hervorragendes Messer zu schmieden, ist natürlich das gleiche Geschick nötig, und es gibt ja ein paar wirklich tolle lange Messer in diversen Rüstkammern.

Gruss, Thomas
__________________
Erschrickstu gern/keyn fechten lern
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 02-01-2008, 11:45
Moderator
Kampfkunst: historisches Fechten und mehr
 
Registrierungsdatum: 20.08.2002
Ort: NRW
Alter: 38
Beiträge: 2.309
Standard

Zitat:
Zitat von Gasmann Beitrag anzeigen
Hab jemanden gefragt, der selbst schmiedet. Er konnte das nicht bestätigen. Am schwierigsten sei es, die Klinge gerade zu bekommen.
Die Klinge gerade bekommen ist in der Tat eine Herausforderung...für einen Amateur.
__________________
Don't judge the world by your own shitty standards. Just because you cannot do something doesn't mean no one else can do it.
(James A. Keating)
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 02-01-2008, 12:08
Benutzerbild von Trinculo
Moderator
Kampfkunst: La Superba, Non-tree-hugging Yiquan
 
Registrierungsdatum: 15.01.2004
Ort: Rheinhessen
Alter: 38
Beiträge: 7.968
Standard

Zitat:
Zitat von Gasmann Beitrag anzeigen
Hab jemanden gefragt, der selbst schmiedet. Er konnte das nicht bestätigen. Am schwierigsten sei es, die Klinge gerade zu bekommen.
Und das ist bei zweischneidigen Klingen einfacher?
__________________
« Why let reality spoil a perfectly good theory?»
Origin unknown
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 02-01-2008, 13:59
Benutzerbild von Ivain
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Historisches Fechten diverser Waffen, Ringen. Whum-Uä
 
Registrierungsdatum: 20.09.2005
Ort: Hessen
Alter: 29
Beiträge: 160
Standard

Zitat:
Zitat von Baltasar Beitrag anzeigen
@ Gasmann
Das ist ja genau der Punkt. Auch "Unterschichten" durften Schwerter benutzten, taten dies, aus mir nicht bekannten Gründen aber nicht immer.
Nein, so pauschal kann man das nicht sagen.
Waffenrecht war zumeist eine regionale Geschichte, zwar gibt es auch regional übergreifende Gesetze, aber oftmals gab es Regelung in den einzelnen Stadtverordnungen o.ä.
Und in vielen solcher Verordnungen wird eben dass Tragen von Schwertern irgendwie geregelt und eingeschränkt.
In manchen Städten früher, in manchen später, in anderen garnicht, das ist individuell.


Zur Preisfrage:
Das Problem mit der Graden Klinge kann schon einen Preisunterschied machen.
Bei einer einschneidigen Klinge läßt sich eine - evtl erst bei der Härtung aufgetretene - Krümmung zur Not noch kalt ausgleichen oder stört nicht wirklich, bei zwei Schneiden geht das nicht.
(Ich rede hier von Krümmung längs zur Schneidenrichtung, also quasi zu einer Säbel- oder Sichelform)

Außerdem bin ich mir nicht sicher, wie hoch in Relation zum Rest der Aufwand des Einsetzens der Schneide ist, und ob sich so die Anzahl selbiger preislich niederschlägt, ansonsten wäre das zumindest für die früheren Zeiten ein Argument.
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 03-01-2008, 09:34
Benutzerbild von Gasmann
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Schwert, Doppelsäbel
 
Registrierungsdatum: 16.02.2005
Ort: Ludwigshafen/Rhein
Beiträge: 375
Standard

Zitat:
Und das ist bei zweischneidigen Klingen einfacher?
Hab ich jedenfalls so verstanden. Man bearbeitet die Klinge auf beiden Seiten (Schneiden) gleichmäßig und kann Verformungen korrigieren. Aber ich will mich hier nicht als Experte aufspielen, bin nicht mal Laie...
__________________
http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de
...sie kommen auch hinter deinen Schild
Mit Zitat antworten
Antwort


Dieses Thema betrachten zurzeit 1 Personen. (0 registrierte Benutzer und 1 Gäste)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An
[IMG] Code ist An
HTML-Code ist Aus
Trackbacks are Aus
Pingbacks are Aus
Refbacks are Aus

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
Qi in den Waffen ? Alpensahne Taijiquan, Qigong-Neigong Tuishou, Baguazhang, Xingyiquan 98 20-12-2006 19:20
Waffen in der Öffentlichkeit? Stefan Schnur Waffen in Kampfkünsten 10 03-04-2006 15:29
Messer gegen Messer in der ETF? bummugl Arnis, Eskrima, Kali 11 20-04-2004 19:59
Hp zu Waffen fLo. Waffen in Kampfkünsten 0 09-02-2004 20:56
Waffen oder keine Waffen Toky Selbstverteidigung & Anwendung 42 15-11-2002 13:48


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 15:29 Uhr.


Powered by vBulletin Version 3.7.3 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2008, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.2.0 ©2008, Crawlability, Inc.