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#1
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| Hallo! Da ich noch ein relativer Laie auf dem Gebiet der einschneidigen Schwerter bzw. Messer (keine Säbel) bin, möchte ich mich in diesem Bereich weiter informieren. Grundsätzliche möchte ich fragen, wo genau der Vortel bei solchen Waffen liegt. Quasi: warum benutzt man eine einschneidige Waffe, wenn man ein Schwert haben kann, das Hau und Stich miteinander vereint? Welche wurden hauptsächlich benutzt und in welchem Bereich. Desweiteren würde ich mich über Literaturangaben freuen, sofern es spezielle Literatur gibt, die sich nur auf einschneidige Waffen bezieht. Bisher kenne ich nur die DVD von den Ochsen übers Messer und eben die Fechtbücher ( beides noch nicht durchgearbeitet). Über Antworten würde ich mich freuen. |
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#2
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| Der große Vorteil war juristischer Natur: Nicht alle Stände durften Schwerter ("Waffen") tragen. Lange Messer waren rechtlich gesehen "Messer". Eine kurze Rückenschneide ist technisch gesehen völlig ausreichend, um den Gegner damit zu erledigen. Wenn man eine Waffe auch als Werkzeug einsetzt, wie es mit Falchions und Faschinenmessern gemacht wurde, ist eine zweite Scheide eher hinderlich.
__________________ http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de ...sie kommen auch hinter deinen Schild |
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#3
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| ein stumpfer Rücken mindert auch die Verletzungsgefahr, außerdem benutzt man eh nur eine Seite ... |
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#4
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| Das ist so nicht richtig. Bei Schwertern spricht man von der langen und der kurzen Schneide. Die lange weißt uaf den Gegener. Wenn man einen Säbel in die Hand nimmt, dann versteht man auch, woher die Begriffe lang udn kurz kommen. In der Deutschen Schule (Liechtenauer/Meyer) wir ddie kurze Schneide sehr oft eingesetzt (so genennate Meisterhaue) auf der HP von Dreynschlag, kann man sich als Laie ganz gut darüber informieren. Siehe "Zwerchhau" /"Krumphau"/...
__________________ Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt! |
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#5
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| Das Messer war im allgemeinen die "Bauernwehr" d.h. einfacher herzustellen und trotzdem noch furchtbar effekiv. Zur kurzen Schneide: Ein Langes Messer hat auch eine kurze Schneide (okay, die ist sehr kurz) und einen spitzen Ort; in der Messerfechtlehre wird beides dem Langen Schwert ähnlich eingesetzt. Später bei der entwicklung des Kavalleriesäbels waren Kamptechniken mit der kurzen Schneide eh unpraktikabel, also wurde die kurze Schneide komplett weggelassen. Zur Fechtkunst: Das Messer gilt als Vorläufer der Fechttechniken mit dem Langen Schwert, und daher gibt kaum elementare Unterschiede. Praktisch alle Langschwert Techniken kann man auf das Messer übertragen, ausser vielleicht die Nachreissen am Schwert, die gehen mit längeren Waffen einfach besser. Gruss, Thomas
__________________ Erschrickstu gern/keyn fechten lern |
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#6
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| @ Gasmann Das ist ja genau der Punkt. Auch "Unterschichten" durften Schwerter benutzten, taten dies, aus mir nicht bekannten Gründen aber nicht immer. @ T.Stoeppler Was heißt "wenn"? Unterschied sich ein Schwert vom Preis her so deutlich von einem Langen Messer? Das kann ich kaum glauben, denn im SPäMi waren Schwerter nachweislich recht günstig bzw. ist deren Aufbau ja nur geringfügig anders als bei Messern. Ist der Unterschied nicht eher in der Klingengeometrie zu suchen, die eine unterschiedliche Schnittkraft erlaubt? |
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#7
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| Zitat:
Die Einschneidigkeit erlaubt jedoch gewisse Klingenformen mit vom Schwert abweichender Trefferwirkung. Zum Beispiel der Schnitt beim Säbel oder der hackende Hieb beim Falchion. Zitat:
__________________ http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de ...sie kommen auch hinter deinen Schild |
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#8
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| Baltasar, Natürlich ist es einfacher ein "Messer" herzustellen! Es muss ja auch nicht qualititativ besonders hochwertig sein. Eine lange, schlanke zweischneidige Hieb- und Stichwaffe stellt eben einfach gewisse Anforderungen an den Schmied und den Stahl. Es gab/gibt natürlich auch "Messer" deren Qualität sehr gut ist. Von der Schnittwirkung hat man bei dem Messer den Vorteil des etwas längeren Schneidekeils, der ist aber praktisch gesehen ohne Relevanz - ausser man möchte eben z.B. Jagdwild zerteilen, da ist man mit einem Messer deutlich besser dran. Gruss, Thomas
__________________ Erschrickstu gern/keyn fechten lern |
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#9
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| gepanzertes wild auf 2 beinen... |
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#10
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| Zitat:
__________________ http://www.doppelwaffen.hardatshooting.de ...sie kommen auch hinter deinen Schild |
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#11
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| Gasmann, (Ich stand selbst schon stundenlang in einer Schmiede und bin mit den Schwierigkeiten diesbezüglich hinreichend vertraut.) Das Messer heisst nicht umsonst "Bauernwehr" bzw der Vorläufer des Langen Schwertes und ist nicht umsonst in seiner Gänze einfacher konstruiert. Das Gehilz, die Auswichtung, der Stahl kann etwas weniger gut sein etc. Es ist eben eine einfache, funktionale Waffe. ABER um ein hervorragendes Messer zu schmieden, ist natürlich das gleiche Geschick nötig, und es gibt ja ein paar wirklich tolle lange Messer in diversen Rüstkammern. Gruss, Thomas
__________________ Erschrickstu gern/keyn fechten lern |
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#12
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__________________ Don't judge the world by your own shitty standards. Just because you cannot do something doesn't mean no one else can do it. (James A. Keating) |
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#13
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| Und das ist bei zweischneidigen Klingen einfacher?
__________________ « Why let reality spoil a perfectly good theory?» Origin unknown |
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#14
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| Waffenrecht war zumeist eine regionale Geschichte, zwar gibt es auch regional übergreifende Gesetze, aber oftmals gab es Regelung in den einzelnen Stadtverordnungen o.ä. Und in vielen solcher Verordnungen wird eben dass Tragen von Schwertern irgendwie geregelt und eingeschränkt. In manchen Städten früher, in manchen später, in anderen garnicht, das ist individuell. Zur Preisfrage: Das Problem mit der Graden Klinge kann schon einen Preisunterschied machen. Bei einer einschneidigen Klinge läßt sich eine - evtl erst bei der Härtung aufgetretene - Krümmung zur Not noch kalt ausgleichen oder stört nicht wirklich, bei zwei Schneiden geht das nicht. (Ich rede hier von Krümmung längs zur Schneidenrichtung, also quasi zu einer Säbel- oder Sichelform) Außerdem bin ich mir nicht sicher, wie hoch in Relation zum Rest der Aufwand des Einsetzens der Schneide ist, und ob sich so die Anzahl selbiger preislich niederschlägt, ansonsten wäre das zumindest für die früheren Zeiten ein Argument. |
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#15
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| Zitat:
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