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  #1  
Alt 13-12-2004, 11:24
Benutzerbild von tiamatus
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Kampfkunst: Fu Jitsu
 
Registrierungsdatum: 13.01.2004
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Alter: 32
Beiträge: 459
Standard Frage zu mittelalterlichen Schwertern

Ich habe gehört, dass die Schwerter des europäischen Mittelalters (vermutlich Hoch- und Spätmittelalter) gar nicht sonderlich geschärft waren. Da die Gegener gut gepanzert waren und das Kettenhemd verbreitet war, viel die Schneidwirkung der Waffen praktisch nicht mehr ins Gewicht. Die Effiktivität lag vielmehr in der knochenbrechenden Durchschlagskraft. Stimmt das?
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  #2  
Alt 13-12-2004, 12:44
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Kampfkunst: Judo
 
Registrierungsdatum: 07.09.2004
Ort: Niedersachsen
Alter: 23
Beiträge: 47
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Uhm... meines wissens nach ja.
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  #3  
Alt 13-12-2004, 14:22
Benutzerbild von Wittiko
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Mittelalterliches Leibringen, Jeet Kune Do, Luta Livre, Muay Thai
 
Registrierungsdatum: 21.11.2004
Ort: Mönchengladbach
Alter: 24
Beiträge: 225
Standard

Ja das stimmt so. Außerdem waren die Schwerter nicht scharf, weil sie sonst in den Rüstungen stecken geblieben wären, wenn man einmal richtig zgeschlagen hätte, und wenn dir das damals in einer Schlacht passiert wäre, naja, ich sag ma wär nich gerade von worteil für dich gewesen. Aber auf die Schärfe komtm bei denen ja eh nich an. Die Hiebwirkung ist schon stark genug und außerdem kann man mti einem Schwert auch noch mit anderen Stellena ngreifen als nur mti der Klinge.*g*
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  #4  
Alt 13-12-2004, 14:41
Benutzerbild von K4in
KKB-Userstatus: Professional
Kampfkunst: Chinese Boxing / BJJ
 
Registrierungsdatum: 29.07.2004
Ort: Hamburg
Alter: 24
Beiträge: 786
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Beim Feld- Wald- und Wiesensoldaten sicherlich...

Aber manch ein Adliger oder reicher Krieger hat sein Schwert bestimmt gut geschärft... :-/
__________________
"Um ein Messer zu schmieden muss das Feuer HEISS sein - Mit nem kleinen Feuerzeug und viel Sanftheit schmiedest höchstens nen Gummidildo! - Kraken
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  #5  
Alt 13-12-2004, 15:51
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Judo
 
Registrierungsdatum: 07.09.2004
Ort: Niedersachsen
Alter: 23
Beiträge: 47
Standard

Meines Wissens waren die Schwerter von den Reichen und gut kämpfenden sehr spitz geschmiedet, damit sie in der Schlacht Kettenhemden gut durchstechen konnten, da Kettenhemden nicht wirklich was gegen Stiche taugten (genausowenig wie Platten gegen gute Hiebe von Streitkolben etc.)
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  #6  
Alt 13-12-2004, 19:55
Benutzerbild von cryingfreeman
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: JU jutsu/escrima/muay Thai
 
Registrierungsdatum: 02.12.2004
Ort: Wiesbaden
Alter: 41
Beiträge: 75
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Hi,

sehr proffesionelle antwort findest du im Nordavind Forum die kennen sich echt gut aus mit Schwertern.
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  #7  
Alt 14-12-2004, 13:48
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
Registrierungsdatum: 20.08.2002
Ort: NRW
Alter: 41
Beiträge: 3.235
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Hallo zusammen!

Die Klingenformen und -profile von Schwertern haben sich im Mittelalter (jetzt mal vereinfacht von 500 - 1500 n.Chr. deutlich geändert. Und das hatte nix mit den Einkommensverhältnissen ihrer User zu tun, sondern vor allem mit den Rüstungen, die sie überwinden sollten.

Die Schärfe mittelalterlicher Schwerter ist kein ganz einfaches Thema, während auch schon damals nach einem Kampf Scharten in der Klinge entfernt wurden, wurden viele Originale, die heutzutage in Museen ausgestellt sind, in jüngerer Zeit überschliffen, so daß man nicht mehr verlässilich sagen kann, wie scharf die Waffe ursprünglich mal war. Bodenfunde sind da schon aussagekräftiger.

Auch wenn Rüstungen einen weitgehenden Schutz gegen Hiebe boten (Rüstung wurde getragen, weil sie funktioniert, nicht, weil sie nett aussieht), waren Schwerter damals keine bloßen Wuchtwaffen, dafür gab's Streitkolben.

Auf einem Schlachtfeld liefen auch eine ganze Menge un- bzw. leichtgerüstete herum, und gegen die funktionierte ein Schwert ganz hervorragend.

Das Schwert war u.a. deshalb so beliebt, weil es die beste Allroundwaffe war.
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  #8  
Alt 14-12-2004, 22:17
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Kampfkunst: Aikido,Kobudo
 
Registrierungsdatum: 26.09.2004
Beiträge: 93
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Im Hochmittelalter war das Schwert mehr Wuchtwaffe,zumindest war sie dies für schwer gepanzerte Ritter.....Das gemeine Fußvolk hat schon mitgekriegt,dass die Dinger auch Schneiden können.....
Ziel war es aber früher,den Ritter zu Fall zu bringen,so dass er sich durch seine hohes Gewicht nicht mehr aufrichten konnte...wenn er lag wurde schnell mit nem Pickel oder Dolch in die Augenschlitze gestochen und dann hat sich das erledigt.....Eine Rüstung mit einem Schwert zu durchtrennen ist Illusion...
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  #9  
Alt 15-12-2004, 14:09
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Kampfkunst: Historische europäische Kampfkünste
 
Registrierungsdatum: 27.02.2004
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Beiträge: 115
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Hallo Zusammen
Sorry Leute aber es ist erschreckend was für Vorurteile immer noch unterwegs sind.
Schwerter waren durchaus scharf, laut Dr. Geibig von der Veste Coburg allerdings nicht über die gesammte Länge der Klinge. Vielmehr nahm die Schärfe vom Ort zum Gehilz ab. Sprich der Ort (vorderer Teil der Klinge) war sehr scharf der hintere im Verhältnis dazu weniger.
Generell muß man unterscheiden unter welchen Umständen gekämpft wurde. In einer Schlacht, in einem gerichtlichen Zweikampf, Bloß (ohne Rüstung ) oder in Rüstung. Für jeden Zweck gab es spezielle Waffen bzw. Kampftechniken.
Beispiel SpäMi Kampf zu Fuß in Rüstung: ein durchtrennen der Rüstung mit einem Schlag ist höchst unwahrscheinlich daher bediente man sich einer eigenen Kampfweise für diese Art des Kampfes, nämlich den sogenannten Halbschwert Techniken. Hierbei wurde versucht mit Hilfe des Schwertes oder eines Spießes in die Fugen oder ungedeckten Stellen des Gegners zu Stechen, oder man verwendete die Waffe als Hebel um den Gegner zu Fall zu bringen und am Boden mit einem Dolch den Todesstoß zu versetzen.
Zu sagen das damals nur dumpf draufgedroschen wurde ist schlichtweg falsch. Grade die deutsche Schule verwendet neben Häuen und Schnitten häufig Stiche, das ist auch schon fürs HoMi belegt ( I 33 Fechtbuch von ca 1300).

Grüße Andreas
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  #10  
Alt 15-12-2004, 14:19
Benutzerbild von Jörg B.
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Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
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Ich kann Andi nur zustimmen!

Sorry Legion, aber die Geschichte mit dem sich-nach-einem-Sturz-nicht-mehr-aufrichten-können ist STUSS!

Wie ich schon sagte, kein vernünftig denkender Mensch -und die gab es auch schon im MA- zieht sich eine Rüstung an, die ihn vollkommen unbeweglich und dadurch im Endeffekt verwundbar macht.

Rüstungen funktionieren, dehalb wurden sie benutzt.
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  #11  
Alt 15-12-2004, 14:32
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Kampfkunst: Aikido,Kobudo
 
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Beiträge: 93
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Schonmal versucht mit ner 60Kg Rüstung aufzustehen,wenn man im Gras liegt und womöglich noch jemand auf einem sitzt...?
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  #12  
Alt 15-12-2004, 14:50
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Zitat:
Zitat von LEGION
Schonmal versucht mit ner 60Kg Rüstung aufzustehen,wenn man im Gras liegt und womöglich noch jemand auf einem sitzt...?
Schonmal versucht, einen 60kg schweren Harnisch zu finden? Ein
spätmittelalterlicher/frühneuzeitlicher Vollharnisch wog durchschnittlich
20-30 Kilogramm. Ein heutiger Soldat mit voller Ausrüstung trägt oftmals ein
größeres Gewicht am Körper ... heißt das dann, dass er nicht mehr
aufstehen kann, wenn er sich einmal zur Deckung flach hingelegt hat
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  #13  
Alt 15-12-2004, 15:19
Benutzerbild von Jörg B.
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Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
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Ort: NRW
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Beiträge: 3.235
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Legion, bitte überprüfeden Wahrheitsgehalt Deiner 'Quellen', bevor Du hier so einen hahnebüchenen Quatsch postest, und zwar nicht in einem AD&D- oder DSA-Regelwerk, sondern in einem Fachbuch!

Ein Kettenhemd wog im Schnitt 9-12 kg, je nach Länge, ein voller Harnisch des 15.Jhd. wog im Schnitt 22-25 kg, da hat jeder moderne Infanterist mehr zu schleppen.
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  #14  
Alt 15-12-2004, 15:20
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Aikido,Kobudo
 
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Stimmt,der Harnisch.......Helm?Handschuhe?Das Kettenhemd,das meisten noch drunter war?Die Beinschienen?
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  #15  
Alt 15-12-2004, 15:32
Benutzerbild von Trinculo
Moderator
Kampfkunst: 没有, Ni NT, ничего, SFA
 
Registrierungsdatum: 15.01.2004
Ort: Land der tausend Hügel
Alter: 41
Beiträge: 18.755
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Nur damit wir nicht aneinander vorbei reden: wenn ich von einem
Vollharnisch spreche, meine ich:

- Helm mit Kragenteil
- Brustpanzer mit Plattenschurz aus mehreren Metallreifen und Beintaschen
(Tassetten)
- Rückenteil mit einem starren oder mehreren beweglichen Gesäßreifen
- Armkacheln und Mäusel für die Ellbogen
- Achselscheiben zum Schutz der Achselhöhlen
- Achseln, an denen Brechränder angebracht werden konnten, zum Schutz
der Schulterpartie
- Oberarm- und Unterarm-Röhren, welche zusammen mit den Handschuhen
(als Fausthandschuhe "Henze" genannt), den Armkacheln und Mäuseln das
Armzeug bilden
- Diechlinge zum Schutz der Oberschenkel, Kniekacheln, Beinröhren für die
Unterschenkel und die Eisenschuhe bilden zusammen das Beinzeug
- Brayette zum Schutz der Genitalien

"Vollharnisch" bezieht sich nicht nur auf den Brustpanzer ...
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