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#1
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| Ist der französische Degen eine reine Stich-/Stosswaffe? Ist es realistisch, ein "Schwert" nur zum Stechen zu benutzen, oder ist grundsätzlich jedes Schwert auch an den Seitenrändern scharf? Wie lange dauerten Degenkämpfe in den echten Duellen früher? Ging es da um Sekunden oder konnte es auch mal so aussehen wie in den Filmen, wenn zwei geübte Fechter am Werk waren? Welche verschiedenen Bezeichnungen und Modelle gibt es bei den einhändigen Schwertern? Gibt es viele Unterschiede zwischen spanischem, französischem und italienischem Schwertkampf? Sind die Bewegungen aus dem Sportfechten realistisch für einen Kampf um Leben und Tod? Kennt jemand eine gute Übersicht über die verschiedenen Bewegungen im Sportfechten? Ein Buch o.ä. |
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#2
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| So,erstmal den Thread ins Forum verschoben, dann werd ich auch antworten. ![]() Wenn Du damit den Degen des 18. bis 20. Jhd. meinst, dann ja. ![]() . Fechten ist schließlich die Vorbereitung auf einen Kampf auf Leben und Tod gewesen. Vieles, was heute im Sportfechten gemacht wird, läuft aber eher unter dem Stichwort 'kreative Regelauslegung' und wäre mit einer scharfen Waffe in einem ernsten Kampf Selbstmord.Hier, v.a. Nr. 1 und 2
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#3
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| Zitat:
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#4
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| Die Entwicklung des Stoßfechtens bzw. des Rapierfechtens ist eher in Italien und Spanien zu suchen als in Frankreich. Lediglich die Hofsprache des 18. Jahrhunderst sorgte dafür, dass die franz. Ausdrucksweise heute gebraucht wird. Auf spanisch wurde es m. W. nach Escrima Ropera, auf italienisch wie immer schlicht Spada (Schwert) oder auch Striscia (Strich) genannt. Hier eine Seite, auf der Du Dir eine Art Eindruck von den Stoßtechniken der italienischen Schule nach R. Capoferro (il Gran Simularco della Scrima) machen kannst: Krîfon: Techniken/Rapier - Historische Fechtkunst & Rüstzeug - Christian Bott (www.krifon.de) Ciao Roberto
__________________ "Wenn ich nach Berlin reise, wenn ich nach London fahre, wenn ich nach Paris fahre oder nach Madrid, finde ich Neapel. Das Schicksal dieser Städte ist es, Neapel zu werden." Curzio Malaparte |
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#5
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| Damit wurde auf Hieb und Stoß gefochten und diese Waffen waren ergo auch scharf. Zitat:
![]() Also spätes 16. Jhd. bis etwa Mitte 17. Jhd. Ergo: nix Duelldegen, sondern Rapier, s.o. Zitat:
Zitat:
![]() Zitat:
Zitat:
Zitat:
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#6
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| Hallo Roberto! Alles richtig (bis auf Rapier = Espada ropera, nicht Escrima Ropera ).Den heutigen Drang, alles zu klassifizieren und mit speziellen Namen zu versehen, hatten unsere Altvorderen nicht ; für sie war das einfach 'ein Schwert', jedenfalls zum großen Teil. Der in Deinem Link gezeigte Ausfall ist übrigens nicht so doll; das liegt aber mit Sicherheit nicht an Capo Ferro. ![]() Wichtiger für die italienische Schule ist m.E. aber Salvator Fabris, der u.a. auch die Entwicklung der deutschen Stoßfechtschule beeinflußt hat. Gruß, Jörg Zitat:
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#7
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| @ Jörg B. Ja, Fabris ... habe sein Werk als Kopie hier. Nur wusste/ weiss ich leider keinen Link, auf dem etwas zu sehen ist und der sich auf Fabris bezieht. Ciao R. PS: Natülich Espada und nicht Escrima. Zuviel FMA um einen herum ... einfach zuviel FMA! ![]()
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#8
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| Zitat:
Zitat:
Allgemein fasziniert mich die Eleganz des Fechtens. Primär wegen der Beinarbeit möchte ich auch wieder ab und zu einen Degen in die Hand nehmen. In den traditionellen Fechtstilen gibt es ein beachtliches Mehr an Techniken als im Sportfechten. Ist schwierig zu erklären. Ich erhoffe mir aus dem "Studium" des Fechtens eine Verbesserung meiner generellen Kampffähigkeit (waffenlos). Ausserdem ist es eine Faszination für das Duellfechten und die Schwerter. Anders als z.B. in einem phil. Messerstil sollte der Stil bzw. die Mentalität des Stiles wenn möglich nicht unbedingt darauf ausgelegt sein den Gegner schnell zu töten, sondern als eine Kunst die erlaubt den Besseren zu bestimmen ohne sich gleich abzustechen, und die Eleganz ist dabei sehr wichtig. Ist das ein völlig falsches, naives Bild, dass ich vom Fechten habe, oder gab es sowas wie streng reguliertes traditionelles Duellfechten? Wo kann mann solche Fechtkunst in Aktion sehen? Nicht nur in der Schweiz |
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#9
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| Zitat:
Eigentlich ist es genau dieser Punkt, das schnelle Töten des Gegners, dass mir bei den meißten philippinsichen Systemen fehlt. Europäische Duellkunst, sei es mit Schwert, Messer oder dem Stock, ist für mich rationales Handlen in einer tödlichen Situation auf den Punkt gebracht. Dass dies oftmals noch elegant ausschaut ist kein Zufalllsprodukt. Gewisse Bewegungen erhöhen Reichweite, Stoßkraft et cetera. Sie erscheinen uns elegant bzw. schön, da sie dem menschlichen Bewegungsideal entsprechen. Und abschließend noch etwas Asiatisches: "Sticht das Schöne ins Auge, ist das Häßliche Gesetz." Lao Tse Roberto
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#10
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__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#11
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| Danke erstmal. |
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#12
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| Hi, das heutzutage praktizierte Sportfechten ist sicher nicht dazu geeignet ein reales Duell zu üben. Beim Sportfechten geht es lediglich um Sekundenbruchteile, um einen Treffer zu erzielen. Im realen Duell wären beide Duellanten trotzdem verletzt/tot. Die Bewegungsabläufe im Sportfechten haben nicht mehr allzu viel mit den Trainings für ein Duell zu tun. Um ein besseres Bild eines "realen Duells" zu bekommen, empfehle ich dir klassisches Fechten, das auf jahrhundertealten und bewährten Prinzipien basiert. Dabei wird noch so trainiert, wie es auch für ein Duell Sinn machen würde. Das Ganze natürlich mit moderner Schutzkleidung. Dieser Sport wird im europäischen Ausland und vor allem Nord-Amerika weiter ausgeübt. In Deutschland ist es eigentlich kaum noch vertreten, hier (Klassisches Fechten Soest) kannst du aber eine Klassische Fechtgruppe finden. |
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#13
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| Das Technikrepertoire zwischen 'modernem' und 'klassischen' Fechten ist zum größten Teil identisch. Wie, bzw. was davon trainiert wird ist, wie ich schon schrieb, etwas anderes. Der wesentliche Unterschied ist die taktische Herangehensweise, bzw. die Grundannahme des kF, die Waffen seien scharf und es wird nur gemacht, was auch in einem ernsten Gefecht Sinn macht, und die daraus resultierende deutlich mehr auf Eigensicherung und Kontrolle der gegnerischen Klinge gerichtete Fechtweise.
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#14
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| Zitat:
Was dabei herauskommt sieht man ja nur allzu gut. ![]() Gruß Markus |
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#15
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| hier ist eine teilweise Transkription einer deutschen Version von Fabris zu finden: Unbenanntes Dokument An anderer Stelle dieser Homepage befindet sich auch eine kleine Einführung in verschiedene Rapier-Begriffe. Servus, Alex |
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