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  #31  
Alt 30-11-2011, 22:27
Benutzerbild von DavidBr.
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Zitat:
Zitat von jpk@kkb Beitrag anzeigen
Wenn ich eine Klingenlänge von 90cm habe und eine Armlänge von 90cm (dazu noch Hand + Glocke + Stärke), dann ist es schon sehr schwer einen Armtreffer oder Körpertreffer zu erzielen. Der lange Mensch muss sich nicht bewegen, er muss nur warten, bis der kleine rankommt.
Das fett markierte kann sicher funktionieren, ich persönlich halte das für Blödsinn.

Zitat:
Zitat von jpk@kkb Beitrag anzeigen
Da im Sportdegen nicht geschlagen wird, hat der Thread-Ersteller einen sehr deutlichen Nachteil sobald er angreift. Es ist ein leichtes für den längeren Fechter den Arm oder das vordere Bein zu treffen, während der kleinere noch unterwegs ist. Auch hat der längere Fechter oft die Möglichkeit innerhalb einer zwanzigstel Sekunde den Doppeltreffer zu setzen. Einzig das "Angriffsrecht" hilft dem kleineren Fechter, sofern die Kampfrichter von seiner Initiative ausgehen. Aber ein simultané oder tempo commune erzeugt man durch eine dynamische Körperhaltung und leicher Vorwärtsbewegung und schon ist der Doppeltreffer da.
Mit "nicht geschlagen wird" meinst Du den Hieb, nicht die Schlagparade (wobei Schlagparaden im Degen... na ja sind..)?

Was genau meinst Du in diesem Zusammenhang mit Angriffsrecht?

Nach der Definition die ich gelernt habe, ist "tempo commune" die zeitgleiche Ausführung eines Angriffs, nicht nur "dynamische Körperhaltung und leichte Vorwärtsbewegung". Zum Punkt "Doppeltreffer" steht auch was in Gaugler's "Fechten für Anfänger und Fortgeschrittene", S. 103.

Zitat:
Zitat von jpk@kkb Beitrag anzeigen
Der kleinere Fechter muss daher am Ort des längeren so vorbei, dass dem längeren kein Angriff mehr zugesprochen werden kann. Eine im Fechten schwierige Sache, wenn der längere sehr gelassen bleibt. Der kleinere Fechter muss also einladen und locken, finten und verführen, bis er den längeren in einer Bewegung erwischt, die ihm erlaubt hinter dessen Ort zu kommen. Dazu muss er sehr schnell und explosiv werden. Gute Kraft und gute Fußarbeit ist gefragt.
Zustimmung, ich würde es nur etwas anders formulieren. Was ich kontrollieren muss, sind Mensur und Klinge. Das wie ist der nächste Schritt.

Zitat:
Zitat von jpk@kkb Beitrag anzeigen
Der kleinere Fechter muss einen enorm schnellen Stoß mit Ausfallschritt hinbekommen. Also 200 pro Tag: Stellung, Schritt, Schritt, Ausfallschritt + 50 Ballestra. Das gilt es zu trainieren, trainieren, trainieren..... Aber immer schön aufs Knie achten, nicht mehr als 90°! Dazu noch 50 Liegestütze.

Alles andere ist Blabla, Kopfgeburten, die am Körper scheitern werden.
Den Satz hätte ich gerne mal ausführlicher erläutert. Gehe ich Recht in der Annahme, dass Du mal ein Sportfechter warst
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  #32  
Alt 30-11-2011, 22:38
Benutzerbild von DavidBr.
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@jpk und el_Hefe: Tja, hab ich wohl zu schnell gelesen Auch Treffer von oben über die Glocke funktionieren sehr gut, wenn man die Spitze punktgenau auf Daumenballen (gegnerische Hand in Quart) oder den Ellenbogen setzen kann, dafür muss ich von der Beinbewegung den vorderen Fuß zurückziehen, bis sich beide Fersen berühren.
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  #33  
Alt 01-12-2011, 01:33
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@DavidBr. Dann hat sich ja eine Menge erledigt. Und ja, ich habe vor dem Urknall mal Sportfechten betrieben. Das ist zwar Jahrzehnte her, aber ich kann mich an fast jede Sekunde erinnern, in der uns der ergeizzerfressene Fechtmeister gequält hat. Regelkrempel bringe ich allerdings inzwischen öfter mal durcheinander. Doch schon damals hat es mich angekotzt, dass viele Fechter durch Trickserei und Meckerei den Treffer weg oder herbei reden wollten. Doch das ist ein anderes Thema.
__________________
Berater für metallbegleitete Lösungsstrategien im Rhein-Main Gebiet. Fechter bei Zornhau und Stahl auf Stahl - Kontakt: Historische Bewegungskultur und Kampfkunst
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  #34  
Alt 02-12-2011, 11:48
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Zitat:
Zitat von jpk@kkb Beitrag anzeigen
Doch schon damals hat es mich angekotzt, dass viele Fechter durch Trickserei und Meckerei den Treffer weg oder herbei reden wollten.
Dieser Taktik könnte für einen kleineren Gegner von Vorteil sein gegen einen größeren.
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excuse me while i kiss the sky
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  #35  
Alt 03-12-2011, 19:09
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Zitat:
Zitat von lucyinthesky Beitrag anzeigen
Dieser Taktik könnte für einen kleineren Gegner von Vorteil sein gegen einen größeren.
Meckern ist keine Taktik sondern einfach Sch****. Das zeigt einfach nur, dass derjenige, der sich auf sowas verlässt ein schlechter Fechter ist. Punkt. Die Regeln der FIE sind sehr klar und eindeutig. Warum die so extrem verwurstet werden -> übertriebener Ehrgeiz "ich muss die Trefferanzeige öfter zum Leuchten bringen!". Huzzah!

Regeln wie bei den olympischen Spielen 1908 wären mal witzig - Ein Treffer und das Gefecht ist entschieden. Da ist dann nix mit auf der Planche rumspringen und ähnlichem Käse
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  #36  
Alt 13-12-2011, 16:36
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Da auch ich meine ganze Teeny-Zeit Säbel und Segen gefochten habe, gebe ich auch mal meinen Senf dazu:

Meine Erfahrung ist ähnlich der der meisten meiner Vorredner: Konterfechten!

Speziell die von mir heißgeliebten und auch im Messerfechten von mir gern gelehrten Sperrstöße sind hier gut anwendbar, weil sie dem Gegner nicht die Möglichkeit zum Mitstoß lassen.

Beim Degenfechten kenne ich als häufigste Treffer Handtreffer, die natürlich bei langen Gegnern ebensogut anwendbar sind als bei kurzen.

Noch ein Tipp: Stöße zur Maske! Werden oft nicht erwartet, sind schwer zu sehen, da die Klingenlänge dabei schwer zu sehen ist und viele Sportfechter nehmen den Kopf beim Ausfall generell recht weit vor.
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  #37  
Alt 13-12-2011, 16:48
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Hi,

wenn es sich nicht um Vollprofis handelt, sind die Maskenstöße auch deshalb gut, weil sich tatsächlich noch viele davor erschrecken und dann unkontrolliert reagieren...

Gruß
__________________
Amendt: Liebe ist die Fantasie, dass der andere einem die Großartigkeit widerspiegeln möge, die man in sich selbst wähnt.
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  #38  
Alt 14-12-2011, 12:02
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Zitat:
Zitat von Papatom Beitrag anzeigen
Hi,

wenn es sich nicht um Vollprofis handelt, sind die Maskenstöße auch deshalb gut, weil sich tatsächlich noch viele davor erschrecken und dann unkontrolliert reagieren...

Gruß
+1!

Hab ich damals besonders gern beim Säbelfechten gemacht, weil da viele Gegner nicht nur vom Maskenstoß, sondern vom Stoß an sich überrascht werden

Geändert von Jadetiger (14-12-2011 um 12:07 Uhr).
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  #39  
Alt 14-12-2011, 23:07
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Zitat:
Zitat von Jadetiger Beitrag anzeigen
Da auch ich meine ganze Teeny-Zeit Säbel und Segen gefochten habe, gebe ich auch mal meinen Senf dazu:

Meine Erfahrung ist ähnlich der der meisten meiner Vorredner: Konterfechten!

Speziell die von mir heißgeliebten und auch im Messerfechten von mir gern gelehrten Sperrstöße sind hier gut anwendbar, weil sie dem Gegner nicht die Möglichkeit zum Mitstoß lassen.

Beim Degenfechten kenne ich als häufigste Treffer Handtreffer, die natürlich bei langen Gegnern ebensogut anwendbar sind als bei kurzen.

Noch ein Tipp: Stöße zur Maske! Werden oft nicht erwartet, sind schwer zu sehen, da die Klingenlänge dabei schwer zu sehen ist und viele Sportfechter nehmen den Kopf beim Ausfall generell recht weit vor.
Gefällt mir!

Man kann auch mit mit Klingenbindung auf Konter fechten, Gleitstoß-Finten mit Cavation macht Spaß, alle Gegenangriffe die Gaugler beschreibt. Spaßig wird Degen auch, wenn man in einer Grundstellung ficht, die Gaugler als "Ferro in linea" bezeichnet. Irgendwo hab ich den Artikel von ihm noch rumfliegen, kann ich bei Interesse mal einstellen. Hinweis: Aldo Nadis Fechtpositur

Zitat:
Zitat von Jadetiger Beitrag anzeigen
+1!

Hab ich damals besonders gern beim Säbelfechten gemacht, weil da viele Gegner nicht nur vom Maskenstoß, sondern vom Stoß an sich überrascht werden
Du kannst auch hier mit dem Säbel einen Aufhalt- oder Sperrstoß fechten. Wenn der Gegner zum Hieb ausholen will, sind Arm und Hand offen - go for it
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  #40  
Alt 15-12-2011, 10:41
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Zitat:
Zitat von DavidBr. Beitrag anzeigen
Spaßig wird Degen auch, wenn man in einer Grundstellung ficht, die Gaugler als "Ferro in linea" bezeichnet. Irgendwo hab ich den Artikel von ihm noch rumfliegen, kann ich bei Interesse mal einstellen
Interesse!
Ja! Ferro in linea!
Wenn man als Größerer gegen kleinere Gegner ficht (ist hier also eigentlich OT *hüstel*) kann ich auch empfehlen mit "Ferro in linea" (mit gestrecktem Arm) permamnent die Maske so zu bedrohen, dass der Gegner die Klingenlänge nicht sieht. Ist nicht besonders effektiv, wenn der Gegner gut Handtreffer setzen kann, macht aber Spaß und ärgert den Gegner

Geändert von Jadetiger (15-12-2011 um 10:55 Uhr).
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  #41  
Alt 21-12-2011, 19:28
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Zitat:
Zitat von Jadetiger Beitrag anzeigen
Interesse!
Ja! Ferro in linea!
Wenn man als Größerer gegen kleinere Gegner ficht (ist hier also eigentlich OT *hüstel*) kann ich auch empfehlen mit "Ferro in linea" (mit gestrecktem Arm) permamnent die Maske so zu bedrohen, dass der Gegner die Klingenlänge nicht sieht. Ist nicht besonders effektiv, wenn der Gegner gut Handtreffer setzen kann, macht aber Spaß und ärgert den Gegner
So, hat ein bischen länger gedauert.. Sorry für geringe Auflösung, hoffentlich kanns jeder lesen..
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Ferro in Linea.pdf (555,6 KB, 6x aufgerufen)
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