Kampfkunst-Board

Zurück   Kampfkunst-Board > Kampfkünste / Kampfsportarten > Europäische Kampfkünste



Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #61  
Alt 09-09-2010, 02:48
Benutzerbild von Lars´n Roll
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Rock´n Roll is a Full Contact Sport (S. Tyler, Aerosmith)
 
Registrierungsdatum: 10.05.2004
Ort: Temple of Love
Alter: 30
Beiträge: 13.338
Standard

Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
"Ihr" lernt ja angeblich auch nur auf 100m schiessen... trotzdem liegt die "Einsatzdistanz" der Füssel weitaus darüber.
Wer soll "Ihr" sein? Die -7 Dioptrin Kompanie der Armee von Brillenschlangenhausen?

Lass es doch einfach...
__________________
Rock´n Roll above all !
Chris bamboozle: Warum darf Lars hier eigentlich reinspammen und sich aufführen wie ein Grundschulkind?
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Werbung
  #62  
Alt 09-09-2010, 09:37
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
Registrierungsdatum: 20.08.2002
Ort: NRW
Alter: 41
Beiträge: 3.235
Standard

Auch wenn mir der Spruch mit den Franzosen gefällt

[modmodus]

Diskussionen über moderne Sturmgewehre oder heutige Armeen sind nicht Gegenstand dieses Forums.

Bitte beim Thema bleiben.

Danke!

[/modmodus]
__________________
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem

Geändert von Jörg B. (10-09-2010 um 11:24 Uhr).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #63  
Alt 09-09-2010, 09:39
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: EskriMma
 
Registrierungsdatum: 12.12.2004
Ort: /dev/null
Beiträge: 2.252
Standard

Zitat:
Zitat von T. Stoeppler Beitrag anzeigen
Also in einer Ordonnanz bzw Schlachtordnung wird die Hellebarde natürlich nicht primär als Formationswaffe verwendet, dafür gibts die Piken / Langspiesse. Die Hellebardiere fangen erst dann richtig an zu moschen, wenn sich die Schlachtordung etwas auflöst.
heisst das, daß man Pikeniere mit den Hellebardieren in einer Formation mischte oder wie meinst du das?
__________________
Die HP meiner Freundin:
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #64  
Alt 09-09-2010, 10:01
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
Registrierungsdatum: 20.08.2002
Ort: NRW
Alter: 41
Beiträge: 3.235
Standard

Je nach Aufstellung und Mannstärke standen die Hellebardiere im Zentrum einer Pikenformation (um das Banner), an den Flanken und schwärmten aus, wenn die gegnerische Formation ein einer Stelle aufzubrechen begann (ein australischer Reenactorkollege sagte mal ganz treffend 'A clash of two pike-blocks is like a rugby scrum with lots of pointy bits' ).

In kleineren Formationen, die nur wenige Glieder stark waren standen die Hellebardiere häufig im zweiten oder dritten Glied und schlugen oder stachen in die Lücken zwischen den Pikenieren.
__________________
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #65  
Alt 09-09-2010, 11:59
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Jiu ,Escrima- und Systema ;so Wochenendweise
 
Registrierungsdatum: 29.06.2002
Ort: ost CH
Alter: 42
Beiträge: 171
Standard

eine kleine Bemerkung am Rande :

Die schweizer Reisläufer waren auch wegen Ihrer strengen Regeln und der Disziplin begehrt - Plündern und Vergewaltigungen wurden gegenüber den restlichen Söldnern
weniger durchgeführt - ( schwarze Schafe gabe es auch bei uns )

Geändert von sigi (09-09-2010 um 12:00 Uhr). Grund: wichtiges wort vergessen
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #66  
Alt 09-09-2010, 12:23
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 17.02.2009
Beiträge: 52
Standard

Zitat:
Die schweizer Reisläufer waren auch wegen Ihrer strengen Regeln und der Disziplin begehrt - Plündern und Vergewaltigungen wurden gegenüber den restlichen Söldnern
weniger durchgeführt - ( schwarze Schafe gabe es auch bei uns )
Könntest du da bitte deine Quelle nennen? Ich kenne mich speziell mit den Reisläufern nicht besonders gut aus und kann nur auf den Artikel über die Schweizer auf kriegsreisende.de verweisen. Aber ich interessiere mich sehr für Söldner und finde es etwas komisch, dass zur Zeit der Reisläufer das Fehlen von Plünderung und Vergewaltigung ein Kriterium beim Anwerben der Truppen gewesen sein soll.

Ich mein, die werden ja nicht (nur) aus Langeweile in den Krieg gezogen sein sondern wegen der Chance gut Geld zu verdienen. Und das wurde zur Zeit der Reisläufer durch Plündern, Lösegelder usw gemacht. Der Sold war dafür sicher zu gering und zu unregelmäßig.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #67  
Alt 10-09-2010, 09:36
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: EskriMma
 
Registrierungsdatum: 12.12.2004
Ort: /dev/null
Beiträge: 2.252
Standard

Zitat:
Zitat von Jörg B. Beitrag anzeigen
In kleineren Formationen, die nur wenige Glieder stark waren standen die Hellebardiere häufig im zweiten oder dritten Glied und schlugen oder stachen in die Lücken zwischen den Pikenieren.
das versteh ich nicht. Wäre es nicht schlauer, die Hellebardiere nach vorne zu stellen, weil sie kürzere Waffen haben? So daß sowohl die vordere als auch die hintere Reihe den Gegner erreichen kann?
__________________
Die HP meiner Freundin:
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #68  
Alt 10-09-2010, 10:04
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Historische Fechtkunst, Bartitsu
 
Registrierungsdatum: 13.12.2004
Ort: Wuppertal
Alter: 42
Beiträge: 475
Standard

Wäre es dann nicht schlauer, den Hellebardierern keine Hellebarden sondern Spieße zu geben?
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #69  
Alt 10-09-2010, 10:47
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: EskriMma
 
Registrierungsdatum: 12.12.2004
Ort: /dev/null
Beiträge: 2.252
Standard

Zitat:
Zitat von Alte Kampfkunst Beitrag anzeigen
Wäre es dann nicht schlauer, den Hellebardierern keine Hellebarden sondern Spieße zu geben?
ich dachte, der Haken wäre das tolle an der Hellebarde. Ausserdem wären sie dann zwar stark in der langen Distanz (5-6m) aber schwach im Nahkampf (2-3m). Deswegen meine ich: Hellebardiere nach vorne, Pikeniere nach hinten, wenn der Gegner doch noch durch die ganzen Spitzen durchkommt, können ihn die Hellebardiere noch effektiv bekämpfen
__________________
Die HP meiner Freundin:
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #70  
Alt 10-09-2010, 11:19
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
Registrierungsdatum: 20.08.2002
Ort: NRW
Alter: 41
Beiträge: 3.235
Standard

Zitat:
Zitat von gion toji Beitrag anzeigen
ich dachte, der Haken wäre das tolle an der Hellebarde. Ausserdem wären sie dann zwar stark in der langen Distanz (5-6m) aber schwach im Nahkampf (2-3m). Deswegen meine ich: Hellebardiere nach vorne, Pikeniere nach hinten, wenn der Gegner doch noch durch die ganzen Spitzen durchkommt, können ihn die Hellebardiere noch effektiv bekämpfen
Tja, nur das die Leut' in der Vergangenheit aus praktischer Erfahrung zur genau entgegengesetzen Lösung gekommen sind.
__________________
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #71  
Alt 10-09-2010, 11:23
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
Registrierungsdatum: 20.08.2002
Ort: NRW
Alter: 41
Beiträge: 3.235
Standard

Soo, mal ein bisschen aufgeklart und OT/Spam entsorgt.
__________________
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #72  
Alt 10-09-2010, 11:29
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: EskriMma
 
Registrierungsdatum: 12.12.2004
Ort: /dev/null
Beiträge: 2.252
Standard

Zitat:
Zitat von Jörg B. Beitrag anzeigen
Tja, nur das die Leut' in der Vergangenheit aus praktischer Erfahrung zur genau entgegengesetzen Lösung gekommen sind.
ja, das ist mir schon klar, nur möchte ich gerne wissen, wo mein Denkfehler ist
Die müssen doch ihre praktische Erfahrung mit einer schlauen Theorie untermauert haben
__________________
Die HP meiner Freundin:
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #73  
Alt 10-09-2010, 11:58
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 17.02.2009
Beiträge: 52
Standard

Also bei einem Gewalthaufen sollten die Piken erstens einmal die Reiterei abwehren und zweitens beim Gegenangriff den Gegner womöglich gleich überrennen. Die Hellebarden, Schwerter usw. wurden dann für den Nahkampf eingesetzt.

Die Schweizer waren damit so erfolgreich, dass die Ritter einiges an ihrer Bedeutung verloren haben. Um zu verhindern von einem Gewalthaufen überrannt zu werden musste man ab dann mit einem eigenen Gewalthaufen dagegen halten. Es gab da sicher Variationen. Bei den Reisläufern soll die Pike anfangs eher unbeliebt gewesen sein, aber mit den Landsknechten wurde dann die Piken-Dichte immer größer. Die wachsende Bedeutung von Schützen hatte auch wieder Auswirkungen auf die Zusammenstellung (Rundtartsche) und Formation (Tercio) usw. Aber das Prinzip war eben, dass die Pikeniere einen schützenden Rahmen bilden und die Infantrie im inneren den Gegner vernichtet.

Geändert von Mosch (10-09-2010 um 12:10 Uhr).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #74  
Alt 10-09-2010, 13:14
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: früher:Shotokan,Aikido Jetzt: Kyokushinkai+Muay Thai
 
Registrierungsdatum: 12.07.2010
Alter: 36
Beiträge: 15
Standard

Ich glaube, dass die Hellebardenträger dann zum Einsatz kamen, wenn die Pikenhaufen sich ineinander verkeilt hatten mit dem Zweck Lücken aufzureißen. Dabei scheint es regionale Präferenzen gegeben zu haben, welche Waffen hierfür eingesetzt werden: Zweihänder bei den Landsknechten, Rodeleros (Schwert+Rundschild) bei den Spaniern und Hellebarden bei den Schweizern.

Wenn zwei Gewalthaufen aufeinander trafen, muss es wohl eh ein ziemliches blutiges Chaos gegeben haben, in dem die ersten Reihen schnell die Piken fallen ließen und zu kürzeren Handwaffen griffen. Der zeigenössische "Militärexperte" John Smithe rät sogar explizit dazu in seinem Manual von 1595.

Hier mal ein interessantes Bild, das so ein Auftreffen zwischen zwei Gewalthaufen illustriert (Pavia 1525):
(Einbetten funktioniert nicht. Siehe daher Anhang)

Sehr interessant ist auch die Schlachtszende von Rocroi in dem spanischen Film Capitain Alatriste. Zu sehen auf youtube:YouTube - battle scene spaniards against dutchem

Die Anzahl der Hellebardiere o.ä. nahm mit der Zeit aber rapide ab, so dass nachher eigentlich nur noch Leibwächter oder Offiziere diese Waffen trugen. Begründet wird das immer mit der zunehmenden Anteil der Schützen in den Formationen. Ich will mal die These aufstellen, dass man in den meisten späteren Konflikten sich nicht mehr auf einen so brutalen Nahkampf wie noch zuvor in den italienischen Kriegen einlassen wollte. Man überließ den Schützen einen größeren Teil der Kampfphase oder die unterlegene Formation brach schneller nach dem "push of pikes".
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Pavia.jpg (138,0 KB, 29x aufgerufen)

Geändert von bassa-dai (10-09-2010 um 13:16 Uhr).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #75  
Alt 10-09-2010, 14:55
Benutzerbild von Keff
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Historisches Fechten
 
Registrierungsdatum: 16.08.2010
Alter: 23
Beiträge: 30
Standard

Zitat:
Zitat von bassa-dai Beitrag anzeigen
Die Anzahl der Hellebardiere o.ä. nahm mit der Zeit aber rapide ab, so dass nachher eigentlich nur noch Leibwächter oder Offiziere diese Waffen trugen. Begründet wird das immer mit der zunehmenden Anteil der Schützen in den Formationen. Ich will mal die These aufstellen, dass man in den meisten späteren Konflikten sich nicht mehr auf einen so brutalen Nahkampf wie noch zuvor in den italienischen Kriegen einlassen wollte. Man überließ den Schützen einen größeren Teil der Kampfphase oder die unterlegene Formation brach schneller nach dem "push of pikes".
In der Tat, die Pikeniere hatten bald nur noch den Sinn, die eigenen Truppen vor Reiterei zu schützen. Sehr schön dazu:

Zitat:
Zitat von Grimmelshausen
"Und dannenhero glaube ich daß der jenige der einen Piquenirer nidermacht (den er sonst verschonen köndte) einen unschuldigen ermordet / und solchen Todtschlag nimmermehr verantworten kan; dann ob dise arme Schiebochsen (mit disem Spöttischen Namen werden sie genennet) gleich creirt seyn / ihre Brigaden vor dem Einhauen der Reutter im freyen Feld zubeschützen / so thun sie doch vor sich selbst niemand kein Leid / und geschicht dem allererst recht / der einem oder dem anderen in seinen langen Spies rennet. Jn Summa ich habe mein Tage viel scharpffe Occasionen gesehen / aber selten wahrgenommen / daß ein Piquenirer jemand umgebracht hette."
__________________
der dir oberhawet / czornhaw ort deme drewet
- schon Organspender? -
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort


Dieses Thema betrachten zurzeit 1 Personen. (0 registrierte Benutzer und 1 Gäste)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An
[IMG] Code ist An
HTML-Code ist Aus
Trackbacks are Aus
Pingbacks are Aus
Refbacks are Aus

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
Ich mag die Schweizer Ceofreak Off-Topic Bereich 5 08-01-2010 14:30
schweizer Killer Joghurt Wing Chun Videoclips 20 17-06-2009 05:06
Waffentasche für Hellebarde? bluemonkey Waffen in Kampfkünsten 16 12-06-2008 13:39
Hellebarde Zen Frog Taijiquan, Qigong-Neigong Tuishou, Baguazhang, Xingyiquan 8 07-10-2007 03:36
chin. Hellebarde (Pu Dao) Stickman Kung Fu, Wushu, Kuoshu Sanda, Lei Tai 7 28-01-2007 15:05



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:22 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0 ©2009, Crawlability, Inc.