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#76
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| Welche Quellen lassen dich zu ziesem Schluss kommen? Und stattdessen kurz bewaffnete Hellebardiere vorne hinstellen, wo sie von den gegnerischen Speeren erstochen werden? Ich kann deine Überlegung nicht im geringsten nachvollziehen ![]() Ich schick ja auch nicht zuerst die Infanterie auf die gegnerischen Panzer und Festungen los, und wenn all meine infanterie niedergemäht ist, schicke ich die Bomber los ![]() |
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#77
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| Hallo Jungs viel Spass beim lesen : Als Suchwort zum Beispiel : Reisläufer Quelle ; Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) - Schweizer Geschichte Kriegführung 1 - Schweizerisches Fussvolk gegen feudale Ritterheere Im SpätMA führten die acht Orte der alten Eidgenossenschaft einen Kampf zur Behauptung und Erweiterung ihres Herrschaftsbereichs. Dabei setzten sie polit., wirtschaftl. und auch militär. Mittel ein (Militärwesen). Sie schlossen Bündnisse und Schutzverträge (Allianzen), nahmen Personen ausserhalb ihres Hoheitsgebietes ins eigene Bürgerrecht auf und erwarben Herrschaftsrechte käuflich oder durch Pfandnahme. Der Krieg diente primär zur Verstärkung des Drucks auf den Gegner. Um diesen gefügig zu machen, wurden Überfälle verübt, Hinterhalte gelegt, Burgen gebrochen, Klöster geplündert, Geiseln genommen, Ländereien gebrandschatzt und verwüstet. Mit Belagerungen wurde das Ziel nur selten erreicht: Es fehlte an den nötigen Instrumenten und der Ausdauer. Entscheidung suchende Feldschlachten bildeten seltene Höhepunkte. Die operative Führung liess insgesamt zu wünschen übrig. Unterschiedl. strateg. Interessen der einzelnen Orte erschwerten die Übereinstimmung im gesamteidg. Kriegsrat. Einzelne Orte scherten gar aus. So kam es, dass militärisch günstige Gelegenheiten zur K. verpasst wurden. Zudem mangelte es vor und nach den Gefechten häufig an der nötigen Disziplin. Spontan versammelte Kriegergemeinden drängten oft zum vorzeitigen Angriff, und eine Verfolgung des geschlagenen Feindes fand meist nicht statt. Das unzulängl. Versorgungswesen engte die Operationsfreiheit ein (Logistik) und zwang die Krieger zur Selbsthilfe. Die Beute zog nicht bloss unbesoldete Freiwillige, sondern auch reguläre Kriegsknechte an. Die takt. Stärke der Eidgenossen lag in der Offensivkraft ihrer Schlachthaufen, die lawinenartig in die ritterl. Formationen hineinbrachen, um dort ein Blutbad anzurichten. Ihre Kämpfer waren ursprünglich nur mit Kurzwehren ausgerüstet, der Halbarte als wichtigster Waffe sowie zusätzlich mit Streitäxten, Schwertern, Dolchen und Kurzspiessen. Im Nahkampf waren sie den durch ihre Rüstungen beengten Rittern überlegen. Übten diese aber in geschlossener Phalanx mit ihren langen Lanzen frontalen Druck aus, war es für die Eidgenossen schwierig, den Gegner fernzuhalten oder sich ihm anzunähern. Deshalb trachteten sie danach, die Ritterheere in einem durch Letzinen verstärkten Gelände zu stellen, das die Beweglichkeit der Pferde einschränkte. Überraschend ausgelöste und mit einem Hagel von Baumstämmen, Steinen oder Pfeilen eingeleitete Angriffe versetzten die Reitpferde in Panik und stifteten beim Fussvolk Verwirrung. Geschicktes Manövrieren ermöglichte allenfalls den Einbruch in die schlecht geschützten Flanken des Feindes. Auf Grund der Erfahrungen aus früheren Schlachten wurde die Bewaffnung Mitte des 15. Jh. durch fünf Meter lange Spiesse aus Eschenholz ergänzt. Fortan bildeten die Nahkämpfer den Kern der Gevierthaufen. Sie wurden durch mehrere Reihen Spiessträger geschützt, die den Feind auf Distanz halten oder niederstechen sollten. Halbartenträger strömten durch die geschlagenen Breschen und töteten den Gegner im Zweikampf. Der sog. Ordnungsmacher, ein hoher Offizier, stellte die Streitmacht zum Kampf bereit. Um ihre Manövrierfähigkeit zu erhöhen, unterteilte er sie in Vorhut, sog. Gewalthaufen und Nachhut. Bogen- und Armbrustschützen, später auch Büchsenschützen operierten selbstständig vor, neben oder hinter den Gevierthaufen, durch die sie sich beim Zusammenprall mit dem Gegner zurückzogen. Kavallerie und Artillerie spielten eine untergeordnete Rolle. Aus Freiwilligen zusammengesetzte Freiharste begleiteten die regulären Auszüge oder stürmten ihnen gar voran. Der ausschlaggebende Faktor in der spätma. eidgenössischen K. dürfte der moralische gewesen sein. Für die Eidgenossen standen die Freiheit und die Unabhängigkeit ihrer Orte auf dem Spiel. Viele Kämpfende waren vom unbändigen Willen erfüllt, den Gegner zu schlagen. Die urwüchsige, auf elementarer Aggressivität beruhende Kraft der ungestümen Bauern und Hirten verlieh den Gevierthaufen ihre Schrecken verbreitende Wucht. Diese Eigenschaften erfuhren v.a. im Rückblick des 19. und 20. Jh. eine myth. Stilisierung. Autorin/Autor: Hans Senn Schlachthaufen Abwehrtaktik, die den Kriegsruhm der Eidgenossen begründete (Kriegführung). Im 14.-16. Jh. schützten diese mit S. ihr Fussvolk vor Reiterangriffen: Die Mannschaft wurde dichtgedrängt zu einem Geviert zusammengezogen; dessen mit Langspiess und Brustharnisch ausgerüsteten äusseren Ränge umschlossen den Kern der mit Halbarten bewehrten Knechte. Mit den gesenkten, hinten auf dem Boden abgestützten Spiessen wurden die Reiterangriffe igelartig aufgehalten und dem gegner. Fussvolk der Druck abgenommen. Anschliessend wurde der S. geöffnet und der Feind mit einem Angriff der Halbardiere vernichtet. Trotz der Einführung von Handfeuerwaffen im S. verdrängte ihn das Aufkommen der Artillerie vom Schlachtfeld. Quellen – V. Friedrich, Kriegskunst zu Fuss, 1619, (BiG) Literatur – H.R. Kurz, Schweizerschlachten, 21977 Autorin/Autor: Benoît de Montmollin Kriegführung 2 - Entwicklung der Taktik vom 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts In der Schlacht von Marignano (1515) wurde den Eidgenossen zum Verhängnis, dass sie die Bedeutung der Kavallerie und der Feuerwaffen unterschätzten. Zur Niederlage führten das von der Kriegergemeinde erzwungene, überstürzte Eintreten in die Schlacht, die sich in einem ungünstigen Gelände abspielte, sowie die überlegenen Waffen des Feindes. Das Fussvolk bildete inskünftig nur noch ein Element der Schlacht. Das Feuer der Artillerie und die Attacken der Kavallerie waren von zentraler Bedeutung. Auch die Infanterie veränderte mit der Zeit ihren Charakter. Spiesse und Halbarten wurden Mitte des 17. Jh. durch Lunten-, später durch Steinschlossgewehre mit Bajonetten abgelöst. Die gesteigerte Feuerkraft löste den phys. Zusammenprall ab. Der Nahkampf diente nur noch der Vollendung der durch das Massenfeuer erzielten Wirkung. Der koordinierte Einsatz der drei Truppengattungen Artillerie, Kavallerie und Infanterie verlangte eine straffe Führung durch den Feldherrn. Die eidg. Orte zeigten sich jedoch ausserstande, die Führungsmängel zu beheben und den takt.-techn. Rückstand aufzuholen. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als sich inskünftig von europ. Konflikten fernzuhalten. Innere Wirren sollten zu diesem Verzicht beitragen. Da die Eidgenossen als Krieger nach wie vor einen guten Ruf besassen und gefragt waren, suchte die eidg. Führungsschicht die aussenpolit. Interessen durch Soldbündnisse zu wahren. Die Schweizer Regimenter in fremden Diensten erhielten den Charakter stehender Truppen. Ausserhalb der Feldzüge wurden sie kaserniert und in den neuen Kampfmethoden gedrillt. Unbedingter Gehorsam und Soldatenehre ersetzten allmählich das ungestüme Draufgängertum. Um die Wende vom 16. zum 17. Jh. führten die Niederländer als erste die sog. Treffentaktik ein, die im 18. Jh. ihren Höhepunkt in der preuss. Lineartaktik fand. Die Streitkräfte gliederten sich nun in Regimenter, Bataillone, Kompanien und Züge. Zum Feuergefecht wurden die Kompanien eines Bataillons nebeneinander in drei Gliedern aufgestellt, damit sie mit der noch ungenauen Schusswaffe ein wirksames Abteilungsfeuer freisetzen konnten. Dieses wurde durch leichte Artilleriegeschütze verdichtet, die zwischen den Bataillonen standen. Karrees fanden nur noch ausnahmsweise zur Verteidigung oder zum Angriff Verwendung. Die Lineartaktik setzte eine drillmässige Militärische Ausbildung voraus. Die Levée en masse der franz. Revolution führte den Armeen viele unerfahrene und schlecht ausgebildete Soldaten zu. Um diese Massenheere besser führen zu können, unterteilte Napoleon sie in Korps und Divisionen. Gleichzeitig ging er zur sog. Kolonnentaktik über. Im Grunde genommen handelte es sich um die Wiederverwendung des tief gestaffelten Rechteckes, das viel leichter zu handhaben war und in allen Gefechtsformen einen flexibleren Einsatz ermöglichte. Im Angriff gingen dem Gelände angepasste Schützenketten voraus, die von leichten Geschützen unterstützt das Feuergefecht mit dem Gegner aufnahmen. An der geplanten Durchbruchstelle wurde der Feind durch massives Feuer der Artilleriereserve sturmreif geschossen. Bajonettangriffe geschlossener Bataillonskolonnen führten die Entscheidung herbei, und Kavallerieverbände nützten den Erfolg aus. Im 17. und 18. Jh. versuchten Zürich und Bern, ihr Wehrwesen den Entwicklungen im Ausland einigermassen anzupassen. Der Erfolg zeigte sich im Zweiten Villmergerkrieg (1712). Die einheitlich uniformierte, mit Steinschlossgewehren ausgerüstete und in der Lineartaktik geschulte bern. Infanterie brachte mit ihrem Abteilungsfeuer den schlecht bewaffneten kath. Milizen, die in herkömml. Haufen angriffen, schwere Verluste bei. Im Vergleich zu dieser mit allen Regeln der Kunst geführten Schlacht handelte es sich im Bauernkrieg (1653), in den Kämpfen während des Franzoseneinfalls (1798) und in den Freischarenzügen (1844-45) um recht primitiv durchgeführte militär. Auseinandersetzungen. Autorin/Autor: Hans Senn Geändert von sigi (11-09-2010 um 12:00 Uhr). Grund: Suchbeispiel eingefügt |
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#78
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| Hallo sigi, danke für die kurzen Artikel! Aber in denen steht halt nichts, was deine Aussage von vorhin unterstützt. Nämlich: Zitat:
Dort wird ja die Kriegsführung kurz beschrieben: Zitat:
Zitat:
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#79
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| Gucks Du hier : * Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) Sempacherbrief Abkommen zwischen Zürich, Luzern, Bern, Solothurn, Zug, Uri, Schwyz, Unterwalden und Glarus vom 10.7.1393. Es entstand im Nachgang zum Sempacherkrieg von 1386. Hzg. Albrecht III. von Habsburg, der nach dem Tod seines Bruders Leopold bei Sempach die Führung des Gesamthauses übernahm, vermochte die Spannungen mit den Eidgenossen durch die Friedensschlüsse von 1387 und 1389 abzubauen. Als Zürich am 4.7.1393 allein ein Bündnis mit Österreich schloss, kam es auf Druck der eidg. Orte und mit Unterstützung des Zürcher Fussvolks in Zürich zu einem Umsturz, dem sog. Schöno-Handel. Der österreichfreundl. Bürgermeister Rudolf Schön wurde abgesetzt, die neuen, eidg. gesinnten Behörden verzichteten auf das Bündnis mit Österreich und brachten die Stadt wieder auf eidg. Kurs. Als Gegenleistung für die Annäherung Zürichs an die Eidgenossenschaft verpflichteten sich die anderen Orte auf ein Minimum an zivilisiertem Verhalten sowohl bei der Eröffnung von Fehden als auch in der Kriegsführung. Jegl. Gewalttat unter Eidgenossen wurde verboten. Den Kaufleuten gewährte der S. Sicherheit. Mahnungen um militär. Hilfe durften nur mit Begründung des krieger. Vorhabens durch die verantwortl. Behörden, d.h. Rat oder Landsgemeinde, erfolgen. Bei gemeinsamen Auszügen sollte Friede unter der Kriegerschar herrschen. Fahnenflüchtige und Marodeure wurden abgeurteilt. Geplündert werden durfte erst nach erfochtenem Sieg, dabei sollten Kirchen, Klöster und Frauen geschont werden und die Hauptleute die Beute teilen. Die Verbote werfen ein Licht auf die brutale Kriegswirklichkeit des späten 14. Jh. Nach Abschluss des S.s war ein Friedensvertrag aller eidg. Orte - wieder samt Solothurn - mit der Herrschaft Österreich möglich. Im sog. Zwanzigjährigen Frieden von 1394 wurde Zürich als Garant für das Wohlverhalten der Inneren Orte eine entscheidende Rolle zugedacht. Literatur – B. Stettler, «Der Sempacher Brief von 1393 -- ein verkanntes Dokument aus der älteren Schweizergesch.», in SZG 35, 1985, 1-20 Autorin/Autor: Bernhard Stettler Militärwesen 1 - Spätmittelalter und frühe Neuzeit Die Wehrkraft der eidg. Orte beruhte auf der allg. Wehrpflicht, die in der Regel vom 16. bis zum 60. Altersjahr dauerte. Jeder eingeschriebene Wehrmann war gehalten, seine Waffen und seine Schutzbekleidung auf eigene Kosten zu beschaffen. Für begüterte Haushalte bestand die Pflicht zur Lieferung zusätzl. Waffen und Harnische, mit denen Minderbemittelte ausgerüstet wurden. Die Kriegsknechte bevorzugten leichte Nahkampfwaffen, die ihre Beweglichkeit beim Kampf und beim Beutemachen nicht einschränkten. Langspiesse, Harnische und Eisenhüte waren weniger beliebt. Die Obrigkeiten mussten hier immer wieder für Ausgleich sorgen. Offiziere führten periodisch Inspektionen durch (Instruktionskorps). Waffen durften nicht gepfändet und nicht ausgeführt werden. Die Artillerie bestand hauptsächlich aus Beutegeschützen verschiedenster Art, die von Büchsenmachern und ihren Gehilfen bedient wurden. Über den Stand der Militärischen Ausbildung herrschen unterschiedl. Auffassungen. Die ältere Geschichtsschreibung (Militärgeschichte) vertritt die Ansicht, dass die Handhabung der Waffen, namentlich der Langspiesse, und der Übergang von der Marschkolonne in die Schlachtordnung Übung erforderten. Bilderchroniken bezeugen krieger. Umzüge. Knaben zogen mit hölzernen Waffen den heimkehrenden Kriegsknechten entgegen. Einige von ihnen begleiteten als sog. Trossknaben die Auszüger und leisteten kleine Handlanger- und Kundschafterdienste. An den häufigen Schützenfesten wurden sportl. Wettkämpfe im Springen, Laufen, Stossen, Schiessen und Ringen durchgeführt. Jugendl. Männerbünde (Knabenschaften) widmeten sich der körperl. Ertüchtigung und hielten die Tradition der Kampfspiele aufrecht. Städt. Schirm- und Fechtschulen boten Gelegenheit, das Waffenhandwerk zu erlernen, während die Armbrust- und Büchsenschützen in eigenen Gesellschaften und bei der Jagd trainierten (Schützenwesen). Neuere Studien zeigen allerdings, dass sich eine von der Obrigkeit organisierte Einzel- oder Verbandsausbildung erst vom Dreissigjährigen Krieg (1618-48) an belegen lässt. Die jungen Männer stellten auf die Erfahrungen ihrer Väter ab oder erlernten das Kriegshandwerk als Trossknaben, Reisläufer oder Freiwillige im Feld. Schweizer in Fremden Diensten wurden im Rahmen ihrer Regimenter gedrillt. Nach ihrer Rückkehr bildeten sie den Kern der Truppen. Die Musterung erfolgte dezentralisiert in den Stellungsbezirken (Zunfthäuser, Ämter, Herrschaften und Vogteien). Diese suchten die von ihnen geforderten Kontingente so weit als möglich durch Freiwillige aufzufüllen. Verzeichnisse von Stellungspflichtigen sind nicht überliefert. Genaue Tauglichkeitskriterien existierten nicht. Immerhin wurden zu junge und zu alte Männer, solche mit Wöchnerinnen, Ehemänner von Hebammen sowie Kranke nicht ausgehoben. Vermögende Bürger stellten nicht selten Söldner als Ersatzmänner. Burschen drängten sich aus Abenteuerlust und in der Hoffnung auf Beute als Freiwillige zu den Fahnen. Einzelne Männer gesellten sich zu ihnen, um auf diese Weise das Bürgerrecht zu erwerben. Die Stellungsbezirke waren auch für die Versorgung der Truppe verantwortlich. Sie requirierten Wagen, Saum- und Zugpferde, lieferten Lebensmittel (meist mit Butter geröstetes Hafermehl und gedörrtes Fleisch), stellten Geld zur Verfügung und sorgten für Trägergerätschaften wie Zelte und Kochkessel. Bei Kriegsgefahr trafen die Orte eine Reihe von Vorbereitungen: Sie führten ausserordentl. Waffen- und Harnischschauen durch, setzten feste Plätze (Städte und Schlösser) instand, verstärkten ihre Wachmannschaften, errichteten Letzinen, bestehend aus Gräben und Verhauen, schickten Kundschafter aus und stellten die Alarmierung sicher (Landesverteidigung). Zur Kriegswirtschaft gehörte die Bildung von Korn- und Salzvorräten durch die Gem. und Haushalte, indem die Einfuhr erleichtert, die Ausfuhr verboten wurde. Das militär. Aufgebot erfolgte auf Mahnung der bedrohten Orte oder gemäss Tagsatzungsbeschluss. Oft ging ihm eine Art Pikettstellung voraus. Nachdem der Entscheid über den Umfang des Aufgebots (Banner und Fähnlein oder nur eines von beiden) gefallen war, besammelte sich dieses mit Trommel- und Pfeifenspiel auf dem Hauptplatz, wobei Boten die Mobilmachung verkündeten. Bei Überfall geschah die Alarmierung durch Läuten der Kirchenglocken sowie durch Feuer- und Rauchzeichen (Hochwachten). Die Kontingente der Feldtruppen zogen mit ihren Fähnlein auf den Sammelplatz, wo die Ausrüstung kontrolliert und der Tross formiert wurde. Ein Hauptmann befehligte den Auszug. Ihm stand ein Stab aus Bannerherr, Regierungsvertretern, Beratern, Ordnungsmacher (Aufstellung zur Schlacht), Wachtmeister (Sicherheitsdienst), Kastenmeister (Sold und Nachschub), Priester, Arzt und Schreiber zur Seite. Die Spiesser, Halbartenträger und Schützen unterstanden je einem Hauptmann. Die Mobilmachung dauerte rund zwei Tage und fand ihren Abschluss mit dem Verlesen der Kriegsordnung (Sempacherbrief) und mit der Vereidigung. Die Wehrmänner gelobten Gehorsam gegen Vorgesetzte, Verbleiben bei der Fahne bis zum Tod, Ablieferung und Verteilung der Beute, Kirchen und Klöster nicht zu plündern sowie geweihte Personen und Frauen nicht zu verletzen. Je nach Lage erfolgte der Auszug gegliedert nach regionalen Stellungskontingenten oder nach Waffengattungen (Schützen, Spiesser, Halbartiere, Reiter, Artillerie). Freiwillige liefen dem Zug voraus oder begleiteten ihn. Autorin/Autor: Hans Senn |
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#80
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| Also du schließt von einem Vertrag unter den Eidgenossen von 1393, dass unter den Reisläufern Plünderung und Vergewaltigung ein Vergehen von schwarzen Schafen war? Und da steht auch: Zitat:
Geändert von Mosch (11-09-2010 um 13:34 Uhr). |
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#81
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| ist für Dich nicht verständlich ? (zitier den ganzen teil , der satz hat anders geheissen ) Da sich die ganze Sache über Jahrhunderte entwickelte und veränderte ist durch die artikel zur genüge beschrieben worden . gute Nacht |
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#82
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| Vllt. noch kurz vorweg: Ok, das hab ich überzogen formuliert. Mir gehts nicht darum, Reisläufer schlecht. Ich bin wahnsinnig an Geschichte und besonders am Söldnertum interessiert. Und in der Zeit der Reisläufer war Plündern ein fixer Bestandteil der Kriegsführung da es notwendig war um Heer zu versorgen und die Beute ein Ersatz für Sold war. Zitat:
Zitat:
Ein Grund für den Übergrang zu festen Regimentern war unter anderem, dass sich die Söldner/Soldaten in der Zeit ohne Sold durch Plünderung aus dem Land ernähren mussten und dieses verwüsteten. Dieser Trend in Richtung stehender Heere hat in Frankreich wegen der gewaltigen Verwüstungen im Hundertjährigen Krieg begonnen. |
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#83
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| Zitat:
hab erbarmen mit einem einfachen Bauern !!! Frage die Historiker und Gelehrten , zum nachlesen habe ich oben die Sache verlinkt . - viel Spass |
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#84
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| Tatsache: Die Eidgenossen waren gefürchtete (Als Gegner) und begerte (als Söldner) Krieger. Tatsache ach, dass GERADE die Aussicht auf Plünderungen udn Brandschatzund viele arme Männer in den Krieg zog. Tatsache auch, dass das bewusst als Demoralisierung eingsetzt wurde. |
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#85
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| das waren die landwirtschaftlichen geräte die die bauern dort umfunktioniert haben. such mal bei youtube vielleicht findest du den bericht ja irgendwo.
__________________ die kunst ist einmal mehr aufzustehen, als man niedergeworfen wird. +~+ +SPARTA!!!!!+ +~+http://www.youtube.com/user/TeamFour.../0/ctd84NLgTxw |
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#86
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| Zitat:
Das erinnert mich an einen wichtigen Bestandteil der Heere Alexanders des Grossen; er hatte einige starke Abteilungen der sogenannten Pezhetairoi stets bei sich, deren Wirksamkeit sich extrem gut bewährt hat gegen die Truppen verschiedenster Völker. (siehe auch: Pezhetairoi ? Wikipedia ) In dem Sinn ist diese Art, zu kämpfen nicht unbedingt eine typisch schweizerische Erfindung. Sie scheint ihren Ursprung eher im antiken Griechenland zu haben (evt.von den Doriern oder Pelasgen abstammend). Geändert von Muy fa (13-09-2010 um 15:24 Uhr). |
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#87
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| Die Schweizer Gewalthaufen unterscheiden sich doch schon gewaltig von der mazedonischen Phalanx. Die Mazedonier haben die Phalangiten in eine Lineartaktik eingesetzt und dieses primär gegen andere Infanterie. Alexander der Große hatte die Phalanx dazu eingesetzt den Gegner zu binden und über die Flanken mit der Reiterei die Entscheidung zu suchen. Seine Nachfolger haben dann versucht dieses mit der Phalanx selbst zu erreichen, was ihnen im schwierigen Gelände gegen flexibler agierende Gegner wir den Römern zum Verhängnis wurde. Den Schweizer hingegen haben in sehr großen Infantrie-Blocks gekämpft. Unterstützt wurden sie nur durch Plänkler. Auf Reiterei mussten sie, wenn sie auf sich alleine gestellt waren, größtenteils verzichten. Was sie ausgezeichnet hat, war neben der Disziplin und der Kampfmoral die hohe Geschwindigkeit mit der sie sich in ihren Formationen bewegen konnten. Die meisten Gegner haben sie damit einfach überrollt. Es ist schon faszinerend, wie sie mit dieser doch sehr einseitigen Taktik, Gegner wie das burgundische Heer mehrfach besiegen konnten, die mit moderner Technik und verbundenen Waffensystemen gearbeitet haben (wobei die aber auch extrem viel Pech hatten). |
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