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  #121  
Alt 30-05-2004, 13:12
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Sehr gut gesagt, genau darum geht es
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  #122  
Alt 30-05-2004, 22:06
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Bitte noch ein bisschen Geduld... Wir arbeiten daran...
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  #123  
Alt 30-05-2004, 23:31
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Zitat:
Zitat von Mars
Wie definierte man im mittelalterlichen Russland das Wort "Ritter?" (wenn das wie im übrigen Europa gehandhabt wurde, muss man bedenken, dass die Wortbedeutung sich mit der Zeit wesentlich veränderte (vom reinen Pferdebesitzer übder den Krieger zu Pferde bis hin zum nasebohrenden Beamten mit Ordensschmuck).
Es geht meines Erachtens nach nicht um die damalige Definition, sondern um die heute gebräuchliche ! Um einen wenigstens einen Minimalkonsens zu erreichen, schlage ich vor, daß wir ab jetzt den Begriff Ritter als Krieger auf einem Pferd definieren. Wenn wir hier anfangen jedes einzelne Wort zu zerpflücken, ist der Thread in 100 Jahren noch nicht fertig.

Zitat:
Zitat von FireFlea
Kosaken in der Sowjetzeit
Kurz vor der Revolution gab es ca. 4,5 Millionen Kosaken. Unter Stalin wurde die Mehrheit der Kosaken kollektiv als Anti-Bolschewisten verfolgt. Es gab aber auch Kosaken auf Seiten der Bolschewiken, einer ihrer berüchtigsten Vertreter war Semjon Budjonnyj. Der Roman "Der stille Don" von Michail Scholochow beschreibt die Haltung der Kosaken während der Revolution eindringlich. Es hat viele Kosaken gegeben, die öfters die Seiten gewechselt haben.
...wenn man jetz noch berücksichtigt, daß Systema der christlichen Tradition der russisch othodoxen Kirche entstammt, kann man sich leicht denken, zu welcher Kategorie Systema-Ausbilder gezählt haben.
Wie ich anfangs außerdem erwähnt habe, war für die Bevölkerung die Ausübung jeglicher KK zu jener Zeit verboten. D.h. sowohl Michail als auch seine Lehrer haben durch den Unterricht sich einer großen Gefahr ausgesetzt. Außerdem waren durch die Verfolgung zum damaligen Zeitpunkt qualifizierte Lehrer in Rußland sehr selten. Aufgrund dieser Tatschachen kann man eine Abstammung von anderen KK weitgehend ausschließen. Diese Umstände erklären auch die Tatsache, daß der Kollege von Alef, sowie viele andere Russen, Systema nicht kennt. Einige die Systema kannten sind in irgendwelchen Arbeitslagern verschwunden, die anderen haben einfach aufgehört darüber zu sprechen.


Zitat:
Zitat von holyshit
Da frag ich mich aber wieso der Rest(das Waffenlose, das Kontaktlose, das Lustige usw) sich so lange überliefert haben soll?
Zitat:
Zitat von Mars
Und warum haben nicht alle "Kriegervölker" (und jedes Volk war einmal ein Kriegervolk) solche Traditionen? Und warum sollten sie nahezu unverändert überleifert sein, wenn sich die Anforderungen der Zeit verändert haben?
Der Vergleich mit dem Zähneputzen unterstützt übrigens die Idee eines "individuellen Stils." Und die Grundprinzipien dürften wie bei Kämpfen sowieso die gleichen/ ähnlichen sein. Aber keiner nennt das "System."
Systema ist eben ein ganzheitliches System. Wenn du aus einer mechanischen Uhr ein Zahnrad entfernst, wird sie u.U. sogar noch funktionieren. Ab einer gewissen Anzahl an Zahnrädern hört sie aber auf zu ticken. Äußerlich betrachtet hast du aber immernoch eine Uhr.
Genau so verhält es sich mit den KK. Wenn man nach und und nach die inneren Prinzipien – warum mache ich die Bewegung wie ich sie mache, oder wie muß ich sie verändern, daß sie für mich passt – weglässt, bleiben am Schluß nur noch äußere Bewegungen übrig. Siehe Posting von Karl-Heinz im Thread
Fauststöße-Unterschiede
über eine fast vergessene "innere" Schlagtechnik aus dem Karate. Im Aikido verhält es sich genauso. In Filmaufnahmen kann man deutlich erkennen, daß Ueshiba Techniken aus den inneren KK beherrscht hat. Nicht jedoch seine Schüler, sie haben einfach nur Ueshibas äußere Bewegungen nachgeahmt.

Die inneren Bewegungen, sind wie ich ebenfalls schon erwähnt habe ein hervorstechendes Merkmal der inneren KK. Diese Bewegungen von außen praktisch nicht mehr zu erkennen, aber sie sind da! Das ist auch ein Grund warum innere KK aus Büchern praktisch nicht zu erlernen sind, da man diese Art sich zu bewegen am eigenen Körper erfahren muß, und hierbei kann ein Lehrer aus Fleich und Blut sehr viel mehr helfen als ein Buch. Man lernt beispielsweise die Bewegung des Zwerchfells zu kontrolliern. Fortgeschrittene können auch ihren Puls und vieles andere beeinflußen. Um derartige Bewegungen im Körper wahrnehmen zu können ist näturlich einiges an Körpergefühl nötig, und das braucht unter Umständen einige Jahre tägliches (!!!) Training , auch ein Grund warum innere KK nicht so weit verbreitet sind.
Außerdem geht es hier nicht nur um Prinzipien beim Kämpfen, sondern, um Körpermechanik!!
Die korrekte Ausrichtung aller Gelenke und der Wirbelsäule zueinander ist hierfür extrem entscheidend. Dies ist deswegen von herausragender Bedeutung, da sich die innern KK die Tatsache zunutzte machen, daß der menschliche Körper zu großen Teilen aus Wasser besteht. Das heißt es gelten nicht nur die Gesetzesmäßigkeiten der Mechanik, sonder auch die für Flüssigkeiten. Der menschliche Körper ist in erster Näherung nichts anderes als ein flüssigkeitsgefüllter Ballon. In den inneren KK geht es nun darum die Flüssigkeit im Körper in Bewgung zu bringen. Dies geschieht durch Erzeugen von Druck, da Flüssigkeiten bis zu Drücken von 200 bar nicht kompressibel sind, wird sich das Wasser im Körper bewegen. Druck im Köper kann man am einfachsten mit Hilfe der Artmung erzeugen. Dadurch wird es möglich, z.B. verstärkt Blut in bestimmte Körperregionen fließen zu lassen, oder den Blutfluß in bestimmten Körperregionen einzuschränken, zB. bei Verletzungen. Letztendlich kommt man an den Punkt, wo man den Körper nur durch Erzeugen von Drücken im inneren Bewegen kann. Die Bewegungen werden dann sehr kräftig und man benötigt kaum noch Muskelanspannung dafür.
Wenn man diese Prinzipien beherrscht, wird die äußere Bewegung, ob mit oder ohne Waffen, Rüstung, usw. somit zweitranging, da der Körper immer nach den selben Prinzipien funktioniert.

Warum diese Fähigkeiten nicht in allen KK überliefert ist ? Das mag zum Teil am Unvermögen mancher Lehrer liegen, weil dieser diese Fähigkeiten selbst nicht gelernt hat. Zum anderen am Unwillen einiger Lehrer diese Kenntnise , aus welchen Gründen auch immer, zu vermitteln, selbst , wenn sie über dieses Wissen verfügen. Dies sind im übrigen keine fiktiven Beispiele, es gibt im Tai Chi leider einige Lehrer auf die entweder der eine oder der andere Punkt zutrifft.
Das ganze nennt sich deswegen System, weil es eben ein vollständiges System ist ! Und wenn jemand in der lage ist sich sowas aus den Fingern zu saugen, dem würde ich sofort eine Professur an einer Uni anbieten, ohne vorheriges Studium ! In vielen anderen KK ist die Übertragung eben leider nicht ganz so lückenlos abgelaufen. Es wäre auch nicht das einzige mal in der Menschheitsgeschichte, daß hervorragende Kenntisse verloren gehen, ist mit fast sämtlichen Hochkulturen so passiert.

Zitat:
Zitat von Mars
b) als ein festes System (Techniken, Prinzipien, etc.) gelehrt wurde.
c) als ein solches System in seiner Grundsubstanz verlässlich weitergegeben wurde.
d) heute noch in der Grundsubstanz von Leuten beherrscht wird (und von diesen auch nachgewiesen werden kann; ansonsten könnte jeder Grieche sich ja als Nachfahre der Spartaner hinstellen und von sich behaupten, den Kritonischen Familienstil des Pankration zu beherrschen, auch wenn er sich das bloß selber zusammengedichtet hat
s.o. Wenn dir das nicht reicht, über innere KK hab' ich noch einiges auf der Pfanne


Zitat:
Zitat von Mars
Unser fiktiver Samurai könnte ja einfach ein erfahrener Militär, Polizist oder Yakuza sein, oder sein Wissen aus anderen Quellen haben. Aber es macht halt doch mehr her, wenn es "historisch" ist. Und seine toten Onkels können ja nicht mehr als Zeugen herhalten.

Das mit der Isolation habe ich nur erwähnt, weil es gerne als Argument für die unberührte Kunst der Kosaken genommen wird.
In Japan mag das ganze ja noch klappen, wo es viele verschiedene KK Stile gibt, aber wo siehst du in Rußland noch andere Quellen? Außerdem kann man meiner Meinung nach die Neuerfindung durch MR eindeutig ausschließen, ein derartig komplexes System mit modernen Methoden zu erschaffen, bräuchte Jahrzehnte. Und vor 20 Jahren waren die technischen Voraussetzungen allerhöchstens im Westen vorhanden.
Das Isolationsargument dürfte aber auf MR zutreffen, der seine KK in Rußland erlernt hat, ohne Einfluß durch andere KK, die zur fraglichen Zeit in Rußland schlichtweg nicht verfügbar waren.


Zitat:
Zitat von Jibaku
Aber auf Basis solcher Quellen diskutiere ich gerne, da muß ich mich wenigstens nicht mit einer mehrtausendjährigen Geschichte bis zurück zu den Skythen und diversen russisch nationalistischen und pseudowissenschaftlichen Mindermeinungen rumschlagen.
...schön für dich, daß du noch an eine unfehlbare Wissenschaft glaubst. Ich war selbst über mehrere Jahre hinweg in der Forschung tätig und bin viermal über Fälschungen in wissenschaftlichen Arbeiten gestolpert. Einmal wurde deswegen sogar jemand verletzt ! Aus diversen Fachzeitschriften und der Tagespresse sind mir nochmal mindestens sechs weitere Fälle bekannt, in denen entweder Ergebnisse gefälscht wurden, oder zu Unrecht öffentlich als Fälschungen bezeichnet wurden. Nicht hinzugerechnet sind die Fälle, in denen neue Erkenntnisse zunächst belächelt worden sind, sich später jedoch als richtig herausstellten. Wie ich sehe bist du auch ein kritischer Mensch, nur nicht im Bezug auf die Wissenschaft.

Der Punkt für die Demontage eines einzelenen Teils der Geschichte mag zwar an dich gegen. In der Diskussion bringt uns das allerdings nicht weiter. Weil wir dann nämlich doch wieder die Skyten bemühen müssen, da es die Kosaken nicht sein konnten. Fakt ist Systema existiert und ist mit hoher Sicherheit älter als 100 Jahre.

Zaphod
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  #124  
Alt 31-05-2004, 00:04
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Zitat:
Zitat von Zaphod
Der Punkt für die Demontage eines einzelenen Teils der Geschichte mag zwar an dich gegen. In der Diskussion bringt uns das allerdings nicht weiter. Weil wir dann nämlich doch wieder die Skyten bemühen müssen, da es die Kosaken nicht sein konnten. Fakt ist Systema existiert und ist mit hoher Sicherheit älter als 100 Jahre.
Fast. In der Literatur, die ich gerade lese, finden sich Hinweise auf die Skythen nur in der Andreaslegende, welche aber weitgehend widerlegt ist. Dagegen ist fast eindeutig klar, dass die Kosaken mit Mongolen, Tataren und auch dem Deutschen Orden (Ritter!) zusammen gelebt und gekämpft haben...

Wie gesagt: Ich ordne noch.
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  #125  
Alt 31-05-2004, 03:02
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@Zapho
Wie kann man so viel schreiben und nichts sagen?
Heute hab ich aber keine Lust mehr das einzeln durchzugehen
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  #126  
Alt 31-05-2004, 06:27
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Zitat:
Zitat von holyshit
@Zapho
Wie kann man so viel schreiben und nichts sagen?
Heute hab ich aber keine Lust mehr das einzeln durchzugehen
Schließe mich dem an: Zapho ist auf die Punkte nicht eingegangen.

Ich behaupte nicht, dass MR sich alles selbst aus den Fingern gesaugt hat. Aber dieser Mann war jahrelang Militär und hat sicher einiges an Erfahrung im Zweikampf gesammelt und auch einiges von Kollegen gelernt. Aber das noch lange nichts darüber aus, ob es sich hier um eine uralte Tradition handelt.

@FalkoZ
Was sagt das aus?

Gruß
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  #127  
Alt 31-05-2004, 08:45
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Zapho ist auf die Punkte nicht eingegangen. - Ja . haut ihn .der Böse der !

Lesen können ist schon mal gut , aber das gelesene Begreifen ......
naja vielleicht kommts noch noch .

für mich passt das kosakische Zeug so wie es heute unterrichtet wird .


Das mit der Geschichte ist so ne Sache ; bei uns ist Schillers Tell auch das übliche Vorbild - die einen merken mit 12 das das nur eine Lüge für Kinder ist .(die andern ....)

- man braucht sie um etwas zu erklären um es zu begreifen , danach kann man weiterlernen und studieren :das Gleiche jahre später wird einen anderen Sinn (oder Begreifen) ergeben .
Meine Meinung :
Wurzeln braucht es , aber der Boden in die man sie schlägt muss auch stimmen .
Da der Glaube Berge versetzt gehören solche Sachen dazu und sollten auch genüsslich "geglaubt" werden ......( das man später klüger wird , oder eine Krücke fortwirft gehört aber auch dazu)

gruss aus der Schweiz sigi


@ zaphod : bist Du Der ,der Grössere so gern bei den kurzen Rippen quält
beim Top Seminar war so ein Bärtiger .....
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  #128  
Alt 31-05-2004, 10:40
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@Zaphod
über eine fast vergessene "innere" Schlagtechnik aus dem Karate. Im Aikido verhält es sich genauso. In Filmaufnahmen kann man deutlich erkennen, daß Ueshiba Techniken aus den inneren KK beherrscht hat. Nicht jedoch seine Schüler, sie haben einfach nur Ueshibas äußere Bewegungen nachgeahmt.



Wenn du schon Aikido und Ueshiba anführst, wer im Systema beherrscht denn die innere KK? Wenn überhaupt dann auch nur M.R!!
mfg
__________________
esdo Trainer der I.H.S.D.O
www.esdo-wertheim.beep.de
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  #129  
Alt 31-05-2004, 10:42
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Zitat:
Zitat von sigi
Zapho ist auf die Punkte nicht eingegangen. - Ja . haut ihn .der Böse der !

Lesen können ist schon mal gut , aber das gelesene Begreifen ......
naja vielleicht kommts noch noch .

für mich passt das kosakische Zeug so wie es heute unterrichtet wird .


Das mit der Geschichte ist so ne Sache ; bei uns ist Schillers Tell auch das übliche Vorbild - die einen merken mit 12 das das nur eine Lüge für Kinder ist .(die andern ....)

- man braucht sie um etwas zu erklären um es zu begreifen , danach kann man weiterlernen und studieren :das Gleiche jahre später wird einen anderen Sinn (oder Begreifen) ergeben .
Meine Meinung :
Wurzeln braucht es , aber der Boden in die man sie schlägt muss auch stimmen .
Da der Glaube Berge versetzt gehören solche Sachen dazu und sollten auch genüsslich "geglaubt" werden ......( das man später klüger wird , oder eine Krücke fortwirft gehört aber auch dazu)

gruss aus der Schweiz sigi


@ zaphod : bist Du Der ,der Grössere so gern bei den kurzen Rippen quält
beim Top Seminar war so ein Bärtiger .....
Er hat heiße Luft fabirziert. Wahrscheinlich zu heiß für mich

So glaube denn weiter.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich halte Systema für eine Kampfkunst, die ihre Berechtigung hat wie jede andere. Ich war bei Andreas und halte ihn für einen guten Lehrer, der Erfahrung hat. Dass ich hier historische Hintergründe diskutiere, hat nichts mit Feindseligkeit zu tun. Es interessiert mich einfach.
Und wenn sich herausstellt, dass eine der beiden Seiten recht hat, schön. Dann sind wir alle zufrieden. Und selbst wenn Systema keine uralte Tradition hat, sondern einfach ein gutes System ist, ist das doch kein Grund, es nicht weiter zu betreiben oder zu respektieren. Nur mal so nebenbei.

Gruß
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  #130  
Alt 31-05-2004, 10:43
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@Sigi
Bin ja nicht so clever, daß hast Du ja schon festgestellt(Kein Wunder wenn nur Du den Durchblick hast).
Ich fasse nochmal zusammen: Also Du findest die Entstehungsgeschichte Systema ist eine hübsche Geschichte und hilfreich als Krücke, weil Menschen gerne Geschichten hören? Ich frag ja nur nach, weil eine solch Erkenntnis nicht unbedingt weitverbreitet bei Systema-Trainierenden ist
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  #131  
Alt 31-05-2004, 15:07
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Standard Geschichte der Kosaken

Quellen:
„Grundzüge der russischen Geschichte“, Irene Neander, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1970
„Geschichte des Baltikums“, Alexander Schmidt, Serie Piper, 1992
„Die Taufe Russlands“, Ludolf Müller, Erich Wewel Verlag, 1987
http://www.kosaken.de
http://www.aktuell.ru

1213 Erstarkung der Mongolei
1223 Einfall der Mongolen unter Cingiz-Chan in Grenzbereiche Russlands
1237 Beginn der Eroberung Russlands durch die Mongolen
1240 Ende der Eroberung Russlands; Zerstörung von Kiev
Der Engel von Cingiz-Chan, Batu, nahm bis 1242 weitere weitreichende Eroberungen vor. Probleme in Asien, zwangen Batu dann aber zu einem Abbruch der Angriffe und zu einer Rückkehr nach Asien. Das mongolische Großreich des Cingiz-Chan zerfiel langsam in Teilstaaten, die sich befehdeten.
Im Bereich der südlichen Wolga gründete Batu den Staat der Goldenen Horde. Da das Menschenreservoir dieses Staates nicht sehr groß war, wurden sehr schnell andere Kontingente hinzugefügt. Die Durchmischung der Mongolen mit Turkvölkern, die bereits 1237 begonnen hatte, nahm zu. Im Bereich des Staates der Goldenen Horde, entstand daraus das Mischvolk der Tataren.

1300 Erstarkung des Fürstentums Moskau; Unterwerfung anderer russ. Fürstentümer
1380 Sieg über eine Armee der Tataren
1430 gesamter russ. Nordosten unter dem Fürstentum Moskau
1443 Kosaken Fallen in das Gebiet von Rjasan ein
1445 Kosaken führen Krieg für den Großfürsten von Litauen
1452 Chan Kasimow, Tartaren Herrscher, unterwirft sich dem Großfürsten von Moskau. Seine Kosaken stellt er den Moskowitern zur Verfügung.
1472 Heirat von Ivan III., Entstehung des Zartums Moskau, Moskau als 3. Rom
1480 Abschüttelung der Tataren unter Ivan III.
1502 Niederlage gegen den Deutschen Orden in Livland
1547 Krönung von Ivan IV. zum Zaren
1550 "Saporoshskaja Sjetsch", das Saporosher Kriegslager, der Kosaken am Dnjepr entsteht
1558 Angriff auf Livland gegen den Deutschen Orden
1560 Tod von Anastasia, der Frau des Zaren Ivan IV.
1562 Auflösung des Deutschen Ordens
1563 Tod des Metropoliten Makarij
Nach dem Tod von Anastasia und Makarij wandelte sich Ivan IV. und erhielt dann in der Folgezeit den Beinamen „der Schreckliche“.

1571 Einfall der Krimtartaren
Seitdem wurde die Südgrenze Russlands (Steppe) systematisch besiedelt. Die dort lebenden Bauern waren seit jeher sehr geübt im Kampf, da sie sich ständig verteidigen mussten. Sie wurden als Kosaken bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem Tatarischen. Hauptgruppen der Kosaken waren am Don und an der Dnjepr. Tatsächlich befinden sich die Siedlungsgebiete der Kosaken in dichtester Nähe zum ehemaligen Staat der Goldenen Horde, den Tataren.

1582-84 Kosak Jermac Timofejew: im Auftrag der Partizierfamilie Stroganow Eroberer des Ostens, Sibirien
1589 Einrichtung des Patriarchats Russlands
1601 „Wirren“ in Russland; Aufstände, …
1610 Wahl eines Polen zum Zaren, um die „Wirren“ zu beenden
1610 Patriarch Germogen ruft zum Widerstand auf
1613 Wahl eines russischen Zaren aus dem Geschlecht der Romanovs
1637 Eroberung der Festung Azov durch die Don-Kosaken
1648 Sieg der Dnjepr-Kosaken gegen ein großes polnisches Heer
1653 Dnjepr-Kosaken kontrollieren Teile von Polen (heutige Ukraine) und übergeben diese an Russland
Weitgehende Unabhängigkeit von Russland. Es kann fast von einem "Hetmanstaat" gesprochen werden. Das wurde erst durch Katharina II. beendet.

1667-71 Volksaufstand unter Führung der Don-Kosaken

1709 Bündnis des Kosakenhetmann Mazeppa mit Schweden gegen Russland. Niederlage. Die ersten Kosaken in der Verbannung.

1762 Katharina II. Zarin von Russland
1773-74 Donkosak Jemelian Pugatschow inszeniert Volksaufstände an Wolga und Ural
Aus ukrainischen Kosaken der im 18. Jahrhundert aufgelösten „Saporoshskaja Sjetsch“ entstanden die Schwarzmeer Kosaken, die neben den Asow Kosaken gegen die Türkei eingesetzt wurden.

1814 Einzug der Kosaken in Berlin, Paris. Kosakenführer Platow, Feldherr im Krieg der Allierten gegen Napoleon, Wird in London mit Blücher zum Dr. jur. ehrenhalber promoviert.

Etc…

Geändert von FalkoZ (09-06-2004 um 16:35 Uhr).
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  #132  
Alt 31-05-2004, 15:16
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Standard Interpretation

Es wäre folgende Interpretation möglich, die weitgehend mit Andreas Aussagen übereinstimmt:

Die Mongolen fallen in Europa ein, erlahmen dann aber. Die Goldene Horde, berittene und gefürchtete Kämpfer, lassen sich im südlichen Russland nieder, vermischen sich mit Turkvölkern und sind dann nur noch als Tataren bekannt.

In diesen schwer kontrollierbaren Steppengebieten leben natürlich auch Bauern. die sich gegen Übergriffe seitens der Russen, der Tataren und anderer Nomaden verteidigen müssen. Da damals ohnehin eine Durchmischung der Rassen stattfand, wäre eine Abstammung dieser Bauern von den Tataren möglich.

Diese Bauern übergeben später die Landwirtschaft an Frauen und Knechte und werden zu Kriegern (Kosaken). Es wäre also möglich, dass die Kosaken mit den Tataren identische Ursprünge haben und die Kampfkunst dort geerbt haben.

Unter Ivan IV erhielten die Kosaken regen Zulauf. Später waren sie Beschützer Russlands und sorgten ebenfalls für Landerweiterungen. Noch später wurden sie nach und nach der Armee eingegliedert.

In der Oktoberrevolution hielten viele Kosaken treu zum Zaren, weshalb sie später verfolgt wurden. Heute werden viele Traditionen wieder öffentlich ausgelebt. Bis 1977 gab es sogar einen Sport mit Pferden und Säbeln.

Auch heute noch (!) werden ihre Aufgaben wie folgt angegeben: „militärisch-patriotischen Ausbildung, der vormilitärischen Ausbildung der Jugend und dem Schutz der öffentlichen Ordnung.“ (http://www.aktuell.ru/rurep0001/morenews.php?iditem=22) Auf der gleichen Website findet sich der Satz: Russlands Kosaken schwingen wieder die Säbel.


Fazit: Die Kosaken waren / sind ein selbstbewusstes Kriegervolk, welches viel Wert auf Traditionen legt. Es ist anzunehmen, dass ein solches Volk eine gemeinsame Kampfkunst entwickelt hat und diese - wie alle anderen Traditionen auch (Tanz, Gesang, ...) - überliefert hat. MR stammt von den Kosaken ab. Systema wird oft als diejenige Kampfkunst bezeichnet, welche Mikhail Ryabko ausbildet. Es werden weitere Patriarchen angegeben, die andere Dinge lehren (www.r-s.ru).


Ps. Bezüge zu den Skythen konnte ich nur in der Andreaslegende finden, die, wie bereits gesagt, weitgehend widerlegt wurde.
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  #133  
Alt 31-05-2004, 15:20
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Zitat:
Zitat von sigi
Wurzeln braucht es , aber der Boden in die man sie schlägt muss auch stimmen . Da der Glaube Berge versetzt gehören solche Sachen dazu und sollten auch genüsslich "geglaubt" werden ......( das man später klüger wird , oder eine Krücke fortwirft gehört aber auch dazu)
Hallo sigi,

schön, dass Du meine Schreiben liest und Dir meine Bilder merkst. Leider passt das hier nicht.
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  #134  
Alt 31-05-2004, 15:34
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Ja und jetzt?
Vor allem wie Du zu dem Fazit kommst kapier ich nicht
Zitat:
Zitat von Alephthau
Hi,

In meiner unergründlichen Neugier habe ich die Gunst der Stunde ergriffen und einen Arbeitskollegen der aus der Ukraine (Heimatland der "Wir sind wie ein Säbel"-Kosaken) stammt gefragt ob er schonmal etwas von der russischen Kampfkunst Systema gehört habe.

Darauf schaute er mich etwas verwirrt an, verneinte und erklärte mir, daß Wort Systema bedeute eigentlich nur etwas nach bestimmten Regeln zu machen. (Mathematik ist z.B. auch "Systema" )

Ich erklärte ihm, daß es sich beim Systema im Ursprung um eine alte kosakische Kampfkunst handeln soll, worauf er angefangen hat zu Lachen. Er erklärte mir, daß er in seinem ganzen Leben noch nichts von einer eigenen Kampfkunst der Kosaken gehört habe.
Er hätte es mitbekommen müssen, wie er sagt, weil er mit diesem "Volksstamm" eng zusammen gelebt hat!

Ich bekam die allgemein bekannte Historie der Kosaken erzählt und, daß sich diese heute noch für etwas besonderes halten würden, weil sie ja die Schutztruppe des Zaren gewesen wären usw.. Das sie nur ausgenutzt wurden haben sie garnicht bemerkt! :-D Es gab alles was sie wünschten, Generalsränge, schnieke Uniformen usw. aber nichts was mit finanziellem zu tun hatte! (Sprich es gab keine Kohle vom Herrn Zaren! :-D) Der allegmeine Ausspruch der Kosaken ist übrigens "Wir sind wie ein Säbel, die anderen sind wie eine Peitsche". Was in etwas bedeuten soll "Wir sind die besseren"m, da der Säbel die Peitsche besiegt.

Zum Thema Spezialeinheiten habe ich erfahren, daß diese etas lernen was sich " Boyevogo Sambo" nennt. (Hab das jetzt phonetisch wieder gegeben, da ich nicht weiß wie man das schreibt)
Das bedeutet soviel wie "Militärischer Nahkampf" und wird u.a. auch von der KGB-Prügeltruppe "AMON" des KGB trainiert. Diese hauen auch ganz gerne mal unbewaffnet mit Spezialhandschuhen zu. Diese Handschuhe sind dazu gedacht um vor Klingen zu schützen. Die Techniken beinhalten allgemein alles was zum verletzen, verkrüpeln und töten geeignet ist. Die AMON wurden u.a. auch dazu eingesetzt Aufstände "unblutig" (heisst hier ohne Schußwaffen) zu beenden. Das nur mal so als kleiner Überblick über dieses System und seine Anwendung.

Über das Systema hat mein Kollege schmunzeln müssen, besonders was das "besiegen des Gegners ohne ihn zu berühren" angeht! (O-Ton: Wie soll denn das gehen? :roll: Besonders wenn man sich das Training der AMON so vor Augen führt! )

Er meinte zu mir: Mach Dir nicht soviele Gedanken darüber, da hat sich einer wohl was Ausgedacht um sich wichtig zu machen und wahrscheinlich ein bißchen Geld zu verdienen!

Fazit des Ganzen war dann:

1) Systema ist keine alte kosakische Kampfkunst sondern irgendwas neu entwickeltes!

2) Michail Ryabko ist ein kosakischer Name!

3) Ich überlege ob ich in die Ukraine fahre und dort die alte deutsche Kampfkunst "Ich hau mich" unterichte!

Gruß

Alef
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  #135  
Alt 31-05-2004, 15:53
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Zitat:
Zitat von holyshit
Bin ja nicht so clever, ...
Mach Dir nichts draus, wenn Du das nicht verstehst... Denk noch ne Weile drüber nach.
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