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#1
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| Hi leute! Gibt es eigentlich Fechtbücher made in Germany aus der Zeit als Langschwert und co unwichtiger wurden? Oder orientierte man sich zu der Zeit voll an den Italienischen Fechtmeistern? wie sieht es waffenlos aus? |
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#2
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| Klar, nach dem "Mittelalter" gab es zahlreiche Fechtbücher aus dem deutschsprachigen Raum, z.B. Paulus Hector Mair, 1542 (diverse Waffen, u.a. Sichel, Dreschflegel, Langes Schwert etc.) Joachim Meyer, 1570 (Rappier, Dolch, Ringen, Dussack, Langes Schwert) Jakob Sutor, 1612 (Rapier, Langes Schwert, Dussack usw.) Georg Paschen, 1659 (Ringen) Johann Andreas Schmidt, 1713 (Stoßfechten, Ringen) F.C. Christmann, 1838 (Säbel, Spazierstock u.a.) um nur ein paar zu nennen.
__________________ Cha togar m' fhearg gun dìoladh - Nemo me impune lacessit www.cateransociety.com - www.kampfkunstschmiede-kostheim.de |
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#3
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| ok, dankeschön! ich fand besonders das fechtbuch von johann andreas schmidt interessant, weil da wirklich mal stoßfechten und ringen in einem buch sind. mir ist aufgefallen, dass sich das ringen gegenüber dem mittelalterlichen stark verändert hat. es sieht ein bisschen aus, als würden schläge wichtiger werden (evtl wegen fehlen der rüstung?). außerdem hat mich das ringen von schmidt recht stark an paschen erinnert, also scheint der wandel ja keine ausnahme zu sein. oder paschen war in diesem fall das "vorbild", die abwehr gegen fliegende krüge sieht sich schon sehr ähnlich ^^. |
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#4
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| Hey! Du findest betsimmt auch in meinem Thread was: Quellen- und Literaturverzeichnis zur Geschichte europäischer Kampfkünste
__________________ Sojobo Goju-Ryu Karate und Combat Sambo in Dortmund ก้้้้้้้้้้้้้้้้้้้้ ก็็็็็็็็็็็็็็ |
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#5
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| Zitat:
__________________ Cha togar m' fhearg gun dìoladh - Nemo me impune lacessit www.cateransociety.com - www.kampfkunstschmiede-kostheim.de |
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#6
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| mit dem wandel meinte ich unter anderem, dass das ringen sehr viel gerader wurde, währende früher rundere techniken, würfe usw gemacht wurden. also ich mein es sind kürzere bewegungen geworden, was ja auch zum stoßfechten passen würde. |
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#7
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| Okay, ich glaube, ich verstehe, was du meinst.
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#8
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| Ich glaube, das der Fauststoß früher eher zu selbstverständlich war, als das er zu erwähnen wäre. Wenn z.B. Auerswald schreibt "Darnach strecke Deine rechte Hand unter seinem Kinn hin", dann ist damit etwas recht rabiates gemeint. Der Faustschlag wurde aber oft explizit ausgeschlossen, z.B. in Fechtschulen. b.m.
__________________ Der Hebel als Exerziezium ist unentbehrlich zur nachhaltigen Manifestation einer didaktischen Maßnahme. Höchstleistungen haben ihre Basis in der Mittelmäßigkeit. |
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#9
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| Letztendlich wäre zu klären, wie wichtig der Fausstoß früher im allgemeinen Gekämpfe war. Das eigentlich Boxen, Pugilism hat sich im Laufe des 18. Jhds. in England entwickelt, die Popularität in anderen Ländern Europas kam erst später auf. Evt. hat man damals sich darauf verlassen, dass Mortstöße (Palmstrikes etc.) eben sinnvoller und gesünder sind für die menschliche Hand in der SV oder Schlacht, so wie dies eben heutzutage auch in den Augen vieler SVler ausschaut.
__________________ Cha togar m' fhearg gun dìoladh - Nemo me impune lacessit www.cateransociety.com - www.kampfkunstschmiede-kostheim.de |
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#10
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| Zitat:
Aber im Codex Wallerstein findet man im Ringteil ziemlich viele Aktionen gegen Faustschläge. So selten können sie also nicht gewesen sein. Der Medienserver der Universittsbibliothek Augsburg |
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#11
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| Zitat:
![]() Bereits Ende des 16. Jhdts wurden die Gioce del ponte, die venezianischen Brückenspiele, mit bloßer Faust ausgetragen. Anfänglich waren Stöcke und Buckler üblich, dies wurde dann aber sukzessive verboten und schließlich wurden Faustkämpfe ausgetragen. Zu Beginn des Kampfes traten hierbei jeweils ein Champion beider Viertel auf der Brücke im formellen Zweikampf gegeneinander an. Gekämpft wurde auf blutende Cuts, KO oder Aufgabe. Hierbei wurde eine Hand offensiv, die andere defensiv verwendet (ein wenig ähnlich dem Messerkampf). Die Spitznamen der Champions erinnern teilweise stark an die Boxer heutiger Tage. England ist aufgrund des Empires halt deutlich präsenter in der Wahrnehmung, das Boxen "erfunden" haben die Gentlemen aber nicht. ![]() Geändert von Althalus (26-01-2012 um 14:10 Uhr). |
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#12
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| Was ich noch vergessen habe. Auch im Codex Wallerstein ist ein Stück enthalten bei dem der Kampf nur mit Schlägen ausgetragen wird. Also der Angriff besteht aus einem Faustschlag und der Kampf wird vom Verteidiger durch Faustschläge beendet. Wobei es aber den Anschein macht das zum Kopf vor allem mit der Hammerfaust geschlagen wurde. |
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#13
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| Zitat:
Muss kurz mal schauen, ob ich das noch finde?R.
__________________ "Wenn ich nach Berlin reise, wenn ich nach London fahre, wenn ich nach Paris fahre oder nach Madrid, finde ich Neapel. Das Schicksal dieser Städte ist es, Neapel zu werden." Curzio Malaparte Geändert von roberto (26-01-2012 um 17:05 Uhr). |
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#14
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| Castellani, es waren die Castellani. Die Schlacht zwischen den Nicolotti und en Castellani fand meist auf der Ponte Chiodo (im Volksmund auch Ponte dei Pugni, Brücke der Fäuste, genannt) statt und hieß Guerra dei Pugni, der Krieg der Fäuste. Die Castellani stammten aus dem Viertel San Pietro di Castello und die Nicolotti aus San Nicolò dei Mendicoli. Ziel des "Spiels" war, die Gegner von der Brücke ins Wasser zu werfen. 1705 wurde der " Krieg der Fäuste" verboten, nachdem während einer besonders grausamen Schlacht beide Seiten von den Fäusten zu den Messern wechselten. Viele Tote waren die Folge.
__________________ "Wenn ich nach Berlin reise, wenn ich nach London fahre, wenn ich nach Paris fahre oder nach Madrid, finde ich Neapel. Das Schicksal dieser Städte ist es, Neapel zu werden." Curzio Malaparte Geändert von roberto (26-01-2012 um 15:29 Uhr). |
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#15
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| Zitat:
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