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Alt 04-04-2004, 12:52
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Standard Langsames Sparring Spiel

Den Text gibt es zwar schon im Forum, da es aber immer wieder zu Irriationen kommt, nochmal ein extra Thread, in dem die Methode gern sachlich diskutiert werden darf:


Das Langsame Sparring Spiel der RMA (LSS)

Von Arthur Sennott
Eine der einzigartigen und wichtigsten Trainingsmethoden des SYSTEMA ist der Gebrauch eines Sparrings mit langsamem Tempo. Dieses Sparring ist vielleicht das vorrangige physische Trainingsmittel, welches uns zur geschickten Verteidigung führt, da es uns erlaubt, unsere individuellen Fähigkeiten zu integrieren, während man lernt diese in Koordination mit einem Gegner zu benutzen. Es ist ein unglaublich nützliches und machtvolles Hilfsmittel, aber wie jedes andere Trainingsmittel, Drill oder Übung, muss es korrekt angewandt werden, um die gewünschten Fertig- und Fähigkeiten zu erreichen. Obwohl das oben angeführte Spiel mit langsamen Bewegungen ausgeführt wird, hat es einige Aspekte, welche es für Anfänger schwierig machen kann. Die Mehrheit der Schwierigkeiten stammt nicht von einer Unfähigkeit das Spiel selbst zu spielen, sondern von einem Missverständnis der Prinzipien und Ziele dieses Spiels. Dieser Artikel wird diese Streitfragen klären und die vorrangigen Schlüsselpunkte besprechen, welche den korrekten Gebrauch des Langsamen Sparring Spiels (LSS) ausmachen.

Die Prämisse
Die grundlegende Prämisse des LSS ist, eine Umgebung zu schaffen, in der alle technischen Aspekte des Kampfes in relativer Sicherheit erkundet werden können, während man dem Körper die Chance gibt wahre Spontaneität auszuführen und zu pflegen. Um dies zu erreichen, muss das LSS als eine langsame Wiedergabe des Kampfes gesehen werden.
Man muss vergessen, dass man in langsamer Geschwindigkeit arbeitet; Bewegungen und Reaktionen müssen so ausgeführt werden, als wenn die Teilnehmer in voller Geschwindigkeit agieren würden. Dies erfordert ein gewisses Maß an „Mitspielen“ von Seiten der Teilnehmer. Es ist wichtig sich bewusst zu sein, dass dieses „Mitspielen“, im Gegensatz zur üblichen Assoziation mit dem Wort, mehr Realität erzeugt, als weniger. Wenn man sich langsam bewegt, dann manifestieren sich Bewegung und Gleichgewicht anders als sie es bei voller Geschwindigkeit tun würden. Dies sollte jedem bewusst sein, der jemals einen PKW gefahren hat. Eine scharfe Kurve, welche man sicher mit 30 km/h befahren kann, würde sicherlich bei 80 km/h zum Überschlagen des PKW führen. So wie es sich mit dem Pkw verhält, so ist es auch mit den Menschen. Wenn wir das LSS spielen, müssen wir uns ständig dessen bewusst sein und uns bemühen uns so zu bewegen „als wenn“ wir mit voller Geschwindigkeit arbeiten würden. Alle Bewegungen sollten so ausgeführt werden, als wenn man auf Video mit voller Geschwindigkeit aufgenommen wäre, jedoch in Zeitlupe abgespielt würde.


Realistisch bleiben

Wenn man irgendein Trainingsspiel spielt, egal ob es mit voller Geschwindigkeit oder ganz langsam ist, ist es wichtig so realistisch wie möglich zu bleiben, während man sich trotzdem an die Spielregeln hält. Man muss den Angriff ausführen, als wenn er tatsächlich vollständig real wäre. Man muss so handeln, dass man die Absicht hat den Partner richtig schlagen zu wollen. Man muss durchgehen, um zu versuchen Kraft in den Schlag zu legen. Man muss die gleichen physischen und mentalen Handlungen ausführen, die man machen würde, wenn man tatsächlich entschlossen wäre den Partner verletzten zu wollen.

Es gibt eine anfängliche Tendenz, dass man dem Partner helfen will. Dies ist an sich gut, aber unglücklicherweise kann es zu verschiedenen Verhaltensweisen führen, welche im Training hinderlich sind! Im Bemühen unterbewusst dem Partner zu helfen, schlagen viele Leute bewusst daneben oder schlagen mit ihrem Schlag nicht durch das Ziel. Während das dem Partner im Training wirklich hilft, dass er nicht getroffen wird, so wird es ihm aber nicht beibringen, wie er sich verteidigen kann. Alle Angriffe müssen akkurat ausgeführt werden, mit der entsprechenden Absicht und dem Versuch durch das Ziel zu schlagen. Wenn es um die Sicherheit geht, so kann man die Geschwindigkeit immer weiter herunterschrauben, um eine höhere Sicherheitskontrolle zu haben.

Im Gegensatz zu dem unbewussten Verlangen dem Partner zu helfen, gibt es die vollständige Tendenz und das innere Verlangen den anderen zu behindern. Man sollte bei sich selbst auf so etwas achten. Denke daran, die Rolle des Angreifers ist es einen Gegners zu spielen, welcher den Verteidiger verletzten will. Die Absicht anzugreifen und die Absicht den anderen zu behindern (täuschen) sind zwei verschiedene Dinge. Jede dieser Absichten ruft seine eigenen Bewegungen und Beziehungen hervor. Sei dir sicher, dass du deinem Partner die angemessene Absicht für die jeweilige Trainingsübung gibst.



Veränderter Physischer Trick Nr. 1

Das Erhöhen der Geschwindigkeit des Angriffs ist ein verbreiteter Trick, welchen die Leute unbewusst ausführen. Es kann sich beim Verteidiger scheinbar verheerend auswirken, indem es die Illusion gibt, dass der Angreifer erfolgreich war. Tatsächlich aber hat er nicht gewonnen, sondern nur erreicht, sich selbst hereinzulegen und das Vertrauen seines Partners zu unterlaufen.

Man kann einfach nicht schneller sein, als man bei seiner höchsten Geschwindigkeit schon ist. So muss man, wenn man an einer Trainingsübung mit langsamer Geschwindigkeit teilnimmt, die generell selbe Geschwindigkeit beibehalten, mit der man die Bewegung begonnen hat. Wenn der Angreifer sich mit voller Geschwindigkeit bewegt hätte, könnte er auch nicht plötzlich die Geschwindigkeit seines Angriffs erhöht haben. Diese Taktik gibt es bei realer Geschwindigkeit nicht und muss deshalb beim langsamen Training vermieden werden.

Genauso sollte vermieden werden sich zunächst schnell und dann plötzlich langsam zu bewegen, da es ebenso wenig realistisch ist. Es wirft die gleichen Probleme im LSS auf und ist hinderlich für einen Fortschritt.

Es soll hier angemerkt werden, dass es im Kampf mit realer Geschwindigkeit Möglichkeiten gibt, die Geschwindigkeit deines Angriffs zu verändern, aber dies sind spezifische Fertigkeiten, welche sich davon unterscheiden, dass man einfach nur den Vorteil darin benutzt, dass man mit langsamer Geschwindigkeit trainiert. Auf einem fortgeschrittenen Level wird erwartet, dass die Partner Nutzen aus Rhythmuswechsel ziehen, aber sie müssen sich immer im Rahmen der Physik befinden, welche bei voller Geschwindigkeit zum Tragen käme.


Veränderter Physischer Trick Nr. 2

Zusätzlich zum einfachen Wechsel der Geschwindigkeit gibt es einen weiteren manchmal ausgeführten Fehler, indem man unrealistisch die „Flugbahn“ ändert. Bedenke dass unsere Regel ist: „ Alles, was in langsamer Geschwindigkeit stattfindet, muß auch in der Realität so sein. Deshalb muss jede Veränderung der Angrifflinie, welche ein Teilnehmer vornimmt, auch bei voller Geschwindigkeit möglich sein.

Wenn wir uns langsam bewegen, ist es für mich theoretisch möglich, meinen Angriff auf einer bestimmten Angriffslinie /Flugbahn zu beginnen und dann radikal und abrupt die Richtung zu ändern und so quasi einen „Zickzack“ Effekt zu erreichen. Dies kann tatsächlich eine einschüchternde Täuschung oder Finte hervorrufen. Wie auch immer, eine solche Bewegung existiert nicht in der Realität und den Gesetzen, welche für schnelle Bewegungen gelten, deshalb muss es im LSS vermieden werden.

Bei voller Geschwindigkeit muss man Gebrauch von elliptischen Bahnen machen, um die Flugbahn des Schlages zu ändern. Um für unser Spiel von Nutzen zu sein, muss die gleiche Begrenzung in die langsamen Bewegungen mit einbezogen werden. Mit anderen Worten: wir müssen so handeln, als ob es unmöglich wäre, sich in solcher Zickzack Art zu bewegen. Wenn wir in langsamer Geschwindigkeit trainieren, muss alles eine Reflektion (Wiederspiegelung) der Realität sein. Anderen Falls wäre es eine falsche Trainingsangewohnheit. Es ist falsch für Dich und falsch für deinen Trainingspartner.

Trick zur veränderten Physik Nr. 3
Der letzte verbreitete Trick zur Veränderung der Physik, welcher gelegentlich vorkommt, ist, wenn der Verteidiger sich schneller bewegt als der Angreifer. Wenn man an einem LSS teilnimmt, ist es sehr einfach sich schneller zu bewegen als der Angreifer. Schließlich bewegt er sich ja in Zeitlupe. Wenn man sich so verhält, nutzt man den künstlichen Teil dieses Spiels aus und macht so das Spiel ungültig. Die Realität ist die, dass viele der Angriff im richtigen Leben schneller sind /sein können als Du. Wenn man seine Technik auf dem Fundamt aufbaut, dass man schneller ist als der andere, werden die eigenen Chancen deine Kunst in einer realen Situation erfolgreich anwenden zu können nur schmälern. Wir müssen immer so trainieren, dass wir gegen einen überlegenen Gegner gewinnen können und deshalb in einer Art trainieren, dass wir davon ausgehen, dass unser Gegner bessere Attribute und Fähigkeiten hat als wir.
Deswegen muss der Verteidiger, wenn der Angreifer in Zeitlupe angreift, ebenfalls in Zeitlupe oder sich sogar noch langsamer verteidigen. Wenn er mit voller Geschwindigkeit angreift, werde ich mich auch mit voller Geschwindigkeit verteidigen und ich kann mich nicht darauf verlassen, dass ich noch schneller bin als er und mich „aufdrehe“, um mit seinem Angriff zurecht zukommen. Bedenke Du „kannst dich nicht schneller bewegen, als Du bereits bist.“
Deswegen darf deine “Technik” nicht auf Geschwindigkeit aufgebaut sein, sondern auf Winkeln, Sensitivität, und einem Verstehen der Fähigkeiten des Gegners. Wenn ich mich gegen ihn verteidigen kann, egal wie schnell er ist und ich kann mich langsam bewegen, während er seine Angriffe ausführt, dann werde ich fähig sein mich zu verteidigen, egal wie schnell mein Gegner ist.

Langsame Bewegungen als Trainingshilfe
Wenn man trainiert, ist eines der vorrangigen Ziele uns mit einer Geschwindigkeit zu bewegen, innerhalb der wir lernen können. In dem Prozess, in dem wir uns verbessern wollen, wollen wir neue Dinge lernen und neue Fähigkeiten entwickeln. Wir wollen nicht einfach nur alte Sachen wiederholen, die wir bereits kennen. Dies ist speziell für diejenigen wichtig, welche bereits Erfahrungen in anderen Kampfkünsten haben, bevor sie zum Systema gekommen sind.
Wann immer wir uns mit irgendeiner Form des freien Trainings beschäftigen, ist es all zu einfach auf die Dinge zurück zu greifen, welche wir bereits kennen. Wenn das passiert, während Du an einem Systema Training teilnimmst, dann ist es nichts anderes, als dass Du deine alte Kampfkunst trainierst. Der Systema Unterricht ist natürlich zum Lernen und Üben von Systema gedacht. So müssen wir dafür sorgen, dass dies auch stattfindet.
Dies erreichten wir dadurch, dass wir uns langsam genug bewegen, dass unsere Stressreaktionen nicht hervorgerufen werden. Man darf nur so langsam trainieren, dass man immer noch Systema Reaktionen hervorrufen kann. Wenn erst einmal Nicht-Systema- Reaktionen herauskommen, bewegt man sich zu schnell, um Fortschritte zu machen. An diesem Punkt lernt man nicht mehr und deshalb trainiert man auch nicht mehr. Es ist wirklich wichtig, dass man diesen Punkt berücksichtigt und daran denkt und sofort wieder bis zu einem bestimmten Grad langsamer wird, auf dem man wirklich wieder trainieren kann.
In der Essenz wollen wir das erreichen, was allgemein als „ der Zustand des Fließens“ bezeichnet wird. Der Zustand des Fließens ist eine Zone, in der optimale geistige und gefühlsmäßige Erfahrung stattfindet. Wenn man im „Fluss“ ist, steigert sich das Lernen, die Ausführung und es wird Freude an der Aktivität empfunden. Bezogen auf Mihaly Csikszentmihalyi, dem „Vater der Fluss- Theorie“, muss die Aufgabe leicht genug sein, um korrekt ausgeführt zu werden und ausreichend schwierig, um Konzentration und Fleiß zu erfordern. Je schmäler das Fenster zwischen den beiden Kriterien ist, desto reiner und machtvoller wird die Erfahrung des Fließens sein. Dieses enge Fenster ist wo optimales Training stattfindet und ist deshalb der Zustand, den Du anstreben solltest, wenn Du mit dem LSS spielst.

Weiche Bewegungen als Erweiterung des Sichtfeldes
Als Zusatz zum Training in einer Geschwindigkeit, wo Systema Reaktionen hervor kommen, solltest Du in einer Geschwindigkeit trainieren, wo Du neue Systema Reaktionen hervorrufst. Wenn Du feststellst, dass Du immer wieder die gleichen Bewegungen als Reaktionen zu einem bestimmten Angriff ausführst, solltest Du wieder einmal langsamer machen. Wenn Du feststellst, dass Du immer wieder den gleichen Typ an Bewegung ausführst, bist Du nicht mehr kreativ und spontan; Du flüchtest zurück zur „Technik“ und deshalb übst Du kein Systema.
Es ist wichtig, dass Du in so einer Art trainierst, die es dir erlaubt, dass Du ständig neue Gelegenheiten siehst. Das Lernen des Erkennens von Gelegenheiten ist eines der Dinge, welches Dir erlauben wird, fortwährend zu improvisieren und anzupassen und somit mit allem zu arbeiten, was ein Angreifer Dir entgegen werfen wird.
Jedes mal, wenn ein Schlag kommt, arbeite so langsam, dass Du sehen kannst, wie Dein Partner aus dem Gleichgewicht ist, wie er dagegen halten kann; womit er als nächstes angreifen kann. Gib Dir selbst die Gelegenheit zu sehen, was Du machen musst, damit er hinfällt, oder wo Du ihn schlagen kannst, ohne dass er sich dagegen verteidigen kann. Indem Du in dieser Art und Weise arbeitest, wirst Du Dich weiterentwickeln und dies auch selber feststellen. Du wirst besser werden und neue Fertigkeiten erlangen.
Wenn Du schneller arbeitest, wirst Du bestenfalls erreichen, dass Du deine Fertigkeiten, Reaktionen und möglichen Ängste festigst, welche bereits bestehen. Im schlechtesten Fall wirst Du Dich selbst weniger effektiv werden lassen. Lasse Dich Dein Training nicht zum Rückschritt, sondern zum Fortschritt führen.

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  #2  
Alt 04-04-2004, 13:15
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Zitat:
Zitat von JetLag
...in dem die Methode gern sachlich diskutiert werden darf:
... sachlich ? hier ? das nenn ich gesunden optimismus

fister
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Es muss kein Spass sein, um Spass zu machen. Mark Twight
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  #3  
Alt 04-04-2004, 13:28
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Hab halt die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Und wenn ich daran denke, dass es "Zeitlupentraining" z.B. auch im Grappling oder Thaiboxen gibt, bin ich ja schon fast in ekstatischer Vorfreude.
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  #4  
Alt 04-04-2004, 13:33
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Zitat:
Zitat von JetLag
Und wenn ich daran denke, dass es "Zeitlupentraining" z.B. auch im Grappling oder Thaiboxen gibt, bin ich ja schon fast in ekstatischer Vorfreude.
Kann man das in Prozent ausdrücken, wieviel bei Euch im Training das Zeitlupensparring ausmacht ?

Gruß Micha
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Und immer schön trainieren! Ausruhen kann man sich, wenn man tot ist...
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  #5  
Alt 04-04-2004, 13:47
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Zitat:
Zitat von JuMiBa
Kann man das in Prozent ausdrücken, wieviel bei Euch im Training das Zeitlupensparring ausmacht ?
Das hängt eigentlich davon ab, wie gut die Trainingspartner sind.

Zitat:
Es ist wichtig, dass Du in so einer Art trainierst, die es dir erlaubt, dass Du ständig neue Gelegenheiten siehst. Das Lernen des Erkennens von Gelegenheiten ist eines der Dinge, welches Dir erlauben wird, fortwährend zu improvisieren und anzupassen und somit mit allem zu arbeiten, was ein Angreifer Dir entgegen werfen wird.
In Prozent ausdrücken kann ich das Verhältnis auch deswegen nicht, weil es eben nicht nur "Zeitlupe" und 100% gibt, sondern viel dazwischen. Das kann dann auch im Kampf variieren, wenn die Trainingspartner damit einverstanden sind. Manchmal steigert sich das, bis einer sagt, dass es ihm zu schnell ist oder man sagt von Anfang an, dass z.B. beim Bodenkampf 100 % gegeben werden dürfen (womit die Verletzungsgefahr entsprechend ansteigt).
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  #6  
Alt 04-04-2004, 14:32
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Hi,
finde die Idee hinter dem langsamen Sparring im Prinzip schlüssig.
Aber einerseits ist mir die Ausprägung im Systema zu extrem. Wenn ich technisch sparren will, wachen wir ca. 70% der Echtzeitgeschwindigkeit und mit halber Kraft. Da kann man schön flüssig arbeiten, der Stress ist so niedrig dass man auch mal anspruchsvollere Sachen probieren kann aber eine gewisse Realtitätsnähe bleibt doch noch erhalten.
Andererseits beobachte ich auf vielen Systems Videoclips dass der Verteidiger die Regeln dieses Sparringmodells bricht, schneller als der Angreifer agiert.

Hat also so sein Pro und Cons.

Gruss
Martin
__________________
When the ring bell rings, the bullshit stops.
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  #7  
Alt 04-04-2004, 14:45
Benutzerbild von Calfbite
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Ah...versteh ich das richtig, dass dieses Zeitlupensparring vor allem auch zur Verbesserung des Gleichgewichtssinns führen soll?
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  #8  
Alt 04-04-2004, 20:49
Benutzerbild von faB*
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Kampfkunst: ja, genau
 
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Zitat:
Zitat von Calfbite
Ah...versteh ich das richtig, dass dieses Zeitlupensparring vor allem auch zur Verbesserung des Gleichgewichtssinns führen soll?
Unter anderem, ja.
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  #9  
Alt 04-04-2004, 22:10
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Zitat:
Zitat von JetLag
Und wenn ich daran denke, dass es "Zeitlupentraining" z.B. auch im Grappling oder Thaiboxen gibt, bin ich ja schon fast in ekstatischer Vorfreude.
Das gibts? Beim Thaiboxen wär mir das auf jeden Fall neu. Wofür sollte das gut sein?
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  #10  
Alt 04-04-2004, 23:39
Benutzerbild von JetLag
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Mh, da müsste ich mal gucken, ob ich die Quelle wiederfinde. Man kann sich vielleicht darauf einigen, dass in vielen KK nicht immer in voller Geschwindigkeit trainiert wird?
Wozu das gut sein soll? Suggestivfrage oder den Text nicht gelesen?
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  #11  
Alt 05-04-2004, 01:00
Benutzerbild von mariana
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Zitat:
Zitat von JetLag
[...]
Es ist ein unglaublich nützliches und machtvolles Hilfsmittel, aber wie jedes andere Trainingsmittel, Drill oder Übung, muss es korrekt angewandt werden, um die gewünschten Fertig- und Fähigkeiten zu erreichen.

[...]

Realistisch bleiben

[...] Man muss die gleichen physischen und mentalen Handlungen ausführen, die man machen würde, wenn man tatsächlich entschlossen wäre den Partner verletzten zu wollen.
Hi,

ich hatte zunächst dasselbe Problem, da es mir zunächst als Regelwerk für ein Spiel erschien, dessen Sinn ich nicht verstehe. Aber zum Schluß gab es doch eine etwas ausführlichere Erklärung.

Zum Physischen:
Du lernst präzise zu sein
(banal, aber es ist da)

Zum Mentalem:

a) du hast mehr Zeit!
Nachdem du im normalem Training, im normalem Sparren, eigentlich weniger Zeit hast dich anderer Techniken zu besinnen, ist das die Gelegenheit für dich was neues zu überlegen neben deiner Lieblings-"08/15"-Technik!

(und das tritt auch noch hinzu, kommt im Artikel aber nicht vor)
b) Du konzentrierst dich auf die Technik.
Normalerweise ist man immer abgelenkt von irgendetwas, sodass man fahrig ist. Und dem wird entgegengewirkt.
In der Psychologie gibt es solche Übungen, 5 Minuten etwas in Zeitlupentempo zu tun, um die Konzentration, sich auf eine Sache alleine zu konzentrieren zu stärken.
Dieser Effekt bleibt natürlich erhalten, wenn man dieselbe Bewegung im normalem Tempo bringt. Von einer Sekunde auf die andere gibt es nur noch eine Sache für dich, -die Ausführung der Bewegung. Es ist als würde man auf einen innere-Stärke-Knopf drücken.
Darauf fusst auch das Thai Chi

soviel blabla heut von mir

mariana

Geändert von mariana (05-04-2004 um 01:03 Uhr).
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  #12  
Alt 05-04-2004, 09:09
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also ich gebs offen zu :
sympathisch is mir dieses langsame sparring nicht ... freundlich und diplomatisch ausgedtrückt ...
den sinn vom normalen langsamen training seh ich ja noch ein : man lernt besser und schneller, so wurds mir erklärt, und das macht auch sinn
aber der sinn und zweck von sparring sollte sein, die sachen dann real bzw in realer geschwindigkeit auszuprobieren - ganz besonders dann, wenn man eh schon im normalen training nur langsam arbeitet ...
so wie martin es gesagt hat,seh ich es auch : man kann es mal machen - aber nur ... da fehlt was ...
... du weißt nämlich schlichtweg nie, wo du stehst - sicher, wenn mich mal ein zugekiffter angreift hab ich n heimspiel - aber im gegensatz zu nem
thai-, kick- , oder normal boxer, ringer , judoka, bjj -ler hab ich keine gewissheit, dass das ganze im training erarbeitete auch in real- schnell funktioniert - und ich gebs zu : diese ungewissheit pisst mich an ... ich hör zwar immer, von leuten die es wissen sollten, dass es funktioniert - aber mir persönlich hilft das genau null weiter , denn nur weil wer anders das kann, heisst es nicht das ich es genauso hinkriege ...

daher wäre mir persönlich ein echtes sparring, von mir aus mit safetys, deutlich lieber - dann hätt ich eine gewissheit, dass ich es auch schnell hinkriege ...

fister
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  #13  
Alt 05-04-2004, 09:53
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Zitat:
Zitat von Mr. Fister
... du weißt nämlich schlichtweg nie, wo du stehst - sicher, wenn mich mal ein zugekiffter angreift hab ich n heimspiel - aber im gegensatz zu nem
thai-, kick- , oder normal boxer, ringer , judoka, bjj -ler hab ich keine gewissheit, dass das ganze im training erarbeitete auch in real- schnell funktioniert...
Jo, kann ich nachvollziehen.
Nu mach ich ja nebenbei Boxen und kann dir sagen, dass ich manchmal Sachen mache, mit denen der Gegner absolut nicht gerechnet hätte, weil sie nicht der "Boxlehrschule" entsprechen (aber trotzdem regelkonform sind).
Wenn sowas funktioniert, ist mir das eigentlich Bestätigung genug. Denn wenn man es genau nimmt, ist die Schnittmenge zwischen Systema und Boxen schon recht hoch. Genauso wie vielleicht zwischen Systema und vielen and KK auch. Da kann man also nicht viel anders oder besser machen.
Auf der Straße kann das Ganze dann schon ganz anders aussehen. Meiner Meinung ist Systema auch mehr SV als Wettkampfsport.

Zitat:
...daher wäre mir persönlich ein echtes sparring, von mir aus mit safetys, deutlich lieber - dann hätt ich eine gewissheit, dass ich es auch schnell hinkriege ...
Man kann doch im Training schrittweise die Geschwindigkeit erhöhen.


@ Mariana
Zitat:
b) Du konzentrierst dich auf die Technik.
Wenn du damit meinst, dass man eine Technik wieder und wieder ausführt, sodass sie sich "einschleift" liegst du nicht ganz richtig. Das gibt es im Systema nicht.


Gruß Jet
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  #14  
Alt 05-04-2004, 13:36
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@Mr.Fister

Bisher hatte ich das so verstanden, dass ihr das langsame Sparring sozusagen als Ergänzung zum Sparring in normaler Geschwindigkeit nutzt. Deinen Text verstehe ich nun allerdings so als würdet ihr nur langsam trainieren.

Ist nur das Sparrring in langsamen Tempo? Wie schaut's mit dem restllichen Training aus?
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  #15  
Alt 05-04-2004, 13:41
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Zitat:
Zitat von peppy
Bisher hatte ich das so verstanden, dass ihr das langsame Sparring sozusagen als Ergänzung zum Sparring in normaler Geschwindigkeit nutzt. Deinen Text verstehe ich nun allerdings so als würdet ihr nur langsam trainieren.

Ist nur das Sparrring in langsamen Tempo? Wie schaut's mit dem restllichen Training aus?
Ich hatte das so verstanden, daß es immer von den Trainingspartnern abhängt. Je besser und erfahrener die Systema-tiker, umso schneller das Sparring... Richtig ???

Gruß Micha
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