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  #1  
Alt 07-02-2006, 21:11
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Standard Gladiatoren - die Munera

Mir ist aufgefallen, dass es noch kein Topic zu diesem Thema gibt. Da sich die Gladiatoren doch auf professionelle Weise Jahrhunderte lang die Köpfe zur Belustigung des Volkes einschlugen und die Erforschung ihrer Kampfweise immer populärer wird, dachte ich mal, ich hole das nach.

Mögen die Spiele beginnen
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  #2  
Alt 07-02-2006, 21:27
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wahrscheinlich geht der Thread erst morgen richtig los.....

Murmillo und Traex, Secutor und Provokator, Retiarius und Hoplomachus....Dideldum......das wird ein Fest
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  #3  
Alt 08-02-2006, 08:10
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Nicht zu vergessen der Dimacherus - unseren Freund Tyrannus in der Serie "Empire" würde ich allerdings eher als Hollivudus bezeichnen.

Gruß
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  #4  
Alt 08-02-2006, 08:16
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Hier ein bisserl was zum Lesen:

http://www.ludus.org.uk/
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  #5  
Alt 08-02-2006, 12:50
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Moderne Box-, Muay Thai- und Free Fight-Kämpfe sind auch nichts anderes.

Brot und Spiele - ein Konzept das sich bewährt hat.
Heutzutage heißt es halt Sozialverträglichkeit und Fernsehen.

Die Gladiatoren hätten gegen reguläre Soldaten keine Chance, genauso wie Boxer gegen Elitesoldaten.
Deswegen wurde auch der Spartakusaufstand letztendlich zerschlagen.

Übrigens (um das Thema anzuheizen ):
Das einzige Volk welches nicht versklavt werden konnte, waren die Germanen.
Und nicht weil die Römer kein Interesse hatten, sondern weil sie es nicht konnten.

Die Spiele sind eröffnet.
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  #6  
Alt 08-02-2006, 13:07
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Zitat:
Zitat von malice
Moderne Box-, Muay Thai- und Free Fight-Kämpfe sind auch nichts anderes.
Bis auf die Tatsache, daß dabei nicht zwangläufig einer der beiden Kontrahenten stirbt.

Zitat:
Zitat von malice
Die Gladiatoren hätten gegen reguläre Soldaten keine Chance, genauso wie Boxer gegen Elitesoldaten.
Deswegen wurde auch der Spartakusaufstand letztendlich zerschlagen.
Sie waren immerhin gut genug, um z.B. als Ausbilder für neue Rekruten herangezogen zu werden.

http://www.ludus.org.uk/r/essaymilitary1.html

Zitat:
Zitat von malice
Übrigens (um das Thema anzuheizen ):
Das einzige Volk welches nicht versklavt werden konnte, waren die Germanen.
Und nicht weil die Römer kein Interesse hatten, sondern weil sie es nicht konnten.

Die Spiele sind eröffnet.
Stänkerst Du eigentlich mit Absicht?

Falls ja, dies ist eine Warnung! Lass' das bitte in Zukunft!

Im Übrigen ist Deine Aussage so wie sie da steht, ziemlicher Quatsch.

Die Germanen als Volk gab es nicht. Was es nicht gibt kann man nicht versklaven.

Einige germanische Stämme wurden von den Römern besiegt, andere dagegen nicht und wieder andere zogen es vor, mit den Römern zu kooperieren, zumindest zeitweise.
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  #7  
Alt 08-02-2006, 13:18
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Ja, ich habe mit Absicht etwas provoziert und tue es nicht mehr.

Zu den Germanen: Ich habe mir in Rom die alten "Weltkarten" und die Verläufe über die Jahrhunderte angeschaut und daraus den Schluss gezogen, dass die Römer mit den Germanen ziemliche Schwierigkeiten hatten, auch wenn das heute anders gelehrt wird.

Die Gladiatoren waren keine schlechten Kämpfer, aber sie waren nicht so gut wie die sehr gut ausgebildeten Soldaten der "Elite"-legionen.
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  #8  
Alt 08-02-2006, 13:25
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Zitat:
Zitat von malice
Die Gladiatoren waren keine schlechten Kämpfer, aber sie waren nicht so gut wie die sehr gut ausgebildeten Soldaten der "Elite"-legionen.
sorry....das ist Quatsch!

Das ist als würdest du einen Formel1 Piloten mit nem Brufskraftfahrer vergleichen.
die gladiatoren kamen erst Nachmittags in die Arena...sie waren der Höhepunkt der Spiele. Es waren "Einzelkämpfe" oder Kleingruppen-Gefechte ("Die Brücke"). Rein fechterisch waren sie damals das Nonplusultra.

Eine militärische Ausbildung hat ganz andere Ziele....auch heute...daher hinkt dein Vergleich mit Boxer und Elite-Soldat ebenfalls. Ein ganz normaler Amateur-Boxer verhaut ganz gediegen einen Kampfschwimmer im Ring. Kampfschwimmer kämpfen aber auch nicht im Ring....da geht es um was anderes....
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  #9  
Alt 08-02-2006, 13:48
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Was die Römer wirklich davor abhielt ganz Germanien bis zur Elbe zu erobern wie geplant, war der Umstand, dass nach der Schlacht im Teutoburger Wald Rom kein Interesse mehr daran hatte diese für Rom unwirtliche, uninteressante und damals fast nur aus undurchdringlichem Wald, matschigen Marschen und feuchter Heide bestehende Land zu erobern... jedenfalls nicht zu diesem Preis. Also zog man flott den Limes, teilte das Ganze auf der Karte und Ober- und Untergermanien ein und faktisch sah es so aus, als hätten die Römer alles befriedet, was wichtig sei, ähnlich wie man es in Britannien mit dem Hadrianswall machte... man sah alles was "hinter der Mauer lag" einfach als für zu wertlos an, um die Mühen einer Eroberung auf sich zu nehmen. Also jetzt mal salopp dahingehuddelt.

Die Gladiatoren konnten durchaus kämpfen, der Aufstand unter Spartacus scheiterte nicht, weil die Gladiatoren weniger guet Kämpfer als Legionäre waren. Spartacus entfloh ja nach einer Rebellion mit anderen Gladiatoren im Jahr 73 v. Chr. aus der Gladiatorenschule in Capua und vermochte zahlreiche weitere Sklaven um sich zu sammeln. Zudem erhielt er auch aus den Reihen der verarmten, landlosen Freien nicht unerheblichen Zulauf. Als Anführer der aufständischen Sklaven erzielte er zwischen 73–71 v. Chr. mit seinem Heer zahlreiche militärische Erfolge gegen die römischen Legionen auf seinem Zug von Süd- nach Oberitalien. Und das, obwohl sich mehrmals einzelne Abteilungen von seinem Heer abspalteten und daraufhin vernichtet wurden.
Für den größeren Teil seiner Truppen war nun der Weg über die Alpen frei, aber das Sklavenheer wandte wieder nach Süden, um über Sizilien und später Brundisium per Schiff zu fliehen (die Gründe für diese Änderung sind in der Forschung noch immer umstritten). Diese möglicherweise falsche Entscheidung und der Umstand, dass die Römer die Piraten bestachen, die bei der Überfahrt helfen sollten, ließen Spartacus scheitern, der dann auch noch in die Falle der Römer tappte, die sein Heer mehr oder minder einkreisten.

Ich denke, die Gladiatoren konnten durchaus kämpfen, sie stellten aber auch nur einen kleineren Teil des Sklavenheeres dar. Spartacus selbst muss schon einige Feldherren-Qualitäten besessen haben, sonst hätte er sich nicht so wacker geschlagen. Zwar setzten die Römer den Sklaven das bessere taktische Wissen entgegen, aber erstens kam das Ausmaß dieser Rebellion für die Römmer völlig überraschend, zweitens kämpften die Sklaven für etwas persönlich wichtiges für sie: Ihre Freiheit. Und ich denke das ist ein Umstand (um mal hier aus einem Film zu ztitieren), der im Kampf hilfreich ist, denn ein Mann, der für sein Leben und seine freiheit kämpft, ist stärker als drei bezahlte Söldner oder eben Soldaten.

Abgesehen davon kämpft ein Gladiator, der täglich in der Arena um sein Leben ficht bestimmt besser, als Einzelkämpfer gesehen, als ein vornehmlich im taktischen Truppenverband agierender Legionär... und von denen haben so manche ihr Leben lang irgendeinen Hügel bewacht und nie eine echte Schlacht gesehen. Die Römer führten zwar viele Kriege, aber auch nicht ständig und überall.

Geändert von itto_ryu (08-02-2006 um 13:52 Uhr).
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  #10  
Alt 08-02-2006, 14:37
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Wie verlief den die übliche Ausbildung der Gladiatoren?
Was lernten sie alles?
Welche Waffen?
Was musste ein Kampfsklave leisten um vor des Imperators Augen auf der Nummereinstribüne Kolosseum sterben zu dürfen?
Wurden besonders gute wirklich freigesprochen und konnten eigene Schulen gründen?
Inwieweit ist der Kinofilm ernst zu nehmen?
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  #11  
Alt 08-02-2006, 14:47
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Zu Deinen ersten Fragen kann ich Dir folgende Bücher ans Herz legen.

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASI...502931-8439204

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASI...502931-8439204

Zu Deiner letzten Frage: Nette Unterhaltung, mehr nicht.
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  #12  
Alt 08-02-2006, 14:55
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1. Der angehende Gladiator kam in eine Gladiatoren-Schule zu einem Lanista. Dort wurde er 2 bis 3 Jahre ausgebildet. Bis dahin hat der Lanista nur investiert, weswegen sie es auch nicht gern sahen, wenn ihre Ware verheitzt wurde. Ein Gladiator mußte solange leben, dass sich die Investition auszahlt.

2. Sie lernten alle typischen Waffen kennen. Wobei es aber eine Art Graduierung gegeben hat. Bestimmte Figuren durften erst von einem erfahrenen Gladiator übernommen werden. Etwa der Murmillo...

3. Gladius+ Schild , Gladius + Gladius ,Dreizack + Netz
Die Gadiatoren unterschieden sich vor allem nach Größe des Schildes und Art der Panzerung

4. So schnell wie uns das Hollywood glauben machen will, sind zumindest die Gladiatoren nicht gestorben. Es war eher wie die formel 1 heute, ab und zu stirbt einer...das ist ja der Reitz. Vormittags waren die Tier und Menschenhatzen...da wurde gestorben, was das Zeug hielt. Das waren aber keine Gladiatoren, sonden Straftäter und Kriegsgefangene. In der Mittagspause kamen die Hinrichtungen. Erst am Nachmittag dann der Höhepunkt...der Einzug der Gladiatoren. Ein Gladiator war zu teuer, um ihn zu verheitzen.

5. Ja es ist belegt, dass es durchaus vorkam, dass Gladiatoren freigelasssen wurden. Sehr wohlhabende Römerinnen haben es auch genossen, die Gladiatoren zu besuchen und sich vögeln zu lassen. Das ist ebenfalls belegt und kein Einzellfall sondern die Regel.

6. Der Kinofilm hat zwar ein paar Schwächen, spiegelt die Atmosphere aber ganz gut wieder....Vorallem der Kampf in der afrikanischen Arena.
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  #13  
Alt 08-02-2006, 15:59
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Zitat:
2. Sie lernten alle typischen Waffen kennen. Wobei es aber eine Art Graduierung gegeben hat. Bestimmte Figuren durften erst von einem erfahrenen Gladiator übernommen werden. Etwa der Murmillo...
Es gibt auch Theorien zu einer Art cursus galdiatorum (Gladiatorenlaufbahn), die ich aber für eher unplausibel halte. Die Ausrüstungen und Kampfweisen sind dafür zu verschieden. Ich kann da jedenfalls keine Steigerung erkennen. Einen Retiarius zum Dimachaerus umzuschulen ist einfach nur unsinnig.

Die Fans eines Gladiators waren seine Lebensversicherung. Ein totes Idol kämpft nicht mehr.

Ich habe überhaupt keinen Zweifel, daß bei Gladiatorenkämpfen getrickst, getürkt, abgesprochen und betrogen wurde. Es war schließlich Geld im Spiel.

Zitat:
5. Ja es ist belegt, dass es durchaus vorkam, dass Gladiatoren freigelasssen wurden.
Oder sich selbst freikaufen - wenn er nicht schon frei war. Ein Star-Gladiator konnte unglaublich viel Geld verdienen. Mehr Kohle war nur mit Wagenrennen oder als Kunstfälscher zu machen...

Zitat:
Sehr wohlhabende Römerinnen haben es auch genossen, die Gladiatoren zu besuchen und sich vögeln zu lassen. Das ist ebenfalls belegt und kein Einzellfall sondern die Regel.
Petronius zufolge legen sich Herrinnen gerne unter Knechte und Mägde gerne unter Herren.

Zitat:
Vorallem der Kampf in der afrikanischen Arena.
Afrikanische Arena? Die afrikanischen Provinzen waren reich und hatten 1a Amphitheater.


Mir kommt noch ein Gedanke: Die Gladiator-Typen stellten ja meist - historische - Feinde der Römer da. Also der Thraker oder der Hoplomachus (Grieche) oder der Dimachaerus (Makedonier).
Es gibt aber keinen germanischen Gladiator-Typ, obwohl die 400 Jahre lang Streß gemacht haben. Dabei würde es sich doch eigentlich anbieten, die Schlacht im Teutoburger Wald nachträglich in der Arena zu gewinnen bzw. den Sieg über die Chatten nachzustellen.
Waren die Gladiator-Typen mythisch so verklärt, daß man keine neuen erfinden wollte?

Gruß
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  #14  
Alt 08-02-2006, 17:58
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Zitat:
Zitat von Gasmann

Afrikanische Arena? Die afrikanischen Provinzen waren reich und hatten 1a Amphitheater.

Im Gegensatz zur Hauptstadt Rom selbst, das hatte lange Zeit nur eine einfache Holz-Arena (sehr nett dargestellt in dieser neuen Serie "Empire", welche aber auch hauptsächlich nette Unterhaltung ist).
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  #15  
Alt 09-02-2006, 09:03
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Kampfkunst: La Superba - italienischer Messer- und Stockkampf
 
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Ich kann jedem in dieser Hinsicht die 12-teilige Romanreihe SPQR von John Roberts Maddox ans Herz legen. Kriminalfälle inmitten des letzten Jahrhunderts der römischen Republik.

Interessanterweise spielen die kriminalfälle immer in bezug zu wahren politischen Ereignisse und personen jener Zeit (wie z. B. die Catalinarische Verschwörung etc.). Auch wechselt stets die Umgebung, wodurch mal ein Legionärslager in Gallien, mal ein Ludus zum Schauplatz werden.

Es ist ein wirklich sehr spannender Geschichtsunterricht.

Ciao

Roberto
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