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#1
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| Hallo, ich habe eine Frage zum orientalischen Säbel* des 16./17. Jh. Bei einem Besuch der Türckischen Cammer in Dresden am letzten WE ist mir aufgefallen, daß einige der ausgestellten Säbel aus dem orientalischen Raum einen gespaltenen Knauf haben. Kennt jemanden einen praktischen Grund dafür oder ist das Mode gewesen? Kennt jemand das Phänomen aus anderen Himmelsrichtungen (Rußland z.B.? Einige der Säbel sahen Schaschkas sehr ähnlich, andere wieder überhaupt nicht)? Vielen Dank für Antworten, Jörg * ich nenn es einfach mal orientalisch da bei den meisten Stücken es selten 100% klar zu sein scheint, ob sie aus z.B. Konstantinopel oder noch weiter herstammen. Oder doch "nur" in Siebenbürgen gefertigt wurden und demzufolge "orientalisierend" sind. |
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#2
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| Die Shaska ist aus dem Säbel raus entstanden (und eigentlich ein langes Hiebmesser) hat ihn aber nicht abgelöst, ist halt eine andere Waffengattung. |
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#3
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| Hast du vielleicht ein Beispielbild?
__________________ Cha togar m' fhearg gun dìoladh - Nemo me impune lacessit www.cateransociety.com - www.kampfkunstschmiede-kostheim.de |
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#4
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| Du meinst wahrscheinlich den Jatagan (auch Yataghan). Die Waffe war stark verbreitet, im osmanischen Reich. Diese gibt es mit gerader oder nach vorne gebogener Klinge, ähnlich dem Khukri. Die Kampfweise mit dem gebogenen Jatagan war den Gegner mit Hieben auszuschalten, anstatt mit Stichen. Die Bewegung war eher hackend, mit einem sofortigen Rückzug der Klinge. Dadurch schnitt die gebogene Klinge weiter. Um den Rückzug zu gewährleisten, sind die Griffenden so geformt (ähnlich einem Knochengelenk). So kann die Hand nicht ausrutschen. Ebenso konnte man mit so einem Knauf auch zuschlagen. Ich kenne sie nur vom Balkan aus Serbien. Dort sind die Enden charakteristisch etwas größer. Tolle Waffe! Viele Grüße Del |
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#5
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| Dieses Jatagan oder auch Yataghanist ist eine geniale und schöne Waffe wie ich finde. Zumindest das was ich bisher gesehen habe gefällt! |
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#6
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| Der Yataghan ist in der Tat eine schöne Waffe...nach der aber nicht gefragt war. @Threadersteller: Poste bitte mal ein Bild, ich kann mir unter Deiner Beschreibung gerade nichts vorstellen.
__________________ Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem |
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#7
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| Danke für Eure Antworten soweit. Mein "orientalischer Säbel" hat sich nach Recherche als Jagatan herausgestellt. Die gibt es in Dresden mit einer Klingenlänge von 30-100cm. Ein Bild des Knaufs findet man hier Die Erklärung mit dem Rückzugs des Schnitts scheint einleuchtend. Danke, Jörg |
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#8
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| Wenn ich das Bild so betrachte, dann werde ich das dumme Gefühl nicht los dass es ist kein gespaltener Knauf, sondern ein Knochen, der zu einem Griff verarbeitet wurde. Man kann sogar erkennen was für ein Knochen… Und FALLS das ein Knochen sein sollte dann ist es höchstwahrscheinlich doch nur eine Mode. Soweit ich mich richtig erinnern kann, hat auch Schaschka unter mehreren Modeerscheinungen gelitten. Das bezieht sich jetzt eher auf den Griff. Dieser wurde auch gern von den russischen Offizieren geschmückt und verschönert, was im Einsatz sich nicht immer als praktisch erwiesen hat. Was jetzt gerade diesen Griff betrifft… 16/17 Jh… Kann es sein dass das gute Stück am Griff restauriert, bzw. erneuert wurde? Ich sehe deutliche Metallverfärbungen im Bereich des Gelbmetalls (Messing oder sonst noch was – ist mir unbekannt) zwischen dem Griff und der Klinge. Teilweise auch am Knochengriff, da wo er sich mit dem Gelbmetall berührt. Die Nieten kommen mir aber nicht so alt vor. Ich sehe da absolut keinen Ansatz von Rost oder anderer Metalloxidation, was gerade bei älteren Sachen im Bereich zwischen der Niete und Griffmaterial sehr oft bzw. fast immer vorkommt. Ist jetzt aber nur meine eigene Meinung. Um was genaueres zu sagen muss man die Klinge wirklich gesehen haben.
__________________ Ein guter Sportler muss nicht zwangsweise guter Kämpfer sein, aber ein guter Kämpfer ist zwangsweise auch guter Sportler. Forum ist ein Ort für den Erfahrungsaustausch, nicht die Bühne für Snobs. |
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#9
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#10
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| Das Gefühl hatte ich auch, sieht nach Knochengelenk aus.
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#11
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| Der Knochen scheint aber genau die passende Form gehabt zu haben. Der Gespaltene Griff scheint öfters vorzukommen ![]() ![]() ![]() Auch die Schwerter die ich in der Hand hatte hatten denselben Griff. In Rumänien wurden die sehr häufig verwendet. Im alten Rathaus in Kronstadt finden sich übrigens ein Satz türkischen Rüstzeugs und Waffen aus dem 16. Jahrhundert, inklusive Yatagan. Unglaublich schöne (Kunst)handwerkliche Arbeit. Geändert von Zunte (29-10-2010 um 19:17 Uhr). |
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#12
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| War der Knauf in der Form vielleicht zum zuschlagen gedacht? Nicht unbedingt um Verletzungen zu erzielen, aber um den Gegner in enger Mensur zu irritieren?
__________________ Don't pee on my back and tell me it's rainin'. |
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#13
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| Die Griffe waren in der Tat aus Knochen, Horn, Elfenbein oder Holz. Man konnte mit dem harten Knauf gut zuschlagen, sowohl mit dem unteren Teil, als auch mit der Faust. Der Jatagan ist eine sehr leichte Waffe. Zusätzlich benutzte man oft auch einen Dolch, Pulverpistole, ein Beil oder ein Stück Hirschgeweih in der anderen Hand. Der Jatagan war ein idealer Köpfer. Damals bekamen türkische Söldner Geld für mitgebrachte Köpfe. Aus dem Grund namen die serbischen & montenegrinischen Krieger die Köpfe ihrer Mitkämpfer oft mit. Denke mal in den Nachbargegenden war es ähnlich. Der Griff muss den Rückzug gewährleisten, da im Nahkampf die Waffe nicht stechend, sondern hackend/schneidend benutzt wurde und u.a. sehr blutverschmiert war. Auf dem Bild sieht man u.a. auch Kämpfer mit Jataganen Viele Grüße, Delon
__________________ NAUKA Website: www.nauka-training.com NAUKA Videos: www.youtube.com/user/NaukaTraining |
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#14
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| Ich halte das für ein pure Mode. |
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#15
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| Jetzt mal was ganz irres, könnte der gespaltene Griff nicht auch als eine Art Pistolenauflage gedient haben? Wenn nicht dann denke ich eher Mode mit praktischem (abrutschicherer) verbunden. |
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