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  #61  
Alt 12-02-2009, 12:32
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Kampfkunst: -
 
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Zitat:
Zitat von icebär Beitrag anzeigen
Sorry, aber was wirklich braucht ein westlicher Schüler, zuerst mal verstehen das ohne Fleiß kann man gar nichts erreichen !!!. Was willst du erreichen wenn du nur 2-3 mal pro Monat beim Training vorbeischaust ??? und nur danach kannst du von einem Schnell- oder Stresstraining träumen
Offenbar weißt Du nicht wovon Du sprichst. Schnell- und Stresstrainings bedeuten nicht ein gelerntes System möglichst schnell auszuführen und darauf Jahre hinzutrainieren. Freie Sparrings sind auch nur ein Teil davon.
Es gibt echte Selbstverteidigungsseminare mit Szenarientraining und Gruppenkampf etc.. Sowas wird zum Beispiel von Kapap oder Jim Wagner oder Krav Maga angeboten. Da kann man zum Beispiel austesten wie die eigene Messerabwehr gegen einen Elektroschocker funktioniert, in Echtzeit, also kurze sehr schnelle Bewegungen im permanenten Vorwärtsgang. Da bleibt vom Hokuspokus nicht mehr viel übrig. ALLE haben entweder mit beiden Händen die "Messerhand" (Elektroschocker!) krampfhaft festgehalten, oder versucht wegzulaufen. Übungen wie sie im Systema "schnell" gemacht werden hätten gegen 3 Stiche pro Sekunde überhaupt nicht funktioniert. Da lernt man sehr schnell was seine eigenen natürlichen Reaktionen sind und was funktioniert. Und wenn wie im Falle des Shockknifes nur noch der Messerarm mit aller Gewalt festgehalten und fixiert werden kann, dann ist das eine gute Ausgangsposition für Hebel und Würfe, die man so aber im Systema nicht konkret übt. Und ja, man kann mit 2-3-4 Trainings halbwegs fit werden und wissen was funktioniert, aber nicht bei Systema. Das hat weniger mit der Härte des Trainings zu tun, sondern mit der Realitätsnähe.
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  #62  
Alt 12-02-2009, 12:52
Benutzerbild von 123keilerei
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Kampfkunst: Senshido, Systema
 
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Zitat:
Zitat von Andreas Weitzel Beitrag anzeigen
Wenn man unter "purer, reiner Selbstverteidigung" das versteht, was im ersten Zitat geschrieben wird, dann stimme ich dem Kanadier zu. Denn das Ziel des Trainings im Systema ist nicht, zum Tier zu werden, das nur reißt, beißt, kratzt, knurrt und grobe Schläge und Tritte austeilt und sich selbst nicht mehr kontrolliert, sondern sich von einem "Überlebenssystem" lenken lässt. In diesem Fall würden wir uns nicht von Affen unterscheiden.
Nur, weil man in lebensbedrohlichen Situationen kratzt, beißt, knurrt und all die anderen Dinge tut, die uns der liebe Gott mitgegeben hat, ist man noch lange kein Tier. Obwohl... wir sind auch nur Säugetiere, oder.

Und trotz unserer angeblich so tollen Unterschiede zum Tier sind wir Menschen die grausamsen Wesen auf dieser Erde... Kriege, Folterungen, psychische Grausamkeiten, die Liste ist lang.

Außerdem kratze, beiße, spucke, reiße und knurre ich lieber und verlasse mich auf mein eingebautes Überlebenssystem, also meine Urinstinkte (die funktionieren immer noch am besten), als mich zu bemühen, meine (völlig natürliche) Angst und andere natürliche Reaktionen auf Gefahren abzutrainieren.

Und nur, weil ich das tue, heißt das keineswegs, dass ich die Kontrolle über mich verlieren, im Gegenteil. Es ist zielgerichtete, primitive Gewalt, die ich genau so lange anwende, bis ich weglaufen und mich in Sicherheit begeben kann. Und natürlich kann ich sie dosieren!

Zitat:
Ein Mensch hat Vernunft, und das bedeutet, daß er fähig ist, sich bewußt zu verteidigen UND dabei auf einige zusätzlichen Aspekte zu achten.
Nur solange, bis er glaubt, dass sein Leben in unmittelbarer Gefahr ist. Dann nämlich wird der Durchschnittsmensch nur eines von zwei Dingen tun: mit Klauen und Zähnen um sein Leben kämpfen oder flüchten. Dabei wird er die ganze Zeit über einen Tunnelblick haben, der seine Wahrnehmungsfähigkeit extrem einschränkt. Keine Zeit für Feinheiten also. Und das ist ja alles dutzendfach wissenschaftlich belegt.

Zitat:
Zum Beispiel darauf, daß sein Training ihn körperlich, psychisch und geistig gesund erhält,
Körperliche Gesundheit kann ich mir auch erhalten, wenn ich hartes Training mache. Es geht immer um die Verhältnismäßigkeit.

Psychische und geistige Gesundheit: Dafür brauche ich nicht unbedingt Kampfkunst. Da gibt's auch den Glauben dafür.

Zitat:
daß seine Selbstverteidigung verhältnismäßig bleibt, daß er sich selbst stets kontrolliert, anstatt die Kontrolle an ein "Überlebenssystem" abzugeben...
Wenn man instinktbasierte Stile trainiert, heißt das noch lange nicht, dass man automatisch die Kontrolle über sich verliert. Da kann unser Körper schon gut unterscheiden, ob jemand nur betrunken pöbelt oder uns umbringen will. Wir Menschen sind ja nicht blöde.

Zitat:
Und das kostet selbstverstänlich mehr Arbeit, Zeit, Anstrengung und Einsatz. Wer all diese Aspekte nicht braucht, für den ist Systema sicherlich der falsche Weg.
Stimmt.
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  #63  
Alt 12-02-2009, 13:10
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Zitat:
Psychische und geistige Gesundheit: Dafür brauche ich nicht unbedingt Kampfkunst. Da gibt's auch den Glauben dafür.
Natürlich braucht man keine Kampfkunst, um sich psychisch und geistig gesund zu halten, aber man kann seine psychische und geistige Gesundheit damit sehr gründlich zerstören.

Zu anderen Punkten habe ich mich bereits geäußert. Für mich sind Aussagen wie "wie sind auch nur Tiere" oder "ein Durchschnittsmensch kann nur primitiv handeln" oder "wir müssen unseren Instinkten folgen" eine Ausrede, um es eben nicht ändern zu müssen.

Gruß
Andreas
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  #64  
Alt 12-02-2009, 13:19
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hm..
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  #65  
Alt 12-02-2009, 13:30
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  #66  
Alt 12-02-2009, 14:08
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Zitat:
Zitat von Freier Geist Beitrag anzeigen
Für manche scheint der Maßstab für einen echten Kämpfer darin zu liegen, dass er

a) Russe ist oder russische Wurzeln hat oder
b) Türsteher oder ähliche Klopper-Jobs hat

Und wenn beides zusammenkommt, erstarren sie in Ehrfurcht. Und so läuft das auch ständig mit dem Mythos Speznas (was so gut, wie alles sein kann)
Wieder mal auf nem Kreuzug unterwegs?
Nö, es hat primär was damit zu tun, daß ich mich mit dem Menschen, von dem ich das habe, öfters freundschaftlich gehauen habe und ihn daher und durch das, was ich sonst von ihm weiß, für einen der toughesten Typen halte, die ich kennengelernt habe. Ergo, wenn er meint das Training da ist hart, ist da was dran.
Da sowas intersubjektiv nicht nachvollziehbar ist, habe ich den anderen Hinweis noch angehängt. Da russischstämmige Türsteher wahrscheinlich auch nicht bei einem Kuschelkampfkunst Verein mitmachen, halte ich das für ein weiteres Indiz dafür, das die Einschätzung meines Bekannten nicht aus der Luft gegriffen ist. War auch ein wenig spassig gemeint aber das lässt sich wohl auf Foren schwer rüber bringen.
Ich finde übrigens deren Youtube Videos auch recht gut.
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  #67  
Alt 12-02-2009, 14:09
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Kampfkunst: Senshido, Systema
 
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Zitat:
Zitat von Andreas Weitzel Beitrag anzeigen
Natürlich braucht man keine Kampfkunst, um sich psychisch und geistig gesund zu halten, aber man kann seine psychische und geistige Gesundheit damit sehr gründlich zerstören.
Wie mit allem, das es im Leben gibt, stimmt. Man kann auch zum Beispiel auf mit religiösem Fanatismus sein (und fremdes) Leben kaputtmachen. Oder mit zu viel gesundem Essen


Zitat:
Zu anderen Punkten habe ich mich bereits geäußert. Für mich sind Aussagen wie "wie sind auch nur Tiere" oder "ein Durchschnittsmensch kann nur primitiv handeln" oder "wir müssen unseren Instinkten folgen" eine Ausrede, um es eben nicht ändern zu müssen.
Klar, das ist deine Meinung, akzeptiert. Aber ich habe nicht gesagt, der Mensch könne nur primitiv handeln, sondern er wird dieses Verhalten zeigen, wenn er glaubt, er sei in Lebensgefahr.

Und man wird einfach im Durchschnitt schneller verteidigungsfähig, wenn man auf seinen Flucht- und Kampfinstinkten aufbaut.
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  #68  
Alt 12-02-2009, 14:16
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Zitat:
Sparring oder Hollywood-Show mit aussagelos aneinandergereihten Schnipseln? Wobei ab Minute 2:00 "gegen" Ryabko wird es dann schon klarer - nämlich dass es 'ne pure Inszenierung für die Kamera ist. Wie offen und in direkter Reichweite muss Ryabko noch rumstehen, bis dem Pseudo-Angreifer was dazu einfällt? Aber hat halt wahrscheinlich nur Systema trainiert, da kommt offenbar nicht mehr bei raus.
Nun, dieses Kommentar zeigt deutlich, daß es nicht darauf ankommt, ob man Sparring u.ä. im Systema macht, sondern darauf, daß es einigen Leuten einfach nicht gefällt. Egal ob mit oder ohne Sparring. Solche Leute werden bei ihrer negativen Meinung bleiben, was an sich nicht weiter schlimm ist, denn wir haben ja schließlich Meinungsfreiheit. Schlimm wird es dann, wenn dieselben Leute behaupten: "Im Systema gibt es kein Sparring, kein schnelles Training, kein realtätsnahes Training, kein Stresstraining usw."

Zu Ryabko und seinem Angreifer. Die Aufnahme ist beim ersten Systema-Seminar in Griechenland entstanden. Da gab es noch keine Leute, die Systema traniert haben. Der "Pseudo-Angreifer" war ein JKD-Trainer, und wenn er nicht mehr getan hat, als auf dem Video zu sehen ist, dann war es aus seiner Sicht nicht mehr zu machen. Jetzt die Aufnahme anschaueun und pseudoklug daherreden kann jeder...

Gruß
Andreas
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  #69  
Alt 12-02-2009, 14:24
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Zitat:
Zitat von lusch3 Beitrag anzeigen
Yo, das sieht ja ganz nett aus. Die Münsteraner sind übrigens mit Ihrer "Hollywood Show" auch dabei. Wie schnell hätte es der Frei Geist denn gern? So richtig ohne zurückhalten? Mit ausgeschlagenen Zähnen?
Der Typ bekommt übrigens von Ryabko einen Schlag auf den Unterarm in der ersten Szene. Sowas macht einen dann schnell etwas zurückhaltender.
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  #70  
Alt 12-02-2009, 16:26
Fidibus
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@123keilerei

Jeder betreibt seine Kampfkunst in seinem Rahmen. So trainiert er auch. Ich habe in meiner Trainingsgruppe von der Rechtsanwaltsgehilfin über Schüler bis zu Polizeibeamten, Ordnungsdienstler, ja sogar einen Friseurmeister.

Erstere und letzterer haben nicht den Anspruch, böse und drahtige Kampfmaschinen zu werden, die haben Spaß an der Bewegung und freuen sich, etwas neues zu lernen.

Die sind mit einem Training auf ihrem Niveau völlig ausgelastet und zufrieden, wollen sie mehr Niveau, müssen sie mehr tun. Wir Trainer unterstützen sie dabei.

Bei den Polzeibeamten/Ordnungsdienstlern dazu kommt noch ein Zahntechniker und ein Bankkaufmann sieht es anders aus. Erstere sind schon diverse Male in bedrohliche Situationen gekommen, die anderen hat eben der Ehrgeiz gepakt. Da wird neben dem Grundlagentraining, auch schnell, hart und situationsbezogen trainiert. Bei den Exekutivler bekomme ich regelmäßig Rückmeldungen, was ging und was nicht. Meine Breitensportler sind in einer lebensgefährlichen Situation mit Sicherheit überfordert, das sind die meisten KK´ler anderer Trainingsgruppen aber auch.

Fazit: Wenn man gehobene Ansprüche hat, muß man etwas dafür tun. Die Trainer haben diese Ansprüche dann auch zu befriedigen. Dazu müssen dann die Methoden angepaßt werden.

Wir beide haben eine lange Vergangenheit in der KK/KS Szene. Du erzähltest mir, dass Du in Extremsituationen aus dem Systema herausfällst in Deine früher erlernten Techniken oder Verhaltensweisen. Das ist ok, offensichtlich ist Dein Innerstes davon überzeugter. Ich kann für mich und auch den einen oder anderen Kollegen sprechen, dass wir "unsere Altlasten" in Extremsituationen nicht mehr aufnehmen, sondern "im Systema" bleiben.

Wir haben aber auch den Mangel erkannt, dass hier ein Schritt fehlt vom "normalen Systematraining" bis hin zur realitätsnahen Anwendung. Nur wir haben den Schritt für uns im Systema gemacht, während Du da eine andere akzeptable Möglichkeit gefunden hast. So entwickelt man sich.

Wir haben uns ja mal in einem Telefonat ausgetauscht und festgestellt, dass wir grundsätzlich der gleichen Meinung sind aber eben jeweils andere Methoden bevorzugen.


Gruß Fidibus
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  #71  
Alt 12-02-2009, 16:49
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Kampfkunst: Senshido, Systema
 
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Hey, mein lieber M.!

Zitat:
Zitat von Fidibus Beitrag anzeigen
@123keilerei
Jeder betreibt seine Kampfkunst in seinem Rahmen. So trainiert er auch. Ich habe in meiner Trainingsgruppe von der Rechtsanwaltsgehilfin über Schüler bis zu Polizeibeamten, Ordnungsdienstler, ja sogar einen Friseurmeister.
Da hast du natürlich recht. Ich vergesse manchmal, dass ich andere Weltsichten habe und SV aus anderen Gründe mache als mein Nachbar, und der wiederum anders als der nächste. Klarer Fall von Nabelschau...

Zitat:
Fazit: Wenn man gehobene Ansprüche hat, muß man etwas dafür tun. Die Trainer haben diese Ansprüche dann auch zu befriedigen. Dazu müssen dann die Methoden angepaßt werden.
Das ist genau das, was ich gemeint und kritisiert habe. Du bist einer der wenigen Systematrainer, der seine Methoden anpaßt. Ich habe dich mal im Telefonat halb-scherzhaft "russischer Jeet Kune Do-Mann" genannt, weil du genau das machst: Du hältst die Augen offen und paßt das System, das du lehrst, an die Gegebenheiten und Bedürfnisse an. Aber wieviele (Systema-)Trainer außer dich kenne ich, die es noch machen? Einen.

Zitat:
Ich kann für mich und auch den einen oder anderen Kollegen sprechen, dass wir "unsere Altlasten" in Extremsituationen nicht mehr aufnehmen, sondern "im Systema" bleiben.
Ja, wobei bei dir eben die Offenheit für völlig neue Ansätze im Systema vorhanden ist: Ich meine, welcher Systema-Trainer macht denn was mit Schützern und Volldampf? Wir bauen ja auch Teile von Systema ins Training ein, weil sie für uns funktionieren. Aber dazu muss man erst mal, wie wir beide schon festgestellt haben, aussortieren, was unter Druck geht und was nicht.

Zitat:
Wir haben aber auch den Mangel erkannt, dass hier ein Schritt fehlt vom "normalen Systematraining" bis hin zur realitätsnahen Anwendung.
Das meinte ich ja. Das "normale" Systematraining in Deutschland, aber auch das, was ich des öfteren in den USA kennengelernt habe, ist halt leider keine realitätsnahe Anwendung. Und das ist schade, weil Systema dort richtig glänzen kann.

Zitat:
Wir haben uns ja mal in einem Telefonat ausgetauscht und festgestellt, dass wir grundsätzlich der gleichen Meinung sind aber eben jeweils andere Methoden bevorzugen.
Und, wie gesagt, ich glaube nicht, dass wir sooo weit voneinander weg sind.

Liebe Grüße!
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  #72  
Alt 12-02-2009, 17:38
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Kampfkunst: raging bull-shitsu
 
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Zitat:
Zitat von Fidibus Beitrag anzeigen
Wir haben aber auch den Mangel erkannt, dass hier ein Schritt fehlt vom "normalen Systematraining" bis hin zur realitätsnahen Anwendung.
DANKE!! endlich spricht es mal ein noch praktizierender systema-trainer öffentlich aus!
das drucke ich mir aus und rahme es mir ein!

soviel dann zum thema "das ist alles ein fehler des individuums, wenn die umsetzung nicht klappt, muss am trainingseinsatz gelegen haben etc., am training selbst kann es ja gar nicht liegen" ...

denn das ist doch gerade der witz an der ganzen geschichte:

selbst für überzeugte systematiker scheint mittlerweile klar zu sein, das da ein bestimmter schritt von training zur anwendung fehlt, also eine lücke, die es zu schließen gilt.

gleichzeitig wird aber ein bestimmter herr nicht müde, selbiges hinwegreden zu wollen und erzählt lieber von individuellen ausnahmen.

Zitat:
Zitat von Fidibus
Nur wir haben den Schritt für uns im Systema gemacht, während Du da eine andere akzeptable Möglichkeit gefunden hast. So entwickelt man sich.
glückwunsch dazu! finde ich sehr schön zu lesen, das zumindest einige auf diesen trichter gekommen sind und das problem nun system(a)-intern angehen, auch wenn diese entwicklung für mich persönlich ein paare jahre zu spät kommt .
__________________
"I DON'T CARE about "style", "system", or any of that CRAP. WHY? Because ALL I AM INTERESTED IN is what will SAVE ME in the real world, when it's for all the marbles." by Carl Cestari
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  #73  
Alt 12-02-2009, 18:22
Fidibus
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Zitat:
soviel dann zum thema "das ist alles ein fehler des individuums, wenn die umsetzung nicht klappt, muss am trainingseinsatz gelegen haben etc., am training selbst kann es ja gar nicht liegen" ...

Grundsätzlich ist dieser Satz richtig. Dass Ziele nicht erreicht werden, liegt zu 99 % am Trainingseinsatz. Selbst mit neuen Methoden kommt nicht jeder ins Ziel.

Andreas Training, welches sich auch entwickelt hat, hat genügend Leute hervorgebracht, die mit ihren Leistungen im Feuer bestehen. Das waren diejenigen mit Trainingsfleiß und Ehrgeiz. Am Training hat es nicht gelegen.

Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass alles was Andreas uns beigebracht hat seinen Sinn und Zweck erfüllt.

Der letzte fehlende Schritt, den ich beschrieb, ergab sich aus der Entwicklung nicht nur meines Systema. Schüler entwickeln sich, Trainer entwickeln sich auch, davon lebt doch eine Kampfkunst.

Das ist doch auch was gewollt wird, nicht immer nur nachmachen auch mal selber denken. Systema ist keine Sekte.



Gruß Fidibus
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  #74  
Alt 12-02-2009, 19:10
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Beiträge: 191
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Zitat:
Zitat von Richard Artzt Beitrag anzeigen
Offenbar weißt Du nicht wovon Du sprichst. Schnell- und Stresstrainings bedeuten nicht ein gelerntes System möglichst schnell auszuführen und darauf Jahre hinzutrainieren. Freie Sparrings sind auch nur ein Teil davon.
Es gibt echte Selbstverteidigungsseminare mit Szenarientraining und Gruppenkampf etc.. Sowas wird zum Beispiel von Kapap oder Jim Wagner oder Krav Maga angeboten. Da kann man zum Beispiel austesten wie die eigene Messerabwehr gegen einen Elektroschocker funktioniert, in Echtzeit, also kurze sehr schnelle Bewegungen im permanenten Vorwärtsgang. Da bleibt vom Hokuspokus nicht mehr viel übrig. ALLE haben entweder mit beiden Händen die "Messerhand" (Elektroschocker!) krampfhaft festgehalten, oder versucht wegzulaufen. Übungen wie sie im Systema "schnell" gemacht werden hätten gegen 3 Stiche pro Sekunde überhaupt nicht funktioniert. Da lernt man sehr schnell was seine eigenen natürlichen Reaktionen sind und was funktioniert. Und wenn wie im Falle des Shockknifes nur noch der Messerarm mit aller Gewalt festgehalten und fixiert werden kann, dann ist das eine gute Ausgangsposition für Hebel und Würfe, die man so aber im Systema nicht konkret übt.
Davon abgesehen, daß ich das grundsätzlich ähnlich sehe, ist ein Gegenstand, der bei bloßer Berührung vollen Effekt entfaltet,m.E. NICHT mit einem Messer im Kampf gleichzusetzen.
Die Schnitttiefe beruht auf der Dynamik, mit der der Schnitt geführt werden kann.
Darum ist Farbmarkierung und jetzt Shockknife auch nich der wahre Jakob.
Wenn diese eher klebenden / " das Netz auswerfenden Geschichten " vernünftig trainiert werden, können sie eben diese Klingendynamik fein einschränken.
Und sie helfen, das zuckend bewegte Messer zum Greifen zu verlangsamen.

Eine Messerklinge ist keine heiße Herdplatte. Was meinst Du, warum bei allen Fleischdemos immer so herzhaft ausgeholt wird.
Man blutet allerdings wie Hulle.

Gehöre auch mehr zu den Klammeraffen.
Aber man sollte im Keller bumsen, wenn man im Glashaus wohnt.
Soll heißen, nich Trainingsweisen nur anderer hinterfragen.

Wenn ich FMA so wie in den Lerndrills benutzen würde, würde es auch nicht klappen.
Es sieht schon mal besser aus.
Aber z.B. auch in der waffenlosen Stockabwehr stimmt die Distanz gar nicht.
Auf Demos sieht man halt oft die Trainingsformen, die primär nur Teilzielen dienen und Vorstufen... ach, bla,bla. Haben andere ja im Grunde auch schon geschrieben.

Hat Glück, bloß vier Nahtstiche und noch die Daumensehne:
Gürteltier
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  #75  
Alt 13-02-2009, 09:30
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Zitat:
Zitat von 123keilerei Beitrag anzeigen
10 Trainingseinheiten in der Woche, um kampffähig zu werden?
Das mag vielleicht für Systema gelten.
Ja. 10 Trainingseinheiten in der Woche so trainiren sich Kampfsportler um kampffähig zu bleiben und ich rede nich mal von Spetznaz

Zitat:
Zitat von 123keilerei Beitrag anzeigen
Aber es gibt einige realistische Selbstverteidigungssysteme, die durchschnittlich die Menschen schneller selbstverteidigungsfähig machen als das Systema tut, zumindest das deutsche Systema.
Ernsthaft: Wenn jemand schnell reine Selbstverteidigung lernen will, dann ist er mit Systema im Durchschnitt schlechter bedient als mit echten realitätsbasierten Selbstverteidigungs-Stilen (zum Beispiel Geoff Thompson).
Kann sein. Ein realistisches Selbstverteidigungssystem kannst du NUR dann schnell erlernen wenn du bereits mehrjährige Erfahrung im Kampfsport gemacht hast. Du hast schon Grundlagen für ein Selbstverteidigungssystem: du hast genug Power und Ausdauer, du kannst vernünftig Schlagen, Tretten, Würgen, Hebeln und vor allem KAMPFERFAHRUNG !!! Sonst was willst du in so einem System machen ? Gegen wen/was willst dich verteidigen ? Gegen Leute die dich nicht mal normal packen oder schlagen, tretten können ???

Zitat:
Zitat von 123keilerei Beitrag anzeigen
In meinen Augen ist der große Fehler im Systema, so wie es in Deutschland gemacht wird, dass die Schüler nie echte Gewalt und rohe Kraft kennenlernen. Und wenn sie dann mal wirklich angegriffen werden, dann wissen sie vor lauter Angst nicht, was sie tun sollen -- und dann ist es zu spät. Systema wäre nicht schlecht, wenn es ein bisschen so trainiert würde, wie es in in den Einheiten in Russland gemacht wird, die es anwenden. Aber das macht man nicht, anstattdessen geht es ständig um Weichsein, Atmung, langsame Liegestütz, langsame Kniebeugen, langsame Bauchaufzüge und langsame Bewegungen.
Ich stimme dir zu. Du hast recht. Aber frag mal Leute ob die wirklich so ein Training wollen... ??? Wen wir so was gemacht hätten, wäre
ich wahrscheinlich im Training allein geblieben. Hier muss man auch realistish sein , dass durchschnittliche Meschen für so was nicht einfach bereit sind.


Zitat:
Zitat von 123keilerei Beitrag anzeigen
Es mag ja sein, dass es Leute gibt, deren Gehirn fähig ist, bei echter Gefahr für Leben und Gesundheit immer noch die eleganten Bewegungen aus dem Systema zu machen, aber die sind die absolute Ausnahme. Wenn jemand unser Leben bedroht, übernimmt unser Überlebenssystem die Kontrolle, und das kennt keine eleganten Bewegungen, sondern nur Reißen, Beißen, Kratzen, Knurren und grobe Schläge und Tritte.
Eine elegante oder grobe Bewebung ?
Wenn du etwas im Training machst dein Ziel ist etwas zu erlernen, deswegen versuchst du alle Bewegungen elegant zu machen. Wenn Test-Sparing machst mit Volldampf dein Ziel ist dich zu verteidigen !!! Deswegen machst diese Bewegung (Schlag, Tritt) wie du kannst. Grob oder fein hängt davon ab, was dein Körper und Psycho zu diesem Zeitpunk leisten kann. Hauptsache deine Bewegung muss dir einen Schutz bieten !!! Dann später im Training kannst du deine Fehler analysieren und entsprechend dein Training anpasen.

Natürlich kann ich mich nicht mit eleganten Bewegungen gegen reale Angriffe verteidigen, aber ich bin schon sehr FROH dass ich mich ÜBERHAUPT verteidigen kann !!!! Alle grobe Sachen wie Schläge und Tritte funktionieren so lange gut, bis du einem Tag jemanden triffst der kräftiger, und kampferfahrener als du bist !!!! (Habe schon selber erlerbt ) und der Weg zu elleganten Bewengungen bedeutet, dass du deine "Kampftechniken" ständig verbesserst und nicht sich auf grobe Kraft verlässt !!!
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