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Karate, Kobudō Alles über die Kampfkünste von Okinawa



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  #61  
Alt 25-03-2017, 11:57
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Die haben das gemacht, was dir von Kennern hier schon seit Seite 1 empfohlen wurde; einen Stil richtig lernen und dann über den Tellerrand schauen oder wechseln.

Ist wie, wenn du als Anfänger versuchst Volleyball, Fußball und Handball gleichzeitig zu lernen. Geht schon irgendwie, aber ein Gefallen tust du dir damit nicht. Und deine Mittrainierenden werden dir in den einzelnen Disziplinen technisch davonlaufen, was auch nicht gerade Motivationsfördernd ist.

Beim Aikido sollst du übrigens mitlaufen und -fallen, damit man dir nicht das Handgelenk bricht.
Solchen Äußerungen zeugen nicht gerade von viel Verständnis für Kampfkünste.
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  #62  
Alt 25-03-2017, 12:33
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Zitat:
Zitat von Kensei Beitrag anzeigen
Also alles ein bischen und nichts richtig sozusagen.
Da gibt es zwei Varianten von Leuten:

- solche wie Bruce Lee, die durch ihre Offenheit anderen Kampfkünsten gegenüber sich selber und andere weiterbringen

-und natürlich Leute, die einen wilden Bullshido-Mischmasch praktizieren, wo nichts wirklich klappt und taugt (solange diese Fraktion das nur für sich selber macht, ist ja alles gut - aber wenn solche Kandidaten dann Schulen aufmachen... dann wird's bunt...)

Aber das Gegenteil? Das sind so extrem eingefahrene Traditonalisten, die Ausschlag bekommen, wenn man auch nur andere Kampfkünste erwähnt... die Jahrzehntelang einen und nur einen Stil durchziehen (Schön und gut und Respekt...) - aber vollkommen ignorant und arrogant sind und glauben, nur ihr Weg ist der einzig Wahre.

Und um diesen Typus zu erläutern: Ich spreche speziell von NICHT-Japanern, die eben so einen versportlichten Karatestil zelebrieren, der zwar technisch schön aussieht, aber der eben gerade für die Versportlichung immer wieder "verschönert" wird. Oh, da muss man dann, wenn man Verband XY angehört, alle paar Jahre irgendwelche kleinen Handbewegungen in irgendeiner Kata abändern, weil der Ober-Kataläufer sich mal wieder was ausgedacht hat...

Wenn es also Jahrzehntelang nur darum geht, einen verstümmelten Stil schön hart und diszipliniert durchzuziehen... dann macht man zwar schon so "irgendwie" Karate - aber so irgendwie auch nicht.

Dann macht man Sport und sollte es auch nur noch so benennen. Sämtliche Werbe-Slogans, um neue Mitglieder zu gewinnen, die irgendwas von "Effektiver Selbstverteidigung" erzählen, sollten dann auch vermieden werden.

Denn so ein "Karate" ist deutsches Sportkarate, Luftkarate, Meisterschafts-Karate...

Die Werbung müsste dann eher so gehen: Du bist jung und Ehrgeizig und willst Pokale gewinnen? Aber du willst dies mit einem schönen, weißen Trainingsanzug aus Japan machen? Magst du auch Synchronschwimmen ohne Wasser? Ja? DANN KOMM ZU UNS und mache SPORT-Karate!!! :-P

Aber nochmal zum KARATE an sich -und dessen Geschichte:

Ein Auszug aus folgendem Artikel: Go Kenki: The Undercover Kung-fu Pioneer of Okinawan Karate

The thing is, original Karate was a mix of several fighting arts influences, stirred together in the pot of Okinawa.

A little Siamese boxing here, some Shuao Jiao wrestling there, some stick fighting from the Philippines, some xing/hsing from Taiwan, a touch of buki-gwa from Shanghai… add two essential ingredients known as Time and Open-Minded Culture, then multiply it with the number of foreign visits this small island of trade got during its heyday (know as the era of the Ryukyu Kingdom), you’ll pretty soon get the picture.

“Karate” (sic., the term didn’t exist at the time) was an eclectic mix of what worked and didn’t work in a physical confrontation.

With or without weapons…


DIE durften das also? Vor hunderten von Jahren war es also nicht verschrien oder als Affront angesehen, wenn man sich erdreistet, Techniken aus anderen Kampfkünsten und anderen Ländern in das hochheilige Karate (welches damals noch nicht mal so hieß!) einzubringen.

ist ja auch klar: Damals war nicht wichtig, wie schön weiß mein schicker Kata-Anzug von Adidas ist, sondern, was auf der berühmt-berüchtigten Straße funkioniert (genauso war es ja auch hier in Europa über Jahrhunderte).

Ich weiß, ich weiß! - es hindert mich ja niemand daran, Techniken aus anderen KK's einzubringen. Und noch viel wichtiger: Ich bin ja weder Frank Dux oder der Gottkönig des Bullshido, Ashida Kim, als dass ich mich dann obendrein erdreiste, Schulen zu eröffnen, Bücher zu verkaufen und schwarze Gürtel statt für 9,- Euro für 69,- Euro inklusive Photoshop-Urkunde zu verscherbeln (wobei natürlich meine Diamond-Killer-Dragons of the Universe Society of the Golden Belts of Enlightenment, Mediation and Tantra-Jutsu (C) (TM) die wahrsten aller Karate-Wahrheiten inne hat (ich meine natürlich hätte... denn meine Schule ist so geheim, dass ich nicht mal selber weiß, ob sie nun existiert oder nicht...)

Als ich in den frühen 1990ern mit Karate begann, war das noch mystisch, esoterisch und super-duper Matialisch. Da liefen noch Karatefilme und danach billige Sexfilchem im Fernsehen! Da gab es noch kein Internet, wo man nach einer Minute Suche eruiren konnte, ob Großmeister XY was drauf hat, oder er doch eher eine totale, geldgierige, verlogene Knalltüte ist!

Damals in den 90ern hat man noch NINJA-Bücher gekauft! Und Wurfsterne gab's noch im Supermarkt neben den Bonbons (oder so)!!

Und KARATE war noch eine KAMPFKUNST für echte Männer, Helden, Krieger!

UND ES GAB JA AUCH NICHTS ANDERES!

Heute ist jeder ein Experte, jeder hat 'ne Meinung (dabei ist doch MEINE Meinung die einzig Wahre!) - und jeder weiß alles besser! Dank Google und YouTube muss ich auch keine Karate oder Kung Fu oder Ninja Bücher für 25,- Mark mehr kaufen, wo irgendwelche Leute auf kleinen Schwarz/Weiß Fotos irgendwelche Techniken zeigen, die man nicht kapiert.

Mann, damals hat man sogar noch geglaubt, dass WRESTLING echt ist! Und was im Fernsehen war, MUSSTE ja echt sein! (traurigerweise glauben das heute noch Millionen...)

Unterm Strich bleibt aber selbst im YouTube-Zeitalter, wo unzählige Kampfkunstvideos und Lehrer ihr Zeug zeigen leider die extrem ernüchternde Erkenntnis: Die Realität ist hart, langweilig, fad... Ninjas sind zu 99 % Bullshido und sowas von 1985. Karate ist Breitensport und irgendwie nicht so cool wie in den alten Van Damme Filmen.

Vom einmal eine 5 Kg Hantel anfassen schau ich nicht aus wie Schwarzenegger und vom bloßen Mitglied sein im Hintertupfinger Karateverein kann ich leider nicht so coole Stunts wie Jackie Chan!

Aber was will ich sagen? Wenn mir im Jahre 1993 ein Karatelehrer irgendwelche Bullshido-Mythen erzählt hat, musste ich es glauben - NEIN - ich GLAUBTE es einfach, weil ich

- jung war
- ich keine Möglichkeit hatte, es mit Google nachzuprüfen
- und er ja einen SCHWARZEN GÜRTEL trug (und wer den trägt, ist weiser als Yoda und Bruce Lee zusammen... mindestens aber genauso weise!)

In einem anderen, von mir eröffneten Thread ging es ja um das Thema: "Blödsinn, den Trainer von sich geben"

- und wie wir alle Wissen, geistern durch die gesamte Kampfkunstwelt unzählige Glaubenssätze und Marketinglügen.

Ich weiß, ich mag respektlos, zynisch und brutal satirisch klingen - aber unterm Strich respektiere ich Können und Disziplin - auch wenn es sich nur auf Sport bezieht.

Ja Herrgottnochmal - ich bin doch froh, in einer sicheren, friedlichen Gesellschaft zu leben. Ich WILL NICHT KÄMPFEN (müssen) - ich will nicht das Haus verlassen müssen mit dem Gedanken, dass da draußen eventuell bzw. sogar auf jeden Fall sehr böse, gestörte, verzweifelte und brutale Menschen lauern, die mindestens meine Geldbörse wollen!

Und gerade WEIL wir ja in einer hochzivilisierten, hochtechnologischen und sehr friedlichen und sicheren Welt leben (und das seit über 70 Jahren) können die meisten von uns sich dem Thema reale Selbstverteidigung und Gewalt nur noch durch Pech oder YouTube nähern... oder eher an-nähern.

Wir sind zu verweichlichten, übergewichtigen, sesselfurzenden Keyboardkriegern verkommen (inklusive meiner Wenigkeit) - das bisschen körperliche Fitness und das bisschen Kamfpkunstwissen ist (und ich sage es nochmal) GOTT SEI DANK vollkommen ausreichend.

Gerade Männer in unserer Gesellschaft träumen natürlich davon der muskelbepackte Super-Barbar und der ultimative Krieger zu sein... die Frage ist manchmal: Wie viel Genetik, Hormone... und wie viel mediale Gehirnwäsche spielen da eine Rolle?

Wir ALLE haben hier den Luxus, solche theoretischen Gehirnwichsereien:

a) im Internet zu diskutieren und

b) all das auch nie wirklich auf die Probe stellen zu müssen (abgesehen von denen, die sich tatsächlich im sportlichen, reglementierten Wettkampf auf die Rübe hauen... gesund ist das nicht.)

Aber der Kampf um Leben und Tod, der hier - wenn auch oft indirekt oder sehr subtil - doch sehr romantisiert wird - der bleibt uns doch (und noch) erspart - zumindest den meisten von uns.

Die Diskussionen um Kampfsport vs Kampfkunst oder über Stile und die Verwässerung dieser ist insofern müßig und gleichzeitig so trivial und unwichtig.

Ich finde es gut, dass es diese konservativen HÜTER DER STILE gibt - aber ich gehöre zu der Fraktion Mensch, die es verabscheuen, sich KÜNSTLICH einengen zu müssen.
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  #63  
Alt 25-03-2017, 13:31
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Kumpel... die haben auf Okinawa aber auch nicht als völlige Anfänger mal eben 12 Stile parallel trainiert. Genausowenig wie Bruce Lee. Der hatte vor seinem Jun Fan GungFu/JKD schon gute Fundamente im Wing Chun.

Was ist daran so schwer zu kapieren?

Es schreibt niemand, dass man nicht über den Tellerrand schauen sollte, oder Systeme mischen. Nur eben alles zu seiner Zeit.

Wenn du bereits der große Meister bist, der sich das zutraut, nur zu. Meinen Segen hast du.
Der TE machte nicht den Eindruck, weshalb ihm schon auf Seite 1 mehrfach empfohlen wurde, erstmal eine Sache richtig zu lernen.

Um die Frage was Shotokan heute für "Karate" ist oder nicht ist, ging es hier nicht. Von daher geh' ich da mal nicht weiter drauf ein. Mach halt 'nen neuen Thread dafür auf, oder führe einen der 1000 alten zu dem Thema weiter.

Geändert von Kensei (25-03-2017 um 13:34 Uhr).
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  #64  
Alt 25-03-2017, 13:48
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Ich bin nicht dein Kumpel, Freund. :-)

Und vielleicht kam es nicht rüber - aber ich stimme zu 100 % zu, dass eine GRUNDLAGE sehr gut und wichtig ist!

ich selber habe eine solide Shotokan Grundlage (2. Kyu), ein wenig Grundwissen Wing Chun (ca. 3 Jahre) - und eine langsam solide werdene Basis im europäischen Schwertkampf (Langschwert und Rapier).

Gerade die Beinarbeit vom Karate ist mir z.B. SEHR nützlich im europäischen Fechten (Bruce Lee hat ja auch verdammt viel vom Fechten in sein Jeet Kune Do einfließen lassen - sogar Begriffe).

Also, nochmal: Für Anfänger empfehle ich in der Tat, nicht zu viel zu vermischen. Wenn aber mal eine Basis, Stabilität und ein wenig KAWUMM hinter den Techniken ist... dann finde ich es echt gut, wenn jemand andere Stile kennenlernt.
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  #65  
Alt 25-03-2017, 16:44
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Welche kämperischen Fähigkeiten kann ich denn im Shotokan "Stil" lernen? Worin unterscheiden sich diese Fähigkeiten vom dem, was man im Goju-Ryu "Stil" lernt? Wie kann ich diese Fähigkeiten dann anschließend mischen und was bekomme ich da eigentlich heraus? Gibt bzw. gab es eventuell schon Leute, die genau das gemacht haben? Haben die eigentlich auch einen eigenen "Stil" entwickelt?
Wo finde ich eigentlich qualifizierte Lehrer, die mir die Prinzipien des Shotokan und Goju-Ryu "Stils" beibringen können? Ich habe 10 Jahre lang Shotokan in einem Verein trainiert, der inzwischen zu den größten in NRW zählt. In dieser Zeit bin ich einigen Größen des Shotokan und auch anderer "Stile" begegnet. Besondere Fähigkeiten schienen diese nicht zu besitzen. Aber vielleicht bin ich ja den richtigen Meistern noch nicht begegnet.
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  #66  
Alt 25-03-2017, 16:46
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Zitat:
Zitat von Karateman1 Beitrag anzeigen
Wenn aber mal eine Basis, Stabilität und ein wenig KAWUMM hinter den Techniken ist... dann finde ich es echt gut, wenn jemand andere Stile kennenlernt.
Nichts anderes wurde hier dem TE mitgeteilt

Und als jemand, der früher viel über den "Tellerrand" geschaut hat... lieber auf etwas konzentrieren statt viel gleichzeitig, aber nichts richtig zu machen. Man kann dies zwar tun, muss sich aber ganz genau überlegen wie und was
__________________
Zitat Smoo: Ich geh' mir jetzt einen Nudelholzen oder so ähnlich.
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  #67  
Alt 25-03-2017, 17:09
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Zitat:
Zitat von Fly of the swallow Beitrag anzeigen
Welche kämperischen Fähigkeiten kann ich denn im Shotokan "Stil" lernen?...
Schrieb ich bereits. Shotokan ist ein long-range System, ähnlich dem TKD oder einigen KungFu-Stilen. Entsprechend lernt man da zu kämpfen. Was das heißt weißt du nach 10 Jahren Shotokan.

Zitat:
Zitat von Fly of the swallow Beitrag anzeigen
...Worin unterscheiden sich diese Fähigkeiten vom dem, was man im Goju-Ryu "Stil" lernt?...
Goju-Ryu ist ein Close Combat Karate Stil, in dem mehr geclinched und im Infight gekämpft wird.

Zitat:
Zitat von Fly of the swallow Beitrag anzeigen
...Wie kann ich diese Fähigkeiten dann anschließend mischen und was bekomme ich da eigentlich heraus?...
Mit entsprechendem Können und Erfahrungen kann man zwischen den Systemen wechseln bzw. Transitions herstellen. Als Anfänger laufen die maximal nebenher bzw. behindern sich, da einzelne Techniken in beiden Karate-Stilen im Detail anders ausgeführt werden und die Prinzipien eben andere sind.

Zitat:
Zitat von Fly of the swallow Beitrag anzeigen
...Gibt bzw. gab es eventuell schon Leute, die genau das gemacht haben? Haben die eigentlich auch einen eigenen "Stil" entwickelt?...
Mas Oyama trainierte neben seinem koreanischen Kram kurzzeitig Shotokan, wechselte dann aber zum Goju-Ryu, weil ihm ersteres zu wenig kampforientiert war. Später begründete er das Kyokushinkai-Vollkontaktkarate. Oyama hatte aber schon Meistergrade in koreanischen Kampfkünsten inne, bevor er im Karate "cross" trainiert hat.

Zitat:
Zitat von Fly of the swallow Beitrag anzeigen
...Wo finde ich eigentlich qualifizierte Lehrer, die mir die Prinzipien des Shotokan und Goju-Ryu "Stils" beibringen können?...
Gibts einige in Deutschland, wer suchet der findet. Mein erster Shotokan-Sensei war ein Kracher und mein derzeitiger Goju-Ryu Mentor ist es ebenso.

Zitat:
Zitat von Fly of the swallow Beitrag anzeigen
...Ich habe 10 Jahre lang Shotokan in einem Verein trainiert, der inzwischen zu den größten in NRW zählt. In dieser Zeit bin ich einigen Größen des Shotokan und auch anderer "Stile" begegnet. Besondere Fähigkeiten schienen diese nicht zu besitzen. Aber vielleicht bin ich ja den richtigen Meistern noch nicht begegnet.
Weiß nicht was du unter "besonders" verstehst. Ich hab in meiner Karatelaufbahn Armleuchter erlebt, genauso wie knallharte Fighter. Unabhängig von Stil und Verband.
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  #68  
Alt 26-03-2017, 01:15
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Ich kann euch sagen wie ich mir vorstelle, das die beiden Stile sich ergänzen.
Shotokan wirkt solange gut, solange man in einer weiteren Entfernung kämpft. Kommt der Gegner dann nahe ran oder man selber dann kann Goju ryu weitermachen.
Ich habe gegen Shotokaner und gegen Goju ryu Leute Freikampf gemacht. Und es gab unter den Goju ryu trainierten einige die Kakie richtig beherrschten, keine Chance... da half mir nur das was ich im WT gelernt habe, aber das Kakie war besser als WT chi sao! Viel besser!
Und genau dieses Kakie möchte ich auch gerne lernen.
Goju ryu hat zwei Sachen die extrem genial sind, das eine ist das Kakie das einen zu einem geradezu Überlegenen Nahkämpfer macht, das andere ist das Sanchin Kata Training, das den Körper auf Schläge vorbereitet..
Ansonsten mag ich ja gern die weiten und harten Shotokan bewegungen. Wenn man damit jemanden hart erwischt, dann ist das auch ne gute Selbstverteidigunslösung.
Ich denke aber das beste Karate ist wirklich eine Mischung aus Shotokan und den Techniken des Kakie und Sanchin aus dem Goju, dazu ein paar Feger, Würfe und Hebel, und etwas Kyushu Jitsu dann ist es perfekt, vielleicht später noch ein klein wenig Kobojutsu dazu nehmen..
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  #69  
Alt 26-03-2017, 05:31
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Ich bin früher den anderen Weg gegangen mich zu spezialisieren. Ich kann zwar dieses theoretische Argumentieren von wegen sich der und der Situation anzupassen und dieses und jenes Werkzeug noch zusätzlich zu haben nachvollziehen, nur frage ich mich, was deine Grundtaktik eigentlich ist. Meine war Verteidigung und schneller Konter, aber bei dir befürchte ich, du hinkst irgendwann nur deinen Gegnern mit halbgaren Techniken hinterher. Wo liegt denn überhaupt deine Stärke? Im Angriff, in der Verteidigung, in welcher Entfernung zum Gegner? Du brauchst auch wenn du ein Leben lang KK lernst irgendwann einen brauchbaren Plan, eine Taktik die du im Schlaf abrufen kannst. Sich anzupassen ist ein Aspekt, aber eigentlich nur, wenn du bei deinem Gegner nicht den Kampf gestalten kannst. Das ist Plan B, was ist denn dein Plan A? Danach suchst du den Stil und vor allem im Stil selbst und nicht nach das und das wäre vielleicht gut. Was kannst du denn am ehesten umsetzen auf deinem jetzigen Stand? Rauszufinden was die eigenen Stärken sind dauert auch ein paar Jahre in denen man sich erst mal in ein Konzept vertieft. Jedes zusätzliche Ding ist ja nicht nur eine Einzelaktion, sondern benötigt jeweils auch einen eigenen Unterbau. Besonders Sachen die gut sind brauchen oft viel Vorlauf. Immer auch im Hinterkopf behalten passt das zur bevorzugten Taktik und was muss dafür vernachlässigt werden um gut genug darin zu werden und zu bleiben.
Und für Selbstverteidigung, nimm dir einen Anbieter der ein modernes Konzept wirklich mit Schwerpunkt Selbstverteidigung unterrichtet, der das mit dir in ein bis zwei Jahren egal wie zum Laufen bringt jenseits vom Technikwust und ohne das Rad neu zu erfinden oder Kunststückchen zu üben. Das ist dann wirklich eine Extrasache mit dem Ziel wie kommt man nicht in Schwierigkeiten und wie möglichst schnell raus.
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"Ich habe alle diese Degen selbst geschmiedet und übe täglich acht Stunden mit ihnen, um einen Piraten töten zu können." "Du brauchst dringend ein Mädchen mein Freund!" (Fluch der Karibik)
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  #70  
Alt 26-03-2017, 09:12
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Das ist mir alles zu Klischee-haft. Shotokan = Long Range, Goju Infight...
Eine körperliche AUseinandersetzung findet immer auf kurze Distanz statt und geht zu einer hohen Chance in Gerangel über. Das kann man auch im Shotokan trainieren, wenn man nicht wie im Pointfighting nach einem Treffer abbricht. Zudem ist Shotokan nicht hart, nur das, was gängigerweise so vermittelt wird.

Und wichtiger als Abhärtung bei Sanchin ist die Vermittlung einer grundlegenden Körperstruktur. (Dito btw. bei Tekki, nicht irgendwelchen "fetzigen" Anwendungen).
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  #71  
Alt 26-03-2017, 09:57
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Was man theoretisch alles im Shotokan machen kann, schön und gut.

Ich gehe davon aus was praktisch in den meisten deutschen Dojos trainiert wird und worauf der TE mit hoher Wahrscheinlichkeit trifft. Und das ist nunmal long-range Leichtkontakt Pointfighting.

Von irgendwoher kommen die Klischees ja auch...
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  #72  
Alt 26-03-2017, 10:10
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Zitat:
Zitat von Kensei Beitrag anzeigen
Von irgendwoher kommen die Klischees ja auch...
Die Frage ist, ob es dann Sinn macht, verschiedene Sachen zu trainieren ala
Shotokan für harte long range Techniken, Goju Ryu für Infight, Taiji für die Weichheit, Judo fürs werfen etc.

Ich sage nein. Es macht Sinn, verschiedene Sachen zu trainieren, wenn die grundlegenden Bewegungsprinzipien universal sind und sich ergänzen. Dann funktioniert es sehr gut. Wenn man aber in einem "der meisten deutschen" Shotokan Dojo steht und der Lehrer ruft "mach härter, mehr kime" und im anderen Training "entspann Dich mal, relax" macht es keinen Sinn, sondern ist Zeitverschwendung.
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  #73  
Alt 26-03-2017, 12:04
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Taiji könnte man auch theoretisch für die Nah Distanz nehmen, also das Push Hands meine ich, das ist auch ein sehr gutes Kakie/Chisao, aber dafür einen guten Lehrer zu finden ist wohl noch viel schwerer. Und dann müsste es ja auch in einer etwas schnelleren Geschwindigkeit ausgeführt werden.

Meine Taktik ändert sich eigentlich von Gegner zu Gegner.
Entweder mit Tritten auf Abstand halten oder nah ran und mit Schlägen eindecken, und dran kleben bleiben.
Ich glaube da ich eher normalgroß bin und kein Riese wie manche Andere ist der Nahkampf für mich das Sinnvollste. Die Riesen haben da auf größerer Reichweite deutliche Vorteile. Deswegen bin ich auch so an Kakie interessiert. Und dabei ist es mir eigentlich egal ob das Kakie aus dem Goju ryu, dem Taijiquan, dem Wing Chun oder auch dem Baquazhang stammt. Ich finde eigentlich je ausgeklügelter die Methode desto besser. Taiji hat viele Routinen, Goju hängt total vom Verein ab, manche wie bei Morio Higaonna scheinen nur Einarmiges Kakie zu machen und davon nur ein simples hin und herdrücken mit Wurf anschließend. Auch Hung Gar hat interessante Techniken die Brückenarme, aber das ist leider sehr selten zu finden.
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  #74  
Alt 26-03-2017, 12:07
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Zitat:
Zitat von Mozi Beitrag anzeigen
Ich kann euch sagen wie ich mir vorstelle, das die beiden Stile sich ergänzen.
Nein, sie haben Schnittmengen, aber sie ergänzen sich nicht.

Zitat:
Shotokan wirkt solange gut, solange man in einer weiteren Entfernung kämpft. Kommt der Gegner dann nahe ran oder man selber dann kann Goju ryu weitermachen.
Das ist ja das Problem. Scheinbar hast Du Shotokan nie richtig gelernt. Da kannst Du natürlich nix für
Zitat:
aber das Kakie war besser als WT chi sao! Viel besser!
Dann hast du auch gutes WT nie kennengelernt. Im übrigen ist Chi Sao eine Übungsform, ein Drill der normalerweise nicht im richtigen Kampf angewendet wird.
Zitat:
Und genau dieses Kakie möchte ich auch gerne lernen.
Du
überschätzt Kakie und weisst scheinbar nicht wovon Du redest
Zitat:
Goju ryu hat zwei Sachen die extrem genial sind, das eine ist das Kakie das einen zu einem geradezu Überlegenen Nahkämpfer macht,
Tatsächlich

Zitat:
das andere ist das Sanchin Kata Training, das den Körper auf Schläge vorbereitet..
Den Körper auf Schläge vorbereiten, das können nur Schläge und eine gute körperliche Verfassung. Nennt sich auch Abhärtung

Zitat:
Ich denke aber das beste Karate ist wirklich eine Mischung aus Shotokan und den Techniken des Kakie und Sanchin aus dem Goju, dazu ein paar Feger, Würfe und Hebel, und etwas Kyushu Jitsu dann ist es perfekt, vielleicht später noch ein klein wenig Kobojutsu dazu nehmen..
Du hast eben keine Ahnung, davon aber leider ganz viel
__________________
Zitat Smoo: Ich geh' mir jetzt einen Nudelholzen oder so ähnlich.

Geändert von Tori (26-03-2017 um 12:18 Uhr).
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  #75  
Alt 26-03-2017, 12:13
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Zitat:
Zitat von Kensei Beitrag anzeigen
Was man theoretisch alles im Shotokan machen kann, schön und gut.
Nicht nur theoretisch. Shotokan hat alle Distanzen die erforderlich sind. Und alle Techniken für alle Distanzen. Wer es wie, wo und warum und weshalb irgendwie anders lehrt ist wieder eine andere Frage.

Ich habe Shotokan über alle Distanzen gleichmäßig verteilt gelernt. Es ist zwar richtig das eher halb-bzw. längere Distanzen bevorzugt werden, aber nur deshalb anzunehmen (wie der TE) es gäbe keinen Infight der hat Shotokan eben nie richtig gelernt.

Zitat:
Ich gehe davon aus was praktisch in den meisten deutschen Dojos trainiert wird und worauf der TE mit hoher Wahrscheinlichkeit trifft.
Die Wahrschlichkeit ist leider groß - aber mittlerweile gibt es auch ganz viele Dojos die nicht mehr so agieren und sich mehr auf das ursprüngliche Shotokan besinnen.

Zitat:
Und das ist nunmal long-range Leichtkontakt Pointfighting.
Also das habe ich irgendwie auch anders in Erinnerung.

Zitat:
Von irgendwoher kommen die Klischees ja auch...
Das ist das Problem. Viele haben mal was gehört oder gesehen. Ahnung davon haben sie aber meistens nicht und glauben dann dies wäre normal
__________________
Zitat Smoo: Ich geh' mir jetzt einen Nudelholzen oder so ähnlich.
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