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#1
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| Bitte um Entschuldigung, wenn das Thema schon mal behandelt wurde, aber was mich interessieren würde ist, folgendes. Karate soll ja nicht nur eine KK/ein KS sein, sondern irgendwie auch ein "Weg", ein besserer Mensch zu sein o. ä. Steht z. B. auch bei Funakoshi. OK, man gewinnt dadurch mehr Selbstdisziplin. Aber, und die Frage richtet sich jetzt wohl in erster Linie an die, die Karate schon seit langer Zeit betreiben: habt ihr die Auswirkungen dieses "Do" auch irgendwie im Alltag zu spüren bekommen? Hat Karate euer Leben irgendwie verändert? Bei mir ist es irgendwie so, dass ich das theoretisch irgendwie schon verstehe, aber andererseits doch irgendwie schlecht nachvollziehen kann... Geändert von Ratte_im_Wind (02-05-2008 um 14:14 Uhr). |
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#2
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| Vielleicht spielen da auch Alter und Einstellung eine Rolle? In jedem Fall sehe ich viele Dinge wesentlich gelassener, bin ruhiger, auch in brenzligen Situationen, verkrafte berufl. Stress viel besser usw. usf. Auch mein Karate hat sich geändert, ist "weicher" geworden, ich kloppe nicht mehr so wild herum (im Gegensatz zu vielen, auch Schwarzgurten, die noch immer ihr Hau-Ruck-Karate betreiben, vielleicht aber auch eine Eigenart des bescheidenen Ausbildungsniveaus im 08/15-Shotokan der meisten Vereine). Und insgesamt lasse ich mich mal überraschen, wie es weitergeht auf diesem Weg.....
__________________ Onegai shimasu Chris |
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#3
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| Gaaanz sicher. Und das "eigene Wesen". Einerseits bin ich Anfänger (7 Monate Shotokan), habe aber mit meinen 35 Lenzen schon einiges hinter mir. Das hilft! Ich bin voll Karate-süchtig, trainiere viel, und zieh mir alles mögliche an Literatur über Karate rein, eben weil mich auch diese Philosophie dahinter interessiert. Mein Fazit zu dem erlebten und erlesenen: Die "Charakterverbesserung" soll durch mehr Selbstvertrauen durch besseres Körpergefühl und mehr Sicherheit entstehen. Wer mit sich selbst zufrieden ist, kann bescheiden sein, muss nicht angeben, hat keinen Grund "Ärger" zu machen. Als Motto könnte man sagen: Sei hart zu dir selbst*, aber geduldig und nett zu allen anderen - ohne untertänig sein. * heisst auch: nicht so leicht aufgeben, starker Wille. Kurz gesagt: Selbstdisziplin. Diese Eigenschaften helfen einem auf jeden Fall auch durchs normale Leben. So, wer braucht das? Sicher nicht alle, denn wenn man eine einigermaßen "gute Erziehung" genossen hat, mit sich selbst im Reinen ist, und weiss was man will, hat man schon den größten Teil dieses Weges hinter sich... Also: Dieses ganze Charakterkrams ist meines Erachtens Leitlinie für Kinder und gerade Jugendliche/junge Erwachsene. Mir als "lieber Junge" mit 35 Jahren, Familie und Job musste man nicht irgendwie groß erzählen, dass Karate nicht dazu da ist,um irgendjemanden aus Jux und Dollerei zu verhauen. Aber für heissblütige Jungspunde und Kids ist mE es schon wichtig, dass sie lernen was Verantwortung im Umgang mit ihren KK-Fähigkeiten heisst, wichtig sie zu fordern und zu fördern, den Willen zu stärken, etcpp blablub. Neulich aufm Turnier habe ich einiges davon live erleben können. Bei 2 meiner 4 Gegner konnte ich ganz klar den noch etwas "unstabilen Charakter" (hauaha, das ist jetzt etwas übertrieben) erkennen: Aus den Augen des einen 19-jährigen sprach Angst, ein 17-jähriger hatte sich irgendwann vor Wut kaum mehr unter Kontrolle. Gegen die hatte ich dann gewonnen. Mein letzter Gegner, auch 19, hingegen war auch so ruhig wie ich, und da er technisch viel besser war, hatte ich keine Chance. Wie man sieht, war mir gerade langweilig...
__________________ SKA: Shotokan Karate of America www.ska.org |
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#4
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| Hättest Du das "hagakure" gelesen, dann hättest Du wahrscheinlich auch noch den letzten Gegner besiegt..... ![]() Ansonsten volle Zustimmung!
__________________ Onegai shimasu Chris |
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#5
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| Ja, nur jetzt mal ne andere Frage: inwiefern unterscheidet sich da Karate von anderen KKs? |
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#6
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| Wenn man Karate und seine artverwandten "Schwestern und Brüder" betrachtet, wird man nicht daran vorbeikommen, daß alle Meister zwar Karate als ultimative Form der Selbstverteidigung gelehrt haben, sich und ihre KK aber immer als Teil eines größeren Ziels der immerwährenden Selbstverwirklichung gesehen haben. Da hat gerade jemand in einem Forum das "letzte Interview" mit Bruce Lee gepostet, kann man sich sicherlich auch auf youtube anschauen - es ist schon bemerkenswert, was der da noch an Jahren junge und doch so früh verstorbene Meister über seine KK an sich und das Wesen des "Do" erzählt.
__________________ Onegai shimasu Chris |
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#7
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| ja, das kann ich mir auch gut vorstellen. und auf dem weg zur selbstverwirklichung müssen wir meist den umweg der selbsterkenntnis machen.
__________________ He asked us: "(snort) Be you angels?" And we said, "Nay. We are but men." Rock! (Tenacious D - Tribute) Fragen zum Kyokushin? Kyokushin Karate FAQ |
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#8
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| oder doch? gleich mal das buch bestellen... ![]()
__________________ SKA: Shotokan Karate of America www.ska.org |
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#9
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| Zitat:
mach einfach bisschen karate, wenn es dir gefällt- aber auf deine frage wirst du keine antwort finden. nicht hier im forum und auch nicht in büchern. |
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#10
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| Hallo, da jeder eine ungefähre Vorstellung von dem haben sollte, was er ausübt oder vorhat auszuüben, ist vorerst ein Blick in die Theorie mitnichten verkehrt. Versteht man den theoretischen Ansatz einer Sache, dann kann man sich ohne Umwege in die Praxis werfen. Eigentlich ist die Sache mit dem „Weg“ in der japanischen Kampfkunst ziemlich simpel. Da aber auch „simple“ Angelegenheiten wenig oder falsch verstanden, uminterpretiert oder neu interpretiert werden können, ist es leicht möglich, daß sich ein Schleier des Geheimnisvollen um sie legt. So ist es eben leider auch mit dem „Weg“ (jap. Michi) in der japanischen Kampfkunst. In dem Augenblick, in dem „Karate“ zum „Karate-Weg“ (Karate-Dō, Karate no Michi) wird, hat der Übende zwei Überlegungen angestellt: (1) Er erkannte, daß seine Lebensspanne von heute bis zu seinem Tod begrenzt ist. Über diesen Zeitraum verfügt jeder Mensch; doch in unserem Fall muß ich mir klar darüber sein, daß es ihn gibt und er mit meinem Tod endet. (2) Er nimmt sich nun vor, diesen Zeitraum mit einer Aktivität zu verbringen – und zwar in Verbindung mit einem selbst gestellten Anspruch: maximale Verbesserung. Diese maximale Verbesserung innerhalb meiner Aktivität (in unserem Fall Karate) ist die zweite Bedingung, das Ziel. Verbinde ich also den Rest meines „Lebenswegs“ mit einem konkreten (!) Ziel, auf das ich hin trainiere, „gehe“ ich auf dem „Weg“. Im Karate als Kampfkunst kann ich mir die technische Fertigkeit eines bestimmten Lehrmeisters zum Ziel machen. Technische Fertigkeit beinhaltet immer körperliche wie geistige Aktivität. Menschen mit stark religiös-philosophischen Bedürfnissen mögen auch geistige „Erleuchtung“ als Ziel auf dem Weg anvisieren (wobei Karate dann vielleicht nicht die erste Wahl als Methode zu diesem Ziel sein sollte). Auf jeden Fall muß eines klar sein: Gibt es in der Übung kein Ziel, gibt es auch keinen Weg. Sprüche, wie z.B. „Der Weg ist das Ziel“, haben nichts mit japanischem Budō zu tun. Entweder ich habe ein Ziel oder ich habe keines. Sprechen wir von dem „Karate-Weg“, ist mit dem Erreichen meines individuellen Ziels auch „Vollendung“, „Meisterschaft“ verbunden. Allein, diese Idee widerspricht der abendländischen, monotheistischen Kultur in gewisser Weise. Perfektion ist in ihr nur einem „Chef“ zu eigen... Aus historischer Sicht ist Karate seit S. Matsumura (1797-1889) ein „martialischer Weg“ (Budō). Für ihn bestand der „Weg“ noch aus zwei Teilen; einen der beiden (den heute noch gültigen) beschrieb ich gerade. Grüße, Henning Wittwer |
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#11
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| OK, aber jetzt wieder mal: man muß doch auch zugeben, dass all dies nicht nur auf Karate, sondern auch auf andere KKs zutrifft. Oder? |
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#12
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![]() Budo um es mal zusammen zu fassen Tae Kwon Do, oder auch all das was mit Dao endet usw. etc. ![]() Viele Grüsse
__________________ Ich bin es, der kleine Clown, der lacht wenn ihr weint. |
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#13
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| Ich bin immer noch verwundert das es zu dem Thema scheinbar doch noch keinen eindeutigen Thread gibt Zu dem Thema wurden trotzdem schon einige Beiträge geschrieben, die aber auch schwer zu finden sind. ![]() Gibukai hat ja schon geschrieben Zitat:
Zitat:
Man findet ganz viele Praktiken die mit verschiedenen Auffassungen eines "Weges" verbunden wurden. z.B Judo, Budo, Iaido, Zen-Do,Karate-Do etc...
__________________ There is awakening, but not one awakened. There is the path, but not one walking it. ~ Visuddhi Magga |
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#14
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| Ich denke, jeder Mensch sollte seine Gefühls-, Verstandes- und spirituelle Ebene pflegen. Für mich ist Karate ein guter Weg, die erst beiden einmal zu vergessen und mich nur in spiritueller Suche zu üben. Aber: Das muss nicht sein und es steht jedem frei, Karate auch nur als "Sport", "Kunst" oder was auch immer auszuüben.
__________________ He asked us: "(snort) Be you angels?" And we said, "Nay. We are but men." Rock! (Tenacious D - Tribute) Fragen zum Kyokushin? Kyokushin Karate FAQ |
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#15
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| Mein Sifu meinte mal, dass Wing Chun sich von Karate insofern unterscheidet als daß es keinen Do darstellt, sondern reine Selbstverteidigung. Ich frag mich, wie er das wohl meinte... Ich muß ihn mal fragen... Zen erleben? Naja, ich glaub, bei mir ist es ziemlich egal, was ich grade mache, Zen kann ich bei so ziemlich vielem erleben. Oder: ich verstehe das ganze Konzept von Zen falsch ![]() |
![]() |
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