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Karate, Kobudō Alles über die Kampfkünste von Okinawa



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  #16  
Alt 23-02-2014, 15:09
Benutzerbild von Vegeto
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Kampfkunst: Kisshu fushin - a demon's hand & a saint's heart
 
Registrierungsdatum: 06.05.2002
Beiträge: 4.342
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Zitat:
Zitat von Gibukai;
Gegen Mitternacht oder 1:00 Uhr früh war die Nacht (der Schlaf) für sie vorbei und sie gingen zum Lehrmeister trainieren. In der Morgendämmerung kehrten sie heim und begannen mit den „normalen“ Tagesaufgaben, wie Schule, Ausbildung usw.
Zitat:
Zitat von Vegeto Beitrag anzeigen
sind die Herren täglich um 19 Uhr schlafen gegangen?
Also, wann und wie lange haben sie geschlafen?
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  #17  
Alt 23-02-2014, 19:29
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Budo
 
Registrierungsdatum: 13.04.2013
Beiträge: 634
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Zitat:
Zitat von Gibukai Beitrag anzeigen
Hallo,

Dem Zeugnis G. Funakoshis (1868–1957) zufolge lernte er die drei Stufen der Naihanchi (Tekki) über zehn Jahre hinweg – wobei sein Training bei seinem Lehrer täglich von etwa Mitternacht bis zum Morgengrauen dauerte. Als er wieder zu Hause war, übte er noch für sich allein weiter. Das wäre also der Maßstab.

Grüße,

Henning Wittwer
Nehmen wir das mal einfach so hin. Wir haben dazu anscheinend keine anderen Aussagen. Heißt, niemand kann´s widerlegen. Keiner kann´s bezeugen.

Wie wörtlich darf man im 21. Jahrhundert Aussagen eines asiatischen Autors Anfang des 20. Jahrhunderts nehmen?

Ich werde das Gefühl nicht los, daß diese autobiographischen Erinnerungen einem literarischen Klischée folgen. Wie dem, daß Meister über hohe Mauern fliegen, Bäume absterben lassen etc.
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  #18  
Alt 23-02-2014, 20:44
Luaith
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
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Zitat:
Zitat von Kurzer Beitrag anzeigen
Nehmen wir das mal einfach so hin. Wir haben dazu anscheinend keine anderen Aussagen. Heißt, niemand kann´s widerlegen. Keiner kann´s bezeugen.
Völlid absurde Darstellungen braucht man nicht widerlegen. Es ist offensichtlich, dass da erzählerisch beschönigt wurde, und zumindest mich verwundert das auch nicht

lG
L.
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  #19  
Alt 24-02-2014, 00:36
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kase Ha Shotokan - Karate, Kobudo
 
Registrierungsdatum: 24.06.2010
Alter: 30
Beiträge: 165
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Selbstverständlich sollten man Quellen aus dieser Zeit ähnlich skeptisch gegenübertreten wie der Bild-Zeitung - allerdings ist zu bedenken, dass nur ein kleiner Teil der (adeligen = Zeit vorhanden) Bevölkerung so trainiert hat (oder auch nicht).

Das rückt es zumindest ins Reich des Möglichen.
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  #20  
Alt 24-02-2014, 09:28
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 690
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Hallo,

es gibt tatsächlich völlig „absurde“, d. h. übertriebene, Schilderungen in manchen Lebensbeschreibungen, die sie eher zu Hagiografien als zu historisch glaubwürdigen Texten machen. Und an der Stelle muss unterschieden werden, was im Kern der Wahrheit entspricht und was eben bloßes Palaver ist. Hier war die Frage, wann und wie lange das Training in Ryūkyū Ende des 19. Jhd. für „Karate“-Schüler stattfand. Nirgends wird in den frühen Texten dazu behautet, dass es „die ganze Nacht“ dauerte. Aber einig sind sich verschiedene Autoren, wie z. B. C. Motobu (1870–1944), G. Funakoshi, der unbenannte Autor der „Heldengeschichten von Itosu“ u. a., dass ihre Lehrer und sie selbst eben in den frühen Morgenstunden, vor dem Morgengrauen trainierten. Diese Äußerungen traten zeitlich und örtlich unabhängig von einander auf.

Ein bekannter japanischer Lehrmeister in Italien führt für eine Minigruppe seiner engsten Schüler ein Morgentraining um 5:00 oder 6:00 Uhr durch – und zwar nicht bloß sporadisch. Danach gehen diese Schüler und der Lehrmeister selbst ihrem „Tagwerk“, ihrer normalen Arbeit nach. Das ist eine heute stattfindende Tatsache. Ein anderer japanischer Lehrmeister erzählte mir, dass er immer pünktlich ins Bett „Muss“, weil er täglich um 4:00 oder 5:00 Uhr sein Training durchführt. Danach beginnt für ihn der „normale“ Alltag. Einer seiner Schüler beschwerte sich im Scherz bei mir, dass ihn dieser Lehrer früh aufweckte und zum Training „zwang“. Auch das ist eine Tatsache.

Diese Beispiele sind aus unserer heutigen Zeit, völlig „aktuell“. Es ist nur wenig Fantasie nötig, um sich diese Praxis 150 Jahre früher in Ryūkyū und um ein, zwei Stunden verlängert vorzustellen.

Grüße,

Henning Wittwer
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www.gibukai.de
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  #21  
Alt 24-02-2014, 09:42
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Kampfkunst: HEMA, Karate (inaktiv)
 
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Gesunde Skepsis kann ja nie schaden, allerdings sollte man die Lebensumstände auf Okinawa zu Ende des 19 Jahrhunderts nicht mit den Lebensumständen des frühen 21 Jahrhunderts in Mitteleuropa vergleichen. Selbst wir leben heute anders als unsere Vorfahren vor über 150 Jahren.

Kein heute lebender Mensch weiß wirklich wie es damals war. Man kann nur die heutige Zeit mit der damaligen Zeit vergleichen und dabei kann meiner Meinung nach nichts vernünftiges rauskommen. Da die Lebensumstände komplett verschieden sind.
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  #22  
Alt 24-02-2014, 09:47
Benutzerbild von Cillura
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Kampfkunst: Shotokan Karate, Jiu Jitsu, Combat Arnis
 
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Beiträge: 4.231
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Zitat:
Zitat von Gibukai Beitrag anzeigen
...
Ein bekannter japanischer Lehrmeister in Italien führt für eine Minigruppe seiner engsten Schüler ein Morgentraining um 5:00 oder 6:00 Uhr durch – und zwar nicht bloß sporadisch. Danach gehen diese Schüler und der Lehrmeister selbst ihrem „Tagwerk“, ihrer normalen Arbeit nach. Das ist eine heute stattfindende Tatsache. Ein anderer japanischer Lehrmeister erzählte mir, dass er immer pünktlich ins Bett „Muss“, weil er täglich um 4:00 oder 5:00 Uhr sein Training durchführt. Danach beginnt für ihn der „normale“ Alltag. Einer seiner Schüler beschwerte sich im Scherz bei mir, dass ihn dieser Lehrer früh aufweckte und zum Training „zwang“. Auch das ist eine Tatsache.

Diese Beispiele sind aus unserer heutigen Zeit, völlig „aktuell“. Es ist nur wenig Fantasie nötig, um sich diese Praxis 150 Jahre früher in Ryūkyū und um ein, zwei Stunden verlängert vorzustellen.

Grüße,

Henning Wittwer
Yeaahhh. Ich will auch Morgentraining. Aber leider macht bei uns das Dojo nicht vor 8:00 Uhr auf. Wenn man schon um 6:00 mit Arbeiten beginnt ist das doof. Wo muss ich zum Training hin?
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Man darf den Trainer, während des Trainings ruhig hassen.
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  #23  
Alt 24-02-2014, 12:23
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Kampfkunst: Kisshu fushin - a demon's hand & a saint's heart
 
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Beiträge: 4.342
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Klar können die Nachts 3-4 Stunden trainiert haben. Nur dann müssen sie halt tagsüber Schlaf nachgeholt haben. Auf Dauer braucht jeder Körper regelmäßig 6 Stunden Schlaf täglich. Das kann auch mal aufgeteilt sein in zweimal 3 Stunden.

So gesehen ist das was die machten heute genauso gut machbar wenn man von 17 bis 21 Uhr trainiert.
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  #24  
Alt 24-02-2014, 12:51
Benutzerbild von Cillura
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Kampfkunst: Shotokan Karate, Jiu Jitsu, Combat Arnis
 
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Beiträge: 4.231
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Zitat:
Zitat von Vegeto Beitrag anzeigen
...
So gesehen ist das was die machten heute genauso gut machbar wenn man von 17 bis 21 Uhr trainiert.
Ich denke es ist heute sogar einfacher so viel zu trainieren als damals. Man spart ja schon massig Zeit allein durch unsere besseren Fortbewegungsmittel und allerlei Technikkram für den Haushalt.
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  #25  
Alt 24-02-2014, 12:56
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Kampfkunst: Tang Soo Do
 
Registrierungsdatum: 30.07.2012
Beiträge: 102
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Bei 3-4 h tàglich macht das 11000 h Naihanchi-Training

@Gibukai: vielen Dank, du hast davon geschrieben, dass Karate-Forscher das alte Karate mit dem späten Itosu-Karate identifizieren. Meine Frage: Gibt es die Lesung Karate etwa doch schon länger, wenn du nicht mit ihnen übereinstimmst? Ich dachte Karate gibt es seit Funakoshi nach Japan kam und vorher wurden die Zeichen Tode gelesen?
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  #26  
Alt 24-02-2014, 13:11
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Kampfkunst: Taijiquan, Karate
 
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Beiträge: 458
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Soviel Zeit hat leider nicht jeder. Ich bin für die Arbeit 11 Stunden außer Haus (mit Hin- und Rückweg) und meine Familie will dann auch noch etwas von mir haben. 4 Stunden Training täglich sind völlig ausgeschlossen. Einmal pro Woche 3 Stunden Training am Stück (Taiji) und dann noch zweimal eine Stunde (Karate) sind drin (das Gruppentraining eben), zusätzliches selbständiges Training ist fast ausgeschlossen und geht dann nur mal hin und wieder für ein halbes Stündchen.

Doch ich will nicht jammern. Ein Nakayama oder ein Chen Peishan wird aus mir sicher nicht mehr (dafür habe ich einfach auch zu spät angefangen). Doch um Spaß zu haben und fitter zu werden, reicht es.
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  #27  
Alt 24-02-2014, 15:03
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Kampfkunst: Budo
 
Registrierungsdatum: 13.04.2013
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Zitat:
Zitat von Gibukai Beitrag anzeigen
Hallo,


Ein bekannter japanischer Lehrmeister in Italien führt für eine Minigruppe seiner engsten Schüler ein Morgentraining um 5:00 oder 6:00 Uhr durch – und zwar nicht bloß sporadisch. Danach gehen diese Schüler und der Lehrmeister selbst ihrem „Tagwerk“, ihrer normalen Arbeit nach. Das ist eine heute stattfindende Tatsache. Ein anderer japanischer Lehrmeister erzählte mir, dass er immer pünktlich ins Bett „Muss“, weil er täglich um 4:00 oder 5:00 Uhr sein Training durchführt. Danach beginnt für ihn der „normale“ Alltag. Einer seiner Schüler beschwerte sich im Scherz bei mir, dass ihn dieser Lehrer früh aufweckte und zum Training „zwang“. Auch das ist eine Tatsache.

Diese Beispiele sind aus unserer heutigen Zeit, völlig „aktuell“. Es ist nur wenig Fantasie nötig, um sich diese Praxis 150 Jahre früher in Ryūkyū und um ein, zwei Stunden verlängert vorzustellen.

Grüße,

Henning Wittwer
Ein regelmäßiges "Frühtraining" gibt es auch in BRD in so manchen Dojos. Würde ich aber von einem mehrstündigen "Mitternachtstraining" unterscheiden.

Sei´s drum. Wie sagte mal ein japanischer Akidomeister so treffend sinngemäß und als Trost: "Nicht das viele Training macht´s, sondern das richtige ..." Aber ich glaube, der hat auch sein ganzes Leben lang "nur" Aikido gemacht ...
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  #28  
Alt 24-02-2014, 23:13
Benutzerbild von Vegeto
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Kampfkunst: Kisshu fushin - a demon's hand & a saint's heart
 
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Beiträge: 4.342
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Ja, ich habe auch mal gehört: Effizienter trainieren heißt nicht länger trainieren, sondern intensiver und klüger.
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  #29  
Alt 25-02-2014, 00:33
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Kampfkunst: Karate , UFC gucken
 
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Beiträge: 2.497
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Ich bin auch mehr dazu übergegangen, mit einigen wenigen Freunden meiner persönlichen Systematik zu folgen.
ICH bin ja der einzige, der im normalen Trainingsrahmen wirklich beobachten und beurteilen kann, was ich brauche.

Kata mache ich auch immer "ein bißchen", um meinen Körper für gelegentliche Marathonkatasitzungen fit zu halten.
Ist aber mehr eine geistige Übung für mich. Kampfmäßig so sinnvoll, wie sich in 'nem Videospiel aufzuleveln.
Von Sparringstechniken, speziell im Grappling habe ich viel mehr - das ist i.m.A. echtes Training.

Da gucke ich dann auch, ob eher verteiltes, kurzes und häufiges Lernen was bringt.


Feilt gerade am Omoplata aus der Mount und am Baratoplata :

Das Gürteltier
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  #30  
Alt 25-02-2014, 08:11
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Kampfkunst: Ohshima Shotokan & BJJ
 
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Zitat:
Zitat von Vegeto Beitrag anzeigen
Ja, ich habe auch mal gehört: Effizienter trainieren heißt nicht länger trainieren, sondern intensiver und klüger.
Ich denke auch, 4-5 mal die Woche 1 Stunde intensiv Technik-Drill bringt mehr als 2mal 2 Stunden am Stück.
Noch besser wäre wahrscheinlich jeweils über den Tag verteilt 2 mal zu trainieren. Ach ja, hätt' der Tag doch 30 Stunden...
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